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Title:
DOMESTIC APPLIANCE HAVING A FIRE PREVENTION MEDIUM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/138383
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a domestic appliance (1) having a fire prevention medium (4,4'), which comprises an active substance (8) which releases water, carbon dioxide and/or nitrogen under the effect of heat at temperatures below 100°C, wherein the fire prevention medium (4, 4') comprises a core (5) and a shell (6), wherein the core (5) contains the active substance (8) and the fire prevention medium (4,4') comprises a carrier material (22) which is arranged in a core (5, 27) surrounded by a shell (6, 20, 26).

Inventors:
KOHLRUSCH, Frank (Elsa-Brändström-Str. 9, Berlin, 13189, DE)
CHATOT, Brian (Jaczo Str, 69/71, Berlin, 13595, DE)
STEFFENS, Günter (Habichtweg 1, Dallgow-Döberitz, 14624, DE)
Application Number:
EP2011/057174
Publication Date:
November 10, 2011
Filing Date:
May 05, 2011
Export Citation:
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Assignee:
BSH BOSCH UND SIEMENS HAUSGERÄTE GMBH (Carl-Wery-Str. 34, München, 81739, DE)
KOHLRUSCH, Frank (Elsa-Brändström-Str. 9, Berlin, 13189, DE)
CHATOT, Brian (Jaczo Str, 69/71, Berlin, 13595, DE)
STEFFENS, Günter (Habichtweg 1, Dallgow-Döberitz, 14624, DE)
International Classes:
D06F37/42; F24C15/00; F24H3/04
Attorney, Agent or Firm:
BSH BOSCH UND SIEMENS HAUSGERÄTE GMBH (83 01 01, München, 81701, DE)
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Claims:
PATENTANSPRÜCHE

1. Elektrisches Hausgerät (1 ) mit einem Brandschutzmedium (4,4'), das eine Wirksubstanz (8) umfasst, die unter Einwirkung von Hitze bei Temperaturen unterhalb von 100°C Wasser, Kohlendioxid und/oder Stickstoff abspaltet, dadurch gekennzeichnet, dass das Brandschutzmedium (4,4') einen Kern (5) und eine Hülle (6) umfasst, wobei der Kern (5) die Wirksubstanz (8) enthält und das Brandschutzmedium (4,4') ein Trägermaterial (22) umfasst, das in einem von einer Hülle (6,20,26) umgebenen Kern (5,27) angeordnet ist.

2. Hausgerät (1 ) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Wirksubstanz (8) Wasser abspaltet.

3. Hausgerät (1 ) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirksubstanz (8) ein Hydrat ist und ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Alaun, Zeolith, Gips und beliebigen Kombinationen hiervon.

4. Hausgerät (1 ) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirksubstanz (8) Alaun umfasst.

5. Hausgerät (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Brandschutzmedium (4,4') als Hülle (6) ein Kunststoffformteil (26) und als Kern eine oder mehrere im Kunststoffformteil (26) angeordnete Kammern (27,27') umfasst.

6. Hausgerät (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Brandschutzmedium (4) als Hülle (6) eine Folie, ein Fasergewebe, ein Faservlies oder eine Kombination hiervon (20) umfasst.

7. Hausgerät (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägermaterial (22) Fasern enthält oder aus diesen besteht.

8. Hausgerät (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Brandschutzmedium (4,4') erhältlich ist durch Tränken des Trägermaterials (22) mit einer Lösung der Wirksubstanz (8).

9. Hausgerät (1 ) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Lösung der Wirksubstanz (8) eine wässrige Lösung von Alaun ist.

10. Hausgerät (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Brandschutzmedium (4,4') einen Verschluss (24) aufweist, an dem das erzeugte Wasser, Kohlendioxid und/oder Stickstoff bevorzugt austreten kann.

1 1. Hausgerät (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Trockner, ein Waschtrockner, ein Heizlüfter, eine Waschmaschine oder ein Ofen ist.

Description:
Hausgerät mit einem Brandschutzmedium

Die Erfindung betrifft ein Hausgerät mit einem Brandschutzmedium.

