Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
DISC BRAKE FOR A COMMERCIAL VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2014/016224
Kind Code:
A1
Abstract:
A disc brake for a commercial vehicle, having a brake calliper which reaches over a brake disc, brake linings which are mounted therein and make contact with the brake disc in a functional position, wherein at least one brake lining, with a carrier plate and a friction lining fastened thereto, can be pressed onto the brake disc by means of a brake application device via at least one actuating spindle which is mounted in the brake calliper and via a pressure piece which is connected thereto, wherein, in order to seal a passage opening of the actuating spindle out of the brake calliper or a closure plate, a folding bellows (7) which is fastened thereto directly or indirectly and is made from an elastomer, is configured in such a way that the folding bellows (7) has at least one spacer element (10) at least in regions on the side thereof which faces the pressure piece.

Inventors:
WEGGARTNER, Robert (Duschlstr. 5, Pfarrkirchen, 84347, DE)
ÖZER, Sükrü (Josef-Wilmerdinger Str. 17, Aldersbach, 94501, DE)
Application Number:
EP2013/065357
Publication Date:
January 30, 2014
Filing Date:
July 19, 2013
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
KNORR-BREMSE SYSTEME FÜR NUTZFAHRZEUGE GMBH (Moosacher Str. 80, München, 80809, DE)
International Classes:
F16D65/18; F16D55/226; F16J3/04
Domestic Patent References:
WO2010049133A12010-05-06
Foreign References:
DE19515063C11997-02-06
US20040026194A12004-02-12
DE102005028754A12007-04-19
DE10313696A12004-10-21
DE19515063C11997-02-06
Download PDF:
Claims:
Ansprüche

1 . Scheibenbremse für ein Nutzfahrzeug, mit einem eine Bremsscheibe

übergreifenden Bremssattel (1 ), darin gelagerten Bremsbelägen (2), die die Bremsscheibe in Funktionsstellung kontaktieren, wobei mindestens ein Bremsbelag (2), mit einer Trägerplatte (3) und einem daran befestigten Reibbelag (4) mittels einer Zuspanneinrichtung über zumindest eine im Bremssattel (1 ) gelagerte Stellspindel (5) und ein damit verbundenes Druckstück (6) an die Bremsscheibe andrückbar ist, wobei zur Abdichtung einer Durchtrittsöffnung (9) der Stellspindel (5) aus dem Bremssattel (1 ) oder einer Verschlussplatte (8) ein daran direkt oder indirekt befestigter Faltenbalg (7) aus einem Elastomer vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Faltenbalg (7) auf seiner dem Druckstück (6) zugewandten Seite zumindest bereichsweise mindestens einen Abstandshalter aufweist.

2. Scheibenbremse nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der

Abstandshalter einstückig an den Faltenbalg (7) angeformt ist.

3. Scheibenbremse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandshalter aus einer bereichsweisen, jedoch umfänglichen Profilierung besteht.

4. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilierung aus Noppen (10) oder Rippen besteht.

5. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilierung an den dem Druckstück (6) zugewandten Kehren von Faltungen (14) des Faltenbalges (7) angeordnet sind.

6. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandshalter aus einem umlaufenden Kragen (1 1 ) gebildet ist.

7. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kragen (1 1 ) einseitig an einen an der Stellspindel (5) oder dem Druckstück (6) anliegenden Dichtring (12) oder einer äußeren Faltung (14) angeformt ist.

8. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kragen (1 1 ) die Faltungen (14) im Bereich mehrerer Kehren überdeckt.

9. Scheibenbremse nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kragen (1 1 ) mit geringem Abstand zu den Faltungen (14) angeordnet ist.

Description:
Scheibenbremse für ein Nutzfahrzeug

Die Erfindung betrifft eine Scheibenbremse für ein Nutzfahrzeug gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 .

Aus der DE 195 15 063 C1 ist eine solche Scheibenbremse bekannt, bei der die Druckstücke als separate Bauteile mit den zugeordneten Stellspindeln verbunden sind. Um den Austrittsbereich der jeweiligen Stellspindel aus dem Bremssattel hin zum Bremsbelag abzudichten, ist jeder Stellspindel ein Faltenbalg zugeordnet, durch den der Austrittsbereich vor Verschmutzung und Witterungseinflüssen geschützt ist. Dabei ist der Faltenbalg einerseits in eine Verschlussplatte eingepresst, die eine Montageöffnung des Bremssattels verschließt und die von den Stellspindeln durchtreten wird, und andererseits an der Stellspindel oder am Druckstück gehalten. Für den Fall einer einstückigen Ausbildung des Bremssattels, wenn also keine Verschlussplatte zum Einsatz kommt, ist der Faltenbalg direkt am

Bremssattel, vorzugsweise ebenfalls durch Einpressen befestigt.

