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Title:
DEVICE FOR A TRACK SYSTEM AND A METHOD FOR OPERATING A TRACK SYSTEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/160951
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a device for a track system, comprising a track-side device (30) which is arranged on or in at least one track (10) of the track system, a sensor device (40) for picking up a measurement signal (60) based on a dynamic acceleration acting on the track-side device (30) and/or based on a shock of the track-side device (30), and comprising a transmission device (50) for radio-based transmission of a reporting signal (70) in response to the picking up of the measurement signal (60). The invention also relates to a method for operating a track system.

Inventors:
WINDOLF, Wolfgang (Viehkamp 27, Schwülper, 38179, DE)
Application Number:
EP2011/059449
Publication Date:
December 29, 2011
Filing Date:
June 08, 2011
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Wittelsbacherplatz 2, München, 80333, DE)
WINDOLF, Wolfgang (Viehkamp 27, Schwülper, 38179, DE)
International Classes:
B61L1/06
Attorney, Agent or Firm:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Postfach 22 16 34, München, 80506, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Einrichtung für eine Gleisanlage, mit

- einer an oder in zumindest einem Gleis (10) der Gleisanla- ge angeordneten gleisseitigen Einrichtung (30),

- einer Sensoreinrichtung (40) zum Erfassen eines Mess- Signals (60) anhand einer auf die gleisseitige Einrichtung (30) einwirkenden dynamischen Beschleunigung und/oder anhand einer Erschütterung der gleisseitigen Einrichtung (30) sowie mit

- einer Übertragungseinrichtung (50) zum funkbasierten Senden eines Melde-Signals (70) auf das Erfassen des Mess- Signals (60) hin. 2. Einrichtung nach Anspruch 1,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

die gleisseitige Einrichtung (30) ein Prellbock, eine Gleis¬ bremse oder eine Weiche ist. 3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

- die Sensoreinrichtung (40) zum Auswerten der Amplitude

und/oder des zeitlichen Verlaufs des erfassten Mess- Signals (60) ausgebildet ist und

- die Einrichtung derart ausgebildet ist, dass das Melde- Signal (70) in Abhängigkeit von dem Ergebnis der Auswer¬ tung von der Übertragungseinrichtung (50) gesendet wird oder nicht. 4. Einrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

die Übertragungseinrichtung (50) zum funkbasierten Senden des Melde-Signals (70) per SMS (Short Message Service) ausgebil¬ det ist.

5. Anordnung mit einer Mehrzahl von Einrichtungen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Einrichtungen jeweils zum funkbasierten Weiterleiten von von räumlich benachbarten Ein- richtungen empfangenen Melde-Signalen (70) ausgebildet sind.

6. Verfahren zum Betreiben einer Gleisanlage, wobei

- anhand einer dynamischen Beschleunigung, die auf eine an oder in zumindest einem Gleis (10) der Gleisanlage ange¬ ordnete gleisseitige Einrichtung (30) einwirkt, und/oder anhand einer Erschütterung der gleisseitigen Einrichtung (30) ein Mess-Signal (60) erfasst wird und

- auf das Erfassen des Mess-Signals (60) hin funkbasiert ein Melde-Signal (70) gesendet wird.

7. Verfahren nach Anspruch 6,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

das Mess-Signal (60) für eine gleisseitige Einrichtung (30) in Form eines Prellbocks, einer Gleisbremse oder einer Weiche erfasst wird.

8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

- die Amplitude und/oder der zeitliche Verlauf des erfassten Mess-Signals (60) ausgewertet wird bzw. werden und

- das Melde-Signal (70) in Abhängigkeit von dem Ergebnis der Auswertung gesendet wird oder nicht.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

das Melde-Signal (70) per SMS (Short Message Service) gesen¬ det wird.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass von räumlich benachbarten Einrichtungen empfangene Melde- Signale (70) funkbasiert weitergeleitet werden.

