Boegli, Charles (Rue de la Gare 24, Marin, CH-2074, CH)
| 1. | Vorrichtung zur Behandlung von Flachmaterial, insbesondere zum Prägen und/oder Satinieren von Folien mit mindestens einer ersten (2) und einer zweiten Prägewalze (3, 4,15,20), zwischen denen das Flachmaterial unter Druck durchführbar ist, um ein Muster zu erzeugen, wobei der zweiten Prägewalze mindestens eine weitere, mit der ersten oder vorgehenden Prägewalze zusammenwirkende Prägewalze (3, 4,15,20) nachgeschaltet ist, zwischen denen das bemusterte Flachmaterial (6) durchführbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die erste, angetriebene Prägewalze (2) eine aus individuellen Zähnen (8) bestehende Verzahnung und mindestens eine andere Prägewalze (3,4,20) eine Oberflächenstruktur ohne individuellen Zähne aufweist. |
| 2. | Vorrichtung zur Behandlung von Flachmaterial, insbesondere zum Prägen und/oder Satinieren von Folien mit einer ersten (2) und einer zweiten Prägewalze (3,4), zwischen denen das Flachmaterial (6) unter Druck durchführbar ist, um ein Muster zu erzeugen, dadurch gekennzeichnet, dass die erste, angetriebene Prägewalze (2) eine aus individuellen Zähnen (8) bestehende Verzahnung und die zweite Prägewalze (3,4) eine Oberflächenstruktur ohne individuellen Zähne aufweist. |
| 3. | Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine (3,4) der weiteren Prägewalzen (3,4, 15, 20) Ringe (10) oder Längsrippen (12) aufweist, der Querschnitt der Ringe oder Längsrippen sich nach aussen verjüngt und die Ringe oder Längsrippen abgeflacht sind, wobei die Dimensionen der Ringe oder Längsrippen und der dazwischen liegenden Rillen (9, 11) den Dimensionen der Zähne (8) der ersten, angetriebenen Prägewalze (2) entsprechen. |
| 4. | Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Prägewalze (3,4) Ringe (10) oder Längsrippen (12) aufweist, der Querschnitt der Ringe oder Längsrippen sich nach aussen verjüngt und die Ringe oder Längsrippen abgeflacht sind, wobei die Dimensionen der Ringe oder Längsrippen und der dazwischen liegenden Rillen (9,11) den Dimensionen der Zähne (8) der ersten, angetriebenen Prägewalze (2) entsprechen. |
| 5. | Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zum Erzeugen von Zeichen, deren Erscheinungsbild sich je nach Blickwinkel des Betrachters und/oder Art und/oder Standort der Beleuchtungsquelle ändert, die Höhe und/oder Geometrie und/oder Oberfläche von Zähnen (8), Ringe (10) oder Längsrippen (12) anders gestaltet sind als bei den übrigen Zähnen (8), Ringen (10) oder Längsrippen (12). |
| 6. | Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine (15) der weiteren Prägewalzen dieselbe Zahnung (8) wie die erste, angetriebene Prägewalze (2) oder eine zu dieser Zahnung (8) komplementäre Zahnung (28) aufweist. |
| 7. | Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1, 3,6, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der weiteren Prägewalzen eine glatte Gummiwalze (20) ist. |
| 8. | Vorrichtung nach einem. der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägewalzen über Synchronisationsmittel (22,23 24 ; 25, 26,27) miteinander zwangssynchronisiert sind. |
| 9. | Vorrichtung nach einem Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die nicht angetriebene Prägewalze (15) derart gelagert ist, dass sie in Längsrichtung der Achse und/oder in der Anpressrichtung und/oder in der Laufrichtung des zu prägenden Materials (6) auslenkbar ist. |
| 10. | Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Gravur auf den Prägewalzen (2, 15) mit Zähnen (8,28) befindet. |
| 11. | Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10 für nichtzwangssynchronisierte Prägewalzen, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen gleiche oder ungleiche Durchmesser und/oder Längen aufweisen. |
| 12. | Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10 für zwangssynchronisierte Prägewalzen, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägewalzen gleiche Durchmesser oder Durchmesser aufweisen, die in einem ganzzahligen Verhältnis zueinander stehen und gleiche oder unterschiedliche Längen aufweisen. |
| 13. | Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die nicht angetriebenen Walzen einzeln, in Gruppen oder alle miteinander mit der angetriebenen Prägewalze in Eingriff bringbar sind. |
| 14. | Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Prägewalzen in einer Wechseleinheit enthalten ist, die in das Lagergestell einsetzbar ist. |
| 15. | Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägewalzen einzeln, in Gruppen oder gemeinsam in einer Wechseleinheit angeordnet sind. |
Eine solche Vorrichtung ist beispielsweise aus der WO-A- 00/69622 bekannt, wobei diese Anmeldung ganz darauf gerichtet ist, dass die Walzen die gleiche Struktur aufweisen, insbesondere pyramidenstumpfförmige Zähne, wovon jeder Zahn einer Walze zwischen vier Zähne einer anderen Walze greift und die zusätzliche Walze die Aufgabe hat, insbesondere bei Flachmaterial mit relativ grossem Papier- und kleinem Metallisierungsanteil die Prägequalität zu erhöhen und den Verschleiss der Walzen zu verkleinern.