Zur axialen Beweglichkeit des Faltenbalges, insbesondere beim Zuspannen der Bremse, besteht der Faltenbalg in seinem formbaren Bereich aus einem

Elastomer.

Konstruktionsbedingt befindet sich der Faltenbalg in unmittelbarer Nähe zum Druckstück und der Stellspindel, wobei das Druckstück direkt am Bremsbelag, d.h. einer einen Reibbelag tragenden Belagträgerplatte anliegt. Im Fall einer Bremsung heizen sich aufgrund der entstehenden Reibungswärme sowohl die Belagträgerplatte wie auch das Druckstück sehr stark auf. In der Folge kommt es häufig zu einer Kontaktierung des Faltenbalgs am Druckstück, die zu einer thermischen Überlastung des Elastomers führt, das dadurch spröde und in Konsequenz undicht wird. Auch besteht die Gefahr, dass der Faltenbalg mit seinem Elastomerbereich mit dem Druckstück verklebt, wodurch die Beweglichkeit des Faltenbalgs eingeschränkt und bei zunehmendem Verschleiß sogar zu dessen Zerstörung führt.

Auch die thermische Abstrahlung des Bremsbelages, d.h. der Belagträgerplatte führt zu einer Beschädigung des Faltenbalgs und letztlich zu dessen Funktionsausfall infolge von Undichtigkeit.

Damit besteht aber die Gefahr, dass die zu schützenden Bauteile, wie die Stellspindel einschließlich Gewindelagerungen im Bremssattel, beschädigt werden, so dass es unter Umständen zu einer Störung dieser Funktionsteile bis hin zu deren Ausfall kommen kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Scheibenbremse der gattungsgemäßen Art so weiterzuentwickeln, dass ihre Betriebssicherheit verbessert und die Standzeit erhöht wird.

Diese Aufgabe wird durch eine Scheibenbremse mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Durch die in diesem Sinne ausgebildete Scheibenbremse, insbesondere der

Faltenbälge, ergeben sich eine ganze Reihe von Vorteilen, die im Wesentlichen dadurch erreicht werden, dass die funktionsrelevanten Bereiche der Faltenbälge nun nicht mehr in unmittelbarem Kontakt mit den jeweiligen Druckstücken geraten und ihre Wärmebeaufschlagung minimiert wird.

Die Beanspruchung der Faltenbälge sowohl durch die beim Bremsen entstehende Reibungshitze wie auch durch mechanische Belastungen, insbesondere durch Witterungseinflüsse oder durch im Fahrbetrieb eindringende Partikel, namentlich Steinchen oder dergleichen, wird nun soweit herabgesetzt, dass praktisch keine Einschränkung der optimalen Standzeit zu befürchten ist.

Naturgemäß ist dies mit einer durchaus bemerkenswerten Kostenreduzierung verbunden, vor allem da nun diesbezügliche Reparaturarbeiten, wenn überhaupt nur in sehr viel längeren Zeiträumen erforderlich sind, wobei nicht nur der Reparaturaufwand, sondern auch die dazu notwendigen Stillstandszeiten des Nutzfahrzeuges zu rechnen sind.

Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, den jewei- ligen Abstandshalter einstückig mit dem Faltenbalg auszubilden, d.h., ebenfalls aus einem Elastomer, wobei der Abstandshalter unmittelbar bei der Herstellung des Faltenbalges angebracht werden kann.

Gegenüber einer mehrstückigen Ausbildung, die durchaus denkbar ist, stellt sich die einstückige Konzeption als gegenüber dem bekannten Faltenbalg im Wesentlichen kostenneutral dar.

Nach einem weiteren Gedanken der Erfindung ist vorgesehen, den Abstandshalter als partiell strukturierte Oberfläche des Faltenbalgs auszubilden, die dann im potentiellen Anlagebereich mit dem Druckstück oder anderen gefährdeten Bereichen entsprechend modifiziert ist.

Als Profilierung können Noppen oder Rippen vorgesehen sein, durch die die Kontaktfläche zum Druckstück stark verkleinert wird.

Eine andere Ausführungsvariante der Erfindung besteht in der Ausbildung des Abstandshalters als einem abständig zu den potentiell gefährdeten Faltungen des Faltenbalgs angeordneten und diese überdeckenden umlaufenden Kragen, der ebenfalls einstückig mit dem Faltenbalg ausgebildet sein kann, in jedem Fall jedoch fest mit diesem verbunden ist.

