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Title:
DIFFERENTIAL GEAR UNIT FOR MOTOR VEHICLES COMPRISING AN ACTIVE CONTROL MECHANISM FOR THE DRIVING FORCE DISTRIBUTION
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2006/089334
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a differential gear unit for motor vehicles, consisting of a housing (2,3,4) containing a differential gear (8), two coaxial transmissions (28,29), and two controllable friction clutches (26,27), the coaxial transmissions transmitting an additional torque to the at least one axial shaft (18,19) according to the degree of engagement of the friction clutches. The aim of the invention is to provide coaxial transmissions which are compact and low-wearing and can receive very high forces even during continuous operation. To this end, the coaxial transmissions (28,29) respectively comprise an internal gear (60) which is connected to a side of the associated friction clutch (26,27) in a rotationally fixed manner, and a sun wheel (61) which is connected to the respective output element (18,19) in a rotationally fixed manner. The second element (61) of each coaxial transmission (28,29) is a sun wheel, and the third element (62) is embodied as an annular gear comprising an outer toothing (66) meshing with the first element (60) and an inner toothing (67) meshing with the second element (61).

Inventors:
Kassler, Helmut (Lichtenegg 15a, Voitsberg, A-8570, AT)
Application Number:
PCT/AT2006/000084
Publication Date:
August 31, 2006
Filing Date:
February 24, 2006
Export Citation:
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Assignee:
MAGNA STEYR FAHRZEUGTECHNIK AG & CO KG (Liebenauer Hauptstrasse 317, Graz, A-8041, AT)
Kassler, Helmut (Lichtenegg 15a, Voitsberg, A-8570, AT)
International Classes:
B60K17/346; B60K17/16; B60K23/04; B60K23/08; F04C2/10; F16H1/20; F16H37/08; F16H48/22; F16H48/30; F16H57/04
Attorney, Agent or Firm:
Kovac, Werner c/o Magna Steyr Fahzeugtechnik AG & Co KG (Liebenauer Hauptstrasse 317, Graz, A-8041, AT)
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Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e
1. Differentialgetriebeeinheit für Kraftfahrzeuge, bestehend aus einem Gehäuse und darin einem Differentialgetriebe (8), zwei Koaxialgetrieben und zwei steuerbaren Reibungskupplungen, wobei das Differentialgetriebe aus einem antreibbaren Glied (9) und einem ersten und zweiten Abtriebsglied (18,19) besteht, und wobei die Koaxialgetriebe nach Maßgabe des Einrückgrades der Reibungskupplungen ein zusätzliches Drehmoment auf das erste beziehungsweise zweite Abtriebsglied (18,19) übertragen, dadurch gekennzeichnet, a) dass die Koaxialgetriebe (28,29) jeweils ein mit einer Seite der zugehörigen Reibungskupplung (26,27) drehfest verbundenes als Hohlrad (60) ausgebildetes erstes Glied und ein mit dem jeweiligen Abtriebsglied (18,19) drehfest verbundenes zweites Glied (61) aufweisen, und b) dass das zweite Glied (61) jedes Koaxialgetriebes (28,29) ein Sonnenrad ist und ein drittes Glied (62) als Zahnring ausgebildet ist, dessen Achse (71) bezüglich der Achse (70) des ersten und des zweiten Gliedes versetzt ist und der eine mit dem ersten Glied (60) kämmende Aussenverzahnung (66) und eine mit dem zweiten Glied (61) kämmende Innenverzahnung (67) aufweist.
2. Differentialgetriebeeinheit nach Anspruch I5 wobei die Reibungskupplungen (26,27) jeweils aus einem Innenlamellen (41) tragenden Primärteil (40) und einem Aussenlamellen (51) tragenden Sekundärteil (50) besteht, dadurch gekennzeichnet, dass der Sekundärteil (50) mit dem ersten Glied (60) des jeweiligen Koaxialgetriebes (28,29) baulich vereint ist.
3. Differentialgetriebeeinheit nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sekundärteil (50) der Kupplung (26,27) eine Glocke (52,52') bildet, an dessen achsnormalen Teil (52) das jeweilige Koaxialgetriebe (28,29) anschließt und dass der Zahnring (62) an seiner der Kupplung (26,27) abgewandten Seite einen Kragen (63) aufweist, der im Gehäuse (4) gelagert ist.
4. Differentialgetriebeeinheit nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Kragen (63) des Zahnringes (62) selbst Lagerring eines Wälzlagers (64) ist.
5. Differentialgetriebeeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Koaxialgetriebe (28,29) mit ihren angrenzenden Wandteilen (4,52) als ZahnradÖlpumpen ausgebildet sind.
6. Differentialgetriebeeinheit nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Koaxialgetriebe (28,29) zwischen dem ersten (60) und/oder dem zweiten Glied (61) und dem Zahnring (62) eine sichelförmige Insel (75) haben und dass in einem angrenzenden Teil des Gehäuses (4) zwei Öffnungen (76,77) vorgesehen sind, von denen Ölkanäle (80,87) ausgehen, ein erster Kanal (87) für die Zufuhr von Öl aus einem Ölsumpf (86) und ein zweiter (80), der direkt oder indirekt eine Verbindung zur jeweiligen Kupplung (26,27) herstellt.
7. Differentialgetriebeeinheit nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die sichelförmige Insel (75) zwischen dem zweiten Glied (61) und dem Zahnring (62) gebildet und am Gehäuse (4) befestigt ist.
Description:
DIFFERENTIALGETRIEBEEINHEIT FÜR KRAFTFAHRZEUGE MIT AKTIVER STEUERUNG DER ANTRIEBSKRAFTVERTEILUNG

