HUNEKE, Andre (Stollenbachweg 18, Hörstel, 48477, DE)
HOFMEISTER, Klaus-Dieter (Hölderlinstrasse 54, Lengerich, 49525, DE)
HUNEKE, Andre (Stollenbachweg 18, Hörstel, 48477, DE)
| Patentansprüche 1. Wegwerfhandschuh (1) aus zwei Lagen (2,4) dünnen flächigen wasserdichten Kunststoffmaterials, die miteinander durch eine Siegelnaht (5) längs einer Handkontur unter Freilassung eines offenen Einschlupfs (3) verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der Lagen (2,4) aus einem feinporigen, beidseits mit Wärme und Druck zu Faserlaminatoberflächen gepressten nonwoven Poly- ethylen-Fasermaterial mit einem Flächengewicht von weniger als 100g/m2 besteht. 2. Handschuh nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet dass das Fasermaterial aus einer Wirrlage ungerichteter (nondirectional) HDPE-Fasern in einer mittleren Stärke von etwa 4 pm besteht. 3. Handschuh nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Lage (2,4) aus einer Polyethylenfolie besteht. 4. Handschuh nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Polyethylenfolie eine LDPE (lowdensity polyethylene)-Folie ist. 5. Handschuh nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Polyethylenfolie bei vorgegebener rechtshändiger Verwendung auf der Handinnenseite (Unterseite 4) liegt. 6. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Handkontur neben einer Handfläche zumindest eine Daumenfläche (6) ausbildet. 7. Handschuh nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Handkontur mehrere vereinzelte Fingerflächen (7,8,9,10) zu auseinandergespreizten Fingern ausbildet. 8. Handschuh nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Handkontur gegenüber dem Grundriss der aufzunehmenden Hand um einen Randbereich von mehr als 5 mm verbreitert ist. 9. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die am offenen Einschlupf (3) unverbundenen Lagen zueinander nicht deckungsgleiche Ränder aufweisen. |
Die Erfindung betrifft einen Wegwerfhandschuh nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Wegwerfhandschuhe aus einfachem und sehr preisgünstigem Kunststofffolienmaterial sind für viele Alltagsfälle gebräuchlich, etwa für Küchenarbeiten oder Fahrradreparaturen zum Schutz der Hände oder beim Lebensmittelverkauf unter hygienischen Aspekten oder in Reinraumtechniken unter Sauberkeitsgesichtspunkten. Das wasser- und schmutzdichte Folienmaterial, welches nicht nur aus Gewichts- und Kostengründen, sondern auch wegen der höheren Flexibilität möglichst dünn vorgegeben wird, stellt allerdings eine Dampfsperre dar, aufgrund derer sich Hautfeuchtigkeit und Dampf aus der Haut sehr bald innen niederschlägt und dabei zu einem unangenehmen Nässegefühl, ggf. sogar zu einer Tropfenbildung führt, die etwa bei hygienischen oder clean-room-Anwendungen ausgeschlossen werden muss.
Bekannt sind auch mit größerem Aufwand zu fertigende Wegwerfhandschuhe, die innenseitig mit einem saugfähigen (Futter-) Material ausgekleidet sind, um Feuchtigkeitsansammlungen auf der Innenseite des dichten Folien-Handschuhs abzufangen (DE 298 11 160U1 , JP 10018114A, JP 2008081895A). Derartige mehrlagige Handschuh-Gestaltungen schränken natürlich die Feinfühligkeit und damit die Verwendbarkeit bei technischen Aufgaben etwa in clean-room-Bereichen ein. Vor allem aber verteuert eine solche Gestaltung den Handschuh vom Material und vom Herstellungsaufwand her. Wegwerfhandschuhe, die also in aller Regel nach einmaligem Gebrauch entsorgt und aus Sauberkeits- oder Materialreinheitsgesichtsichtspunkten zu ersetzen sind, unterliegen einem rigorosen Preisdruck. Darüber hinaus sind Wegwerfhandschuhe mit mehrlagiger Ausbildung, insbesondere mit saugfähigem Futter voluminöser und dementsprechend bei bedarfsgerecht hohen Stückzahlen nicht klein abzupacken.
