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Title:
DEVICES AND METHODS FOR PASTEURIZING AND/OR STERILIZING PARTICULATE MATERIAL, AND CARTRIDGE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/036899
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to devices (10) and methods for pasteurizing and/or sterilizing particulate material. The devices contain at least one electron source (20) for generating an electron beam and a treatment zone (19) in which the material can be pasteurized and/or sterilized by the electron beam. In a first aspect, the device (10) additionally comprises a vibration surface (11) which can be excited so as to vibrate in order to convey and individualize the material, wherein the first vibration surface (11) has a plurality of grooves (12) into which the material can be conveyed and by means of which the material can be individualized. In a second aspect, the device (10) has a material channel (21) in which the material can be pasteurized and/or sterilized by the electron beam in the region of the treatment zone (19). The device (10) has at least one auxiliary channel (22) through which a fluid can flow and which runs at least partly between the electron source (20) and the material channel (21) and is fluidically separated from the material channel (21). The invention additionally relates to a cartridge (24) for inserting into a device (10) for pasteurizing and/or sterilizing particulate material.

Inventors:
HERSCHE, Martin (Flurhofstrasse 126, 9000 St. Gallen, 9000, CH)
MENESES, Nicolas (Ringstrasse 22, 9200 Gossau, 9200, CH)
CURRIE, Alasdair (Liverpool Rd, London N7 8QB, N7 8QB, GB)
SCHÖNENBERGER, Niklaus (Ramsen 2640, 9100 Herisau, 9100, CH)
SCHEIWILLER, Thomas (Leubergstrasse 3, 9524 Zuzwil, 9524, CH)
Application Number:
EP2017/070842
Publication Date:
March 01, 2018
Filing Date:
August 17, 2017
Export Citation:
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Assignee:
BÜHLER AG (Gupfenstrasse 5, 9240 Uzwil, 9240, CH)
International Classes:
A23L3/26; A01C1/08; A61L2/08; B65B55/08; G21K5/00; H01J33/00; B07B13/11; B07C5/00
Domestic Patent References:
WO2006010873A12006-02-02
Foreign References:
DE102012209434A12013-12-05
US6734383B12004-05-11
GB2416533A2006-02-01
JPH11101900A1999-04-13
US6724003B12004-04-20
EP0769890A11997-04-23
US4734586A1988-03-29
EP0104938A21984-04-04
DE3816946A11988-12-22
EP1080623B12004-12-29
US5801387A1998-09-01
DE102012209434A12013-12-05
EP0513135B11994-08-31
EP0705531B11997-06-04
US6486481B12002-11-26
US6657212B22003-12-02
US7592613B22009-09-22
Attorney, Agent or Firm:
WENGER, René et al. (Hepp Wenger Ryffel AG, Friedtalweg 5, 9500 Wil, 9500, CH)
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Claims:
Patentansprüche

1. Vorrichtung (10) zum Pasteurisieren und/oder Sterilisieren von partikelförmigem Gut, enthaltend

- eine bevorzugt im Wesentlichen horizontal ausgerich¬ tete erste Vibrationsfläche (11), welche zu Vibratio¬ nen anregbar ist, um das Gut zu fördern und zu vereinzeln,

- mindestens eine Elektronenquelle (20) zum Erzeugen eines Elektronenstrahls,

- eine stromabwärts von der ersten Vibrationsflä¬ che (11) angeordnete Behandlungszone (19), in der das Gut insbesondere frei fallend mittels des Elektronen¬ strahls pasteurisierbar und/oder sterilisierbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass

die erste Vibrationsfläche (11) eine Vielzahl von Rinnen (12) aufweist, in denen das Gut förderbar und mittels de¬ ren es vereinzelbar ist.

2. Vorrichtung (10) gemäss Anspruch 1,

wobei die Vorrichtung (10) stromabwärts von der ersten Vibrationsfläche (11) und stromaufwärts von der Behand¬ lungszone (19) eine geneigte Rutschfläche (16) aufweist, welche derart ausgebildet und angeordnet ist, dass das Gut darauf in Richtung der Behandlungszone (19) rutschen kann .

3. Vorrichtung (10) gemäss Anspruch 2,

wobei die Rutschfläche (16) mindestens eine Rinne (18), bevorzugt eine Vielzahl von Rinnen (18) aufweist, welche derart ausgebildet und angeordnet ist/sind, dass das Gut darin rutschen und vereinzelt werden kann.

4. Vorrichtung (10) gemäss einem der Ansprüche 2 und 3, wobei die Rutschfläche (16) bezüglich einer Horizontalen unter einem Winkel (δ) nach unten geneigt ist, der im Be¬ reich von 45° bis 85°, bevorzugt von 55° bis 75°, beson¬ ders bevorzugt von 60° bis 70° liegt.

5. Vorrichtung (10) gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,

wobei die Vorrichtung (10) stromabwärts von der ersten Vibrationsfläche (11) und stromaufwärts von der Behand¬ lungszone (19), insbesondere stromaufwärts von der

Rutschfläche (16), eine Umlenkfläche (15) aufweist, wel¬ che derart ausgebildet und angeordnet ist, dass das Gut darauf umgelenkt und von der ersten Vibrationsfläche (11) zur Rutschfläche (16) und/oder in Richtung der Behandlungszone (19) rutschen kann.

6. Vorrichtung (10) gemäss Anspruch 5,

wobei die Umlenkfläche (15) mindestens eine Rinne (17), bevorzugt eine Vielzahl von Rinnen (17) aufweist, welche derart ausgebildet und angeordnet ist/sind, dass das Gut darin rutschen kann.

7. Vorrichtung (10) gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,

wobei die Vorrichtung (10) stromaufwärts von der ersten Vibrationsfläche (11) eine im Wesentlichen ebene und be¬ vorzugt im Wesentlichen horizontal ausgerichtete zweite Vibrationsfläche (14) aufweist, welche zu Vibrationen an¬ regbar ist.

8. Vorrichtung (10) zum Pasteurisieren und/oder Sterilisieren von partikelförmigem Gut, enthaltend

- mindestens eine Elektronenquelle (20) zum Erzeugen eines Elektronenstrahls, - eine Behandlungszone (19), in der das Gut insbesonde¬ re frei fallend mittels des Elektronenstrahls pasteu¬ risierbar und/oder sterilisierbar ist, insbesondere Vorrichtung (10) gemäss einem der vorange¬ henden Ansprüche,

wobei die Vorrichtung (10) im Bereich der Behandlungszo¬ ne (19) einen Gutkanal (21) aufweist, in dem das Gut mit¬ tels des Elektronenstrahls pasteurisierbar und/oder ste¬ rilisierbar ist,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Vorrichtung (10) mindestens einen von einem Fluid durchströmbaren Nebenkanal (22) aufweist, welcher zumindest teilweise zwischen der Elektronenquelle (20) und dem Gutkanal (21) verläuft und vom Gutkanal (21) fluidge- trennt ist.

9. Vorrichtung (10) gemäss Anspruch 8,

wobei zwischen der Elektronenquelle (20) und dem Gutka¬ nal (21) eine für den Elektronenstrahl zumindest teilweise durchlässige und insbesondere aus einem Metall, bevor¬ zugt aus Titan, bestehende, Schutzfolie (23) angeordnet ist .

10. Vorrichtung (10) gemäss Anspruch 9,

wobei die Schutzfolie (23) den Gutkanal (21) vom Nebenka¬ nal (22) trennt.

11. Vorrichtung (10) gemäss einem der Ansprüche 9 und 10, wobei der Nebenkanal (22) zumindest teilweise zwischen der Elektronenquelle (20) und der Schutzfolie (23) ange¬ ordnet ist.

12. Vorrichtung (10) gemäss einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei die Vorrichtung (10) eine Kassettenaufnahme (37) zum Aufnehmen einer Kassette (24) aufweist, wobei die Kassette (24) zumindest teilweise den Gutkanal (21) und den mindestens einen Nebenkanal (22) begrenzt und eine Folienaufnahme (35) zur Aufnahme der Schutzfolie (23) enthält, und die Elektronenquelle (20) derart beweglich, insbesondere schwenkbar und/oder verschiebbar, relativ zur Kassettenaufnahme (37) angeordnet ist, dass sie von der Kassette (24) weg bewegbar ist.

13. Vorrichtung (10) gemäss Anspruch 12,

wobei eine Kassette (24) in der Kassettenaufnahme (37) eingesetzt ist, die zumindest teilweise den Gutkanal (21) und den mindestens einen Nebenkanal (22) begrenzt und ei¬ ne Folienaufnahme (35) enthält, von der die Schutzfo¬ lie (23) aufgenommen ist.

