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Title:
DRILL HEAD, AND DRILL SYSTEM COMPRISING SAID DRILL HEAD
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/170847
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a drill head (100) which can be rotated about a rotational axis (S) during operation and the effective drill diameter (D0, D1, D2) of which can be expanded, comprising a main part (2) which comprises an end face (4) equipped with at least one guide tool (3) and comprising at least one expanding arm (5) which is coupled to the main part (2) in a pivotal manner about a pivot axis (W) and which can be pivoted between a retracted position and a first deployed position that expands the effective drill diameter by a first amount (D1). The at least one expansion arm (5) comprises an active side (8) equipped with at least one cutting tool (7). In the retracted position of the at least one expansion arm (5), the active side (8) and the end face (4) of the main part (2) lie at least virtually on one plane (E), and in the first extended position of the at least one expansion arm (5), the active side (8) extends from the end face (4) of the main part (2) in the direction of the rotational axis (S) at least virtually without an edge offset.

Inventors:
WALLRAFEN, Bernd (Corneliusstrasse 66, Geilenkirchen, 52511, DE)
KLEINEN, Torsten (Childrichstrasse 9, Erkelenz, 41812, DE)
SCHMITZ, Willi Theo (Am Sandberg 6, Wassenberg, 41849, DE)
Application Number:
EP2019/055816
Publication Date:
September 12, 2019
Filing Date:
March 08, 2019
Export Citation:
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Assignee:
MHWIRTH GMBH (71-73, Kölner Strasse, Erkelenz, 41812, DE)
International Classes:
E21B10/32
Attorney, Agent or Firm:
ZACCO NORWAY AS (2003 Vika, Haakon VII's gate 2, 0125 OSLO, 0125, NO)
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Claims:
Patentansprüche:

1. Bohrkopf (100), der im Betrieb um eine Drehachse (S) rotierbar und der hin- sichtlich seines wirksamen Bohrdurchmessers (Do, Di, D2) erweiterbar ist, mit einem Grundkörper (2), der eine mit mindestens einem Schneidwerkzeug

(3) bestückte Stirnseite (4) umfasst,

und mit mindestens einem Erweiterungsarm (5), der mit dem Grundkörper (2) um eine Schwenkachse (W) schwenkbar gekoppelt und zwischen einer rückge- zogenen Position und einer den wirksamen Bohrdurchmesser um einen ersten Betrag (Bi) erweiternden, ersten ausgerückten Position verschwenkbar ist, wobei der mindestens eine Erweiterungsarm (5) eine mit zumindest einem Schneidwerkzeug (7) bestückte Wirkseite (8) umfasst,

dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkseite (8) in der zurückgezogenen

Position des mindestens einen Erweiterungsarms (5) mit der Stirnseite (4) des

Grundkörpers (2) zumindest nahezu auf einer Ebene (E) liegt,

und dass sich die Wirkseite (8) in der ersten ausgerückten Position des min- destens einen Erweiterungsarms (5) in Richtung der Drehachse (S) zumindest nahezu stufenversatzfrei von der Stirnseite (4) des Grundkörpers (2) er- streckt.

2. Bohrkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Erweiterungsarm (5) in einer dem wirksamen Bohrdurchmesser um einen zweiten Betrag (B2) erweiternde, zweite ausgerückte Position verschwenkbar ist.

3. Bohrkopf nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkseite (8) des mindestens einen Erweiterungsarms (5) zur Stirnseite (4) des Grundkörpers (2) in der ersten und/oder zweiten ausgerückten Position einen Winkel (a) zwischen 20° und 45°, von der Stirnseite (4) zum Grundkör- per (2) hingeneigt, aufweist.

4. Bohrkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schließelement (17) vorgesehen ist, welches eine zwischen der Stirnseite

(4) und der Wirkseite (8) in der ersten oder in der zweiten ausgerückten Posi- tion des mindestens einen Erweiterungsarms (5) entstehende Freifläche zu- mindest im Wesentlichen schließt.

5. Bohrkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Erweiterungsarm (5) eine der Drehachse (S) zugewandte Seite aufweist, dass im Bereich dieser Seite ein erstes Ende (14) eines Betäti- gungshebels (13) um eine etwa parallel zur Schwenkachse verlaufende Achse verschwenkbar an dem mindestens einen Erweiterungsarm (5) angelenkt ist, und dass ein zweites Ende (15) des Betätigungshebels (13) entlang einer Füh- rung (16) verlagerbar an dem Grundkörper (2) angelenkt ist.

