FLAD, Axel (Forststrasse 15, Burladingen, 72393, DE)
BAUER, Wolfgang (Kirchtalstrasse 8, Kornwestheim, 70806, DE)
FLAD, Axel (Forststrasse 15, Burladingen, 72393, DE)
Ansprüche
1. Streckwerk zur Verfeinerung von Fasermaterial (22) mit wenigstens einer Riem- chen-Baugruppe, die eine Walze (24b), wenigstens einen mit Abstand von dieser angeordnetes, ortsfestes Umlenkelement (25b), ein erstes, über die Walze (24b) und das Umlenkelement (25b) gelegtes, zur Führung des Fasermaterials (22) bestimmtes Riemchen (26b) und ein Mittel zur Verbesserung der Gleiteigenschaften zwischen dem Umlenkelement (25b) und dem ersten Riemchen (26b) enthält, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel ein zweites, lose um das Umlenkelement (25b) geschlungenes Riemchen (33) enthält.
2. Streckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Riemchen (33) und das Umlenkelement (25b) eine reibungsarme Gleitpaarung bilden.
3. Streckwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Riemchen (33) und das erste Riemchen (26b) eine die Mitnahme des zweiten Riem- chens (33) durch das erste Riemchen (26b) fördernde Reibpaarung bilden.
4. Streckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Riemchen (26b) mit einer vorgewählten Spannung auf der Walze (24b) und dem Umlenkelement (25b) geführt ist.
5. Streckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Baugruppe eine obere, getriebene Walze (24b) aufweist und das erste Riemchen (26b) ein von dieser geführtes Oberriemchen ist.
6. Streckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Baugruppe mehrere Umlenkelemente (25a, 28) für dasselbe erste Riemchen (26a) aufweist und alle Umlenkelemente (25a, 28) von je einem lose zwischen ihnen und dem ersten Riemchen (26a) angeordneten, zweiten Riemchen (33) umschlungen sind.
7. Streckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass es als Doppelriemchen-Streckwerk ausgebildet ist und beide Riemchen (26a, 26b) über Umlenkelemente (25a, 25b) geführt sind, die von je einem zweiten Riemchen (33) umschlungen werden.
8. Streckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Riemchen (26b) und die Walze (24b) eine Reibpaarung mit hoher Reibung bilden.
9. Riemchen für ein Streckwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass es zumindest auf einer Innenseite mit einem Reibwert versehen ist, der mit ausgewählten Umlenkelementen (26a, 26b, 28) des Streckwerks eine reibungsarme Gleitpaarung bildet.
10. Maschenbildende Maschine, insbesondere Rundstrickmaschine, mit wenigstens einem Maschenbildungssystem und einem Streckwerk (9), mittels dessen dem Maschenbildungssystem ein verstrecktes Fasermaterial (4) zufuhrbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Streckwerk (9) nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8 ausgebildet ist. |
Streckwerk mit wenigstens einem Riemchen zur Verfeinerung von Fasermaterial und damit ausgerüstete maschenbildende Maschine
Die Erfindung betrifft ein Streckwerk der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Gattung und eine damit ausgerüstete maschenbildende Maschine.
Streckwerke dieser Art, die auch als Riemchen-Streckwerke bezeichnet werden, enthalten zur Führung des Fasermaterials wenigstens ein endloses Riemchen, das über eine Walze und ein stationäres Umlenkelement, die sog. Wendeschiene geführt ist. Meistens sind derartige Streckwerke als Doppelriemchen-Streckwerke ausgebildet, die ein auf einer Unterwalze umlaufendes Unterriemchen und ein mit diesem in Anlage befindliches, getriebenes, über eine Oberwalze laufendes Oberriemchen aufweisen. Allerdings sind auch Einriemchen-Streckwerke mit nur einem Riemchen bekannt. In den meisten Fällen ist es erwünscht, die Umlenkelemente bzw. deren Umlenkkanten dort, wo das Fasermaterial aus der Riemchen-Baugruppe austritt, mit einem möglichst kleinen Radius zu versehen, um sie dicht an die Klemmlinie eines nachfolgenden Paars von Streckwerksorganen heranführen zu können. Dieses nachfolgende Paar enthält in der Regel zwei Ausgangswalzen, die mit den die Riemchen aufweisenden Streckwerksorganen eine sog. Hauptverzugszone bilden und mit hoher Drehzahl umlaufen.
