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Title:
DRILL TIP AND DRILLING TOOL HAVING A DRILL TIP
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/102705
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a drill tip (2) comprising a base body (6) having chip flutes (22A,B) and extending in the axial direction along an axis of rotation (8) and having at least two main cutting edges (14A,B) on the front face thereof extending outward in the radial direction to a cutting corner (16A,B). Seen in cross section, the base body is asymmetric relative to rotation about the axis of rotation (8) at the height of the cutting corner (16A,B). The cross section of the base body is simultaneously designed having symmetrical spacing from the main cutting edges (14A,B). The drill tip (2) is in particular designed as an interchangeable modular part of a modularly designed drill tip (5). A drill base body (4) in which the drill tip (2) can be inserted can therefore in turn be designed symmetrically.

Inventors:
SCHWÄGERL, Jürgen (Gustl-Waldau-Str. 3, Vohenstrauss, 92648, DE)
KAUPER, Herbert, Rudolf (Römerreuthstr. 25a, Erlangen, 91058, DE)
Application Number:
EP2010/000877
Publication Date:
September 16, 2010
Filing Date:
February 12, 2010
Export Citation:
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Assignee:
KENNAMETAL INC. (1600 Technology Way, Latrobe, PA, 15650-0231, US)
SCHWÄGERL, Jürgen (Gustl-Waldau-Str. 3, Vohenstrauss, 92648, DE)
KAUPER, Herbert, Rudolf (Römerreuthstr. 25a, Erlangen, 91058, DE)
International Classes:
B23B51/02
Attorney, Agent or Firm:
DÖRR, Mathias (TERGAU & POHL, Mögeldorfer Hauptstrasse 51, Nürnberg, 90482, DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Bohrerspitze (2) umfassend einen mit Spannuten (22A1B) versehenen Grundkörper (6), der sich in axialer Richtung entlang einer Rotationsachse (8) erstreckt und an dessen vorderer Stirnseite zumindest zwei Hauptschneiden (14A.B) vorgesehen sind, die in radialer Richtung nach außen zu einem Schneideck (16A,B) verlaufen, wobei in einem Querschnitt betrachtet der Grundkörper (6) auf Höhe der Schneidecken (16A,B) bezüglich einer Rotation um die Rotationsachse (8) asymmetrisch ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass in axialer Richtung beabstandet von den Schneidecken (16A.B) der Grundkörper (6) eine symmetrische Ausgestaltung aufweist.

2. Bohrerspitze (2) nach Anspruch 1 , bei der am jeweiligen Schneideck (16A,B) Nebenschneiden beginnen, die sich in axialer Richtung erstrecken, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidecken (16A1B) um den Umfang nicht gleichverteilt und die Nebenschneiden (18A1B) in axialer Richtung beabstandet von den Schneidecken (16A.B) gleichverteilt angeordnet sind.

3. Bohrerspitze (2) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nebenschneiden (18A1B) in einem Übergangsbereich (32) von der symmetrischen zu der asymmetrischen Ausgestaltung unterschiedliche Neigungen bezüglich der Rotationsachse (8) einnehmen.

4. Bohrerspitze (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf Höhe der Schneidecken (16A,B) die Spannuten (22A.B) zueinander asymmetrisch und in axialer Richtung beabstandet von den Schneidecken (16A1B) zueinander symmetrisch ausgebildet sind.

5. Bohrerspitze (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannuten (22A.B) gleiche Querschnittsflächen aufweisen

6. Bohrerspitze (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich an die Hauptschneiden (14A1B) Hauptfreiflächen (19A1B) anschließen, die ein rückwärtiges Ende (20A1B) umfassen, wobei die rückwärtigen Enden (2OA1B) zueinander den gleichen Winkelabstand aufweisen.

7. Bohrerspitze (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die asymmetrische Ausgestaltung kontinuierlich und insbesondere gleichmäßig in die symmetrische Ausgestaltung übergeht.

8. Bohrerspitze (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie als ein austauschbares Modulteil ausgebildet ist, das zum Einsetzen in einen Bohrergrundkörper (4) eines modularen Bohrwerkzeugs (5) vorgesehen ist.