Ein elektrisches Hausgerät kann unter Umständen eine potentielle Quelle für einen Brand darstellen. Typische Ursachen für einen Brand können in diesem Zusammenhang beispielsweise Kontaktfehler (z.B. Wackelkontakte in Steckdosen oder Geräten) und im Übermaß erzeugte Nutzwärme eines unbeaufsichtigt betriebenen Geräts wie eines Elektroherdes, Trockners oder einer Waschmaschine sein. Eine Steuerungs- und Regeleinrichtung eines Hausgeräts kann ebenfalls versagen, wobei an dem betroffenen Hausgerät gefährlich hohe Temperaturen entstehen können. Schließlich kann ein Brand auch aufgrund von Überlastung eines Stromnetzes durch den Anschluss zu vieler Hausgeräte entstehen.

Gerätespezifische Eigenschaften können die prinzipielle Gefahr eines Brandes erhöhen. Dies gilt insbesondere bei elektrischen Hausgeräten, die sich während ihres Betriebes deutlich erwärmen. Insbesondere bei Öfen, Trocknern und Waschmaschinen kann es daher aufgrund erhöhter Temperaturen zu Bränden kommen.

Diese möglichen Brandursachen sind vor dem Hintergrund zu sehen, dass in Hausgeräten zunehmend Kunststoffe eingesetzt werden. Kunststoffe können zwar prinzipiell brandhemmend ausgerüstet werden. Die hierzu verwendeten Substanzen werden jedoch aufgrund ihrer möglichen oder tatsächlichen Gesundheitsgefährdung allenfalls selten in Hausgeräten eingesetzt. Die JP 57-140351 A beschreibt Brandschutzmaterialen aus Gips und Alaun, die mit Gewebe stabilisiert sind.

Die DE 30 24 738 A1 beschreibt ein wärmebindendes Bauteil in Brandschutzausführung, welches als Platte ausgebildet ist. Das Bauteil weist als Trägermaterial eine Gipsmatrix auf, in die Aluminiumsulfat als hydrophiles Adsorbens eingebunden ist, und die durch Gewebe stabilisiert ist. Zur Stabilisierung wird insbesondere Glasgewebe verwendet. Aus der JP 54-143437 A ist es bekannt, einen wärmebindenden Überzug aus Kalium- Alaun und Gips herzustellen, der wasserhärtbar ist und auf Bauteile wie Wände als Brandschutz aufgetragen werden kann.

Die DE 600 1 1 058 T2 beschreibt eine flammhemmende aromatische Polyamidharzzusammensetzung und einen daraus geformten Gegenstand, die beispielsweise für elektrische Haushaltsgeräte und elektrische Anlagen wie Waschmaschinen, Kühlschränke usw. verwendet werden. Die flammhemmende Polyamidharz-Zusammensetzung umfasst ein aromatisches Polyamidharz, eine vernetzte Phosphazen-Verbindung, eine anorganische, faserartige Substanz und Magnesiumhydroxid.

Die AT 501 586 A1 beschreibt eine Formmasse, bestehend aus mit einer Überzugsmasse überzogenen Partikeln und deren Verwendung zur Herstelllung von Formkörpern. Die Überzugsmassen enthalten z.B. ein Bindemittel, eine härtend wirkende Substanz, eine gasentwickelnde, Schaum bildende Substanz, und ggf. anorganische gemahlene Füllstoffe und ggf. wasserbindende Substanzen. Gegebenenfalls können anorganische gemahlene Füllstoffe enthalten sein, wobei beispielsweise Aluminiumsulfathydrat und Alaune angegeben sind. Neben der Anwendung im Baugewerbe ist eine Anwendung als Dämmstoff in Haushaltsgeräten, wie Kühlschränken, Geschirrspülern oder zur Isolation bei Öfen und Heizanlagen für Industrie, Gewerbe und Haushalt beschrieben.

Die JP 2001 -212396 A beschreibt eine Waschmaschine mit einer Trommel, welche in ihrer Sicherheit verbessert ist. Hierzu weist die Waschmaschine unter einer oberen Abdeckplatte eine Abschirmungsplatte auf, die aus einem feuerfesten Teil aus Metall und einem Melaminharz oder ähnlichen gebildet ist.

Aufgabe der Erfindung ist es vor diesem Hintergrund, ein elektrisches Hausgerät mit einem verbesserten Brandschutz bereitzustellen. Das Hausgerät soll es insbesondere ermöglichen, einen bereits entstandenen Brand zu löschen oder zumindest dessen Ausbreitung signifikant zu verzögern. Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird durch ein elektrisches Hausgerät gemäß unabhängigem Patentanspruch gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen aufgeführt.