Description:
Beschreibung

Einrichtung für eine Gleisanlage sowie Verfahren zum Betrei ¬ ben einer Gleisanlage

Im Rahmen des Betriebs einer Gleisanlage können an oder in zumindest einem Gleis der Gleisanlage angeordnete gleisseiti- ge Einrichtungen auf unterschiedliche Arten und Weisen be ¬ schädigt werden. Dabei kann eine entsprechende Beschädigung insbesondere durch eine Fehlbenutzung der betreffenden gleisseitigen Einrichtung verursacht werden.

Im Sinne einer zukünftigen Vermeidung entsprechender Schadensereignisse, zur Vermeidung von Folgeschäden und zur Erhö- hung der Sicherheit ist es wünschenswert, zuverlässig und zeitnah Informationen über eine drohende oder bereits entstandene Beschädigung einer gleisseitigen Einrichtung zu erhalten. Dies gilt insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass im Rahmen der zunehmenden Liberalisierung des Schienenver- kehrs vermehrt Fälle auftreten, in denen Bereitsteller und

Nutzer der Infrastruktur, d.h. der Gleisanlagen, sich voneinander unterscheiden. In diesem Fall besteht somit seitens des Bereitstellers des Transportweges in Form der Gleisanlagen ein Interesse daran, gegebenenfalls auftretende Schäden einem Nutzer der Gleisanlage, d.h. beispielsweise einem Unterneh ¬ men, das schienenbasierte Güter- oder Personentransportdiens- te anbietet, zuordnen und erforderliche Reparaturen diesem gegebenenfalls in Rechnung stellen zu können. Der vorliegenden Erfindung liegt bezogen auf eine Einrichtung für eine Gleisanlage die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung anzugeben, die eine zeitnahe und zuverlässige Erkennung von möglichen Fehlbenutzungen und/oder Beschädigungen einer gleisseitigen Einrichtung ermöglicht. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Einrich ¬ tung für eine Gleisanlage, mit einer an oder in zumindest ei ¬ nem Gleis der Gleisanlage angeordneten gleisseitigen Einrich- tung, einer Sensoreinrichtung zum Erfassen eines Mess-Signals anhand einer auf die gleisseitige Einrichtung einwirkenden dynamischen Beschleunigung und/oder anhand einer Erschütterung der gleisseitigen Einrichtung sowie mit einer Übertragungseinrichtung zum funkbasierten Senden eines Melde-Signals auf das Erfassen des Mess-Signals hin.

Die erfindungsgemäße Einrichtung zeichnet sich somit dadurch aus, dass eine Sensoreinrichtung zum Erfassen eines Mess- Signals vorgesehen ist. Dabei wird das Mess-Signal anhand ei ¬ ner auf die gleisseitige Einrichtung einwirkenden dynamischen Beschleunigung und/oder anhand einer Erschütterung der gleisseitigen Einrichtung erfasst. Dies bedeutet, dass die Sensor ¬ einrichtung üblicherweise an oder in der gleisseitigen Einrichtung beziehungsweise zumindest im Bereich der jeweiligen gleisseitigen Einrichtung angebracht ist. Dabei kann die Sensoreinrichtung beispielsweise als Beschleunigungssensor ausgebildet sein. Mittels der Sensoreinrichtung kann somit die auf die gleisseitige Einrichtung einwirkende dynamische Be ¬ schleunigung gemessen beziehungsweise ein Mess-Signal für diese dynamische Beschleunigung erfasst werden.

Als „dynamische" Beschleunigung wird im Rahmen der Beschrei ¬ bung der vorliegenden Erfindung in Abgrenzung zur permanent einwirkenden „statischen" Beschleunigung beziehungsweise Be- schleunigungskraft der Gravitation eine im Rahmen der Benut ¬ zung der gleisseitigen Einrichtung, insbesondere durch ein die Gleisanlage befahrendes Schienenfahrzeug verursachte, auf die gleisseitige Einrichtung vergleichsweise kurzzeitig ein ¬ wirkende Beschleunigung bezeichnet. Zusätzlich oder alternativ zum Erfassen eines Mess-Signals anhand der auf die gleisseitige Einrichtung einwirkenden dy ¬ namischen Beschleunigung kann die Erfassung des Mess-Signals auch anhand beziehungsweise bezogen auf eine Erschütterung der gleisseitigen Einrichtung erfolgen. Dabei wird unter Erschütterung jegliche Art des, in der Regel durch einen Stoß von einem Schienenfahrzeug beziehungsweise von einer Kompo ¬ nente desselben, wie beispielsweise einem Puffer oder einem Rad, verursachten Vibrierens oder Schwingens der gleisseiti ¬ gen Einrichtung verstanden.

