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Title:
DISC BRAKE FOR A UTILITY VEHICLE, AND BRAKE PAD SET
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/054825
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a disc brake for a utility vehicle, comprising a brake caliper which extends over the brake disc, is designed as a sliding caliper, is secured to a stationary brake carrier (6), and has a central opening over the brake disc. The disc brake also comprises two brake pads (3, 3') which are arranged in the brake caliper and can be moved in opposite directions, and which each have a lining carrier plate (4) and a friction lining (5) secured thereon. An action-side or application-side brake pad (3) can be pressed against the brake disc by means of an application device via at least one brake piston. The disc brake also comprises at least one return device (8), by means of which the brake pads (3, 3') can be returned after a movement caused by a braking process and after a release of the brakes. The disc brake is designed such that the return device (8) has at least one return element (17, 18) which is attached to a brake pad (3, 3') and which is arranged between said brake pad (3, 3') and a stationary reference, and which exerts a return force on the brake pad (3, 3'). The invention also relates to a corresponding brake pad set.

Inventors:
MOLNAR, Markus (Ignaz-Keil-Straße 37, Fürstenzell, 94081, DE)
NESMJANOWITSCH, Igor (Ringofenstr. 15, Hengersberg, 94491, DE)
HAUSER, Maximilian (Ludwig-Thoma-Str. 13a, Fürstenzell, 94081, DE)
BRANDL, Christian (Deggendorfer Str. 54, Plattling, 94447, DE)
HEINDL, Martin (Falkenweg 19, Eging am See, 94535, DE)
PLEINTINGER, Martin (Salzberg 1, Eichendorf, 94428, DE)
Application Number:
EP2017/073446
Publication Date:
March 29, 2018
Filing Date:
September 18, 2017
Export Citation:
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Assignee:
KNORR-BREMSE SYSTEME FÜR NUTZFAHRZEUGE GMBH (Moosacher Str. 80, München, 80809, DE)
International Classes:
F16D55/226; F16D65/092; F16D65/097
Foreign References:
US20130025981A12013-01-31
DE202016102686U12016-06-23
DE102012102584A12013-09-26
DE102007001213A12008-07-10
DE102012006111A12013-09-26
DE4301621A11993-08-26
US20140339026A12014-11-20
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Claims:
Ansprüche

1 . Scheibenbremse (10) für ein Nutzfahrzeug, mit einem eine Bremsscheibe (2) übergreifenden, als Schiebesattel ausgebildeten Bremssattel (1 ), der an ei- nem ortsfesten Bremsträger (6) befestigt ist und eine zentrale Öffnung (9) über der Bremsscheibe (2) aufweist, zwei im Bremssattel (1 ) angeordneten, gegensinnig bewegbaren, jeweils eine Belagträgerplatte (4) und einen darauf befestigten Reibbelag (5) aufweisenden Bremsbelägen (3, 3'), von denen ein akti- onsseitiger bzw. zuspannseitiger Bremsbelag (3), mittels einer Zuspanneinrich- tung über mindestens einen Bremsstempel gegen die Bremsscheibe (2) pressbar ist, sowie mindestens einer Rücksteileinrichtung (8), mit welcher die Bremsbeläge (3, 3') nach einem bremsbedingten Verschieben und Lösen der Bremse rückführbar sind,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Rücksteileinrichtung (8) mindestens ein an einem Bremsbelag (3, 3') angebrachtes Rückstellelement (17, 18, 27, 27') aufweist, das zwischen diesem Bremsbelag (3, 3') und einer ortsfesten Referenz angeordnet ist und auf den Bremsbelag (3, 3') eine Rückstell kraft ausübt. 2. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (17, 18) eine Zugkraft als Rückstellkraft auf den Bremsbelag (3, 3') ausübt, an welchem das mindestens eine Rückstellelement (17, 18) angebracht ist.

3. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (17, 18) zwischen der ortsfesten Referenz und dem Bremsbelag (3, 3') vorgespannt angeordnet ist.

4. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 2 oder 3,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (17, 18) an einer Druckseite (4b) einer Belagträgerplatte (4) des Bremsbelags (3, 3') angebracht ist.

5. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 4,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (17, 18) mit Befestigungsarmen (17b; 18b) an der Belagträgerplatte (4) des Bremsbelags (3, 3') zentral, an einem oberen, unteren oder/und seitlich liegenden Randbereich der Belagträgerplatte (4) angebracht ist, wobei das mindestens eine Rückstellelement (17, 18) mit mindestens einem Federarm (17d, 17f; 18a) mit der ortsfesten Referenz verbunden ist.

6. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 5,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (17, 18) zumindest mit Unterseiten der Befestigungsarme (17b; 18b) in Bezug auf die Bremsscheibe (2) in einer Verti- kaiebene parallel zu einer Ebene der Bremsscheibe (2) liegt.

7. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 5 oder 6,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (17, 18) mit dem mindestens einen Fe- derarm (17d, 17f; 18a) mit dem Bremsträger (6) als ortsfeste Referenz verbunden ist.

8. Scheibenbremse (10) nach einem der Ansprüche 5 bis 7,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (17, 18) mit dem mindestens einen Federarm (17d, 17f; 18a) mit einem Brückenbogen (6d, 6'd) des Bremsträgers (6) als ortsfeste Referenz verbunden ist.

9. Scheibenbremse (10) nach einem der Ansprüche 5 bis 8,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (17) an dem zuspannseitigen Bremsbelag (3) angebracht ist und mit mindestens einen Federarm (17d) mit dem Bremsträger (6) als ortsfeste Referenz über einen Haltebügel (25) verbunden ist.

10. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 9,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (17) an dem zuspannseitigen Bremsbelag (3) angebracht ist, mit mindestens einen Federarm (17d) mit dem Brems- träger (6) als ortsfeste Referenz über den Haltebügel (25) verbunden ist und zusätzlich mit mindestens einem weiteren Federarm (17f) mit dem Brückenbogen (6d, 6'd) des Bremsträgers (6) als ortsfeste Referenz verbunden ist.

1 1 . Scheibenbremse (10) nach Anspruch 9 oder 10,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Haltebügel (25) zwischen dem Bremsträger (6) und Führungsholmen (26b) von Axiallagern des Bremssattels (1 ) am Bremssattel (6) angebracht ist.

12. Scheibenbremse (10) nach einem der Ansprüche 5 bis 1 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (18) an dem rückenseitigen Bremsbelag (3') mit jeweils mindestens einem Befestigungsarm (18b) an jeweils einem seit- liehen Bereich einer Druckseite (4b) der Belagträgerplatte (4) des rückenseitigen Bremsbelags (3') angebracht und mit zwei Federarmen (18a) mittig an einem Brückenbogen (6'd) des Bremsträgers (6) als ortsfeste Referenz verbunden ist. 13. Scheibenbremse (10) nach einem der Ansprüche 5 bis 1 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (18) an dem rückenseitigen Bremsbelag (3') angebracht ist und mindestens zwei Rückstelleinheiten (18') mit jeweils mindestens einem Befestigungsarm (18b) und jeweils einem Federarm (18a) aufweist, wobei die Rückstelleinheiten (18') an den seitlichen Bereichen der Druckseite (4b) der Belagträgerplatte (4) des rückenseitigen Bremsbelags (3') symmetrisch zu einer in Bezug auf eine Bremsscheibendrehachse (2a) der Bremsscheibe (2) radialen Querachse der Belagträgerplatte (4) angebracht sind.

14. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 13,

dadurch gekennzeichnet, dass

das jeder Federarm (18a) der mindestens zwei Rückstelleinheiten (18') mit dem Bremsträger (6) als ortsfeste Referenz verbunden ist.

15. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (27, 27') eine Druckkraft als Rückstellkraft auf den Bremsbelag (3, 3') ausübt, mit welchem das mindestens eine Rückstellelement (27, 27') in Kontakt steht. 16. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 15,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (27, 27') zwischen der ortsfesten Referenz und dem Bremsbelag (3, 3') vorgespannt angeordnet ist.

17. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 15 oder 16,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (27, 27') an mindestens einem Bremsträgerhorn (6c, 6'c) des Bremsträgers (6) angebracht ist, wobei der Bremsträ- ger (6) die ortsfeste Referenz bildet.

18. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 17,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (27, 27') eine Halterung (28, 28') und mindestens eine Druckfeder (29, 29') aufweist.

19. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 18,

dadurch gekennzeichnet, dass

die mindestens eine Druckfeder in der Halterung (28, 28') aufgenommen ist, welche an dem mindestens einen Bremsträgerhorn (6c, 6'c) in einer Ausnehmung (31 , 31 ') angeordnet ist.

20. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 19,

dadurch gekennzeichnet, dass

sich die mindestens eine Druckfeder (29, 29') mit einem Federende in der Halterung (28, 28') an einem Auflageabschnitt (28a, 28'a) abstützt und mit dem anderen Federende mit einem Druckabschnitt (30) der Belagträgerplatte (4) des Bremsbelags (3, 3') in Kontakt steht, wobei der Bremsbelag (3, 3') mit einer Kraft beaufschlagt wird, die ihn von der Bremsscheibe (2) wegdrückt.

21 . Scheibenbremse (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

die Rücksteileinrichtung (8) weiterhin eine an den sich gegenüberliegenden Bremsbelägen (3) angreifenden, entgegen der jeweiligen Zuspannrichtung gleich wirkenden Spreizeinrichtung (22) mit an der jeweiligen Belagträgerplatte (4) angreifenden federnden Spreizelementen aufweist.

22. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 21

dadurch gekennzeichnet, dass

die Spreizeinrichtung (22) in der zentralen Öffnung (9) angeordnet ist, wobei die Spreizelemente direkt oder indirekt außerhalb der Reibbeläge (5) eines je- den Bremsbelags (3, 3') an mindestens zwei zur Mitte abständig zueinander angeordneten Anlagebereichen der Bremsbeläge (3, 3') angreifen, wobei die Spreizeinrichtung Federarme (23) aufweist, die in dem zentralen Bereich der Öffnung (9) miteinander und mit einem Haltebügel (25), der am Bremsträger (6) angebracht ist, verbunden sind.

23. Scheibenbremse nach Anspruch 22,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Haltebügel (25) im Bereich eines zuspannseitigen Rands der Öffnung (9) angeordnet ist.

24. Scheibenbremse nach Anspruch 23,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Haltebügel (25) zwischen dem Bremsträger (6) und Führungsholmen (26b) von Axiallagern des Bremssattels (1 ) am Bremssattel (6) angebracht ist.

25. Scheibenbremse (10) nach einem der Ansprüche 22 bis 24,

dadurch gekennzeichnet, dass

sich die Spreizelemente ausgehend von dem zentralen Bereich in der Mitte der Öffnung (9) von innen nach außen zu den gleichmäßig zur Mitte abständig zu- einander angeordneten Anlagebereichen erstrecken.

26. Scheibenbremse (10) nach einem der Ansprüche 22 bis 25,

dadurch gekennzeichnet, dass

der sich der zentrale Bereich der Öffnung (9) beiderseits einer virtuellen Mitte der Öffnung (9) in etwa parallel zu der Ebene der Bremsscheibe (2) in einer

Länge in einem Bereich von 30 bis 50 % einer Längsachse der Öffnung (9) erstreckt.

27. Scheibenbremse (10) nach einem der Ansprüche 22 bis 26,

dadurch gekennzeichnet, dass

von den Federarmen (23) jeweils zwei an einer Belagseite (4a) einer zugeordneten Belagträgerplatte (4) eines zugeordneten Bremsbelags (3, 3') über jeweils ein Druckende (23b) anliegen. 28. Scheibenbremse nach einem der Ansprüche 22 bis 27,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Federarme (23) über eine Halteeinrichtung (24) mit dem Haltebügel (25) verbunden sind, wobei die Halteeinrichtung (24) zwei Haltearme (24a) aufweist, von denen sich jeder bis über den Haltebügel (25) erstreckt und mit diesem fest verbunden ist.

29. Scheibenbremse (10) nach einem der Ansprüche 22 bis 28,

dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (17) an dem zuspannseitigen Bremsbelag (3) angebracht ist und mit mindestens einen Federarm (17d) mit dem

Bremsträger (6) als ortsfeste Referenz über den Haltebügel (25), an welchem die Spreizeinrichtung (22) angebracht ist, verbunden ist. 30. Scheibenbremse (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

das mindestens eine Rückstellelement (17, 18, 27, 27') zumindest in einem dritten Angriffspunkt im Bereich des mittleren Reibradius, des Schwerpunkts oder mittig, d.h. zentral im Schnittpunkt einer gedachten Querachse und Längsachse des Bremsbelags (3, 3'), symmetrisch zur Querachse an zwei Anlagebereichen rechts und links davon auf der Längsachse oder/und in einem unteren Randbereich des Bremsbelags (3, 3') angreift und ein durch eine Spreizeinrichtung (22) erzeugtes Kippmoment verringert. 31 . Bremsbelagsatz für eine Scheibenbremse (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, aufweisend mindestens zwei Bremsbeläge (3, 3') mit jeweils einer Belagträgerplatte (4) und einem auf der Belagträgerplatte (4) angebrachten Reibbelag (5),

dadurch gekennzeichnet, dass

mindestens einer der Bremsbeläge (3, 3') mit mindestens einem Rückstellelement (17; 18) versehen ist.

32. Bremsbelagsatz nach Anspruch 31 ,

dadurch gekennzeichnet, dass

ein zuspannseitiger Bremsbelag (3) mit dem Rückstellelement (17) versehen ist, wobei das Rückstellelement (17) an einer Druckseite (4b) des zuspannseitigen Bremsbelags (3) angeordnet und mit mindestens einem Befestigungsarm (17b) angebracht ist, und wobei der Bremsbelagsatz zudem einen Haltebügel (25) aufweist.

