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Title:
DRILLING DEVICE, IN PARTICULAR BONE DRILLING DEVICE, COMPRISING A STOPPING MECHANISM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/138242
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a drilling device, in particular a bone drilling device, comprising two concentric parts (20, 10) that can be axially moved towards each other. The inner part (20) is axially preloaded relative to the outer part (10) designed as a drill in the drilling direction by means of a spring (30). The tip (22) of the inner part (20) slightly protrudes relative to the tip (12) of the outer part (10) in the drilling direction when no or too little force is applied. Said drilling device further comprises a mechanism which interrupts the driving operation of the entire drill (20, 10) when the inner part (20) is axially moved relative to the outer drill (10). The inner part (20) is rotationally fixed relative to the outer part (10). A sensor (40) is arranged at a set distance from the end of the outer part (10). The axial movement of the inner part (20) towards the outer part (10) is detected especially in a capacitive or inductive manner or by means of a photoelectric barrier. The mechanism in particular directly stops the drive unit (50) of the drill (20, 10) when the inner part (20) is moved by a predefined value relative to the outer part (10).

Inventors:
HUBER, Andreas (Nelkenstrasse 3 1/4, Taufkirchen/Vils, 84416, DE)
Application Number:
EP2009/003476
Publication Date:
November 19, 2009
Filing Date:
May 15, 2009
Export Citation:
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Assignee:
HUBER, Andreas (Nelkenstrasse 3 1/4, Taufkirchen/Vils, 84416, DE)
International Classes:
A61B17/16; B23B45/00
Attorney, Agent or Firm:
GERBER, Wolfram (Lenzing Gerber, Postfach 20 05 09, Düsseldorf, 40103, DE)
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Claims:

P a t e n t a n s p r ü c h e

1. Bohrvorrichtung, insbesondere Knochenbohrvorrichtung, mit zwei konzentrischen (20, 10) axial gegeneinander ver- schieblichen Teilen (20, 10), wobei das Innenteil (20) gegenüber dem als Bohrer ausgebildeten Außenteil (10) axial in Bohrrichtung mittels einer Feder (30) vorgespannt ist und ohne oder zu geringe Kraftgegenbeaufschlagung mit seiner Spitze (22) gegenüber der Spitze (12) des Außenteils (10) in Bohrrichtung etwas vorsteht, und einer Einrichtung, die bei einer axialen Verschiebung des Innenteils (20) gegenüber dem Außenbohrer (10) den Antrieb des Gesamtbohrers (20, 10) unterbricht, wobei das Innenteil (20) zum Außenteil (10) drehfest ist, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass ein Sensor (40) in einem festen Abstand relativ zum Ende des Außenteils (10) angeordnet ist und die axiale Verschiebung des Innenteils (20) zum Außenteil (10), insbesondere kapazitiv, induktiv oder mittels Lichtschranke, detektiert und die Einrichtung bei Verschiebung des In- nenteils (20) gegenüber dem Außenteil (10) um einen vorgegebenen Wert den Antrieb (50) des Bohrers (20, 10), insbesondere unmittelbar, anhält.

2. Bohrvorrichtung nach Anspruch 1, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Relativbewegung des den Außenbohrer (10) rückwärtig in Axialrichtung überragenden Endes (28) des Innenteils (20) gegenüber dem Sensor (40) den Schaltvorgang zum Anhalten des Antriebs (50) auslost.

3. Bohrvorrichtung nach Anspruch 2, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass das Ende (28) des Innenteils (20) radial, insbesondere in Form eines Kragens, erweitert ist.

4. Bohrvorrichtung nach Anspruch 1, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der Schaltvorgang durch das den Außenbohrer (10) rückwärtig in Axialrichtung überragende Ende (28) des Innenbohrers (20) , das einen, einen Sensor beaufschlagenden, Lichtstrahl freigibt bzw. sperrt, aus- gelost wird.

5. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass das Innenteil (20) als im wesentlichen zylindrischer Stift ausgebildet ist.

6. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, d a - d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass das in Bohrrichtung liegende Ende des Innenteils (20) als Bohrspitze (22) ausgebildet ist.

7. Bohrrichtung nach Anspruch 1, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , d a s s die drehfeste Verbindung von Innenteil (20) und Außenbohrer (10) durch einen senkrecht zur Bohrachse angeordneten, durch das Innenteil (10) und zwei Langlocher (16) im Außenbohrer (10) , deren Lange den Hub des Innenteils (20) relativ zum Außenbohrer (10) bestimmt, gehenden Zylinderstift (26) erfolgt.