9. Bohrerspitze (2) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine hintere Stirnfläche (27) aufweist und dass auf Höhe der hinteren Stirnfläche (27) die symmetrische Ausgestaltung vorliegt.

10. Bohrwerkzeug (5) mit einer Bohrerspitze (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.

11. Bohrwerkzeug (5) nach Anspruch 10, das als modulares Bohrwerkzeug (5) mit einem Bohrergrundkörper (4) und der darin strirnseitig austauchbar einsetzbaren Bohrerspitze (2) ausgebildet ist.

12. Bohrwerkzeug (5) nach Anspruch 11 , bei dem der Bohrergrundkörper (4) im Bereich seiner Aufnahme für die Bohrerspitze (2) symmetrisch ausgebildet ist

Description:
Beschreibung Bohrerspitze sowie Bohrwerkzeug mit einer Bohrerspitze

Hintergrund der Erfindung

Die Erfindung betrifft eine Bohrerspitze gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Bohrwerkzeug mit einer derartigen Bohrerspitze.

Eine Bohrerspitze gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ist beispielsweise aus der DE 10 2006 025 294 A1 zu entnehmen. Darin wird ein Bohrwerkzeug mit einer speziellen asymmetrischen Ausgestaltung beschrieben. Die Bohrerspitze dieses Bohrwerkzeugs weist zwei Hauptschneiden auf, die - anders als bei einer symmetrischen Ausgestaltung - bezüglich einer 180°-Drehung um die Rotationsachse des Bohrwerkzeugs nicht drehsymmetrisch angeordnet sind. Die Hauptschneiden erstrecken sich bis zu einem Schneideck, an das sich jeweils eine Nebenschneide anschließt, die entlang einer Spannut verläuft. Umfangsseitig am so genannten Bohrerrücken schließt sich an die jeweilige Nebenschneide eine Führungsfase an. Ergänzend ist vorgesehen, dass lediglich zu einer der beiden Querschneiden eine zusätzliche Stützfase am Bohrerrücken ausgebildet ist. Mit der Stützfase stützt sich das Bohrwerkzeug an der Bohrungswand ab.

Mit dieser asymmetrischen Ausgestaltung des Bohrers ist ein Unrundlaufen des Bohrers, nämlich das so genannte „Rattern", vermieden oder zumindest vermindert. Bei symmetrischen Bohrern können nämlich Schwingungen des Bohrwerkzeugs während des Bohrvorgangs aufgrund der Symmetrie anwachsen und quasi „aufschaukeln", so dass aufgrund des Schwingens des Bohrwerkzeugs Unregelmäßigkeiten in der Bohrungswand erzeugt werden, die auch als „Rattermarken" bezeichnet werden. Dieses Problem nimmt mit zunehmender Bohrungslänge zu.

Durch die asymmetrische Ausgestaltung wird insgesamt das Rattern zumindest reduziert. Die asymmetrische Ausgestaltung ist jedoch herstellungstechnisch im Vergleich zu einer symmetrischen Ausgestaltung aufwändiger zu fertigen. Aufgabe der Erfindung

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bohrwerkzeug zu ermöglichen, das einfach herzustellen ist und bei dem das Rattern möglichst vermieden ist.

Lösung der Aufgabe

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit einer Bohrerspitze mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie durch ein Bohrwerkzeug mit einer solchen Bohrerspitze.

Die Bohrerspitze umfasst einen mit Spannuten versehenen Grundkörper, der sich in axialer Richtung entlang einer Rotationsachse erstreckt. Der Grundkörper weist eine vordere Stirnseite auf, an der zumindest zwei Hauptschneiden vorgesehen sind. Diese verlaufen in radialer Richtung nach außen zu einem Schneideck. Um das Rattern möglichst zu verhindern, ist die Bohrerspitze im Schneidenbereich und damit insbesondere auch in einem Querschnitt auf Höhe der Schneidecken asymmetrisch ausgebildet. Gleichzeitig ist vorgesehen, dass diese asymmetrische Ausgestaltung in axialer Richtung in eine symmetrische Ausgestaltung übergeht und vorzugsweise für die verbleibende axiale Länge des Bohrwerkzeugs auch symmetrisch bleibt.

