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Patent Searching and Data


Title:
DOMAIN-STRUCTURED FERROIC ELEMENT, METHOD AND APPARATUS FOR GENERATING AND FOR CONTROLLING THE ELECTRICAL CONDUCTIVITY OF DOMAIN WALLS AT ROOM TEMPERATURE IN THE ELEMENTS AND APPLICATIONS OF THE ELEMENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/120495
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a domain-structured ferroic element, a method and an apparatus for generating and for controlling the electrical conductivity of the domain walls at room temperature in these elements and applications of the element. The problem consists in specifying a domain-structured element, a method and an apparatus for generating and for controlling an electrical conductivity of the domain walls at room temperature in the elements and applications of the element which are formed in a suitable manner such that domain structures are created in nano-scale length ranges with a controlled structural geometry and with the creation of new functionalities for different, sometimes entirely novel, applications, based on the domain wall conductivity, in a manner which reduces complexity. The solution consists in that the domains (6, 7) and an at least nano-scale domain wall (2) lying therebetween are associated with an insulating ferroelectrical/ferroic monocrystal (40), wherein the interposed domain wall (2) has, under specific influences (mechanical tensile and compressive stresses, electrical, magnetic or optical fields, doping, etc.), a measurably higher electrical conductivity than the surrounding domains (6, 7), wherein the electrical conductivity of the domain wall (2) can be measured at least with a current-measuring device (47), which is in contact with the domain wall (2) via domain wall end sides (45, 46) of the mutually opposite side faces (43, 44) of the monocrystal (40) with electrodes (11, 12) applied.

Inventors:
ENG, Lucas, M. (Heinrich-Schuetz-Strasse 15, Dresden, 01277, DE)
HAUSSMANN, Alexander (Pfotenhauerstrasse 32, Dresden, 01307, DE)
SCHROEDER, Mathias (Clara-Zetkin-Strasse 23, Luetzen, 06686, DE)
Application Number:
DE2011/000294
Publication Date:
October 06, 2011
Filing Date:
March 16, 2011
Export Citation:
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Assignee:
TECHNISCHE UNIVERSITÄT DRESDEN (Mommsenstrasse 11, Dresden, 01069, DE)
ENG, Lucas, M. (Heinrich-Schuetz-Strasse 15, Dresden, 01277, DE)
HAUSSMANN, Alexander (Pfotenhauerstrasse 32, Dresden, 01307, DE)
SCHROEDER, Mathias (Clara-Zetkin-Strasse 23, Luetzen, 06686, DE)
International Classes:
H01F1/34; C30B23/02; C30B25/02; C30B29/22; C30B29/64; C30B33/04; G02F1/00; G02F1/05; G02F1/355; G11C11/14; G11C11/22; H01F1/40; H01F10/193; H01F10/20; H01L21/316
Attorney, Agent or Firm:
HEMPEL, Hartmut (Jagdweg 10, Dresden, 01159, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Domänenstrukturiertes Element (1) mit mindestens einer Domänenwand (2) zwischen benachbarten Domänen (6, 7),

dadurch gekennzeichnet,

dass die Domänen (6, 7) und die zwischenliegende, zumindest nanoskalige Domänenwand (2) einem isolierenden ferroelektrischen/fenOischen Einkristall (40) zugeordnet sind, wobei die zwischenliegende Domänenwand (2) unter speziellen Einflüssen in Form von mechanischen Zug- oder Druckspan- nungen (70), elektrischen, magnetischen oder optischen Feldern (67, 59, 57) oder von Dotierungen eine messbar höhere elektrische Leitfähigkeit als die umgebenden Domänen (6, 7) aufweist, wobei die elektrische Leitfähigkeit der Domänenwand (2) zumindest mit einer Strommesseinrichtung (47), die über Domänenwandstirnseiten (45, 46) von sich gegenüberliegenden Seiten- flächen (43, 44) des Einkristalls (40) mit angebrachten Elektroden (11, 12) in Kontakt mit der Domänenwand (2) ist, messbar ist.

2. Element nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass zur Erreichung und zur Messung einer höheren elektrischen Leitfähigkeit in der Domänenwand (2, 3, 4) eine gesteuerte Einwirkung von elektrischer, magnetischer und/oder elektromagnetischer Anregungsenergie (67, 59, 57) und/oder mechanischer Zug- und Druckspannung (70) zumindest auf die Domänenwand (2, 3, 4) des Einkristalls (40) vorgesehen ist, wobei die gemessene elektrische Leitfähigkeit größer als die elektrische Leitfähigkeit der benachbarten Domänen (6, 7) ist, wobei die elektrische Leitfähigkeit der Domänenwand (2, 3, 4) in Form von elektrischem Strom mit unterschiedlich gepolten Elektroden (11, 12) mittels der mit den Elektroden (11, 12) verbundenen Strommesseinrichtung (47) zwischen entgegengesetzten randseitigen Stirnbereichen (43, 44) der Domänenwand (2, 3, 4) messbar und steuerbar ist, wobei die Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit durch eine Variation von elektrischer, magnetischer und/oder elektromagnetischer Anregungsenergie (67, 59, 57) und/oder mechanischer Zug- oder Druckspannung (70) auf die Domänenwand (2, 3, 4) möglich ist, z.B. durch auf die Oomänenwand (2, 3, 4) möglich ist, z.B. durch Beleuchtung (57) des Einkristalls (40) mit UV-Licht unterschiedlicher Intensitäten und Wellenlängen unterhalb der Bandiücke, wobei durch Abschalten der Beleuchtung (57) die elektrische Leitfähigkeit in der Domänenwand (2, 3, 4) vollständig ausschait- bar ist.

3. Element nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass zur gesteuerten Einwirkung von elektrischer, magnetischer und/oder elektromagnetischer Anregungsenergie (67, 59, 57) und/oder mechanischer Zug- oder Druckspannung (70) auf die Domänenwand (2, 3, 4) dem Element (1) verschiedene Baugruppen zur Aussendung oder Übertragung von elektrischer, magnetischer und/oder elektromagnetischer Anregungsenergie (67, 59, 57) und/oder mechanischen Zug- und Druckspannungen (70) zugeordnet sind.

4. Element nach den Ansprüchen 1 bis 3,

dadurch gekennzeichnet,

dass der isolierende Einkristall (40, 32) ais Ferroikum (Ferroeiektrikum, Fer- romagnetikum oder Ferroeiastikum) oder Muitiferroikum ausgebildet ist.

5. Element nach einem der Ansprüche 1 bis 4,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Element in Form eines Einkristalls (40, 32), weicher dotierbar ist, vorliegt.

6. Element nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Einkristall (40, 32) eine Dicke wahlweise von wenigen Nanometern bis in den Millimeter-Bereich aufweist.

7. Element nach den Ansprüchen 1 bis 6,

dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke der Domänenwände (2, 3, 4) zwischen den benachbarten Domänen (6, 7, 8, 9) im Ein-Nanometerbereich und in einem Bruchteil des Ein-Nanometerbereiches ausgebildet ist. 8. Element nach einem der Ansprüche 1 bis 7,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Domänenwände (2, 3, 4; 33) des Einkristalls (40, 32) als jeweilige lertfahige Diskontinuität nur wenige Nanometer in der Breite messen und so geformt sind, dass sie nanoskopische, mikroskopische und/oder makrosko- pische Bereiche von Einkristallen (40; 32) verbinden, wobei die Domänenwände (2, 3, 4; 33)

- von einer oberen Seitenfläche (43, 24) zu einer unteren Seitenfläche (44, 25) in vertikaler Richtung (26-29, 27-30, 28-31) durch den Einkristall (40) hindurch oder

- von einem ersten Kontaktpunkt (14) zu einem zweiten Kontaktpunkt in lateraler Richtung des Einkristalls (32) oder

- in Kombination von Seitenflächen und Kontaktpunkten des vorgegebenen Einkristalls (40; 32)

verlaufen.

9. Element nach einem der Ansprüche 1 bis 8,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Einkristall (40) als Templat zur gezielten nasschemischen Adsor- batabscheidung auf dem Einkristall (40) an der Domänenwand (2, 3, 4), wo- bei Spezies in Lösemittel an der Domänenwand (2, 3, 4) durch Reaktion mit bereitgestellten Ladungsträgern reduzieren oder oxidieren, vorgesehen ist.

10. Element nach einem der Ansprüche 1 bis 8,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Einkristall (40) als Templat zur gezielten Gasphasen- Adsorbatabscheidung auf dem Einkristall (40) an der Domänenwand (2, 3, 4), wobei Spezies in Gasphase an der Domänenwand (2, 3, 4) durch Reakti- on mit bereitgestellten Ladungsträgern reduzieren oder oxidieren, vorgesehen ist.

11. Element nach einem der Ansprüche 1 bis 8,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Einkristall (32) mit der elektrisch leitfähigen Domänenwand (33) zur Wellenleiteranwendung eine veränderte Dielektrizitätskonstante in der Domänenwand (33) bei einer Stirnseiten-/seitlichen Einkopplung von einfallendem Licht (35) besitzt.

12. Verfahren zur Erzeugung und zur Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit von Domänenwänden (2, 3, 4) in Elementen (1), das bei Raumtemperatur und an Luft durchgeführt wird, mit Elementen (1) nach den Ansprüchen 1 bis 8,

dadurch gekennzeichnet,

dass folgende Schritte durchgeführt werden

o Anbringen von Elektroden (11, 12) an sich gegenüberliegende Seitenflächen des Einkristalls (40),

o Erzeugung mindestens einer Domänenwand (2, 3, 4) im Einkristall (40) zwischen jeweils zwei entstehenden Domänenstrukturen (6, 7; 7,

8; 8, 9) zumindest mittels eines angelegten optischen oder elektrischen Feldes (58),

o gesteuerte Zuführung von elektrischer, magnetischer und/oder elektromagnetischer Anregungsenergie (67, 59, 57) und/oder mechani- sehen Zug- oder Druckspannungen (70) zumindest unter Einbeziehung der Domänenwand (2),

o Messung der durch das elektrische Feld (58) und der zugeführten elektrischen, magnetischen und/oder elektromagnetischen Anregungsenergie (67, 59, 57) und/oder von mechanischen Zug- oder Druckspannungen (57, 59) ausgelösten und steuerbaren elektrischen

Leitfähigkeit der Domänenwand (2).