Die Erfindung betrifft somit ein elektrisches Hausgerät (hierin auch mit „Hausgerät" abgekürzt) mit einem Brandschutzmedium, das eine Wirksubstanz umfasst, die unter Einwirkung von Hitze bei Temperaturen unterhalb von 100°C Wasser, Kohlendioxid und/oder Stickstoff abspaltet, wobei das Brandschutzmedium einen Kern und eine Hülle umfasst und wobei der Kern die Wirksubstanz enthält und das Brandschutzmedium ein Trägermaterial umfasst, das in einem von einer Hülle umgebenen Kern angeordnet ist.

Die eingesetzte Wirksubstanz spaltet bei Temperaturen unterhalb von 100°C Wasser, Kohlendioxid und/oder Stickstoff ab. Dies ermöglicht die Bekämpfung eines Brandes im Anfangsstadium. Es ist überdies bevorzugt, dass die Wirksubstanz Wasser abspaltet. Bei Brandeinwirkung wird die Wirksubstanz dann entwässert. Bei der Entwässerung und Verdampfung von Wasser wird Energie verbraucht. Zusätzlich wird durch den sich bildenden Dampfschleier zwischen dem Brand und der Umgebung der Fortschritt des Brandes verzögert. Die Wirksubstanz ist vorzugsweise ein Hydrat und ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Alaun, Zeolith, Gips und beliebigen Kombinationen hiervon.

Unter einem Hydrat wird dabei eine feste, insbesondere kristalline Substanz verstanden, die neben der in der Regel namengebenden, insbesondere salzartigen Verbindung oder Zusammensetzung von Ionen in ihrer festen Struktur gebundenes Wasser enthält. Ein typisches Beispiel für ein Hydrat ist ein Salzkristall, dessen Kristallstruktur neben Anionen und Kationen zusätzliche Wassermoleküle enthält - solches kristallin gebundene Wasser wird geläufig als„Kristallwasser" bezeichnet. Die Bindung des Kristallwassers im Kristall ist in der Regel eher locker, so dass mehr oder weniger starkes Erhitzen dazu führt, dass das Kristallwasser aus dem Kristall ausgetrieben wird.

Ganz besonders bevorzugt umfasst die Wirksubstanz ein Alaun. Ein Alaun ist ein mit Kristallwasser kristallisiertes Doppelsalz vom Typ Me(1 +)Me(3+)(S0 4 ) 2 , wobei Me(1 +) vorzugsweise für Na, K und NH 4 , ganz besonders bevorzugt für K, und Me(3+) für AI, Sc, V, Cr, Mn, Fe, Co, Ga, ganz besonders bevorzugt für AI, steht. Ein Alaun hat den Vorteil, dass er schon bei Temperaturen unterhalb von 100°C Wasser abspalten und, bezogen auf sein Gewicht, einen hohen Anteil an Kristallwasser speichern kann. Es ist besonders vorteilhaft, Kalium-Alaun zu verwenden. Kalium-Alaun, chemisch als Kalium-Aluminium-Sulfat-12-Hydrat zu bezeichnen, hat die chemische Formel KAI(S0 4 ) 2 x12H 2 0. Kalium-Alaun ist in der Lage, ca. 45 Prozent pro Gewichtseinheit Kristallwasser zu binden, wobei das Freisetzen des Kristallwassers aus dem Kalium- Alaun in reiner Form bei 73 °C erfolgt. Aufgrund der Dichte des Kalium-Alauns von 1 , 1 g/cm 3 ergibt sich volumenbezogen ein Anteil des eingelagerten Kristallwassers von ca. 50 Prozent.

Gips ist ein mit zwei Molekülen Kristallwasser pro Kombination aus einem Anion und einem Kation kristallisiertes Calciumsulfat der chemischen Formel CaS0 4 x2H 2 0.

Ein Zeolith ist ein Hydrat der allgemeinen Zusammensetzung Mk /n [(AI02)k(Si02)i] x mH 2 0, wobei k, I, m und n kleine ganze Zahlen und M ein beliebiges Metallion der Ladung n (meist 1 oder 2) sind. Ein Zeolith kann unter Beibehaltung seiner Kristallstruktur insbesondere Wasser aufnehmen und abgeben.

