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Title:
DIRECT CURRENT CIRCUIT BREAKER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2013/037589
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a direct current circuit breaker (100) with a first to fifth node, wherein • - a first breaker (110) is arranged between the first node (101) and the fourth node (104), • - a second breaker (120) is arranged between the fourth node (104) and the third node (103), • - a parallel circuit of a commutator device (150, 160, 170) is arranged parallel to an energy absorber (180) between the fourth node (104) and the fifth node (105), and a switch (190) is arranged in series to the parallel circuit, and • - a series circuit consisting of a semiconductor switch (260) and a resistor (250) is arranged between the second node (102) and the third node (103).

Inventors:
GAXIOLA ENRIQUE (DE)
VOGELSANG JAKOB (DE)
Application Number:
EP2012/065956
Publication Date:
March 21, 2013
Filing Date:
August 15, 2012
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AG (DE)
GAXIOLA ENRIQUE (DE)
VOGELSANG JAKOB (DE)
International Classes:
H02H3/087; H01H33/59; H02H9/02
Foreign References:
GB2251979A1992-07-22
DE4304863A11993-08-26
DE2405835A11974-09-05
EP1480241A12004-11-24
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter (100) mit einem ersten Knoten (101), einem zweiten Knoten (102), einem drit- ten Knoten (103), einem vierten Knoten (104) und einem fünften Knoten (105), wobei

- zwischen dem ersten Knoten (101) und dem vierten Knoten

(104) ein erster Unterbrecher (110) angeordnet ist,

- zwischen dem vierten Knoten (104) und dem dritten Knoten (103) ein zweiter Unterbrecher (120) angeordnet ist,

- zwischen dem vierten Knoten (101) und dem fünften Knoten

(105) eine Parallelschaltung einer Kommutatoreinrichtung zu einem Energieabsorber (180) angeordnet ist und in Serie dazu ein Schalter (190) angeordnet ist,

- zwischen dem zweiten Knoten (102) und dem dritten Knoten (103) eine Serienschaltung aus einem Halbleiterschalter und einem Widerstand (250) angeordnet ist.

2. Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter (100) gemäß An- spruch 1, bei dem der Halbleiterschalter ein Thyristor (260) ist .

3. Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter (100) gemäß Anspruch 1 oder 2, bei dem die Kommutatoreinrichtung eine Rei- henschaltung eines Kommutatorwiderstands (150), einer Kommu¬ tatorspule (160) und eines Kommutatorkondensators (170) um- fasst .

4. Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter (100) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der erste Unterbrecher

(110) ein SF6-Unterbrecher ist.

5. Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter (100) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der zweite Unterbrecher (120) ein Vakuum-Unterbrecher ist.

6. Verfahren zum Betreiben eines Gleichspannungs- Leitungsschutzschalter (100) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Schalter (190) zu Beginn des Verfahrens geöffnet ist, wobei das Verfahren die folgenden Schritte auf weist :

- Detektieren eines Anstiegs einer Stromstärke eines im Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter (100) fließenden elektrischen Stroms;

- Schließen des Schalters (190);

- Öffnen des zweiten Unterbrechers (120);

- Anschalten des Thyristors (260);

- Öffnen des ersten Unterbrechers (110) .

7. Gleichstrom-Leitungsnetz mit einem Gleichspannungs- Leitungsschutzschalter (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5.

8. Gleichstrom-Leitungsnetz gemäß Anspruch 7, wobei das Gleichstrom-Leitungsnetz eine Masche aufweist.

Description:
Beschreibung

Gleichspannungs-LeitungsschützSchalter Die vorliegende Erfindung betrifft einen Gleichspannungs-

Leitungsschutzschalter gemäß Patentanspruch 1, ein Verfahren zum Betreiben eines Gleichspannungs-Leitungsschutzschalters gemäß Patentanspruch 6, sowie ein Gleichstrom-Leitungsnetz gemäß Patentanspruch 7.