Aufgabe der Erfindung ist es hiernach, einen Wegwerfhandschuh in einfacher und bei großserientechnischer Herstellung preisgünstig herstellbarer Form zu schaffen, der bequem zu handhaben, klein abzupacken und handgerecht auszubilden ist, dabei jedoch die bei herkömmlichern geschlossenen Kunststofffolien auftretenden Schweißprobleme vermeidet.
Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch einen Wegwerfhandschuh nach dem Anspruch 1 gelöst. Es hat sich gezeigt, dass bei einem solchen Wegwerfhandschuh ein besonders gefertigtes, marktübliches Polyethylen-Fasermaterial anstelle der üblichen glatten und dichten Polyethylenfolie eingesetzt werden kann, ohne dabei eine Durchdringung des Handschuhs von außen durch Nässe, Schmutz oder chemische Materialien wie auch eine Durchdringung des Handschuhs von innen nach außen mit Schweiß, Hautpartikeln oder Hautverschmutzungen in Kauf nehmen zu müssen. Der entscheidende Vorteil dieses Materials liegt darin, dass es eine Feuchtigkeits- (und Schmutz-) Barriere hoher Zuverlässigkeit bildet, gleichwohl aber feine Poren aufweist, die eine Gas- und Dampfdurchlässigkeit ermöglichen und Dampf von den Hautflächen der Hand sowie eine hinreichende Belüftung schaffen, die eine Schweißbildung und Schweißansammlung innerhalb des Handschuhs verhindert.
Ein solches Material ist für verschiedene technische Anwendungen einschließlich solcher in der Medizintechnik entwickelt worden, vor allem aber im Alltag bei reißfesten Großbriefumschlägen bekannt. Vom Aussehen, von der Stärke und von der Flexibilität her papierähnlich ist es jedoch zellulosefrei und besteht aus feinen Poly- ethylenfasern, insbesondere aus HDPE (hydensity Polyethylene), die in einem "Flash-Spin"-Herstellungsverfahren mit einem sehr feinen Durchmesser von durchschnittlich etwa 4 μιη dargestellt und zu einer Wirrfaserlage mit ungerichteten Fasern zu einem Flächengewicht von weniger als 100 g/m 2 gelegt werden.
Diese Wirrfaserlage wird in einem Durchlaufverfahren mit einer Temperatur oberhalb der Anschmelztemperatur und einem passenden Druck beidseitig laminiert, so dass auf beiden Oberseiten der Wirrfaserlage jeweils eine laminierte Grenzschicht aus feinen miteinander vernetzten Fasern mit feinen, nur etwa bis 20 μητι großen Poren entsteht, die eine Durchtrittsbarriere für Flüssigkeit, aber eine Durchlässigkeit für Gase einschl. Dampf erzielen. Die beiden Oberflächen können bei diesem Durchlauf die Prägung einer Textur erhalten, die die Griffigkeit der Oberfläche und auch die Biegsamkeit des Materials noch zusätzlich verbessert.
Im Sinne einer hohen Flexibilität des Materials wird die Laminierung der Wirrfaserlage auf die Oberflächen beschränkt, so dass noch eine Zwischenschicht frei beweglicher Fasern verbleibt. Damit kann auch leichter sichergestellt werden, dass die Durchlässigkeit des Materials für Gase erhalten bleibt, die beiderseitigen Laminatschichten aber auch eine doppelte Barriere gegen Feuchtigkeit und Schmutz bilden.
Für die Verwendung bei Schutzhandschuhen ist wichtig, dass das langfaserige Material nicht zum Fasern oder Fusseln neigt und auch an Schnittkanten bzw. Siegeloder Schweißnähten keine Bruchpartikel bietet, insofern also wie eine herkömmliche "massive" Polyethylenfolie keine Schmutzquelle darstellt.
