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Patent Searching and Data


Title:
DOUBLE BAND PRESS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2002/094521
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for continuous production of pressed material from starting material to be pressed and to a device appropriate for carrying out said method, in which means for reducing the pressure applied on the starting material over a feed zone with adjustable length in the press section are provided.

Inventors:
Heimes, Bernd (Bendhütter Strasse 125 Mönchengladbach, 41066, DE)
Beck, Peter (Moerser Strasse 17 Kamp-Lintfort, 47475, DE)
Application Number:
PCT/EP2002/004949
Publication Date:
November 28, 2002
Filing Date:
May 06, 2002
Export Citation:
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Assignee:
METSO PAPER, INC. (Wärtsilänkatu 100 Järvenpää, FIN-04400, FI)
Heimes, Bernd (Bendhütter Strasse 125 Mönchengladbach, 41066, DE)
Beck, Peter (Moerser Strasse 17 Kamp-Lintfort, 47475, DE)
International Classes:
B27N3/24; B30B5/06; B30B15/34; (IPC1-7): B27N3/24; B30B5/06
Foreign References:
DE4446091A1
US4420357A
US5284609A
DE3743933A1
DE19810304C1
Attorney, Agent or Firm:
König, Palgen Schumacher Kluin (Lohengrinstrasse 11 Düsseldorf, 40549, DE)
PALGEN SCHUMACHER & KOLLEGEN (Frühlingstrasse 43A Essen, 45133, DE)
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Claims:
PATENTANSPRÜCHE
1. Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Preßgut aus zu ver pressendem Ausgangsmaterial (4'), insbesondere von Holzspanund Faser platten aus von einem unter Druck und gegebenenfalls Wärme ausgehärte ten Bindemittel mit zusammengehaltenen Partikeln bzw. Fasern, in einer Doppelbandpresse (100), bei dem das Ausgangsmaterial in einer zumindest auf einen Teil ihrer Länge den Druck und gegebenenfalls die Wärme aus übenden Preßstrecke (3) zum Preßgut verpreßt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der auf das Ausgangsmaterial (4') ausgeübte Druck über einen Vorlaufbereich, dessen Länge einstellbar ist, reduziert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Aus gangsmaterial (4') in zumindest zwei in Vorlaufrichtung aufeinanderfolgenden Preßabschnitten unterschiedlichen Temperatur und gegebenenfalls Druck behandlungen unterzogen wird und daß die Druckreduzierung zwischen die sen aufeinanderfolgenden Preßabschnitten (3', 3") erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die auf einanderfolgenden Preßabschnitte (3', 3") durch zumindest auf einer Seite der Preßstrecke vorgesehene Preßplatten (26', 26", 27', 27") gebildet werden und daß zur Reduzierung des Drucks mit der Folge der Reduzierung des In nendrucks im zu verpressenden Material zwischen den Preßabschnitten (3', 3") die Breite des zwischen den aufeinanderfolgenden Preßplatten (27', 27") bestehenden Spalts (60) variiert wird.
4. Doppelbandpresse (100) zur kontinuierlichen Herstellung von Preßgut aus zu verpressendem Ausgangsmaterial (4'), insbesondere von Holzspan und Faserplatten aus von einem unter Druck und gegebenenfalls Wärme ausgehärteten Bindemittel zusammengehaltenen Partikeln bzw. Fasern, mit einer Preßstrecke (3), bei deren Durchlauf das Ausgangsmaterial (4') in das Preßgut gegebenenfalls unter Ausübung von Wärme verpreßt wird, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest auf einer Seite der Preßstrecke (3) Mittel vorgesehen sind, durch die der auf das zu verpressende Ausgangsmaterial (4') ausge übte Druck über einen Vorlaufbereich innerhalb der Preßstrecke (3), dessen Länge einstellbar ist, reduzierbar ist.
5. Doppelbandpresse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel dadurch gebildet sind, daß die Preßstrecke (3) zumindest auf ihrer einen Seite im Sinne einer Druckreduzierung über einen variablen Vorlaufbe reich verkrümmbar ist.
6. Doppelbandpresse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßstrecke (3) zumindest auf einer Seite zumindest zwei in Vorlaufrich tung (16) aufeinanderfolgende Stützplatten (27', 27") umfaßt, zwischen de nen ein Spalt (60) gebildet ist, dessen druckwirksame Spaltbreite WB variier bar ist.
7. Doppelbandpresse nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die in Vorlaufrichtung aufeinanderfolgenden Stützplatten (27', 27") relativ zu einander verlagerbar sind.
8. Doppelbandpresse nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeich net, daß zumindest auf einer Seite der Preßstrecke (3) zwischen die zumin dest zwei in Vorlaufrichtung aufeinanderfolgenden Stützplatten (27', 27") wahlweise Mittel zur Variierung der druckwirksamen Spaltbreite WB einführ bar sind.
9. Doppelbandpresse nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel einen von der dem zu verpressenden Material abgewandten Seite des Spalts (60) wahlweise in diesen verlagerbaren Balken (62) umfassen.
10. Doppelbandpresse nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest auf einer Seite der Preßstrecke (3) die einander zugewandten En den der in Vorlaufrichtung aufeinanderfolgenden Stützplatten (27', 27") unter Verkrümmung der Heizplatten (27', 27") wahlweise von dem zu verpressen den Material fort oder zu diesem hin verlagerbar sind.
11. Doppelbandpresse nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch ge kennzeichnet, daß die Mittel zur Reduzierung des auf das Ausgangsmaterial ausgeübten Drucks motorisch antreibbar sind.
12. Doppelbandpresse nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel zur Erfassung des Dampfdruckes in dem zu verpressenden Material oder von mit dem Dampfdruck korrelierter Parameter sowie eine Einrichtung zur Steuerung oder Regelung des motorischen Antriebs in Abhängigkeit des erfaßten Dampfdrucks oder des Parameters vorgesehen sind.
Description:
Doppelbandpresse Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren der dem Oberbegriff des An- spruchs 1 und eine Doppelbandpresse der dem Oberbegriff des Anspruchs 4 entsprechenden Art.