Die Erfindung betrifft eine Differentialgetriebeeinheit für Kraftfahrzeuge, bestehend aus einem Gehäuse und darin einem Differentialgetriebe, zwei Koaxialgetrieben und zwei steuerbaren Reibungskupplungen, wobei das Differentialgetriebe aus einem antreibbaren Glied (beispielsweise einem Differentialkorb) und einem ersten und zweiten Abtriebsglied, beispielsweise den Achswellen, besteht, wobei die Koaxialgetriebe nach Maßgabe der Stellung der Reibungskupplungen ein zusätzliches Drehmoment auf das erste beziehungsweise zweite Abtriebsglied übertragen.

Derartige Einheiten erlauben die aktive Steuerung der Antriebskraftverteilung zwischen den beiden Abtriebsgliedern. Das Koaxialgetriebe bewirkt eine Übersetzung ins Schnelle oder ins Langsame, sodass die zusätzliche Antriebskraft über die steuerbare Reibungskupplung je nach Fahrsituation dem jeweiligen Abtriebsglied zugemessen werden kann. In der Fachwelt wird das als „Torque Vec- toring" bezeichnet.

Eine gattungsgemäße Differentialgetriebeeinheit ist aus der US 5,370,588 bekannt. Bei ihr sind die Koaxialgetriebe hohlradlos und dafür mit Doppelplaneten

ausgestattet, und mit jeweils einer Seite der Kupplung drehfest verbunden. Diese

Bauart bedingt eine erhebliche Einbaubreite, was jedenfalls ungünstig ist, besonders, wenn an die Achswellen homokinetische Gelenke anschließen. Das Koaxialgetriebe ist ein festachsiges Getriebe, dessen Ausgangs- und Eingangsglieder koaxial sind.

Weiters besteht eine solche Differentialgetriebeeinheit aus sehr vielen, schwierig zu lagernden und hochbelasteten Bauteilen und ist die Schmierung/Kühlung der tief im Inneren des Gehäuses untergebrachten Kupplung kritisch. Bei unzureichender Kühlung kann eine Reibungskupplung nicht längere Zeit mit Schlupf betrieben werden. Ihr Gebrauchswert ist damit stark eingeschränkt.