Vorzugsweise besteht das PE-Fasermaterial aus festeren HDPE-Fasern und lässt sich mit gleichen oder anderen Polyethylen-Materialien gut verschweißen. Dies bedeutet zunächst einmal, dass eine solche Lage aus nonwoven-Fastermaterial mit einer zweiten Lage aus gleichem Material zu einem einheitlichen Wegwerfhandschuh verbunden werden kann. Da solche Fasermaterial-Produkte allerdings vom Herstellungsaufwand deutlich teurer sind als einfache Folien und ein Handschuh dieser Art regelmäßig schon als ausreichend "atmungsaktiv" anzusehen ist, wenn nur eine der beiden Handschuhlagen aus dem besonderen Fasermaterial hergestellt ist, ergibt sich die preislich vorteilhafte Kombination für einen solchen Wegwerfhandschuh mit einer Lage des Fasermaterials und einer Lage aus einer Polyethylenfolie. Die Stärke der Folie ist regelmäßig dünn aber für den Schutzzweck des Handschuhs gegen Zerstörung und Durchdringung ausreichend anzusetzen. Dabei wird in der Regel der größeren Flexibilität wegen ein LDPE-Material (low density Polyethylene) vorgesehen. Von der "atmungsaktiven" Gasdurchlässigkeit aus betrachtet kann grundsätzlich gewählt werden, ob das Fasermaterial oder die Folie für die Handinnenseite bzw. für oder den Handrücken vorgesehen wird. Wenn man eine Verwendung an der rechten oder der linken Hand vorsieht - im allgemeinen ist ein solcher Handschuh einheitlich für beide Hände vorzusehen - , ist in der Praxis der Wechsel zwischen Handinnenfläche und Handrückfläche auch mit einem Wechsel der Hand gegeben. Ein Wegwerfhandschuh wird allerdings jeweils für eine bestimmte Hand vorgesehen und wird dann vorzugsweise für die Handinnenseite die Polyethylenfolie erhalten, die als robustere und glattere Fläche die "Arbeitsseite" darstellt.
Ein solcher Handschuh erhält seine Kontur in einem gebräuchlichen Verfahren durch eine lediglich die Schlupföffnung für die Hand freilassende geschlossen umlaufende Trenn- und Siegelnaht, wobei die Kontur bedarfsgerecht gestaltet ist. Dabei wird in aller Regel zumindest eine Daumenkontur der Hand ausgeformt, um zumindest einen "Fäustling" zu gestalten. Eine weitere Differenzierung der Finger wird neben dem Daumen ein Zeigefinger gesondert ausbilden und meistens werden die Finger vereinzelt ausgeformt. Um aus dem Flächenmaterial innenseitig ausreichende Fingerquerschnitte bereitzustellen, ist seitlich zu den Fingern neben dem Grundriss der aufzunehmenden Hand ein Randbereich von mehr als 5 mm vorzusehen. Dazu sind die einzelnen Finger auseinandergespreizt zu konturieren.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend näher beschrieben. In der einzigen Figur der Zeichnung ist die flache Draufsicht auf einen Wegwerfhandschuh wiedergegeben. Ein in der Zeichnung insgesamt mit 1 bezeichneter Wegwerfhandschuh (Schutzhandschuh) ist flach zusammengelegt dargestellt, wobei eine für den Handrücken (einer rechten Hand) vorgesehene Oberseite oder Handrückenseite 2 des Handschuhs flach auf einer nur im Bereich eines Einschlupfs 3 für die Benutzerhand ü- berstehende Unterseite bzw. Handinnenseite 4 aufliegt. Diese Flachlage des Handschuhs entspricht seiner Herstellung aus flachen Materialbahnen, die bei der Herstellung aufeinandergelegt worden sind und durch eine Trennsiegelnaht 5 miteinander verbunden und zugleich von dem übrigen überstehenden Flächematerial getrennt wurden.