14. Vorrichtung (10) gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,

wobei die Vorrichtung (10) eine Absaugeinrichtung (25) zum Absaugen von das Gut umgebendem Prozessgas stromab¬ wärts von der Behandlungszone (19) enthält.

15. Vorrichtung (10) gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,

wobei die Vorrichtung (10) stromabwärts von der Behand¬ lungszone (19) eine Sortiereinrichtung aufweist, welche eine Messeinheit und eine Ausstosseinheit enthält, welche derart ausgebildet sind, dass mittels der Ausstosseinheit einzelne Partikel des Guts anhand mindestens einer mit¬ tels der Messeinheit gemessenen Eigenschaft der Partikel ausstossbar sind.

16. Vorrichtung (10) gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,

wobei die Vorrichtung (10) mindestens eine stromabwärts von der Behandlungszone (19) angeordnete Gasaustrittsöff¬ nung zum Einblasen eines Reinigungsgases auf das Gut auf¬ weist.

17. Kassette (24) zum Einsetzen in eine Kassettenaufnahme (37) einer Vorrichtung (10) zum Pasteurisieren

und/oder Sterilisieren von partikelförmigem Gut, die mindestens eine Elektronenquelle (20) zum Erzeugen eines Elektronenstrahls enthält, insbesondere zum Einsetzen in eine Kassettenaufnahme (37) einer Vorrichtung (10) gemäss einem der Ansprüche 12 bis 16,

enthaltend Begrenzungsflächen (38) zum zumindest teilwei¬ sen Begrenzen eines Gutkanals (21) und mindestens eines Nebenkanals (22) der Vorrichtung (10) sowie eine Folienaufnahme (35) zur Aufnahme einer für den Elektronenstrahl zumindest teilweise durchlässige Schutzfolie (23) , wobei die Kassette (24) derart in die Kassettenaufnah¬ me (37) einsetzbar ist, dass die Vorrichtung (10)

- im Bereich einer Behandlungszone (19) einen Gutka¬ nal (21) aufweist, in dem das Gut mittels des Elek¬ tronenstrahls pasteurisierbar und/oder sterilisierbar ist, und

- mindestens einen von einem Fluid durchströmbaren Nebenkanal (22) aufweist, welcher zumindest teilweise zwischen der Elektronenquelle (20) und dem Gutka¬ nal (21) verläuft und vom Gutkanal (21) fluidgetrennt ist .

18. Kassette (24) gemäss Anspruch 17,

wobei die Schutzfolie (23) derart von der Folienaufnah¬ me (35) aufnehmbar ist und die Kassette (24) derart in die Kassettenaufnahme (37) einsetzbar ist, dass die

Schutzfolie (23) den Gutkanal (21) vom Nebenkanal (22) trennt .

Kassette (24) gemäss einem der vorangehenden Ansprüche und 18,

wobei die Schutzfolie (23) derart von der Folienaufnah- me (35) aufnehmbar ist und die Kassette (24) derart in die Kassettenaufnahme (37) einsetzbar ist, dass der Ne¬ benkanal (22) zumindest teilweise zwischen der Elektro¬ nenquelle (20) und der Schutzfolie (23) angeordnet ist.

20. Verfahren zum Pasteurisieren und/oder Sterilisieren von partikelförmigem Gut, insbesondere mit einer Vorrichtung (10) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 16, enthaltend die folgenden Schritte: a) Fördern und Vereinzeln des Guts mittels einer be¬ vorzugt im Wesentlichen horizontal ausgerichteten ersten Vibrationsfläche (11), welche zu Vibrationen angeregt wird und eine Vielzahl von Rinnen (12) aufweist, in denen das Gut gefördert und mittels deren es vereinzelt wird, b) Erzeugen eines Elektronenstrahls, c) Pasteurisieren und/oder Sterilisieren des insbesondere frei fallenden Guts mittels des Elektronen¬ strahls in einer Behandlungszone (19) .

21. Verfahren zum Pasteurisieren und/oder Sterilisieren von partikelförmigem Gut, insbesondere mit einer Vorrichtung (10) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 16, enthaltend die folgenden Schritte: b) Erzeugen eines Elektronenstrahls, c) Pasteurisieren und/oder Sterilisieren des insbesondere frei fallenden Guts mittels des Elektronen¬ strahls in einer Behandlungszone (19), insbesondere Verfahren gemäss Anspruch 20,

wobei das Gut im Bereich der Behandlungszone (19) durch einen Gutkanal (21) strömt, in dem das Gut mittels des Elektronenstrahls pasteurisiert und/oder sterilisiert wird,

dadurch gekennzeichnet, dass

ein Fluid durch mindestens einen Nebenkanal (22) strömt, welcher zumindest teilweise zwischen der Elektronenquel¬ le (20) und dem Gutkanal (21) verläuft und vom Gutka¬ nal (21) fluidgetrennt ist.

22. Verfahren gemäss Anspruch 21,

wobei die Schutzfolie (23) den Gutkanal (21) vom Nebenka¬ nal (22) trennt.

23. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 21 und 22,

wobei der Nebenkanal (22) zumindest teilweise zwischen der Elektronenquelle (20) und der Schutzfolie (23) ange¬ ordnet ist.

24. Verfahren gemäss der Ansprüche 20 bis 23,

wobei sich das Gut mit einer Geschwindigkeit durch die Behandlungszone (19) bewegt, die im Bereich von 1 m/s bis 5 m/s, bevorzugt von 2 m/s bis 4 m/s, besonders bevorzugt von 2 m/s bis 3 m/s liegt.

25. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 20 bis 24,

wobei die Elektronen des Elektronenstrahls eine Energie aufweisen, die im Bereich von 80 keV bis 300 keV, bevorzugt von 140 keV bis 280 keV, besonders bevorzugt von 180 keV bis 260 keV liegt.

26. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 20 bis 25,

wobei das Gut dem Elektronenstrahl für eine Behandlungs¬ zeit ausgesetzt wird, die im Bereich von 5 ms bis 25 ms liegt .

27. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 20 bis 26,

wobei das Gut mittels des Elektronenstrahls einer Strah¬ lendosis ausgesetzt wird, die im Bereich von 1 kGy bis 45 kGy, bevorzugt von 8 kGy bis 30 kGy, besonders bevor¬ zugt von 10 kGy bis 16 kGy liegt.

28. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 20 bis 27,

der Elektronenstrahl in der Behandlungszone (19) eine mittlere Stromdichte aufweist, die im Bereich von

1015 s_1-cm"2 bis 2,77·1015 s_1-cm"2 liegt.

29. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 20 bis 28,

wobei das Gut umgebendes Prozessgas nach der Pasteurisie¬ rung und/oder Sterilisierung abgesaugt wird, insbesondere mit einer Absauggeschwindigkeit, die das 1- bis 3-fache, bevorzugt das 1- bis 1,5-fache der Geschwindigkeit des Guts während der Pasteurisierung und/oder Sterilisierung beträgt .

30. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 20 bis 29,

wobei das Gut aus der Gruppe ausgewählt ist, die besteht aus :

- Lebensmitteln, wie beispielsweise Getreide wie etwa Soja, Frühstückscerealien, Snacks, Nüssen wie etwa getrockneten Kokosnüssen, Mandeln, Erdnussbutter, Kakaobohnen, Schokolade, Schokoladenflüssigkeit, Scho¬ koladenpulver, Schokoladenchips, Kakaoprodukten, Hülsenfrüchten, Kaffee, Samen wie etwa Kürbissamen, Gewürzen (wie beispielsweise Kurkuma, insbesondere in Scheiben) , Teemischungen, getrockneten Früchten, Pistazien, trockenen Proteinprodukten, Bäckereiprodukten, Zucker, Kartoffelprodukten, Teigwaren, Babynahrung, getrockneten Eiprodukten, Sojaprodukten wie etwa Sojabohnen, Verdickungsmitteln, Hefen, Hefeextrakten, Gelatine oder Enzymen;

- Tiernahrungsmitteln, wie beispielsweise Pellets, Fut¬ ter für Wiederkäuer, Geflügel, Wassertiere (insbesondere Fische) oder Haustiere, oder Mischfutter; - Kunststoff wie etwa PET, beispielsweise in Form von Flocken oder Pellets.