Wegen der gewünschten kleinen Umlenkradien und der kleinen Abstände der Um- lenkkanten zur Klemmlinie des nachfolgenden Paars von Streckwerksorganen sind die Umschlingungswinkel der Riemchen auf den Umlenkelementen mit bis zu etwas weniger als 180° vergleichsweise groß, weshalb sich zwangsläufig eine hohe Reibung zwischen den Riemchen und den feststehenden Umlenkkanten ergibt. Das gilt insbesondere dann, wenn die Riemchen über zusätzliche Spannvorrichtungen geführt werden, wie dies z. B. für die Unterriemchen häufig der Fall ist, und daher unter einer vorgewählten Vorspannung stehen.
Aus der beschriebenen Konstruktion eines Riemchenstreckwerks resultieren mehrere unerwünschte Eigenschaften.
Beispielsweise können insbesondere obere Riemchen wegen der schiebenden Wirkung der getriebenen Oberwalze im Bereich des Umlenkelements unter Bildung einer Beule verformt und auf einer Undefinierten Wegstrecke ballonartig vom Unterriemchen abgehoben werden. Dadurch wird die Faserqualität gerade in der Hauptverzugszone entscheidend beeinträchtigt, zumal die Verformung bzw. Ausbeulung des Oberriem- chens Schwankungen unterworfen ist.
Weiter hat die Schubwirkung insbesondere im Bereich des Umlenkelements des oberen Riemchens die nachteilige Folge, dass das Riemchen an der Umlenkstelle außer einem Reibungsprozess auch einem Walkprozess unterworfen wird. Dadurch tritt eine Erwärmung zumindest des Oberriemchens ein, die bei Hochleistungs-Streckwerken 60 ° C und mehr betragen kann, was mit einem beträchtlichen Energieverlust verbunden ist. Diese unerwünschte Wirkung könnte zwar durch Anwendung von Wendeschienen und Spannbügeln in Form von drehbaren Rollen reduziert werden (z. B. DE 10 2005 039 108 Al), doch wird auf derartige Rollen aus Kostengründen allgemein verzichtet. Stattdessen wird z. B. die Länge des Oberriemchens mit einem geringen übermaß im Vergleich zu der Hüllkurve eingestellt, die durch die das Riemchen führenden Umfangsabschnitte der getriebenen Walze und der zugehörigen Umlenkelemente festgelegt ist. Dadurch konnten bisher allerdings keine wesentlichen Vorteile im Hinblick auf die in erster Linie angestrebte Gleichförmigkeit des Fasertransports in der Hauptverzugszone erzielt werden.
Zur Vermeidung dieser Nachteile sind außerdem bereits zahlreiche weitere Vorschläge in Form von Mitteln bekannt geworden, die darauf abzielen, die Gleiteigenschaften zwischen stationär angeordneten Umlenkelementen und den Riemchen zu verbessern. Diese Mittel bestehen in der Regel aus Beschichtungen, die auf die Umlenkelemente gebracht werden und dadurch zwischen diesen und den Riemchen zu liegen kommen. Derartige Beschichtungen bestehen z. B. aus Polytetrafluorethylen in einer Nickelmatrix (DE 102 14 339 Al) oder aus einer oxidkeramischen Metallverbindung (DE 196 52 062 Al). Daneben sind Einrichtungen zum kontinuierlichen Einbringen eines Gleitmittels in die Berührungsflächen zwischen den Umlenkelementen und den
Riemchen bekannt (DE 42 Ol 220 Al). Alle diese Maßnahmen mögen zwar Vorteile im Hinblick auf eine Verbesserang der Reibungseigenschaften, der Standzeiten der Riemchen und des Energieverbrauchs mit sich bringen, haben jedoch den entscheidenden Nachteil, dass sie sehr kostenintensiv sind.