Elektrische Energie wird in Kraftwerken in der Regel als Dreiphasenwechselstrom erzeugt. Zur Übertragung wird diese Energie durch Leistungstransformatoren auf sehr hohe elektrische Wechselspannungen transformiert und über Freileitungen übertragen. Bei sehr langen Freileitungen ist eine Übertragung der Energie mit Gleichstrom allerdings mit geringeren Verlusten verbunden und damit günstiger.

Bei der Gleichstromübertragung bestehen im Stand der Technik allerdings Schwierigkeiten, Leistungsflüsse in vermaschten

Leitungsnetzen zu steuern. Daher werden zur Gleichstromübertragung bisher fast ausschließlich Punkt-zu-Punkt- Verbindungen ohne Abzweigungen oder Maschen verwendet. Für die Zukunft ist allerdings ein Auf- und Ausbau von Gleich- strom-Leitungsnetzen geplant. Hierzu sind Gleichspannungs- Leitungsschutzschalter erforderlich, um die Verfügbarkeit der geplanten Gleichstrom-Leitungsnetze zu erhöhen. Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter dienen dazu, im Fehlerfall Teile eines Leitungsnetzes selektiv abzuschalten und dadurch einen Ausfall des gesamten Leitungsnetzes zu verhindern.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen verbesserten Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter bereitzustellen. Diese Aufgabe wird durch einen Gleichspannungs- Leitungsschutzschalter mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Es ist weiter Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Betreiben eines Gleichspannungs- Leitungsschutzschalters anzugeben. Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 6 gelöst. Es ist weiter Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein ausfallsichereres Gleichstrom-Leitungsnetz bereitzustellen. Diese Aufgabe wird durch ein Gleichstrom-Leitungsnetz mit den Merkmalen des Patentanspruchs 7 gelöst. Bevorzugte Weiterbil ¬ dungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

Der erfindungsgemäße Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter weist einen ersten bis fünften Knoten auf, wobei

- zwischen dem ersten Knoten und dem vierten Knoten ein erster Unterbrecher angeordnet ist,

- zwischen dem vierten Knoten und dem dritten Knoten ein zweiter Unterbrecher angeordnet ist,

- zwischen dem vierten Knoten und dem fünften Knoten eine Pa- rallelschaltung einer Kommutatoreinrichtung zu einem Energieabsorber angeordnet ist und in Serie dazu ein Schalter ange ¬ ordnet ist,

- zwischen dem zweiten Knoten und dem dritten Knoten eine Serienschaltung aus einem Halbleiterschalter und einem Wider- stand angeordnet ist. Der Halbleiterschalter ist bevorzugt ein Thyristor.

Dabei kann zwischen dem ersten Knoten und dem zweiten Knoten eine erste Gleichspannung angelegt und zwischen dem dritten Knoten und dem zweiten Knoten eine zweite Gleichspannung abgegriffen werden. Die Kommutatoreinrichtung weist bevorzugt eine Reihenschaltung eines Kommutatorwiderstands, einer Kom ¬ mutatorspule und eines Kommutatorkondensators auf. Bevorzugt umfasst der Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter eine Steuerungseinrichtung, die ausgestaltet ist, im Falle einer Abschaltung folgende Schritte vorzunehmen:

- Schließen des Schalters (190);

- Öffnen des zweiten Unterbrechers (120);

- Anschalten des Thyristors (260);

- Öffnen des ersten Unterbrechers (110) . Für die Erfindung wurde erkannt, dass der zusätzliche Thy ¬ ristorzweig bei geeigneter Ansteuerung erlaubt, einen Stromnulldurchgang sehr schnell zu erzwingen. Dieser erzwungene Nulldurchgang erlaubt vorteilhafterweise ein Auftrennen der durch den Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter gesicherten Leitung, ohne dass extreme Einschwingspannungen auftreten. Dies ermöglicht vorteilhafterweise eine sehr kompakte und kostengünstige Ausführung des Gleichspannungs- Leitungsschutzschalters und verkürzt die maximal notwendige Zeit zur vollständigen Stromunterbrechung und selektiven Abschaltung eines Teils eines Leitungsnetzes.