13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet,

dass die Domänenwände (2, 3, 4, 33) jeweils als eine Schicht nanoskaliger Kontaktierung erstellt werden, wobei mit Hilfe der Domänenwände (2, 3, 4; 33) sowohl mit Ionen- als auch mit Elektronen/Lochtransport der Einkristall (40; 32) kontaktiert und so Ströme geleitet werden, wodurch eine Integration und eine Adressierung des Einkristalls (40; 32) auf der Ein-Nanometer- Längenskala erreicht wird.

14. Verfahren nach Anspruch 13,

dadurch gekennzeichnet,

dass eine Löschung der Leitfähigkeit der Domänenwände (2, 3, 4) über das Löschen der gesamten Domänenstruktur (6, 7, 8, 9) durch komplettes Polen, wobei ein Einbringen in ein homogenes elektrisches Feld (58) E oberhalb einer vorgegebenen Koerzitivfeldstärke Ekoemöv mit E > E^emt« erfolgt, durch- geführt wird, wobei der Prozess mit einer Verschiebung der Domänenwände (2, 3, 4) zur Vergrößerung des in dem homogenen elektrischen Feld (58) ausgerichteten Domänenvolumenanteils geschieht und zur Veränderung der Domänenstruktur (6, 7) verwendet wird. 15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14,

dadurch gekennzeichnet,

dass zusätzlich zum Topografiebild im Kontaktmodus die lokale piezoelektrische Reaktion auf eine Wechselspannung an dem spitzwinkligen Endteil (64) der Rastersondenspitze (11) gemessen wird, aus der eine Domänenvertei- lung im Einkristall (40) und damit die Lage der leitfähigen Domänenwände (2, 3, 4) ermittelt werden.

16. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 15,

dadurch gekennzeichnet,

dass mindestens eine durch geometrische Parameter vorgegebene Domänenwand (2, 3, 4; 33) mittels einer Einrichtung (62) zur Einschreibung, die sich im Bereich des Einkristalls (40; 32) befindet, in den Einkristall (40; 32) solange eingeschrieben wird, bis eine nanoskalige Domänenwand (2, 3, 4; 33) erreicht wird, die von einer Seitenfläche (24) bis zur gegenüberliegenden Seitenfläche (25) des Einkristalls (40; 32) kristalldurchgängig ausgebildet wird, wobei die eingeschriebenen Domänenwände (2, 3, 4; 33) entsprechend vorgegebener zeitlicher und örtlicher Parameter wahlweise löschbar und/oder innerhalb des Einkristalls (40; 32) verschiebbar gesteuert werden.

17. Verfahren nach Anspruch 16,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Lage (Li, L2) der Domänenwände (2, 3, 4, 33) vorgegeben und eine Steuerung festgelegt wird, um die eingebrachten Domänenwände (2, 3, 4, 33)

- gesteuert zu einzuschreiben,

- gesteuert zu löschen und

- gesteuert zu verschieben.

18. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 17,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Domänenwände (2, 3, 4, 33) jeweils als eine Schicht mit einer Templatfunktion versehen werden, um organische, anorganische, biologi- sehe Moleküle, Atome, Salze an die Kontaktstellen zu adsorbieren, wobei sich dorthin aufgrund des hohen elektrischen Feldgradienten und der damit verbundenen Polarisation oder Polarisierbarkeit gezielt gesteuert Strukturen adsorbieren und absorbieren lassen, wobei das Templat die Funktion erfüllt, großflächig und mit einer Genauigkeit von einem Nanometer oder Bruchtei- len von einem Nanometer Strukturen aufzubauen.

19. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 17,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Domänenwände (2, 3, 4, 33) jeweils als eine Schicht mit einer Mo- dulation der komplexen dielektrischen Konstanten (ε) erstellt und leitfähig ausgebildet werden, so dass sich ihre dielektrischen, resistiven und optischen Parameter ändern, wodurch der Einkristall (40) in den Domänenwänden (2, 3, 4) vom Isolator zum Leiter geschaltet wird und somit eine Modula- tion und Variation der Parameter auf der Ein-Nanometer-Längenskala eingestellt werden.

20. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 17,

dadurch gekennzeichnet,

dass einerseits in die Domänenwand (33) Licht (35) über die Frontseite (34) in einen Eingang (14) eingekoppelt wird und die Domänenwand (33) als Wellenleiter dient und/oder

andererseits eine seitliche Einkopplung des Lichts (36) über eine Seitenflä- che (37) für eine abgeschwächte Totalreflexion an der elektrisch leitfähigen Domänenwand (33) durchgeführt wird.

21. Verfahren nach den Ansprüchen 12 bis 20,

dadurch gekennzeichnet,

dass in der Domänenwand (2) ein lonentransport herbeigeführt wird, wobei Dotier-Ionen durch das angelegte elektrische Feld (58) aus der benachbarten Domänenstruktur (6, 7) gezogen werden, so dass Ionen von den Kontaktpunkten (26, 27, 28) oder von der Stirnfläche (45) der Domänenwand (2) passend nachgeschoben werden.

22. Vorrichtung (60) zur Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit von Domänenwänden (2) in den Elementen (1) nach den Ansprüchen 1 bis 11,

dadurch gekennzeichnet,

dass zu ihr eine an das Element (1) über eine die Domänenwand (2) stirnsei- tig gegenüberliegend kontaktierende Elektroden (11, 12) angeschlossene Strommesseinrichtung (47) gehört, wobei die Vorrichtung (60) enthält

o eine Lichtquelle (48) zur Beleuchtung (57) zumindest der Domänenwand (2) und/oder

o eine Spannungsquelle (49) zur Erzeugung eines elektrischen Feldes (58) zwischen den beiden Elektroden (11 , 12),

wobei wahlweise eine Beleuchtung (57) mit einstellbarer Wellenlänge und/oder einstellbarer Intensität des Lichtes und/oder eine variable Span- Spannung zur Ausbildung einer variablen elektrischer Feldstärke (58) vorhanden sind, und

o eine Steuereinheit (5), die mit der Strommesseinrichtung (47) verbunden ist und die mit der Lichtquelle (48) und/oder mit der Spannungs- quelle (49) in energieversorgungsleitungsmäßiger und signaltechnischer Verbindung steht.

23. Vorrichtung (61) zur Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit von Domänenwänden (2) in den Elementen (1) nach den Ansprüchen 1 bis 11,

dadurch gekennzeichnet,

dass zu ihr eine an das Element (1) über eine die Domänenwand (2) stimsei- tig gegenüberliegend kontaktierende Elektroden (11, 12) angeschlossene Strommesseinrichtung (47) gehört, wobei die Vorrichtung (61) neben der Steuereinheit (5), die mit der Strommesseinrichtung (47) verbunden ist, einen Magneten (51) mit konstanter Feldstärke oder dimensioniert variabler magnetischer Feldstärke (59) enthält, wobei das magnetische Feld die Domänenwand (2) durchdringt, wobei der Magnet (51) mit variabler Feldstärke (59) mit der Steuereinheit (5) in energieversorgungsleitungsmäßiger und signaltechnischer Verbindung steht.

24. Vorrichtung nach Anspruch 22 und 23,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Magnet (51) in die Vorrichtung (60) mit Beleuchtung (57) und/oder variablem elektrischen Feld (58) integriert ist, wobei die vorgesehenen Verbindungsleitungen (52, 53, 54, 55, 56) zwischen den einzelnen Baugruppen (48, 49, 51, 47) weitgehend bestehen bleiben.

25. Vorrichtung (65) zur Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit von Domänenwänden (2) in den Elementen (1) nach den Ansprüchen 1 bis 11,

dadurch gekennzeichnet,

dass zu ihr eine an das Element (1) über eine die Domänenwand (2) stirnseitig gegenüberliegend kontaktierende Elektroden (11, 12) angeschlossene Strommesseinrichtung (47) gehört, wobei die Vorrichtung (65) neben der Steuereinheit (5), die mit der Strommesseinrichtung (47) verbunden ist, einen Kondensator (66) mit konstanter Feldstärke oder dimensioniert variabler elektrischer Feldstärke (59) enthält, wobei das elektrische Feld die Domänenwand (2) durchdringt, wobei der Kondensator (66) mit variabler Feldstär- ke (59) mit der Steuereinheit (5) in energieversorgungs- und signaltechnischer Verbindung steht.

26. Vorrichtung nach den Ansprüchen 22 und 25,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Kondensator (66) in die Vorrichtung (60) mit Beleuchtung (57) und/oder variablem elektrischen Feld (58) integriert ist, wobei die vorgesehenen Verbindungsleitungen (52, 53, 54, 55, 56) zwischen den einzelnen Baugruppen (48, 49, 51, 47) weitgehend bestehen bleiben. 27. Vorrichtung (68) zur Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit von Domänenwänden (1) in den Elementen (1) nach den Ansprüchen 1 bis 11,

dadurch gekennzeichnet,

dass zu ihr eine an das Element (1) über eine die Domänenwand (2) stirnseitig gegenüberliegend kontaktierende Elektroden (11, 12) angeschlossene Strommesseinrichtung (47) gehört, wobei die Vorrichtung (68) neben der Steuereinheit (5), die mit der Strommesseinrichtung (47) verbunden ist, eine Anordnung zur Übertragung mechanischer Zug/Druckspannungen als Biegestation (69), welche Zug- oder Druckspannungen auf das domänenstrukturierte Element (1) und somit auf die Domänenwand (2) ausübt, wobei die Biegestation (69) mit der Steuereinheit (5) in energieversorgungsleitungs- mäßiger und signaltechnischer Verbindung steht, wobei die Zug- oder Druckspannung (70) durch eine mechanische Verbiegung eines Substrates (50) oder durch einen piezomechanischen Aktor einstellbar ist. 28. Vorrichtung nach den Ansprüchen 22 und 27,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Biegestation (69) in die Vorrichtung (60) mit Beleuchtung (57) und/oder variablem elektrischen Feld (58) und/oder mit dem variablen mag- netischen Feld (59) integriert ist, wobei die vorgesehenen Verbindungsleitungen (52, 53, 54, 55, 56) zwischen den einzelnen Baugruppen (48, 49, 51, 47) weitgehend bestehen bleiben. 29. Einrichtung (62) zur Erzeugung und zur Steuerung von elektrisch leitfähigen Domänenwänden (2, 3, 4) in den Elementen (1) nach den Ansprüchen 1 bis 11,

dadurch gekennzeichnet,

dass sie unter Verwendung eines im Element (1) integrierten isolierenden ferroelektrischen/ferroischen Einkristalls (40) enthält