Mittels der Übertragungseinrichtung der erfindungsgemäßen Einrichtung ist auf das Erfassen des Mess-Signals hin ein funkbasiertes Senden eines Melde-Signals möglich. Dabei kann das Melde-Signal beispielsweise an eine zentrale Steuerein ¬ heit der Gleisanlage, etwa in Form einer Leitstelle, übermit ¬ telt werden. Die Sensoreinrichtung und die Übertragungseinrichtung können als separate Komponenten realisiert oder zu einer gemeinsamen Komponente, etwa in Form eines Funksensors, zusammengefasst sein . Die erfindungsgemäße Einrichtung ist vorteilhaft, da sie eine zuverlässige und zugleich zeitnahe Information über gegebe ¬ nenfalls entstandene Schäden oder Fehlbenutzungen der gleisseitigen Einrichtung ermöglicht. Hierdurch wird insbesondere eine verursachergerechte Schadenszuordnung ermöglicht, so dass eine entsprechende Abrechnung der verursachten Kosten ermöglicht wird. Darüber hinaus werden Folgeschäden dadurch vermieden, dass Fehlbenutzungen oder Fehlsteuerungen frühzeitig erkannt werden und folglich abgestellt werden können, be- vor diese letztlich zu einer endgültigen Beschädigung oder Zerstörung der gleisseitigen Einrichtung führen.

Sowohl für den Fall einer bereits erfolgten als auch für den Fall einer drohenden Beschädigung der gleisseitigen Einrichtung ermöglicht die erfindungsgemäße Einrichtung darüber hin ¬ aus eine Erhöhung der Sicherheit, da ausgelöst durch das Mel ¬ de-Signal eine Überprüfung im Hinblick auf möglicherweise von der gleisseitigen Einrichtung ausgehenden Gefährdungen ermög- licht wird.

Wie bereits erwähnt, kann die Sensoreinrichtung beispielswei ¬ se als Beschleunigungssensor ausgebildet sein. Entsprechende Beschleunigungssensoren, die auch als Accelerometer bezeich- net werden, sind als solche bekannt, wobei in Abhängigkeit von der Anzahl der Raumrichtungen, für die eine Detektion von Beschleunigungen und/oder Erschütterungen möglich ist, zwischen einachsigen, zweiachsigen und dreiachsigen Beschleunigungssensoren unterschieden wird. Im Rahmen der erfindungsge- mäßen Einrichtung können in Abhängigkeit von der Art der jeweiligen gleisseitigen Einrichtung sowie den jeweiligen Gegebenheiten und Anforderungen einachsige, zweiachsige oder auch dreiachsige Beschleunigungssensoren zum Einsatz kommen. Darüber hinaus kann die Sensoreinrichtung beispielsweise auch als Winkelbeschleunigungssensor beziehungsweise Gyrometer ausgebildet sein.

Grundsätzlich kann es sich bei der gleisseitigen Einrichtung um eine beliebige an oder in zumindest einem Gleis der Gleis- anläge, d.h. im Bereich eines Gleises, angeordnete Komponente handeln .

Gemäß einer besonders bevorzugten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Einrichtung ist die gleisseitige Einrichtung ein Prellbock, eine Gleisbremse oder eine Weiche. Dies ist vor ¬ teilhaft, da es sich bei den genannten gleisseitigen Einrichtungen um solche handelt, die im Rahmen des Betriebs einer Gleisanlage verbunden mit entsprechenden dynamischen Be- schleunigungen und/oder Erschütterungen durch Schienenfahrzeuge beschädigt werden können. Dabei gilt dies insbesondere für solche gleisseitigen Einrichtungen, die im Bereich eines Rangierbahnhofs beziehungsweise einer Ablaufanlage des schie ¬ nengebundenen Güterverkehrs angeordnet sind.