Bevorzugt ist der zweite Unterbrecher ein hybrider Unterbre ¬ cher. In einer bevorzugten Ausführungsform des Gleichspan- nungs-Leitungsschutzschalters ist der erste Unterbrecher ein SF6-Unterbrecher . Vorteilhafterweise eignen sich SF6- Unterbrecher zum Unterbrechen sehr großer Spannungen. Bevorzugt ist der zweite Unterbrecher ein Vakuum-Unterbrecher. Vorteilhafterweise eignen sich Vakuum-Unterbrecher für große Schalthäufigkeiten und sind weitgehend wartungsfrei.

Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betreiben eines

Gleichspannungs-Leitungsschutzschalters , der auf die oben ge ¬ nannte Weise ausgebildet ist, beginnt in einem Zustand, in dem der Schalter geöffnet ist, und weist Schritte auf zum De- tektieren eines Anstiegs einer Stromstärke eines im

Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter fließenden elektrischen Stroms, zum Schließen des Schalters und zum Öffnen des zweiten Unterbrechers. Weitere Schritte umfassen das Anschal- ten des Halbleiterschalters, beispielsweise des Thyristors und das Öffnen des ersten Unterbrechers. Vorteilhafterweise erlaubt dieses Verfahren eine physikalische Unterbrechung ei ¬ nes Leitungsnetzes mit einem Energieniveau von bis zu 20 MJ in einem Zeitraum von etwa 10 ms. Dies entspricht vorteil- hafterweise der bisherigen Praxis in Wechselstrom- Leitungsnetzen . Ein erfindungsgemäßes Gleichstrom-Leitungsnetz weist einen Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter der vorgenannten Art auf. Vorteilhafterweise können bei diesem Gleichstrom- Leitungsnetz Teile des Leitungsnetzes im Fehlerfall selektiv abgeschaltet werden, ohne dass dies einen Ausfall des gesam ¬ ten Gleichstrom-Leitungsnetzes zur Folge hat.

Dabei ist der Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter im

Gleichstrom-Leitungsnetz bevorzugt so angeordnet, dass der erste Knoten eine Eingangsseite in Verbindung mit einem Pol einer Gleichspannungsquelle darstellt und der zweite Knoten mit dem anderen Pol der Gleichspannungsquelle verbunden ist.

In einer bevorzugten Ausführungsform des Gleichstrom- Leitungsnetzes weist dieses mindestens eine Masche auf. Vor ¬ teilhafterweise erlaubt der im Gleichstrom-Leitungsnetz eingesetzte Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter eine ver- maschte Ausgestaltung des Gleichstrom-Leitungsnetzes. Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung, sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläu- tert werden. Dabei zeigen:

Figur 1 eine Schaltungsanordnung eines Gleichspannungs- LeitungsschutzSchalters ; Figur 2 ein Diagramm zum Quellstromverlauf der Schaltungsanordnung im Vergleich zu einer bekannten Schaltungsanordnung;

Figur 3 ein Diagramm zum Leitungsstromverlauf der Schaltungs anordnung im Vergleich zu einer bekannten Schaltungsanordnung; und