Ein solches Verfahren und eine solche Doppelbandpresse sind zum Beispiel aus der DE 39 04 982 C1 bekannt. In der Preßstrecke sind Stützplatten vor- gesehen, an denen die Formbänder über mitlaufende Rollenketten abge- stützt sind. Die Stützplatten werden durch starke quer zur Bahn oberhalb bzw. unterhalb der jeweiligen Stützplatte angeordnete Träger abgestützt, die außerhalb der Bahnbreite durch Spindeln zusammengezogen werden.

In den Stützplatten sind quer zur Bahn verlaufende Bohrungen vorgesehen, die Kanäle zum Hindurchleiten eines Wärmeträgermediums, meist eines Thermoöls, bilden. Die Kanäle folgen zu vielen in Laufrichtung der Bahn auf- einander. Aufeinanderfolgende Kanäle sind durch an den Rändern der Stütz- platten angebrachte U-förmige Rohrkrümmer miteinander verbunden, so daß das Wärmeträgermedium im zickzack quer zur Bahn verläuft und auf diese Weise die Gleichmäßigkeit der Wärmeübertragung verbessert wird. Mehrere in Laufrichtung der Bahn aufeinanderfolgende Querbohrungen bilden eine gemeinsam mit Wärmeträgermedium beschickte Gruppe.

Bei der Herstellung von Plattenwerkstoffen, insbesondere Holzspanplatten und ähnlichen Materialien, muß in der ersten Zone der Preßstrecke eine er- hebliche Wärme in das zu verpressende Ausgangsmaterial hineingebracht werden, um die Aushärtereaktion des Bindemittels durchzuführen. Die in dem Ausgangsmaterial enthaltene Feuchtigkeit dient dabei zum Transport der Wärme in das Ausgangsmaterial und der Plastifizierung desselben. In ei- nem hinteren, d. h. nachfolgenden, gegen das Ende der Preßstrecke hin ge- legenen Abschnitt muß die Wärmezufuhr nicht mehr so groß sein, sondern es kommt vorwiegend auf die Aufrechterhaltung des Drucks an, damit ein- geleitete Bindungen innerhalb des glatten Materials nicht durch vorzeitige Entlastung vor der völligen Aushärtung wieder aufgerissen werden und so das Preßgut zerstören.