6. Bohrkopf nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Linearmotor vorgesehen ist, der mit einem ersten Ende (11) an dem Grundkörper (2) und mit einem zweiten Ende (12) an dem Betätigungshebel (13) angelenkt ist, wo bei der Linearmotor vorzugsweise einen Pneumatik- und besonders bevorzugt einen Hydraulikzylinder (10) umfasst.

7. Bohrkopf nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungshebel (13) derart dimensioniert ist, das er das Schließelement (17) bildet.

8. Bohrkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Teil der Schneidwerkzeuge (3, 7) als Rollendrehmeißel ausge- bildet ist.

9. Bohrkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der wirksame Bohrdurchmesser von 5000 auf 8000 mm erweiterbar ist.

10. Bohrsystem, dass eine Drehvorrichtung und einen Tragstrang (1) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass das Bohrsystem ferner einen Bohrkopf (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 umfasst, der mit dem Tragstrang (1) gekoppelt ist.

Description:
Bohrkopf und diesen umfassendes Bohrsystem

Die Erfindung betrifft einen Bohrkopf, der im Betrieb um eine Drehachse rotierbar und der hinsichtlich seines wirksamen Bohrdurchmessers erweiterbar ist, mit ei- nem Grundkörper, der eine mit mindestens einem Schneidwerkzeug bestückte Stirnseite umfasst, und mit mindestens einem Erweiterungsarm, der mit dem Grundkörper um eine Schwenkachse schwenkbar gekoppelt und zwischen einer rückgezogenen Position in einer den wirksamen Bohrdurchmesser um einen ers- ten Betrag erweiternden, ersten ausgerückten Position verschwenkbar ist, wobei der Erweiterungsarm eine mit zumindest einem Schneidwerkzeug bestückte Wirkseite umfasst.

Ein Bohrkopf mit diesen Merkmalen ist aus der KR 20060006754 bekannt. In der rückgezogenen Position ist das mindestens eine Schneidwerkzeug des Erweite- rungsarms funktionslos, in der ausgerückten Position erfolgt im Betrieb eine der Bohrlochsohle nacheilende Durchmesserweiterung der mit dem Grundkörper nie- dergebrachten Bohrung .

Derartige Bohrköpfe finden beispielsweise bei Offshore-Gründungsbohrungen für Windkraftanlagen Verwendung .

In dem Bestreben, die Leistungsfähigkeit von Windkraftanlagen, insbesondere solcher, die Teil von sogenannter„Offshore-Windparks" sind, zu erhöhen, besteht ein Trend zu immer größeren Windkraftanlagen. Hiermit einhergehend müssen die Fundamente der Windkraftanlagen zur Aufnahme immer größer werdender Belastungen ausgelegt sein.

Um diese Anforderung zu erfüllen, ist es beispielsweise bekannt, als Fundament für eine Windkraftanlage mehrere, beispielsweise drei in einem Dreieck angeord- nete Pfähle vorzusehen, die in den Meeresboden niedergebracht sind und aus der Wasseroberfläche herausragen. Die oberen Enden dieser Pfähle sind über eine Tragstruktur miteinander verbunden, auf welcher das untere Ende des Turms der Windkraftanlage verankert ist. Diese auch als„Tripods" bezeichneten Fundamen- te weisen unter anderem den Nachteil auf, dass aufgrund der benötigten Mehr- zahl von Gründungsbohrungen der erforderliche Errichtungsaufwand erhöht ist. Daher werden derzeit viele Windkraftanlagen im Offshore-Bereich eingesetzt, deren Türme jeweils am oberen Ende eines einzelnen Pfahlfundaments (auch als „Monopile" bezeichnet) verankert ist. Um die nötige Stabilität dieser Pfahlfunda- mente zu erzielen, weisen diese im Unterwasserbereich zumindest über die Län- ge, über die sie in den Meeresgrund eingebracht sind, einen Durchmesser auf, der größer ist, als der Durchmesser des jeweiligen oberen Endes, an dem der Turm der Windkraftanlage verankert ist. Diese Pfahlfundamente umfassen daher oftmals einen„Flaschenhals", über welchen die beiden Bereiche unterschiedlicher Durchmesser ineinander übergehen.