Dabei wirkt dieser Kragen wie ein ringförmiger Schirm, der durch den Abstand zu den Faltungen eine Isolierschicht bildet, andererseits am Druckstück zur Anlage kommen kann und damit sozusagen eine zweite Schicht bildet, ohne den Faltenbalg im Übrigen in Mitleidenschaft zu ziehen.

Aufgrund der verminderten Belastung des Faltenbalges und der sich daraus ergebenden höheren Standzeit, sind auch die zu schützenden Funktionsteile, wie beispielsweise die genannten Stellspindeln, dauerhaft geschützt, wodurch sich eine Verbesserung der Betriebssicherheit auch dieser Funktionsteile ergibt. Im Übrigen besteht die Möglichkeit, den neuen Faltenbalg nachträglich zu montieren, wenn beispielsweise bei einem Bremsbelagwechsel das Druckstück ebenfalls ausgetauscht wird, mit dem daran befestigten Faltenbalg. Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen beschrieben.

Es zeigen:

Figur 1 einen Teilausschnitt einer Scheibenbremse nach dem Stand der

Technik in einer geschnittenen Draufsicht

Figuren

2 und 3 jeweils ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Faltenbalgs als Einzelheit in einer geschnittenen Seitenansicht. In der Figur 1 ist ein Teil einer Scheibenbremse nach dem Stand der Technik dargestellt, die einen als Schiebesattel ausgebildeten Bremssattel 1 aufweist.

Mittels einer Zuspanneinrichtung ist über Stellspindeln 5, von denen in der Figur lediglich eine dargestellt ist und die im Bremssattel 1 gelagert sind, ein Bremsbelag 2 gegen eine nicht dargestellte Bremsscheibe pressbar, wobei mit der Stellspindel 5 ein Druckstück 6 angeschlossen ist, das am Bremsbelag 2 anliegt.

Dabei besteht der Bremsbelag 2 aus einer Trägerplatte 3 und einem darauf be- festigten Reibbelag 4, der die Bremsscheibe im Fall einer Bremsung kontaktiert. Das Druckstück 6, das an die Stellspindel 5 angeschraubt ist, liegt hierbei an der Trägerplatte 3 an.

Im Beispiel ist der Bremssattel 1 auf seiner dem Bremsbelag 2 zugewandten Seite weitgehend durch eine Verschlussplatte 8 verschlossen, die von der

Stellspindel 5 durchtreten ist, wozu die Verschlussplatte 8 eine Durchtrittsöff- nung 9 aufweist. Zur Abdichtung der Durchtrittsöffnung 9 ist ein mit der Verschlussplatte 8 verdrehsicher verbundener Faltenbalg 7 vorgesehen, der andererseits an der Stellspindel 5 bzw. am Druckstück 6 hermetisch dicht anliegt. Gemäß der Erfindung weist der Faltenbalg 7 auf seiner dem Druckstück 6 zugewandten Seite mindestens einen Abstandshalter auf.

In den Figuren 2 und 3 ist jeweils eine Ausführungsvariante eines solchen Faltenbalges 7 dargestellt.

Dabei sind Faltungen 14 des Faltenbalges 7 in einem möglichen Anlagebereich mit dem Druckstück 6 mit Noppen 10, alternativ auch mit Rippen versehen, die einstückig an die aus einem Elastomer bestehenden Faltungen 14 im Bereich ihrer Kehren angeformt sind. D.h., die Noppen 10 bestehen ebenfalls aus ei- nem Elastomer.

Bei dem in der Figur 3 gezeigten Beispiel besteht der Abstandshalter aus einem konzentrischen Kragen 1 1 , der an einen in der Stellspindel 5 bzw. dem Druckstück 6 anliegenden Dichtring 12 angeformt ist und der ebenfalls aus Elastomer besteht. In diesen Dichtring 12 ist ein metallischer Stützring 13 eingebettet, um eine ausreichende Dichtpressung an der Stellspindel 5 zu erreichen.

Der Kragen 1 1 ist lediglich einseitig und zwar an dem genannten Dichtring 12 gehalten, so dass sich ein radial nach außen erstreckender Flügel ergibt, der die Faltungen 14 mit geringem Abstand überdeckt. Denkbar ist auch, den Kragen an der äußeren Faltung 14 anzuschließen, so dass er nach innen ausgerichtet ist.

Bezugszeichenliste

1 Bremssattel

2 Bremsbelag

3 Trägerplatte

4 Reibbelag

5 Stellspindel

6 Druckstück

7 Faltenbalg

8 Verschlussplatte

9 Durchtrittsöffnung 0 Noppen

1 1 Kragen

12 Dichtring

13 Stützring

14 Faltung