Schließlich ist es bekannt, die obere Ausgangswalze eines Streckwerks mit einer inneren und einer diese lose umgebenden Außenschicht zu versehen, die sich relativ zur Innenschicht bewegen kann (PCT WO 2004/057072), oder in den mittleren Kanal einer sog. Kanalwalze eine radial bewegliche Hülse einzulegen. Derartige Maßnahmen dienen aber nicht dem Zweck, die Gleiteigenschaften zwischen einem Umlenkelement und einem Riemchen zu verbessern, sondern vielmehr die üblichen weichen Beläge der schnell laufenden oberen Ausgangswalzen vor Verschleiß zu schützen oder den Anpressdruck der Riemchen an das Fasermaterial zu optimieren.
Die beschriebenen Nachteile machen sich insbesondere bei der Anwendung der Streckwerke in oder an Strickmaschinen, insbesondere an mit hohen Drehzahlen betriebenen Rundstrickmaschinen (z. B. PCT/WO 2004/079068 A2 und DE 10 2006 006 502 Al) bemerkbar, da hier sehr hohe Riemchengeschwindigkeiten erforderlich sind.
Der Erfindung liegt demgegenüber das technische Problem zugrunde, das Streckwerk der eingangs bezeichneten Gattung so auszubilden, dass mit vergleichsweise einfachen, kostengünstigen Mitteln eine wesentliche Verbesserang der Gleiteigenschaften im Bereich der Umlenkelemente herbeigeführt werden kann.
Gelöst wird dieses Problem durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 1 und 9.
Die Erfindung geht von der überlegung aus, dass das zweite, nur um das Umlenk- element geschlungene Riemchen beim Betrieb zwar automatisch vom ersten Riemchen mitgeschleppt wird, aber nicht mit dem zu verziehenden Fasermaterial in Berührung
kommt. Das zweite Riemchen kann daher im Wesentlichen ohne Rücksicht auf eine günstige Faserführung ausgebildet werden. Insbesondere ist es möglich, die Funktionen "Faserführung" und "Gleiteigenschaften" weitgehend voneinander zu trennen, indem z. B. das erste Riemchen wie bisher ausgebildet und das zweite Riemchen aus einem Material hergestellt wird, das mit dem Material des im Einzelfall vorhandenen Umlenkelements eine reibungsarme Gleitpaarung bildet. Dadurch wird vermieden, dass die Oberflächen der Umlenkelemente einer aufwendigen Spezialbehandlung unterworfen werden müssen. Außerdem kann das zweite Riemchen wie das erste Riemchen leicht auswechselbar im Streckwerk angeordnet und damit als Verschleißteil vorgesehen werden, was kostenmäßig nur geringe Auswirkungen hat. Weiterhin ist es bei Anwendung der zweiten Riemchen möglich, die ersten Riemchen ohne übermaß und ggf. sogar mit einer kleinen Vorspannung auf den zugehörigen Walzen und Umlenkelementen anzuordnen, weil die sonst unvermeidliche Zunahme der Reibung durch das Umlaufen bzw. den Schlupf des zweiten Riemchens auf dem Umlenk- element kompensiert wird. Außerdem ist es im Allgemeinen nicht erforderlich, besondere Maßnahmen im Hinblick auf die Gleitpaarung der beiden Riemchen zu treffen, da das zweite Riemchen beim Auftreten größerer Reibwerte automatisch vom ersten Riemchen mitgenommen wird, was für einen gleichmäßigen Umlauf des ersten Riemchens erwünscht ist.
Weitere vorteilhafte Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die Erfindung wird nachfolgend in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen an Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 schematisch eine Strickmaschine zur Verarbeitung von mit einem Streckwerk zugeführtem Fasermaterial;
Fig. 2 die für die Erfindung wesentlichen Baugruppen eines Streckwerks;
Fig. 3 eine perspektivische Seitenansicht einer erfindungsgemäß mit einem zweiten Riemchen versehenen Baugruppe des Streckwerks nach Fig. 2; und
Fig. 4 in einer auseinander gezogenen Darstellung die wesentlichen Teile der Baugruppe nach Fig. 3.