Unter asymmetrischer Ausgestaltung bezüglich der Rotation um die Rotationsachse wird hierbei verstanden, dass die Bohrerspitze von einer Drehsymmetrie abweicht. Bei zwei Hauptschneiden weicht die Bohrerspitze daher von einer 180°- Drehsymmetrie und bei einer Ausgestaltung mit drei Hauptschneiden von einer 120° Drehsymmetrie ab, etc.. Die Bohrerspitze kann hierbei hinsichtlich mehrerer Asymmetriemerkmale asymmetrisch ausgebildet sein. Vorzugsweise, jedoch nicht zwingend, gehen sämtliche Asymmetriemerkmale in eine symmetrische Ausge- staltung über. Der Übergang in die symmetrische Ausgestaltung bezieht sich daher allgemein zumindest auf ein Asymmetriemerkmal.

Die Hauptschneiden der Bohrerspitze sind üblicherweise über eine so genannte Querschneide miteinander verbunden, die die vorderste Spitze der Bohrerspitze auf der Rotationsachse ausbildet. Die Hauptschneiden erstrecken sich hierbei in radialer Richtung nach außen. Unter radialer Richtung nach außen wird allgemein verstanden, dass sich die Hauptschneiden von der Bohrermitte bzw. der Querschneide aus zum Außenumfang des Grundkörpers erstrecken. Üblicherweise verlaufen die Hauptschneiden nicht entlang einer geraden Linie, sondern sind vielmehr gekrümmt ausgebildet. An die Hauptschneiden schließt sich jeweils eine Hauptfreifläche an, die in eine Spannut übergeht. Die Hauptfreiflächen sind üblicherweise nach Art von Kegelmantelflächen ausgebildet und die gesamte Bohrerspitze ist kegelartig.

Der besondere Vorteil der speziellen Ausgestaltung mit dem Übergang von der stirnseitigen Asymmetrie zu der in axialer Richtung von der Stirnseite beabstandeten symmetrischen Ausgestaltung ist darin zu sehen, dass die Asymmetrie nur auf einen möglichst kurzen Bereich des gesamten Bohrwerkzeugs beschränkt ist, das Bohrwerkzeug anschließend an den asymmetrischen Bereich also symmetrisch ausgebildet ist. Hierdurch ist lediglich im Bereich der Bohrerspitze eine von der symmetrischen Ausbildung abweichende asymmetrische Fertigung erforderlich. Für den restlichen Bohrkörper kann daher auf übliche symmetrische Bearbeitungsverfahren zur Herstellung des Bohrwerkzeugs zurückgegriffen werden. Auch ist durch die Symmetrie im axial rückwärtigen Bereich ein gleichmäßiger Spanablauf sichergestellt. Dies ist insbesondere bei langen Bohrern von Vorteil. Schließlich sind auch die Anforderungen beispielsweise beim Einbringen von Kühlkanälen geringer als bei einer asymmetrischen Ausgestaltung, da der Toleranzabstand der in den Bohrkörper eingebrachten Kühlkanäle zu den jeweiligen Spannuten bei einer symmetrischen Ausgestaltung bei allen Kühlkanälen identisch ist. Ein entscheidender Vorteil ergibt sich zudem bei so genannten modularen Bohrwerkzeugen, bei denen die Bohrerspitze insbesondere als austauschbares Modulteil stirnseitig in einen Bohrergrundkörper einsetzbar ist. Bei einem derartigen modularen Bohrwerkzeug können daher sowohl symmetrische als auch asymmetrisch ausgestaltete Bohrerspitzen nunmehr gleichermaßen auf einen einheitlichen Bohrergrundkörper - je nach Anforderungsprofil - nach Art eines Baukastenprinzips eingesetzt werden.