Die Prägestation zur Prägung von Faserbahnen wie für Taschentücher oder Toilettenpapier gemäss EP-A-1 074 381 weist eine glatte Gegenwalze und zwei darüber V-förmig angeordnete Prägewalzen auf. Eine solche Anordnung eignet sich jedoch nicht zum Satinieren oder Prägen von Sonderzeichen auf Materialien wie z. B. Zigarettenpapier, denn die nicht näher beschriebenen Prägewalzen mit einem eingezeichneten relativ groben Profil sind nicht vorgesehen, dafür eingesetzt zu werden.
Die EP-A-498 623 offenbart die Verwendung von Paaren von Stahl-und Gummirollen, wobei Noppen an den Stahlrollen in entsprechende Vertiefungen in der Gummirolle passen. Es ist auch vorgesehen, zwei Paare von gleichen oder ähnlichen Rollen zu verwenden. Solche Rollenpaare mit Vertiefungen in einer Gummirolle sind für das exakte Feinprägen sowie Satinieren, wie dies beispielsweise für die Behandlung von Verpackungsfolien verlangt wird, nicht geeignet, wobei das
Flachmaterial faserhaltiges Material wie Papier ist, das nach dem Verfahren aufgebauscht wird.
Die US-A-4 280 978 offenbart eine Präge-und Perforations- Vorrichtung mit einer Präge-und zwei Gegenwalzen, wobei die Gegenwalzen Vertiefungen aufweisen, in die die Stacheln der Prägewalzen passen. Auch diese Vorrichtung ist für das exakte Feinprägen und Satinieren nicht geeignet.
Die US-A-2 290 608 offenbart ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Zerknittern einer Metallfolie, um unregelmässige Muster zu erhalten, die für Reflektoren geeignet sind. Die Metallfolie läuft zwischen zwei Walzen mit Zapfen, Längsrillen, wellenlinienförmigen Rillen oder Honigwabenstruktur durch, wobei die Folie nach einem Durchlauf jeweils um 90° oder 45° gedreht wird. Eine solche Vorichtung ist weder zum Prägen noch zum Satinieren und auch nicht zum Prägen von Sicherheitszeichen auf dafür geeignete Materialien geeignet.
Des weitern sind die US-A-5 007 271 oder US-A-5 598 774 des gleichen Anmelders bekannt, die Prägevorrichtungen mit zwei Prägewalzen für Flachmaterial offenbaren. Unter Flachmaterial sind hier insbesondere Bänder oder Bahnen zu verstehen, die einseitig mit Metall, im allgemeinen Aluminium, beschichtet sind und deren Träger aus Papier oder sonst einem faserhaltigen Material bestehen, oder Folien, beispielsweise aus Kunststoff, Metall oder Compoundmaterialien.
Die letztgenannten Prägevorrichtungen werden unter anderem in der Verpackungsindustrie zum Satinieren von Verpackungsmaterialien eingesetzt, wobei gleichzeitig auch Signete, Schriftzüge und dergleichen eingeprägt werden können. Unter Satinieren wird dabei verstanden, die Oberfläche mit einem feinen Raster im Millimeter-und
Submillimeterbereich zu versehen. Derartiges Bänder-oder blattförmiges Verpackungsmaterial, auch innerliner genannt, wird beispielsweise für die Verpackung von Tabakwaren, Zigaretten, Nahrungsmittel, Schokolade, Kaugummi und dergleichen verwendet.