33. Bremsbelagsatz nach Anspruch 31 oder 32,

dadurch gekennzeichnet, dass

ein rückenseitiger Bremsbelag (3') mit dem Rückstellelement (18) versehen ist, wobei das Rückstellelement (18) an einer Druckseite (4b) des rückenseitigen

Bremsbelags (3') angeordnet und mit mindestens einem Befestigungsarm (17b) angebracht ist.

34. Bremsbelagsatz nach einem der Ansprüche 31 bis 33,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Bremsbelagsatz zudem eine Spreizeinrichtung (22) mit einem Haltebügel (25) aufweist.

Description:
BESCHREIBUNG

Scheibenbremse für ein Nutzfahrzeug und Bremsbelagsatz

Die Erfindung betrifft eine Scheibenbremse für ein Nutzfahrzeug nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 . Die Erfindung bezieht sich auch auf einen Bremsbelagsatz.

Bei einer gattungsgemäßen, auch als Schiebesattel-Bremse (oder auch Schwimmsattelbremse) bekannten Scheibenbremse wird im Fall einer Bremsung mittels einer Zuspanneinrichtung, die pneumatisch oder elektromotorisch betätigbar ist, ein aktionsseitiger Bremsbelag gegen eine fahrzeugseitige Bremsscheibe gepresst. Im weiteren Verlauf des Bremsvorgangs wird der Bremssattel, bezogen auf die Bremsscheibe, entgegen der Zuspannrichtung des aktionsseitigen Bremsbelages verschoben unter Mitnahme und Anpressen des gegenüberliegenden, reaktionsseitigen Bremsbelages an die andere Seite der Bremsscheibe.

Nach einem Lösen der Bremse verbleibt bei der bekannten Scheibenbremse der Bremssattel in dieser Position, in der die Bremsbeläge, zumindest aber der reaktionsseitige Bremsbelag zwar drucklos, jedoch schleifend an der Bremsscheibe anliegt. Die dadurch im Fahrbetrieb auftretenden Restschleifmomente der Bremsbeläge wirken sich insofern nachteilig aus als sie zu einem erhöhten Kraftstoffverbrauch führen ebenso wie zu einer Verringerung der Standzeit der beteiligten Bauteile, nämlich der Bremsscheibe und der Bremsbeläge.

Zwar erfolgt ein geringes Lösen der Bremsbeläge im Fahrbetrieb beispielsweise durch einen Taumelschlag der Bremsscheibe sowie durch Erschütterungen und Querbeschleunigungen bei Kurvenfahrten. Diese Effekte sind jedoch nicht ausreichend, um die genannten Restschleifmomente wirksam zu verhindern. Ebenso können diese Effekte nach einem Lösen der Bremsbeläge von der Bremsscheibe erneut zu einem Anliegen der Bremsbeläge an der Bremsscheibe führen, wodurch wiederum ein Restschleifmoment entstehen kann. Um diesem Problem zu begegnen, ist in der gattungsgemäßen DE 10 2007 001 213 eine Scheibenbremse offenbart mit einer Rücksteileinrichtung, die in einem der Führungsholme, über die der Bremssattel verschiebbar am Bremsträger gehalten ist, angeordnet ist und die ein federndes Rückstellelement auf- weist, durch das der Bremssattel in eine Ausgangsstellung verschoben wird.

Prinzipiell hat sich diese Konstruktion bewährt. Jedoch kann der Einsatz dieser bekannten Rücksteileinrichtung bei druckluftbetätigten Scheibenbremsen schwerer Nutzfahrzeuge zu Problemen führen, da hier weite Grenzen variabler Einflüsse durch Bauteiltoleranzen und Bauteildeformationen wirksam sind, die eine sichere Funktion dieser Rücksteileinrichtung nicht in jedem Fall zulassen.

Vergleichbare Probleme ergeben sich bei einer Scheibenbremse wie sie in der DE 10 2012 006 1 1 1 A1 thematisiert ist. Dabei ist eine Rücksteileinrichtung auf der der Zuspanneinrichtung gegenüberliegenden, dem reaktionsseitigen

Bremsbelag zugewandten Seite angeordnet, wodurch eine wirksame, insbesondere automatische Rückstellung des Bremssattels erreicht wird, bei gleichzeitig minimalstem Eingriff in die Systemsteif ig keit. In jedem Fall wirkt die Rücksteileinrichtung auf den Bremssattel, wobei der Bremsträger als Widerlager fungiert.

Die DE 43 01 621 A1 beschreibt eine Schwimmsattel-Scheibenbremse mit einem ortsfesten Bremsträger, der zwei über den äußeren Rand einer Brems- scheibe ragende Trägerarme aufweist, mit beiderseits der Bremsscheibe angeordneten, je einen Reibbelag und eine Rückenplatte aufweisenden Bremsbacken, die an den Trägerarmen verschiebbar abgestützt sind, mit einem am Bremsträger axial verschiebbar geführten Schwimmsattel, der die Bremsbacken umgreift und einen zum Andruck der Bremsbacken an die Bremsscheibe bestimmte Betätigungsvorrichtung aufweist, mit einer auf die Bremsbacken axial in Bremslöserichtung einwirkenden Federanordnung, die nach dem Bremsen das Einstellen eines Lüftspiels zwischen Bremsbacken und Bremsscheibe unterstützt. Die Federanordnung weist zumindest eine Spreizfeder auf, die an einem Trägerarm des Bremsträgers in axialer Richtung insgesamt unverschieb- bar befestigt ist, dass die Befestigung an einem über dem äußeren Rand der Bremsscheibe befindlichen Abschnitt des Trägerarms erfolgt, und dass die Spreizfeder zumindest zwei Federarme aufweist, die an den Rückplatten der Bremsbacken in axialer Richtung federnd anliegen. Die US2014/0339026 A1 beschreibt eine Spreizfeder, umfassend einen Verriegelungsarm, der die Spreizfeder mit einem Bremskomponente verbindet, einen Rückzugarm; und eine Vorspanneinrichtung, die zwischen dem Verriegelungsarm und dem Rückholarm angeordnet ist, wobei die Vorspannvorrichtung sechs spiralförmige Schleifen oder mehr umfasst, die Energie während einer Bremsenaktivierung speichern und sobald der Bremsvorgang abgeschlossen ist, die Bremskomponenten (Bremsbelag) zurückziehen. Es wird ein Bremssattel in Form eines Faustsattels, welcher kein Schiebesattel ist, angegeben. Dieser ist für ein Personenfahrzeug geeignet, jedoch nicht für ein Nutzfahrzeug.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Scheibenbremse der gattungsgemäßen Art so weiterzuentwickeln, dass mit konstruktiv einfachsten Mitteln die Standzeit insbesondere der Bremsbeläge und der Bremsscheibe erhöht und die Betriebskosten insgesamt gesenkt werden.

Eine weitere Aufgabe besteht darin, einen entsprechenden Bremsbelagsatz bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird durch eine Scheibenbremse mit den Merkmalen des An- Spruchs 1 gelöst.

Die weitere Aufgabe wird durch einen Bremsbelagsatz mit den Merkmalen des Anspruchs 31 gelöst. Eine erfindungsgemäße Scheibenbremse für ein Nutzfahrzeug, mit einem eine Bremsscheibe übergreifenden, als Schiebesattel ausgebildeten Bremssattel, der an einem ortsfesten Bremsträger befestigt ist und eine zentrale Öffnung über der Bremsscheibe aufweist, zwei im Bremssattel angeordneten, gegensinnig bewegbaren, jeweils eine Belagträgerplatte und einen darauf befestigten Reibbelag aufweisenden Bremsbelägen, von denen ein aktionsseitiger bzw. zuspannseitiger Bremsbelag, mittels einer Zuspanneinrichtung über mindestens einen Bremsstempel gegen die Bremsscheibe pressbar ist, sowie mindestens einer Rücksteileinrichtung, mit welcher die Bremsbeläge nach einem bremsbedingten Verschieben und Lösen der Bremse rückführbar sind, ist so ausgebildet, dass die Rücksteileinrichtung mindestens ein an einem Bremsbelag angebrachtes Rückstellelement aufweist, das zwischen diesem Bremsbelag und einer ortsfesten Referenz angeordnet ist und auf den Bremsbelag eine Rückstellkraft ausübt. Zusätzlich zu einer Referenz an ein ortsfestes Bauteil (in diesem Fall der Bremsträger) sind Rückstellelemente auch zwischen den Bremsbelägen und ortsungebundenen/ axial verschiebbaren Bauteilen (z.B. Bremssattel oder Belaghaltebügel) möglich. Diese gewährleisten ein Positionieren der Bremsbeläge zu dem verschiebbaren Bremssattel in Schwimmsattelausführung. Eine der Referenzen an dem Bremssattel kann z.B. dessen Bodenplatte sein.

Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Scheibenbremse wird eine synchrone Rückstellung beider Bremsbeläge sowie einer Rückstellung des Bremssattels bei gelöster Bremse erreicht, wobei die Synchronität sowohl die Rückstellkräfte wie auch die Rückstellwege betrifft. Dabei wirkt eine Rückstellkraft entgegen der jeweiligen Zuspannrichtung der beiden Bremsbeläge, also beim reaktionsseitigen (rückenseitigen) Bremsbelag zum Sattelrücken hin und beim aktionsseitigen (zuspannseitigen) Bremsbelag zum Sattelkopf (der auch als Zuspannabschnitt bezeichnet wird), z.B. zu dem/den Druckstück/Druckstücken der Zuspanneinrichtung, hin, unter Spaltbildungen, d.h. Lüftspiel, gegenüber der Bremsscheibe. Das insgesamt vorgesehene Lüftspiel kann somit durch die Rücksteileinrichtung symmetrisch zu der Bremsscheibe eingestellt werden.

Das mindestens eine Rückstellelement ist als eine spezielle Feder ausgestaltet, die nach jeder Bremsbetätigung den jeweiligen Bremsbelag aktiv von der Bremsscheibe wegbewegt und auf diese Weise zurückstellt. So kann ein Restschleifmoment, welches bei einer nach Lösen der Bremse verbleibenden Be- rührung von Bremsscheibe und Bremsbelag entstehen kann, verhindert werden.

Ein erfindungsgemäßer Bremsbelagsatz für die erfindungsgemäße Scheibenbremse weist mindestens zwei Bremsbeläge mit jeweils einer Belagträgerplatte und einem auf der Belagträgerplatte angebrachten Reibbelag auf. Mindestens einer der Bremsbeläge ist mit mindestens einem Rückstellelement versehen. Damit ergibt sich der Vorteil, dass bei einem Einsetzen der Bremsbeläge aufgrund der vormontierten Rückstellelemente diese nicht nachträglich aufgebracht werden müssen. Zudem kann dieses mindestens eine Rückstellelement an dem mindestens einen Bremsbelag unabhängig davon vorgesehen sein, ob dieses mindestens eine Rückstellelement an einer ortsfesten oder beweglichen Referenz angebunden wird. In bevorzugter Ausführung übt das mindestens eine Rückstellelement eine Zugkraft als Rückstellkraft auf den Bremsbelag aus, an welchem das mindestens eine Rückstellelement angebracht ist. Dadurch ergibt sich der Vorteil eines platzsparenden Einbaus zur Rückstellung des Bremsbelags.

Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn das mindestens eine Rückstellelement zwischen der ortsfesten Referenz und dem Bremsbelag vorgespannt angeordnet ist. Zu dieser Vorspannung addiert sich bei einem Bremsvorgang noch eine weitere Vorspannung, die durch das Zuspannen der Bremse bewirkt wird. Die- se Vorspannung des mindestens einen Rückstellelementes kann sich je nach Ausführung ebenfalls mit zunehmendem Belag/Scheibenverschleiß vergrößern.

In einer weiteren Ausführung ist das mindestens eine Rückstellelement an einer Druckseite einer Belagträgerplatte des Bremsbelags angebracht. Die Druckseite der Belagträgerplatte ist die Seite des Bremsbelags, welche bei Bremsbetätigung mit einer Druckkraft zur Zuspannung der Bremse beaufschlagt wird. Die Anbringung an der Druckseite ist vorteilhaft, da der Reibbelag nicht verändert werden muss. In einer Ausführung ist das mindestens eine Rückstellelement mit Befestigungsarmen an der Belagträgerplatte Bremsbelags zentral, an einem oberen, unteren oder/und seitlich liegenden Randbereich der Belagträgerplatte angebracht ist, wobei das mindestens eine Rückstellelement mit mindestens einem Federarm mit der ortsfesten Referenz verbunden ist. Auf diese Weise kann ei- ne gleichmäßige Krafteinleitung erzielt werden, wobei ein Verkanten des

Bremsbelags bei der Rückstellung vermieden werden kann. Es ist auch eine Anbindung des mindestens einen Rückstellelementes an eine bewegliche Referenz, wie z.B. an den Bremssattel oder den Belaghaltebügel denkbar. Hierbei kann ein Rückstellelement auch z.T. über einen ersten Abschnitt mit einer orts- festen Referenz und mit einem zweiten Abschnitt mit einer beweglichen Referenz verbunden sein.

Es ist vorteilhaft, wenn das mindestens eine Rückstellelement zumindest mit Unterseiten der Befestigungsarme in Bezug auf die Bremsscheibe in einer Ver- tikalebene parallel zu einer Ebene der Bremsscheibe liegt, da so ein platzsparender Einbau möglich ist.

Eine weitere Ausführung sieht vor, dass das mindestens eine Rückstellelement mit dem mindestens einen Federarm mit dem Bremsträger als ortsfeste Refe- renz verbunden ist. So kann auf einfache Weise eine Zugkraft auf den jeweiligen Bremsbelag ausgeübt werden.