Derartige Bohrwerkzeuge werden in der industriellen Fertigung für die Erzeugung von hochgenauen Bohrlöchern eingesetzt. Hierzu werden sie mit einem Schaft in eine Aufnahme einer Werkzeugmaschine eingespannt, die sich beispielsweise im Hinblick auf die gewünschte Drehzahl und den gewünschten Vorschub programmieren lässt und den Bohrvorgang automatisch ausführt.

Zur Ausbildung der Asymmetrie können unterschiedliche Asymmetriemerkmale vorgesehen sein. Ein bevorzugtes Asymmetriemerkmal ist darin zu sehen, dass der Winkelabstand eines Schneidecks, oder einer Hauptschneide bei definiertem radialem Abstand zur Rotationsachse, zu dem in Rotationsrichtung vorlaufenden Schneideck bzw. zu der vorlaufenden Hauptschneide verschieden ist zu dem Winkelabstand zu dem nachlaufenden Schneideck bzw. der nachlaufenden Schneide, d.h. die Schneidecken sind um den Umfang nicht gleichverteilt angeordnet. Zweckdienlicherweise ist ergänzend vorgesehen, dass die sich an die Schneidecken anschließenden Nebenschneiden - nach einem Übergangsbereich - um den Umfang gleichverteilt und damit drehsymmetrisch angeordnet. Ab einem vorgegebenen axialen Abstand von den Schneidecken weisen daher voneinander benachbarte Nebenschneiden jeweils den gleichen Winkelabstand auf.

Für die Ausgestaltung der Asymmetrie im stirnseitigen Bereich der Bohrerspitze ist gemäß einer zweckdienlichen Weiterbildung vorgesehen, dass die Nebenschneiden im Übergangsbereich von der symmetrischen zur asymmetrischen Ausgestaltung unterschiedliche Neigungen aufweisen. Durch diese unterschiedlichen Neigungen verändert sich daher der Winkelabstand der Nebenschneiden zueinander. Unter Neigung der Nebenschneide wird hierbei der Winkel verstanden, den die Nebenschneide zu einer sich in Axialrichtung erstreckenden und auf der Umfangs- linie des Bohrwerkzeugs liegenden Geraden einschließt. Da die Nebenschneide zugleich die - bezogen auf die Drehrichtung - rückwärtige Kante einer Spannut bildet, wird über die Nebenschneide zugleich ein Drallwinkel der Spannuten bestimmt. Damit verändert sich im Übergangsbereich also auch der Drallwinkel der Spannuten. Hierbei ist zweckdienlicherweise vorgesehen, dass ausgehend von dem asymmetrischen Bereich lediglich eine Nebenschneide eine andere Neigung aufweist als im asymmetrischen Bereich, wohingegen die andere Nebenschneide mit der gleichen Neigung wie im symmetrischen Bereich weitergeführt wird.

Bevorzugt weisen auch die Spannuten auf Höhe der Schneidecken eine asymmetrische Ausgestaltung auf, die in axialer Richtung dann in eine symmetrische Ausgestaltung übergeht. Dies ist von besonderem Vorteil insbesondere bei (nodularen Bohrwerkzeugen, da damit sichergestellt ist, dass die Spannuten des austauschbaren Bohrerspitzenteils insbesondere fluchtend in die Spannuten des Bohrergrundkörpers übergehen, dass also keine störenden Kanten etc. ausgebildet sind.

Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist weiterhin vorgesehen, dass die Spannuten auch im asymmetrischen Bereich gleiche Querschnittsflächen aufweisen, dass also der für den Abtransport der Späne zur Verfügung stehende Raum in beiden Spannuten zumindest im Wesentlichen gleich ist. Aufgrund der Asymmetrie der Querschnittsflächen im asymmetrischen Bereich wird daher beispielsweise eine größere Breite der einen Spannut durch eine geringere Tiefe kompensiert.