Description:
Vorrichtungen und Verfahren zum Pasteurisieren und/oder Sterilisieren von partikelförmigem Gut sowie Kassette

Die vorliegende Erfindung betrifft Vorrichtungen und Verfahren zum Pasteurisieren und/oder Sterilisieren von partikelförmigem Gut mit Hilfe eines Elektronenstrahls sowie eine Kassette zum Einsetzen in eine solche Vorrichtung.

Als partikelförmig werden hier und im Folgenden unter anderem aus Körnern und/oder Flocken bestehende Güter bezeichnet, wo ¬ bei die Partikel beispielsweise eine kugelförmige, plattenför- mige oder kantige Form haben können. Es kann sich auch um gemahlene Partikel handeln. Durch die Pasteurisierung und/oder Sterilisierung können beispielsweise Mikroorganismen zumindest grösstenteils abgetötet oder unschädlich gemacht werden. Ins ¬ besondere kann eine Reduktion von schädigenden Mikroorganismen um mindestens eine, bevorzugt mindestens fünf, besonders be ¬ vorzugt mindestens sieben Grössenordnungen erreicht werden.

Eine gattungsgemässe Vorrichtung ist beispielsweise aus der EP 1 080 623 Bl bekannt. Diese Vorrichtung enthält Vibrations ¬ förderer, mit denen Saatgut zu einem transparenten Vorhang vereinzelt werden kann. Dieser Vorhang wird dann durch ein Elektronenfeld geführt, das von einem Elektronenbeschleuniger erzeugt wird und beispielsweise eine Sterilisierung des Saat ¬ guts bewirken kann. Um das Saatgut von einem Austrittsfenster des Elektronenbeschleunigers fernzuhalten, wird ein Gitter eingesetzt. Dieses Gitter sorgt jedoch insbesondere bei Gut aus feinen Partikeln für keinen ausreichenden Schutz des Austrittsfensters. Zudem wird ein Teil der Elektronen vom Saat ¬ gutstrom weggestreut und kann somit seine eigentliche Wirkung nicht entfalten. Weiterhin kann das Gitter nur schwer gereinigt werden und durch die Einwirkung des Elektronenstrahls leicht zerstört werden, weshalb es nur eine kurze Standzeit hat . Aus der US 5,801,387 A ist eine weitere gattungsgemässe Vor ¬ richtung bekannt. In der dortigen erfindungsgemässen Ausführung wird ein partikelförmiges Gut mit einem Vibrationsförde ¬ rer in einen horizontalen Luftstrom eindosiert und dann einem Elektronenstrahl ausgesetzt. Anschliessend wird mit Hilfe ei ¬ ner Vakuumpumpe und eines Filters eine Klassierung vollzogen.

Weiterhin offenbart die DE 10 2012 209 434 AI eine Vorrichtung, die ein rieselfähiges Produkt mit Hilfe einer Vibra ¬ tionsfördereinrichtung und einer rotierenden Bürstenwalze vereinzelt und in Rotationen versetzt. Anschliessend passieren die Partikel frei fallend ein Elektronenfeld. Dieser Aufbau mit rotierender Bürstenwalze ist jedoch baulich aufwendig und störungsanfällig. Zudem erlauben die Vibrationsfördereinrichtung und die Bürstenwalze nicht immer eine zufriedenstellende Vereinzelung. Weiterhin ist die Bürstenwalze unter hygienischen Gesichtspunkten nachteilig, da sie nur umständlich von Staub gereinigt werden kann, der sich beim Betrieb der Vorrichtung ablagert. Zudem kann es passieren, dass bei einem Gut mit einer breiten Grössenverteilung der Partikel nicht alle Partikel mit der Bürstenwalze in Kontakt geraten oder die Par ¬ tikel verschieden beschleunigt werden. Ausserdem kann die Bürstenwalze Turbulenzen im Gut hervorrufen, wodurch einzelne Partikel auf die Elektronenquelle treffen und diese verschmut ¬ zen oder sogar beschädigen können.

In der EP 0 513 135 Bl ist eine Vorrichtung offenbart, mit der Saatgut mittels Zellradschleusen in einen vertikalen Fallschacht eingeleitet wird, wo es im senkrechten Fall von Elek ¬ tronenstrahlen beaufschlagt wird. Auch diese Zellradschleusen lassen jedoch nicht immer eine zufriedenstellende Vereinzelung zu. Zudem findet die Behandlung in einem Vakuum statt, wodurch die Vorrichtung apparativ aufwendig und störungsanfällig ist und zudem hohe Betriebskosten verursacht. Zudem ist die Ge ¬ schwindigkeit des Guts durch den Abstand der oberen Zellrad- schleuse von der Elektronenquelle festgelegt und kann nicht variiert werden.

Aus der EP 0 705 531 Bl ist eine weitere Vorrichtung bekannt, die das Saatgut mittels einer nicht näher beschriebenen Do ¬ siereinrichtung in eine Prozesskammer eingeleitet wird, in der es senkrecht durch einen Elektronenstrahl fällt. Auch hiermit kann jedoch keine ausreichende Vereinzelung erreicht werden.

Die in US 6,486,481 Bl offenbarte Vorrichtung enthält einen Rütteltisch, auf dem ein polymeres Material bewegt und einem Elektronenstrahl ausgesetzt wird. Dies erfolgt jedoch nicht zur Pasteurisierung oder Sterilisierung, sondern zur Reduktion des Molekulargewichts des polymeren Materials.

Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile zu überwinden. Insbesondere sollen Vorrichtungen und Verfahren bereitgestellt werden, mit denen partikelförmiges Gut effektiv, zuverlässig, mit hohem Durchsatz und möglichst einfach pasteurisiert und/oder sterilisiert werden kann. Insbesondere soll durch den Elektronenstrahl entstehendes Ozon möglichst effektiv und zuverlässig abgeführt werden. Ausserdem soll bevorzugt die Vor ¬ richtung, insbesondere ein Austrittsfenster einer Elektronenquelle, vor Beschädigungen durch das Saatgut geschützt werden und leicht gereinigt werden können, und auch die Mittel zum Vereinzeln sollten leicht gereinigt werden können.

Diese und weitere Aufgaben werden gelöst durch die erfindungs- gemässe Vorrichtung zum Pasteurisieren und/oder Sterilisieren von partikelförmigem Gut. Diese Vorrichtung enthält eine erste Vibrationsfläche, mindestens eine Elektronenquelle zum Erzeu ¬ gen eines Elektronenstrahls und eine stromabwärts von der ers ¬ ten Vibrationsfläche angeordnete Behandlungszone. Hier und im Folgenden beziehen sich die Begriffe „stromabwärts" und „stromaufwärts" auf die Strömungsrichtung des partikelförmigen Guts bei bestimmungsgemässer Bedienung der Vorrichtung. Folg- lieh wird eine erste Einheit als stromabwärts von einer zwei ¬ ten Einheit bezeichnet, wenn sie bei bestimmungsgemässer Be ¬ dienung der Vorrichtung vom Gut nach der zweiten Einheit passiert wird. Analog wird eine erste Einheit als stromaufwärts von einer zweiten Einheit bezeichnet, wenn sie bei bestimmungsgemässer Bedienung der Vorrichtung vom Gut vor der zweiten Einheit passiert wird.

Die erste Vibrationsfläche ist bevorzugt im Wesentlichen hori ¬ zontal ausgerichtet. Hier und im Folgenden wird unter einer (im Wesentlichen) horizontalen Ausrichtung stets eine (im Wesentlichen) horizontale Ausrichtung bei bestimmungsgemässer Installation der Vorrichtung verstanden. Sie ist zu Vibrationen anregbar, um das Gut zu fördern und zu vereinzeln. In der Behandlungszone ist das Gut mittels des Elektronenstrahls pas ¬ teurisierbar und/oder sterilisierbar.

Erfindungsgemäss weist die erste Vibrationsfläche eine Viel ¬ zahl von Rinnen auf, in denen das Gut förderbar und mittels deren es vereinzelbar ist. Die Rinnen können in einer Schnittebene senkrecht zur Strömungsrichtung ein im Prinzip beliebiges Profil aufweisen, sofern das Gut darin förderbar und vereinzelbar ist. Beispielsweise können sie ein bogenförmiges o- der ein eckiges Profil aufweisen. Das Profil einer Rinne kann einen geraden mittleren Abschnitt und zwei sich vom mittleren Abschnitt schräg nach oben erstreckende seitliche Abschnitte aufweisen. Die seitlichen Abschnitte benachbarter Rinnen können sich an einer Kante treffen.