In einer Ausführung ist das mindestens eine Rückstellelement mit dem mindes- tens einen Federarm mit einem Brückenbogen des Bremsträgers als ortsfeste Referenz verbunden. Diese Verbindung kann z.B. eine Klemmverbindung oder eine andere Art sein. Hierbei ergibt sich der Vorteil einer einfachen Montage. Ein weiterer Vorteil ist eine kompakte Bauweise bei einer relativ einfachen Rückstelleinheit.

In einer alternativen Ausführung ist das mindestens eine Rückstellelement an dem zuspannseitigen Bremsbelag angebracht und mit mindestens einem Federarm mit dem Bremsträger als ortsfeste Referenz über einen Haltebügel verbunden. Dies ergibt einen platzsparenden Einbau.

In einer weiteren alternativen Ausführung ist das mindestens eine Rückstellelement an dem zuspannseitigen Bremsbelag angebracht, mit mindestens einen Federarm mit dem Bremsträger als ortsfeste Referenz über den Haltebügel verbunden und zusätzlich mit mindestens einem weiteren Federarm mit dem Brückenbogen des Bremsträgers als ortsfeste Referenz verbunden. Diese zwei Verbindungen zusammen erbringen den Vorteil einer gleichmäßigen Spannung und Krafteinleitung. Zusätzlich kann ein symmetrisches und beidseitiges Einstellen des Lüftspiels erreicht werden. Hierbei ist es vorteilhaft, wenn der Haltebügel zwischen dem Bremsträger und Führungsholmen von Axiallagern des Bremssattels am Bremssattel angebracht ist, da auf diese Weise keine Änderungen am Bremsträger notwendig sind. Alternativ können auch sämtliche anderen Anbindungsarten an dem ortsfesten Bremsträger denkbar sein, z.B. eine Anbindung über die Bremsträgerhörner.

In einer anderen Ausführung ist das mindestens eine Rückstellelement an dem rückenseitigen Bremsbelag mit jeweils mindestens einem Befestigungsarm an jeweils einem seitlichen Bereich einer Druckseite der Belagträgerplatte des rückenseitigen Bremsbelags angebracht und mit zwei Federarmen mittig an ei- nem Brückenbogen des Bremsträgers als ortsfeste Referenz verbunden. Hierbei besteht der Vorteil darin, dass eine einfache Montage ohne Veränderungen bzw. mit nur geringen Bearbeitungen zur Schaffung einer Verbindung notwendig sind. Eine alternative Ausführung sieht vor, dass das mindestens eine Rückstellelement an dem rückenseitigen Bremsbelag angebracht ist und mindestens zwei Rückstelleinheiten mit jeweils mindestens einem Befestigungsarm und jeweils einem Federarm aufweist, wobei die Rückstelleinheiten an den seitlichen Be- reichen der Druckseite der Belagträgerplatte des rückenseitigen Bremsbelags symmetrisch zu einer in Bezug auf eine Bremsscheibendrehachse der Bremsscheibe radialen Querachse der Belagträgerplatte angebracht sind. Dadurch kann eine gleichmäßige Zugkraftbeaufschlagung auf den rückenseitigen Bremsbelag ermöglicht werden.

Dabei ist für eine einfache Anbindung jeder Federarm der mindestens zwei Rückstelleinheiten mit dem Bremsträger als ortsfeste Referenz verbunden.

In einer anderen Ausführung übt das mindestens eine Rückstellelement eine Druckkraft als Rückstell kraft auf den Bremsbelag aus, mit welchem das mindestens eine Rückstellelement in Kontakt steht. Damit ist eine vergrößerter Einsatzbereich möglich.

Für eine gleichmäßige und effektive Kraftausübung zum Rücksteilen ist es vor- teilhaft, wenn das mindestens eine Rückstellelement zwischen der ortsfesten Referenz und dem Bremsbelag vorgespannt angeordnet ist.

In einer weiteren Ausführung ist das mindestens eine Rückstellelement an mindestens einem Bremsträgerhorn des Bremsträgers angebracht, wobei der Bremsträger die ortsfeste Referenz bildet. Dies ergibt den Vorteil eines platzsparenden Einbaus.

In einer noch weiteren Ausführung weist das mindestens eine Rückstellelement eine Halterung und mindestens eine Druckfeder auf. Dies ermöglicht einen kompakten Aufbau.

Es ist vorteilhaft, wenn die mindestens eine Druckfeder in der Halterung aufgenommen ist, welche an dem mindestens einen Bremsträgerhorn in einer Ausnehmung angeordnet ist, da sich so eine einfache Montage ergibt.

Ein besonders platzsparender Aufbau ergibt sich, wenn sich die mindestens eine Druckfeder mit einem Federende in der Halterung an einem Auflageabschnitt abstützt und mit dem anderen Federende mit einem Druckabschnitt der Belagträgerplatte des Bremsbelags in Kontakt steht, wobei der Bremsbelag mit einer Kraft beaufschlagt wird, die ihn von der Bremsscheibe wegdrückt.

In einer anderen Ausführung weist die Rücksteileinrichtung weiterhin eine an den sich gegenüberliegenden Bremsbelägen angreifenden, entgegen der jeweiligen Zuspannrichtung gleich wirkenden Spreizeinrichtung mit an der jeweiligen Belagträgerplatte angreifenden federnden Spreizelementen auf. Damit kann die Rückstellung der Bremsbeläge durch die Rückstellelemente zusätzlich unterstützt werden.

Dabei ist es vorgesehen, dass die Spreizeinrichtung in der zentralen Öffnung angeordnet ist, wobei die Spreizelemente direkt oder indirekt außerhalb der Reibbeläge eines jeden Bremsbelags an mindestens zwei zur Mitte abständig zueinander angeordneten Anlagebereichen der Bremsbeläge angreifen, wobei die Spreizeinrichtung Federarme aufweist, die in dem zentralen Bereich der Öffnung miteinander und mit einem Haltebügel, der am Bremsträger angebracht ist, verbunden sind. Auf diese Weise ist die Spreizeinrichtung zentral über der ortsfesten Bremsscheibe angeordnet und stützt sich über den ebenfalls ortsfesten Bremsträger ab.

Nach einem Gedanken der Erfindung steht die Spreizeinrichtung mit dem Bremsträger in Wirkverbindung, der ein Widerlager bildet und in dem die Bremsbeläge achsgleich zur Bremsscheibe verschiebbar gelagert sind. Hierzu ist bevorzugt der Haltebügel vorgesehen, der die Bremsscheibe im Um- fangsbereich, bis zu beidseitig einen Belagschacht begrenzenden Bremsträ- gerhörnern des Bremsträgers überspannt und, bezogen auf die Dicke der Bremsscheibe, mittig dazu angeordnet ist. Der Haltebügel ist kein Belaghaltebügel, sondern ein zusätzliches Bauteil.

Der Angriff der Spreizeinrichtung an den beiden Bremsbelägen erfolgt zweckmäßigerweise an den Belagträgerplatten und zwar auf der dem daran befestigten Reibbelag zugewandten Seite oder an der gegenüberliegenden Rückenseite. Um ein Verkanten des jeweiligen Bremsbelages bei der Rückstellung zu vermeiden, greift das Spreizelement entweder zentral, an einem oberen frei liegenden Randbereich der Belagträgerplatte an oder symmetrisch an zwei Anlagebereichen rechts und links. Für einen vorteilhaften platzsparenden Aufbau kann der Haltebügel im Bereich eines zuspannseitigen Rands der Öffnung angeordnet sein.

In einer Ausführung ist der Haltebügel zwischen dem Bremsträger und Füh- rungsholmen von Axiallagern des Bremssattels angebracht. Der Bremsträger kann daher ohne zusätzliche Änderungen bzw. Anpassungen verwendet werden.

Eine weitere Ausführung sieht vor, dass sich die Spreizelemente ausgehend von dem zentralen Bereich in der Mitte der Öffnung von innen nach außen zu den gleichmäßig zur Mitte abständig zueinander angeordneten Anlagebereichen erstrecken. Es ist auch möglich, dass sich die Spreizelemente ausgehend von einem zentralen Bereich in der Mitte der Öffnung von innen nach außen zu den gleichmäßig zur Mitte abständig zueinander angeordneten Anlageberei- chen erstrecken.

Auf diese Weise ist die Spreizeinrichtung mittig im Bremssattel angeordnet, wobei sie ebenfalls innerhalb einer Hüllkurve einer Felge eines zugeordneten Rades angeordnet ist. Die Spreizeinrichtung kann ebenfalls funktionsgerecht mittig zu dem Bremsträger angeordnet sein.

Hierbei erstreckt sich der zentrale Bereich der Öffnung beiderseits einer virtuellen Mitte der Öffnung in etwa parallel zu der Ebene der Bremsscheibe in einer Länge in einem Bereich von 30 bis 50 % einer Längsachse der Öffnung. Damit ergibt sich eine vorteilhafte Anpassung der Federkräfte. Die Öffnung, durch welche die Bremsbeläge für Wartung und Wechsel erreichbar sind, weist somit eine zusätzliche Funktion für die Spreizeinrichtung auf.

Die beiden Spreizelemente sind mittig (in Bezug auf die Trägerhörner) mitei- nander verbunden. Somit kann eine - in einem kleinen Toleranzbereich - gleiche Federkraft sowohl einlaufseitig als auch auslaufseitig sichergestellt werden. Unterschiedliche Federkräfte zwischen Auslauf- und Einlaufseite, die zu

Schrägverschleiß führen können, werden durch das einseitige Angreifen je einer Feder pro Belag minimiert

Eine noch weitere Ausführung sieht vor, dass von den Federarmen jeweils zwei an einer Belagseite einer zugeordneten Belagträgerplatte eines zugeordneten Bremsbelags über jeweils ein Druckende anliegen. Für eine vorteilhafte Führung der Druckenden können die Anlagebereiche der Druckenden Vorsprünge aufweisen. Damit kann eine sichere Halterung der Federschenkel bzw. bei einer anderen konstruktiven Variante der Federarme auch bei Rüttelbelastung im Fahrbetrieb gewährleistet werden. In einer anderen Ausführung weist die Spreizeinrichtung Federarme auf, von denen jeweils zwei an einer zugeordneten Belagträgerplatte anliegen, wobei die Federarme in dem zentralen Bereich der Öffnung miteinander verbunden sind, was einen Einbau bei Montage und Wartung vereinfacht. Dazu sind die Federarme über eine Halteeinrichtung mit dem Haltebügel verbunden, wobei die Halteeinrichtung zwei Haltearme aufweist, von denen sich jeder bis über den Haltebügel erstreckt und mit diesem fest verbunden ist. Dies ergibt eine einfache und stabile Verbindung. In einer noch anderen Ausführung ist das mindestens eine Rückstellelement an dem zuspannseitigen Bremsbelag angebracht und mit mindestens einen Federarm mit dem Bremsträger als ortsfeste Referenz über den Haltebügel, an welchem die Spreizeinrichtung angebracht ist, verbunden. Auf diese Weise weist der Haltebügel vorteilhaft weitere Funktionen auf und ermöglicht eine platzsparende und teilesparende Bauweise.

Der Haltebügel kann in einer Ausführung an zwei sich gegenüberliegenden, mit dem Bremsträger verbundenen Bügeln angeschlossen sein, was eine einfache Anbindung ermöglicht. Das Verbindungselement, welches die Spreizelemente bzw. Federarme mit dem Haltebügel verbindet, kann z.B. über Langlöcher verfügen. Mithilfe dieser Langlöcher können eventuelle Fertigungstoleranzen ausgeglichen werden. Dies hat den Vorteil, dass sich die Spreizeinrichtung bei der Montage mithilfe der symmetrisch vorliegenden Federeigenschaft exakt mittig zwischen den Bremsbelägen über der Scheibe positionieren kann.

Alternativ kann der Haltebügel an den mindestens zwei Bremsträgerhörnern eines Belagschachtes angeschlossen sein, während die an beiden Bremsbelägen angreifenden Spreizelemente mit dem Haltebügel verbunden sind. Dieser bildet somit eine Zentriereinrichtung, die in Korrespondenz mit dem Bremsträ- ger als Fixlager konstruktiv auch anders verwirklicht werden kann.

Bevorzugt ist der Haltebügel in seiner Kontur C-förmig ausgebildet, mit einem die Bremsscheibe im erwähnten Maß überspannenden Mittelschenkel und zwei dazu gleichgerichtet zu den Bremsträgerhörnern hin abgewinkelten Endschen- kein, von denen jeweils einer an einem Bremsträgerhorn des entsprechenden Belagschachtes befestigt ist.

Alternativ können die Endschenkel jeweils eine Lasche aufweisen, in die Zap- fen der Bremsträgerhörner eingesteckt sind. Damit wird ein einfacher Einbau erzielt. Natürlich können die Zapfen auch separat in den Bremsträgerhörnern vorher eingesetzt sein, wobei die Laschen entsprechende Löcher aufweisen.

Mittels des Haltebügels, an dem die Spreizeinrichtung mit ihren Federarmen befestigt ist, erfolgt eine automatische Zentrierung des Bremssattels nach einem Lösen der Bremse, also nach Beenden eines Bremsvorgangs, wobei durch die insoweit fixierte Positionierung der Spreizeinrichtung die Bremsbeläge derart zurückgestellt werden, dass sich der Bremssattel gegenüber der Bremsscheibe zentriert. Dies geschieht dadurch, dass die Spreizeinrichtung an den Belagträgerplatten angreift und diese im Falle des zuspannseitigen Bremsbelags an die Druckstücke der Zuspanneinrichtung, und im Falle des rücken- seitigen Bremsbelags gegen den Sattelrücken drückt. Dadurch wird somit indirekt über die Bremsbeläge eine Zentrierung des Bremssattels durchgeführt. Dies birgt den Vorteil, dass neben dem Bremssattel bereits die Bremsbeläge aktiv von der Bremsscheibe rückgestellt werden.