Zum Niederbringen dieser Pfahlfundamente ist es regelmäßig erforderlich, inner- halb des Pfahls befindlichen Meeresgrund auszubohren. Hierzu muss ein Bohr- kopf durch den Bereich kleineren Durchmessers von oben ins Innere des Pfahl- fundaments eingeführt werden. Es ist daher erforderlich, einen Bohrkopf der ein- gangsbeschriebenen Art einzusetzen, dessen wirksamer Bohrdurchmesser erwei- terbar ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Bohrkopf zu schaffen, der zur vorgeschriebenen Verwendung verbessert ist.

Diese Aufgabe wird durch den in Anspruch 1 wiedergegebenen Bohrkopf gelöst.

Der erfindungsgemäße Bohrkopf ist derart ausgebildet, dass die Wirkseite des Erweiterungsarms in der zurückgezogenen Position mit der Stirnseite des Grund- körpers zumindest nahezu auf einer Ebene liegt. Unter„zumindest nahezu" ist zu verstehen, dass zwischen der Wirkseite des Erweiterungsarms und der Stirnseite des Grundkörpers kein Stufenversatz vorhanden sein soll, der größer als die Aus- dehnung der Schneidwerkzeuge in Richtung der Drehachse ist.

Aufgrund dieser Ausbildung kann bei dem erfindungsgemäßen Bohrkopf das min- destens eine Schneidwerkzeug des mindestens einen Erweiterungsarms auch in dessen rückgezogener Position zum Abtrag von Boden an der Bohrlochsohle die- nen. Hierdurch ist die mit dem erfindungsgemäßen Bohrkopf erzielbare Bohrleis- tung im Vergleich zu den zum Stand der Technik gehörenden Bohrköpfen, bei denen das mindestens eine Schneidwerkzeug des mindestens einen Erweite- rungsarms in dessen rückgezogener Position funktionslos ist, erhöht.

Der erfindungsgemäße Bohrkopf ist des Weiteren derart ausgebildet, dass sich die Wirkseite in der ersten ausgerückten Position des Erweiterungsarms in Rich- tung der Drehachse zumindest nahezu stufenversatzfrei an die Stirnseite des Grundkörpers anschließt.

Mit„zumindest nahezu stufenversatzfrei" ist gemeint, dass der Stufenversatz nicht größer als die Ausdehnung der Schneidwerkzeuge in Richtung der Drehach- se sein soll. Stufenversatzfrei bedeutet nicht, dass die Wirk- und Stirnseiten pa- rallel zueinander ausgerichtet sein müssen. Vielmehr kann die Wirkseite gegen- über der Stirnseite geneigt sein.

Aufgrund dieser Ausbildung arbeitet das mindestens eine Schneidwerkzeug des mindestens einen Erweiterungsarms in der ersten ausgerückten Position in einer Ebene, die zumindest nahezu stufenversatzfrei in die Ebene mündet, auf der das zumindest eine Schneidwerkzeug des Grundkörpers arbeitet. Hierdurch wird beim Niederbringen der Bohrung mit in der ersten ausgerückten Position befindli- chem Erweiterungsarm eine Bohrlochsohle ohne horizontalen Stufenversatz des erweiterten Durchmessers erreicht, der mit dem mindestens einen Erweiterungs- arm geschaffene Bereich der Bohrlochsohle kann aber gegenüber demjenigen Bereich, der mit dem Grundkörper geschaffen worden ist, geneigt sein

Bei Bohrungen, die mit gattungsgemäßen Bohrköpfen niedergebracht werden, eilt der mit dem Grundkörper des Bohrkopfes vorgetriebene Bereich der Bohr- lochsohle demjenigen mit dem Erweiterungsarm vorgetriebene Bereich vor. Da dieser für das Niederbringen des Pfahlfundaments jedoch nicht erforderlich ist, ist der mit den gattungsgemäßen Bohrköpfen erforderliche Aufwand durch vermeid- bare Bohrzeiten und vermeidbare Mengen an auszubringendem Bohrgut erhöht, was mit dem erfindungsgemäßen Bohrkopf vermieden wird.