- zumindest eine Steuereinrichtung (10), die

- einen Speicher (21) für die geometrischen und die strukturzugehörigen Parameter des Einkristalls (40; 32) und

- einen Speicher (22) für die vorgegebenen geometrischen und strukturzu- geordneten Parameter der einzuschreibenden Domänenwände (2, 3, 4;

33) aufweist, und

- zumindest ein Rechen- und Steuerwerk (23), mit dem die vorgegebenen Parameter berechnet und die Signale erzeugt werden, um die vorgegebenen Domänenwände (2, 3, 4; 33) in den Einkristall (40; 32) einzu- schreiben und wahlweise die eingeschriebenen Domänenwände (2, 3, 4;

33) zu löschen oder innerhalb des Einkristalls (40; 32) in vorgegebene Lagen zu verschieben,

- mindestens einen Kopf mit mindestens zwei Elektroden (11, 12) mit den zugeordneten Kontakt/Abgriffselementen (15, 16, 17) zum Einschreiben, Löschen und Verschieben der nanoskaligen Domänenwände (2, 3, 4;

33),

- eine Positionierungs- und Halterungseinrichtung (13) für den Einkristall (40; 32) sowie

- zumindest zugehörige energieversorgungs- und signaltechnische Verbin- dungsleitungen (18, 19, 20, 63) zwischen der Steuereinrichtung (10) und zugeordneten Baugruppen (11, 13).

30. Verwendung von nanoskalige Domänenwände (2, 3, 4) enthaltenden Elementen (1) unter Einsatz des Verfahrens nach den Ansprüchen 19 und 20, dadurch gekennzeichnet,

dass der Einkristall (32) mit mindestens einer Domänenwand (33) als Wel- lenleiter durch eine veränderte Dielektrizitätskonstante (ε) in der elektrisch leitfähigen Domänenwand (33) mit einer Stirnseiten-/seitlichen Einkopplung von Licht (35, 36) eingesetzt wird.

31. Verwendung von nanoskalige Domänenwände (2, 3, 4) enthaltenden Ele- menten (1) unter Einsatz des Verfahrens nach Anspruch 18,

dadurch gekennzeichnet,

dass als Einkristall (40) mit den nanoskaligen Domänenwänden (2, 3, 4) ein Templat zur gezielten, nasschemischen Adsorbatabscheidung von Adsorbatpartikeln (39) angewendet wird, wobei die in einer flüssigen Lösung (38) vorhandenen frei beweglichen gelösten Adsorbatpartikel (39) sich an die Na- nokontaktpunkte (26, 27, 28) der Domänenwände (2, 3, 4) anlagern.

32. Verwendung von nanoskalige Domänenwände (2, 3, 4) enthaltenden Elementen (1 ) nach Anspruch 31 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass der als Templat ausgebildete Einkristall (40) zu einem Substrat (50) transportiert wird und dort durch Anpressen (41) die Adsorbatpartikel (39) auf das Substrat (50) aufgedruckt werden, wobei nach Lösen (42) des Templats vom Substrat (50) weg gerichtet die von den Adsorbatpartikeln (39) übertra- gene Struktur als Druck an dem Substrat (50) haften bleibt.

Description:
Domänenstrukturiertes ferroisches Element, Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung und zur Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit von Domänenwänden bei Raumtemperatur in den Elementen sowie Anwendungen des Elementes

Die Erfindung betrifft ein domänenstrukturiertes Element, eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Erzeugung und zur Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit von Domänenwänden bei Raumtemperatur in den Elementen, sowie Anwendungen, basierend auf den domänenstrukturierten Elementen.

Ferroelektrische und ferroische Substanzen haben permanente elektrische Dipolmomente als remanente Polarisation, wobei die Orientierung des Dipolmoments durch äußere elektrische Felder oberhalb der sogenannten Koerzitiv- feldstärke zwischen mehreren, nach Entfernung des äußeren Feldes für sich stabilen Zuständen durch Schalten bzw. Polen verändert werden kann. Insbesondere in einem zyklischen externen elektrischen Feld durchläuft die Polarisation eine Hystereseschleife. Das Umpolen geschieht dabei nicht gleichmäßig oder schlagartig, sondern es bilden sich nano-, später mikroskalige Bereiche - ferroelektrische/ferroischer Domänen - heraus, innerhalb derer die Umpolung schon vollzogen ist. Die Bildung weiterer Domänen oder das Wachstum bereits vorhandener Domänen vollzieht sich bei steigender externer elektrischer Feldstärke solange, bis der vollständig umgepolte eindomänige Zustand erreicht ist. Durch Entfernen des elektrischen Feldes während eines Zwischenzustands der Polung wird das vorhandene Domänenmuster fixiert. Ferroelektrische Einkristalle mit periodischem Domänenmuster finden breite Anwendung als nichtlinear- optische Bauelemente zur optischen Frequenzmischung oder auch in Speichern, dementsprechend weit entwickelt ist der Stand der Technik zur Erzeu- gung ferröetektrischer/ferroischer Dömänenmuster. Ferroetektrikä/Ferröikä sind im Allgemeinen gute Isolatoren. Hinzugekommen ist allerdings, däss eine Domänenwand selbst eine Funktion und Funktionalität haben kann. Dies ist hier mit der Leitfähigkeit der Domänenwand der Fall. Es sind Verfahren zur Erzeugung von Domänenwänden in der Druckschrift Müller M., Wechselwirkung von Licht mit ferroelektrischen Domänen in Lithium- niobat- und Lithiumtantalat-Kristailen, Dissertation, Bonn, 6/2004 beschrieben, wobei strukturierte flächige Elektroden, unterhalb derer das Koerzitivfeld überschritten wird, vorgesehen sind. Ein weiteres Verfahren ist in dem Artikel Eng, L. M. Nanoscafe domain enginee- ring and characterization of ferroeiectric domains, Nanofechnology, 10, 1999, S. 405-411 beschrieben, wobei eine Rästerkräftmikrosköp(AFM)-Spitze auf ein vorgegebenes Potential gegenüber der Bodenelektrode gebrächt wird, SO däss lokal„unter" der Spitze das Koerzitivfeld überschritten wird. Eine Möglichkeit des ionischen Transports, d.h. eine ionische Leitfähigkeit, oder auch des Einfangens von Ionen oder kristaffographischen Fehlstellen entlang der Domänenwände in W0 3 , CaT70 3 und ähnlichen Materialien wird in den Druckschriften Salje, E.K.H. et al.: fonic Transport in Twin Domain Walls, Fer- roefectrics, 303, 2004, S. 3-7 und Salje, E.K.H. et al.: Enhanced reactivity of domain walls in W0 3 with sodium, Eur. Phys., J. B 15, 2000, S. 205-210, sowie Salje, E.K.H. et al.: Trapping of oxygen vacancies on twin walls of CaTi0 3 : A Computer Simulation study, J. Phys., Condensed Matter 15, 2003, S. 2301-2307 beschrieben. Diese Materialien sind allerdings keine Ferroeiektrika/Ferroika, so däss eine elegante Strukturierungsmögliehkeit mittels externer elektrischer Fel- der, wie bei Ferroeiektrika Ferroika möglich, hier nicht gegeben ist. Ebenso werden keine Verfahren zur Beeinflussung der Leitfähigkeitseigenschaften genannt. Es handelt sich auch nicht um Effekte, die bei Raumtemperatur aktiv sind. Ein theoretisches Modell, welches das Umschaltverhalten in piezoelektrischen Keramiken angibt, ist in der Druckschrift Th. Steinkopff: Finite-element Modelling of Ferroic Domain Switching in Piezoelectic Ceramics, J. of the Europ. Ceramic Soc. 19, 1999, S. 1247-1249 beschrieben. Für die Simulation wird die Finite- Elemente-Methode genutzt. Die Materialien sind ferroelastisch, ferroelektrisch und piezoelektrisch. Des Weiteren sind sie polykristallin. Darin wird der Schaltvorgang der Domänen in polykristallinen Materialien untersucht. Die Domänenwand wird nicht gezielt geschrieben und auch nicht funktionalisiert. Ein steuerbares optisches oder photonisches Element (z.B. opt. Wellenleiter, opt. Schalter, Resonatoren, photonische Kristalle, ...) ist in der Druckschrift US 2008/0019648 A1 beschrieben, das mit Licht manipuliert und gesteuert werden kann. Die Elemente bestehen aus ferroelektrischen oder anderen aktiven Materialien, welche je nach Anwendung strukturiert sind. Ziel ist es, die optischen Eigenschaften durch mechanische, elektrische, optische und thermische Einflüsse zu steuern.

Die Wellenleiteranwendung wird dabei durch gezieltes Strukturieren des Materials sowie des Domänenmusters erreicht. Aufgrund des unterschiedlichen Brechungsindex der einzelnen Domänen ist es möglich, das Licht im Material zu steuern. Die Eigenschaften der Domänenwand werden nicht genutzt. Es werden kein gezieltes Schreiben und keine Funktionalisierung der Domänenwand angegeben. Die optischen Eigenschaften können nur einmalig eingestellt werden und sind dann fix. Durch Wahl der richtigen Parameter können aber verschiedene Elemente mit verschiedenen Eigenschaften realisiert werden.

Ein Speicherelement in ferroelektrischen Dünnfilmen ist in der Druckschrift US 2009/0213492 A1 beschrieben. Dabei wird über ein spezielles Schaltverfahren die Stabilität der Domänen erhöht. Die Domänen werden mit einer Rasterkraftmikroskop-Spitze eingeschrieben. Jede Domäne entspricht dann einer Spei- chereinheit (Bit). Die Domänen können mit einer Vielzahl von Elektroden geschrieben werden. Die Rasterkraftmikroskop-Spitze eignet sich besonders, um kleine, nanoskalige Domänen zu schreiben. Im Wesentlichen ist die Stabilisie- rung von Domänenmustern angegeben. In Einkristallen sind die Domänen meist stabil und müssen nicht fixiert werden.