Im Übrigen ist die Spreizeinrichtung so ausgelegt, dass sie über das komplette Verschleißmaß der Bremsbeläge wirksam ist. Da sich mit zunehmendem Verschleiß die Kraftangriffspunkte an den Bremsbelägen verändern, sind die die Bremsbeläge kontaktierenden Funktionsteile der Spreizeinrichtung so ausgebildet, dass sie sich gleitend an der Belagträgerplatte der jeweiligen Bremsbeläge abstützen. Die bauliche Realisierung der erfindungsgemäßen Spreizeinrichtung kann konstruktiv unterschiedlich sein, wobei sich ein wesentlicher Vorteil daraus ergibt, dass auf bewegliche Bauteile im Wesentlichen verzichtet werden kann, mit Ausnahme natürlich der federnden Spreizelemente, die zur Funktion eine federnde Auslenkung vollführen.

Der nun mögliche Verzicht auf bewegliche Teile wirkt sich naturgemäß standzeiterhöhend auf die Spreizeinrichtung aus, ebenso wie die geringe Anzahl notwendiger Bauteile, wodurch sich überdies eine äußerst kostengünstige Herstellung und Montage ergibt. - Die Spreizeinrichtung umfasst zwei Spreizelemente, wobei ein erstes Spreizelement auf einen ersten Belag und ein zweites Spreizelement auf einen zweiten Belag wirkt. Die beiden Spreizelemente sind mittig (in Bezug auf die Trä- gerhörner) miteinander verbunden. Somit kann eine - in einem kleinen Toleranzbereich - gleiche Federkraft sowohl einlaufseitig als auch auslaufseitig sichergestellt werden. Unterschiedliche Federkräfte zwischen Auslauf- und Einlaufseite, die zu Schrägverschleiß führen können, werden durch das einseitige Angreifen je einer Feder pro Belag minimiert

- Eine gleichmäßige Kraftaufbringung der Federn aktionsseitig und reaktionssei- tig, bzw. auf der Druckstück- und Sattelseite, kann durch eine flexible Einstellung des Mittelstegs realisiert werden. Weiterhin können durch den flexiblen Mittelsteg geringe geometrische Fehlstellungen von Scheibe, Belag und Träger ausgeglichen werden.

- Durch den Mittelsteg kann die aktive Rücksteileinrichtung leicht positioniert und durch den Belaghaltebügel niedergehalten werden. Vorteilhaft kann bei einem Belagwechsel das die Rücksteileinrichtung problemlos entnommen und mitgetauscht werden.

- Durch die Ausnutzung des gesamten Belagschachtes zwischen den Brems- trägerhörnern können Spreizelemente beziehungsweise Federn mit einer sehr geringen Federrate genutzt werden, um bei Belagverschleiß ziemlich konstante Kräfte aufzubringen. Durch die langen Federwege können die Spreizelemente tolerant in Bezug auf Federkräfte sein. Die Federwege führen zu einer konstanten Federrate mit geringen Toleranzen

- In einer bevorzugten Ausführungsvariante werden lediglich zwei Federn verwendet.

- Die Spreizelemente können aus kostengünstigen und geometrisch flexiblen Blechen gebildet werden.

Weitere Vorteile sind:

Einstellbarkeit (der Zentrierung)

Pro Belagseite ist die Federkonstante anpassbar, wodurch eine unterschiedlich für innen/außen und an Umgebung - in Grenzen - bessere Anpassbarkeit mög- lieh sein kann.

Ein Einbau über mittleren Zentrierbügel kompensiert ungleichen Kraftaufbau. Evtl. kann eine„aktive" Sattelzentrierung gebildet sein. Die Bremsbeläge werden zwar durch die Spreizeinrichtung von der Bremsscheibe nach einem Bremsvorgang zurückgestellt, wobei allerdings hierbei die Spreizeinrichtung nur in einem oberen Bereich der Bremsbeläge angreift. Dieser Angriffsbereich liegt außerhalb eines Schwerpunkts bzw. einer so genann- ten Kippkante des jeweiligen Bremsbelags und kann zu einer Schrägstellung der Bremsbeläge führen und Schrägverschleiß fördern. Unter der Schrägstellung ist hier ein so genanntes Kippen des jeweiligen Bremsbelags um eine Längsachse zu verstehen, die z.B. durch seinen Schwerpunkt verläuft. Das bedeutet, dass die Spreizeinrichtung ein Kippmoment um diese Längsachse des Bremsbelags verursachen kann.

Unter dem Begriff„außerhalb eines Schwerpunkts" ist zu verstehen, dass eine Wirkungslinie einer Rückstellkraft in einer Projektion auf eine vertikale Ebene, die längs der Bremsscheibendrehachse liegt, durch den Schwerpunkt nicht axi- al, d.h. nicht parallel zu der Bremsscheibendrehachse, verläuft.

Um eine solche durch das Kippen verursachte Schrägstellung der Bremsbeläge zu verhindern, weist die Rücksteileinrichtung die zusätzliche Komponente einer Rückstellkrafteinleitung durch eine Belagrückstelleinheit, d.h. hier durch ein o- der mehrere Rückstellelemente in zumindest einem dritten Angriffspunkt auf.

Somit ist in einer Ausführung vorgesehen, dass das mindestens eine Rückstellelement zumindest in einem dritten Angriffspunkt im Bereich des mittleren Reibradius, des Schwerpunkts oder mittig, d.h. zentral im Schnittpunkt einer gedachten Querachse und Längsachse des Bremsbelags, symmetrisch zur

Querachse an zwei Anlagebereichen rechts und links davon auf der Längsachse oder/und in einem unteren Randbereich des Bremsbelags angreift und ein durch eine Spreizeinrichtung erzeugtes Kippmoment verringert. Die Rückstellelemente haben daher neben einer Rückstellfunktion bzw. einer Unterstützung einer Rückstellfunktion für den jeweiligen Bremsbelag auch die weitere Funktion, ein Kippen des jeweiligen Bremsbelags zu verhindern. Dazu greifen die Rückstellelemente zumindest in dem dritten Angriffspunkt beispielsweise im Bereich des mittleren Reibradius, des Schwerpunkts oder mittig, d.h. zentral im Schnittpunkt der gedachten Querachse und Längsachse des

Bremsbelags, symmetrisch zur Querachse an zwei Anlagebereichen rechts und links davon auf der Längsachse oder/und in einem unteren Randbereich des Bremsbelags an. Auf diese Weise kann das durch die Spreizeinrichtung mögliche erzeugte Kippmoment verringert oder sogar eliminiert werden. In einer Ausführung des Bremsbelagsatzes ist ein zuspannseitiger Bremsbelag mit dem Rückstellelement versehen, wobei das Rückstellelement an einer Druckseite des zuspannseitigen Bremsbelags angeordnet und mit mindestens einem Befestigungsarm angebracht ist, und wobei der Bremsbelagsatz zudem einen Haltebügel aufweist. Dies ergibt den Vorteil eines schnellen und einfachen Einbaus, da das Rückstellelement schon an dem Bremsbelag vormontiert ist. Eine weitere Ausführung des Bremsbelagsatzes sieht vor, dass ein rückenseiti- ger Bremsbelag mit dem Rückstellelement versehen ist, wobei das Rückstellelement an einer Druckseite des rückenseitigen Bremsbelags angeordnet und mit mindestens einem Befestigungsarm angebracht ist. Auch hier ergibt sich so der Vorteil eines schnellen und einfachen Einbaus, da das Rückstellelement schon an dem Bremsbelag vormontiert ist. Das Rückstellelement an der Belagträgerplatte kann sowohl mit dem ortsfesten Bremsträger, als auch mit dem beweglichen Bremssattel verbunden sein. Bei letzterem wird jedoch zusätzlich eine Federeinheit zur Zentrierung des Bremssattels benötigt In einer noch weiteren Ausführung weist der Bremsbelagsatz zudem eine

Spreizeinrichtung mit einem Haltebügel auf. Diese kann zur Nachrüstung oder zum Wechsel verwendet werden. Dadurch ist der Bremsbelagsatz vorteilhaft vielseitig. Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen beschrieben.

Es zeigen:

Figur 1 eine schematische Perspektivansicht eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Scheibenbremse mit einer Rücksteileinrichtung;

Figuren 2-3 schematische Perspektivansichten eines Bremsträgers mit

Bremsbelägen und Rückstellelementen der Rückstelleinrich- tung der Scheibenbremse nach Figur 1 ; Figuren 4-5 schematische Perspektivansichten der Bremsbeläge nach Figur 2-3;

Figuren 6-7 schematische Perspektivansichten eines Bremsträgers mit

Bremsbelägen und einer Variante der Rücksteileinrichtung;

Figur 8 eine schematische Perspektivansicht der Scheibenbremse nach Figur 1 mit der Variante der Rücksteileinrichtung nach Figuren 6-7;

Figur 9 eine schematische Teilschnittansicht der Scheibenbremse nach Figur 8;

Figur 9a eine vergrößerte Schnittansicht der Anbindung des Bremssat- tels mit einem Lagerabschnitt an dem Bremsträger nach Figur

9;

Figur 10 eine schematische Perspektivansicht eines Haltebügels der

Rücksteileinrichtung mit einer Spreizeinrichtung;

Figur 1 1 eine schematische Perspektivansicht eines Haltebügels der

Rücksteileinrichtung;

Figur 12 eine schematische Perspektivansicht einer weiteren Variante der Rücksteileinrichtung nach Figur 7;

Figur 13 eine vergrößerte schematische Perspektivansicht einer Rückstelleinheit der Variante der Rücksteileinrichtung nach Figur 12;

Figur 14 eine schematische Schnittansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels einer Scheibenbremse mit einer anderen Variante der Rücksteileinrichtung; und Figuren 15-16 schematische Perspektivansichten des weiteren Ausführungsbeispiels nach Figur 14.

Die Begriffe„oben",„unten",„links",„rechts" beziehen sich auf die jeweilige Anordnungen in den Figuren. Eine„Oberseite" und eine„Unterseite" eines Bremsbelags 3, 3' bzw. einer Belagträgerplatte 4 beziehen sich immer auf die Einbausituation des jeweiligen Bremsbelags 3, 3'. Dabei liegt die Unterseite des jeweiligen Bremsbelags 3, 3' in radialer Richtung näher an einer Bremsscheibendrehachse 2a einer Bremsscheibe 2 als die Oberseite dieses Bremsbelags 3, 3'.

Mit dem Begriff„Querachse" des Bremsbelags 3, 3' ist eine gedachte Achse gemeint, welche im eingebauten Zustand des Bremsbelags 3, 3' radial zu der Bremsscheibendrehachse 2a verläuft. Ein„Längsachse" des Bremsbelags 3, 3' verläuft somit rechtwinklig zu der Querachse und tangential zu der Bremsscheibe 2.

Figur 1 zeigt eine schematische Perspektivansicht eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Scheibenbremse 10 mit einer Rücksteileinrichtung 8. In den Figuren 2-3 sind schematische Perspektivansichten eines Bremsträgers 6 mit Bremsbelägen 3, 3' und Rückstellelementen 17, 18 der Rückstelleinrich- tung 8 der Scheibenbremse 10 nach Figur 1 dargestellt. Figuren 4-5 zeigen schematische Perspektivansichten der Bremsbeläge 3, 3' nach Figuren 2-3.

Ein Bremssattel 1 übergreift eine Bremsscheibe 2 mit einer Bremsscheibendrehachse 2a. Der Bremssattel 1 ist als ein so genannter Schiebesattel bezogen auf die Bremsscheibe 2 axial in Richtung der Bremsscheibendrehachse 2a verschiebbar an einem Bremsträger 6 angebracht. Hierzu ist der Bremssattel 1 mit Lagerabschnitten 26 auf Führungsholmen 26b (siehe Figur 9) axial verschiebbar gelagert, die mit dem ortsfest am Fahrzeug gehaltenen Bremsträger 6 verbunden sind.

Der Bremssattel 1 umfasst einen Zuspannabschnitt 1 1 , einen Sattelrücken 12 und zwei Zugstreben 13. Der Zuspannabschnitt 1 1 verläuft mit einer Seite parallel zu der Ebene der Bremsscheibe 2 auf einer Seite der Bremsscheibe 2. Auf der anderen Seite der Bremsscheibe 2 ist, ebenfalls parallel zu der Bremsscheibe 2 verlaufend, der Sattelrücken 12 angeordnet. Der Sattelrücken 12 ist mit dem Zuspannabschnitt 1 1 an jeweils einem Ende mit jeweils einer Zugstre- be 13 verbunden. Die Zugstreben 13 verlaufen dabei im Wesentlichen rechtwinklig zum Zuspannabschnitt 1 1 und zum Sattelrücken 12.