Der genannten US-A-5 598 774 ist zu entnehmen, dass die angetriebene Walze ortsfest gelagert ist und mindestens eine der beiden Gegenwalzen freilaufend und so gelagert ist, dass die Achsen der Prägewalzen sowohl in Längsrichtung als auch/oder in Druckrichtung als auch/oder in Durchlaufrichtung des Materials auslenkbar sind. Dies ermöglicht eine Einstellung der Walzen, um ein genaues Ineinandergreifen der Zähne und damit ein einwandfreies Bearbeiten des Materials zu ermöglichen, ohne dieses zu zerknittern.
Die zuletzt genannten Vorrichtungen haben sich bewährt und bewähren sich, solange die zu satinierenden Folien, insbesondere Verpackungsfolien, vorwiegend aus Aluminium oder vorwiegend aus leicht zu faltendem Papier bestehen.
Diese Verpackungsmaterialien haben beispielsweise beim Herstellen von Zigarettenpackungen die Aufgabe, während der Produktion eine abgezählte Anzahl von Zigaretten zu umhüllen, um anschliessend in eine Schachtel eingeschoben zu werden.
Während die erstgenannte Vorrichtung gemäss WO-A-00/69622 die erhofften Vorteile beim Prägen von sonst schwierig zu prägendem Flachmaterial erbrachte, hat es sich gezeigt, dass für bestimmte Sonderprägungen, die auf dem Flachmaterial Zeichen mit standort-und/oder lichtquellenabhängige optische Effekte erzeugen, die Walzen nicht die geeigneten Oberflächenstrukturen aufweisen.
Es ist von diesem bekannten Stand der Technik ausgehend eine erste Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum Erzeugen von Prägungen anzugeben, die mit grösserer Präzision und mit einer grösseren Vielfalt auf Flachmaterial . Zeichen mit standort-und/oder lichtquellenabhängigen optische Effekten prägt, um schwer kopierbar Sicherheitsmerkmale zu erzeugen. Diese Aufgabe wird mit der Vorrichtung gemäss Patentanspruch 1 gelöst.
Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, die Vorrichtung von Patentanspruch 1 zu vereinfachen und dennoch auf einem grossen Bereich von Flachmaterialien Prägungen zu erzeugen, die mit grösserer Präzision und mit einer grösseren Vielfalt auf dem Flachmaterial Zeichen mit standort-und/oder lichtquellenabhängigen optische Effekten ergeben, um schwer kopierbare Sicherheitsmerkmale zu erzeugen. Diese Aufgabe wird mit der Vorrichtung gemäss Patentanspruch 2 gelöst.
Weitere Vorteile und Merkmale sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Zeichnungen von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Figur 1 zeigt schematisch und in perspektivischer Sicht eine erste Ausführungsform der Erfindung mit drei Walzen, Figur 1A zeigt schematisch und im Schnitt die Vorrichtung von Figur 1 mit dem zu prägenden Medium, Figur 2 zeigt eine Variante zum Beispiel von Figur 1, Figur 3 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung,
Figur 3A zeigt ein Synchronisationsgetriebe von Figur 3, Figur 3B zeigt schematisch die Pin up-Pin down- Zähnekonstellation, Figur 4 zeigt eine Variante zum Beispiel von Figur 3, Figur 5 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung, Figur 6 zeigt eine Variante zum Beispiel von Figur 4, Figur 7 zeigt ein viertes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung, Figur 8 zeigt eine Variante zum Beispiel von Figur 7, Figur 9 zeigt eine weitere Variante zu Figur 7, Figur 9A zeigt im Schnitt ein Synchronisationsgetriebe der Anordnung von Figur 9, Figur 10 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel, mit zwei Prägewalzen, und Figur 11 zeigt eine Ausführungsvariante zu Figur 10.
Figur 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung 1, mit drei Prägewalzen, mit einer ersten Prägewalze 2, die mit einer zweiten Prägewalze 3 und einer nachfolgenden Prägewalze 4 zusammenarbeitet, wobei die erste Walze 2 durch einen Antrieb 5 angetrieben ist, während die beiden anderen Walzen 3 und 4, die Gegenwalzen, weder angetrieben noch mit der angetriebenen Walze über Synchronisationselemente, wie z. B. Zahnräder synchronisiert
sind, sondern über das Medium 6, siehe Fig. 1A angetrieben werden.
Wie in Figur 1A angedeutet, verläuft das zu prägende Medium 6, beispielsweise ein mit einer dünnen Schicht von 0,006 mm metallisiertes Papier, in vertikaler Richtung, das heisst in den Figuren von oben nach unten.