Fig. 1 zeigt grob schematisch in einem vertikalen Teilschnitt eine maschenbildende Maschine in Form einer Rundstrickmaschine 1 mit einem Nadelzy linder 2, in dem übliche Stricknadeln 3 verschiebbar gelagert sind, die an einer nachfolgend als Stricksystem bezeichneten Strickstelle mit Hilfe von nicht dargestellten Schloßteilen in eine zur Aufnahme von Fasermaterial 4 geeignete Aufnahmestellung bewegt werden können. Die Rundstrickmaschine 1 steht auf einem durch das Bezugszeichen 5 ange- deuteten Boden einer Halle bzw. eines Stricksaals. Von dem Hallenboden 5 aus kann eine Bedienungsperson die Strickmaschine 1 bedienen. Außerdem sind auf dem Hallenboden 5 mehrere Kannen 6 abgestellt, in denen aus Fasern bestehende Lunten 7 abgelegt sind.
Die Lunten 7 werden über Transportbänder 8 od. dgl. einem Streckwerk 9 zugeführt, das für die Bedienungsperson von einer oberhalb des Hallenbodens 5 angeordneten Arbeitsbühne 10 aus zugänglich ist. Jedem einer Vielzahl von Stricksystemen, von denen in Fig. 1 nur eines dargestellt ist, ist ein derartiges Streckwerk 9 zugeordnet, das in an sich bekannter Weise z. B. drei Paare von Streckwalzen 11 aufweist. Außerdem kann jedem Stricksystem bei Bedarf ein Hilfsfaden 12 zugeführt werden, der von einer Vorratsspule 14 abgezogen wird. Der Hilfsfaden 12 kann wahlweise entweder mit Hilfe eines Fadenführers direkt oder, wie Fig. 1 zeigt, über ein Ausgangswalzenpaar IIa des Streckwerks 9 dem Stricksystem zugeführt werden.
Ein aus dem Streckwerk 9 kommender, nicht dargestellter Faserverband, der aus im Wesentlichen unverdrehten, parallel zueinander angeordneten Stapelfasern besteht, wird mit Hilfe einer allgemein mit dem Bezugszeichen 15 bezeichneten Spinn- und Transportvorrichtung einem zugeordneten Stricksystem zugeführt. Die Transportvorrichtung 15 enthält wenigstens ein Drallorgan 16 und ein an dieses angeschlossenes Spinn- bzw. Transportrohr 17, wobei im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 wegen des vergleichsweise großen Abstandes der Rundstrickmaschine 1 vom Streckwerk 9 drei
Transporteinheiten, die je ein Drallorgan 16a, 16b, 16c und ein Tranportrohr 17a, 17b, 17c aufweisen, hintereinder geschaltet sind. Das in Transportrichtung des Fasermaterials 4 erste Drallorgan 16a ist unmittelbar hinter dem Ausgangswalzenpaar 1 Ia bzw. dem Austrittszwickel des Streckwerks 9 angeordnet, während das in Transportrichtung letzte Transportrohr 17c dicht bei Haken der am betreffenden
Stricksystem in die Faseraufnahmestellung ausgetriebenen Stricknadeln 3 endet. Hinter den Stricknadeln 3 kann ein Absaugelement 18 angeordnet sein, das z. B. an eine Zentralabsaugung 19 angeschlossen ist.