Figur 4 ein Diagramm zum Spannungsverlauf der Unterbrecher der Schaltungsanordnung. Figur 1 zeigt eine Schaltungsanordnung eines Gleichspannungs- Leitungsschutzschalters 100. Der Gleichspannungs- Leitungsschutzschalter kann in einem Gleichstrom-Leitungsnetz integriert werden, um im Falle eines Kurzschlusses einen Teil des Gleichstrom-Leitungsnetzes selektiv abzuschalten. Der Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter 100 kann beispielsweise zur Verwendung in einem Hochspannungs-Gleichstrom- Leitungsnetz vorgesehen sein. Der Gleichspannungs- Leitungsschutzschalter 100 ermöglicht in einem Gleichstrom- Leitungsnetz einen Schutz der positiven Phase gegen das Erdpotential, der negativen Phase gegen das Erdpotential und der positiven Phase gegen die negative Phase. Der Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter 100 weist einen ersten bis siebten Knoten 101...107 auf. Die Knoten 101...107 sind Schaltungsknoten des Gleichspannungs- Leitungsschutzschalters 100, die sich jeweils auf einem elektrischen Potential befinden. Die Knoten 101...107 können demnach jeweils auch elektrische Leiterabschnitte umfassen, sofern die elektrischen Widerstände dieser Leiterabschnitte vernachlässigbar sind.

Zwischen dem ersten Knoten 101 und dem zweiten Knoten 102 des Gleichspannungs-Leitungsschutzschalters 100 kann eine Gleich ¬ spannung 200 angelegt werden. Die Gleichspannung 200 kann eine Quellenspannung sein, die durch einen Hochspannungsgleichrichter an ein Gleichstrom-Leitungsnetz angelegt wird. Der erste Knoten 101 und der zweite Knoten 102 bilden in diesem Fall eine Eingangsseite des Gleichspannungs- Leitungsschutzschalters 100 und des an den Gleichspannungs- Leitungsschutzschalter 100 anschließenden Gleichstrom- Leitungsnetzes. Die zwischen dem ersten Knoten 101 und dem zweiten Knoten 102 angelegte Gleichspannung 200 kann bei- spielsweise 500 kV betragen. Die Gleichspannung 200 kann jedoch auch höhere Spannungswerte von mehr als 1200 kV anneh ¬ men. Die Gleichspannung 200 kann in dem Gleichstrom- Leitungsnetz, in dem der Gleichspannungs- Leitungsschutzschalter 100 verwendet wird, einen Gleichstrom von 20 kA oder mehr anregen.

Zwischen dem dritten Knoten 103 und dem zweiten Knoten 102 des Gleichspannungs-Leitungsschutzschalters 100 kann eine

Ausgangsspannung 210 abgegriffen werden. Die Ausgangsspannung 210 ist eine Gleichspannung und entspricht im Wesentlichen der zwischen dem ersten Knoten 101 und dem zweiten Knoten 102 angelegten Gleichspannung 200. Im Falle eines Kurzschlusses kann der Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter 100 die Verbindung zwischen dem ersten Knoten 101 und dem dritten Knoten 103 jedoch auftrennen, so dass die Ausgangsspannung 210 nicht mehr der Gleichspannung 200 entspricht. An dem dritten Knoten 103 und dem zweiten Knoten 102 können sich Leitungsteile des Gleichstrom-Leitungsnetzes anschlie ¬ ßen, in dem der Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter 100 verwendet wird. Diese Teile des Gleichstrom-Leitungsnetzes sind in Figur 1 schematisch durch eine Leitungsimpedanz 220, einen Leitungswiderstand 230 und einen Lastwiderstand 240 dargestellt .

Zwischen dem ersten Knoten 101 und dem vierten Knoten 104 ist ein Hilfs-Unterbrecher 110 angeordnet. Der Hilfs-Unterbrecher 110 dient dazu, im Falle eines Kurzschlusses eine elektrische Verbindung zwischen dem ersten Knoten 101 und dem vierten Knoten 104 aufzutrennen.

Zwischen dem vierten Knoten 104 und dem dritten Knoten 103 weist der Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter 100 einen hybriden Unterbrecher 120 auf. Der hybride Unterbrecher 120 dient dazu, im Falle eines Kurzschlusses die elektrische Ver ¬ bindung zwischen dem vierten Knoten 104 und dem dritten Knoten 103 aufzutrennen.