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung sind die Hauptfreiflächen, die sich an die jeweilige Hauptschneide anschließen, an ihrem rückwärtigen Ende zueinander insoweit symmetrisch ausgebildet, als dass die rückwärtigen Enden der Hauptfreiflächen zueinander den gleichen Winkelabstand aufweisen, also gleichverteilt angeordnet sind. Unter rückwärtigem Ende wird hierbei das der zugeordneten Hauptschneide abgewandte Ende der Hauptfreifläche verstanden, an dem diese in eine zugeordnete Spannut übergeht. Es sind daher vorzugsweise lediglich die Schneidecken bzw. die Hauptschneiden ungleichverteilt angeordnet. Insbesonde- re bei der Ausgestaltung der Bohrerspitze als ein austauschbares Modulteil wird damit erzielt, dass die Aufnahme zur Befestigung der Bohrerspitze symmetrisch ausgebildet sein kann.

Zweckdienlicherweise ist vorgesehen, dass die asymmetrische Ausgestaltung stetig und insbesondere gleichmäßig, nämlich knick- und kantenfrei, in die symmetrische Ausgestaltung übergeht. Durch diesen gleichmäßigen Verlauf wird insbesondere ein sicherer Spanabtransport gewährleistet. Gleichzeitig ist dies auch fertigungstechnisch vergleichsweise einfach auszubilden.

Zweckdienlicherweise ist die Bohrerspitze als ein austauschbares Modulteil ausgebildet, das zum Einsetzen in einen Bohrergrundkörper eines modularen Bohrwerkzeugs vorgesehen ist. Hierbei ist insbesondere vorgesehen, dass am axial hinteren Ende des austauschbaren Modulteils, insbesondere an dessen hinterer Stirnfläche, die symmetrische Ausgestaltung erreicht ist. Damit wird gewährleistet, dass die an der vorderen Stirnseite asymmetrisch ausgebildete Bohrerspitze in einen symmetrisch ausgebildeten Bohrergrundkörper einsetzbar ist.

Die axiale Länge des Übergangsbereichs, in dem die symmetrische Ausgestaltung in die asymmetrische Ausgestaltung übergeht, ist bei einem austauschbaren Spitzenteil vorzugsweise kleiner oder gleich einer funktionalen axialen Länge des austauschbaren Bohrerspitzenteils. Unter funktionaler axialer Länge wird hierbei insbesondere die Länge verstanden, bis zu der die für den Spanabtransport wirksamen Funktionsflächen der Spannut der Bohrerspitze in die zugeordneten Flächen der Spannuten des Bohrergrundkörpers übergehen bzw. die Länge, bei der die Nebenschneiden der Bohrerspitze in die zugeordneten Nebenschneiden des Bohrergrundkörpers übergehen. Die tatsächliche axiale Erstreckung der Bohrerspitze kann beispielsweise aufgrund von Befestigungszapfen etc. diese funktionale axiale Länge überschreiten.

Werden anstelle von modularen Bohrwerkzeugen Vollbohrer, beispielsweise Vollhartmetallbohrer, verwendet, so beträgt die axiale Länge des Übergangsbereichs vorzugsweise das 0,5 - bis 5-Fache des Nenndurchmessers des Vollwerkzeugs. Bei der Verwendung von austauschbaren Bohrerspitzen beträgt die axiale Länge des Übergangsbereichs üblicherweise etwa das 0,5- bis 1 -Fache des Nenndurchmessers des Bohrwerkzeugs.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert.

Beschreibung der Figuren

Es zeigen jeweils in beispielhaften Darstellungen:

Fig. 1 eine Aufsicht auf die vordere Stirnfläche einer als austauschbares

Modulteil ausgebildeten Bohrerspitze, Fig. 2 eine Aufsicht auf die rückwärtige, hintere Stirnseite der Bohrerspitze gemäß Fig. 1 ,

Fig. 3 eine Seitenansicht auf die Bohrerspitze gemäß den Fig. 1 und 2,

Fig. 4A,B,C Schnittansichten durch die Bohrerspitze der Fig. 1 bis 3 gemäß den

Schnittlinien A-A, B-B, C-C in Fig. 3, Fig. 5 eine ausschnittsweise perspektivische Darstellung eines modularen

Bohrwerkzeugs mit einem Bohrergrundkörper und der in diesen stirnseitig eingesetzten Bohrerspitze gemäß den Fig. 1 bis 3.