Die als Spinnvorrichtung ausgebildete Transportvorrichtung 15 bzw. jede aus Drallorgan 16 und Transportrohr 17 bestehende Transporteinheit dient in bekannter Weise dazu, den vom Streckwerk 9 abgegebenen Faserverband zunächst in ein temporäres Garn mit echten Drehungen umzuwandeln. Zu diesem Zweck wird dem Drallorgan 16 z. B. mit nicht dargestellten Mitteln Druck- bzw. Blasluft zugeführt, so dass es das in dem Austrittszwickel des Ausgangswalzenpaars IIa erscheinende Fasermaterial in das Transportrohr 17 hineinzieht und gleichzeitig auch durch das Transportrohr 17 hindurch in Richtung des betreffenden Stricksystems weiterleitet. Gleichzeitig werden im Transportrohr 17 Luftwirbel derart erzeugt, dass das von den Ausgangswalzen IIa kommende Fasermaterial nicht nur angesaugt, sondern auch zu dem temporären Garn versponnen wird, indem ihm eine Vielzahl von Umdrehungen erteilt werden, die das Fasermaterial gleichzeitig verdichten. Das temporäre Garn behält die Drehungen im Wesentlichen bis zum Ende des Transportrohrs 17 bei, worauf diese Drehungen dann bis zum Eintritt des Fasermaterials 4 in die Stricknadeln 3 wieder aufgelöst, d. h. auf Null abgebaut werden (Falschdrahteffekt). Daher tritt ein verdichtetes, aber nahezu ungedrehtes Fasermaterial 4 in die Stricknadeln 3 ein.
Rundstrickmaschinen der beschriebenen Art sind z. B. aus den Dokumenten PCT WO 2004/079 068 A2 und DE 10 2006 006 502 Al bekannt, die hiermit zur Vermeidung von Wiederholungen durch Referenz auf sie zum Gegenstand der vorliegenden Offen- barung gemacht werden.
Fig. 2 zeigt Einzelheiten des Streckwerks 9, das z. B. zur Verarbeitung von kurzen Fasern dient und in einer mit Pfeilen 21 angedeuteten Transportrichtung ein nur schematisch dargestelltes Fasermaterial 22 fördert. Das Streckwerk weist dazu drei in Transportrichtung hintereinander angeordnete Paare I, II und III von Streckwerks- organen auf.
Das erste Paar I enthält zwei Walzen 23a und 23b als Streckwerksorgane.
Das zweite Paar II enthält zwei Baugruppen, die als Streckwerksorgane je eine Walze 24a und 24b, je ein in Transportrichtung vor dieser Walze 24a, 24b liegendes, auch als Wendeschiene bezeichnetes, meistens aus einem stationären Stab bestehendes Umlenkelement 25a und 25b und je ein über die zugehörigen Walzen 24a, 24b und Umlenkelemente 25a, 25b geführtes Riemchen 26a und 26b aufweisen. Die Riemchen 26a, 26b dienen dem Zweck, das Fasermaterial 22 nach dem Verlassen der Walzen 24a, 24b bis zu einem Austrittsspalt 27 zu führen, der meistens eine einstellbare Maulweite aufweist. Das Riemchen 26a ist außerdem über ein als Spannelement ausgebildetes, weiteres Umlenkelement 28 geführt, um es mit einer gewünschten Vorspannung auf der Walze 4a und dem Umlenkelement 25a zu halten.
Das dritte Paar III enthält analog zum ersten Paar I zwei Walzen 29a und 29b als Streckwerksorgane .
Die beschriebenen Walzen 23, 24 und 29 der drei Paare I, II und III von Streckwerks- organen bilden zwischen sich übliche Klemmlinien. Im übrigen bilden die Paare I und II eine Vorverzugszone, indem die Umfangsgeschwindigkeiten der Walzen 23 und 24 z. B. so gewählt sind, dass ein Verzug des Fasermaterials 22 zwischen 5- und 15-fach erhalten wird. Dagegen wird das Fasermaterial 22 zwischen den Paaren II und III einem Hauptverzug unterworfen, der zu einer Streckung des Fasermaterials 22 z. B. um das 50-fache oder mehr und dadurch zu einer gewünschten Endfeinheit am Aus- trittsspalt der Walzen 29a, 29b führt.