Vorzugsweise verläuft bzw. verlaufen mindestens eine Rinne, bevorzugt sämtliche Rinnen, im Wesentlichen parallel zur Strö ¬ mungsrichtung des Guts. Mindestens eine Rinne, bevorzugt sämt ¬ liche Rinnen, kann/können eine Breite aufweisen, die im Bereich von 0,1 mm bis 40 mm, bevorzugt von 0,5 mm bis 30 mm, besonders bevorzugt von 1 mm bis 20 mm liegt. In jeder der Rinnen können Partikel des partikelförmigen Guts gefördert und vereinzelt werden. Die Vereinzelung findet dabei bereits dadurch statt, dass die Partikel des partikelförmigen Guts auf die Rinnen aufgeteilt werden.

Bevorzugt ist es, wenn die erste Vibrationsfläche derart aus ¬ gebildet und angeordnet und zu Vibrationen anregbar und/oder eine allfällige nachfolgend beschriebene stromabwärts angeord ¬ nete Umlenkfläche und/oder eine allfällige nachfolgend be ¬ schriebene stromabwärts angeordnete Rutschfläche derart ange ¬ ordnet und ausgebildet ist/sind, dass das Gut frei fallend pasteurisierbar und/oder sterilisierbar ist. Das Gut wird dabei als „frei fallend" bezeichnet, wenn die Flugbahnen der einzelnen Partikel des Guts allein durch ihre Geschwindigkeit, die auf sie einwirkende Schwerkraft und gegebenenfalls ein Prozessgas, von dem das Gut umgeben ist, bestimmt werden Ins ¬ besondere rutschen die Partikel des Guts nicht auf einer Flä ¬ che durch die Behandlungszone. Das Prozessgas kann beispiels ¬ weise Luft sein. Es ist jedoch auch denkbar, dass als Prozess ¬ gas ein Gas eingesetzt wird, welches eine Ozonbildung verhin ¬ dert, wie beispielsweise Stickstoff.

Mittels des Elektronenstrahls kann nicht nur das Gut selbst behandelt werden, sondern auch allfälliges das Gut umgebendes Prozessgas und/oder weitere mit dem Gut strömende Partikel wie beispielsweise Staub.

Mit Vorteil weist die Vorrichtung stromabwärts von der ersten Vibrationsfläche und stromaufwärts von der Behandlungszone ei ¬ ne geneigte Rutschfläche auf, welche derart ausgebildet und angeordnet ist, dass das Gut darauf in Richtung der Behand ¬ lungszone rutschen kann. Aufgrund der beim Rutschen entstehenden Beschleunigung werden die Partikel des Guts weiter vereinzelt. Zudem kann das Gut in definierter Weise, insbesondere mit definierter Geschwindigkeit und Bahnkurve, der Behand ¬ lungszone zugeführt werden. Insbesondere kann durch die Wahl der Länge und des Neigungswinkels der Rutsche die Geschwindig ¬ keit des Guts nach dem Verlassen der Rutsche eingestellt wer ¬ den .

Bevorzugt weist die Rutschfläche mindestens eine Rinne und be ¬ vorzugt eine Vielzahl von Rinnen auf, welche derart ausgebil ¬ det und angeordnet ist/sind, dass das Gut darin rutschen und vereinzelt werden kann. Hierdurch können Geschwindigkeit und Bahnkurve der Partikel des Guts weiter definiert eingestellt werden. Mit besonderem Vorteil sind die Rinnen der Rutschflä ¬ che derart an die Rinnen der ersten Vibrationsfläche ange- passt, dass von ein und derselben Rinne der ersten Vibra ¬ tionsfläche auf die Rutschfläche gelangende Partikel in ein und dieselbe Rinne der Rutschfläche gelangen. Hierdurch kann eine turbulente Bewegung der Partikel verhindert werden, so wie sie beispielsweise durch die in DE 10 2012 209 434 AI of ¬ fenbarte Bürstenwalze entstehen können. In einigen Anwendungen kann zudem der Vorteil erzielt werden, dass eine Rotation der Partikel des Guts verhindert wird.

Wie sich herausgestellt hat, ist die Rutschfläche vorteilhaf ¬ terweise bezüglich einer Horizontalen unter einem Winkel nach unten geneigt, der im Bereich von 45° bis 85°, bevorzugt von 55° bis 75°, besonders bevorzugt von 60° bis 70° liegt (bei bestimmungsgemässer Installation der Vorrichtung) . Für viele Güter sind Winkel in diesem Bereich gross genug, dass die Par ¬ tikel auf einer tolerablen Länge der Rutsche ausreichend be ¬ schleunigt werden, und klein genug, um ein Abheben von der Rutschfläche zu verhindern.

Die mindestens eine Rinne der Rutschfläche kann in einer

Schnittebene senkrecht zur Strömungsrichtung ein im Prinzip beliebiges Profil aufweisen, sofern das Gut darin rutschen und vereinzelt werden kann. Beispielsweise kann sie ein bogenför ¬ miges oder ein eckiges Profil aufweisen. Vorzugsweise verläuft die mindestens eine Rinne der Rutschfläche im Wesentlichen pa- rallel zur Stromrichtung des Guts. Die mindestens eine Rinne der Rutschfläche kann eine Breite aufweisen, die im Bereich von 40 mm bis 3300 mm, bevorzugt von 200 mm bis 600 mm, beson ¬ ders bevorzugt von 230 mm bis 400 mm liegt. Das Profil einer Rinne der Rutschfläche kann einen geraden mittleren Abschnitt und zwei sich vom mittleren Abschnitt schräg nach oben erstre ¬ ckende seitliche Abschnitte aufweisen. Sind mehrere Rinnen vorhanden, so können sich die seitlichen Abschnitte benachbarter Rinnen an einer Kante treffen.

Für viele Güter hat es sich ausserdem als nützlich erwiesen, wenn die Vorrichtung stromabwärts von der ersten Vibrationsfläche und stromaufwärts von der Behandlungszone, insbesondere stromaufwärts von der Rutschfläche, eine Umlenkfläche auf ¬ weist, welche derart ausgebildet und angeordnet ist, dass das Gut darauf umgelenkt und von der ersten Vibrationsfläche zur Rutschfläche und/oder in Richtung der Behandlungszone rutschen kann. Insbesondere wenn eine wie oben beschriebene Rutschflä ¬ che vorhanden ist, können die Partikel des Guts allmählich und kontrolliert an die Neigung der Rutschfläche herangeführt wer ¬ den. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Rutschfläche, ins ¬ besondere ihre mindestens eine Rinne, derart auf das Gut und die erste Vibrationsfläche abgestimmt ist, dass die Partikel auf einer Parabelbahn geführt werden, auf der sie auch allein aufgrund der Einwirkung der Schwerkraft fallen würden.

Mit besonderem Vorteil weist auch die Umlenkfläche mindestens eine Rinne, bevorzugt eine Vielzahl von Rinnen auf, welche derart ausgebildet und angeordnet ist/sind, dass das Gut darin rutschen kann. Dies hat hier ebenfalls den Effekt, dass die Partikel des Guts kontrolliert geführt werden können und keine Turbulenzen entstehen können sowie insbesondere eine Rotation der Partikel verhindert werden kann.

Die mindestens eine Rinne der Umlenkfläche kann in einer

Schnittebene senkrecht zur Strömungsrichtung ein im Prinzip beliebiges Profil aufweisen, sofern das Gut darin rutschen kann. Beispielsweise kann sie ein bogenförmiges oder ein ecki ¬ ges Profil aufweisen. Das Profil einer Rinne der Umlenkfläche kann einen geraden mittleren Abschnitt und zwei sich vom mittleren Abschnitt schräg nach oben erstreckende seitliche Ab ¬ schnitte aufweisen. Sind mehrere Rinnen vorhanden, so können sich die seitlichen Abschnitte benachbarter Rinnen an einer Kante treffen. Vorzugsweise verläuft die mindestens eine Rinne der Umlenkfläche im Wesentlichen parallel zur Strömungsrichtung des Guts. Die mindestens eine Rinne der Umlenkfläche kann eine Breite aufweisen, die im Bereich von 0,1 mm bis 40 mm, bevorzugt von 0,5 mm bis 30 mm, besonders bevorzugt von 1 mm bis 20 mm liegt.