Beschreibung des Ausführungsbeispiels

In den Figuren sind gleich wirkende Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

Die Bohrerspitze 2 gemäß den Fig. 1 bis 3 ist als ein austauschbares Modulteil ausgebildet, welches in einen Bohrergrundkörper 4, wie er in Fig. 5 dargestellt ist, eingesetzt werden kann und mit diesem ein Bohrwerkzeug 5 bildet. Die Bohrerspitze 2 ist im Ausführungsbeispiel einstückig ausgebildet und weist einen speziell geformten Grundkörper 6 auf. Sie ist also durch diesen Grundkörper 6 gebildet. Die Bohrerspitze 2 weist eine Rotationsachse 8 auf, die im Betrieb zugleich die Drehachse ist, um die sich das gesamte Bohrwerkzeug 5 in Drehrichtung 10 dreht.

Die Bohrerspitze 2 weist an ihrer vorderen Stirnseite eine die Rotationsachse 8 querende Querschneide 12 auf, die jeweils in eine Hauptschneide 14A.B übergeht, die in radialer Richtung nach außen verlaufen und an einem Schneideck 16A,B enden. Ausgehend vom jeweiligen Schneideck 16A.B verläuft an einem Bohrerrücken 17A,B entlang eine jeweilige Nebenschneide 18A.B. Die Querschneide 12 ist im Ausführungsbeispiel in etwa S-förmig ausgebildet und auch die Hauptschneiden 14A.B nehmen einen bogenförmigen Verlauf an. Zudem fallen die Hauptschneiden 14A 1 B zum Schneideck 16A,B hin in axialer Richtung ab, so dass die Stirnfläche der Bohrerspitze 2 insgesamt kegelartig ausgebildet ist. An die Hauptschneiden 14A.B schließt sich jeweils eine Hauptfreifläche 19A,B an, die sich bis zu einem rückwärtigen Ende 20A,B erstreckt, wo sie dann jeweils in eine Spannut 22A.B übergeht. Die Spannuten 22A,B sind im Ausführungsbeispiel gewendelt ausgebildet. Am äußeren Umfang sind in die Hauptfreiflächen 19A.B Kerben 24 eingearbeitet, die als Angriffsflächen für ein Montagewerkzeug zum Einsetzen bzw. Herausnehmen der Bohrerspitze 2 aus dem Bohrergrundkörper 4 dienen.

An seinem rückwärtigen Ende weist die Bohrerspitze 2 eine gestufte Geometrie auf und umfasst einen Befestigungszapfen 25 sowie ergänzend einen Zentrierzapfen 26 mit gegenüber dem Befestigungszapfen 25 verringertem Durchmesser. Die Spannuten 22A,B sind von einem die vordere Stirnfläche aufweisenden Kopfteil bis in den Befestigungszapfen 25 hinein geführt, so dass dieser im Querschnitt gesehen kreisförmig mit die Spannut 22A.B bildende muldenartige Ausnehmungen ausgebildet ist. An der Unterseite des Kopfteils ist eine als hintere Stirnfläche 27 bezeichnete, den Befestigungszapfen 25 radial überstehende Auflagefläche ausgebildet. Diese hintere Stirnfläche 27 erstreckt sich im Ausführungsbeispiel senkrecht zu der Rotationsachse 8. Mit dieser Stirnfläche 27 liegt die Bohrerspitze 2 im eingebauten Zustand auf einer korrespondierenden Auflagefläche des Bohrer-grundkörpers 4 auf, wie aus Fig. 5 zu entnehmen ist. Die Befestigung der Bohrerspitze 2 im Bohrergrundkörper 4 erfolgt über eine Steck- und Drehbewegung. Die spezielle Ausgestaltung des Befestigungsbereichs sowie die spezielle Ausgestaltung des Bohrergrundkörpers 4 mit seinem stirnseitigen Aufnahmebereich gehen aus der WO 03/070408 A1 hervor, auf die hiermit verwiesen wird.