Der Hilfs-Unterbrecher 110 und der hybride Unterbrecher 120 können die elektrische Verbindung zwischen dem ersten Knoten 101 und dem dritten Knoten 103 nur auftrennen, wenn ein zwi- sehen dem ersten Knoten 101 und dem dritten Knoten 103 fließender elektrischer Strom klein ist, sich also dem Wert 0 annähert. Andernfalls kommt es während des Auftrennens der Ver ¬ bindung zwischen dem ersten Knoten 101 und dem dritten Knoten 103 zur nichtlöschbaren Ausbildung von Lichtbögen, die den Hilfs-Unterbrecher 110, den hybriden Unterbrecher 120, den gesamten Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter 100 oder auch weitere Teile eines Gleichstrom-Leitungsnetzes beschädigen oder zerstören können. Somit muss im Falle eines Kurzschlus- ses der zwischen dem ersten Knoten 101 und dem dritten Knoten 103 fließende elektrische Strom binnen kürzester Zeit auf 0 abgesenkt werden, damit der Hilfs-Unterbrecher 110 und der hybride Unterbrecher 120 die elektrische Verbindung zwischen dem ersten Knoten 101 und dem dritten Knoten 103 unterbrechen können. Hierzu weist der Gleichspannungs- Leitungsschutzschalter 100 eine Kommutatorschaltung auf, die zwischen dem vierten Knoten 104 und dem fünften Knoten 105 angeordnet ist. Die Kommutatorschaltung des Gleichspannungs- Leitungsschutzschalters 100 umfasst einen Kommutatorwi ¬ derstand 150, eine Kommutatorspule 160 und einen Kommutator ¬ kondensator 170. Der Kommutatorwiderstand 150 ist zwischen dem ersten Knoten 101 und dem sechsten Knoten 106 angeordnet. Die Kommutatorspule 160 ist zwischen dem sechsten Knoten 106 und dem siebten Knoten 107 angeordnet. Der Kommutatorkondensator 170 ist zwischen dem siebten Knoten 107 und dem fünften Knoten 105 angeordnet. Es wäre jedoch auch möglich, die Rei ¬ henfolge von Kommutatorwiderstand 150, Kommutatorspule 160 und Kommutatorkondensator 170 zu ändern. Wesentlich ist lediglich, dass der Kommutatorwiderstand 150, die Kommuta ¬ torspule 160 und der Kommutatorkondensator 170 eine Reihenschaltung bilden und zwischen dem ersten Knoten 101 und dem fünften Knoten 105 angeordnet sind.

Die Kommutatorschaltung dient dazu, einen elektrischen Gegenstrom durch den Vakuumunterbrecher 120 zu erzeugen, der dem gewöhnlichen Stromfluss durch den Hilfs-Unterbrecher 110 und den hybriden Unterbrecher 120 entgegen gerichtet ist und diesen kompensiert. Auf diese Weise bewirkt die Kommutatorschal ¬ tung einen Nulldurchgang des Stromflusses durch den HilfsUnterbrecher 110 und den hybriden Unterbrecher 120, der es dem Hilfs-Unterbrecher 110 und dem hybriden Unterbrecher 120 ermöglicht, die elektrische Verbindung zwischen dem ersten Knoten 101 und dem dritten Knoten 103 zu unterbrechen.

Zwischen dem fünften Knoten 105 und dem dritten Knoten 103 ist ein Schalter 190 angeordnet. Der Schalter 190 kann ein

Halbleiterschalter sein, beispielsweise ein Bipolartransistor mit isolierter Gate-Elektrode (IGBT) oder ein Thyristor

(three terminal Semi-Conductor Rectifier, SCR) . Ist der

Schalter 190 geschlossen, also leitend, so ist die aus Kommu- tatorwiderstand 150, Kommutatorspule 160 und Kommutatorkon ¬ densator 170 gebildete Kommutatorschaltung dem hybriden Unterbrecher 120 parallel geschaltet.

