REINKE, Wilfried (Bürgereschstr. 78, Oldenburg, 26123, DE)
VAN ZOEST, Ralf (Alt-Rühlertwist 84, Twist, 49767, DE)
POKRIEFKE, Michael (Im Bienenstock 11, Hude, 27798, DE)
REINKE, Wilfried (Bürgereschstr. 78, Oldenburg, 26123, DE)
VAN ZOEST, Ralf (Alt-Rühlertwist 84, Twist, 49767, DE)
| Patentansprüche
1. Gezogenes landwirtschaftliches Arbeitsgerät, insbesondere Bodenbearbeitungs- und/oder Sägerät, mit einem sich über auf dem Boden abrollenden Stützelementen abstützenden und eine Zugdeichsel aufweisenden Zentralrahmen, wobei an dem Zentralrahmen die Bodenbearbeitungs- und/oder Säelemente tragenden Geräterahmen angeordnet sind, wobei die Bodenbearbeitungs- und/oder Säelemente jeweils einen mittels eines Gelenkes höhenbeweglich am Rahmen angeordneten Haltarm aufweisen, wobei an dem Haltearm jeweils zumindest ein Bodenbearbeitungs- und/oder Säschar und eine zugeordnete Tiefenführungsrolle angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Schare (10) gegenüber dem Haltearm (11) und der Rolle (14) in Höhenrichtung einziehbar und/oder einschwenkbar angeordnet und mittels einer motorischen Stelleinrichtung (22) entsprechend betätigbar sind.
2. Arbeitsgerät nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Tiefenführungsrollen (14) jeweils mittels einer Gelenkanordnung (15), deren Gelenkachse (16) aufrecht verläuft und sich beabstandet zur horizontalen Drehachse (17) der Rolle (14) befindet, an den Haltearmen (11 ) angeordnet ist.
3. Verfahren zum Einsatz eines Arbeitsgerätes nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass zum Wenden am Feldende mittels einer motorischen Stellvorrichtung (22) die Bodenbearbeitungs- und/oder Säschare (10) durch Einziehen oder Einschwenken beabstandet zum Boden (23) bringbar sind und nach dem Wenden am Feldende durch herausbewegen oder herausschwenken wieder in den Boden (23) bringbar sind, und dass die Tiefenführungsrollen (14) beim Wenden am Feldende weiterhin auf der Bodenoberfläche (23) abrollen. |
Gezogenes landwirtschaftliches Arbeitsgerät
Die Erfindung betrifft ein gezogenes landwirtschaftliches Arbeitsgerät gemäß des Oberbegriffes des Patentanspruches 1.
Derartige gezogene landwirtschaftliche Arbeitsgeräte sind bekannt. Sie sind entweder als Bodenbearbeitungs- oder Sägeräte ausgebildet und weisen in der Regel eine relativ große Arbeitsbereite von 12m und mehr auf. Diese Arbeitsgeräte stützen sich bei der Arbeit auf dem Felde sowohl über sich auf dem Boden abstützenden Stützelementen, die das Fahrwerk bilden, sowie über die Zugdeichsel an dem Zugfahrzeug ab. Wenn der Geräterahmen mit dem Bodenbarbeitungs- und/oder Säelement zum Wenden am Feldende ausgehoben und nicht eingeklappt wird, kommt es häufig zu der Situation, dass keine genügende Stützkraft mehr an der Zugdeichsel herrscht, so dass ein unsicheres Wendemanöver die Folge ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein einfaches Wenden am Feldende auch mit relativ leicht gebauten Anbaugeräten in einfacher Weise zu ermöglichen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Säschare gegenüber dem Haltearm und der Rolle in Höhenrichtung einziehbar und/oder einschwenkbar angeordnet und mittels einer motorischen Stelleinrichtung entsprechend betätigbar sind. Infolge dieser Maßnahme können in einfacherweise mittels der motorischen Stelleinrichtung die Schare aus dem Boden gezogen bzw. herausgeschwenkt werden, während die Tiefenführungsrollen weiterhin auf dem Boden rollen und somit weiterhin die Schare und Haltearme tragen.
Damit ein möglichst einfaches Wenden des Gerätes und eine Beschädigung der Tiefenführungsrollen beim Wenden vermieden wird, ist vorgesehen, dass die Tiefenführungsrollen jeweils mittels einer Gelenkanordnung, deren Gelenkachse aufrecht verläuft und sich beabstandet zur horizontalen Drehachse der Rolle befindet, an den Haltearmen angeordnet ist. Infolge dieser Maßnahmen sind die Tiefenführungsrollen um eine aufrechte Achse frei pendelnd aufgehängt und können somit sich je nach Erfordernis beim Wendevorgang selbsttätig ausrichten.
Um den Wendevorgang in einfacher Weise zu ermöglichen bzw. nach Durchführung des Wendevorganges die Säschare wieder in den Boden zu bringen, ist erfindungsgemäß vor-
gesehen, dass zum Wenden am Feldende mittels einer motorischen Stellvorrichtung die Bodenbearbeitungs- und/oder Säschare durch Einziehen oder Einschwenken beabstandet zum Boden bringbar sind und nach dem Wenden am Feldende durch herausbewegen oder herausschwenken wieder in den Boden bringbar sind, und dass die Tiefenführungsrollen beim Wenden am Feldende weiterhin auf der Bodenoberfläche abrollen.