Ein Alaun und insbesondere Kalium-Alaun lässt sich auch mit anderen Wirksubstanzen wie Gips und Zeolith kombinieren, die jeweils auch für sich allein oder in Kombination mit anderen Wirksubstanzen verwendet werden können. Hierdurch können die brandtechnischen Eigenschaften des Brandschutzmediums auf das Hausgerät, einen darin lokalisierten Anwendungsort und die Gebrauchstemperatur des Hausgeräts abgestimmt werden Diese Abstimmung ist im Folgenden anhand einer Mischung von Kalium-Alaun und Gips beispielhaft illustriert. Kalium-Alaun lässt sich in einem Brandschutzmedium zusammen mit Gips verwenden, z.B. Kalium-Alaun in einer Gipsmatrix, ggf. zusammen mit weiteren Stoffen. Eine solche Anwendung eignet sich insbesondere dann, wenn das Brandschutzmedium ein relativ starres Formteil ist, z.B. ein Kunststoffformteil. Hier lässt sich die Wirksubstanz homogen oder inhomogen im Kunststoffformteil verteilen und/oder vorteilhaft in Kammern platzieren, die als Kern im Kunststoffformteil ausgebildet sind.

Das in eine Gipsmatrix eingebettete Kalium-Alaun verhält sich bezüglich der Aushärtung (Abbinden) des Gipses neutral, so dass aus der Mischung hergestellte Formteile, insbesondere bei Verwendung eines Trägermaterials wie z.B. eines stabilisierenden Gewebes, bei einfacher Herstellung eine ausreichende Stabilität für ihre Anwendung im Brandschutz in einem Hausgerät aufweisen.

Durch den Gips wiederum wird auch nicht die physikalische Wasseraufnahme des Alauns beeinträchtigt. Je nach Einsatzzweck und -ort kann das Mischungsverhältnis zwischen Alaun und Gips variiert werden. Da der Gips wie auch das Alaun eine Dichte von 1 ,1 g/cm 3 haben, ist dieses Verhältnis gewichts- wie auch volumenbezogen.

Die Wasserabgabetemperatur des Kalium-Alauns von 73°C wird in Verbindung mit dem Gips auf einen höheren Wert, nämlich etwa 85°C, verschoben. Dies hängt damit zusammen, dass das im Alaun frei werdende Wasser durch einfaches Aufsaugen durch den Gips auf einer Temperatur von 85°C gehalten wird, bevor es in die Dampfphase übergeführt wird. Es kann somit durch Mischung von Kalium-Alaun und Gips eine Wasserabgabetemperatur eingestellt werden, die einen ausreichenden Abstand zu einer Gebrauchstemperatur des Hausgeräts aufweist.

Brandschutzmedien, welche Alaun und Gips enthalten, haben noch den weiteren Vorteil, dass das im Gips gebundene Kristallwasser erst bei einer Temperatur von ca. 125°C freigesetzt wird, so dass eine mehrstufige Kristallwasserfreisetzung positiv das Brandschutzverhalten beeinflussen kann.

Die Wirksubstanz kann alleine oder in Mischung mit anderen Wirksubstanzen, insbesondere mit Alaun und/oder Gips, Zeolith verwendet werden. Zeolithe weisen ein relativ hohes Wasseraufnahmevermögen auf und können das Wasser physikalisch als Kristallwasser binden. Zeolithe binden je nach Typ massebezogen ca. 30 Prozent Kristallwasser und geben massebezogen 20 bis 24 Prozent in einem Temperaturbereich von 150 bis 160 °C wieder ab. Im erfindungsgemäßen Hausgerät umfasst das Brandschutzmedium einen Kern und eine Hülle, wobei der Kern die Wirksubstanz enthält. Im Kern ist darüber hinaus vorzugsweise auch ein Fasergewebe oder ein Faservlies, oder eine Kombination dieser beiden, vorhanden.

In einer bevorzugten Ausführungsform hierzu umfasst das Brandschutzmedium als Hülle ein Kunststoffformteil und als Kern die Wirksubstanz, welche in einer oder mehreren im Kunststoffformteil angeordneten Kammern enthalten ist. Das Kunststoffformteil kann an einer beliebigen Stelle im Hausgerät angeordnet sein und beispielsweise zur Auffüllung nicht benutzter Hohlräume benutzt werden. Vorzugsweise wird das Kunststoffformteil als Verkleidung eines besonders brandgefährdeten Teils eines Hausgeräts verwendet, z.B. als Verkleidung einer Heizung oder eines Motors.