Die Walzen 23a, 24a und 29a werden in an sich bekannter Weise zwangsweise angetrieben. Dazu dienen nicht gezeigte, auf ihren Wellen befestigte Zahnräder od. dgl. und mit diesen gekoppelte Antriebsmotoren. Dagegen werden die Walzen 23b, 24b und 29b lediglich durch Reibung von den Walzen 23a, 24a und 29a mitgenommen, indem sie wie üblich an einem nicht dargestellten Druckarm od. dgl. drehbar gelagert sind, der mit Hilfe einer Kraft, z. B. einer Federkraft, in Richtung der aus Fig. 2 ersichtlichen Pfeile F gegen die Walzen 23a, 24a und 29a gedrückt wird. An demselben Druckarm ist auch das Umlenkelement 25b montiert, so dass dieses und damit ein unteres Trum des Riemchens 26b gegen ein oberes Trum des Riemchens 26a gedrückt wird. Zu diesem Zweck kann das Umlenkelement 5b ein Bestandteil eines üblichen, schematisch angedeuteten Riemchenkäfigs 30 (Fig. 2) sein.
Aufgrund der aus Fig. 2 ersichtlichen Anordnung werden die zwangsweise angetriebenen, d. h. die treibenden Walzen 23a, 24a und 29a meistens als Unterwalzen und die von diesen durch Reibung mitgenommenen, getriebenen Walzen 23b, 24b und 29b als Oberwalzen bezeichnet. Entsprechend ist das Riemchen 26a ein Unterriemchen und das Riemchen 6b ein Oberriemchen. Infolgedessen werden in der nachfolgenden Beschreibung dieselben Bezeichnungen verwendet, obwohl im Prinzip auch die antreibenden Streckwerksorgane oben und die getriebenen Streckwerksorgane unten liegen könnten oder das Streckwerk der Fig. 2 in einer um 90° um die Transportrichtung 21 gedrehten Lage verwendet werden könnte.
Wie Fig. 2 weiter zeigt, wird das untere Trum des Oberriemchens 26b in dem Bereich zwischen der Walze 24b und dem Umlenkelement 25b häufig in der oben beschriebe- nen Weise verformt und mit einer Beule oder Wölbung 31 versehen, so dass es dort nicht mit dem unteren Trum des Unterriemchens 26a zusammenwirken kann. Weiter zeigt Fig. 2, dass die Umlenkung der Riemchen 26a, 26b in einem vergleichsweise großen Abstand von der Klemmlinie der Walzen des dritten Paars III erfolgt. Mit anderen Worten ragt der Austrittsspalt 27 des Riemchenpaars nur sehr wenig in einen am Eingang der Walzen 29a, 29b bestehenden Zwickel 32 hinein, wodurch sich im Fasermaterial 22 ein pulsierendes Reibfeld einstellen kann, das an einer der Klemm-
linie der Walzen 29a, 29b nahen Stelle am größten ist und von dort in Richtung des anflutenden Fasermaterials 22 ständig abnimmt. Dieses sich ändernde (pulsierende) Reibfeld wird als Ursache für Transversalschwingungen im Fasermaterial 22 und einen ungleichförmigen Fasereinzug durch die Walzen 29a und 29b angesehen. Schließlich unterliegen die Riemchen 26a, 26b im Bereich der betreffenden Umlenkelemente 25a, 25b nicht nur der Reibung, sondern auch einer Walkung, die um so stärker ist, je kleiner der Radius der Umlenkelemente 25a, 25b im Bereich der wirksamen Umlenkkante ist.
Streckwerke der beschriebenen Art sind allgemein bekannt und brauchen dem Fachmann daher nicht näher erläutert werden.