Zur Beeinflussung und Optimierung der mechanischen Eigenschaften des hergestellten Preßguts ist es aus der DE 37 43 933 A1 bekannt, die Preß- strecke in drei verschiedene Heizzonen aufzuteilen, die unterschiedlich mit Wärmeenergie mittels Durchleiten eines Heizmittels versorgt werden. Ein abgestuftes Heizprofil entlang der Preßstrecke ist die Folge, wobei zu Beginn der Preßstrecke eine höhere Temperatur als am Ende der Preßstrecke vor- liegt.

Aus der DE 198 10 304 C1 ist es des weiteren bekannt, im vorderen Bereich der Preßstrecke dem zu pressenden Ausgangsmaterial eine höhere Wär- memenge zuzuführen und dafür auf eine Wärmezufuhr im hinteren Preß- streckenabschnitt vollständig zu verzichten, sondern hier dem sich bildenden Preßgut Wärme zu entziehen, d. h. es zu kühlen.

Zwar ist es insbesondere mit dem aus der DE 198 10 304 C1 bekannten Verfahren möglich, Preßgut-insbesondere Holzspanplatten-zufriedenstel- lender Eigenschaften unter hoher Ausnutzung der für den Herstellungspro- zess benötigten Energie zu schaffen, Versuche haben jedoch gezeigt, daß

die Eigenschaften des hergestellten Preßgut wesentlich vom Dampfdruck- verlauf während des Herstellungsprozesses abhängen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Vorrichtung zu schaffen, bei der der Dampfdruckverlauf während des Herstellungsprozesses auf einfache Weise einstellbar ist.

Diese Aufgabe wird durch das in Anspruch 1 wiedergegebene Verfahren und - in ihrem apparativen Aspekt-durch die in Anspruch 4 wiedergegebene Vor- richtung gelöst.

Erstaunlicherweise hat sich gezeigt, daß die (druckwirksame) Breite des Spaltes zwischen verschieden temperierten Zonen der Preßstrecke einen großen Einfluß auf das Temperatur-und Dampfdruckverhalten des sich bil- denden Preßgutes während des Herstellungsverfahrens und somit auf die Eigenschaften des Endprodukts hat. Das erfindungsgemäße Verfahren ist demgemäß dadurch gekennzeichnet, daß der auf das Ausgangsmaterial bzw. auf das sich bildende Preßgut ausgeübte Druck über einen Bereich des Vorlaufs in der Preßstrecke, dessen Länge einstellbar ist, reduziert wird.

Wenn das Ausgangsmaterial während des Vorlaufs durch die Preßstrecke in zumindest zwei in Vorlaufrichtung aufeinanderfolgenden Preßabschnitten unterschiedlichen Temperatur-und gegebenenfalls Druckbehandlungen un- terzogen wird, ist bevorzugt, die Druckreduzierung zwischen den aufeinan- derfolgenden Preßabschnitten vorzusehen.

Wenn die Preßabschnitte durch zumindest auf einer Seite der Preßstrecke vorgesehene Stützplatten gebildet werden, erfolgt die Reduzierung des Drucks zwischen den Preßabschnitten vorzugsweise dadurch, daß die Breite des zwischen den aufeinanderfolgenden Stützplatten bestehenden Spalts va- riiert wird.

In ihrem apparativen Aspekt wird die der Erfindung zugrundeliegende Aufga- be durch eine Doppelbandpresse zur kontinuierlichen Herstellung von Preß- gut aus zu verpressendem Ausgangsmaterial, insbesondere von Holzspan- platten aus von einem unter Druck und gegebenenfalls wärmeausgehärteten Bindemittel zusammengehaltenen Partikeln, mit einer Preßstrecke, bei deren Durchlauf das Ausgangsmaterial in das Preßgut gegebenenfalls unter Aus- übung von Wärme verpreßt wird, dadurch gelöst, daß zumindest auf einer Seite der Preßstrecke Mittel vorgesehen sind, durch die der auf das zu ver- pressende Ausgangsmaterial ausgeübte Druck über einen Vorlaufbereich in- nerhalb der Preßstrecke, dessen Länge einstellbar ist, reduzierbar ist und hierdurch einer Möglichkeit der Entdampfung und somit eine Verminderung des inneren Dampfdrucks in dem Ausgangsmaterial geschaffen wird.