Soll erfindungsgemäß eine Heizung mit einem Brandschutzmedium umgeben werden, ist durch Anordnung und Abstand des Brandschutzmediums darauf zu achten, dass nicht bereits beim normalen Betrieb der Heizung das Brandschutzmedium unter Abspaltung von Wasser, Kohlendioxid und/oder Stickstoff aktiviert wird.

Ist das Hausgerät eine Waschmaschine, ein Waschtrockner oder ein Trockner, kann das Brandschutzmedium vorteilhaft ein Mitnehmer für die im Hausgerät zu behandelnde Wäsche sein oder aber in einen Mitnehmer integriert sein.

In einer alternativen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hausgeräts umfasst das Brandschutzmedium als Hülle eine Folie, ein Fasergewebe oder ein Faservlies, wobei diese auch beliebig kombiniert werden können, und wobei die Hülle die eigentliche Wirksubstanz einhüllt. Auch hierbei kann die Wirksubstanz in einer oder mehreren Kammern enthalten sein.

Das Material der Folie ist nicht besonders eingeschränkt. Vorzugsweise wird ein Material eingesetzt, das bei der für die Wirkung des Brandschutzmediums vorgesehenen Temperatur schmilzt, um der Wirksubstanz eine Abgabe von Wasser, Kohlendioxid und/oder Stickstoff an die Umgebung des Brandschutzmediums zu ermöglichen. Eine geeignete Folie umfasst oder besteht beispielsweise aus PET (Polyethylenterephthalat), PE (Polyethylen) oder deren Mischungen.

Bei den Fasergeweben und Faservliesen ist die Auswahl der Fasern nicht wesentlich beschränkt. Es können beispielsweise Glasfasern, Kunststofffasern und Metallfäden verwendet werden. Vorteilhaft tragen Fasergewebe und Faservliese aber auch zum Brandschutz bei. Bei Verwendung von Fasergeweben und Faservliesen aus Kunststofffasern werden daher vorzugsweise schwer entflammbare Fasern eingesetzt.

Schwer entflammbare Kunststofffasern bestehen beispielsweise aus Polybenzimidazol, Polyimid, Polyetherketon, Polyether-Etherketon, Polyetherketon-Keton, Polyether- Etherketon-Keton, Polyetherimid, Polysulfon, Polyaryl-Etherketon, Polyamid-Imid, Polyarylsulfon, Polyethersulfon, Polyketon, Polyphenylensulfid oder einem Polyaramid, oder Mischungen hiervon. Das Brandschutzmedium im erfindungsgemäßen Hausgerät umfasst ein Trägermaterial. Das Trägermaterial ist in einem von einer Hülle umgebenen Kern angeordnet. Die Bezeichnung„Trägermaterial" rührt daher, dass dieses vor allem zur Aufnahme und als Stütze für die eine Wirksubstanz oder mehrere Wirksubstanzen dient. Das Trägermaterial enthält vorzugsweise Fasern oder besteht aus diesen, wobei die Fasern im Allgemeinen als Gewebe oder Vliesstoff vorliegen. Die Fasern können Glasfasern oder Kunststofffasern sein. Die Auswahl an Kunststofffasern ist nicht eingeschränkt. Vorzugsweise werden jedoch Fasern aus einem der oben genannten schwer entflammbaren Kunststoffe eingesetzt. Das Brandschutzmedium kann auf sehr unterschiedliche Weise erhalten werden, wobei die Verfahren zu dessen Herstellung im Allgemeinen von der Auswahl der Wirksubstanzen, des Trägermaterials sowie der gewünschten Eigenschaften des Brandschutzmediums abhängen, die wiederum von dessen Einsatzort im Hausgerät abhängen.