Erfindungsgemäß werden die beschriebenen und andere Probleme bekannter Streckwerke dadurch vermieden, dass zwischen dem üblichen (ersten) Riemchen und dem zugehörigen Umlenkelement ein Mittel zur Verbesserung der Gleiteigenschaften angeordnet ist. Dieses Mittel enthält, wie Fig. 3 für die die Oberwalze 24b, das Umlenkelement 25b und das Oberriemchen 26b aufweisende Baugruppe zeigt, erfindungsgemäß ein zweites Riemchen 33. Das zweite Riemchen 33 ist zwischen dem ersten Riemchen 26b und dem Umlenkelement 25b angeordnet und lose nur um das Umlenkelement 25b geschlungen. Es liegt außerdem vorzugsweise nur dort auf dem Umlenkelement 25b auf, wo es vom ersten Riemchen 26b gegen dessen Umfangs- fläche gedrückt wird. Unter der Bezeichnung "lose" wird dabei verstanden, dass das zweite Riemchen 33 nicht an dem Umlenkelement 25b befestigt ist, sondern auf dem Um-lenkelement 25b lediglich aufliegt und relativ zu diesem eine leichtgängige um- laufende Bewegung in Pfeilrichtung (Fig. 3) ausüben kann. In einem hinteren, unbelasteten Bereich des Umlenkelements 25b kann sich dagegen zwischen dessen Umfangsfiäche und dem zweiten Riemchen 33 ein Zwischenraum 34 ergeben, längs dessen das zweite Riemchen 33 mit einem gewissen Abstand vom Umlenkelement 25b angeordnet ist. Dieser Zwischenraum 34 wird natürlich so gering gewählt, dass die sich bildende, nicht auf dem Umlenkelement 25b aufliegende Schlaufe des zweiten Riemchens 33 die gewünschte Funktion der aus Fig. 3 ersichtlichen Baugruppe nicht
behindert und beim Betrieb vorzugsweise nur in dem vom ersten Riemchen 26b umschlossenen und zwischen der Walze 24b und dem Umlenkelement 25b befindlichen Raum angeordnet ist.
Das Material, aus dem das zweite Riemchen 33 hergestellt ist, wird erfindungsgemäß zweckmäßig so gewählt, dass das zweite Riemchen 33 und das Umlenkelement 25b im Bereich ihrer Berührungsflächen eine reibungsarme Gleitpaarung bilden. Dadurch wird sichergestellt, dass das zweite Riemchen 33 auch dann sehr leichtgängig auf dem Umlenkelement 25b und relativ zu diesem umlaufen kann, wenn seine Länge im Wesentlichen der Länge der Umfangsfläche des Umlenkelements 25b entspricht. Sind die Gleiteigenschaften extrem gut, kann das zweite Riemchen auch ohne den Zwischenraum 34 und sogar mit einer geringen elastischen Vorspannung auf dem Umlenkelement 25b angeordnet sein, ohne dass dadurch sein leichtgängiger Umlauf bzw. sein Schlupf relativ zum Umlenkelement 25b beeinträchtigt wird. Eine weitere Variante könnte darin bestehen, das zweite Riemchen 33 zusätzlich über ein zweites, im Zwischenraum 34 angeordnetes Umlenkelement zu führen und ggf. dadurch leicht vorzuspannen. Außerdem können die Umlenkwinkel 25c am vorderen Ende der Umlenkelemente 25b um so größer gewählt und mit um so kleineren Umlenkradien ausgebildet werden, je besser die Gleiteigenschaften zwischen dem zweiten Riemchen 33 und dem Umlenkelement 25b im Einzelfall sind.
Nach einem besonders vorteilhaften Ausführungsbeispiel der Erfindung wird vorgesehen, das erste Riemchen zumindest auf seiner Innenseite und das zweite Riemchen zumindest auf seiner Außenseite so auszubilden, dass dadurch eine Reibpaarung entsteht, die beim Betrieb eine automatische Mitnahme des zweiten Riemchens durch das erste Riemchen in Pfeilrichtung (Fig. 3) fördert. Das kann z. B. dadurch erreicht werden, dass das erste Riemchen 26b mit einer gewissen Spannung auf der Walze 24b und dem Umlenkelement 25b geführt wird. Alternativ kann das erste und/oder zweite Riemchen 26b, 33 mehrschichtig ausgebildet und an den beiden entgegengesetzten Wirkflächen mit unterschiedlichen Reibwerten versehen sein. In der Regel dürfte es jedoch ausreichen, was auch aus Kostengründen bevorzugt wird, für das erste
Riemchen 26b übliche Riemchenmaterialien zu verwenden. Derartige Materialien sind z. B. mit einer rauhen Oberfläche versehen, um einerseits eine gute Führung der Fasern, andererseits im Zusammenwirken mit der Walze 24b eine ausreichend hohe Gleitreibungszahl zu erhalten, die für einen schlupffreien Transport des ersten Riemchens 26b in Transportrichtung 21 sorgt. Dadurch bilden das erste Riemchen 26b und das zweite Riemchen 33 normalerweise auch dann eine die Mitnahme des zweiten Riemchens 33 bewirkende Reibpaarung, wenn das zweite Riemchen 33 durchgehend aus einem Material besteht, das mit einem guten Gleitsitz auf dem Umlenkelement 25b umlaufen kann. Der zur Verbesserung der Gleiteigenschaften erfindungsgemäß vor- gesehene Schlupf des zweiten Riemchens 33 auf dem Umlenkelement 25b ergibt sich daher auch bei Anwendung herkömmlicher Materialien für das erste Riemchen 26b.