Mit besonderem Vorteil sind die Rinnen der Umlenkfläche derart an die Rinnen der ersten Vibrationsfläche angepasst, dass von ein und derselben Rinne der ersten Vibrationsfläche auf die Umlenkfläche gelangende Partikel in ein und dieselbe Rinne der Umlenkfläche gelangen. Ebenfalls mit besonderem Vorteil sind die Rinnen der Rutschfläche derart an die Rinnen der Umlenkfläche angepasst, dass von ein und derselben Rinne der Umlenk ¬ fläche auf die Umlenkfläche gelangende Partikel in ein und dieselbe Rinne der Rutschfläche gelangen.

In Abwandlung von den oben beschriebenen Ausführungsformen kann es jedoch auch für gewisse Güter sinnvoll sein, wenn die Rutschfläche und/oder die Umlenkfläche keine Rinnen aufweisen oder eine derartige Rutschfläche und/oder Umlenkfläche gar nicht vorhanden ist. Beispielsweise kann das Gut auch direkt von der ersten Vibrationsfläche zur Rutschfläche geführt wer ¬ den, oder es kann direkt von der Umlenkfläche zur Behandlungs ¬ zone geführt werden. Falls das Gut beispielsweise aus Flocken besteht, so kann eine Umlenkfläche die Flocken bremsen und an ¬ stauen. Um dies zu verhindern, kann es vorteilhaft sein, im Falle von Flocken auf eine Umlenkfläche zu verzichten. Wenn beispielsweise das Gut senkrecht durch die Behandlungszone fallen soll, kann auf die Umlenkfläche und auf die Rutschflä ¬ che verzichtet werden.

Stromaufwärts von der ersten Vibrationsfläche kann die Vor ¬ richtung eine im Wesentlichen ebene und bevorzugt im Wesentli ¬ chen horizontal ausgerichtete zweite Vibrationsfläche aufwei ¬ sen, welche zu Vibrationen anregbar ist. Mit Hilfe einer solchen zweiten Vibrationsfläche kann der Durchsatz des Guts kontrolliert werden, und es kann auch bereits eine Vorvereinze ¬ lung stattfinden.

Zweckmässigerweise wird beim Betrieb der Vorrichtung die zwei ¬ te Vibrationsfläche zu Vibrationen mit einer zweiten Amplitude angeregt, die kleiner ist als eine erste Amplitude der Vibra ¬ tionen, zu denen die stromabwärts angeordnete erste Vibra ¬ tionsfläche angeregt wird. Auf diese Weise wird die Geschwin ¬ digkeit des Guts erhöht und eine weitere Vereinzelung er ¬ reicht .

Die Vibrationsfläche (n) und/oder die Umlenkfläche und/oder die Rutschfläche kann beispielsweise aus einem Metall bestehen.

Die mindestens eine Elektronenquelle kann an sich bekannt sein. Die Vorrichtung kann eine oder mehrere Elektronenquellen enthalten. Sind mehrere Elektronenquellen vorhanden, so können diese einander gegenüberliegend oder bezüglich der Strömungs ¬ richtung des Guts nacheinander angeordnet sein.

Weiterhin ist es auch denkbar und liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Vorrichtung mehrere erste Vibrationsflächen und/oder mehrere Behandlungszonen aufweist. Auf diese Weise kann eine noch effektivere Pasteurisierung und/oder Sterilisierung erreicht werden. Alternativ kann das Gut mehrmals durch ein und dieselbe Behandlungszone geführt werden.

In einem zweiten unabhängigen Aspekt betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Pasteurisieren und/oder Sterilisieren von partikelförmigem Gut, die ebenfalls mindestens eine Elektro- nenquelle zum Erzeugen eines Elektronenstrahls und eine Be ¬ handlungszone enthält, in der das Gut insbesondere frei fal ¬ lend mittels des Elektronenstrahls pasteurisierbar und/oder sterilisierbar ist. Gemäss dem zweiten Aspekt weist die Vorrichtung im Bereich der Behandlungszone einen Gutkanal auf, in dem das Gut mittels des Elektronenstrahls pasteurisierbar und/oder sterilisierbar ist. Sie weist ferner mindestens einen von einem Fluid durchströmbaren Nebenkanal auf, welcher zumindest teilweise zwischen der Elektronenquelle und dem Gutkanal verläuft und vom Gutkanalfluidgetrennt ist.

Das durch den Nebenkanal strömende Fluid kann dazu eingesetzt werden, die Elektronenquelle und insbesondere ein Austritts ¬ fenster der Elektronenquelle zu kühlen. Alternativ oder zusätzlich kann das Fluid dafür eingesetzt werden, aufgrund des Elektronenstrahls entstehendes Ozon abzuführen. Weder diese Kühlung noch diese Abführung von Ozon aus dem Nebenkanal haben einen Einfluss auf den Fluidstrom im Gutkanal. Unter einer Fluidtrennung wird verstanden, dass weder das Fluid vom Nebenkanal in den Gutkanal eintreten kann noch das Gut und allfäl ¬ liges das Gut umgebendes Prozessgas vom Gutkanal in den Neben ¬ kanal eintreten kann. Hierdurch wird eine Beschädigung oder Verschmutzung der Elektronenquelle, insbesondere eines Aus ¬ trittsfensters Elektronenquelle, durch das Gut verhindert. Das Fluid kann eine Flüssigkeit oder ein Gas sein, wie beispiels ¬ weise Luft. Hierdurch werden die Nachteile von Gittern überwunden, so wie sie beispielsweise in EP 1 080 623 Bl beschrie ¬ ben sind.

Vorteilhafterweise ist zwischen der Elektronenquelle und dem Gutkanal eine für den Elektronenstrahl zumindest teilweise durchlässige Schutzfolie angeordnet. Bevorzugt trennt diese Schutzfolie den Gutkanal vom Nebenkanal. Ebenfalls bevorzugt ist der Nebenkanal zumindest teilweise zwischen der Elektro ¬ nenquelle und der Schutzfolie angeordnet; das sich darin be ¬ findende Fluid wird dort also beim Betrieb der Vorrichtung dem Elektronenstrahl ausgesetzt. Die Schutzfolie besteht vorzugs ¬ weise aus einem Metall, wie beispielsweise Titan, Aluminium, Gold, Silber oder Kupfer. Bei dem Metall kann es sich auch um eine Legierung handeln. In einigen Anwendungen kann die

Schutzfolie beschichtet sein. Alternativ ist es auch denkbar und liegt im Rahmen der Erfindung, dass die Schutzfolie aus einem Kunststoff besteht.

Mit besonderem Vorteil enthält die Vorrichtung eine Kassettenaufnahme zum Aufnehmen einer Kassette, wobei die Kassette zu ¬ mindest teilweise den Gutkanal und den mindestens einen Neben ¬ kanal begrenzt und eine Folienaufnahme zur Aufnahme der

Schutzfolie enthält. Weiterhin vorteilhaft ist die Elektronen ¬ quelle derart beweglich, insbesondere schwenkbar und/oder verschiebbar, relativ zur Kassettenaufnahme angeordnet, dass sie von der Kassette weg bewegbar ist. Dies vereinfacht den Zugang zur Kassette und damit auch zur Schutzfolie. Die Schutzfolie kann folglich leichter ausgetauscht werden, wenn sie vom Gut verschmutzt oder beschädigt wurde. Die Schutzfolie kann lösbar von der Folienaufnahme aufgenommen oder aufnehmbar sein.

Als zweckmässig hat es sich ebenfalls erwiesen, wenn die Vor ¬ richtung eine Absaugeinrichtung zum Absaugen von allfälligem Prozessgas enthält, dass das Gut umgibt. Vorteilhafterweise ist die Absaugeinrichtung zum Absaugen des Prozessgases stromabwärts von der Behandlungszone angeordnet, bevorzugt in einem Abstand von der Behandlungszone im Bereich von 50 mm bis

250 mm. Auf diese Weise kann mit dem Prozessgas besonders ef ¬ fektiv Ozon abgeführt werden, welches sich beim Durchtritt durch die Behandlungszone aufgrund der Beaufschlagung mit dem Elektronenstrahl gebildet hat.

Es ist jedoch auch denkbar und liegt im Rahmen der Erfindung, dass einige Güter in einem entgegen der Strömungsrichtung des Guts strömenden Prozessgas durch die Behandlungszone strömen und die Absaugeinrichtung zum Absaugen von Prozessgas ström- aufwärts von der Behandlungszone angeordnet ist. Dies ist ins ¬ besondere vorteilhaft für schwerere Partikel, die weniger von einem das Gut umgebenden Prozessgas beeinflusst werden. Hier ¬ durch kann erreicht werden, dass kein unbehandeltes Prozessgas in einen stromabwärts von der Behandlungszone angeordneten Reinbereich eindringen kann, in dem das Gut bei bestimmungsge- mässem Betrieb der Vorrichtung pasteurisiert und/oder sterilisiert sein sollte. Somit kann eine Rekontamination verhindert werden .