Bei einer ersten Ausführungsform sind die Mittel zur Reduzierung des Drucks dadurch gebildet, daß die Preßstrecke zumindest auf ihrer einen Seite im Sinne einer Druckreduzierung über einen variablen Vorlaufbereich ver- krümmbar ist.

Wenn die Preßstrecke zumindest auf einer Seite-wie bevorzugt-zumindest zwei in Vorlaufrichtung aufeinanderfolgende Stützplatten umfaßt, zwischen denen ein Spalt gebildet ist, können die Mittel zur Druckreduzierung dadurch ausgebildet sein, daß die druckwirksame Spaltbreite variierbar ist.

Dies kann konstruktiv beispielsweise dadurch bewirkt werden, daß die in Vorlaufrichtung aufeinanderfolgenden Stützplatten in Vorlaufrichtung relativ zueinander verlagerbar angeordnet sind.

Die druckwirksame Spaltbreitenvariation kann bei Produktionsumstellungen auf ein anderes zu verpressendes Material erfolgen.

Erfolgt die Verlagerung-wie bevorzugt-mittels eines motorischen Antriebs, so kann über die Spaltbreitenvariierung während des laufenden Verfahrens eine Regelung des Dampfdrucks im zu verpressenden Material erfolgen,

wenn Mittel zur Erfassung des Dampfdrucks oder von mit dem Dampfdruck korrelierter Parameter und ein geeigneter Regelkreis vorgesehen werden.

Als Parameter kommt insbesondere die Feuchte in der Matte, d. h. in dem zu verpressenden Material in Betracht.

Die druckwirksame Spaltbreite kann des weiteren variiert werden, wenn in den Spalt zwischen der in Vorlaufrichtung aufeinanderfolgenden Stützplatten wahlweise Mittel zur Variierung der druckwirksamen Spaltbreite einführbar sind.

Konstruktiv können diese Mittel beispielsweise einen quer zur Vorlaufrichtung verlagerbaren Balken umfassen, dessen Länge etwa der Breite der Stütz- platten und dessen Breite kleiner als die Spaltbreite ist. Wird der Balken voll- ständig in den Spalt hineingefahren, so daß seine dem zu verpressenden Material zugewandte Seite etwa in einer von der entsprechenden Seite der Preßstrecke gebildeten Ebene liegt, so ist die druckwirksame Spaltbreite mi- nimiert. Durch Herausbewegen des Balkens quer zur Vorlaufrichtung aus dem Spalt heraus erhöht sich dagegen die druckwirksame Spaltbreite.

Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Doppelbandpresse erfolgt die Variierung der druckwirksamen Spaltbreite da- durch, daß die einander zugewandten Enden der in Vorlaufrichtung aufein- anderfolgenden Stützplatten quer zur Vorlaufrichtung unter Verkrümmung der Heizplatten verlagerbar sind. Die Heizplatten sind demnach im Bereich ihrer zugewandten Enden flexibel gestaltet und können durch geeignete Mit- tel-beispielsweise durch Spindelantriebe oder hydraulisch bzw. pneuma- tisch betriebene Kolben/Zylindereinheiten-verkrümmt werden. Die Mittel können hierbei wiederum manuell oder motorisch aktiviert werden, wobei im letzten Falle wiederum durch Einschaltung einer geeigneten Regelstrecke ei- ne Regelung des Dampfdrucks in dem zu verpressenden Material während des laufenden Verfahrens erfolgen kann.

In der Zeichnung, die auch der Verdeutlichung des erfindungsgemäßen Ver- fahrens dienen soll, sind eine erfindungsgemäße Doppelbandpresse sowie verschiedene bevorzugte Ausführungsformen der konstruktiven Gestaltung zur Variierung der druckwirksamen Spaltbreite dargestellt.

Es zeigen : Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Doppelband- presse ; Fig. 2 bis 5-schematisch-verschiedene Ausführungsformen des Trenn- stellenbereichs A in Fig. 1 in vergrößerten Darstellungen ; Fig. 6 den Trennstellenbereich A einer weiteren Ausführungsform in einer Detaildarstellung gemäß Schnittlinie A-A in Fig. 7 ; Fig. 7 denselben Trennstellenbereich wie in Fig. 6 in einer Aufsicht.