Der Zuspannabschnitt 1 1 weist einen Innenraum auf, in welchem eine nicht gezeigte Zuspanneinrichtung der Scheibenbremse 10 angeordnet ist. Eine Öff- nung des Innenraums weist zur Bremsscheibe 2 und ist mit einer Platte, die als Bodenblech 1 1 a bezeichnet wird, verschlossen (am besten zu erkennen in Figur 9). Der Zuspannabschnitt 1 1 , der Sattelrücken 12 und die Zugstreben 13 legen in dieser Anordnung eine zentrale Öffnung 9 zwischen sich fest, welche die Bremsscheibe 2 überspannt. Die Öffnung 9 weist eine gedachte Längsmittellinie auf, welche in der Ebene der Bremsscheibe 2 liegt und die gedachten Mitten der Zugstreben 13 verbindet. Außerdem weist die Öffnung 9 eine weitere gedachte Quermittellinie auf, welche eine gedachte Mitte des Zuspannab- schnitts 1 1 eine gedachte Mitte des Sattelrückens 12 verbindet. Die Längsmittellinie und die Quermittellinie schneiden sich in einem gedachten Mittelpunkt, welcher hier als virtuelle Mitte der Öffnung 9 bezeichnet wird. Beiderseits der Bremsscheibe 2 ist jeweils ein Bremsbelag 3, 3' angeordnet.

Der zwischen der Bremsscheibe 2 und dem Zuspannabschnitt 1 1 des Bremssattels 1 angeordnete Bremsbelag 3 wird als aktionsseitiger oder auch zu- spannseitiger Bremsbelag bezeichnet. Der andere Bremsbelag 3' ist zwischen der Bremsscheibe 2 und dem Sattelrücken 12 angeordnet und wird als rücken- seitiger oder auch reaktionsseitiger Bremsbelag 3' bezeichnet und durch das Bezugszeichen 3' von dem zuspannseitigen Bremsbelag 3 unterschieden.

Die Rücksteileinrichtung 8 weist hier zwei Rückstellelemente 17, 18 auf, von denen das Rückstellelement 17 zwischen dem zuspannseitigen Bremsbelag 3 und dem Zuspannabschnitt 1 1 angeordnet ist. Das andere Rückstellelement 18 ist zwischen dem rückenseitigen Bremsbelag 3' und dem Sattelrücken 12 angeordnet. Die Rückstellelemente 17, 18 sind in Figur 1 durch die umgebenden Bauteile verdeckt und am besten in den Figuren 2 und 3 zu erkennen. Figur 1 dient in erster Linie der Übersicht und Anordnung der Bauteile der Scheiben- bremse 10.

Figur 2 zeigt den Bremsträger 6 mit dem zuspannseitigen Bremsbelag 3. Die gezeigte Seite des Bremsträgers 6, welche zu dem Zuspannabschnitt 1 1 des Bremssattels 1 weist, wird als Befestigungsseite 6a bezeichnet. Der Bremsträ- ger 6 ist mit seiner Befestigungsseite 6a an einem ortsfesten Teil eines zugeordneten Fahrzeugs befestigt. Die Befestigungsseite 6a ist zudem mit zwei Lageraufnahmen 6b für die Führungsholme 26b (siehe Figur 9) versehen. In Figur 3 ist der Bremsträger 6 von der anderen Seite her gesehen mit dem rückenseitigen Bremsbelag 3' dargestellt.

Der zuspannseitige Bremsbelag 3 ist in Figur 4 mit seiner Druckseite 4b ver- größert dargestellt, wobei Figur 5 den rückenseitigen Bremsbelag 3' von seiner Druckseite 4b her gesehen vergrößert zeigt.

Jeder Bremsbelag 3, 3' weist eine Belagträgerplatte 4 und einen auf der der Bremsscheibe 2 zugewandten Seite daran befestigten Reibbelag 5 auf einer Belagseite 4a auf, der in Funktion, also bei einer Bremsung, gegen die Bremsscheibe 2 gepresst ist. Die andere Seite der Belagträgerplatte 4 wird im Weiteren als Druckseite 4b bezeichnet. So steht der zuspannseitige Bremsbelag 3 mit seiner Druckseite 4b mit der Zuspanneinrichtung der Scheibenbremse 10 in Wirkverbindung, wobei die Druckseite 4b des rückenseitigen Bremsbelags 3' mit der Innenseite des Sattelrückens 12 des Bremssattels 1 in Kontakt steht.

Die Belagträgerplatten 4 der Bremsbeläge 3, 3' weisen jeweils eine Oberseite 4c, eine Unterseite 4d und zwei Seitenflächen 4e (siehe Figuren 4-5) auf. In dem Bremsträger 6 sind die Bremsbeläge 3, 3' in so genannten Belagschächten zwischen jeweils zwei Bremsträgerhörnern 6c, 6'c angeordnet und liegen mit Abschnitten ihrer Unterseiten 4d auf jeweiligen Auflagen (nicht bezeichnet) eines jeweiligen Belagschachtbodens des Bremsträgers 6 auf. Der Belagschachtboden ist jeweils durch einen Brückenverbinder 6d, 6'd des Bremsträgers 6 gebildet.

Die Bremsbeläge 3, 3' sind im Fall einer Bremsung beidseitig an die Bremsscheibe 2 anpressbar. Die Bremsbeläge 3, 3' sind durch die zentrale Öffnung 9 für einen Wechsel und zur Wartung erreichbar. Sie können durch diese zentra- le Öffnung 9 in ihre zugehörigen Belagschächte eingesetzt und wieder daraus entnommen werden.

Ein Drehpfeil um die Bremsscheibendrehachse 2a in Figur 1 deutet eine Hauptdrehrichtung für Vorwärtsfahrt des Fahrzeugs, dem die Scheibenbremse 10 zugeordnet ist, an. In Bezug auf die Hauptdrehrichtung der Bremsscheibe 2 sind an der Scheibenbremse 10 eine Einlaufseite ES und gegenüberliegend eine Auslaufseite AS festgelegt. Dementsprechend werden die Bremsträgerhör- ner 6c, 6'c an der Einlaufseite ES einlaufseitige Bremsträgerhörner 6c, 6'c und an der Auslaufseite AS auslaufseitige Bremsträgerhörner 6c, 6'c genannt. Ein Belaghaltebügel 16 ist über den Bremsbelägen 3, 3' in Querrichtung der Öffnung 9 bzw. in Richtung der Bremsscheibendrehachse 2a zwischen dem Zuspannabschnitt 1 1 und dem Sattelrücken 12 angeordnet. Ein zuspannseiti- ges Halteende des Belaghaltebügels 16 ist in einem Halteabschnitt 14 an dem Zuspannabschnitt 1 1 des Bremssattels 1 befestigt, wobei ein gegenüberliegendes, rückenseitiges Halteende des Belaghaltebügels 16 an einem Halteabschnitt 15 des Sattelrückens 12 festgelegt ist. Der Belaghaltebügel 16 drückt hier mit Abschnitten seiner Unterseite auf

Klammerelemente (nicht bezeichnet) beider Bremsbeläge 3, 3' und somit auch auf deren Belaghaltefedern 7, wodurch die Bremsbeläge 3, 3' in ihren Belagschächten gehalten werden (siehe Figur 9) Die Belaghaltefedern 7 sind jeweils an den Belagträgerplatten 4 an Vorsprüngen gehalten.

Die Bremsung erfolgt mittels der im Zuspannabschnitt 1 1 des Bremssattels 1 dort in einem Aufnahmeraum angeordneten Zuspanneinrichtung, z.B. mit einem Bremshebel, der in einem Dom des Bremssattels 1 positioniert ist. Der zu- spannseitige Bremsbelag 3 kontaktiert zunächst bei einer Bremsung die Bremsscheibe 2. Im weiteren Verlauf wird mittels auftretender Reaktionskräfte der Bremssattel 1 entgegengesetzt verschoben, unter Mitnahme des reaktions- seitigen Bremsbelags 3', bis dieser gleichfalls an der Bremsscheibe 2 reibend zur Anlage kommt. Nach einem Lösen der Bremse werden die beiden sich gegenüberliegenden Bremsbeläge 3, 3' mittels der Rücksteileinrichtung 8 so weit von der Bremsscheibe 2 gelöst, dass diese gegenüber den Bremsbelägen 3, 3' frei läuft.

Dabei übt die Rücksteileinrichtung 8 auf jeden Bremsbelag 3, 3' eine Kraft aus, die im Weiteren Rückstellkraft genannt wird, welche den jeweiligen Bremsbelag 3, 3' in Richtung der Bremsscheibendrehachse 2a von der Bremsscheibe 2 weg bewegt. Mit anderen Worten, der zuspannseitige Bremsbelag 3 wird von der Bremsscheibe 2 in Gegenrichtung einer Zuspannkraft der Zuspanneinrichtung auf den Zuspannabschnitt 1 1 des Bremssattels 1 verschoben, wobei der rückenseitige Bremsbelag 3' von der Bremsscheibe 2 in zu dem zuspannseiti- gen Bremsbelag 3 entgegengesetzter Bewegungsrichtung zusammen mit dem Bremssattel 1 verschoben wird. Die Rückstellkraft der Rücksteileinrichtung 8 wird durch ein oder mehrere Kraftspeicherelemente erzeugt. Diese Kraftspeicherelemente sind hier als Federelemente ausgebildet, welche zwischen dem jeweiligen Bremsbelag 3, 3' und einer ortsfesten Referenz vorgespannt angebracht sind. Unter der ortsfes- ten Referenz sind Bauteile der Scheibenbremse 10 zu verstehen, welche ortsfest mit dem zuzuordnenden Fahrzeug verbunden sind, wie beispielsweise der Bremsträger 6.

Die Rückstellkraft kann auf den jeweiligen Bremsbelag 3, 3' als Zug- oder/und Druckkraft aufgebracht werden. Hier wird die Rückstell kraft als Zugkraft auf den jeweiligen Bremsbelag 3, 3' aufgebracht.

Zur Aufbringung der Rückstell kraft auf den jeweiligen Bremsbelag 3, 3' greift die Rücksteileinrichtung 8 an dem jeweiligen Bremsbelag 3, 3' beispielsweise entweder zentral, an einem oberen und/oder unteren frei liegenden Randbereich der Belagträgerplatte an oder symmetrisch an zwei Anlagebereichen rechts und links. Die Anlagebereiche können dabei auch direkt an jeweiligen Eckabschnitten 4f der Belagträgerplatten 4 oben und/oder unten liegen. Es ist natürlich auch möglich, dass Angriffspunkte bzw. -bereiche an der jeweiligen Belagträgerplatte 4 auch beliebig, z.B. in der Mitte, angeordnet sein können.

Die Rücksteileinrichtung umfasst in diesem Ausführungsbeispiel mindestens ein Rückstellelement 17, 18 pro Bremsbelag 3, 3'. Das Rückstellelement 17 weist einen Plattenabschnitt 17a, vier Befestigungsarme 17b mit jeweils einem Befestigungsende 17c, zwei Federarme 17d mit jeweils einem Stützabschnitt 17e und einen Federarm 17f mit einem Stützabschnitt 17g auf. Der Plattenabschnitt 17a ist eine im Wesentlichen rechteckige Platte in der Mitte des Rückstellelementes 17 und ist mit den Befestigungsarmen 17b und den Federarmen 17d, 17f verbunden. Die Verbindungsstellen sind jeweils mit großen Abrundungen versehen. An den vier Endbereichen der rechteckigen Platte des Plattenabschnitts 17a ist jeweils einer der Befestigungsarme 17b angeord- net. So erstrecken sich von den oberen Endbereichen des Plattenabschnitts 17a zwei obere Befestigungsarme 17b nach oben, wobei sich von den unteren Endbereichen des Plattenabschnitts 17a zwei untere Befestigungsarme 17b nach unten erstrecken. An den beiden Schmalseiten des Plattenabschnitts 17a ist jeweils ein Federarm 17d über einen Bogenabschnitt angebracht und erstreckt sich nach dem Bogen nach oben. Der dritte Federarm 17f ist in der Mitte der unteren Seite des Plattenabschnitts 17a mit diesem verbunden und erstreckt sich nach unten.

Das gezeigte Rückstellelement 17 ist zentral an der Belagträgerplatte 4 des zu- spannseitigen Bremsbelags 3 auf der Druckseite 4b dergestalt angebracht, dass die Befestigungsenden 17c der oberen Befestigungsarme 17b die Oberseite 4c der Belagträgerplatte 4 umgreifen und die Befestigungsenden 17c der unteren Befestigungsarme 17b die Unterseite 4c der Belagträgerplatte 4 umgreifen. In diesem Beispiel sind die Befestigungsenden 17c zu diesem Zweck umgebogen bzw. umgekantet und mit Endlaschen versehen. Auf diese Weise kann das Rückstellelement 17 in einfacher Weise als eine Art Klammer an dem zuspannseitigen Bremsbelag 3 angebracht werden, ohne dass dieser dazu an- gepasst werden muss.

Das Rückstellelement 17 liegt im gelösten Zustand der Scheibenbremse 10 zumindest mit Unterseiten des Plattenabschnitts 17a und der Befestigungsarme 17b an der Belagträgerplatte 4 des zuspannseitigen Bremsbelags 3 in Bezug auf die Bremsscheibe 2 in einer Ebene parallel zu der Bremsscheibe 2. Dabei kann diese Ebene auch als eine Vertikalebene bezeichnet werden. Ein Abstand der oberen Befestigungsarme 17b in einer tangentialen Richtung zur Bremsscheibe 2 ist hier so bemessen, dass er eine Länge aufweist, die in etwa der Länge einer Seitenfläche 4e entspricht. Somit ergeben sich zwei Krafteinleitungspunkte bzw. -bereiche, die symmetrisch zu einer gedachten Querachse des zuspannseitigen Bremsbelags 3 an der Oberseite 4c der Belag- trägerplatte 4 angeordnet sind. In gleicher Weise ist ein Abstand der unteren Befestigungsarme 17b in einer tangentialen Richtung zur Bremsscheibe 2 gebildet, wobei sich an der Unterseite 4d ebenfalls zwei weitere, symmetrisch zu der gedachten Vertikalachse angeordnete Krafteinleitungspunkte ergeben. Im nicht eingebauten Zustand des Bremsbelags 3 (in Figur 4 dargestellt) liegen der Plattenabschnitt 17a und die Befestigungsarme 17b auf der Fläche der Druckseite 4b der Belagträgerplatte 4 auf. Eine gedachte Längsachse des Plattenabschnitts 17a des Rückstellelementes 17 verläuft im Wesentlichen rechtwinklig zu der gedachten Querachse des zu- spannseitigen Bremsbelags 3. Die beiden sich nach oben erstreckenden Federarme 17d sind jeweils links und rechts von Befestigungsarmen 17b angeordnet. An den oberen freien Enden der Federarme 17d ist jeweils ein Stützabschnitt 17e angebracht. Die Stützabschnitte 17e sind hier laschenförmig ausgebildet und von der Druckseite 4b der Belagträgerplatte 4 des zuspannseitigen Bremsbelags 3 weg weisend um etwa 90° von dem jeweiligen Federarm 17d abgewinkelt.