Sofern die gleisseitige Einrichtung als Prellbock ausgebildet ist, kann mittels der Sensoreinrichtung ein Aufprall eines Schienenfahrzeugs, d.h. insbesondere eines Güterwagens, er ¬ kannt werden. Hierbei ist es von besonderer Bedeutung, dass eine entsprechende Erkennung aufgrund des Erfassens der dyna ¬ mischen Beschleunigung und/oder der Erschütterung des Prellbocks bereits möglich ist, bevor es zu einer Zerstörung des Prellbocks in Form eines Umfallens desselben kommt. So könnte beispielsweise mittels eines die statische Beschleunigung durch die Gravitationskraft erfassenden Lagesensors eine

Fehlbenutzung des Prellbocks durch einen zu starken Stoß erst bei bereits erfolgter Zerstörung des Prellbocks, d.h. nach seinem Umfallen, erkannt werden. Bei Gleisbremsen handelt es sich um im Bereich von Ablaufanlagen angeordnete Bremsen in Form von Talbremsen, Rampenbremsen, Richtungsgleisbremsen oder Gefälleausgleichsbremsen. Dabei können Talbremsen, Rampenbremsen oder auch Richtungsgleisbremsen beispielsweise als Balkenbremsen oder Gummi- gleisbremsen und Gefälleausgleichsbremsen beispielsweise als so genannte (Dowty-) Retarder ausgebildet sein. Üblicherweise werden Gleisbremsen in einer Ablaufanlage derart gesteuert, dass sie die jeweiligen ablaufenden Einheiten, d.h. die Abläufe, auf die jeweils vorgesehene Sollgeschwindigkeit ab- bremsen. Neben einer möglichst genauen Bremsung der Abläufe ist es hierbei selbstverständlich gewünscht, dass eine Be ¬ schädigung der Gleisbremsen durch die jeweiligen Abläufe vermieden wird.

In der Praxis kann nun jedoch der Fall auftreten, dass aufgrund eines Steuerungsfehlers oder aufgrund einer Besonder ¬ heit des jeweiligen Ablaufs eine zu starke Bremsung erfolgt. In diesem Fall kann sich am Bremsbalken beziehungsweise

Bremskolben der Gleisbremse ein übermäßiger Stoß ergeben, der unmittelbar oder zumindest bei wiederholtem Auftreten zu einer Beschädigung der Gleisbremse führen kann.

Eine Beschädigung einer Gleisbremse kann auch dadurch verur- sacht werden, dass ein Ablauf zu schnell in eine Gleisbremse einläuft. Dieser Fall kann beispielsweise im Zusammenhang mit so genannten Schwappwagen, d.h. unvollständig gefüllten Kesselwagen, auftreten, die sich aufgrund ihres Beladungszu ¬ stands mit einer vergleichsweise stark ungleichmäßigen Ge- schwindigkeit entlang einer Ablaufanläge bewegen.

Neben den zuvor aufgeführten Fällen ist es beispielsweise auch denkbar, dass eine Lokomotive - obwohl dies in der Regel nicht zulässig ist - über den Ablaufberg fährt, etwa aus Gründen der Zeitersparnis, und hierdurch eine aktive Gleis ¬ bremse beschädigt wird.

Unabhängig von der jeweiligen Ursache ist es in allen genannten Fällen wünschenswert, dass die übermäßig starke Beanspru- chung der Gleisbremse erkannt und zeitnah, d.h. vorzugsweise in Echtzeit, mittels des Melde-Signals an eine zentrale Steu ¬ ereinheit, etwa in Form einer Leitstelle, signalisiert wird. Im Falle einer gleisseitigen Einrichtung in Form einer Weiche können dynamische Beschleunigungen und/oder Erschütterungen insbesondere im Falle eines Auffahrens der Weiche auftreten. Dabei bezeichnet das Auffahren einer Weiche eine Befahrung der Weiche von der stumpfen Seite her entgegen der Stellrichtung der Weiche. Zwar sollte das Auftreten dieser Situation in der Regel durch einen Endlagenmelder der betreffenden Weiche detektiert und an das zuständige Stellwerk gemeldet wer ¬ den; dies gilt jedoch nicht für solche Weichen, bei denen ei- ne entsprechende Überwachung fehlt. So kann es sich bei ent ¬ sprechenden Weichen beispielsweise um so genannte elektrisch ortsgestellte Weichen (EOW) oder um handgestellte Weichen handeln . Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass in Bezug auf in einem Stellwerk verwendete Stellwerkskomponenten ausgesprochen hohe Sicherheitsanforderungen bestehen. Dies hat zur Folge, dass eine Weiterleitung einer Information zu einem Auffahren einer Weiche von einem Stellwerk an eine andere Komponente in der Praxis nicht oder nur mit erheblichem Auf ¬ wand möglich ist.