In Abweichung von der in der eingangs erwähnten WO-A-0 069 622 offenbarten Vorrichtung des gleichen Anmelders, weisen die drei Prägewalzen nicht die gleiche Struktur auf. Die erste, angetriebene Prägewalze 2 ist im Ausführungsbeispiel gemäss Figur 1 dieselbe wie bei der vorbekannten Vorrichtung und weist eine Anzahl von Zähnen 8 auf, die als Pyramidenstumpfe ausgebildet sind, wobei die Seiten der Pyramiden parallel bzw. senkrecht zur Längsachse der Prägewalze stehen, wie dies in Figur 1 eingezeichnet ist. In vorliegendem Ausführungsbeispiel ist die zweite Prägewalze 3 mit Rillen 9 versehen, die um den ganzen Umfang laufen und parallel zueinander angeordnet sind derart, dass die Zähne 8 der angetriebenen Prägewalze 2 in die Rillen greifen. Die zwischen den Rillen 9 entstandenen Ringe 10 sind nach aussen hin ebenso verjüngt und abgeflacht derart, dass sie zwischen die pyramidenstumpfförmigen Zähne 8 eingreifen.
Sinngemäss weist die dritte Prägewalze 4 längsgerichtete Rillen 11 auf, zwischen denen sich Längsrippen 12 bilden, die ebenfalls, wie die Ringe 10, sich nach aussen verjüngen und abgeflacht sind derart, dass die Längsrillen 11 und die Längsrippen mit den Zähnen 8 der angetriebenen Prägewalze 2 zusammenarbeiten.
Die Erzeugung von Schriftzügen, Signete und dergleichen, im folgenden Muster genannt, wird dadurch realisiert, dass auf der Prägewalze 2 mit den Zähnen 8 Zähne entfernt oder gekürzt werden. Die Ringe, bzw. Längsrippen können das
Aussehen der von der Prägewalze mit Zähnen erzeugten Prägemuster beeinflussen. Mit Hilfe der erfindungsgemässen Prägewalzenanordnungen ist es möglich, durch Variation der Zähne 8 oder der Ringe 10 oder der Längsrippen 12, d. h. durch Änderung der Höhe, der Flanken oder Kanten der Zähne, Ringe oder Längsrippen oder Musterung deren oberen Fläche Prägemuster oder Zeichen herzustellen, die einen besonderen optischen Effekt erzeugen, derart, dass beim Betrachten des Prägemusters unter einem unterschiedlichen Winkel und/oder einer unterschiedlichen Beleuchtung sich dieses verändert oder nur unter einem bestimmten Winkel und/oder bestimmter Beleuchtung erscheint. Dabei kann die Höhe der Zähne, Ringe oder Längsrippen variiert werden oder einzelne Zähne, Ringe ganz oder teilweise, Längsrippen ganz oder teilweise, anders gestaltet sein als die übrigen Elemente.
In Figur 1 oder 2 ist angedeutet, dass die zweite und dritte Prägewalze 3 und 4 mit der angetriebenen Prägewalze 2 im Eingriff stehen, doch ist dies nicht notwendigerweise immer der Fall. Es ist auch denkbar, dass die zweite, bzw. dritte Prägewalze nur mit der ersten, bzw. vorhergehenden Prägewalze im Eingriff steht, bzw. in Eingriff gebracht werden kann. Ausserdem kann es vorteilhaft sein, für bestimmte Anwendungen mehr als insgesamt drei Prägewalzen vorzusehen, die eine unterschiedliche Oberflächenstruktur aufweisen. Ferner kann sowohl der Durchmesser als auch die Länge der einzelnen Walzen unterschiedlich sein. Zusätzlich zu den Prägewalzen können auch weiche Walzen eingesetzt werden.
In Figur 2 erkennt man eine zweite Vorrichtung 13 mit der gleichen angetriebenen Walze 2 und den Prägewalzen 3 und 4 mit den Ringen, bzw. Längsrippen, wobei die Reihenfolge der Prägewalzen 3 und 4 gegenüber der Reihenfolge gemäss Figur 1 vertauscht ist und, in Laufrichtung des Materials 6 gesehen,
hier zuerst die Prägewalze mit den Längsrippen in Eingriff kommt und dann die Prägewalze mit den Ringen.