Wird beispielsweise Alaun als Wirksubstanz eingesetzt, so könnte dieses zusammen mit Gips gemischt und der Gips dann abgebunden werden. Vorzugsweise ist das Brandschutzmedium im Hausgerät jedoch erhältlich durch Tränken des Trägermaterials mit einer Lösung der Wirksubstanz, im Allgemeinen gefolgt von einer Trocknung. Vorteilhaft ist die Lösung der Wirksubstanz eine wässrige Lösung von Alaun, insbesondere Kalium-Alaun. Bei Einsatz eines flexiblen Trägermaterials, z.B. eines flexiblen Gewebes oder Vliesstoffes, kann ein flexibles Brandschutzmedium erhalten werden, das beispielsweise in Form von Brandschutzmatten oder -kissen im Hausgerät eingesetzt werden kann. Aufgrund der Flexibilität können diese Brandschutzmedien dann den räumlichen Bedürfnissen im Hausgerät angepasst werden.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Hausgeräts weist das Brandschutzmedium einen Verschluss auf, an dem das erzeugte Wasser, Kohlendioxid und/oder Stickstoff bevorzugt austreten kann. Der Begriff „Verschluss" ist hierbei breit zu interpretieren. So kann der Verschluss ein vergleichsweise schwacher Bereich innerhalb einer Hülle um den Kern sein, der bei Erhitzung des Brandschutzmediums im Sinne einer Sollbruchstelle besonders leicht nachgibt, damit das von der Wirksubstanz frei gesetzte Wasser, Kohlendioxid und/oder Stickstoff an dieser bevorzugten Stelle aus dem Brandschutzmedium austreten kann. Anordnung, Größe und Art des Verschlusses werden daher im Allgemeinen sehr vom Anwendungsort und der Art der ausgewählten Materialien abhängen. Beispielsweise kann der Verschluss in einem vergleichsweise dünnen oder porösen Bereich der Hülle bestehen. Ggf. kann der Verschluss aus einem, im Vergleich zum Material des Restes der Hülle, anderen Material bestehen. So könnte die ggf. auf einem Trägermaterial befindliche Wirksubstanz im Prinzip von einer Kunststofffolie aus einem bestimmten Material (beispielsweise einer Polyethylenfolie bestimmter Dicke) als einer Tasche umschlossen sein, die an einer für den Verschluss vorgesehenen Stelle eine Öffnung aufweist. Die Öffnung könnte mit einer dünneren oder porösen Polyethylenfolie, einer dünnen Schicht eines Schutzwachses etc. als Verschluss verschlossen sein, um an dieser Stelle einen leichten Durchgang von Wasser, Kohlendioxid und/oder Stickstoff zu ermöglichen.

Das Hausgerät ist erfindungsgemäß nicht eingeschränkt, da im Prinzip jedes elektrische Hausgerät (inkl. Fernsehgeräte usw.) ein Brandherd sein kann. Geräte mit integrierten Heizeinrichtungen sind bevorzugt. Erfindungsgemäß ist es hierbei besonders bevorzugt, dass das Hausgerät ein Trockner, ein Waschtrockner, ein Heizlüfter, eine Waschmaschine oder ein Ofen ist.

Ganz besonders bevorzugt ist das erfindungsgemäße Hausgerät ein Trockner oder ein Waschtrockner. Bei dieser Ausführungsform ist es wiederum bevorzugt, dass zumindest ein Prozessluftkanal, eine Heizung oder ein Motor des Trockners oder Waschtrockners zumindest teilweise mit dem Brandschutzmedium umgeben ist.

Die Menge der im Brandschutzmedium eingesetzten Wirksubstanz kann im weiten Umfang variieren. Im Allgemeinen wird ein möglichst hoher Anteil der Wirksubstanz angestrebt, solange sonstige gewünschte Eigenschaften des Brandschutzmediums eingestellt werden können.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, in der das elektrische Hausgerät ein mit einer Trommel („Wäschetrommel") ausgestatteter Trockner oder Waschtrockner ist, befindet sich ein Brandschutzmedium zwischen der Trommel und auf einer Bodenplatte angeordneten Komponenten des Hausgeräts. Im Allgemeinen sind auf der Bodenplatte mindestens ein Gebläse, ein Antriebsmotor und, falls im Trockner oder Waschtrockner ein Wärmetauscher vorhanden ist, ein Wärmetauscher angeordnet. Die Erfindung hat den Vorteil, dass ein Hausgerät mit einem verbesserten Brandschutz bereitgestellt wird. Das Hausgerät ermöglicht es insbesondere, bereits entstandene Brände zu löschen oder zumindest deren Ausbreitung signifikant zu verzögern. Dies ist ohne einen Einsatz von Sensoren und ohne aktive mechanische oder elektromechanische Elemente möglich.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren 1 bis 4 illustriert, wobei in den Figuren 1 , 2 und 4 drei nicht einschränkende Ausführungsbeispiele gezeigt sind.