8. Bohrvorrichtung nach Anspruch 1, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die drehfeste Verbindung von Innenteil (20) und Außenbohrer (10) durch an der Außenseite des Innenteils (20) und der Innenseite des Außenbohrers (10) radial verlaufende Nuten und Stege, die miteinander durch radiales Stecken in Eingriff bringbar sind, bedingt ist.

9. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass in der ruck-

wartigen Lage des Innenbohrers (20) die beiden Bohrer (20, 10) eine gemeinsame Bohrspitze (12, 22) bilden.

10. Bohrvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass in der ruck- wartigen Lage des Innenbohrers die Schneiden der beiden Bohrer (20, 10) in radialer Richtung fluchten.

11. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die axiale Vorspannung des Innenteils (10) durch eine, zwischen einem Außenflansch (24a) des Innenteils (20) und einem Innenflansch (14a) des Außenbohrers (10) eingespannte Feder (30) erfolgt.

12. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der Innenbohrer (20) in seinem ausgefahrenen Zustand fixierbar ist.

13. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der Sensor (40) ein Hall-Sensor ist, der das Ende (28) des Innenteils (20) detektiert.

14. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der Sensor (40) ein Sensorsignal erzeugt, welches ein Eingangssignal der Einrichtung ist und anhand dessen die Einrichtung ein Schaltmittel, insbesondere einen Transistor oder ein Relais, zum Abschalten des Antriebs (50) ansteuert.

15. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der Sensor (40) neben oder axial hinter dem Ende (28) des Innenteils (20) im Handgriff der Bohrvorrichtung angeordnet ist.

16. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der vorgegebene Wert mittels eines Eingabemittels, insbesondere in

Form eines Potentiometers oder einer Tastatur, vorgebbar und/oder einprogrammierbar ist.

17. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass das Au- ßenteil (10) mit einem ersten Kegelrad drehfest verbunden ist, welches mit einem zweiten Kegelrad verzahnt ist, wobei das zweite Kegelrad mit einem ersten Ende einer, insbesondere biegsamen, Welle verbunden ist, die mit ihrem anderen zweiten Ende mit dem elektrischen Antrieb (50) oder einem dazwischen geschalteten Getriebe verbunden ist.

18. Bohrvorrichtung nach Anspruch 17, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass das erste Kegelrad das Außenteil umfasst oder an dem Ende des Außenteils befestigt ist, wobei das zweite Kegelrad an dem Handgriff oder einem darin angeordneten Teil gelagert ist.

19. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der Sensor

(40) ein Abstandssensor oder Entfernungssensor ist, der die Entfernung des Endes (28) des Innenteils (20) zum Sensor (40) ermittelt und ein entsprechendes Signal erzeugt und an die Einrichtung übergibt.

20. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass durch Kraftbeaufschlagung der Spitze (22) des Innenteils (20) entgegen der Federkraft der Feder (30) in Richtung Sensor (40) verstellbar ist, wodurch die Einrichtung den Antrieb (50) startet.

21. Bohrvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Re- gelungseinrichtung (42) den Antrieb ausschaltet, sobald der Sensor (40) eine Relativbewegung von genügender Große de- tektiert .

22. Bohrvorrichtung nach Anspruch 21, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Relativbewegung durch ein plötzliches Eindrucken der wahrend des Bohrvorgangs vorauseilenden Zentrierspitze (22) des Innenteils (20) aufgrund einer äußeren Gegenkraft, die großer als die Federkraft der Feder (30) ist, erfolgt.

Description:

Bezeichnung : Bohrvorrichtung, insbesondere Knochenbohrvorrichtung, mit Anhalteeinrichtung

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Bohrvorrichtung, insbesondere Knochenbohrvorrichtung, mit zwei konzentrischen, axial gegeneinander verschieblichen, Teilen, wobei das Innenteil gegenüber dem als Bohrer ausgebildeten Außenteil axial in Bohrrichtung vorgespannt ist und ohne Gegenbeaufschlagung ge- genüber dem Außenteil in Bohrrichtung etwas vorsteht, und einer Einrichtung, die bei einer axialen Verschiebung des Innenteils gegenüber dem Außenbohrer den Antrieb des Gesamtbohrers unterbricht.

Eine derartige gattungsgemäße Vorrichtung ist z. B. aus der US-PS 4 456 010 bekannt. In der Praxis des Bohrens, insbesondere beim

Knochenbohren, stellt sich häufig das Problem, dass in einer unbekannten Tiefe sich der Zustand des durchbohrten Raumes ändert.