Die als Ganzes mit 100 bezeichnete Doppelbandpresse dient insbesondere zur Herstellung von Holzspanplatten, Holzfaserplatten und anderen platten- förmigen Werkstoffen, die aus mittels eines unter Druck und Wärme aushär- tenden Bindemittels gebundenen Partikeln bestehen. Sie umfaßt ein oberes Formband 1 aus Stahlblech von etwa 2 bis 3 mm Stärke und ein ebensol- ches unteres Formband 2. Zwischen den Formbändern 1,2 wird in einer Preßstrecke 3 eine Bahn 4 aus einer Schüttung 4'eines Ausgangsmaterials zusammengepreßt, die hier aus dem mit dem Bindemittel versehenen Parti- kel-Material besteht, das nach dem Pressen einen der vorgenannten Werk- stoffe ergibt.

Das obere Formband 1 läuft um quer zur Bahn angeordnete Trommeln 5,6 und kann zwischen diesen Trommeln 5,6 beispielsweise hydraulisch ge- spannt werden. Entsprechend läuft das Formband 2 über quer zur Bahn 4 angeordnete Trommeln 11,12 um, die ebenfalls eine Spannung des Form-

bandes 2 erzielen. Die Formbänder 1,2 werden über die Trommeln ange- trieben.

Die Formbänder 1,2 laufen in dem durch die Pfeile 16 angedeuteten Sinn durch die Vorrichtung. In der Preßstrecke 3 bewegen sich das untere Trum 1' des oberen Formbandes 1 und das obere Trum 2'des unteren Formbandes 2 gleichlaufend dicht übereinander. Die auf der in der Zeichnung linken Seite auf ein nicht dargestelltes Förderband aufgebrachte Schüttung des Aus- gangsmaterials 4'wird in die Preßstrecke 3 hineingezogen und zwischen den Trums 1', 2'zusammengepreßt. Von dem Förderband geht die Schüttung des Ausgangsmaterials 4'auf ein rollendes Tablett 7 über, welches die Schüttung auf das untere Formband 2 kurz vor dem oberen Scheitel der Trommel 11 übergibt. Die auslaufende Bahn 4 des Plattenwerkstoffs wird auf der gemäß der Zeichnung rechten Seite durch geeignete nicht dargestellte Vorrichtungen geteilt und hinweg gefördert.

In der Preßstrecke 3 ist im Innenbereich des Formbandes 1 oberhalb des unteren Trums 1'eine obere Stützkonstruktion 17 vorgesehen, die mit einer im Innenbereich des unteren Formbandes 2 unterhalb deren oberen Trums 2' vorgesehenen unteren Stützkonstruktion 18 zusammenwirkt. Die Stützkon- struktionen 17,18 stützen die Bahn 4 ab und pressen sie mit großer Kraft gegeneinander.

Die Stützkonstruktionen 17,18 bestehen jeweils aus einzelnen Trägern 19, 20, die jeweils paarweise übereinanderliegend oberhalb und unterhalb der Formbänder 1,2 und der Bahn 4 angeordnet sind. Jedes Trägerpaar 19,20 ist durch nicht dargestellte, seitlich außerhalb der Preßstrecke 3 gelegene seitliche Spindeln miteinander verklammert, so daß einzelne kräftemäßig in sich abgeschlossene Druckglieder gebildet sind. Zwischen den Trägern 19, 20 und den Formbändern 1,2 befinden sich starke Stützplatten 26,27, die die von den einzelnen Trägern 19,20 ausgeübte Kraft ebenflächig auf die Formbänder 1,2 und damit die Bahn 4 übertragen. Die Stützplatten 26,27 weisen quer zur Bahn 4 verlaufende über die Breite durchgehende Kanäle

auf, durch die ein Wärmeträgermedium hindurch leitbar ist. Die Kanäle folgen in Laufrichtung 16 dicht aufeinander und sind an den Enden durch Rohr- krümmer miteinander verbunden, so daß Gruppen von Kanälen mit einem gemeinsamen Wärmeträgermedium mäanderförmig durchflossen werden.