Bei der geschilderten Sachlage kann es somit durchaus vor ¬ teilhaft sein, mittels der Sensoreinrichtung und der Übertra- gungseinrichtung eine von einem Stellwerk unabhängige Überwachung der Weiche vorzunehmen, da hierbei insbesondere keine beziehungsweise keine besonderen sicherheitstechnischen Anforderungen zu erfüllen sind. Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform ist die erfindungsgemäße Einrichtung derart ausgestaltet, dass die Sensoreinrichtung zum Auswerten der Amplitude und/oder des zeitlichen Verlaufs des erfassten Mess-Signals ausgebildet ist und die Einrichtung derart ausgebildet ist, dass das Melde-Signal in Abhängigkeit von dem Ergebnis der Auswertung von der Übertragungseinrichtung gesendet wird oder nicht. Dies ist vorteilhaft, da somit nur dann ein Melde- Signal von der Übertragungseinrichtung gesendet wird, wenn anhand der Amplitude, d.h. insbesondere der Maximalamplitude, und/oder des zeitlichen Verlaufs des erfassten Mess-Signals , d.h. insbesondere Dauer und/oder zeitlicher Verlauf beziehungsweise Form der Amplitude des Mess-Signals, ein von einer normalen Benutzung der gleisseitigen Einrichtung abweichende dynamische Beschleunigung und/oder Erschütterung der gleisseitigen Einrichtung erkannt wird.

Zwar wäre es grundsätzlich auch möglich, eine entsprechende Auswertung anhand von mit dem Melde-Signal übermittelten In- formationen in einer zentralen Steuer- beziehungsweise Überwachungseinrichtung der Gleisanlage vorzunehmen; dies hätte jedoch den Nachteil, dass auch im Normalbetrieb der Gleisan ¬ lage eine Vielzahl von Melde-Signalen von der gleisseitigen Einrichtung beziehungsweise einer Vielzahl entsprechender gleisseitiger Einrichtungen innerhalb der gesamten Gleisanlage übermittelt werden würden. Hierdurch würden somit einerseits unnötige Kosten für die Übertragung und folgende Verar ¬ beitung der Melde-Signale verursacht werden. Andererseits würde hierdurch auch seitens der Sensoreinrichtung sowie ins- besondere der Übertragungseinrichtung ein vergleichsweise ho ¬ her Energiebedarf entstehen.

Sofern das Melde-Signal in Abhängigkeit von dem Ergebnis der Auswertung gesendet wird, d.h. beispielsweise nur dann, wenn die Amplitude des erfassten Mess-Signals einen Schwellenwert überschreitet, ergeben sich somit erhebliche Vorteile im Hin ¬ blick auf den Energiebedarf der Sensor- sowie der Übertragungseinrichtung. Hierdurch wird vorteilhafterweise die Voraussetzung dafür geschaffen, dass eine Energieversorgung der Sensor- sowie der Übertragungseinrichtung dezentral, d.h. ohne Kabelanbindung an eine Energieversorgungseinrichtung, erfolgen kann. Hierbei ist es beispielsweise denkbar, dass mit ¬ tels so genanntem „Energy Harvesting" Energie aus der Umge- bung der gleisseitigen Einrichtung erzeugt wird. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass die für die Sensoreinrichtung und die Übertragungseinrichtung benötigte Energie aus der erfassten dynamischen Beschleunigung und/oder der er- fassten Erschütterung der gleisseitigen Einrichtung erzeugt wird. Alternativ hierzu sind selbstverständlich auch andere, für sich bekannte Formen der Erzeugung beziehungsweise Wand ¬ lung elektrischer Energie, beispielsweise aus Sonnenlicht oder Wind, möglich. Grundsätzlich kann das funkbasierte Senden des Melde-Signals mittels einer beliebigen Art von Nachricht sowie gemäß einem beliebigen funkbasierten Kommunikationsstandard erfolgen.

Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Einrichtung ist die Übertragungseinrichtung zum funkbasierten Senden des Melde-Signals per SMS ausgebildet. Dies ist vorteilhaft, da funkbasierte Kommunika ¬ tionsnetze, die das Versenden von SMS unterstützen, d.h. beispielsweise Funknetze gemäß dem GSM (Global System for Mobile Communication) -Standard, weit verbreitet sind. Darüber hinaus ist eine Übertragung des Melde-Signals per SMS mit ver ¬ gleichsweise wenig Aufwand und somit auch vergleichsweise kostengünstig möglich. Die Erfindung umfasst des Weiteren eine Anordnung mit einer Mehrzahl von erfindungsgemäßen Einrichtungen beziehungsweise einer Mehrzahl von Einrichtungen gemäß einer der zuvor beschriebenen bevorzugten Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Einrichtung, wobei die Einrichtungen jeweils zum funkbasier- ten Weiterleiten von von räumlich benachbarten Einrichtungen empfangenen Melde-Signalen ausgebildet sind. Dies bedeutet, dass die Übertragungseinrichtungen unterschiedlicher gleis- seitiger Einrichtungen in Form eines drahtlosen (Sensor- ) etzwerkes zusammenwirken können, wodurch vorteilhafterweise die Notwendigkeit dafür entfällt, dass jede der Übertragungs ¬ einrichtungen unmittelbar an diejenige Komponente, an die das Melde-Signal gesendet wird, funkbasiert angebunden ist. Hier ¬ durch wird es somit vorteilhafterweise ermöglicht, dass die funkbasierte Übertragung der Melde-Signale, etwa im Bereich eines Rangierbahnhofs, auch mittels Funktechnologien ver ¬ gleichsweise kurzer Reichweite realisierbar ist. In Abhängigkeit von den jeweiligen Gegebenheiten können sich hierdurch insbesondere Vorteile im Hinblick auf den Energiebedarf der einzelnen Übertragungseinrichtungen ergeben.

Hinsichtlich des Verfahrens liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betreiben einer

Gleisanlage anzugeben, das eine zeitnahe und zuverlässige Er- kennung von Fehlbenutzungen und/oder Beschädigungen einer gleisseitigen Einrichtung ermöglicht.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zum Betreiben einer Gleisanlage, wobei anhand einer dynami- sehen Beschleunigung, die auf eine an oder in zumindest einem Gleis der Gleisanlage angeordnete gleisseitige Einrichtung einwirkt, und/oder anhand einer Erschütterung der gleisseitigen Einrichtung ein Mess-Signal erfasst wird und auf das Er ¬ fassen des Mess-Signals hin funkbasiert ein Melde-Signal ge- sendet wird.

Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens entsprechen im Wesentlichen denjenigen der erfindungsgemäßen Einrichtung, so dass diesbezüglich auf die entsprechenden vorstehenden Aus- führungen verwiesen wird. Gleiches gilt hinsichtlich der im Folgenden genannten bevorzugten Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens im Hinblick auf die entsprechenden bevorzugten Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Einrich- tung, so dass auch diesbezüglich auf die jeweiligen entsprechenden vorstehenden Ausführungen verwiesen wird.

Gemäß einer besonders bevorzugten Weiterbildung ist das erfindungsgemäße Verfahren derart ausgestaltet, dass das Mess- Signal für eine gleisseitige Einrichtung in Form eines Prell ¬ bocks, einer Gleisbremse oder einer Weiche erfasst wird.

Vorzugsweise kann das erfindungsgemäße Verfahren auch derart ablaufen, dass die Amplitude und/oder der zeitliche Verlauf des erfassten Mess-Signals ausgewertet wird bzw. werden und das Melde-Signal in Abhängigkeit von dem Ergebnis der Auswer ¬ tung gesendet wird oder nicht.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfin- dungsgemäßen Verfahrens wird das Melde-Signal per SMS gesen ¬ det .

Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Weiterbildung kann das erfindungsgemäße Verfahren auch derart ausgeprägt sein, dass von räumlich benachbarten Einrichtungen empfangene Melde-Signale funkbasiert weitergeleitet werden.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbei ¬ spiels näher erläutert. Hierzu zeigt die

Figur in einer schematischen Skizze eine Anordnung mit einem Ausführungsbeispiel der erfindungs ¬ gemäßen Einrichtung. In der Figur ist ein Gleis 10 erkennbar, auf dem sich ein Schienenfahrzeug 20 in Form eines Güterwagens in durch einen Pfeil angedeutete Richtung auf eine gleisseitige Einrichtung 30 in Form eines Prellbocks zu bewegt.

Die gleisseitige Einrichtung 30 in Form des Prellbocks weist gemäß der Darstellung der Figur eine Sensoreinrichtung 40 auf, die in dem Ausführungsbeispiel der Figur mit einer Über ¬ tragungseinrichtung 50 als gemeinsame Komponente in Form ei- nes an der gleisseitigen Einrichtung 30 angebrachten Funksensors ausgebildet sein soll.

Mittels der Sensoreinrichtung 40, bei der es sich beispielsweise um einen vergleichsweise kostengünstig verfügbaren Be- schleunigungssensor handeln kann, kann nach einem erfolgten Aufprall des Schienenfahrzeugs 20 auf die gleisseitige Ein ¬ richtung 30 in Form des Prellbocks ein Mess-Signal 60 anhand der aufgrund des Aufpralls auf die gleisseitige Einrichtung 30 einwirkenden dynamischen Beschleunigung und/oder anhand der verursachten Erschütterung der gleisseitigen Einrichtung 30 erfasst werden. Dies ist in der Figur dadurch angedeutet, dass das Mess-Signal 60 an einem Eingang der Sensoreinrichtung 40 anliegt. Mittels einer Steuereinrichtung, die im Rahmen des vorliegenden Ausführungsbeispiels Bestandteil der Sensoreinrichtung 40 sein soll, ist es nun möglich, eine Auswertung der Amplitude und/oder des zeitlichen Verlaufs des erfassten Mess-Signals 60 vorzunehmen. Im einfachsten Fall beinhaltet die Auswertung hierbei einen Vergleich der Amplitude des erfassten Mess- Signals 60 mit einem Schwellenwert.

Sofern die Amplitude des erfassten Mess-Signals 60 den

Schwellenwert überschreitet, wird von der Übertragungsein- richtung 50 ein Melde-Signal 70 ausgesendet. Bei einem Emp ¬ fänger des Melde-Signals 70 kann es sich beispielsweise um eine zentrale Steuereinheit der Gleisanlage beziehungsweise des betreffenden Abschnitts der Gleisanlage, etwa in Form ei- ner Leitstelle, handeln.

In dem Melde-Signal 70 ist vorzugsweise ein die gleisseitige Einrichtung 30 identifizierendes Kennzeichen sowie eine In ¬ formation darüber enthalten, dass eine einen Schwellenwert überschreitende dynamische Beschleunigung oder Erschütterung der gleisseitigen Einrichtung 30 detektiert worden ist. Hierdurch wird es seitens des Empfängers des Melde-Signals 70 er ¬ möglicht, die das Melde-Signal 70 aussendende gleisseitige Einrichtung 30 beziehungsweise die zugeordnete Sensoreinrich- tung 40 oder Übertragungseinrichtung 50 zu identifizieren und der Ursache für die übermäßige Beanspruchung der gleisseiti ¬ gen Einrichtung 30 nachzugehen. Neben den genannten Informationen kann das Melde-Signal 70 beispielsweise zusätzlich auch Angaben zum Zeitpunkt des Ereignisses sowie zu Maximal- amplitude und/oder zeitlichen Verlauf der Amplitude des er- fassten Mess-Signals umfassen.

