Eberhard, Helmut (Fuggaberg 59a, St. Josef, A-8503, AT)
| 1. | Bohrer, insbesondere Forstnerbohrer oder Kunstbohrer, mit einem Bohrschaft und einem Schneidkopf, welcher einen zentralen Dorn aufweist, von dem aus sich eine erste und eine zweite Stirnschneide radial in zueinander entgegengesetzter Anstellrichtung nach außen erstrecken, wobei an den umfangseitigen Enden der ersten und der zweiten Stirnschneide jeweils eine den Umfang des Schneidkopfes begrenzende, hohlzylindersegmentartige Wand mit einer Umfangschneide anschließt, die an ihrem von der Stirnschneide entfernten Ende einen jeweils zur anderen Stirnschneide sich öffnenden, den Bohrkopf durchdringenden Spanraum begrenzt, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Umfangschneiden (8) zumindest teilweise entlang ihres Verlaufes wellenförmige Vertiefungen (13) und Erhebungen (14) aufweisen. |
| 2. | Bohrer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die wellenförmigen Vertiefungen (13) und Erhebungen (14) durch Wellenschliff gebildet sind. |
| 3. | Verfahren zur Herstellung eines Bohrers, insbesondere eines Forstnerbohrers oder eines Kunstbohrers, dadurch gekennzeichnet, daß in die Umfangschneiden (8) des gehärteten Bohrkopfes entlang ihres Verlaufes wellenförmige Vertiefungen (13) und Erhebungen (14) hartgefräst werden. |
| 4. | Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in die Umfangschneiden (8) ein Wellenschliff hartgefräst wird. |
Bohrer dieser Art sind Massenprodukte, die für den Einsatz in Hand-, Ständer- , Dübel-oder Reihenbohrmaschinen vorgesehen sind und in großer Stückzahl produziert und vertrieben werden. Es können damit Bohrungen mit relativ großem Durchmesser in verschiedensten Materialien, von kunststoffbeschichteten Spanfaserplatten, verleimten Holzplatten bis zu Acrylglasplatten und anderen Grundwerkstoffen gebohrt werden. Der Nachteil bisher bekannter Bohrer liegt in den relativ hohen Bohrkräften bzw. Drehmomenten, die von den Bohrmaschinen aufgebracht werden müssen, da die Stirnschneiden und die Umfangschneiden mit ihren geraden Kanten einen hohen Materialwiderstand überwinden müssen.
Die Umfangschneiden solcher bekannten Bohrer neigen dazu, sich aufgrund der hohen Belastung während des Bohrvorganges zu überhitzen, was durch ein Blau- Anlaufen ersichtlich wird. Es kann dadurch zu einer dauerhaften Schädigung des Bohrers kommen. Zur Vermeidung dieses Überhitzungseffektes sind Umfangschneiden mit zahnähnlicher Ausbildung eingesetzt worden. Diese verursachen jedoch eine unsaubere Führung des Bohrers und es kommt zum Ausreißen des Bohrloches.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Bohrer der eingangs genannten Art anzugeben, mit dessen Hilfe der Wirkungsgrad der für eine durchzuführende Bohrung aufgewandten Energie erhöht werden kann bzw. mit dem Bohrungen unter Anwendung geringer Bohrkräfte ausgeführt werden können, wobei die Materialbelastung des Bohrers relativ gering gehalten wird.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß die beiden Umfangschneiden zumindest teilweise entlang ihres Verlaufes wellenförmige Vertiefungen und Erhebungen aufweisen.
Durch die wellenförmig gestalteten Umfangschneiden, die als gezogene Vorschneider wirken, wird die bei bekannten Umfangschneiden auftretende ständige Reibung innerhalb des Bohrmaterials auf eine mehr oder wenige punktförmige Reibung herabgesetzt und dadurch ein permanentes Reiben vermieden. Auf diese Weise ist ein geringeres Drehmoment der Bohrmaschine für das Ausführen einer Bohrung erforderlich, weswegen der Bohrer wesentlich leichter z. B. in das Holz eindringt.