Zwischen den einander zugewandten Seiten der Stützplatten 26,27 und den Formbändern 1,2 sind Rollenketten 30 angeordnet, auf denen die Formbän- der 1,2 an den Stützplatten 26,27 abrollen und die endlos in einer vertikalen Längsebene um die Stützplatten 26,27 innerhalb der Formbänder 1,2 um- laufen. Die Rollen der Rollenketten 30 übertragen sowohl den Druck als auch die Wärme der Stützplatten 26,27 auf die Formbänder 1,2 und damit die sich bildende Bahn 4. Die Formbänder 1, 2 erfahren also in der Preßstrecke 3 eine rollende Abstützung.

Die Preßstrecke 3 ist in zwei in Laufrichtung 16 der Bahn aufeinanderfolgen- de Abschnitte 3', 3"unterteilt. In dem ersten Abschnitt 3'wird durch die Be- heizung des Wärmeträgermediums die Wärme zugeführt, die eine gewisse Dampfbildung in der zusammengepreßten Schüttung des Ausgangsmaterials 4'und die Aushärtung des darin befindlichen Bindemittels bewirkt. Das Wär- meträgermedium, zum Beispiel ein Thermoöl, wird in einem Wärmetauscher 40 aufgeheizt und umgewälzt, so daß das gerade aufgeheizte Wärmeträ- germedium im Sinne des Pfeiles 41 am Beginn des ersten Abschnittes 3'zu- geführt und im Sinne des Pfeiles 42 am Ende des ersten Abschnittes wieder aus den Kanälen der Stützplatten 26,27 entnommen und in einem geschlos- senen Kreislauf in den Wärmetauscher 40 zurückgeführt wird. Der Wärme- tauscher kann, wie dargestellt, seinerseits durch ein in einem Heizaggregat 43 mit Heizregistern 44 aufgeheiztes weiteres Wärmeträgermedium beauf- schlagt werden, oder aber selbst die Heizung enthalten.

In dem hinteren, d. h. in Laufrichtung 16 der Bahn 4 nachfolgenden Abschnitt 3"der Preßstrecke 3 muß der Druck aufrechterhalten werden, bis das Bin- demittel ausgehärtet und der Dampfdruck ausreichend reduziert ist, da sonst die gerade gebildeten Bindungen in dem Bindemittel wieder aufreißen. Durch

die Stützplatten 26", 27"dieses Abschnittes wird ebenfalls ein Wärmeträ- germedium derart umgewälzt, das zu Beginn des Abschnittes 3"im Sinne des Pfeiles 51 zugeführt und am Ende des Abschnittes 3"im Sinne des Pfeiles 52 wieder entnommen wird.

Auch hier durchströmt das Wärmeträgermedium einen Wärmetauscher 50, in welchem ihm aber keine Wärme zugeführt, sondern im Gegenteil ein Teil der in dem ersten Abschnitt 3'zugeführten Wärme, die durch die Bewegung der Formbänder 1,2 der Rollenketten 3 und der Bahn 4 in den hinteren Abschnitt 3"gelangt ist, wieder entzogen wird. Die entzogene Wärme entspannt den Dampf und verringert so den Dampfdruck.

Die in dem Wärmetauscher 50 entzogene Wärme wird in einem in der Zeich- nung nur symbolisch angedeuteten Aggregat 53 genutzt, sei es zu Heiz- zwecken, sei es um an einer auf der linken Seite in der Zeichnung vorge- schalteten Stelle des Verfahrensablaufs zum Anwärmen der Partikel, zum Trocknen der Partikel, zum Erwärmen von Wasser und/oder Thermoöl oder für ähnliche Zwecke eingesetzt werden. Auf diese Weise wird die Wärmebi- lanz der Gesamtanlage verbessert und auch ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet, insofern das Austreten von Stoffen wie Formaldehyd und derglei- chen vermindert wird.

Die quer zur Bahn 4 in den Stützplatten ausgebildeten Kanäle können unter- schiedlich zu in Laufrichtung 16 aufeinanderfolgenden Gruppen verbunden sein. Die Hindurchleitung eines weiteren Wärmeträgermediums, welches nicht beheizt wird, durch den zweiten Abschnitt 3'kann also auch dann erfol- gen, wenn die Stützplatten 26,27 und die Rollenketten 30 über die gesamte Länge der Preßstrecke 3 durchgehend ausgebildet sind (vgl. Fig. 5).