Der Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter 100 weist ferner einen Energieabsorber 180 auf, der zwischen dem vierten Knoten 104 und dem fünften Knoten 105 angeordnet ist. Der Energieabsorber 180 ist somit der Kommutatorschaltung parallel geschaltet. Der Energieabsorber 180 dient dazu, die im Fall eines Kurzschlusses und einer durch den Gleichspannungs- Leitungsschutzschalter 100 bewirkten Unterbrechung freiwerdende Energie zu absorbieren. Der Energieabsorber 180 kann beispielsweise einen ZnO-Varistorstapel umfassen.

Der durch die aus Kommutatorwiderstand 150, Kommutatorspule 160 und Kommutatorkondensator 170 gebildete Kommutatorschal ¬ tung generierte Gegenstrom kann über die Größe des Kommuta ¬ torwiderstands 150 und des Kommutatorkondensators 170 festge ¬ legt werden. Es gilt:

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Die Gleichspannung 200 kann beispielsweise 500 kV betragen. Ein am ersten Knoten 101 des Gleichspannungs- Leitungsschutzschalters 100 in den Gleichspannungs- Leitungsschutzschalter 100 fließender Strom kann beispielsweise eine Stromstärke von 20 kA aufweisen.

Zwischen dem dritten Knoten 103 und dem zweiten Knoten 102 ist bei dem vorliegenden Gleichspannungs- Leitungsschutzschalter 100 eine Thyristor-Serienschaltung aus einem Thyristor 260 und einem Widerstand 250 angeordnet. Dem Widerstand 250 ist wiederum ein nichtlinearer Energieabsorber 270 parallel geschaltet.

Im gewöhnlichen Betrieb des Gleichspannungs- Leitungsschutzschalters 100 ist der Schalter 190 des

Gleichspannungs-Leitungsschutzschalters 100 geöffnet. Strom- fluss zwischen dem ersten Knoten 101 und dem dritten Knoten 103 ist über den Hilfs-Unterbrecher 110 und den hybriden Unterbrecher 120 möglich. Kommt es im Gleichstrom-Leitungsnetz, in dem der Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter 100 verwendet wird, zu einem Kurzschluss, so steigt der durch den

Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter 100 fließende elektri- sehe Strom stark an. Dies wird durch eine in Figur 1 nicht dargestellte Detektionsvorrichtung detektiert. Wird ein übermäßiger Anstieg des im Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter 100 fließenden elektrischen Stroms erkannt, so wird eine Ab ¬ schaltung unternommen.

Figur 2 zeigt einen ersten Quell-Stromverlauf 31 der Gleichspannungsquelle, wenn keine Thyristor-Serienschaltung verwendet wird, und im Vergleich dazu einen zweiten Quell- Stromverlauf 30, wie er sich bei der Abschaltung durch den Gleichspannungs-Leitungsschutzschalters 100 ergibt. Dabei sind ein erster bis fünfter Zeitpunkt 21...25 markiert. Wird ein übermäßiger Anstieg des im Gleichspannungs- Leitungsschutzschalter 100 fließenden elektrischen Stroms erkannt, so wird in einem ersten Schritt zum ersten Zeitpunkt 21 von ca. 10 ms nach dem Erkennen des Kurzschlusses der Schalter 190 geschlossen, so dass eine leitende Verbindung zwischen dem fünften Knoten 105 und dem dritten Knoten 103 des Gleichspannungs-Leitungsschutzschalters 100 besteht.

In der Folge kommt es zu einem Stromfluss zwischen dem ersten Knoten 101 und dem dritten Knoten 103 über die aus Kommutatorwiderstand 150, Kommutatorspule 160 und Kommutatorkonden ¬ sator 170 gebildete Kommutatorschaltung. Dieser Stromfluss gleicht einen Stromfluss über den Hilfs-Unterbrecher 110 und den hybriden Unterbrecher 120 aus, so dass der über den

Hilfs-Unterbrecher 110 und den hybriden Unterbrecher 120 fließende elektrische Strom auf den Wert null zurückgeht.