Es handelt sich um Dünnfilme und keine Einkristalle. Das Schalten von Domänen kann durch viele Methoden realisiert werden. Die Stabilisierung ist nur bei sehr kleinen Domänen notwendig. Es erfolgt kein gezieltes Schreiben und keine Funktionalisierung der Domänenwand.

Ein Speicherelement, welches aus einem Ferroelektrikum besteht, ist in der Druckschrift US 2009/0168635 A1 beschrieben. Die Speicherfunktion wird mit- tels ferroelektischen Domänen und zusätzlichen gefangenen Oberflächenladungen realisiert. Die Stabilität der Domänen soll damit erhöht werden. Des Weiteren wird das Schalten der Domänen erleichtert. Die Stabilität der Domänen in den Einkristallen ist kein Problem. Sehr kleine Domänen könnten damit realisiert werden. Ein Bezug zur elektrischen Leitfähigkeit von Domänenwänden in dünnen Filmschichten ist in der Druckschrift Seidel, J. et al.: Conducton at domain walls in oxide multiferroics, Nature Materials, 8, 2009, S. 229-234 beschrieben, wobei die Domänenwandleitfähigkeit bestimmter Domänenwandsorten in BiFe0 3 - Dünnfilmen mit dem Rasterkraftmikroskop bei Raumtemperatur lokal aufgelöst untersucht worden ist. Zur Abgrenzung ist festzuhalten:

- In der Druckschrift werden Dünnfilmproben untersucht, deren Dicke etwa 100 nm beträgt. Bei den Dünnfilmen ist die Stöchiometrie nur über größere Bereiche gemittelt vorgegeben; lokale Phasenseparationen sind möglich und sehr wahrscheinlich, wodurch der Effekt einer Domänenwandleitfähigkeit vorgetäuscht werden kann.

- Der Dünnfilm liegt polykristallin vor und somit sind Komgrenzen vorhanden.

Die Komgrenzen können durch die veränderte Oberflächenchemie an der Komoberfläche einen Transport von Ionen oder Elektronen an der Grenze ermöglichen. Dieser Transportmechanismus ist gänzlich unterschiedlich ge- genüber der hier zentralen Domänenwandleitfähigkeit. Ebenso ist es möglich, dass beim Einschreiben der Domänenstruktur mit einer AFM- Rastersondenspitze die Domänenwand an der Korngrenze festgehalten („gepinnf ) wird. Damit ist das Zusammentreffen von Domänenwand und lokaler Leitfähigkeit nicht überraschend. Der Nachteil liegt darin, dass dann keine Domänenwandleitfähigkeit an beliebigen Orten einstellbar ist, sondern nur dann, wenn Korngrenze und Domänenwand zusammenfallen. Zudem kann der Effekt nicht eindeutig der Domänenwand bzw. der Komgrenze zugeordnet werden.

- Die Leitfähigkeitssignale können bei einem Dünnfiim auch vorgetäuscht werden, wenn ein topografischer Defekt vorliegt oder die Messspitze bis zur ge- genüberliegenden Bodenelektrode vordringt, oder ein Durchschlag durch eine dünne verbleibende Schicht entsteht.

- Ein Problem besteht auch darin, dass es in den Dünnfilmschichten bisher keine Steuerungsmöglichkeit der elektrischen Leitfähigkeit gibt.

Es wird eingeschätzt, dass eine Domänenwandleitfähigkeit in ferroelektri- schen/ferroischen Einkristallen bei Raumtemperatur bisher weder theoretisch noch experimentell rapportiert wurde.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein domänenstrukturiertes ferroisches Element, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erzeugung und zur Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit von Domänenwänden bei Raumtemperatur in den Elementen sowie Anwendungen des Elementes anzugeben, die derart geeignet ausgebildet sind, dass Domänenstrukturen in nanoskaligen Längenbereichen mit einer gesteuerten Strukturgeometrie und mit Schaffung neuer Funktionalitäten für verschiedene zum Teil gänzlich neue Anwendungen, basierend auf der Domänenwandleitfähigkeit, Aufwand verringernd geschaffen werden.

Die Aufgabe wird durch die Merkmale der Patentansprüche gelöst.

In dem domänenstrukturierten Element mit mindestens einer Domänenwand zwischen benachbarten Domänen sind

gemäß dem Kennzeichenteil des Patentanspruchs 1 die Domänen und die zwischenliegende, zumindest nanoskalige Domänenwand einem isolierenden ferroelektrischen oder ferroischen Einkristall zugeordnet, wobei die zwischenliegende Domänenwand unter speziellen Einflüssen (mechanischer Zug- und Druckspannungen, elektrische, magnetische oder optische Felder, Dotierung, etc.) eine messbar höhere elektrische Leitfähigkeit bei Raumtemperatur und an Luft als die umgebenden Domänen aufweist.

Die elektrische Leitfähigkeit der Domänenwand ist mit einer Strommesseinrichtung, die über Domänenwandstirnseiten der sich gegenüberliegenden Seitenflächen des Einkristalls mit angebrachten Elektroden in Kontakt mit der Domänen- wand des Einkristalls ist, messbar.

Als Elektroden können auch leitfähige Spitzen eines Rastersondenmikroskops bzw. Spitzen, wie sie in der Halbleitertechnologie üblich sind, verwendet werden. Zur Erreichung und zur Messung einer höheren elektrischen Leitfähigkeit in der Domänenwand kann eine gesteuerte Einwirkung von elektrischer, magnetischer und/oder elektromagnetischer Anregungsenergie und/oder mechanischer Zug- und/oder Druckspannung zumindest auf die Domänenwand des Einkristalls vorgesehen sein, wobei die gemessene elektrische Leitfähigkeit größer als die elektrische Leitfähigkeit der benachbarten Domänen ist, wobei die elektrische Leitfähigkeit in Form von elektrischem Strom mit unterschiedlich gepolten Elektroden mittels der mit den Elektroden verbundenen Strommesseinrichtung zwischen entgegengesetzten randseitigen Stirnbereichen der Domänenwand messbar und steuerbar ist, wobei die Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit durch eine Variation von elektrischer, magnetischer und/oder elektromagnetischer Anregungsenergie und/oder mechanischer Zug- und/oder Druckspannung auf die Domänenwand möglich ist, z.B. durch Beleuchtung des Einkristalls mit UV-Licht unterschiedlicher Intensitäten und Wellenlängen unterhalb der Bandlücke, wobei durch Abschalten der Beleuchtung die elektrische Leitfähigkeit in der Domänenwand vollständig ausschaltbar ist.

Zur gesteuerten Einwirkung von elektrischer, magnetischer und/oder elektromagnetischer Anregungsenergie und/oder mechanischer Zug- und/oder Druck- Spannung auf die Domänenwand können dem Element verschiedene Baugruppen zur Aussendung oder Übertragung von elektrischer, magnetischer und/oder elektromagnetischer Anregungsenergie und/oder mechanischer Zug- und oder Druckspannung zugeordnet sein.

Der isolierende Einkristall kann als Ferroikum (Ferroelektrikum, Ferromagneti- kum oder Ferroelastikum) oder Multiferroikum ausgebildet sein.

Das Element kann in Form eines Einkristalls, welcher dotierbar ist, vorliegen.

Dabei kann der Einkristall eine Dicke von wenigen Nanometern bis in den Millimeter-Bereich aufweisen.

Die Dicke der Domänenwände kann zwischen den benachbarten Domänen im Ein-Nanometerbereich und in einem Bruchteil des Ein-Nanometerbereiches ausgebildet sein.

Die Domänenwände des Einkristalls können dabei als jeweilige leitfähige Diskontinuität nur wenige Nanometer in der Breite messen und so geformt sein, dass sie nanoskopische, mikroskopische und/oder makroskopische Bereiche von Einkristallen verbinden, wobei die Domänenwände

- von einer oberen Seitenfläche zu einer unteren Seitenfläche in vertikaler Richtung durch den Einkristall hindurch oder

- von einem ersten Kontaktpunkt zu einem zweiten Kontaktpunkt in lateraler Richtung des Einkristalls oder

- in Kombination von Seitenflächen und Kontaktpunkten des vorgegebenen Einkristalls

verlaufen.

Der Einkristall kann als Templat zur gezielten nasschemischen Adsor- batabscheidung auf dem Einkristall an der Domänenwand, wobei Spezies in Lösemittel an der Domänenwand durch Reaktion mit bereitgestellten Ladungsträgem reduzieren oder oxidieren, vorgesehen sein. Der Einkristall kann auch als Templat zur gezielten Gasphasen- Adsorbatabscheidung auf dem Einkristall an der Domänenwand, wobei Spezies in Gasphase an der Domänenwand durch Reaktion mit bereitgestellten La- dungsträgern reduzieren oder oxidieren, vorgesehen sein.

Der Einkristall kann des Weiteren mit der elektrisch leitfähigen Domänenwand zur Wellenleiteranwendung eine veränderte Dielektrizitätskonstante in der Domänenwand bei einer Stirnseiten-/seitlichen Einkopplung von einfallendem Licht besitzen.

Das Verfahren zur Erzeugung und zur Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit von Domänenwänden in den vorgenannten Elementen, das bei Raumtemperatur und an Luft durchgeführt wird, wird

gemäß dem Kennzeichenteil des Patentanspruchs 12

mit folgenden Schritte durchgeführt:

- Anbringen von Elektroden an sich gegenüberliegende Seitenflächen des Einkristalls,

- Erzeugung mindestens einer Domänenwand im Einkristall zwischen zwei entstehenden Domänenstrukturen zumindest mittels eines angelegten elektrischen oder optischen Feldes,

- gesteuerte Zuführung von elektrischer, magnetischer und/oder elektromagnetischer Anregungsenergie und/oder mechanischem Stress zumindest unter Einbeziehung der Domänenwand,

- Messung der durch das elektrische Feld und der zugeführten elektrischen, magnetischen und/oder elektromagnetischen Anregungsenergie und/oder der mechanischen Zug- und/oder Druckspannung ausgelösten und steuerbaren elektrischen Leitfähigkeit der Domänenwand. Die Domänenwände können jeweils als eine Schicht nanoskaliger Kontaktierung erstellt werden, wobei mit Hilfe der Domänenwände sowohl mit Ionen- als auch mit Elektronen/Lochtransport der Einkristall kontaktiert und so Ströme geleitet werden, wodurch eine Integration und eine Adressierung des Einkristaiis auf der Ein-Nanometer-Längenskala erreicht wird.