In dem Ausführungsbeispiel gemäss Figur 3 weist die Vorrichtung 14 wieder dieselbe angetriebene Walze 2 und, wie in Figur 1, als zweite Walze die Prägewalze 3 mit den Ringen 10 auf. Die nachfolgende Prägewalze 15 weist entweder eine identische Zahnung wie die Prägewalze 2 auf, das heisst die gleichen Zähne 8, deren Basis parallel und senkrecht zur Längsachse angeordnet sind oder, wie eingezeichnet, eine dazu komplementäre Zahnung 28.
Analog zur bereits genannten WO-A-0 069 622 ist es zur Erzeugung der Sonderprägungen vorteilhaft, die Prägewalzen 2 und 15 mit den Zähnen 8, bzw. Lücken 28 zwangs zu synchronisieren, wie dies in Figur 3A durch die Zahnräder 22 und 23 angedeutet ist, wobei die Zahnräder allgemein für Synchronisationselemente, die andere, an sich bekannte Synchronisationsmittel wie elektronische Bauelemente und dergleichen umfassen, stehen. Zwangssynchronisierung ist besonders auch dann angebracht, falls sich das Material beim Prägen stark verzieht.
Im allgemeinen wird man für die hier vorgesehene Prägungsart Prägewalzen-Paare mit Zähnen mit der sogenannten Pin up-Pin down-Konstellation wählen, wo ein Zahn 8 einer Walze in eine Lücke 28 an der anderen Walze passt, siehe Figur 3B.
Es ist für besondere Situationen jedoch auch denkbar, die sogenannte Pin up-Pin up Situation zu wählen, wobei jeweils ein Zahn einer Walze zwischen vier Zähne der anderen Walze fallen, wobei alle Zähne gleich gestaltet und angeordnet sind. Obwohl es auch hier für die vorgeschlagene spezielle Prägung vorteilhaft ist, die beiden Walzen zwangs-zu- synchronisieren, kann auch der Betrieb gewählt werden, bei dem die angetriebene Walze 2 ortsfest gelagert ist und die
andere Walze mit Zähnen frei laufend und so gelagert ist, wie dies in der Einleitung bezüglich US-A-5 598 774 beschrieben ist. Daraus geht hervor, dass die Achsen der Prägewalzen sowohl in Längsrichtung als auch/oder in Druckrichtung und/oder in Durchlaufrichtung des Materials auslenkbar sind. Dies ermöglicht eine Einstellung der Walzen um ein genaues Ineinandergreifen der Zähne und damit ein einwandfreies Bearbeiten des Materials zu ermöglichen, ohne dieses zu zerknittern. Dies ist auch in der EP-A-0 925 911 des gleichen Anmelders beschrieben.
Als Variante zu Figur 3 ist das Ausführungsbeispiel gemäss Figur 4 dargestellt, wobei die Reihenfolge der Walzen 3 und 15 vertauscht ist. Figur 5 zeigt eine weitere Variante zu den figuren 3 und 4, wobei die Vorrichtung 17 in Figur 5 dieselbe angetriebene Walze 2 und dieselbe Prägewalze 15 wie in den Figuren 3 und 4 aufweist, sowie die Prägewalze 3 mit den Ringen 10, während in Figur 5, im Gegensatz zur Ausführung gemäss Figur 3, die Prägewalzen nicht zwangssynchronisiert sind.
In Figur 6 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel beschrieben, worin die Vorrichtung 18 die beiden Prägewalzen 2 und 15 sowie die Prägewalze 4 mit den Längsrippen 12 aufweist.
In den Figuren 7 und 8 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel mit Variante eingezeichnet, wobei in dieser Vorrichtung 19 die erste Walze die angetriebene Walze 2 und die zweite Walze die Prägewalze 15 aus den vorhergehenden Beispielen ist, während die dritte Walze, in Abweichung von den vorhergehenden Beispielen, eine Gummiwalze 20 mit vergleichsweise glatter Oberfläche ist. In der Vorrichtung 21 gemäss Figur 8 ist die Reihenfolge der Walzen 15 und 20 vertauscht.
In den Figuren 9 und 9A ist eine Variante zur Ausführung von Figur 7 dargestellt, in der die beiden Prägewalzen 2 und 15 die gleiche Zahnung 8 aufweisen, also in einer Pin up-Pin up-Konfiguration stehen und die beiden nichtangetriebenen Walzen 15 und 20 über ein Getriebe mit den Zahnrädern 25,26 und 27 zwangssynchronisiert sind.
Ausgehend von diesen Beispielen sind Variationen denkbar : So kann die Gummiwalze 20 anstatt der Ringwalze 3 oder der längsgerippten Walze 4 verwendet werden.