Stromabwärts von der Behandlungszone kann die Vorrichtung fer ¬ ner eine Sortiereinrichtung aufweisen, welche eine Messeinheit und eine Ausstosseinheit enthält. Die Messeinheit und die Aus- stosseinheit sind derart ausgebildet, dass mittels der Aus ¬ stosseinheit einzelne Körner des Guts anhand mindestens einer mittels der Messeinheit gemessenen Eigenschaft der einzelnen Partikel ausstossbar sind. Derartige Sortiereinrichtungen sind an sich bekannt, beispielsweise aus WO 2006/010873 AI. Einer ¬ seits können sie dem Ausstossen von einzelnen Partikeln dienen, die eine vorgegebene Eigenschaft nicht erfüllen. Bei ¬ spielsweise kann die Aussortierung aufgrund einer gemessenen Grösse oder Farbe erfolgen, die ausserhalb eines vorgegebenen Toleranzbereichs liegt. Andererseits kann die Messeinheit der ¬ art beschaffen sein, dass damit Überlappungen der einzelnen Partikel detektiert werden können. Eine solche Überlappung kann darauf hindeuten, dass nicht alle Partikel beim Durch ¬ tritt durch die Behandlungszone vom Elektronenstrahl ausrei ¬ chend beaufschlagt wurden. Diese mehreren, sich überlappenden Partikel können dann zur Sicherheit mit Hilfe der Ausstosseinheit ausgestossen werden.

Ebenfalls vorteilhaft ist es, wenn die Vorrichtung mindestens eine stromabwärts von der Behandlungszone angeordnete Gasaus ¬ trittsöffnung zum Einblasen eines Reinigungsgases auf das Gut aufweist. Auf diese Weise kann übriges Ozon abtransportiert werden. Alternativ kann das Reinigungsgas auch stromaufwärts von der Behandlungszone eingeleitet werden, insbesondere im Falle von schwereren Partikeln, der Flugbahn weniger vom Reinigungsgasstrom beeinflusst wird.

Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft eine Kassette zum Einsetzen in eine Kassettenaufnahme einer Vorrichtung zum Pasteurisieren und/oder Sterilisieren von partikelförmigem Gut, die mindestens eine Elektronenquelle zum Erzeugen eines Elek ¬ tronenstrahls enthält. Insbesondere kann es sich um eine wie oben beschriebene Vorrichtung handeln. Die Kassette enthält Begrenzungsflächen zum zumindest teilweisen Begrenzen eines Gutkanals und mindestens eines Nebenkanals der Vorrichtung so ¬ wie eine Folienaufnahme zur Aufnahme einer für den Elektronen ¬ strahl zumindest teilweise durchlässige Schutzfolie. Die Kas ¬ sette ist derart in die Kassettenaufnahme einsetzbar, dass die Vorrichtung im Bereich einer Behandlungszone einen Gutkanal aufweist, in dem das Gut mittels des Elektronenstrahls pasteu ¬ risierbar und/oder sterilisierbar ist, und dass die Vorrichtung mindestens einen von einem Fluid durchströmbaren Nebenkanal aufweist, welcher zumindest teilweise zwischen der Elekt ¬ ronenquelle und dem Gutkanal verläuft und vom Gutkanal fluid- getrennt ist. Die Begrenzungsflächen der Kassette begrenzen dann zumindest teilweise den Gutkanal und den mindestens einen Nebenkanal .

Die Erfindung umfasst auch eine wie oben beschriebene Vorrich ¬ tung mit einer Kassettenaufnahme und einer darin eingesetzten wie oben beschriebenen Kassette.

In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zum Pasteurisieren und/oder Sterilisieren von partikelförmigem Gut. Dieses Verfahren kann insbesondere mit einer wie oben beschriebenen Vorrichtung durchgeführt werden. Es enthält die folgenden Schritte: a) Fördern und Vereinzeln des Guts mittels einer bevorzugt im Wesentlichen horizontal ausgerichteten ersten Vibrati- onsfläche, welche zu Vibrationen angeregt wird und eine Vielzahl von Rinnen aufweist, in denen das Gut gefördert und mittels deren es vereinzelt wird, b) Erzeugen eines Elektronenstrahls, c) Pasteurisieren und/oder Sterilisieren des insbesondere frei fallenden Guts mittels des Elektronenstrahls in ei ¬ ner Behandlungszone.

Mit diesen Verfahren können die bereits oben erläuterten Vorteile erzielt werden.

Ein davon unabhängiges Verfahren zum Pasteurisieren und/oder Sterilisieren von partikelförmigem Gut enthält die folgenden Schritte : b) Erzeugen eines Elektronenstrahls, c) Pasteurisieren und/oder Sterilisieren des insbesondere frei fallenden Guts mittels des Elektronenstrahls in ei ¬ ner Behandlungszone.

Dabei strömt das Gut im Bereich der Behandlungszone durch ei ¬ nen Gutkanal, in dem es mittels des Elektronenstrahls pasteu ¬ risiert und/oder sterilisiert wird. Gemäss diesem unabhängigen Aspekt strömt ein Fluid durch mindestens einen Nebenkanal, welcher zumindest teilweise zwischen der Elektronenquelle und dem Gutkanal verläuft und vom Gutkanal fluidgetrennt ist. Wie bereits ausgeführt wurde, kann mit diesem Fluid, welches eine Flüssigkeit oder ein Gas sein kann, Ozon abgeführt werden, welches auf Grund des Elektronenstrahls entstanden ist. Alter ¬ nativ oder zusätzlich kann das Fluid auch zum Kühlen der

Elektronenquelle, insbesondere eines Austrittsfensters, einge ¬ setzt werden. Das Fluid kann den Nebenkanal parallel oder ent ¬ gegengesetzt zur Strömungsrichtung des Guts durchströmen. Als Fluid kann ein Gas eingesetzt wird, welches eine Ozonbildung verhindert, wie beispielsweise Stickstoff. Das durch den Ne- benkanal strömende Fluid kann mit dem im Gutkanal strömenden Prozessgas identisch sein oder davon verschieden sein. Andere Strömungsrichtungen des Fluids sind jedoch ebenso denkbar und liegen im Rahmen der Erfindung.

Für viele Güter, insbesondere für eine Vielzahl von Gewürzen, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn sich das Gut mit einer Geschwindigkeit durch die Behandlungszone bewegt, die im Bereich von 1 m/s bis 5 m/s, bevorzugt von 2 m/s bis 4 m/s, besonders bevorzugt von 2 m/s bis 3 m/s liegt. Diese Geschwin ¬ digkeit kann beispielsweise durch die Länge und den Neigungs ¬ winkel einer stromaufwärts angeordneten Rutschfläche einge ¬ stellt werden. Je höher die Geschwindigkeit des Guts ist, des ¬ to grösser ist der erreichbare Durchsatz. Beim freien Fall ist die Geschwindigkeit unabhängig vom Durchsatz, so dass bei ¬ spielsweise Durchsätze im Bereich 100 kg/h bis 1000 kg/h bei der gleichen Geschwindigkeit erreicht werden können. Der

Durchsatz hängt lediglich von der Vibration der Vibrationsfläche (n) und der Dimensionen und Orientierungen der allfälligen Umlenk- und Rutschfläche ab. Zudem sinkt mit steigender Ge ¬ schwindigkeit des Guts die Wahrscheinlichkeit von Kollisionen der Partikel mit der Elektronenquelle oder der Schutzfolie. Andererseits dürfen die Geschwindigkeiten aber auch nicht zu gross gewählt werden, damit das Gut ausreichend lange im

Elektronenstrahl verbleibt, um pasteurisiert und/oder sterilisiert zu werden.

Die Elektronen des Elektronenstrahls sollten bevorzugt eine Energie aufweisen, die im Bereich von 80 keV bis 300 keV, bevorzugt von 140 keV bis 280 keV, besonders bevorzugt von

180 keV bis 260 keV liegt. Geringere Elektronenenergien würden keine ausreichende Pasteurisierung und/oder Sterilisierung erzeugen. Durch höhere Elektronenenergien Hessen sich keine wesentlich höheren Grade der Pasteurisierung und/oder Sterilisierung erreichen. Vorteilhafterweise wird das Gut dem Elektronenstrahl für eine Behandlungszeit ausgesetzt, die im Bereich von 5 ms bis 25 ms liegt. Denn für eine ausreichende Pasteurisierung und/oder Sterilisierung ist eine gewisse minimale Behandlungszeit nö ¬ tig. Zu lange Behandlungszeiten haben keinen nennenswert erhöhten Grad der Pasteurisierung und/oder Sterilisierung gezeigt und würden zudem den Durchsatz verringern.