Eine Löschung der Leitfähigkeit der Domänenwände wird über das Löschen der gesamten Domänenstruktur durch komplettes Polen, wobei ein Einbringen in ein homogenes elektrisches Feld oberhalb einer vorgegebenen Koerzitivfeldstärke erfolgt, durchgeführt, wobei der Prozess mit einer Verschiebung der Domänenwände zur Vergrößerung des in dem homogenen elektrischen Feld ausgerichteten Domänenvolumenanteils geschieht und zur Veränderung der Domänen- struktur verwendet wird.

Zusätzlich zum Topografiebild im Kontaktmodus kann die lokale piezoelektrische Reaktion auf eine Wechselspannung an dem spitzwinkligen Endteil der Rastersondenspitze gemessen werden, aus der eine Domänenverteilung im Einkristall und damit die Lage der leitfähigen Domänenwände ermittelt werden kann.

Mindestens eine durch geometrische Parameter vorgegebene Domänenwand kann mittels einer Einrichtung zur Einschreibung, die sich im Bereich des Ein- kristalis befindet, in den Einkristall solange eingeschrieben werden, bis eine na- noskalige Domänenwand erreicht wird, die von einer Seitenfläche bis zur gegenüberliegenden Seitenfläche des Einkristalls kristalldurchgängig ausgebildet wird, wobei die eingeschriebenen Domänenwände entsprechend vorgegebener zeitlicher und örtlicher Parameter wahlweise löschbar und/oder innerhalb des Einkristalls verschiebbar gesteuert werden.

Die Lage der Domänenwände kann vorgegeben und eine Steuerung festgelegt werden, um die eingebrachten Domänenwände

- gesteuert zu einzuschreiben,

- gesteuert zu löschen und

- gesteuert zu verschieben. Die Domänenwände können jeweils als eine Schicht mit einer Templatfunktion versehen werden, um organische, anorganische, biologische Moleküle, Atome, Salze an die Kontaktstellen zu adsorbieren, wobei sich dorthin aufgrund des hohen elektrischen Feldgradienten und der damit verbundenen Polarisation oder Polarisierbarkeit gezielt Strukturen adsorbieren und absorbieren lassen, wobei das Templat die Funktion erfüllt, großflächig und mit einer Genauigkeit von einem Nanometer oder Bruchteilen von einem Nanometer Strukturen aulzubauen.

Die Domänenwände können auch jeweils als eine Schicht mit einer Modulation der komplexen dielektrischen Konstanten ε erstellt und leitfähig ausgebildet werden, so dass sich ihre dielektrischen, resistiven und optischen Parameter ändern, wodurch der Einkristall in den Domänenwänden vom Isolator zum Leiter geschaltet wird und somit eine Modulation und Variation der Parameter auf der Ein-Nanometer-Längenskala eingestellt werden.

Einerseits kann in die Domänenwand Licht über die Frontseite in einen Eingang eingekoppelt werden und die Domänenwand kann als Wellenleiter dienen und/oder andererseits kann eine seitliche Einkopplung des Lichts über eine Seitenfläche für eine abgeschwächte Totalreflexion an der elektrisch leitfähigen Domänenwand durchgeführt werden.

In der Domänenwand kann ein lonentransport herbeigeführt werden, wobei Dotierionen durch das angelegte elektrische Feld aus der benachbarten Domänenstruktur gezogen werden, so dass Ionen von den Kontaktpunkten oder von der Stirnfläche der Domänenwand aus passend nachgeschoben werden.

Zu einer Vorrichtung zur Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit von Domänenwänden in den vorgenannten Elementen, kann

gemäß dem Kennzeichenteil des Patentanspruchs 22

eine an das Element über eine die Domänenwand stimseitig gegenüberliegend kontaktierende Elektroden angeschlossene Strommesseinrichtung gehören, wobei die Vorrichtung

- eine Lichtquelle zur Beleuchtung zumindest der Domänenwand und/oder - eine Spannungsqueile zur Erzeugung eines elektrischen Feldes zwischen den beiden Elektroden, wobei wahlweise eine Beleuchtung mit einstellbarer Wellenlänge und/oder einstellbarer Intensität des Lichtes und/oder eine variable Spannung zur Ausbildung einer variablen elektrischer Feldstärke vor- handen sind, und

- eine Steuereinheit, die mit der Strommesseinrichtung verbunden ist und die mit der Lichtquelle und/oder mit der Spannungsquelle in energieversor- gungsleitungsmäßiger und signaltechnischer Verbindung steht,

enthalten kann.

Zu einer anderen Vorrichtung zur Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit von Domänenwänden in den vorgenannten Elementen kann

gemäß dem Kennzeichenteil des Patentanspruchs 23

eine an das Element über eine die Oomänenwand stirnseitig gegenüberliegend kontaktierende Elektroden angeschlossene Strommesseinrichtung gehören, wobei die Vorrichtung neben der Steuereinheit, die mit der Strommesseinrichtung verbunden ist, einen Magneten mit konstanter Feldstärke oder dimensioniert variabler magnetischer Feldstärke enthält, wobei das magnetische Feld die Domänenwand durchdringt, wobei der Magnet mit variabler Feldstärke mit der Steuereinheit in energieversorgungs- und signaltechnischer Verbindung steht.

Der Magnet kann in die Vorrichtung mit Beleuchtung und/oder variablem elektrischen Feld integriert sein, wobei die vorgesehenen Verbindungsleitungen zwischen den einzelnen Baugruppen weitgehend bestehen bleiben.

Zu einer weiteren Vorrichtung zur Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit von Domänenwänden in den genannten Elementen kann

gemäß dem Kennzeichenteil des Patentanspruchs 25

eine an das Element über eine die Domänenwand stimseitig gegenüberliegend kontaktierende Elektroden angeschlossene Strommesseinrichtung gehören, wobei die Vorrichtung neben der Steuereinheit, die mit der Strommesseinrich- tung verbunden ist, einen Kondensator mit konstanter Feldstärke oder dimensioniert variabler elektrischer Feldstärke enthält, wobei das elektrische Feld die Domänenwand durchdringt, wobei der Kondensator mit variabler Feldstärke mit der Steuereinheit in energieversorgungs- und signaltechnischer Verbindung steht. Der Kondensator kann in die Vorrichtung mit Beleuchtung und/oder variablem elektrischen Feld integriert sein, wobei die vorgesehenen Verbindungsleitungen zwischen den einzelnen Baugruppen weitgehend bestehen bleiben.

Zu einer weiteren Vorrichtung zur Steuerung der elektrischen Leitfähigkeit von Domänenwänden in den genannten Elementen kann

gemäß dem Kennzeichenteil des Patentanspruchs 27

eine an das Element über eine die Domänenwand stimseitig gegenüberliegend kontaktierende Elektroden angeschlossene Strommesseinrichtung gehören, wobei die Vorrichtung neben der Steuereinheit, die mit der Strommesseinrich- tung verbunden ist, eine Anordnung zur Übertragung von Zug/Druckspannungen .hier bezeichnet als„Biegestation", welche Zug- oder Druckspannungen auf das domänenstrukturierte Element und somit auf die Domänenwand ausübt, wobei die Biegestation mit der Steuereinheit in energieversorgungsleitungsmäßiger und signaltechnischer Verbindung steht, wobei die Zug- oder Druckspannung durch eine mechanische Verbiegung eines Substrates oder durch einen piezo- mechanischen Aktor einstellbar ist.

Die Biegestation kann in die Vorrichtung mit Beleuchtung und/oder variablem elektrischen Feld und/oder mit dem variablen magnetischen Feld integriert sein, wobei die vorgesehenen Verbindungsleitungen zwischen den einzelnen Baugruppen weitgehend bestehen bleiben.

Eine Einrichtung zur Erzeugung und zur Steuerung von elektrisch leitfähigen Domänenwänden in den genannten Elementen kann

gemäß dem Kennzeichenteil des Patentanspruchs 29

unter Verwendung eines im Element integrierten isolierenden ferroelektri- schen ferroischen Einkristalls enthalten

- zumindest eine Steuereinrichtung, die - einen Speicher für die geometrischen und die strukturzugehörigen Parameter des Einkristalls und

- einen Speicher für die vorgegebenen geometrischen und strukturzugeordneten Parameter der einzuschreibenden Domänenwände aufweist, und

- zumindest ein Rechen- und Steuerwerk, mit dem die vorgegebenen Parameter berechnet und die Signale erzeugt werden, um die vorgegebenen Domänenwände in den Einkristall einzuschreiben und wahlweise die eingeschriebenen Domänenwände zu löschen oder innerhalb des Einkristalls in vorgegebene Lagen zu verschieben,

- mindestens einen Kopf mit mindestens zwei Elektroden mit den zugeordneten Kontakt/Abgriffselementen zum Einschreiben, Löschen und Verschieben der nanoskaligen Domänenwände,

- eine Positionierungs- und Halterungseinrichtung für den Einkristall sowie

- zumindest zugehörige energieversorgungs- und signaltechnische Verbin- dungsleitungen zwischen der Steuereinrichtung und zugeordneten Baugruppen.

Eine Verwendung von nanoskalige Domänenwände enthaltenden, vorgenannten Elementen unter Einsatz eines vorgenannten Verfahrens besteht

gemäß dem Kennzeichenteil des Patentanspruchs 30 darin,

dass der Einkristall mit mindestens einer Domänenwand als Wellenleiter durch eine veränderte Dielektrizitätskonstante ε in der elektrisch leitfähigen Domänenwand mit einer Stirnseiten-/seitlichen Einkopplung von Licht oder evanes- zenten Einkopplung eingesetzt wird.