Bei einer bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Bohrkopfes ist der mindestens eine Erweiterungsarm in eine den wirksamem Bohrdurchmesser des Bohrkopfes um einen zweiten Betrag erweiternde, zweite ausgerückte Position verschwenkbar. Aufgrund dieser Ausbildung des Bohrkopfes ist es möglich, zu- nächst durch das Innere des Pfahlfundaments eine Bohrung bis zum unteren En- de des Pfahlfundaments mit einem um den ersten Betrag erweiterten wirksamen Bohrdurchmesser vorzutreiben und anschließend die Bohrung mit dem um den zweiten Betrag erweiterten wirksamen Bohrdurchmesser weiterzutreiben. Hier- durch kann das Einbringen der Pfahlfundamente bis auf die geförderte Endteufe wesentlich erleichtert werden. Der um den zweiten Betrag erweiterte, wirksame Bohrdurchmesser ist zu diesem Zwecke vorzugsweise derart gewählt, dass er zumindest dem Außendurchmesser des Pfahlfundaments entspricht.

Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bohr- kopfes weist die Wirkseite des mindestens einen Erweiterungsarms zur Stirnseite des Grundkörpers in der ersten und/oder zweiten ausgerückten Position einen Winkel zwischen 20° und 45°, von der Stirnseite zum Grundkörper geneigt, auf. Aufgrund dieser Maßnahme steigt der von dem mindestens einen Erweiterungs- arm geschaffene Bereich der Bohrlochsohle gegenüber dem von dem Grundkör- per geschaffenen Bereich etwa um denselben Winkel an. Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass auf diese Weise das gelockerte Bohrgut besonders effektiv von der Bohrlochsohle abtransportiert und somit die Reibung des Bohrkopfes während des Niederbringens der Bohrung reduziert werden kann. Hierdurch zeichnet sich diese bevorzugte Ausführungsform durch einen besonders geringen Energiebedarf zum Niederbringen der Bohrung und einen besonders geringen Verschleiß des Bohrkopfes und insbesondere der Schneidwerkzeuge auf.

Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bohr- kopfes ist ein Schließelement vorgesehen, welches eine zwischen der Stirnseite und der Wirkseite in der ersten und/oder in der zweiten ausgerückten Position des Erweiterungsarms entstehende Freifläche zumindest im Wesentlichen schließt. Hierdurch wird vermieden, dass durch diese Freifläche Bohrgut in Berei- che des Bohrkopfes eindringen kann, das ein Rückverlagern des mindestens ei- nen Erweiterungsarms in seine rückgezogene Position blockiert, was ein Heraus- verlagern des Bohrkopfes aus der Bohrung erschweren oder sogar unmöglich machen könnte. Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bohrkopfes weist der mindestens eine Erweiterungsarm eine der Drehachse des Bohrkopfes zugewandte Seite auf. Im Bereich dieser Seite ist ein erstes Ende eines Betäti- gungshebels um eine etwa parallel zur Schwenkachse verlaufende Achse ver- schiebbar an dem Erweiterungsarm angelenkt, wobei ein zweites Ende des Betä- tigungshebels entlang einer sich quer zur Achse erstreckenden Führung verlager- bar an dem Grundkörper angelenkt ist. Aufgrund dieser Ausgestaltung ist der mindestens eine Erweiterungsarm besonders stabil mit dem Grundkörper gekop- pelt, sodass auch bei einem Niederbringen von Bohrungen in felsigem Gestein auf den mindestens einen Erweiterungsarm in der ersten oder zweiten ausge- rückten Position wirkende Kräfte beschädigungsfrei in den Grundkörper eingelei- tet werden können.

Zur Verlagerung des mindestens einen Erweiterungsarms zwischen der rückge- zogenen sowie der ersten und/oder zweiten ausgerückten Position ist vorzugs- weise ein Linearmotor vorgesehen, der mit einem ersten Ende an dem Grundkör- per und mit einem zweiten Ende an dem Betätigungshebel angelenkt ist. Der Be- griff„Linearmotor" ist nicht auf elektrisch betriebene Motoren beschränkt zu ver- stehen, sondern weit auszulegen. Insbesondere sollen hierunter auch Hydraulik- oder Pneumatikzylinder verstanden werden. Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bohrkopfes ist ein Hydraulikzylinder vorgesehen, der mit einem ersten Ende an dem Grundkörper und mit einem zweiten Ende an dem Betätigungshebel angelenkt ist.