Ebenfalls mit Vorteil wird das Gut mittels des Elektronen ¬ strahls einer Strahlendosis ausgesetzt, die im Bereich von 1 kGy bis 45 kGy, bevorzugt von 8 kGy bis 30kGy, besonders be ¬ vorzugt von 10 kGy bis 16 kGy liegt.

Die Elektronenstromdichte in der Behandlungszone liegt bevor ¬ zugt im Bereich von 10 15 s _1 -cm ~2 bis 2,77·10 15 s _1 -cm ~2 .

Wie sich ausserdem gezeigt hat, ist es von Vorteil, wenn Pro ¬ zessgas, welches das Gut umgibt, nach der Pasteurisierung und/oder Sterilisierung abgesaugt wird. Hierdurch kann nämlich bei der Pasteurisierung und/oder Sterilisierung entstehendes Ozon abgeführt werden.

Bei dem Gut kann es sich um ein Lebensmittel handeln, wie bei ¬ spielsweise Getreide wie etwa Soja, Frühstückscerealien,

Snacks, Nüsse wie etwa getrocknete Kokosnüsse, Mandeln, Erd- nussbutter, Kakaobohnen, Schokolade, Schokoladenflüssigkeit, Schokoladenpulver, Schokoladenchips, Kakaoprodukte, Hülsen ¬ früchte, Kaffee, Samen wie etwa Kürbissamen, Gewürze (wie bei ¬ spielsweise Kurkuma, insbesondere in Scheiben) , Teemischungen, getrocknete Früchte, Pistazien, trockene Proteinprodukte, Bä ¬ ckereiprodukte, Zucker, Kartoffelprodukte, Teigwaren, Babynah ¬ rung, getrocknete Eiprodukte, Sojaprodukte wie beispielsweise Sojabohnen, Verdickungsmittel, Hefen, Hefeextrakte, Gelatine oder Enzyme handeln.

Alternativ kann das Gut auch ein Tiernahrungsmittel sein, wie beispielsweise Pellets, Futter für Wiederkäuer, Geflügel, Was- sertiere (insbesondere Fische) oder Haustiere, oder Mischfut ¬ ter .

Es ist jedoch ebenso denkbar und liegt im Rahmen der Erfindung, dass das Gut beispielsweise ein Kunststoff wie etwa PET ist, beispielsweise in Form von Flocken oder Pellets.

Die Vorrichtung kann stromabwärts von der Behandlungszone und gegebenenfalls stromabwärts von der Absaugeinrichtung und/oder der Sortiereinrichtung und/oder der Gasaustrittsöffnung einen Reinbereich aufweisen, in dem das Gut bei bestimmungsgemässem Betrieb der Vorrichtung pasteurisiert und/oder sterilisiert ist .

Gelegentlich können in einer Elektronenquelle elektrische Durchschläge entstehen, die die Elektronenquelle beschädigen können. Um dem entgegenzuwirken, kann die Elektronenquelle derart ausgebildet sein, dass sie sich im Falle eines Durch ¬ schlags selbst ausschaltet. Dies hat jedoch zur Folge, dass das Gut dann weder pasteurisiert noch sterilisiert in den Reinbereich gelangt, und zwar möglicherweise sogar unbemerkt.

Um dies zu verhindern, kann die Vorrichtung mindestens einen Strahlungssensor enthalten, mit dessen Hilfe die Intensität des Elektronenstrahls detektiert werden kann. Derartige Strah ¬ lungssensoren für Elektronenstrahlen sind beispielsweise aus der US 6,657,212 oder der US 7,592,613 bekannt. Falls die ge ¬ messene Intensität einen vorgebbaren Schwellenwert unter ¬ schreitet (was auch ein Indiz für einen elektrischen Durchschlag sein kann) , kann die Zuführung des Guts gestoppt werden. Alternativ oder zusätzlich kann das Gut ausgeleitet werden, um gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt einer Pas ¬ teurisierung und/oder Sterilisierung unterzogen zu werden. Zu diesem Zweck kann die Vorrichtung einen weiteren Gutauslass aufweisen, aus dem das zu einem späteren Zeitpunkt zu pasteu ¬ risierende und/oder sterilisierende Gut ausgeleitet werden kann. Ist die Ausleitung derart, dass weder pasteurisiertes noch sterilisiertes Gut in den Reinbereich gelangt, kann auf das Stoppen der Zuführung des Guts verzichtet werden.

Sobald nach einem Stoppen der Zuführung des Guts und/oder der Ausleitung der Reinbereich wieder gereinigt ist, kann der Vorrichtung wieder weiteres Gut zugeführt werden bzw. kann die Ausleitung beendet werden.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbei ¬ spiels und mehrerer Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen

Figur 1: eine schematische Seitenansicht einer erfindungs- gemässen Vorrichtung;

Figur 2: eine seitliche Ansicht einer Behandlungszone der erfindungsgemässen Vorrichtung;

Figur 3: eine perspektivische geschnittene Detailansicht einer erfindungsgemässen Kassette der erfindungs- gemässen Vorrichtung;

Figur 4: eine perspektivische Ansicht der Behandlungszone der erfindungsgemässen Vorrichtung.

Die in Figur 1 dargestellte Vorrichtung 10 ist zum Pasteurisieren und/oder Sterilisieren von partikelförmigem Gut vorgesehen, wie etwa einem Gewürz, Sesam, Mandeln oder geschälten Pistazien. Sie enthält eine Dosiereinrichtung 13, mit der das Gut auf eine zweite Vibrationsfläche 14 dosiert werden kann. Die zweite Vibrationsfläche 14 ist (bei bestimmungsgemässer Installation der Vorrichtung 10) horizontal ausgerichtet und eben ausgebildet. Sie ist zur Vibrationen mit einer Frequenz f 2 und einer Amplitude A 2 , die unter einem Winkel zur Horizonta ¬ len verläuft (bei bestimmungsgemässer Installation der Vorrichtung 10), anregbar. Mit Hilfe dieser zweiten Vibrationsfläche 14 kann der Durchsatz des Guts kontrolliert werden, und es kann auch bereits eine Vorvereinzelung stattfinden. Stromabwärts von der zweiten Vibrationsfläche 14 enthält die Vorrichtung 10 eine horizontal ausgerichtete erste Vibrations ¬ fläche 11. Diese ist zu Vibrationen mit einer Frequenz fi und einer Amplitude Ai , die unter einem Winkel ß zur Horizontalen verläuft, anregbar. Hierdurch kann das Gut weiter stromabwärts gefördert und vereinzelt werden. Die erste Amplitude fi der ersten Vibrationsfläche 11 ist grösser als die zweite Amplitu ¬ de f. 2 der zweiten Vibrationsfläche 14, was die weitere Verein ¬ zelung begünstigt. Die erste Vibrationsfläche 11 enthält im Gegensatz zur ersten Vibrationsfläche 14 eine Vielzahl von Rinnen 12, in denen das Gut gefördert und mittels deren es vereinzelt werden kann. Diese Rinnen 12 sind in Figur 1 in einem Einschub dargestellt, der die erste Vibrationsfläche 11 in einer Schnittebene senkrecht zur Strömungsrichtung zeigt. Das Profil der Rinnen 12 weist einen geraden mittleren Abschnitt mit einer Breite von 7,5 mm und zwei sich vom mittleren Abschnitt unter einem Winkel von 45° schräg nach oben erstre ¬ ckende seitliche Abschnitte auf. Die seitlichen Abschnitte be ¬ nachbarter Rinnen 12 treffen sich an einer Kante. Zwei benachbarte Kanten haben einen Abstand von 16,5 mm.