Fig. 1 zeigt einen vertikalen Schnitt durch ein Hausgerät, welches gemäß einer ersten Ausführungsform als Trockner ausgestaltet ist, bei dem mittels eines Luft-Luft- Wärmetauschers eine Wärmerückgewinnung geschieht. Fig. 2 zeigt einen vertikalen Schnitt durch ein Brandschutzmedium wie es in einer zweiten Ausführungsform des Hausgerätes eingesetzt wird.

Fig. 3 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Teiles eines bekannten Trockners. Fig. 4 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Teils eines erfindungsgemäßen Trockners als einer dritten Ausführungsform des Hausgerätes.

Der in Fig. 1 dargestellte Trockner 1 gemäß einer ersten Ausführungsform weist eine um eine horizontale Achse drehbare Trommel als Trocknungskammer 3 auf, innerhalb welcher Mitnehmer 28 zur Bewegung von Wäsche - hier nicht gezeigt - während einer Trommeldrehung befestigt sind. Prozessluft wird mittels eines Gebläses 12 über eine Heizung 1 1 durch die Trommel 3 in einem Prozessluftkanal 2 geführt. Dem Prozessluftkanal 2 wird über einen Zuluftkanal 15 Raumluft zugeführt bzw. durch das Gebläse 12 angesaugt. Die von der Heizung 1 1 erwärmte Luft wird von hinten, d.h. von der einer Tür 29 gegenüberliegenden Seite der Trommel 3, durch deren gelochten Boden in die Trommel 3 geleitet, kommt dort mit der zu trocknenden Wäsche in Berührung und strömt durch die Befüllöffnung der Trommel 3 zu einem Flusensieb 19 innerhalb der die Befüllöffnung verschließenden Tür 29. Nach Durchgang durch die Trommel 3 wird der Prozessluftstrom in der Tür 29 nach unten umgelenkt. Die feuchte, warme Prozessluft gelangt aus der Trommel 3 als Abluftstrom in einen Abluftkanal 13. Im Abluftkanal 13 befindet sich ein Luft-Luft-Wärmetauscher 23, in dem die warme, mit Feuchtigkeit beladene Prozessluft (hier: Abluft) abgekühlt und nach Kondensation der in ihr enthaltenen Feuchtigkeit zum Abluftausgang 16 geführt wird. Die abgeschiedene Feuchtigkeit wird in einer Kondensatwanne 17 aufgefangen, von wo aus sie beispielsweise durch Abpumpen entfernt werden kann.

Zur Abkühlung wird im Luft-Luft-Wärmetauscher 23 dem Trockner 1 über den Zuluftkanal 15 zugeführte Raumluft verwendet. Diese Zuluft wird durch die warme, mit Feuchtigkeit beladene Prozessluft und anschließend vor dem Eintritt in die Trocknungskammer 3 noch mittels der Heizung 1 1 erwärmt. Der Zuluftstrom kann durch eine regelbare Verschlussvorrichtung 18 (beispielsweise Klappen) geregelt werden. Aufgrund der beschriebenen Luftströmungen kann sich ein im Trockner 1 entstehender Brand im Prinzip rasch verbreiten. Als Gegenmaßnahme sind bei der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform eines Hausgeräts drei Brandschutzmedien 4, 4' und 4" vorhanden.

Das Brandschutzmedium 4 wird hier als Verkleidung eines Bereiches des Prozessluftkanals 2 zwischen der Heizung 1 1 und der Trommel 3 verwendet. Das Brandschutzmedium 4 ist hier eine flexible Matte, welche den Windungen von Prozessluftkanal 2 folgt, und umfasst einen Kern 5, welcher ein Glasgewebe, das hier nicht näher erkennbar ist, aufweist, welches nach Eintauchen in eine wässrige Lösung von Kalium-Alaun und Trocknen in eine Polyethylentasche 20 als Hülle 6 gegeben wurde.

Das zweite Brandschutzmedium 4' umfasst dagegen bei der hier gezeigten Ausführungsform ein Kunststoffformteil 26 als Hülle 6, in dem zwei Kammern 27 und 27' als Kern 5 zur Aufnahme von Wirksubstanz 8 vorhanden sind. Das Brandschutzmedium 4' dient hier als Umhüllung für einen Antriebsmotor 30 von Trockner 1 als weiterer potentieller Brandquelle.