Die anhand der Fig. 3 beschriebene Baugruppe enthält die getriebene Oberwalze 24b und das getriebene Riemchen 26b. Mit demselben Vorteil könnte alternativ oder zusätzlich auch die aus Fig. 2 ersichtliche, die treibende Unterwalze 24a und das treibende Riemchen 26a aufweisende Baugruppe mit einem entsprechend Fig. 3 ausgebildeten und angeordneten zweiten Riemchen versehen sein, das um das Umlenkelement 25a geschlungen ist. Sind mehrere Umlenkelemente für dasselbe Riemchen vorhanden, z. B. die Umlenkelemente 25a und 28 in Fig. 2 für das Riemchen 26a, dann werden vorzugsweise alle Umlenkelemente 25a, 28 usw. mit je einem zweiten Riemchen 33 entsprechend Fig. 3 umhüllt. Weiter ist klar, dass das zweite Riemchen auch bei Einriemchen-Streckwerken angewendet werden kann und die Erfindung auch ein Riemchen umfasst, das entsprechend dem Riemchen 33 ausgebildet und zumindest auf seiner Innenseite mit einem Reibwert versehen ist, der mit ausgewählten Umlenk- elementen eines Streckwerks (z. B. Fig. 2 und 3) eine besonders reibungsarme
Gleitpaarung bildet, die den gewünschten Schlupf des zweiten Riemchens 33 auf dem Umlenkelement ermöglicht.
Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt, das auf vielfache Weise abgewandelt werden könnte. Das gilt insbesondere für die spezielle Form des zweiten Riemchens 33, das z. B. eine Breite hat, die genauso groß wie die
Breite des ersten Riemchens 26b ist, aber auch größer oder kleiner als diese sein kann. Auch die Form des im Einzelfall vorhandenen Umlenkelements 25a, 25b, 28 ist vergleichsweise unbedeutend, wie Fig. 2 zeigt. Insbesondere können die Umlenkelemente 25a, 25b auch so angeordnet und ausgebildet sein, dass die Maulweite der Riemchen 26a, 26b im Bereich des Austrittsspalts 27 stufenlos und reproduzierbar eingestellt werden kann. Ferner ist die Erfindung nicht auf Streckwerke mit drei Paaren I, II und III von Streckwerksorganen beschränkt, sondern kann insbesondere auch bei Streckwerken mit nur zwei oder mit vier oder mehr Paaren von Streckwerksorganen angewendet werden. Außerdem eignet sich die Erfindung nicht nur für Streckwerke, wie sie in der Spinnereitechnik allgemein angewendet werden, sondern auch für solche, wie sie neuerdings zum Spinnstricken zur Anwendung kommen (z. B. PCT WO 2004/079068), insbesondere in Verbindung mit maschenbildenden Maschinen wie z. B. schnell laufenden Rundstrickmaschinen, in denen die beschriebenen Streckwerke dazu dienen, den Stricknadeln od. dgl. einen verstreckten Faserverband anstelle eines üblichen Garns zuzuführen. Das gilt natürlich auch dann, wenn den Streckwerken 9 abweichend von Fig. 1 eine auf einer Vorratsspule befindliche Flyerlunte anstatt eines in einer Kanne 6 abgelegten Faserbandes zugeführt wird. Schließlich versteht sich, dass die verschiedenen Merkmale auch in anderen als den beschriebenen und dargestellten Kombinationen angewendet werden können.