Bei einer besonders bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Bohrkop- fes ist der Betätigungshebel derart konstruiert, das er das Schließelement bildet. Der konstruktive Aufwand, der mit einem zusätzlichen Schließelement verbunden wäre, wird hierdurch vermieden.

Besonders geeignet zum Niederbringen von Bohrungen auch in felsigem Unter- grund geeignet ist der erfindungsgemäße Bohrkopf dann, wenn - wie bevorzugt - zumindest ein Teil der Schneidwerkzeuge als Rollendrehmeißel ausgebildet ist.

Für die Verwendung zum Einbringen von Pfahlfundamenten für Windkraftanlagen im Offshore-Bereich besonders geeignet ist der erfindungsgemäße Bohrkopf dann, wenn dessen Grundkörper und der mindestens eine Erweiterungsarm der- art ausgebildet ist, dass der wirksame Bohrdurchmesser im Bereich von 5000 und 8000 mm erweiterbar ist. Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemä- ßen Bohrkopfes kann beispielsweise der wirksame Bohrdurchmesser bei einer zurückgezogenen Position des mindestens einen Erweiterungsarms 5150 mm, bei der um den ersten Betrag erweiternden ersten ausgerückten Position 6800 und bei der um den zweiten Betrag erweiternden, zweiten ausgerückten Position 7400 mm betragen.

Die Erfindung betrifft auch ein Bohrsystem, das eine Drehvorrichtung, einen Tragstrang und einen erfindungsgemäßen Bohrkopf umfasst, der mit dem Trag sträng gekoppelt ist.

In der Zeichnung ist - rein schematisch - ein Ausführungsbeispiel eines erfin- dungsgemäßen Bohrkopfes dargestellt. Es zeigen :

Fig. 1 eine Seitenansicht des Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen

Bohrkopfes in einem Bereich eines Pfahles kleinen Durchmessers mit in rückgezogenen Positionen befindlichen Erweiterungsarmen;

Fig. 2 dieses Ausführungsbeispiel des Bohrkopfes mit in rückgezogenen

Positionen befindlichen Erweiterungsarmen in einer Ansicht gemäß Fig. 1 von unten;

Fig. 3 dasselbe Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Bohrkopfes in dem Bereich größeren Durchmessers des Pfahles mit in einer ersten ausgerückten Position befindlichen Erweiterungsarmen in einer Fig. 1 entsprechenden Ansicht;

Fig. 4 dasselbe Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Bohrkopfes in einer Position unterhalb des unteren Endes des Pfahles mit in einer zweiten ausgerückten Position befindlichen Erweiterungsarmen in einer Fig. 3 entsprechenden Ansicht; sowie Fig. 5 dasselbe Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Bohrkopfes in einer Ansicht von unten, wobei die sich waagerecht erstreckenden Erweiterungsarme in der ersten ausgerückten Position und die sich senkrecht erstreckenden Erweiterungsarme in der zweiten ausge- rückten Position befinden.

Das in der Zeichnung als Ganzes mit 100 bezeichnete Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Bohrkopfes (nachfolgend kurz mit„Bohrkopf 100" bezeich- net) ist im Betrieb mit einem in der Fig. 1 angedeuteten Tragstrang 1 gekoppelt, der mithilfe einer in der Zeichnung nicht dargestellten Drehvorrichtung in eine Rotation um eine Drehachse S versetzbar ist. Der Bohrkopf 100 ist somit im Be- trieb um die Drehachse S rotierbar.

Der Bohrkopf weist einen Grundkörper 2 auf, der eine mit einer Mehrzahl von Schneidwerkzeugen 3 bestückte Stirnseite 4 umfasst.

Ferner weist der Bohrkopf 100 Erweiterungsarme 5 auf, die - bezogen auf ihre Mittelebenen - um 90° versetzt in Drehrichtung angeordnet sind. Jeder Erweite- rungsarm 5 ist mittels eines Bolzens 6, der eine Schwenkachse W definiert, um die der jeweilige Erweiterungsarm verschwenkbar ist, mit dem Grundkörper 2 gekoppelt. Die Schwenkachsen W sind senkrecht zur Drehachse S ausgerichtet.

Jeder Erweiterungsarm 5 umfasst eine mit mehreren Schneidwerkzeugen 7 be- stückte Wirkseite 8.