Die Federarme 17d bilden für das Rückstellelement 17 im eingebauten Zustand des zuspannseitigen Bremsbelags 3 eine Abstützung bzw. Verbindung an der oben genannten ortsfesten Referenz, beispielsweise an dem Bremsträger 6. Dazu werden die Federarme 17d über die laschenformigen Stützabschnitte 17e z.B. an einem Haltebügel 25 befestigt, welcher an dem Bremsträger 6 fest angebracht ist. Dies wird unten weiter noch näher im Zusammenhang mit den Figuren 8-1 1 beschrieben. Der nach unten weisende Federarm 17f ist an seinem unteren freien Ende mit einem Stützabschnitt 17g versehen. Im eingebauten Zustand des zuspannseitigen Bremsbelags 3 bildet dieser Federarm 17f eine weitere Abstützung bzw. Verbindung des Rückstellelementes 17 an der ortsfesten Referenz. Eine solche beispielhafte Abstützung an dem zuspannseitigen Brückenverbinder 6d des ortsfesten Bremsträgers 6 ist in Figur 2 dargestellt. Hierzu kann der Stützabschnitt 17g auch als eine mit der Gestalt des Brückenverbinders 6d korrespondierende Klammer ausgebildet sein. Natürlich sind auch andere Befestigungsmöglichkeiten, wie z.B. vernieten, verschrauben, denkbar. Das Rückstellelement 17 ist auf diese Weise zwischen dem Bremsbelag 3 und dem Bremsträger 6, der hier die ortsfeste Referenz bildet, vorgespannt angebracht. Eine Vorspannung wird in dem Rückstellelement 17 dadurch erzeugt, dass die Federarme 17d, 17f, welche über den Plattenabschnitt 17a mit den Befestigungsarmen 17b verbunden sind, gegenüber den Befestigungsarmen 17b federelastisch verspannt werden. Auch die Befestigungsarme 17b können in gewisser Weise auch durch Biegung nach dem Biegebalkenprinzip gespannt werden. Die sich so ergebende Federkraft wird bei einem Bremsvorgang noch verstärkt, da sich der Bremsbelag 3 bei dem Bremsvorgang von den Stützpunkten der Federarme 17d, 17f am Bremsträger 6 weiter zur Bremsscheibe 2 hin wegbewegt. Beim Lösen der Bremse übt diese so zusätzlich vergrößerte Federkraft des Rückstellelementes 17 eine Zugkraft über die Befestigungsenden 17c der Befestigungsarme 17b auf den Bremsbelag 3 aus und bewirkt so eine Unterstützung der Rückstellung des zuspannseitigen Bremsbelags 3 von der Bremsscheibe 2 nach einem Bremsvorgang.

Die gezeigte Scheibenbremse 10 ist hier eine so genannte zweistempelige Scheibenbremse 10 mit zwei Druckstempeln, die mit der Druckseite 4b der Belagträgerplatte 4 des zuspannseitigen Bremsbelags 3 in Wirkverbindung ste- hen. Dazu weist die Druckseite 4b hier zwei nicht bezeichnete Erhöhungen auf, die mit den Druckstempeln in Kontakt stehen. Zwischen diesen Erhöhungen ist hier zentral das Rückstellelement 17 angeordnet. Im Fall einer einstempeligen Scheibenbremse 10 steht nur ein Druckstempel mit nur einer nun zentral auf der Druckseite 4b der Belagträgerplatte 4 des zuspannseitigen Bremsbelags 3 angeordneten Erhöhung in Kontakt. In diesem Fall können zwei Rückstellelemente 17, z.B. beidseitig dieser Erhöhung, zur Anwendung kommen.

Der rückenseitige Bremsbelag 3' ist mit dem Rückstellelement 18 versehen, welches in Figur 3 im eingebauten Zustand des rückenseitigen Bremsbelags 3' und in Figur 6 vergrößert gezeigt ist.

Das Rückstellelement 18 für den rückenseitigen Bremsbelag 3' umfasst hier zwei Federarme 18a, zwei Befestigungsarme 18b mit jeweils einem Befestigungsende 18c und jeweils einer Befestigungslasche 18e, und einen Stützab- schnitt 18f.

Die Federarme 18a sind mit ihren gegenüberliegenden Enden zusammen verbunden oder einstückig ausgebildet. In dem Verbindungsbereich ist der Stützabschnitt 18f in Form eines U-förmigen Bügels angebracht, welcher in Richtung der Bremsscheibendrehachse 2a zu dem Rückenabschnitt 12 des Bremssattels 1 hervorsteht. Die so verbundenen Federarme 18a erstrecken sich in einer Form korrespondierend zu der geschwungenen Kontur des unteren Randbereichs der Druckseite 4b der Belagträgerplatte 4 des rückenseitigen Bremsbelags 3' bis zu den unteren Enden der Belagträgerplatte 4.

An den freien Enden der Federarme 18a ist jeweils einer der Befestigungsarme 18b angebracht. Jeder Befestigungsarm 18b erstreckt sich über die gesamte Querrichtung der Belagträgerplatte nach oben bis zu einem jeweiligen Eckabschnitt 4f der Belagträgerplatte 4. An dem oberen freien Ende eines jeden Be- festigungsarms 18b ist jeweils ein Befestigungsende 18c mit jeweils einem Endabschnitt 18d angeformt. Die Befestigungsenden 18c sind mit den Endabschnitten 18d L-förmig ausgebildet, wobei das Befestigungsende 18c jeweils um ca. 90° zu einem jeweiligen Befestigungsarm 18b so umgekantet ist, dass es mit seiner Unterseite auf der Oberseite 4c des jeweiligen Eckabschnitts 4f der Belagträgerplatte 4 aufliegt. Dabei ist der jeweilige Endabschnitt 18d von dem Befestigungsende 18c nach unten um ca. 90° abgekantet, verläuft parallel zu dem jeweiligen Befestigungsarm 18b und liegt an der Belagseite 4a der Belagträgerplatte 4 des rückenseitigen Bremsbelags 3' an. Die Befestigungsen- den 18c der Befestigungsarme 18b des Rückstellelementes 18 bilden somit eine Art Klammer, die über den oberen Eckabschnitte 4f der Belagträgerplatte 4 angeordnet und festgeklemmt ist. Eine zusätzliche Befestigung ist jeweils mit einem Befestigungselement 20 vorgesehen. Das Befestigungselement 20 kann z.B. eine Schraube, ein Niet o.dgl. sein, welches den jeweiligen Endabschnitt 18d von der Belagseite 4a her an der Belagträgerplatte 4 des rückenseitigen Bremsbelags 3' fixiert. Dies ist in Figur 4 deutlich zu erkennen.

Die Befestigungsarme 18b sind zusätzlich an ihren unteren Ende im Bereich der jeweiligen Verbindung mit den Federarmen 18a jeweils an den Schmalsei- ten der Belagträgerplatte 4 des rückenseitigen Bremsbelags 3' mittels einer hakenförmigen Befestigungslasche 18e befestigt. Die hakenförmigen Befestigungslaschen 18e sind dazu in Ausnehmungen 19 in den unteren Eckbereichen der Seitenflächen 4e der Belagträgerplatte 4, z.B. klammerartig (siehe z.B. Figur 4) befestigt.

Der Stützabschnitt 18f in Form eines U-förmigen Bügels ist mit einem Schenkel an den Federarme 18a angebracht, wobei die Schenkel nach unten weisen. Mittels des Stützabschnitts 18f ist das Rückstellelement 18 mittig an dem rückenseitigen Brückenverbinder 6'd des ortsfesten Bremsträgers 6 angebracht und bildet somit die Verbindung des Rückstellelementes 18 des rückenseitigen Bremsbelags 3' mit der ortsfesten Referenz, hier der Bremsträger 6.

Das Rückstellelement 18 liegt im gelösten Zustand der Scheibenbremse 10 zumindest mit Unterseiten der Befestigungsarme 18b an der Belagträgerplatte 4 des rückenseitigen Bremsbelags 3' in Bezug auf die Bremsscheibe 2 in einer Ebene parallel zu der Bremsscheibe 2. Dabei kann diese Ebene auch als eine Vertikalebene bezeichnet werden. Das Rückstellelement 18 des rückenseitigen Bremsbelags 3' ist auf diese Weise zwischen dem rückenseitigen Bremsbelag 3' und dem Bremsträger 6, der hier die ortsfeste Referenz bildet, vorgespannt angebracht. Eine Vorspannung wird in dem Rückstellelement 18 dadurch erzeugt, dass die Federarme 18a welche jeweils an ihren äußeren Enden mit den Befestigungsarmen 18b verbunden sind, gegenüber den Befestigungsarmen 18b federelastisch verspannt werden. Auch die Befestigungsarme 18b können sich z.T. elastisch verspannen, z.B. um ihre Längsachse verwinden. Die sich so ergebende Federkraft wird bei einem Bremsvorgang noch verstärkt, da sich der Bremsbelag 3' bei dem Bremsvorgang von dem Stützpunkt der Federarme 18a am Bremsträger 6 weiter zur Bremsscheibe 2 hin wegbewegt. Beim Lösen der Bremse übt diese so zusätzlich vergrößerte Federkraft des Rückstellelementes 18 eine Zugkraft über die Befestigungsenden 18c an den oberen Eckabschnitten 4f und über die Befestigungslaschen 18e der Befestigungsarme 18b an den unteren Eckabschnitten 4g auf den Bremsbelag 3' aus und bewirkt so eine Unterstützung der Rückstellung des rückenseitigen Bremsbelags 3' von der Bremsscheibe 2 nach einem Bremsvorgang. Dieser Effekt wird zusätzlich durch den fortschreitenden Belagverschleiß verstärkt. Da dadurch die Vorspannung der Federkraft der Rückstellelemente 17, 18 gesteigert wird

Figuren 6 und 7 zeigen schematische Perspektivansichten des Bremsträgers 6 mit Bremsbelägen 3, 3' und einer Variante der Rücksteileinrichtung 8. Figur 6 stellt eine Ansicht von der Zuspannseite dar, wobei Figur 7 eine Draufsicht zeigt. Figur 8 stellt eine schematische Perspektivansicht der Scheibenbremse 10 nach Figur 1 mit der Variante der Rücksteileinrichtung 8 nach Figuren 6-7 dar. Figur 9 zeigt eine schematische Teilschnittansicht der Scheibenbremse 10 nach Figur 8, und Figur 9a stellt eine vergrößerte Schnittansicht der Anbindung des Bremssattels 1 mit einem Lagerabschnitt 26 an dem Bremsträger 6 nach Figur 9 dar. In Figur 10 ist eine schematische Perspektivansicht eines Haltebügels 25 der Rücksteileinrichtung 8 nach Figuren 6-7 mit einer Spreizeinrichtung 22 dargestellt, und Figur 11 zeigt eine schematische Perspektivansicht eines Haltebügels 25 der Rücksteileinrichtung 8.

Die Variante der Rücksteileinrichtung 8 besteht hier aus zwei Funktionsgruppen. Die erste Funktionsgruppe umfasst das mindestens eine Rückstellelement 17, 18 pro Bremsbelag 3, 3', wobei die zweite Funktionsgruppe mindestens eine Spreizeinrichtung 22 aufweist. Die beiden Funktionsgruppen sind hier ge- meinsam vorhanden und unterstützen sich. Es ist aber auch möglich, dass nur eine der beiden Funktionsgruppen, oder nur ein Rückstellelement nur an einem der Bremsbeläge 3, 3' eingesetzt werden kann. Das Rückstellelement 17 des zuspannseitigen Bremsbelags 3 ist oben schon ausführlich beschrieben worden. Das in Figur 6 gezeigte Rückstellelement 17 der Variante der Rücksteileinrichtung 8 weicht davon in einigen Punkten ab, die kurz erläutert werden. Der Plattenabschnitt 17a verbindet auch hier die Befestigungsarme 17b und die Federarme 17d und 17f. Die oberen Befestigungsarme 17b sind hier mit ihren unteren Enden an den Schmalseiten des Plattenabschnitts 17a befestigt, wohingegen die oberen Federarme 17d zwischen den Befestigungsarmen 17b angeordnet sind. Dadurch ist der Abstand der oberen Krafteinleitungspunkte/- bereiche vergrößert. Auch der Abstand der unteren Krafteinleitungspunkte/- bereiche ist vergrößert, da die unteren Befestigungsarme 17b schräg nach außen verlaufend angeordnet sind.

Der Stützabschnitt 17g des unteren Federarms 17f ist hakenförmig ausgeführt und mit dem zuspannseitigen Brückenverbinder 6d des Bremsträgers 6 verbunden.