Die Domänenwände können jeweils als eine Schicht mit einer Modulation der komplexen dielektrischen Konstanten ε ersteilt und leitfähig ausgebildet werden, so dass sich ihre dielektrischen, resistiven und optischen Parameter ändern, wodurch der Einkristall in den Domänenwänden vom Isolator zum Leiter geschaltet wird und somit eine Modulation und Variation der Parameter auf der Ein-Nanometer-Längenskala eingestellt werden kann.

Eine andere Verwendung von nanoskalige Domänenwände enthaltenden, genannten Elementen unter Einsatz eines vorgenannten Verfahrens besteht gemäß dem Kennzeichenteil des Patentanspruchs 31 darin, dass als Einkristall mit den nanoskaligen Domänenwänden ein Templat zur gezielten, nasschemischen Adsorbatabscheidung von Adsorbatpartikeln angewendet wird, wobei die in einer flüssigen Lösung vorhandenen frei beweglichen gelösten Adsorbatpartikel sich an die Nanokontaktpunkte der Domänenwände anlagern.

Dabei können folgende Vorgänge stattfinden:

Die in der flüssigen Adsorbatlösung vorhandenen frei beweglichen gelösten Adsorbatpartikel können sich unter UV-Beleuchtung mit Photonenenergien ober- halb der Bandlücke sich an die Nanokontaktpunkte der Domänenwände anlagern. Die Adsorbatpartikel, welche sich in Lösung und/oder Gasphase befinden, können sich durch eine Redox-Reaktion an der Domänenwand anlagern und mit bereitgestellten Ladungsträgem reduzieren bzw. oxidieren (chemische Depositi- on) oder aber durch die elektrostatischen Streufelder infolge der in den Domä- nen verschieden ausgerichteten elektrischen Polarisation des Kristalls von den Domänenwänden angezogen werden und sich ebenfalls dort anlagern (elektrostatische De Position).

Die Domänenwände können jeweils als eine Schicht mit einer Templatfunktion fungieren, um organische, anorganische, biologische Moleküle, Atome, Salze an die Kontaktstellen zu adsorbieren, wobei sich dorthin aufgrund des hohen elektrischen Feldgradienten und der damit verbundenen Polarisation oder Polarisier- barkeit gezielt Strukturen adsorbieren und absorbieren lassen, wobei das Templat die Funktion erfüllt, großflächig und mit einer Genauigkeit von einem Nanometer oder Bruchteilen von einem Nanometer Strukturen aufzubauen.

Der als Templat ausgebildete Einkristall kann zu einem Substrat transportiert und dort durch Anpressen die Adsorbatpartikel auf das Substrat aufgedruckt werden, wobei nach Lösen des Templats vom Substrat weg gerichtet die von den Adsorbatpartikeln übertragene Struktur als Druck an dem Substrat haften bleibt.

Weitere Vorteile der Erfindung sind, dass - die mit dem Einkristall und den erfindungsgemäßen Vorrichtungen gemessenen Ströme deutlich höher sind als die in der Druckschrift Seidel, J. et al.: Conduction at domain walls in oxide multiferroics, Nature Materials, 8, 2009, S. 229-234 gemessenen Ströme (bis zu 100 pA in Spitzen im Vergleich zu 0,3 pA),

- es mit dem Einkristall möglich wird, die Ladungsträgerkonzentration an der Domänenwand für ein Aufbauverfahren von Nanostrukturen zu nutzen.

- Der Aufbau von Nanostrukturen auf den Einkristallen ist bei Raumtemperatur unter Umgebungsbedingungen möglich. Hierzu zählen die Integration von Atomen, Molekülen, Zellen, Nanopartikeln, Nanoröhren (kohlenstoffartig, siliziumartig), aber auch viele andere Materialien wie Organellen und ganze Organellen-Gebilde.

Die Erfindung nutzt im Gegensatz zum Stand der Technik die besonderen Eigenschaften der Domänenwände aus, welche bisher im technologischen Ein- satz der Ferroelektrika/Ferroika keine Rolle gespielt haben. Die im Stand der Technik angegebenen Verfahren zur Domänenstruktunerung sind für die angegebenen Anwendungsfälle genauso verwendbar.

Weiterbildungen und weitere Ausgestaltungen der Erfindung werden in weiteren Unteransprüchen angegeben.

Die Erfindung wird anhand von Ausführungsbeispielen mittels mehrerer Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische Darstellung eines domänenstrukturierten Elements mit einer ersten Vorrichtung zur Steuerung der messbaren elektrischen

Leitfähigkeit,

Fig. 2a eine schematische Darstellung eines domänenstrukturierten Elements mit einer zweiten Vorrichtung zur Steuerung der messbaren elektri- sehen Leitfähigkeit,

Fig. 2b eine schematische Darstellung eines domänenstrukturierten Elements mit einer dritten Vorrichtung zur Steuerung der messbaren elektrischen Leitfähigkeit,

Fig. 2c eine schematische Darstellung eines domänenstrukturierten Elemen- tes mit einer vierten Vorrichtung zur Steuerung der messbaren elektrischen Leitfähigkeit,

Fig. 3 eine schematische Darstellung einer Einrichtung zur Einschreibung von nanoskatigen Domänenwänden in einem Einkristall, wobei mit der Einrichtung auch ein Löschen und ein Verschieben der eingeschriebenen Domänenwände durchgeführt werden kann, mit zugeordneten Teilfiguren Fig. 3a, Fig. 3b, Fig. 3c, die die Ausbildung und Verschiebung von Domänenwänden zeigen, Fig. 4 eine Darstellung des Terminals zur Kontaktierung des Einkristalls,

Fig. 5 eine schematische Darstellung der optischen Funktionalität als Wellenleiter des Domänenwände enthaltenden Einkristalls durch räumliche Modulation,

Fig. 6 eine schematische Darstellung eines Templats zur gezielten nasschemischen Adsorbatabscheidung, wobei

Fig. 6a vor der Adsorbatpartikelabscheidung und

Fig. 6b nach der Adsorbatpartikelabscheidung

zeigen,

Fig. 7 eine schematische Darstellung eines Druckvorgangs mit Adsorbatpartikel nach Fig. 6a und Fig. 6b, wobei

Fig. 7a ein mit Adsorbatpartikeln belegter Einkristall im Zustand

des Anpressens und Druckens und

Fig. 7b ein Einkristall ohne Adsorbatpartikel im Zustand des

Lösens

zeigen. In Fig. 1 ist ein domänenstrukturiertes Element 1 mit mindestens einer Domänenwand 2 zwischen zwei Domänen 6, 7 dargestellt. Erfindungsgemäß sind die Domänen 6, 7 und die zwischenliegende, zumindest nanoskalige Domänenwand 2 einem isolierenden ferroelektrischen/ferroischen Einkristall 40 zugeordnet, wobei die zwischenliegende Domänenwand 2 eine messbar höhere elektrische Leitfähigkeit als die umgebenden Domänen 6, 7 unter speziellen Einflüssen aufweist, wobei die elektrische Leitfähigkeit der Do- mänenwand 2 zumindest mit einer Strommesseinrichtung 47, die über Domä- nenwandstimseiten 45, 46 der sich gegenüberliegenden Seitenflächen 43, 44 des Einkristalls 40 mit angebrachten Elektroden 11, 12 in Kontakt mit der Domänenwand 2 ist, messbar ist. Um eine höhere elektrische Leitfähigkeit in der Domänenwand 2 zu erreichen und auch zu messen, kann unter speziellen Einflüssen (mechanische Zug/Druckspannungen (Stress), elektrische, magnetische und/oder optische Felder, Dotierung, etc.) eine gesteuerte Einstrahlung von elektrischer, magnetischer und/oder elektromagnetischer Anregungsenergie und/oder unter mecha- nischen Zug- oder Druckspannungen zumindest auf die Domänenwand 2 des Einkristalls 40 die höhere elektrische Leitfähigkeit der Domänenwand 2 ausbilden, die größer als die elektrische Leitfähigkeit der benachbarten Domänen 6, 7 ist, die ihre Isolationseigenschaft beibehalten, wobei die elektrische Leitfähigkeit in Form von elektrischem Strom mit unterschiedlich gepolten Elektroden 11, 12 mittels der mit den Elektroden 11, 12 verbundenen Strommesseinrichtung 47 zwischen entgegengesetzten randseitigen Stirnseiten 45, 46 der Domänenwand 2 messbar und steuerbar ist.

Die gesteuerte Einstrahlung von gesteuerter Zuführung von elektrischer, magne- tischer und/oder elektromagnetischer Anregungsenergie und/oder mechanischen Zug- und Druckspannungen kann mit verschiedenen Baugruppen zur Aussendung oder Übertragung von elektrischer, magnetischer und/oder elektromagnetischer Anregungsenergie und/oder mechanischen Zug- und Druck- Spannungen durchgeführt werden. Diese Baugruppen werden im Folgenden angegeben.

Die Strommesseinrichtung 47 kann in Fig. 1 in einer ersten Vorrichtung 60 zur Steuerung der messbaren elektrischen Leitfähigkeit der Domänenwand 2 integriert sein, wobei die Vorrichtung 60 enthält

- eine Lichtquelle 48 zur Beleuchtung 57 zumindest der Domänenwand 2

und/oder

- eine Spannungsquelle 49 zur Erzeugung eines elektrischen Feldes 58 zwi- sehen den beiden Elektroden 11, 12,

wobei eine Beleuchtung mit einstellbarer Wellenlänge und einstellbarer Intensität des Lichtes 57 und/oder eine variable Spannung zur Ausbildung einer variablen elektrischer Feldstärke 58 vorhanden sind, und

- eine Steuereinheit 5, die mit der Strommesseinrichtung 47 verbunden ist und die wahlweise mit der Lichtquelle 48 und/oder mit der Spannungsquelle 49 in energieversorgungsleitungsmäßiger und signaltechnischer Verbindung steht.

Während die Elektrode 12 eine flächige, über die Seitenfläche 44 des Einkristalls 40 angebrachte Bodenelektrode sein kann, ist vorzugsweise die auf der anderen gegenüberliegenden Seitenfläche 43 angeordnete Elektrode 11 eine Rastersondenspitze (ein Cantilever mit einseitig angebrachter Spitze), deren spitzer Endteil 64 im nanoskaligen Dimensionierungsbereich liegt und auf der anderen Seitenfläche 43 den Einkristall 40 berührt und die meist bewegbar angeordnet ist. Die Elektrode 12 kann eine ebensolche Spitze aufweisen wie sie Elektrode 11 aufweist.