Die Übertragung des Melde-Signals 70 von der Übertragungseinrichtung 50 erfolgt vorzugsweise mittels SMS (Short Message Service). Alternativ hierzu sind grundsätzlich jedoch auch beliebige andere, für sich bekannte funkbasierte Übertra ¬ gungsprotokolle und Übertragungsverfahren anwendbar.

Vorzugsweise weisen die Sensoreinrichtung 40 sowie die Über- tragungseinrichtung 50 eine Einrichtung zur autarken Energieversorgung auf, die aus Gründen der Übersichtlichkeit in der Figur nicht gezeigt ist und zum leitungsunabhängigen Erzeugen beziehungsweise Wandeln und Bereitstellen von Energie für die Sensoreinrichtung 40 und die Übertragungseinrichtung 50 dient. Hierdurch wird es vorteilhafterweise ermöglicht, dass auf eine kabelgebundene Energieversorgung der Sensoreinrichtung 40 sowie der Übertragungseinrichtung 50 verzichtet werden kann. Darüber hinaus werden auch für den Fall, dass die gleisseitige Einrichtung 30 bereits an eine Energieversorgungseinrichtung angebunden ist, Aufwand und Kosten für eine zusätzliche Anbindung der Sensoreinrichtung 40 und der Übertragungseinrichtung 50 an diese Energieversorgungseinrichtung vermieden. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn die Sensoreinrichtung 40 und der Übertragungseinrichtung 50 in Bezug auf bereits installierte gleisseitige Einrichtungen 30 nachgerüstet werden.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass insbesondere bei einer neu installierten gleisseitigen Einrichtung 30 die Sensoreinrichtung 40 und der Übertragungseinrichtung 50 selbstverständlich auch bereits als fester Bestandteil der gleisseitigen Einrichtung 30 vorgesehen sein können. Innerhalb einer Gleisanlage wird in der Regel eine Mehrzahl von Einrichtungen der zuvor beschriebenen Art vorhanden sein, die jeweils zum Übertragen von Melde-Signalen, üblicherweise an dieselbe zentrale Steuereinheit, ausgebildet sind. Dabei können die Einrichtungen untereinander in Form eines Sensor- netzwerkes kommunikationstechnisch verbunden sein.

Durch das funkbasierte Senden des Melde-Signals 70, bei ¬ spielsweise an eine Leitstelle, kann eine Kabelanbindung vermieden werden. Hinsichtlich der Energieversorgung wird dies vorteilhafterweise durch eine energiesparende Ausführung der Sensoreinrichtung 40 sowie der Übertragungseinrichtung 50 unterstützt. Die Sensoreinrichtung 40 sowie die Übertragungseinrichtung 50 können für bestehende gleisseitige Einrichtungen 30 problemlos nachgerüstet werden, ohne dass hierfür ein Eingriff in bestehende Signalsteuerungen oder eine Verlegung von Kabeln erforderlich wäre.

Neben dem Einsatz für eine gleisseitige Einrichtung 30 in Form eines Prellbocks kann die Erfindung weiterhin insbesondere für gleisseitige Einrichtungen in Form von Gleisbremsen oder Weichen verwendet werden. Dabei kann im Fall einer

Gleisbremse eine zu starke Belastung der Bremse und im Falle einer Weiche ein durch ein Auffahren der Weiche verursachtes Aufschlagen in Form einer Beschleunigung der Weichenzunge der Weiche detektiert werden.

Entsprechend den vorstehenden Ausführungen weisen die beschriebene Einrichtung sowie das entsprechende Verfahren ins- besondere den Vorteil auf, dass eine Fehlbenutzung der gleis- seitigen Einrichtung 30 sowie ein gegebenenfalls hieraus be ¬ reits entstandener oder drohender Schaden zuverlässig und zeitnah erkannt werden können, wodurch eine eindeutige Zuord ¬ nung zum Verursacher möglich ist. Hierdurch werden Sicher- heitsrisiken sowie mögliche Folgeschäden vermieden, wobei insbesondere auch gleisseitige Einrichtungen in Rangierbahnhöfen oder auf Nebenstrecken kostengünstig und mit vergleichsweise geringem Aufwand überwacht werden können.