Von entscheidender Bedeutung ist die spezielle Ausgestaltung der Bohrerspitze 2, die im Bereich ihrer vorderen Stirnseite eine asymmetrische Ausgestaltung bezüglich einer Drehung um 180° um die Rotationsachse 8 aufweist, wobei gleichzeitig im weiteren Verlauf in axialer Richtung die Bohrerspitze 2 eine symmetrische Ausgestaltung aufweist. Zur besseren Verdeutlichung der Asymmetriemerkmale sind in den Fig. 1 , 2 und 4A bis 4C gestrichelte Hilfslinien eingezeichnet. Anhand derer lässt sich sofort erkennen, dass die beiden Schneidecken 16A.B ungleichmäßig über den Umfang verteilt angeordnet sind, dass ihr Winkelabstand zueinander daher unterschiedlich ist. Die Differenz des Winkelabstands liegt hier beispielsweise im Bereich von etwa 20°, d.h. der Winkelabstand zwischen den beiden Schneidecken 16A 1 B beträgt einerseits etwa 190° und andererseits etwa 170°. Hierdurch sind zugleich auch die Spannuten 22A.B asymmetrisch ausgebildet.

Daneben weist die Bohrerspitze 2 weitere Asymmetriemerkmale auf. Für einen guten Rundlauf und eine sichere Führung des Bohrwerkzeugs 5 im Bohrloch ist zum einen jeweils angrenzend an die jeweilige Nebenschneide 18A.B eine am Bohrerrücken 17A 1 B, also am Außenumfang des Grundkörpers 6, verlaufende Führungsfase 28 vorgesehen. Während am Bohrerrücken17A zusätzlich zu der Führungsfase 28 eine Stützfase 30 vorgesehen ist, ist diese an dem der zweiten Hauptschneide 14B zugeordneten Bohrerrücken 17B nicht ausgebildet. Die Stützfase 30 weist den gleichen oder nahezu den gleichen Außendurchmesser wie die Führungsfase 28 auf. Beim Bohren stützt sich die Bohrerspitze 2 mit der Stützfase 30 an der Bohrungswand ergänzend ab. Im Unterschied hierzu ist bei dem zweiten Bohrerrücken 17B anstelle der Stützfase 30 ein Freigang ausgebildet. Wie insbesondere aus Fig. 1 , aber auch aus der Fig. 5 zu entnehmen ist, ist ein solcher Freigang auch zwischen der Fϋhrungsfase 28 und der Stützfase 30 ausgebildet. Diese spezielle asymmetrische Ausgestaltung ist aus der DE 10 2006 025 294 A1 zu entnehmen, auf die hiermit vollumfänglich verwiesen wird.

Wie anhand der zweiten eingezeichneten Hilfslinie in der Fig. 1 weiterhin zu entnehmen ist, sind die rückwärtigen Enden 20A.B der Hauptfreiflächen 19A.B, insbesondere an der äußeren Umfangslinie insoweit drehsymmetrisch zueinander ausgebildet, dass die rückwärtigen Enden 20A.B den gleichen Winkelabstand zueinander aufweisen. Der Öffnungswinkel der beiden Spannuten 22A.B, also der Winkelabstand zwischen dem jeweiligen Schneideck 16A 1 B und dem jeweiligen zugeordneten rückwärtigen am Außenumfang angeordneten Ende 20A.B ist dadurch unterschiedlich.

Die Asymmetrie bezüglich der Lage der Schneidecken 16A 1 B sowie der Spannuten 22A.B wird im Übergangsbereich 32 auf eine symmetrische Ausgestaltung rückgeführt. Der Übergangsbereich 32 ist in Fig. 3 dargestellt und erstreckt sich in axialer Richtung vom jeweiligen Schneideck 16A 1 B bis zu der hinteren Stirnfläche 27. Die Länge dieses Übergangsbereichs 32 liegt hierbei etwa im Bereich zwischen 20 und 40% des Nenndurchmessers D der Bohrerspitze 2 (vgl. Fig. 1 ). Wie insbesondere aus der Rückansicht gemäß der Fig. 2 sowie auch aus der Fig. 4B zu erkennen ist, ist am Ende des Übergangsbereichs 32 bereits eine symmetrische Ausgestaltung erreicht.