Die Strommesseinrichtung 47 kann in Fig. 2a in einer zweiten Vorrichtung 61 zur Steuerung der messbaren elektrischen Leitfähigkeit der Domänenwand 2 integriert sein, wobei die zweite Vorrichtung 61 enthält

- neben der Steuereinheit 5, die mit der Strommesseinrichtung 47 verbunden ist, und

- einen Magneten 51 mit konstanter Feldstärke oder dimensioniert variabler magnetischer Feldstärke 59, wobei der Magnet 51 mit variabler Feldstärke 59 mit der Steuereinheit 5 in energieversorgungsleitungsmäßiger und signaltechnischer Verbindung steht, wobei die Steuereinheit 5 mit der Strommesseinrichtung 47 insbesondere zum Abgriff der gemessenen Stromstärke in Verbindung steht,.

Der Magnet 51 kann auch in die erste Vorrichtung 60 integriert sein (nicht eingezeichnet), wobei die vorgesehenen Verbindungen/Verbindungsleitungen 52, 53, 54, 55, 56 zwischen den einzelnen Baugruppen 48, 49, 51, 47 weitgehend bestehen bleiben.

Die Strommesseinrichtung 47 kann in Fig. 2b in einer dritten Vorrichtung 65 zur Steuerung der messbaren elektrischen Leitfähigkeit der Domänenwand 2 integriert sein, wobei die dritte Vorrichtung 65 enthält

- neben der Steuereinheit 5, die mit der Strommesseinrichtung 47 verbunden ist, und

- einen Kondensator 66 mit konstanter elektrischer Feldstärke oder dimensioniert variabler elektrischer Feldstärke 67, wobei der Kondensator 66 mit variabler Feldstärke 67 mit der Steuereinheit 5 in energieversorgungsleitungs- mäßiger und signaltechnischer Verbindung steht, wobei die Steuereinheit 5 mit der Strommesseinrichtung 47 in Verbindung stehen kann, insbesondere zum Abgriff der gemessenen Stromstärke.

Der Kondensator 66 kann auch in eine der ersten Vorrichtungen 60 integriert sein, wobei die vorgesehenen Verbindungen/Verbindungsleitungen 52, 53, 54, 55, 56 zwischen den einzelnen Baugruppen 48, 49, 51 , 47 weitgehend bestehen bleiben.

Die Strommesseinrichtung 47 kann in Fig. 2c in einer vierten Vorrichtung 68 zur Steuerung der messbaren elektrischen Leitfähigkeit der Domänenwand 2 integ- riert sein, wobei die vierte Vorrichtung 68 enthält

- neben der Steuereinheit 5, die mit der Strommesseinrichtung 47 verbunden ist, und - eine Anordnung zur Übertragung mechanischer Zug/Druckspannungen - Biegestation - 69 auf mindestens eine Domäne 7 des Einkristalls 40 zum Anlegen von konstantem oder dimensioniert variablem mechanischen Stress 70 (Zug- und Druckspannungen), wobei die Biegestation 69 mit variablem mechanischem Stress 70 mit der Steuereinheit 5 in energieversorgungslei- tungsmäßiger und signaltechnischer Verbindung steht, wobei die Steuereinheit 5 mit der Strommesseinrichtung 47 in Verbindung stehen kann, insbesondere zum Abgriff der gemessenen Stromstärke. Die Biegestation 69 kann auch in eine der ersten Vorrichtungen 60 integriert sein, wobei die vorgesehenen Verbindungen/Verbindungsleitungen 52, 53, 54, 55, 56 zwischen den einzelnen Baugruppen 48, 49, 51, 47 weitgehend bestehen bleiben. In Fig. 3 ist eine schematische Darstellung einer Einrichtung 62 zur Einschreibung und zur Steuerung von nanoskaligen Domänen und somit auch nanoskali- gen Domänenwänden 2, 3, 4 in den ferroelektrischen/ferroischen isolierenden Einkristall 40 gezeigt, die enthält

- zumindest eine Steuereinrichtung 10, die

- einen Speicher 21 für die geometrischen und die strukturzugehörigen Parameter des Einkristalls 40 und

- einen Speicher 22 für die vorgegebenen geometrischen und strukturzugeordneten Parameter der einzuschreibenden Domänenwände 2, 3, 4 aufweist, und

- zumindest ein Rechen- und Steuerwerk 23, mit dem die vorgegebenen Parameter berechnet und die Signale erzeugt werden, um die vorgegebenen Domänen 6, 7, 8, 9 und somit die Domänenwände 2, 3, 4 in den Einkristall 40 einzuschreiben und wahlweise die eingeschriebenen Domänenwände 2, 3, 4 zu löschen oder innerhalb des Einkristalls 40 in vorgegebene Lagen zu verschieben,

- einen Kopf 71 mit der Elektrode 11 mit den zugeordneten spitzwinklig ausgebildeten Kontaktelementen (z.B. jeweils eine Spitze eines Rasterkraftmikroskops) 15, 16, 17 und der flächigen Bodenelektrode 12 zum Einschrei- ben, Löschen und Verschieben der nanoskaligen Domänen 6, 7, 8, 9 und Domänenwände 2, 3, 4,

- eine Positionierungs- und Halterungseinrichtung 13 für den Einkristall 40 sowie

- zumindest die zugehörigen energieversorgungsleitungstechnischer und signaltechnischen Verbindungsleitungen 18, 19, 20, 63 zwischen der Steuereinrichtung 10 und den übrigen zugeordneten Baugruppen 11, 13.

Die Ausbildung und die Verschiebung der Domänenwände 2 in dem domänen- strukturierten Einkristall 40 ist anhand eines Kontaktelementes 17 in Form einer AFM-Spitze und einer Bodenelektrode 12 in den der Fig. 3 zugeordneten Figuren 3a, 3b, 3c gezeigt.

Für die Fig. 3a, 3b und 3c gibt es folgende Funktionsdarstellungen:

Für die Fig. 3a ergibt sich bei einer angelegten Spannung U = 0 aus einer Spannungsquelle 49 somit auch ein elektrisches Feld mit einer Feldstärke E = 0. Dabei bleiben alle Einheitszellen EZ1 des Einkristalls 40 gleich ausgerichtet mit einer in der Zeichnungsebene nach oben gerichteten Polarisation und der Einkristall 40 ist somit eindomänig.

Für die Fig. 3b ergibt sich ein erster Domänentyp 6, 8 mit den Einheitszellen EZ1 mit senkrecht nach oben gerichteter Polarisation und ein zweiter Domänentyp 7 mit einer Einheitszelle EZ2 mit senkrecht nach unten gerichteter Polarisation, wobei eine an mit der Spannungsquelle 49 verbundenen Elektroden 17, 12 angelegte Spannung U vorhanden ist, wobei die Spannung U mit U > U koef zitiv größer als die Koerzitivspannung Ukoeratw und somit ein elektrisches Feld E zwi- sehen den Elektroden 17 und 12 mit einer Feldstärke E > Ekoemöv größer als die Koerzitivfeldstärke Ekoemüv, sind.

Bei einer Polung durch das elektrische Feld E unter der AFM-Spitze 17 kurz nach dem Einschalten polen sich die Einheitszellen EZ1 unter der Spitze 17 zu Einheitszellen EZ2 um, und es entsteht eine Polarisation nach unten gerichtet, so dass sich drei Domänen 6, 7, 8 mit zwei Domänenwänden 2, 3 ausbilden.

Für die Fig. 3c ergibt sich bei einer angelegten Spannung U mit U > 0 mit der elektrischen Feldstärkebedingung E > E k0 etativ bei längerer Zeitdauer t mit t » 0, dass sich mehr und mehr Einheitszellen EZ2 unter der Spitze 17 mit einer Polarisation nach unten gerichtet umpolen.

Schließlich werden drei Domänen 6, 7, 8 mit zwei Domänenwänden 2, 3 erhalten, wobei die mittlere Domäne 7 immer in die Breite größer wächst, wodurch sich die Lagen U, L 2 der Domänenwände 2, 3 ändern.

Die Domänenwände 2, 3 können nur über die Größe der Domäne 6, 7, 8 gesteuert werden. Es ist kein direktes Einschreiben möglich, da jeweils die Einheitszellen EZ1 in EZ2 umgepolt werden müssen.

Eine Domänenwand 2, 3 liegt immer zwischen entgegengesetzt polarisierten Einheitszellen EZ1 und EZ2.

Die Vorteile bestehen darin, dass eine Verbindung elektrischer, elektronischer, optischer, mechanischer, magnetischer und anderer Auswirkungen auf der Ein- Nanometer-Längenskala vorgesehen sein kann. Es ist möglich, die erfindungs- gemäß ausgebildeten elektrisch leitfähigen Domänenwände 2, 3, 4 im Einkristall 40 als Wellenleiter, Kontakte, Templatfunktion, modulierte Dielektrizitätsstruktur zu benutzen. Damit ist eine großflächige, variable und versatile Integration von der makroskopischen Skala zur Nanometerskala möglich. Die Kombination der Strommesseinrichtung 47 und der Spannungsquelle 49 mit einstellbarer Spannung U kann in Form eines Rasterkraftmikroskops mit einem angeschlossenen Leitfähigkeitsmodul ausgebildet sein, wobei die der elektrischen Leitfähigkeit proportionale messbare Stromstärke durch Variation der Beleuchtung 57 aus einer Lichtquelle 48 mit einstellbarer Intensität und/oder ein- stellbarer Wellenlänge und/oder durch Variation der angelegten Spannung U und/oder durch Variation des magnetischen Feldes 59 durch einen Magneten und/oder durch Variation des elektrischen Feldes 67 durch einen Kondensator steuerbar ist. In dem Verfahren zur Einschreibung von nanoskaligen Domänenwänden 2, 3, 4 in den Einkristall 40 werden die durch geometrische Parameter vorgegebenen Domänenwände 2, 3, 4 mittels der in Fig. 3 gezeigten Einrichtung 62 zur Einschreibung, die sich im Bereich des Einkristalls 40 befindet und den Einkristall 40 umfasst, in den Einkristall 40 derart eingeschrieben, bis nanoskalige Domänenwände 2, 3, 4 erreicht werden, die von einer Seitenfläche 24 bis zur gegenüberliegenden Seitenfläche 25 des Einkristalls 40 kristalldurchgängig ausgebildet werden, wobei die eingeschriebenen Domänenwände 2, 3, 4 entsprechend vorgegebener zeitlicher und örtlicher Parameter wahlweise löschbar und/oder innerhalb des Einkristalls 40 durch Änderungen der Domänenstruktur verschiebbar gesteuert werden können.