Es ist somit Aufgabe der Erfindung, eine gattungsgemäße Differentialgetriebeeinheit so weiterzubilden, dass sie bei geringstem Bauraum und Verschleiß sehr hohe Kräfte aufnehmen kann und auch dem Dauerbetrieb mit Schlupf standhält. Erfindungsgemäß wird das dadurch erreicht, dass die Koaxialgetriebe jeweils ein mit einer Seite der zugehörigen Reibungskupplung drehfest verbundenes als Hohlrad ausgebildetes erstes Glied und ein mit dem jeweiligen Abtriebsglied des Differentialgetriebes drehfest verbundenes konzentrisches zweites Glied aufweist, und dass das zweite Glied ein Sonnenrad und ein drittes Glied als Zahn- ring ausgebildet ist, dessen Achse bezüglich der des ersten und des zweiten Gliedes versetzt ist und der eine mit dem ersten Glied kämmende Aussenver- zahnung und eine mit dem zweiten Glied kämmende Innenverzahnung aufweist.

So ist beiderseits ein sehr schmal bauendes einfaches Koaxialgetriebe in unmit- telbarer Nähe der Kupplung vorgesehen, was insgesamt günstige Kraftverläufe ergibt, Bauraum erspart und eine gemeinsame Versorgung mit Schmier/Kühlöl erlaubt. Der Zahnring umgibt das Sonnenrad exzentrisch, in der Art eines ÖlfÖr- derringes bei einem Gleitlager historischer Bauart, wobei er diese Wirkung auch

tatsächlich ausüben kann. Diese besondere Getriebeform ist zwar an sich bekannt, siehe etwa die Patente US 1,619,127 oder US 773,227, nicht aber in Verbindung mit Reibungskupplungen zur Steuerung der Drehmomentverteilung und mit der der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabenstellung.

Diese Getriebeform erlaubt es, die für diesen Zweck günstigen Übersetzungen auf sehr kleinem Raum zu verwirklichen, aus geometrischen Gründen und weil Innenverzahnungen sehr hohe Überdeckungsgrade ergeben (es sind viele Zähne gleichzeitig im Eingriff, auf die sich die zu übertragenden Kräfte verteilen). Der hohe Überdeckungsgrad erlaubt auch eine besonders schmale und damit raum- sparende Ausführung der verzahnten Glieder. Die damit möglichen Übersetzungen erlauben eine optimale Auslegung der Reibungskupplung für die entsprechenden Drehzahldifferenzen, was zu deren Schonung beitragt und im Verband mit guter Schmierung/Kühlung diese für dauernden Schlupfbetrieb besonders geeignet macht.

In Weiterbildung der Erfindung, wobei die Reibungskupplungen jeweils aus einem Innenlamellen tragenden Primärteil und einem Aussenlamellen tragenden Sekundärteil (dem Aussenteil) bestehen, ist der Sekundärteil der Kupplung mit dem ersten Glied des jeweiligen Koaxialgetriebes baulich vereint (Anspruch 2). So entstehen einfache und schmale Baugruppen, die für beide Seiten gleich sind und in modularer Bauweise auch leicht für verschiedene Übersetzungen anpassbar und einsetzbar sind. Durch die Vereinigung beider Bauteile und die kleine Erstreckung in Achsrichtung werden auch besonders günstige Bedingungen für die Lagerung der rotierenden Teile geschaffen.

Das trifft in besonders hohem Maß zu, wenn der Sekundärteil der Kupplung eine Glocke bildet, an deren achsnormalen Teil das jeweilige Koaxialgetriebe anschließt und dass der Zahnring an seiner der Kupplung abgewandten Seite (der

Aussenseite) einen Kragen aufweist, der im Gehäuse gelagert ist (Anspruch 3).