Weitere Einzelheiten der Erfindung sind der Beispielsbeschreibung und den Zeichnungen zu entnehmen. Hierbei zeigen
Fig. 1 das gezogene landwirtschaftliche Arbeitsgerät in Arbeitsstellung in Seitenansicht und Prinzipdarstellung,
Fig. 2 den Geräterahmen mit sich im Bodeneingriff befindlichen Säscharen in Seitenansicht und vergrößertem Maßstab,
Fig. 3 das gezogene landwirtschaftliche Arbeitsgerät in Wendestellung in Seiteansicht und Prinzipdarstellung und
Fig. 4 den Geräterahmen mit sich außer Bodeneingriff befindlichen Säscharen in
Seitenansicht und vergrößertem Maßstab in Wendestellung.
Das gezogene landwirtschaftliche Arbeitsgerät ist als Sägerät, insbesondere zum Einsatz für die Direkt- und Mulchsaat ausgebildet. Das Sägerät weist den Zentralrahmen 1 auf, der auf seiner Rückseite 2 ein Fahrwerk 3 aufweist, welches auf dem Boden abrollende Stützelementen, die als Laufräder 4 ausgebildet sind, aufweist. An der Vorderseite 5 des Zentralrahmens 1 ist eine schwenkbare Zugdeichsel 6, die im Ausführungsbeispiel in zwei Unterlenker eines landwirtschaftlichen Zugfahrzeuges eingehängt werden kann, angeordnet. Auf der Rückseite sind an dem Zentralrahmen zueinander einklappbare Seitenrahmen 7 eines Geräterahmens 8 angeordnet, an denen die als Säelemente 9 ausgebildeten Säschare 10 angeordnet sind. Es ist auch möglich, an dem Geräterahmen Bodenbearbeitungselemente anzuordnen. Die Säelemente 9 weisen einen Haltearm 11 auf, der mittels eines Gelenkes 12 höhenbeweglich am Rahmen 7 angeordnet sind. An dem freien hinteren Ende 13 des Haltearmes 11 ist eine Tiefenführungsrolle 14 mittels einer Gelenkanordnung 15, deren Gelenkachse 16 aufrecht verläuft und sich beabstandet zur horizontalen Drehachse 17 der Rolle 14 befindet, angeordnet. Hierdurch ist die Tiefenführungsrolle 14 frei schwenkbar in Form eines Pendelrades an den jeweiligen Haltearm 11 angeordnet. Vor der Tiefenführungsrolle
14 ist an dem Haltearm 11 mittels eines Gelenkes 18 das Säschar 10 um eine quer zur Fahrtrichtung 19 verlaufende Achse 20 schwenkbar angeordnet. Zwischen dem Säschar 10 und dem Haltearm 11 bzw. mit dem Haltearm 11 starr verbundenen Hebel 21 ist eine als Hydraulikzylinder 22 ausgebildete motorische Stelleinrichtung angeordnet. Mittels dieses Hydraulikzylinders 22 ist das Säschar 10 gegenüber dem Haltearm 11 und der Rolle 14 in Höhenrichtung einziehbar bzw. einschwenkbar angeordnet, wie die Zeichnungen zeigen.
Die Funktionsweise des landwirtschaftlichen Gerätes bezüglich des Wendevorganges am Feldende ist folgende:
Zum Wenden am Feldende werden über eine nicht dargestellte Betätigungseinrichtung die Hydraulikzylinder 22 betätigt, so dass sie ausfahren und die Säschare 10 entsprechend Fig. 3 und 4 nach hinten schwenken. Hierdurch werden die Säschare 10 eingezogen, d.h. aus dem Boden herausgezogen und nach hinten geschwenkt, so dass die Scharspitze des Sä- schares 10 einen entsprechenden Abstand zur Bodenoberfläche 23 aufweist, wie die Fig. 3 und 4 zeigen. Während des Wendevorganges laufen die Tiefenführungsrollen 14 weiterhin auf der Bodenoberfläche 23 und tragen das Gewicht der Säschare 10 und der Haltearme 11. Aufgrund der frei schwenkbaren Anordnung der Tiefenführungsrollen 14 durch die eine horizontale Drehachse 16 aufweisenden Gelenkanordnungen 15 können die Tiefenführungsrollen 14 der natürlichen Schwenk- und Wendebewegung des Arbeitsgerätes am Feldende in einfacher Weise folgen. Nach dem Wendevorgang am Feldende wird über die Betätigungseinrichtung wiederum der Hydraulikzylinder 22 derart beaufschlagt, dass die Säschare 10 in Richtung des Bodens bewegt bzw. herausgeschwenkt werden und so wieder in Bodeneingriff, wie Fig. 1 und 2 zeigen zu bringen sind. Durch das weitere Abrollen der Tiefenführungsrollen 14 auf dem Boden 23 beim Wendevorgang am Feldende wird das Gewicht der Schare 10 von diesen Tiefenführungsrollen 14 getragen, so dass die von den Tiefenführungsrollen 14 getragene Last sich nicht als auf die Zugdeichsel Verringerung der Stützlast auswirkendes Drehmoment nicht auswirkt.