Das dritte Brandschutzmedium 4" ist hier als Mitnehmer (Wäschemitnehmer) 28 ausgestaltet, welches als Hülle 6 ein Kunststoffformteil aufweist, in dem eine Kammer 27" als Kern 5 zur Aufnahme von Wirksubstanz 8 vorhanden ist. Das Brandschutzmedium 4" eignet sich insbesondere zur Vermeidung oder Bekämpfung von Bränden in der Trommel 3.

Die Trommel 3 wird bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsformen am hinteren Boden mittels eines Drehlagers und vorne mittels eines Lagerschildes 25 gelagert, wobei die Trommel 3 mit einer Krempe auf einem Gleitstreifen 21 am Lagerschild 25 aufliegt und so am vorderen Ende gehalten wird. Die Steuerung des Trockners erfolgt über eine Steuereinrichtung 10, die vom Benutzer über eine Bedieneinheit 9 geregelt werden kann.

Fig. 2 zeigt einen vertikalen Schnitt durch ein Brandschutzmedium 4, wie es in einer zweiten Ausführungsform des Hausgerätes eingesetzt wird. Das Brandschutzmedium 4 ist hier als Matte oder Kissen ausgestaltet, indem es einen Kern 5 aufweist, in dem sich ein aus Fasern 7, hier insbesondere schwer brennbaren Kunststofffasern, gebildetes Gewebe 22 sowie Kalium-Alaun als Wirksubstanz 8 befinden. Der Kern 5 ist von einer Hülle 6 umgeben, die hier eine Polyethylenfolie 20 ist. An einem Ausgang 24 ist diese Folie modifiziert, in dem sie dünner ist oder aus einem sonstwie schwächeren oder durchlässigeren Material besteht, so dass beim Erhitzen des Brandschutzmediums 4 aus der Wirksubstanz 8 abgespaltenes Wasser bevorzugt an dieser Stelle aus dem Brandschutzmedium 4 austreten kann.

Fig. 3 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Teiles eines bekannten Trockners. Der Übersichtlichkeit halber sind hier beispielsweise Trommel und Heizung weggelassen. Auf einer Bodenplatte 14 sind hier verschiedene Komponenten eines Trockners angeordnet, z.B. ein Gebläse 12 und ein Antriebsmotor 30. 31 bedeutet eine Trocknerrückwand.

Fig. 4 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Teils eines erfindungsgemäßen Trockners als einer dritten Ausführungsform des Hausgerätes. Im Unterschied zum bekannten Trockner von Fig. 3 ist auf den auf der Bodenplatte 14 angeordneten Komponenten ein Brandschutzmedium 4 platziert. Hülle und Kern von Brandschutzmedium 4 sind hier nicht im Detail gezeigt. Wie leicht erkennbar ist, befindet sich bei der dritten Ausführungsform des Hausgeräts das Brandschutzmedium 4 zwischen der hier nicht gezeigten Trommel und den auf der Bodenplatte 14 angeordneten Komponenten des Hausgeräts. Wie in Fig. 3 sind auf der Bodenplatte 14 verschiedene Komponenten eines Trockners angeordnet, z.B. ein Gebläse 12 und ein Antriebsmotor 30. 31 bedeutet eine Trocknerrückwand.

Bezugszeichenliste

1 Hausgerät

2 Prozessluftkanal

3 Trommel

4,4',4" Brandschutzmedien

5 Kern

6 Hülle

7 Fasern

8 Wirksubstanz

9 Bedieneinheit

10 Steuereinrichtung

1 1 Heizung

12 Gebläse

13 Abluftkanal

14 Bodenplatte

15 Zuluftkanal

16 Abluftausgang

17 Kondensatwanne

18 regelbare Verschlussvorrichtung, Klappe

19 Flusengitter

20 Kunststofffolie oder Gewebe als Hülle

21 Gleitstreifen

22 Gewebe als Kern

23 Luft-Luft-Wärmetauscher

24 Ausgang

25 Lagerschild

26 Kunststoffformteil

27, 27', 27" Kammern

28 Mitnehmer

29 Trocknertür

30 Antriebsmotor

31 Trocknerrückwand