So ist der Zahnring ein besonders einfacher Teil und präzise und fest im Gehäuse gelagert. Eine weitere Raumersparnis und Kostensenkung wird dadurch erreicht, dass der Kragen des Zahnringes selbst Lagerring eines Wälzlagers ist (Anspruch 4).

In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind die Koaxialgetriebe (28,29) mit ihren angrenzenden Wandteilen als Zahnrad-Ölpumpen ausgebildet (Anspruch 5). So wirkt das Koaxialgetriebe zusätzlich zu seiner Getriebefunktion auch noch als Ölpumpe. Dazu können die von Gerotor-Pumpen bekannten sichelförmigen Ausnehmungen in den angrenzenden Wänden vorgesehen sein. In einer speziellen Ausführungsform haben die Koaxialgetriebe zwischen dem ersten und/oder zweiten Glied und dem Zahnring einen sichelförmigen Block und sind in einem angrenzenden Gehäuseteil zwei Öffnungen vorgesehen, von denen Ölkanäle ausgehen, ein erster Kanal für die Zufuhr von Öl aus einem Ölsumpf und ein zweiter, der direkt oder indirekt eine Verbindung zur jeweiligen Kupplung herstellt (Anspruch 5). So wird die Förderwirkung des Zahnringes erheblich verstärkt. Dadurch und durch die Pumpwirkung können große Mengen Schmier/Kühlöl zur jeweiligen Reibungskupplung gefordert werden, was deren Dauerbetrieb unter Schlupf auch bei weiter gesteigerter Belas- tung sicherstellt.

Das so geförderte Öl könnte auch anderen Verwendungen zugeführt werden, etwa der Beaufschlagung der Reibungskupplungen. Dazu sind dann nur mehr die zur Steuerung von Ölkreisläufen nötigen Ventile und Kanäle vorzusehen. Die besondere Bauweise des Getriebes erlaubt sogar die Ölförderung in zwei sichelförmigen Gebieten, in zwei Druckstufen.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Abbildungen einer bevorzugten

Ausfuhrungsform der Erfindung beschrieben und erläutert. Es stellen dar:

- Fig. 1: Eine Differentialgetriebeeinheit im Axialschnitt,

- Fig. 2: Detail A in Fig. 1, vergrößert, - Fig. 3: Querschnitt nach III-III in Fig. 1.

In Fig. 1 ist das Gehäuse der erfindungsgemäßen Differentialgetriebeeinheit summarisch mit 1 bezeichnet. Es besteht aus einem Mittengehäuse 2 und einem rechten und linken Seitengehäuse 3, 4, welche mit einem Flansch (wie z.B. 3') am Mittengehäuse 2 angeschraubt sind. Das Mittengehäuse 2 enthält einen Triebling 5, dessen ein Lager 6 angedeutet ist, ein mit dem Triebling 5 kämmendes Tellerrad 7 und ein mit dem Tellerrad 7 drehfest verbundenes summarisch mit 8 bezeichnetes Differential.

Das Differential 8 besteht wie üblich aus einem Differentialkorb 9, darin einem Ausgleichsbolzen 15 mit auf ihm gelagerten Ausgleichskegelrädern und ein linkes und ein rechtes Abtriebskegelrad 16, 17. Der Differentialkorb 9 geht beiderseits in eine linke beziehungsweise rechte Hohlwelle 10, 11 über, welche in Lagern 12, 13 im Mittengehäuse 2 gelagert sind. Der Differentialkorb 9 mit seinen beiden Hohlwellen 10, 11 bildet das angetriebene Glied des Differentials 8. Im Inneren der Hohlwellen 10, 11 ist eine linke Achswelle 18 und eine rechte Achswelle 19. Die Achswellen 18, 19 sind die beiden Abtriebsglieder des Differentials und besitzen jeweils einen linken (20) und einen rechten Flansch 21, an die beispielsweise zu den Rädern einer Achse führende Antriebswellen über homo- kinetische Gelenke angebunden ist. Die Achswellen 18, 19 sind in Lagern 22, 23 in ihren jeweiligen Seitengehäusen 3, 4 gelagert. In dem linken Seitengehäuse 4 befindet sich weiters eine linke Reibungskupplung 26 und ein linkes Koaxialgetriebe 28, im rechten Seitengehäuse 3 eine rechte Reibungskupplung 27 und ein