In weiterer Ausbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, daß die wellenförmigen Vertiefungen und Erhebungen durch Wellenschliff gebildet sind.
Durch die Ausbildung eines Wellenschliffes auf der Umfangschneide wird eine sehr saubere Schnittführung des Bohrers gewährleistet und ein Ausreißen der Bohrung vermieden.
Weiters betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines Bohrers, insbesondere eines Forstnerbohrers oder eines Kunstbohrers.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine automatisierte Bearbeitung der Umfangschneiden eines Bohrers auf technisch einfache und präzise Weise zu ermöglichen.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß in die Umfangschneiden des gehärteten Bohrkopfes entlang ihres Verlaufes wellenförmige Vertiefungen und Erhebungen hartgefräst werden.
Nach dem Härten des Bohrer-Rohlings wird der Bohrschaft geschliffen und anschließend werden die Erhebungen und Vertiefungen, insbesondere unter Ausbildung eines Wellenschliffes, mit einem Hartfräser hartgefräst. Auf diese Weise kann eine sehr genaue Gestaltung der Umfangschneiden erreicht werden.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand des in den beigeschlossenen Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels eingehend erläutert. Es zeigt dabei Fig. 1 eine Stirnansicht einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bohrers ; Fig. 2 eine Seitenansicht des Bohrers gemäß Fig. 1 ; Fig. 3 eine gegenüber der Darstellung in Fig. 2 um 90° gedrehte Ansicht und Fig. 4 ein Detail der in Fig. 3 gezeigten Ansicht.
Fig. 1 und Fig. 2 zeigen einen Forstnerbohrer, der sich im wesentlichen aus einem Bohrschaft 2, der zum Einspannen in ein Bohrfutter dient, und aus einem Schneidkopf 4 zusammensetzt. Der Schneidkopf 4 weist einen vorstehenden zentralen Dorn 1 auf, von dem aus sich eine erste und eine zweite Stirnschneide 100,100'radial in zueinander entgegengesetzter Anstellrichtung nach außen erstrecken. Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 ist der zentrale Dorn pyramidenartig zugespitzt, wodurch ein präzises Aufsetzen des Bohrers auf eine Markierung für ein Bohrloch ermöglicht wird. Dabei dringt der Dorn 1 soweit in das zu bohrende Material ein, daß ein Verrutschen des Bohrers bei Inbetriebnahme der Bohrmaschine verhindert wird.
An den umfangseitigen Enden der ersten und der zweiten Stirnschneide 100, 100'schließt jeweils eine den Umfang des Schneidkopfes 4 begrenzende, hohlzylindersegment-artige Wand 10 mit einer Umfangschneide 8 an, die an ihrem von der Stirnschneide entfernten Ende einen jeweils zur anderen Stirnschneide sich öffnenden, den Bohrkopf durchdringenden Spanraum 7 begrenzt. Von den Stirnschneiden 100,100'verläuft eine jeweils zur anschließenden Wand 10 hin abfallende Fläche 12.
Um eine Überhitzung der Umfangschneiden 8 zu vermeiden, ist vorgesehen, daß die beiden Umfangschneiden 8 entlang ihres Verlaufes wellenförmige Vertiefungen 13 und Erhebungen 14 aufweisen. Diese können auch nur entlang von Teilbereichen der Umfangschneiden 8 verlaufen.
Vorzugsweise sind die wellenförmigen Vertiefungen 13 und Erhebungen 14 durch Wellenschliff gebildet sind.
Die Erfindung kann auf einen Forstnerbohrer, einen Kunstbohrer oder einen ähnlichen Holzbohrer angewandt werden.
Die Herstellung des erfindungsgemäßen Bohrers geht in folgenden Schirtten vor sich.
1) Schmieden des Rohlings, gegebenenfalls Brünieren 2) Härten 3) Schleifen des Bohrschafts 4) Hartfräsen der Erhebungen/Vertiefungen bzw. des Wellenschliffes aus dem gehärteten Bohrkopf.
Next Patent: IMPACT RESISTANT SUBSTRATE PARTICLEBOARD AND COMPOSITE MATERIAL USING SAME