Die oberen Federarme 17d sind mit ihren Stützabschnitten 17e über den hier nicht gezeigten Haltebügel 25 (siehe Figuren 8 bis 1 1 ) mit dem Bremsträger 6 als ortsfeste Referenz verbunden. Zusätzlich ist auch eine Halteeinrichtung 24 der Spreizeinrichtung 22 über Haltearme 24a zusammen mit den Stützabschnitten 17e an dem Haltebügel 25 angebracht. Dazu sind die Haltearme 24, die Stützabschnitte 17e und Verbindungsabschnitte 25e (siehe Figur 1 1 ) durch Befestigungselemente 21 fest verbunden. Die Befestigungselemente 21 kön- nen z.B. Nieten, Schrauben o.dgl. sein.

Das in Figur 7 gezeigte Rückstellelement 18 der Variante der Rückstelleinrich- tung 8 unterscheidet sich von dem bereits oben beschriebenen Rückstellelement 18 des rückenseitigen Bremsbelags 3' darin, dass es aus zwei einzelnen Rückstelleinheiten 18' besteht.

Die Rückstelleinheiten 18' sind jeweils an einer Schmalseite des rückenseitigen Bremsbelags 3' an der Druckseite 4b der Belagträgerplatte 4 angeordnet. Jede Rückstelleinheit 18' umfasst einen Federarm 18a, einen Befestigungsarm 18b mit einem Befestigungsende 18c, und einen hakenförmigen Endabschnitt 18d.

Der Befestigungsarm 18b ist mit seinem oberen Befestigungsende 18c wie o- der ähnlich wie bereits beschrieben an dem oberen Eckabschnitt 4f der Belag trägerplatte 4 angebracht. Der Befestigungsarm 18b erstreckt sich nach unten und ist etwa in der Mitte der Schmalseite der Druckseite 4b der Belagträgerplatte 4 mit seinem unteren Ende mittels eines Befestigungselementes 18g, z.B. Schraube oder/und Niet, fixiert. Diese Befestigung kann auch mittels eines Presssitzes zwischen dem Befestigungsarm 18b und einem an der Belagträgerplatte 4 angegossenem Pin/Vorsprung oder eingesetztem Stift ausgeführt sein. Dieses untere Ende des Befestigungsarms 18b geht in einem Knick in den Federarm 18a über, welcher so von der Druckseite 4b schräg hervorsteht und sich weiter nach unten erstreckt. An dem unteren freien Ende des Feder- arms 18a ist der hakenförmige Endabschnitt 18d angebracht. Der Endabschnitt 18d ist mit der ortsfesten Referenz, d.h. hier mit dem Bremsträger 6 verbunden. Diese Verbindungsstelle ist hier an einem Ende des rückenseitigen Brückenbogens 6'd des Bremsträgers 6. Die obige Beschreibung der einen Rückstelleinheit 18' gilt auch die andere Rückstelleinheit 18' des rückenseitigen Rückstellelementes 18.

Auch dieses Rückstellelement 18 liegt im gelösten Zustand der Scheibenbremse 10 zumindest mit Unterseiten der Befestigungsarme 18b an der Belagträ- gerplatte 4 des rückenseitigen Bremsbelags 3' in Bezug auf die Bremsscheibe 2 in einer Ebene parallel zu der Bremsscheibe 2. Dabei kann diese Ebene auch als eine Vertikalebene bezeichnet werden.

Die Funktion des rückenseitigen Rückstellelementes 18 ist oben bereits erläu- tert worden.

Die zweite Funktionsgruppe weist die Spreizeinrichtung 22 auf, die im Folgenden erläutert wird. Die Spreizeinrichtung 22 umfasst hier zwei identische Paare von Federarmen 23, eine Halteeinrichtung 24 und einen Haltebügel 25. Der Haltebügel 25 ist hier ortsfest zwischen Bremsträger 6 und Führungsholmen 26b der Lagerabschnitte 26 des Bremssattels 1 am Bremsträger 6 (siehe Figur 9) angebracht und bildet auf diese Weise an der ortsfesten Referenz sowohl zusammen mit den Haltearmen 24a der Halteeinrichtung 24 eine Halterung für die Paare der Federarnne 23 als auch eine Halterung für das zuspannseitige Rückstellelement 17. Die Federarnne 23 liegen jeweils mit Druckenden 23b an zwei sich gegenüberliegenden Endbereichen der jeweiligen Belagträgerplatte 4 an und zwar in einem oberseitig vorstehenden Randbereich der jeweiligen Belagseite 4a. Die Enden der Federarme 23 sind gleichfalls zu Druckenden 23b gebogen, so dass ein Gleiten an der jeweiligen Fläche der jeweiligen Belagseite 4a beim Zuspan- nen und Lösen der Bremse möglich ist. Zusätzliche Vorsprünge 4g bilden jeweils Führungen für die Druckenden 23b. Auf diese Weise wird durch die beim Zuspannen sich ergebende Vorspannung eine Spreizung bzw. Rückstellung der Bremsbeläge 3, 3' nach einem Lösen der Bremse möglich. Jeweils ein Paar von Federarmen 23 wirkt mit einem Bremsbelag 3, 3' zusammen. Jedes Paar von Federarmen 23 weist einen zentralen Verbindungsabschnitt 23a (siehe Figur 7) auf, an welchem in Längsrichtung an beiden Enden jeweils ein Federarm 23 angebracht und von der Mitte zu dem jeweiligen Bremsbelag 3, 3' hin gebogen ist. Die beiden Paare von Federarmen 23 sind mit ihren zentralen Verbindungsabschnitten 23a und einem Verbindungsabschnitt der Halteeinrichtung 24 in der Mitte der Öffnung 9 mit Befestigungselementen 21 a, z.B. Schrauben, Nieten o.dgl. fest verbunden. Die Verbindungsabschnitte 23a der Federarme 23 und der Halteeinrichtung 24 liegen parallel aneinander und in Ebenen der Bremsscheibe 2.

Die Halteeinrichtung 24 weist zwei Haltearme 24a auf, von denen jeweils einer an jedem Ende des Verbindungsabschnitts angebracht und zum Zuspannab- schnitt 1 1 hin umgebogen ist. Die Haltearme 24a erstrecken sich bis über den Haltebügel 25, welcher im Bereich eines zuspannseitigen Rands der Öffnung 9 angeordnet ist, und sind mit diesem wie oben beschrieben verbunden.

Der Haltebügel 25 umfasst einen leicht geschwungenen Zentralabschnitt 25a. An den Zentralabschnitt 25a schließt sich auf jeder Seite ein um etwa 45° nach unten verlaufender Arm 25b an. An den freien Ende dieser beiden Arme 25b ist jeweils ein kreisrunder Befestigungsabschnitt 25c mit einer Öffnung angebracht. So erstreckt sich der Haltebügel 25 im eingebauten Zustand (Figur 8) mit seinen Armen 21 b beidseitig jeweils bis zu den Lageraufnahmen 6b des Bremsträgers 6 auf dessen Befestigungsseite 6a (siehe Figur 1 ). Im ten Zu- stand sind die Befestigungsabschnitte 25c mit ihren Öffnungen koaxial zu den jeweiligen Lageraufnahmen 6b des Bremsträgers 6 angeordnet.

In der Ausführung nach Figur 10 sind die oberen Ränder der Arme 25b des Haltebügels 25 bis zu dem Zentralabschnitt 25a mit einer Verstärkung 25d versehen, in deren Endbereichen über den Enden des Zentralabschnitts 25a jeweils ein Verbindungsabschnitt 25e ein horizontales Auflager, z.B. in Form einer Winkellasche, bildet und an dem Haltebügel 25 angebracht ist. Diese Verbindungsabschnitte 25e dienen sowohl zur Verbindung mit den darauf auflie- genden Enden eines jeden Haltearms 24a der Halteeinrichtung 22 als auch zur Verbindung mit den Stützabschnitten 17e der Federarme 17d des zuspannsei- tigen Rückstellelementes 17 (siehe Figuren 2, 4, 6).

Die Spreizeinrichtung 22 liegt projiziert in einer Horizontalebene, die eine Tan- gentialebene der Bremsscheibe 2 ist und rechtwinklig zu der Vertikalebene der Rückstellelemente 17 und 18 liegt.

Der Haltebügel 25 kann natürlich auch ohne die Verstärkungen 25d ausgebildet sein. Dies ist in Figur 1 1 dargestellt.

In Figur 9 und in einer vergrößerten Teilschnittansicht in Figur 9a ist gezeigt, wie der Haltebügel 25 der Rücksteileinrichtung 8 mit seinen Befestigungsabschnitten 25c und den Öffnungen wie oben schon erwähnt koaxial zu den Lageraufnahmen 6b für die Befestigung der Führungsholme 26b mittels Lager- schrauben 26d zwischen den Lagerabschnitten 26 und Befestigungsenden 26c der Führungsholme 26b und der Befestigungsseite 6a des Bremsträgers 6 angeordnet ist.

Auf diese Weise sind die Führungsholme 26b durch die Lagerschrauben 26d mit dem Bremsträger 6 und den dazwischen angeordneten Befestigungsabschnitten 25c des Haltebügels 25 fest verbunden. Somit sind die Führungsholme 26b und der Haltebügel 25 über die Befestigungsabschnitte 25c ebenfalls ortsfest wie der Bremsträger 6. Das in den Figuren 9 und 9a gezeigte Axiallager umfasst den Lagerabschnitt 26 als Bestandteil des Bremssattels 1 , den Führungsholm 26b, die Lagerschraube 26d und ein zwischen dem Führungsholm 26b und dem Lagerabschnitt 26 angeordnetes Lagerelement 26a, z.B. eine Axiallagerbuchse. Dies gilt in ähnlicher Weise auch für das andere Axiallager. Die RückStelleinrichtung 8 kann auch als Nachrüstteil, z.B. bei Belagwechsel und/oder Wartung in die Scheibenbremse 10 eingebaut werden. Dies ist in einfacher Weise möglich, da der Haltebügel 25 nur nachträglich eingesetzt werden muss, ohne dass Änderungen vorzunehmen sind. Ebenso sind die Rückstellelemente 17, 18 an den Bremsbelägen 3, 3' einfach anzubringen.

Die erste Funktionsgruppe übt mittels des Rückstellelementes 17 und/oder 18 im mittleren oder/und im unteren Bereich der Belagträgerplatten 4 der sich ge- genüberliegenden Bremsbeläge 3, 3' jeweils Zugkräfte auf die Bremsbeläge 3, 3' entgegen der Zuspannrichtung aus. Die zweite Funktionsgruppe greift mit der Spreizeinrichtung 22 in den oberen Eckabschnitten 4f an den Belagseiten 4a der Belagträgerplatten 4 der sich gegenüberliegenden Bremsbeläge 3, 3' gleich wirkend ebenfalls entgegen der Zuspannrichtung an. Auf diese Weise werden die Bremsbeläge 3, 3' sowohl in ihren oberen Bereichen als auch in ihren mittleren oder/und unteren Bereichen von der Rücksteileinrichtung 8 gleichzeitig mit Rückstell kräften beaufschlagt.

Der Haltebügel 25 bildet insofern eine Zentriereinrichtung für den Bremssattel 1 , als der Bremsträger 6, an dem der Haltebügel 25 über die Führungsholme 26b (Figur 9) befestigt ist, ein ortsfestes Teil der ortsfesten Referenz bildet, dem gegenüber der Bremssattel 1 verschieblich gelagert ist, so dass nach einem Lösen der Bremse und einem Spreizen der Spreizeinrichtung 22 und/oder Aktivieren der Rückstellelemente 17, 18, d.h. einem Auseinanderdrücken/- ziehen der Bremsbeläge 3, 3' der Bremssattel 1 in eine zentrierte Stellung geführt wird.

Der Haltebügel 25 kann z.B. als ein Stanzbiegeteil hergestellt werden, wobei zur Versteifung geeignete Maßnahmen vorgesehen sein können, wie z.B. Ver- steifungen und Sicken u.dgl.

Die beiden Federarme 23 eines jeden Paars von Federarmen 23 sind hier spiegelbildlich zu einer gedachten Längsachse der Öffnung 9, die in einer Mittenebene der Bremsscheibe 2 liegt, angeordnet.

In Figur 12 ist eine schematische Perspektivansicht einer weiteren Variante der Rücksteileinrichtung 8 nach Figur 7 gezeigt. Figur 13 stellt eine vergrößerte schematische Perspektivansicht einer Rückstelleinheit der Variante der Rück- stelleinrichtung nach Figur 12 dar. Figur 12 zeigt eine schematische Perspektivansicht der Druckseite 4b der Belagträgerplatte 4 des rückenseitigen Bremsbelags 3' in seinem zugehörigen Belagschacht in dem Bremsträger 6 zwischen den Bremsträgerhörnern 6'c.

Das Rückstellelement 18 weist wie das Rückstellelement 18 nach Figur 7 zwei Rückstelleinheiten 18' auf.

Im Unterschied zu der Variante nach Figur 7 sind die Rückstelleinheiten 18' dieser weiteren Variante spiegelbildlich ausgeführt und jeweils nur in den beiden unteren Eckabschnitten 4h der Belagträgerplatte 4 des rückenseitigen Bremsbelags 3' angeordnet.

Jede Rückstelleinheit 18' umfasst hier Federarm 18a mit zwei parallelen Feder- laschen 18h, einen Befestigungsarm 18b mit einem Befestigungsende 18c mit einem umgekanteten Endabschnitt 18d und einen Stützabschnitt 18f mit einem umgekanteten Endabschnitt 18d.