rechtes Koaxialgetriebe 29. Dabei steht der Begriff Koaxialgetriebe für festwellige Getriebe, deren Eingangs- und Ausgangsglieder koaxial sind. Die beiden Seitengehäuse 3, 4 mit allen ihren im folgenden beschriebenen Einbauten sind identisch.

Fig. 2 zeigt das linke Seitengehäuse 4 mit seinem Inhalt. Die Reibungskupplung 26 besteht aus einem drehfest auf der linken Hohlwelle 10 sitzenden Primärteil 40 und aus einem diesen glockenförmig umgebenden Sekundärteil 50. Der Primärteil 40 hat drehfest auf ihm sitzende Primärlamellen 41 und eine Druckplatte 42, welche über ein Nadellager 43 von einem Ringkolben 44 steuerbar beauf- schlagt ist. Der Ringkolben 44 schließt einen ringförmigen Druckraum 45 ab, dem über einen Druckkanal 46 Drucköl gesteuert zugeführt wird. Im Sekundärteil 50 sind Sekundärlamellen 51 drehfest angebracht. Der glockenförmige Sekundärteil 50 besteht aus einem ungefähr in einer achsnormalen Ebene liegenden Boden 52 und einem die Sekundärlamellen aufnehmenden zylindrischen Teil 52'. An seinem inneren Rand geht der Boden 52 in einen Lagerflansch 53 über, der Teil eines Rillenkugellagers 54 ist.

Das Koaxialgetriebe 28 besteht aus einem Hohlrad 60 mit Innenverzahnung, das drehfest mit dem Sekundärteil 50 der Reibungskupplung 26 verbunden ist, aus einem mit der linken Achswelle 18 drehfest verbundenen Sonnenrad 61 und aus einem Zahnring 62. Das auf dem Rillenlager 54 gelagerte Hohlrad 60 ist das erste Glied, das Sonnenrad 61 das zweite Glied und der Zahnring 62 ist das dritte Glied des Koaxialgetriebes 28. Der Zahnring hat eine mit dem Hohlrad 60 kämmende Außenverzahnung 66 und eine mit dem Sonnenrad 61 kämmende Innen- Verzahnung 67 und umgibt das Sonnenrad 61. Er ist mittels eines Rillenkugellagers 64 exzentrisch im Gehäuse 4 gelagert.

In Fig. 3 ist das besser zu erkennen. Die Drehachse von Hohlrad 60 und Sonnenrad 61 ist mit 70 bezeichnet, die Achse des Zahnringes 62 und seines Rillenkugellagers 64 mit 71 und der zugehörige Radiusstrahl mit 72. Dank der Exzentrizität der Achse 71 kämmt die Außenverzahnung 66 in der Umgebung des Punktes 73 mit der Innenverzahnung des Hohlrades 60 und kämmt die Innenverzah- nung 67 des Zahnringes 62 in der Umgebung eines diametral gegenüberliegenden Punktes 74 mit dem Sonnenrad 61. Der zwischen dem Sonnenrad 61 und dem Zahnring 62 gebildete sichelförmige Hohlraum enthält eine sichelförmige Insel 75. Diese Insel 75 ist fest mit dem Gehäuse 4 verbunden, welches weiters an ungefähr diametral entgegengesetzt gelegenen Punkten eine erste Öffnung 76 und eine zweite Öffnung 77 hat. So wirkt das Koaxialgetriebe als Zahnradpumpe, die durch die untenliegende Öffnung 77 Öl ansaugt und es durch die obengelegene Öffnung 76 unter Druck abgibt.