Die Einkristalle 40 können ferroische (ferroelektrisch, ferromagentisch oder fer- roelastisch) und multiferroische (Kombination mehrerer Eigenschaften) isolierende Einkristalle sein, wobei die Lage/der Ort und die Art der Domänenwand 2, 3, 4 über die Einrichtung 62 zur Einschreibung derart gewählt werden können, dass die Domänenwand 2, 3, 4 verschiedene Polarisationsrichtungen (Ordnungsparameter der dielektrischen, magnetischen, optischen Polarisation) trennt.

Die Domänenwände 2, 3, 4 sind in dieser Form als leitfähige Diskontinuitäten ausgebildet. In Fig. 4 ist eine schematische Darstellung eines Einkristalls 40 in Form eines Terminals mit vier Domänen 6, 7, 8, 9, gezeigt. Die zwischen den vier nanoska- ligen Domänen 6, 7, 8, 9 befindlichen Domänenwände 2, 3, 4 weisen auf der einen Seitenfläche 24 die drei Nanokontaktpunkte 26, 27, 28, an welche Nanostrukturen als funktionale Bauteile (z.B. Transistoren, ...) angelagert werden können und auf der anderen Seitenfläche 25 des Einkristalls 40 die Makrokontaktpunkte (z.B. durch eine flächige Elektrode) 29, 30, 31 auf.

Es ist ebenfalls möglich, parallel verschiedene Nano-Tenminalkontaktpunkte 26, 27, 28 zeitgleich über die Steuereinrichtung 10 anzusteuern (N- Terminalkontakte). Damit sind eine Integration komplexer Nanostrukturen und der großflächige bottom-up Aufbau von Nanostrukturen auf makroskopischem Einkristall 40 mit nanoskaligen Domänenwänden 2, 3, 4 im Sinne der Nanotechnologie möglich. Es ist des Weiteren, wie in Fig. 5 gezeigt ist, möglich, eine komplett isolierende Oberfläche durch leitfähige Diskontinuitäten (Pin-Points) zu durchdringen, um so Funktionalität in lateraler, aber auch vertikaler Richtung einzubringen. Hierbei kann sich der Leitfähigkeitsbereich der Domänenwand 33 zwischen einem isolierenden Kontakt der benachbarten Domänen und einem leitfähigen Kontakt der dazwischenliegenden Domänenwand 33 über mehrere Größenordnungen ändern. Der Erfindung basiert darauf, dass mindestens eine Domänenwand 2, 3, 4, 33 in einem Einkristall 40 vorhanden ist bzw. erzeugt werden kann. Sowohl die Lagen Li, L 2 usw. (in Fig. 3a, 3b, 3c) als auch die Art der Domänenwand 2, 3, 4, 33 können festgelegt werden, so dass die Domänenwande 2, 3, 4, 33 verschiedene Polarisationsrichtungen (Ordnungsparameter der dielektrischen, magnetischen, optischen Polarisation) trennen. Da die Lagen Li, L 2 im Allgemeinen beliebig gewählt und im Speziellen nach Eingabe der Parameter in die Einrichtung 62 zur Einschreibung festgelegt werden können, besteht die Steuermöglichkeit, die Domänenwande 2, 3, 4, 33 über eine Steuereinrichtung 10 (in Fig. 3)

gesteuert zu schreiben,

- gesteuert zu löschen und

gesteuert zu verschieben.

Eine Domänenwand 2, 3, 4, 33 induziert über elektrische, optische oder andere Strukturierungsmöglichkeiten und stellt eine Diskontinuität in Form der folgend beschriebenen Möglichkeiten dar

- als eine nanoskalige Kontaktierungsschicht (in Fig. 4), wobei es möglich ist, mit Hilfe der Domänenwände 2, 3, 4 sowohl mit Ionen als auch mit Elektronen/Lochtransport nanoskalige Bauteile zu kontaktieren und so Ströme zu leiten, womit eine Integration und Adressierung solcher Bausteine auf der Ein-Nanometer-Längenskala möglich ist,

- als eine Schicht (in Fig. 5) für eine Modulation der dielektrischen Konstanten ε, wobei, falls die Domänenwand 33 leitfähig wird, sich ihre dielektrischen, resistiven und optischen Eigenschaften ändern, womit ein Einkristall 32, der dem Einkristall 40 gleichen kann, vom Isolator zum Leiter geschaltet werden und somit eine Modulation und Variation der Parameter auf der Ein- Nanometer-Längenskala eingestellt werden kann. Zum Letzteren ist in Fig. 5 der isolierende ferroelektrische ferroische Einkristall 32 mit einer lateralen Domänenwand 33 gezeigt, bei der eine optische Funktionalität durch eine räumliche Modulation der Dielektrizitätskonstanten ε erreicht wird, wobei

einerseits in die Domänenwand 33 eine Lichtwelle 35 über die Frontseite 34 in den Eingang 14 eingekoppelt werden und die Domänenwand 33 als Wellenleiter dienen kann, und

andererseits eine seitliche Einkopplung einer Lichtwelle 36 über eine Seitenfläche 37 für eine abgeschwächte Totalreflexion an der elektrisch leitfähigen Domänenwand 33 durchgeführt werden kann.

Des Weiteren kann das Element 1 mit dem Einkristall 40 und den Domänenwänden 2, 3, 4 dargestellt werden:

- als eine Schicht mit einer Templatfunktion, wobei es möglich ist, organische, anorganische und/oder biologische Moleküle, Atome und/oder Salze an die Kontaktstellen zu adsorbieren, wobei aufgrund des hohen elektrischen Feldgradienten und der damit verbundenen Polarisation bzw. Polarisierbarkeit sich gezielt Strukturen adsorbieren und absorbieren lassen und wobei das Templat die Funktion erfüllt, großflächig und mit einer Genauigkeit von 1nm oder von Bruchteilen eines Nanometers Strukturen aufzubauen.

In den Fig. 6a und 6b ist jeweils als Einkristall 40 ein Templat zur gezielten, nasschemischen Adsorbatabscheidung angegeben, was in der Nanobiologie und Nanoelektronik eingesetzt werden kann. Die in einer flüssigen Adsorbatlö- sung 38 vorhandenen frei beweglichen gelösten Adsorbatpartikel 39 in Fig. 6a lagern sich nach kurzer Zeit unter UV-Beleuchtung mit Photonenenergien oberhalb der Bandlücke an die Nanokontaktpunkte 26, 27, 28 in Fig. 6b an und sind somit an die Domänenwände 2, 3, 4 gebunden. Durch die Variation der Beleuchtungsdauer und der Konzentration der Lösung mit Adsorbatpartikeln kann der Abscheideprozess gesteuert werden und so die Größe und Menge der angelagerten Partikel 39 eingestellt werden.

In den Fig. 7a und 7b, die auf den Fig. 6a und 6b basieren, wird der als Templat ausgebildete Einkristall 40 zu einem Substrat 50 transportiert, Durch Anpressen 41 in Fig. 7a werden die Adsorbatpartikel 39 auf das Substrat 50 aufgedruckt. Nach Lösen 42 des Einkristalls 40 vom Substrat 50 in Fig. 7b bleibt die von den Adsorbatpartikeln 39 übertragene Struktur als Druck an dem Substrat 50 haften.

Bezugszeichenliste

1 Domänenstrukturiertes Element

2 Domänenwand

3 Domänenwand

4 Domänenwand

5 Steuereinheit

6 Domäne

7 Domäne

8 Domäne

9 Domäne

10 Steuereinrichtung

11 Kontaktspitzenelektrode

12 Elektrode

13 Positionierungs- und Halterungseinrichtung für Einkristall 14 Eingang einer Domänenwand

15 Kontaktelement

16 Kontaktelement

17 Kontaktelement

18 Verbindungsleitung zur Flächenelektrode

19 Verbindungsleitung

20 Verbindungsleitung

21 Speicher

22 Speicher

23 Steuer- und Rechenwerk

24 Seitenfläche

25 Seitenfläche

26 Nanokontaktpunkt

27 Nanokontaktpunkt

28 Nanokontaktpunkt

29 Makrokontaktpunkt

30 Makrokontaktpunkt

31 Makrokontaktpunkt

32 Einkristall 33 Domänenwand

34 Frontseite

35 Lichtwelle

36 Seitlich einfallende Lichtwelle

37 Seitenfläche

38 Adsorbatlösung

39 Adsorbatpartikel

40 Ferroelektrischer/ferroischer isolierender Einkristall

41 Anpressen

42 Lösen

43 Seitenfläche

44 Seitenfläche

45 Domänenwandstirnseite

46 Domänenwandstirnseite

47 Strommesseinrichtung

48 Lichtquelle

49 Spannungsquelle

50 Substrat

51 Magnet

52 Verbindungsleitung

53 Verbindungsleitung

54 Verbindungsleitung

55 Verbindungsleitung

56 Verbindungsleitung

57 Licht

58 Verbindungsleitung

59 Magnetisches Feld

60 Erste Vorrichtung

61 Zweite Vorrichtung

62 Einrichtung zur Einschreibung

63 Verbindungsleitung

64 Endteil der Rastersondenspitze

65 dritte Vorrichtung 66 Kondensator

67 Variable elektrische Feldstärke

68 Vierte Vorrichtung

69 Anordnung zur Übertragung mechanischer Zug/Druckspannungen - Biegestation

70 Zug- oder Druckspannung

71 Kopf

U angelegte Spannung

E elektrische Feldstärke

Ukoerziöv Koerzitivspannung

Ekoeraöv elektrisches Koerzitivfeldstärke

t Zeitdauer

ε Dielektizitätskonstante