Der Befestigungsarm 18b ist mit einer Durchgangsöffnung 18'g für ein Befesti- gungselement 18g (siehe z.B. Figur 7) versehen. An einem Ende des Befestigungsarm 18b ist das Befestigungsende 18c um ca. 90° umgekantet angebracht, an dessen freiem Ende der ebenfalls um 90° umgekantete Endabschnitt 18d angeformt ist. Der Befestigungsarm 18b liegt auf der Druckseite 4b der Belagträgerplatte 4 auf, wobei das Befestigungsende 18c mit dem Endabschnitt 18d die Ausnehmung 19 der Belagträgerplatte 4 hakenförmig umgreift. Auf diese Weise ist die Rückstelleinheit 18' an der Belagträgerplatte 4b festgeklemmt und durch das Befestigungselement 18g (oder eine ähnliche Befestigungsmöglichkeit) fixiert. An dem anderen Ende des Befestigungsarms 18b steht ein um 90° abgekanteter Verbindungsabschnitt 18i von der Druckseite 4b der Belagträgerplatte 4 hervor, welcher an seinem freien Ende mit einer wiederum um 90° nach außen umgekanteten ersten Federlasche 18h des Federarms 18a verbunden ist. Parallel zu dieser Federlasche 18h ist eine weitere, zweite Federlasche 1 ange- ordnet, die mit ihrem äußeren Ende mit dem äußeren Ende der ersten Federlasche 18h verbunden ist. Das innere Ende dieser zweiten Federlasche 18h ist mit einem rechtwinklig, von der Druckseite 4b wegweisend hervorstehenden Verbindungsabschnitt 18j verbunden. Dieser Verbindungsabschnitt 18j ist um seine Längsachse verwunden und geht an seinem Ende in den hakenförmigen, nach unten weisenden Stützabschnitt 18f mit dem Endabschnitt 18d über.

Der hakenförmige Stützabschnitt 18f mit dem Endabschnitt 18d bildet eine Ver- bindung des Rückstellelementes 18' mit der ortsfesten Referenz, d.h. hier mit dem Bremsträger 6.

Die parallel zueinander angeordneten Federlaschen 18h des Federarms 18a sind vorgespannt und üben auf den rückenseitigen Bremsbelag 3' eine Zugkraft als Rückstellkraft aus.

Die obige Beschreibung gilt natürlich auch für die spiegelbildliche andere Rückstelleinheit 18'. Bei einem Bremsvorgang wird das Rückstellelement 18 mit seinen Rückstelleinheiten 18' wie oben erläutert gespannt und übt auf die Belagträgerplatte 4 durch die Befestigung an ihr Zugkräfte zur Rückstellung des rückenseitigen Bremsbelags 3' von der Bremsscheibe 2 weg nach einem Bremsvorgang aus. Die Spreizeinrichtung 22 kann auch als eine erste Funktionsgruppe bezeichnet werden, welche an den oberen Rändern der Bremsbeläge angreift. Der Angriff der Spreizeinrichtung 22 an den beiden Bremsbelägen 3, 3' erfolgt zweckmäßigerweise an der jeweiligen Belagträgerplatte 4 eines jeden Bremsbelags 3, 3' und zwar auf der dem daran befestigten Reibbelag 5 zugewandten Belagseite 4a oder an der gegenüberliegenden Rückenseite, die als Druckseite 4b bezeichnet wird. Um ein Verkanten des jeweiligen Bremsbelages 3, 3' um seine Querachse bei der Rückstellung zu vermeiden, greift die Spreizeinrichtung 22 entweder zentral, an einem oberen frei liegenden Randbereich der Belagträgerplatte 4 an oder symmetrisch an zwei Anlagebereichen rechts und links.

Das Rückstellelement 17, 18 kann als zweite Funktionsgruppe bzw. als Belag- rückstelleinheit bezeichnet werden. Jedem Bremsbelag 3, 3' kann eine Belag- rückstelleinheit zugeordnet sein, wobei es auch möglich ist, dass nur ein Bremsbelag 3, 3' mit einer Belagrückstelleinheit versehen ist. Die zweite Funk- tionsgruppe wirkt auf zumindest einen dritten Angriffspunkt an dem jeweiligen Bremsbelag 3, 3' ein. Dieser dritte Angriffspunkt kann beispielsweise im Bereich des mittleren Reibradius, des Schwerpunkts oder mittig, d.h. zentral im Schnittpunkt der gedachten Querachse und Längsachse des Bremsbelags 3, 3', symmetrisch zur Querachse an zwei Anlagebereichen rechts und links da- von auf der Längsachse oder/und in einem unteren Randbereich des Bremsbelags 3, 3' liegen.

Die Bremsbeläge 3, 3' werden zwar bereits durch die erste Funktionsgruppe, d.h. die Spreizeinrichtung 22, nach einem Bremsvorgang zurückgestellt, wobei allerdings hierbei die Spreizeinrichtung 22 nur in einem oberen Bereich der Bremsbeläge 3, 3' angreift. Dieser Angriffsbereich liegt außerhalb eines

Schwerpunkts des jeweiligen Bremsbelags 3, 3' und kann zu einer Schrägstellung der Bremsbeläge 3, 3' führen und Schrägverschleiß fördern. Unter der Schrägstellung ist hier ein so genanntes Kippen des jeweiligen Bremsbelags 3, 3' um eine Längsachse zu verstehen, die z.B. durch seinen Schwerpunkt verläuft. D.h., dass die Spreizeinrichtung ein Kippmoment z.B. um die Schwerpunktsachse bzw. um eine so genannte Kippkante des Bremsbelags 3, 3' verursachen kann.

Unter dem Begriff„außerhalb eines Schwerpunkts" ist zu verstehen, dass eine Wirkungslinie einer Rückstellkraft in einer Projektion auf eine vertikale Ebene, die längs der Bremsscheibendrehachse 2a liegt, durch den Schwerpunkt nicht axial, d.h. nicht parallel zu der Bremsscheibendrehachse 2a, verläuft.

Die Belagrückstelleinheiten bzw. Rückstellelemente 17, 18 haben daher neben einer Rückstellfunktion für den jeweiligen Bremsbelag 3, 3' auch die weitere Funktion, ein Kippen des jeweiligen Bremsbelags 3, 3' zu verhindern. Dazu greifen die Belagrückstelleinheiten zumindest in dem dritten Angriffspunkt bei- spielsweise im Bereich des mittleren Reibradius, des Schwerpunkts oder mittig, d.h. zentral im Schnittpunkt der gedachten Querachse und Längsachse des Bremsbelags 3, 3', symmetrisch zur Querachse an zwei Anlagebereichen rechts und links davon auf der Längsachse oder/und in einem unteren Randbereich des Bremsbelags 3, 3' an. Auf diese Weise kann das durch die Spreizein- richtung 22 mögliche erzeugte Kippmoment verringert oder sogar eliminiert werden.

Figur 14 zeigt eine schematische Schnittansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels einer Scheibenbremse 10 mit einer anderen Variante der Rückstelleinrich- tung 8. Figur 15 stellt eine schematische Perspektivansichten des weiteren Ausführungsbeispiels nach Figur 14 mit Ansicht des rückenseitigen Bremsbelags 3' dar . In Figur 16 ist eine schematische Perspektivansichten des weiteren Ausführungsbeispiels nach Figur 14 mit Ansicht des zuspannseitigen Bremsbelags 3 gezeigt. Die in diesem Ausführungsbeispiel gezeigte andere Variante der Rückstelleinrich- tung 8 umfasst pro Bremsbelag 3, 3' zwei Rückstellelemente 27, 27'. Jedes Rückstellelement 27, 27' weist eine Halterung 28, 28' und eine Druckfeder 29, 29' auf. In jeder Halterung 28, 28' ist eine Druckfeder 29, 29' derart eingesetzt, dass eine Kraftrichtung der jeweiligen Druckfeder 29, 29' parallel zu der Bremsscheibendrehachse 2a, also axial, verläuft. Jede Halterung 28, 28' ist von einer Belagschachtseite her in eine Ausnehmung 31 , 31 ' in einem jeweiligen Bremsträgerhorn 6c, 6'c eingesetzt und in diesem befestigt. Die Ausnehmungen 31 , 31 ' korrespondieren in ihrer Form einer Außenkontur der jeweiligen Halterung 28, 28'. Die Ausnehmungen 31 der zuspannseiti- gen Bremsträgerhörner 6c liegen sich gegenüber, dies ist ebenso bei den Aus- nehmungen 31 ' der rückenseitigen Bremsträgerhörner 6'c der Fall.

Die Druckfedern 29, 29' stützen sich jeweils mit einem Federende, das zur Bremsscheibe 2 weist, an einem Auflageabschnitt 28a, 28'a der Halterungen 28, 28a ab. Das andere Federende einer jeweiligen Druckfeder 29, 29' steht jeweils mit einem Druckabschnitt 30 der jeweiligen Belagträgerplatte 4 des jeweils zugehörigen Bremsbelags 3, 3' in Kontakt. Zudem sind die Endbereiche mit den anderen Federenden der Druckfedern 29, 29' jeweils in einer Ausnehmung einer jeweiligen Seitenfläche 4e (siehe z.B. Figur 4) einer jeweiligen Belagträgerplatte 4 aufgenommen.

Die Druckfedern 29, 29' sind hier unter Vorspannung zwischen einem jeweiligen Bremsträgerhorn 6c, 6'c des ortsfesten Bremsträgers 6 und den Belagträgerplatten 4 der Bremsbeläge 3, 3' angeordnet. Die Bremsträgerhörner 6c, 6'c bilden somit eine ortsfeste Referenz. Die Federkräfte der Druckfedern 29, 29' wirken in Richtung der Bremsscheibendrehachse 2a auf einen jeden Bremsbelag 3, 3' dergestalt, dass jeder Bremsbelag 3, 3' von der Bremsscheibe 2 weggedrückt wird. So wirken die Federkräfte der Druckfedern 29 auf den zuspannseitigen Bremsbelag 3 derart, dass dieser zu dem Zuspannabschnitt 1 1 des Bremssattels 1 gedrückt wird. Und die Federkräfte der Druckfedern 29' wirken auf den rückenseiti- gen Bremsbelag 3 derart, dass dieser zu dem Sattelrücken 12 des Bremssattels 1 gedrückt wird.

Die Rückstellelemente 27, 27' sind - wie in den Figuren 15 und 16 zu erkennen ist - auf einer gedachten in Bezug auf die Bremsscheibe 2 tangentialen Linie an- geordnet, die in etwa durch einen Schwerpunkt der Bremsbeläge 3, 3' verläuft und in einem kleinen Abstand unterhalb der Kopfseiten der Bremsträgerhörner 6c, 6'c liegt. Dieser kleine Abstand entspricht hier z.B. ungefähr der Dicke einer Belagträgerplatte 4.

Die Erfindung wird durch die oben beschriebenen Ausführungsbeispiele nicht eingeschränkt. Sie ist im Rahmen der beigefügten Ansprüche modifizierbar.

Für einen nachträglichen Einbau der Rücksteileinrichtung 8 mit Rückstellele- menten 17, 18 können die entsprechenden Bremsbeläge 3, 3' beim Wechsel verwendet werden. Ebenfalls kann dabei auch die Spreizeinrichtung 22 zum Einsatz kommen.

Zusätzlich zu einer Referenz an ein ortsfestes Bauteil (in diesem Fall der Brems- träger 6) sind Rückstellelemente auch zwischen den Bremsbelägen 3, 3' und ortsungebundenen/ axial verschiebbaren Bauteilen (z.B. Bremssattel 1 oder Belaghaltebügel 16) möglich. Diese gewährleisten ein jeweiliges Positionieren der Bremsbeläge 3, 3' zu dem verschiebbaren Bremssattel 1 in Schwimmsattelausführung. Eine der Referenzen an dem Bremssattel 1 kann z.B. dessen Boden- blech 1 1 a (siehe Figur 1 ) sein.

BEZUGSZEICHENLISTE

1 Bremssattel

2 Bremsscheibe

2a Bremsscheibendrehachse

3, 3' Bremsbelag

4 Belagträgerplatte

4a Belagseite

4b Druckseite

4c Oberseite

4d Unterseite

4e Seitenfläche

4f, 4h Eckabschnitt

4g Vorsprung

5 Reibbelag

5a Schlitz

6 Bremsträger

6a Befestigungsseite

6b Lageraufnahme

6c, 6'c Bremsträgerhorn

6d, 6'd Brückenverbinder

7 Belaghaltefeder

8 Rücksteileinrichtung

9 Öffnung

10 Scheibenbremse

1 1 Zuspannabschnitt

1 1 a Bodenblech

12 Sattelrücken

13 Zugstrebe

14, 15 Halteabschnitt

16 Belaghaltebügel

17 Rückstellelement

17a Plattenabschnitt

17b Befestigungsarm

17c Befestigungsende

17d, 17f Federarm

17e, 17g Stützabschnitt

18 Rückstellelement

18' Rückstelleinheit 18a Federarm

18b Befestigungsarm 18c Befestigungsende 18d Endabschnitt

18e Befestigungslasche 18f Stützabschnitt 18g Befestigungselement 18'g Durchgangsöffnung 18h Federlasche

18i, 18j Verbindung

19 Ausnehmung

20; 21 , 21 a Befestigungselement

22 Spreizeinrichtung

23 Federarm

23a Verbindungsabschnitt 23b Druckende

24 Halteeinrichtung 24a Haltearm

25 Haltebügel

25a Zentralabschnitt

25b Arm

25c Befestigungsabschnitt

25d Versteifungsabschnitt

25e Verbindungsabschnitt 26 Lagerabschnitt

26a Lagerelement

26b Führungsholm

26c Befestigungsende

26d Lagerschraube 27, 27' Rückstellelement

28, 28' Halterung

28a, 28'a Auflageabschnitt

29, 29' Druckfeder

30 Druckabschnitt 31 , 31 ' Ausnehmung

AS Auslaufseite

ES Einlaufseite