In Fig. 2 sind diese Öffnungen und die daran anschließenden Ölkanäle erkenn- bar. Von der ersten Öffnung 76 fuhrt unter Zwischenschaltung eines kleinen und daher nicht erkennbaren Ringraumes zumindest ein Schmierölkanal 80 im Sonnenrad 61 radial einwärts. Durch weitere Öffnungen 81 im Sonnenrad 61, 82 im Boden des Sekundärteiles 52 der Kupplung und 83 im Primärteil der Kupplung gelangt das Schmieröl als Kühlmittel direkt zu den Lamellen 41, 51 der Kupp- lung 26. Im Primärteil 40 der Reibungskupplung 26 ist ein ringförmig umlaufendes Ölhalteblech 84 vorgesehen, das das aus der Öffnung 82 austretende Öl auffangt und - unterstützt durch Fliehkraft - in die Öffnung 83 leitet. Zur An- saugöffhung 77 gelangt Öl aus einem Sumpf 86 über einen im Gehäuse geführten Saugkanal 87, strichliert angedeutet.

Die erfindungsgemäße Differentialgetriebeeinheit arbeitet wie folgt: Im neutralen Zustand, das heißt bei ganz geöffneten Kupplungen 26, 27, wird die Antriebskraft in der bekannten Manier vom Differential 8 auf die beiden Achswel-

len 18, 19 verteilt. Diese und mit ihnen das jeweilige Sonnenrad drehen sich mit der sich über das Differential 8 einstellenden Drehzahl. Auf die linke Achswelle 18 bezogen, treibt das Sonnenrad 61 über die Übersetzung des Koaxialgetriebes 28 dessen Hohlrad 60 und damit den Sekundärteil 50 der Kupplung 26 mit geringerer Drehzahl leer mit, da die Kupplung 26 ja ganz geöffnet ist. Soll nun das der linken Achswelle 18 zugeführte Drehmoment erhöht werden, so wird die Kupplung 26 in dem erforderlichen Maße im Schließsinn angesteuert, wodurch der Sekundärteil 50 der Kupplung, der sich anfangs langsamer als der Primärteil 40 der Kupplung dreht, mitgenommen. Dabei wird ein Drehmoment auf ihn ü- bertragen. Dieses wird über das Koaxialgetriebe 28 in dessen Sonnenrad 61 ein- geleitet und damit als zusätzliches Drehmoment der linken Achswelle 18.

Die Übersetzung der Koaxialgetriebe und deren Auslegung kann in einem weiten Bereich den in Frage kommenden fahrdynamischen Anforderungen eines Kraftfahrzeuges angepasst werden. Eine Übersetzung der dazu erforderlichen Größenordnung ist dank der besonderen Gestaltung der Koaxialgetriebe 28, 29 bei optimaler Auslegung der Verzahnung konstruktiv möglich geworden. Am Rande ist zu vermerken, dass die erfindungsgemäße Differentialgetriebeeinheit auch ohne Antrieb durch entsprechende Ansteuerung der Reibungskupplungen Drehmomente zwischen den beiden Achswellen übertragen kann.

Die beschriebene Differentialgetriebeeinheit ist ein Ausfuhrungsbeispiel, von dem in vieler Hinsicht abgewichen werden kann. So kann das Kegelraddifferential 8 durch ein Differential anderer Bauart, etwa ein parallelachsiges Planetendifferential ersetzt sein. Auch kann die beschriebene Differentialgetriebeeinheit nicht nur als Achsdifferential sondern auch als Zentraldifferential, das heißt zur Verteilung einer Antriebskraft auf zwei Achsen eines Kraftfahrzeuges angewendet werden. In diesem Fall kann das Differential auch eine andere als ebenmäßige Kraftverteilung bewirken.




 
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