Stromabwärts von der ersten Vibrationsfläche 11 weist die Vor ¬ richtung 10 eine Umlenkfläche 15 auf. Diese ist derart ausge ¬ bildet und angeordnet, dass das Gut darauf umgelenkt und von der ersten Vibrationsfläche 11 zu einer nachfolgend beschrie ¬ benen Rutschfläche 16 rutschen kann. Die Umlenkfläche 15 ent ¬ hält ebenfalls eine Vielzahl von Rinnen 17, welche derart aus ¬ gebildet und angeordnet sind, dass das Gut darin rutschen kann. Die Umlenkfläche 15 und ihre Rinnen 17 sind derart auf das Gut und die erste Vibrationsfläche 11 abgestimmt, dass die Partikel des Guts auf einer Parabelbahn im Wesentlichen stromabwärts geführt werden, auf der sie auch allein aufgrund der Einwirkung der Schwerkraft fallen würden. Am stromaufwärtigen Ende der Umlenkfläche 15 hat diese eine anfängliche Neigung γ. Dies erlaubt eine Führung und weitere Vereinzelung der Parti- kel des Guts. Auch das Profil der in einem weiteren Einschub dargestellten Rinnen 17 weist einen geraden mittleren Abschnitt mit einer Breite von 7,5 mm und zwei sich vom mittle ¬ ren Abschnitt unter einem Winkel von 45° schräg nach oben erstreckende seitliche Abschnitte auf. Die seitlichen Abschnitte benachbarter Rinnen 17 treffen sich an einer Kante. Zwei benachbarte Kanten haben einen Abstand von 16,5 mm.

Die bereits erwähnte, stromabwärts von der Umlenkfläche 15 an ¬ geordnete Rutschfläche 16 ist bezüglich einer Horizontalen unter einem Winkel δ geneigt, der im Falle von Gewürzen vorteil ¬ hafterweise 60° beträgt. Auch die Rutschfläche 16 verfügt über eine Vielzahl von Rinnen 18, welche derart ausgebildet und an ¬ geordnet sind, dass das Gut darin rutschen kann. Auch das Pro ¬ fil der in einem weiteren Einschub dargestellten Rinnen 18 weist einen geraden mittleren Abschnitt mit einer Breite von 7,5 mm und zwei sich vom mittleren Abschnitt unter einem Winkel von 45° schräg nach oben erstreckende seitliche Abschnitte auf. Die seitlichen Abschnitte benachbarter Rinnen 17 treffen sich an einer Kante. Zwei benachbarte Kanten haben einen Abstand von 16,5 mm.

Noch weiter stromabwärts enthält die Vorrichtung 10 eine Be ¬ handlungszone 19. Dort wird das Gut frei fallend mittels eines Elektronenstrahls pasteurisiert und/oder sterilisiert, der von zwei einander gegenüberliegenden Elektronenquellen 20 erzeugt wird .

Die Vorrichtung 10 enthält weiterhin eine Absaugeinrichtung 25, mit dem Prozessgas, welches das Gut umgibt, stromab ¬ wärts von der Behandlungszone 19 abgesaugt werden kann.

Zum Pasteurisieren und/oder Sterilisieren von partikelförmigem Gut mit Hilfe dieser Vorrichtung 10 werden die folgenden

Schritte durchgeführt: Mittels der zweiten Vibrationsfläche 14 wird der Durchsatz des Guts kontrolliert, und es findet eine Vorvereinzelung statt. In einem Schritt a) wird das Gut in den Rinnen 12 der ersten Vibrationsfläche 11 gefördert und vereinzelt. Mittels der Elektronenquellen 20 wird in einem Schritt b) ein Elektronenstrahl erzeugt. In einem Schritt c) erfolgt dann ein Pasteurisieren und/oder Sterilisieren des frei fallenden Guts mittels des Elektronenstrahls in der Behandlungszone 19.

Das Gut bewegt sich im Falle von Gewürzen vorteilhaft mit ei ¬ ner Geschwindigkeit von 2,5 m/s durch die Behandlungszone 19. Diese Geschwindigkeit kann durch die Länge und den Neigungs ¬ winkel der Rutschfläche 17 eingestellt werden. Die Elektronen des Elektronenstrahls weisen eine Energie auf, die im Bereich von 80 keV bis 300 keV liegt, beispielsweise bei 250 keV. In der Behandlungszone 19 weist der Elektronenstrahl eine mittle ¬ re Stromdichte auf, die im Bereich von 10 15 s _1 -cm ~2 bis

2,77·10 15 s _1 -cm ~2 liegt. Das Gut wird dem Elektronenstrahl für eine Behandlungszeit ausgesetzt, die im Bereich von 5 ms bis 25 ms liegen und beispielsweise 15 ms betragen kann. Hierdurch wird das Gut einer Strahlendosis ausgesetzt, die im Bereich von 1 kGy bis 45 kGy liegen und beispielsweise 12 kGy betragen kann. Das das Gut umgebende Prozessgas wird nach der Pasteuri ¬ sierung und/oder Sterilisierung in der Behandlungszone 19 mittels der Absaugeinrichtung 25 abgesaugt, und zwar mit einer bevorzugten Absauggeschwindigkeit, die das 1- bis 1,5-fache Geschwindigkeit des Guts während der Pasteurisierung und/oder Sterilisierung beträgt.

In Figur 2 ist die Behandlungszone 19 in einer Detailansicht dargestellt. Im Bereich der Behandlungszone 19 weist die Vor ¬ richtung 10 eine zwischen Austrittsfenstern 32 der Elektronenquellen 20 angeordnete Kassette 24 auf, von der ein Ausschnitt noch detaillierter in Figur 3 gezeigt ist. Die Kassette 24 ist in einer Kassettenaufnahme 37 eingesetzt. Die Kassette 24 ent- hält zwei Folienaufnahmen 35 für jeweils eine aus Titan beste ¬ hende Schutzfolie 23, die für die Elektronenstrahlen teilweise durchlässig sind. Die Kassette 24 enthält mehrere Begrenzungs ¬ flächen 38, die zusammen mit den Schutzfolien 23 einen Gutkanal 21 begrenzen, in dem das Gut mittels der Elektronenstrahlen pasteurisierbar und/oder sterilisierbar ist. Weiterhin enthält die Vorrichtung 10 im Bereich der Behandlungszone 19 zwei Nebenkanäle 22. Diese werden in der in Figur 2 gezeigten Betriebsposition durch Begrenzungsflächen 38 der Kassette 24, die Schutzfolie 23 und die in Figur 3 nicht eingezeichneten Austrittsfenster 32 der Elektronenquellen 20 begrenzt und verlaufen somit zwischen dem Gutkanal 21 und den Elektronenquel ¬ len 20. Der Gutkanal 21 ist von den Nebenkanälen 23 fluidge- trennt, und zwar unter anderem durch die Schutzfolie 23.

Durch Eintrittsöffnungen 30 kann Luft eingeführt werden, die die Nebenkanäle 23 parallel zur Strömungsrichtung des Guts durchströmen kann. Stromabwärts kann die Luft aus Austritts ¬ öffnungen 31 wieder austreten. Dieser Luftstrom ermöglicht einerseits das Abführen von Ozon, welches durch die Elektronenstrahlen erzeugt wird, und andererseits eine Kühlung der Elek ¬ tronenquellen 20 und insbesondere ihrer Austrittsfenster 32.

In Figur 3 ist eine noch detaillierte, geschnittene und per ¬ spektivische Ansicht der Kassette 24 gezeigt, in der der Gut ¬ kanal 21, die beiden Nebenkanäle 22 und die beiden Schutzfo ¬ lien 23 erkennbar sind. Der Gutkanal 21 ist durch die beiden Schutzfolien 23 von den Nebenkanälen 22 fluidgetrennt . Die Schutzfolien 23 werden mit Hilfe eines jeweiligen Spannelementes 33 gehalten, die einen Teil der Folienaufnahme 35 bilden. An den dem Gutkanal 21 abgewandten Seiten der Kassette 24 ist jeweils eine Aussparung 34 gebildet, die in der Betriebsposi ¬ tion der Vorrichtung 10 von Austrittsfenstern 32 der Elektronenquellen 20 verschlossen werden und durch die die Elektronenstrahlen hindurchdringen können. Figur 4 zeigt einen Teil der Behandlungszone 19 mit den Elekt ¬ ronenquellen 20 und der Kassette 24. Das hier nicht darge ¬ stellte stromabwärtige Ende der Rutschfläche 17 dringt im mon ¬ tierten Zustand der Vorrichtung 10 in die Öffnung 36 ein und ist mit dem Gutkanal 21 verbunden. Die Elektronenquellen 20 sind derart schwenkbar relativ zur Kassettenaufnahme 37 ange ¬ ordnet, dass sie von der Kassette 24 weg bewegbar sind. Auf diese Weise ist die Kassette 24 leicht zugänglich, insbesonde ¬ re wenn die Schutzfolien 23 verschmutzt oder beschädigt sind. Die Schutzfolie 23 kann lösbar von der Folienaufnahme 35 auf ¬ genommen sein.