Jeder Erweiterungsarm 5 kann zwischen einer in Fig. 1 und 2 dargestellten, rückgezogenen Position, bei welcher jede Wirkseite 8 mit der Stirnseite 4 zumin- dest nahezu auf einer Ebene E liegt und der Bohrkopf einen wirksamen Bohr- durchmesser Do (siehe Fig. 1) aufweist, einer ersten ausgerückten Position, in welcher der wirksame Bohrdurchmesser Di um einen ersten Betrag Bi erweitert ist (siehe Fig. 3) und einer zweiten ausgerückten Position um die Schwenkachsen W verschwenkt werden, in welcher der wirksame Bohrdurchmesser D2 um einen zweiten Betrag B2 erweitert ist (siehe Fig. 4). Wie in den Figuren 3 und 4 erkennbar ist, erstrecken sich die Wirkseiten 8 der Erweiterungsarme 5 nur in der ersten, ausgerückten Position (Fig. 3), als auch in der zweiten ausgerückten Position (Fig. 4) bezogen auf die Richtung der Dreh- achse S zumindest nahezu stufenversatzfrei von der Stirnseite 4 des Grundkör- pers 2.

Bei in den ersten ausgerückten Positionen und bei in den zweiten ausgerückten Positionen befindlichen Erweiterungsarmen 5 weisen die Wirkseiten 8 jeweils ei- nen Winkel a zwischen 20° und 45°, vorzugsweise von etwa 37° zur Stirnseite 4 des Grundkörpers 2 auf. Auf diese Weise wird bewirkt, dass Bohrgut, welches mithilfe der Schneidwerkzeuge 7 der Erweiterungsarme 5 abgetragen worden ist, unter Wirkung der Schwerkraft in Richtung der Bohrungsmitte gelangen und so einfacher beispielsweise durch Ansaugung über eine in der Stirnseite 4 des Grundkörpers 2 befindliche Absaugöffnung 9 ausgebracht werden kann.

Um die Erweiterungsarme 5 zwischen der rückgezogenen und den ersten und zweiten ausgerückten Positionen verschwenken zu können, ist für jeden Erweite- rungsarm 5 ein Hydraulikzylinder 10 vorgesehen. Jeder Hydraulikzylinder ist mit einem ersten Ende 11 an dem Grundkörper 2 und in einem zweiten Ende 12 an einem Betätigungshebel 13 angelenkt.

Jeder Betätigungshebel 13 ist mit einem ersten Ende 14 im Bereich einer zur Drehachse S weisenden Seite eines Erweiterungsarms 5 angelenkt. Ein zweites Ende 15 des Betätigungshebels 13 ist in einer Führung 16 parallel zur Drehachse S verschiebbar an dem Grundkörper 2 gelagert.

Wie durch Vergleich der Figuren 1, 3 und 4 erkennbar wird, führen Längenverän- derungen der Hydraulikzylinder mithilfe dieser Anordnung zu Schwenkbewegun- gen der Erweiterungsarme 5 um die Schwenkachsen W.

Die Betätigungshebel 13 sind derart ausgebildet, dass sie Freiflächen, die zwi- schen der Stirnseite 4 des Grundkörpers 2 und den Wirkseiten 8 der Erweite- rungsarme 5 in den ersten und zweiten ausgerückten Positionen entstehen, zu- mindest im Wesentlichen verschließen. Sie dienen somit zugleich der Bildung von Schließelementen 17, die ein Eindringen von Bohrgut in den Grundkörper 2 und ein möglicherweise dadurch bedingtes Blockieren der Erweiterungsarme 5 ver- hindern.

Bezuaszeichenliste:

100 Bohrkopf

1 Tragstrang

2 Grundkörper

3 Schneidwerkzeuge

4 Stirnseite

5 Erweiterungsarme

6 Bolzen

7 Schneidwerkzeuge

8 Wirkseite

9 Absaug Öffnung

10 Hydraulikzylinder

11 erstes Ende

12 zweites Ende

13 Betätigungshebel

14 erstes Ende

15 zweites Ende

16 Führung

17 Schließelemente

Bi, B2 Beträge

Do, Di, D2 Durchmesser

E Ebene

S Drehachse

w Schwenkachse

A Winkel