In den Figuren sind ferner die Lagerungen, bzw. die beiden Joche 7, die die beiden Lager aufnehmen, schematisch eingezeichnet. Damit ist auch angedeutet, dass die Lagerungen der Walzenachsen einzeln, gruppenweise oder gemeinsam erfolgen kann.
Die Prägewalzen müssen auch hier nicht den gleichen Durchmesser und die gleiche Länge aufweisen, doch in Abweichung vom ersten Beispiel müssen die Durchmesser der Walzen, falls sie nicht gleich sind, in einem ganzzahligen Verhältnis zueinander stehen, falls die Synchronisation durch Zahnräder erfolgt, während die Länge individuell sein kann.
In der EP-A-1 048 369 des gleichen Anmelders, auf die ausdrücklich Bezug genommen wird, ist eine Prägevorrichtung angegeben, in der mindestens eine der Prägewalzen in einer Wechseleinheit enthalten ist derart, dass sie in einer vorgegebenen Stellung in einem Lagergestell eingesetzt werden kann.
Bei der vorliegenden Vorrichtung mit mindestens drei Prägewalzen ist das Vorsehen der Walzen in Wechseleinheiten, einzeln oder in Gruppen, von besonderem Vorteil, da dann der
Rationalisierungseffekt und die Umweltschonung besonders zum Tragen kommen.
Aus dem oben offenbarten geht hervor, dass die Vorrichtung gemäss der Erfindung viele Vorteile aufweist : a) Die Verwendung von Walzen mit unterschiedlichen Strukturen, wobei mindestens eine Walze die vorbekannten Zähne aufweist und mindestens eine andere Walze eine andere Struktur, z. B. Längsrippen oder Ringe aufweist oder eine glatte Gummiwalze ist, erlaubt eine solch feine Prägung, dass je nach Blickwinkel und/oder Beleuchtung die Strukturen veränderlich sind. Damit können weitgehendst fälschungssichere Sicherheitsmerkmale erzeugt werden. b) Die Verwendung von mehr als zwei Walzen erlaubt es, die Papierfasern optimal zu brechen und den Memoryeffekt des Papiers grösstenteils zu neutralisieren. Dies wird dadurch ermöglicht, dass die nacheinander angeordneten Prägewalzen im Betrieb genau positioniert sind. Dadurch kann erreicht werden, dass selbst bei sehr feinen Satinierungen ohne optische Störung vorhandene Muster nachgeprägt werden können. c) Durch das bessere Faltverhalten der umhüllenden Verpackungsfolien kann die vorgefaltete Verpackungseinheit wieder problemlos in die Schachtel eingeführt werden. d) Durch günstige Konstruktion wird ein Wechsel von einem Prägeaspekt zu einem anderen und dabei die Wechselzeiten der Prägewalzen und somit Stillstandzeiten der Verpackungsmaschine verkürzt. e) Die Vorrichtung erlaubt es, eine Prägemaschine zu entwerfen, die über eine Prägewalzenkonstruktion verfügt, die ohne Walzendurchbiegungskompensation auskommt.
Weitere Versuchen haben ergeben, dass die meisten oben genannten Vorteile auch mit einer Vorrichtung mit zwei Prägewalzen gemäss den Figuren 10 oder 11 erzielt werden können.
Die nur sehr schematisch gezeichnete Vorrichtung 30 in Figur 10 weist ebenfalls die erste Prägewalze 2 mit den Zähnen 8 sowie eine zweite Prägewalze 3 mit den Ringen 10 und Rillen 9 auf. Ausserdem ist der Antrieb 5 eingezeichnet, während die Joche nicht eingezeichnet sind.
In Figur 11 ist eine Vorrichtung 31 mit der ersten Prägewalze 2 mit den Zähnen 8 sowie der zweiten Prägewalze 4 mit den Längsrippen 12 und Längsrillen 11 angegeben. Die anderen Elemente sind die gleichen wie in den vorhergenden Vorrichtungen.
Das für das Drei-Walzen-System gemäss den Figuren 1-9 Gesagte gilt sinngemäss auch für das Zwei-Walzen-System gemäss den Figuren 10 und 11, mit dem Vorteil der grösseren Einfachheit. Falls bei besonders schwierigem Material nach dem Behandeln mit zwei Rollen eine Tendenz zum Aufrollen besteht, kann eine Glättungseinrichtung, z. B. mit glatten Gummirollen, nachgeschaltet werden.