Die Nebenschneiden 18A 1 B sind an dieser Stelle bereits wieder drehsymmetrisch (um 180°) zueinander angeordnet. Auch die Querschnittsgeometrie der Spannuten 22A,B ist symmetrisch ausgebildet.

Die Stützfase 30 bleibt demgegenüber - wie insbesondere aus Fig. 5 hervorgeht - bis zur hinteren Stirnfläche 27, also bis zum Ende der Bohrerspitze 2, bestehen. Im Übergangsbereich 32 werden daher nur einige Asymmetriemerkmale kontinuierlich rückgeführt, im Ausführungsbeispiel ist dies insbesondere die Ausgestaltung der Spannuten 22A 1 B sowie der Winkelabstand der Nebenschnei- den 18A 1 B zueinander. Am Ende des Übergangsbereichs 32, also beginnend mit dem Bohrergrundkörper 4, ist eine vollständige Symmetrie ausgebildet. Die Stützfase 30 geht also nicht gleichmäßig sondern sprunghaft in den Bohrergrundkörper 4 über.

In der Fig. 5 ist das modulare Bohrwerkzeug 5 im zusammengesetzten Zustand dargestellt. Wie hieraus zu erkennen ist, ist die Bohrerspitze 2 zwischen zwei gegenüberliegenden, sich in Axialrichtung erstreckenden Schenkeln 34 eingeklemmt. Die Schenkel 34 weisen eine Anlagefläche 36 auf, die schräg geneigt ausgebildet ist. Wie aus der Fig. 5 zu erkennen ist, greift der Schenkel 34 quasi in die jeweilige Hauptfreifläche 19A,B ein, die Bohrerspitze 2 überdeckt daher die Schenkel 34 nicht. Die Stirnfläche der Schenkel 34 bildet daher eine Fortsetzung der Hauptfreiflächen 19A.B. Bei dieser speziellen Ausgestaltung ist es daher von besonderem Vorteil, dass bereits an der Stirnfläche der Bohrerspitze 2 im Bereich des rückwärtigen Endes 2OA, B der Hauptfreiflächen 19A.B die symmetrische Ausgestaltung vorliegt. Der Bohrergrundkörper 4 ist vollständig drehsymmetrisch ausgebildet.

Die Nebenschneiden 18A.B der Bohrerspitze 2 gehen vorzugsweise fluchtend in korrespondierende Nebenschneiden 4OA (nur eine zu erkennen) des Bohrergrundkörpers 4 über. Gleiches gilt auch für die Spannuten 22A,B die in Spannuten 42A des Bohrergrundkörpers 4 übergehen. Die Spannuten 42A des Bohrergrundkörpers sind im Ausführungsbeispiel wendeiförmig ausgebildet. Alternativ können sie auch gerade verlaufen.

Weiterhin ist aus Fig. 5 zu erkennen, dass in den Bohrergrundkörper 4 Kühlkanäle 44 eingearbeitet sind. Diese treten hierbei innerhalb der jeweiligen Spannut 42A des Bohrergrundkörpers 4 etwas beabstandet von der Bohrerspitze 2 aus. Die Öffnung des Kühlkanals 44 in der jeweiligen Spannut 42A ist hierbei derart orientiert, dass sie - bei einer gedachten Projektion in Axialrichtung - teilweise, insbesondere zur Hälfte, von der zugeordneten Hauptschneide 14A 1 B überdeckt ist. Die Austrittsöffnungen der Kühlkanäle 44 sind daher zu diesen Hauptschneiden 14A,B ausgerichtet. Das Bohrwerkzeug 5 dient zur Erzeugung von hochpräzisen Bohrlöchern mit möglichst guter Oberflächenqualität der Bohrungswand. Durch die Asymmetriemerkmale ist ein möglichst ratterfreies Bohren auch bei tiefen Bohrlöchern erzielt. Die Bohrerspitze ist beispielsweise aus Hartmetall oder aus einem gesinterten Material ausgebildet. Der Bohrergrundkörper 4 ist beispielsweise aus einem HSS-Stahl ausgearbeitet.




 
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