Zu diesem Zeitpunkt unterbrechen der Hilfs-Unterbrecher 110 und der hybride Unterbrecher 120 die elektrisch leitende Ver- bindung zwischen dem ersten Knoten 101 und dem dritten Knoten 103. Durch Induktivitäten in dem Gleichspannungs- Leitungsschutzschalter 100 nachfolgenden Teilen des Gleichstrom-Leitungsnetzes, die in Figur 1 durch die Leitungsimpe ¬ danz 220 repräsentiert sind, wird der am dritten Knoten 103 fließende elektrische Strom jedoch noch aufrechterhalten und die im Gleichstrom-Leitungsnetz gespeicherte elektrische Energie wird frei. Diese elektrische Energie wird durch den Energieabsorber 180 absorbiert, ohne dass der Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter 100 oder andere Teile des

Gleichstrom-Leitungsnetzes beschädigt werden.

In einem zweiten Schritt wird zum zweiten Zeitpunkt 22, zu dem der Strom durch den hybriden Unterbrecher 120 weitgehend ausgelöscht ist, der hybride Unterbrecher 120 geöffnet und somit der Strom hier temporär unterbrochen. Der Strom kommu- tiert in der Folge im mit 35 bezeichneten Zeitraum in die Kommutatorschaltung. Wegen der großen induktiv gespeicherten Energie im Netzwerk wird dabei der Kommutatorkondensator 170 bis zu umgekehrter Polarität geladen, sodass die am Thyristor 260 anliegende Spannung positiv wird.

Zum dritten Zeitpunkt 23 wird nun der Thyristor 260 einge- schaltet. Daraus resultierend kommutiert nun der Strom zuneh ¬ mend in die Thyristor-Serienschaltung. Der Spannungsabfall über den Widerstand 250 steigt hierdurch an. Dadurch wiederum wird die Spannung am Hilfs-Unterbrecher 110 zu Null. Dies führt dazu, dass der Quellstrom 30 bereits beim vierten Zeit- punkt, im vorliegenden Beispiel bei ca. 16 ms, zu Null wird, während beim ersten Quell-Stromverlauf 31 der Strom erst beim fünften Zeitpunkt 25 von ca. 21,2 ms Null erreicht.

Figur 3 ist ein Diagramm des zeitlichen Verlaufs des zugehö- rigen ersten Laststroms 40 ohne Thyristor-Serienschaltung und zweiten Laststroms 41 mit Thyristor-Serienschaltung. Figur 4 zeigt, aufgetragen in Spannungen von kV gegen Zeiten von ms, den Spannungsverlauf 42 über den hybriden Unterbrecher 120 und den Spannungsverlauf 43 über den Hilfsunterbrecher 110.

Der Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter 100 ermöglicht eine physikalische Trennung in einem Gleichstrom-Leitungsnetz bei Energien von bis zu 20 MJ in einer Zeit in der Größenordnung von 10 ms. Dabei ist die Isolationszeit gegenüber einem Schalter ohne den Thyristorzweig um ca. 14% gesenkt. Dies entspricht dem bei Wechselspannungs-Leitungsnetzen Üblichen. Der Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter 100 erlaubt die Verwendung von Gleichstrom-Leitungsnetzen mit Maschen, also von Gleichstrom-Leitungsnetzen, die nicht lediglich eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung umfassen. Der Gleichspannungs- Leitungsschutzschalter 100 ist besonders vorteilhaft für die Verwendung in Multi-Terminal-Off-Shore-Hochspannungs- Einspeisepunkten, die erneuerbare Energiequellen nutzen. Der Gleichspannungs-Leitungsschutzschalter 100 kann beispielswei- se in Kombination mit Windkraftanlagen verwendet werden.

Ein weiterer Vorteil des beschriebenen Leistungsschutzschal ¬ ters besteht darin, dass der Energieabsorber kleiner ausfal- len kann, da die Energie im zusätzlichen Thyristorzweig abge ¬ baut wird.