In dem in Fig. 1 bis 4 dargestellten Ausführungsbeispielen jedoch sind die Abschnitte 3,3"nicht nur hinsichtlich ihrer Beschickung mit Wärmeträgerme- dium, sondern auch mechanisch voneinander getrennt. In dem ersten Ab- schnitt 3'liegen nämlich eigene Stützplatten 26', 27'einander oberhalb und

unterhalb der Bahn 4 gegenüber, die vom Einlauf bis zu einer Trennstelle 28 am Ende des ersten Abschnitts 3'reichen und von zugehörigen endlosen Rollenketten 30'umlaufen sind. An der Trennstelle 28 beginnen davon ge- trennte Stützplatten 26", 27", die bis zum Ende der Preßstrecke 3 bzw. des hinteren Abschnitts 3"reichen und von eigenen Rollenketten 30"umlaufen sind und einen Spalt 60, an der die Formbänder 1,2 aus dem ersten Ab- schnitt 3'in den hinteren Abschnitt 3"übergehen, bilden, dessen druckwirk- same Spaltbreite variierbar ist, wie weiter unten unter Bezugnahme auf Fig. 2 bis 4, die den Bereich A um die Trennstelle 28 in vergrößerter Darstellung zeigen, beschrieben werden soll.

Durch die Unterteilung verbleiben bei den Ausführungsformen gemäß Fig. 1 bis 4 die vorderen Rollenketten 30'ganz in dem ersten Abschnitt 3'und kön- nen keine Wärme in den hinteren Abschnitt 3"übertragen.

Die Wärme, die durch die Formbänder 1,2 und die Bahn 4 dennoch in den hinteren Abschnitt gelangt, wird zum Teil in den Wärmetauscher 50 dem die Stützplatten 26", 27"durchströmenden Wärmeträgermedium entzogen und einer Nutzung zugeführt.

Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, die eine erste konstruktive Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Doppelbandpresse zur Variierung der druckwirksamen Spaltbreite WB des Spaltes 60 schematisch darstellt, ist die Stützplatte 27" relativ zur Stützplatte 27'in Vorlaufrichtung 16 der Bahn 4 verlagerbar ange- ordnet, wie dies durch den Doppelpfeil 61 und die gestrichelt dargestellte Po- sition, die eine reduzierte druckwirksame Spaltbreite WB des Spaltes 60 zeigt, verdeutlicht werden soll. Der Verlagerung der Stützplatte 27"dienen in der Zeichnung nicht dargestellte hydraulisch betriebene Einrichtungen wie Kolben/Zylindereinheiten.

Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Stützplatten 27', 27"starr angeordnet. Zur Variierung der druckwirksamen Spaltbreite WB des Spaltes 60 ist ein Balken 62 vorgesehen, der wahlweise aus einer in Fig. 3

durchgezogen dargestellten Position außerhalb des Spaltes 60 in eine den Spalt 60 im wesentlichen ausfüllende und somit die druckwirksame Spalt- breite reduzierende Stellung verlagert werden kann, wie dies durch die ge- strichelt dargestellte Position und den Doppelpfeil 63 verdeutlicht werden soll. Der Verlagerung des Balkens 62 in Richtung des Doppelpfeiles 63 die- nen wiederum in der Zeichnung nicht dargestellte, hydraulisch betätigte Kol- ben/Zylindereinrichtungen.

Bei dem in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel kann die druckwirksame Spaltbreite WB des Spaltes 60 dadurch variiert werden, daß die einander zu- gewandten Endbereiche der Stützplatten 27', 27"wahlweise von der Bahn 4 fort oder zu dieser hin bewegt werden können, wie dies durch die Doppel- pfeile 64,65 und die gestrichelten Darstellungen verdeutlicht werden soll.

Hierzu sind die Stützplatten 27', 27"mit sich quer zur Vorlaufrichtung 16 der Bahn 4 erstreckenden Ausnehmungen 66,66'versehen, so daß mittels in der Zeichnung nicht dargestellter Antriebe-wiederum beispielsweise hy- draulisch betätigte Kolben/Zylindereinheiten-die Stützplatten 27', 27"im Be- reich der reduzierten Wandstärke elastisch verformt werden können.