Grundsätzlich versteht es sich, dass die beiden Lagen in der Fertigung schon zur Anpassung an die Dicke der Hand, insbesondere die Dicke der Finger plastisch ausgeformt sein könnten. Dies ist aber aufwendig und auch für die Lagerung und den Versandt solcher Wegwerfhandschuhe unvorteilhaft. Die flache Ausbildung und Anordnung ermöglicht es, größere Vorräte im Stapel platzsparend zu versenden.
Der dargestellte Handschuh 1 zeigt Ausformungen für einen Daumenbereich 6 und für Fingerbereiche 7,8,9 und 10, wobei Daumen und Finger in einer voneinander abgespreizten Stellung konturiert sind, so dass Daumen und Finger breiter als der Grundriss der Hand geschnitten werden können, um aus der flachen Aufeinanderlage von Ober- und Unterseite heraus ausreichend Platz für die zugehörigen Querschnitte bei der Benutzung zu erhalten. Der im Bereich des Einschlupfs 3 zu sehende Überstand der Unterseite 4 gegenüber der Oberseite 2 dient lediglich dazu, Oberseite und Unterseite beim Einschlupf der Hand bequemer voneinander lösen und greifen zu können.
Eine Besonderheit des erfindungsgemäßen Handschuhs gegenüber verbreiteten, aus zwei "massiven" Folien aus Kunststoff gefertigten Einweg- oder Wegwerfhandschuhen liegt in der atmungsaktiven Ausgestaltung. Mit dem hier (für die rechtshändige Benutzung) auf der Oberseite 2 vorgesehenen Fasermaterial und seiner Gasdurchlässigkeit bei gleichzeitiger Dichtigkeit gegen Feuchtigkeit und Schmutz, die einer Ansammlung von Schweiß mit unangenehmem Handgefühl, mit nassem und somit schlechtem Griff des Handschuhs gegenüber der Hand und mit der Gefahr von aus dem Handschuh austretenden Schweißtropfen für viele Anwendungsfälle sehr vorteilhaft ist, entsteht ein immer noch einfacher, dünnwandiger Handschuh mit wichtigen Annehmlichkeiten und Einsatzmöglichkeiten.
Das handelsüblich erhältliche Fasermaterial besteht aus sehr feinen, im Flash-Spin- Verfahren hergestellten HDPE-Fasern (highdensity Polyethylene), die als nicht gerichtete (wirre) Faserlagen mit einem Flächengewicht von unter 100g/m 2 gelegt und aus dem losen Legezustand durch genau eingestellte Wärme- und Druckbehandlung an den Oberflächen laminiert, d.h. angeschmolzen und damit zu einem Maschensystem vernetzt werden. Dabei entstehen Maschen mit einer Weite bis etwa 20 [im, die als "Poren" für eine Gasdurchlässigkeit sorgen, gleichzeitig aber eine Flüssigkeitsbarriere darstellen. Der vorliegende Handschuh wird in clean-room-Bereichen (Reinraumbereichen) in der Siliziumfertigung eingesetzt, in der hochreine Einkristallin-Siliziumstränge gefertigt bzw. zu Scheiben (wafern) geschnitten und/oder durch Dotieren, Kontaktieren usw. zu Halbleiterschaltungen weiterverarbeitet werden.
Es versteht sich allerdings, dass dieser Wegwerfhandschuh in vielen Bereichen eingesetzt werden kann, in denen das Arbeitsfeld vor Feuchtigkeit oder Verschmutzungen durch die Hand oder auch die Hand vor Schmutz oder unerwünschten Arbeitsmedien geschützt werden muss. Insbesondere ist auch ein gegenüber herkömmlichen Einweghandschuhen aus einfacher Folie bedingter höherer Herstellungspreis dann gerechtfertigt, wenn der Handschuh nicht nur kurzzeitig für wenige Handgriffe, sondern für eine längere Benutzungsdauer vorzusehen ist.
Next Patent: METHOD FOR REPAIRING ROTOR BLADES