In Fig. 5 ist die Ausbildung der Trennstelle 28 bei einer Doppelbandpresse schematisch dargestellt, bei der die Stützplatten 27', 27"einteilig ausgebildet sind, wie bereits weiter oben beschrieben wurde. Bei dieser Ausführungsform wird die druckvermindernde Wirkung des Spaltes 60 dadurch nachgebildet, daß die untere Stützplatte 27 drei Ausnehmungen 67,67', 67"aufweist, die in ihrer Ausprägung den Ausnehmungen 66,66'gemäß Fig. 4 im wesentli- chen entsprechen. Die Ausnehmungen 67,67', 67"bewirken, daß die untere Stützplatte 27 durch Ausüben einer Kraft in Richtung des Doppelpfeiles 68 derart elastisch verformbar ist, daß zwischen ihr und der oberen Stützplatte 26 wahlweise ein Dekomprimierungsbereich 69 unterschiedlicher Länge er- zeugt werden kann, der-wie oben erwähnt-eine druckreduzierende Wir- kung hat, die etwa derjenigen eines Spaltes zwischen getrennten Stützplat- ten entspricht.

Wie aus Fig. 6 und 7 entnehmbar ist, sind bei einer weiteren Ausführungs- form der Doppelbandpresse sowohl die unteren Stützplatten 27', 27" (wie auch bei der Ausführungsform gemäß Fig. 2), als auch die Stützplatten 26', 26"in Vorlaufrichtung 16 der Bahn relativ zueinander verschiebbar angeord- net, wie dies durch die Doppelpfeile 70 verdeutlicht werden soll. Der Ver- schiebung dienen zwei durch Elektromotoren 71,71'über Winkelgetriebe 72, 72'angetriebene Spindeln 73,73', die in entsprechende, in den Stützplatten vorgesehene Gewindebohrungen 74,74'eingreifen.

Wie ferner Fig. 7 verdeutlicht, ist eine Steuereinrichtung 75 vorgesehen, die die Leistung, die den Elektromotoren 71,71'zugeführt wird, in Abhängigkeit der mittels eines Detektors 76 erfaßten Feuchte des zu verpressenden Mate- rials, die ein Maß für den inneren Dampfdruck ist, steuert. Durch diese Aus- gestaltung kann die Breite des Spalts 60 im Sinne einer Vergleichmäßigung des Dampfdrucks während des laufenden Produktionsprozesses gesteuert werden. Es versteht sich, daß es ebenfalls möglich ist, anstatt der Steuerung einen Regelkreis im engeren Sinne vorzusehen, der einen Ist- /Sollwertvergleich umfaßt.

Im übrigen entspricht die Ausführungsform gemäß Fig. 6 und 7 derjenigen gemäß Fig. 1, auf deren Beschreibung insoweit verwiesen werden soll.

BEZUGSZEICHENLISTE 1 Formband 1'Trum 2 Formband 2'Trum 3 Preßstrecke 3', 3"Abschnitte 4 Bahn 4'Ausgangsmaterial 5 Trommel 6 Trommel 7 Tablett 11 Trommel 12 Trommel 16 Pfeil 17 Stützkonstruktion 18 Stützkonstruktion 19 Träger 20 Träger 26'26"Stützplatte 27', 27"Stützplatte 28 Trennstelle 30,30', 30"Rollenketten 40 Wärmetauscher 41 Pfeil 42 Pfeil 43 Heizaggregat 44 Heizregister 50 Wärmetauscher 51 Pfeil 52 Pfeil 53 Aggregat 60 Spalt 61 Doppelpfeil 62 Balken 63 Doppelpfeil 64 Doppelpfeil 65 Doppelpfeil 66,66'Ausnehmung 67,67', 67"Ausnehmungen 68 Doppelpfeil 69 Dekomprimierungs- bereich 70 Doppelpfeile 71,71'Elektromotoren 72,72'Winkelgetriebe 73,73'Spindeln 74,74'Gewindebohrungen 75 Steuereinrichtung 76 Detektor 100 Doppelbandpresse