Das ist schon jedem Heimwerker bekannt, der bei einer Wand unbekannter Dicke plötzlich im Hohlraum dahinter landet, wobei der Bohrer letztendlich durch den Anschlag des Bohrfutters am weiteren

Vordringen gehindert wird. Beim Knochenbohren ist dies besonders

gefahrlich, weil der Bohrer beim unkontrollierten Durchbrechen des (harten) Knochen die dahinterliegenden weichen Gewebe (Schleimhaute, Hirnhaut) sozusagen aufwickelt und zerstört. Bei der bekannten Vorrichtung wird dies dadurch verhindert, dass beim Durchbrechen der Innenbohrer gegenüber dem Außenbohrer mit etwas größerem Durchmesser durch die axiale Vorspannung vorruckt und dadurch eine Kupplung ausruckt, die beim Ansetzen des Bohrers durch eine Ruckverschiebung gegen die axiale Vorspannung in Eingriff gelangt war. Das Ausrucken der Kupplung halt dann den Antrieb und die Bohrer an.

Aus obigem wird die Wichtigkeit einer schnellen und zuverlässigen Reaktion der Einrichtung deutlich. Dies ist bei der Losung im Stande der Technik nicht immer gewahrleistet, da die Auslosung der Kupplung mit einem Zeitverlust einhergeht und die Kupplungs- mechanik auch störanfällig, etwa durch eingedrungenes Bohrgut, ist. Zudem dreht der Bohrer nachteilig aufgrund seiner gespeicherten kinetischen noch unkontrolliert nach dem Auskuppelvorgang weiter.

Aus der DE 10129948 ist ebenfalls eine Knochenbohrvorrichtung bekannt, bei der ein zweiteiliger Bohrer verwendet wird, dessen Spitze immer dann, wenn sie auf ein weniger dichtes Medium stoßt, weiter nach vorne dringt als der übrige Bohrkorper und von der Drehbewegung entkoppelt werden kann. Die Bohrvorrichtung hat ein entsprechendes Auswertesystem, welches die Spitze und deren Relativbewegung gegenüber dem übrigen Bohrkorper erkennt und den sofortigen Stopp der Drehbewegung durch Unterbrechung der Motorstromzufuhr und Abbremsen veranlasst. Die Spitze wird mittels eines Fluids nach vorne in Richtung Bohrstelle druckbeaufschlagt. Sobald die Spitze in ein weicheres Medium eindringt und somit dem übrigen Bohrkorper voreilt, sinkt der Druck aufgrund der Vo- lumenvergroßerung der Fluidzufuhrkammer . Der Druck wird mittels eines Drucksensors, welcher außerhalb des Handgriffs für die Bohrvorrichtung angeordnet ist, überwacht und an die Steuereinrichtung der Bohrvorrichtung übermittelt, welche das Abbremsen und Abschalten des Antriebs der Bohrvorrichtung steuert.

Nachteilig bei dieser Bohrvorrichtung ist, dass teure Drucksensoren verwendet werden müssen, die geringste Druckunterschiede messen können, da die Relativbewegung geringer als 1 mm ist. Zudem können Druckschwankungen bei der Erzeugung des erforderlichen Fluiddrucks entstehen, die eine eindeutige Erkennung des Durchbruchs der Bohrerspitze in ein weicheres Medium erschweren wenn nicht sogar unmöglich machen. Auch sind zusatzliche aufwendige Maßnahmen zur Anordnung und Abdichtung des Fluidsystems erforderlich. Der Einsatz einer Fluidpumpe ist zudem teuer und wartungsanfallig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemaße Bohrvorrichtung derart weiter zu bilden, dass sie schneller und zuverlässiger anhält und insbesondere auch einen wesentlich einfacheren und dadurch leichter und preisgünstiger herstellbaren Aufbau hat.

Die Aufgabe wird erfindungsgemaß mit einer Bohrvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs gelost. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich durch die Merkmale der auf den Anspruch 1 ruckbezogenen Ansprüche.

Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, die Relativbewegung direkt mittels eines Sensors zu erfassen, wodurch der Antrieb von der Steuereinrichtung der Bohrvorrichtung abgeschaltet oder abgebremst wird. Der Sensor ist dabei vorteilhaft direkt hinter oder neben dem hinteren Ende des Außenteil und/oder Innenteils des Bohrers, insbesondere im Gehäuse des Handgriffs angeordnet. Hierdurch wird eine platzsparende Anordnung erreicht, die ein gutes Handling z.B. im Mundraum eines Patienten garantiert.

Die Erfindung hat insbesondere folgende Vorteile: Durch die elektromagnetische Auslosung (diese kann z. B. bevorzugt ka- pazitiv, alternativ induktiv, weiter alternativ durch eine Lichtschranke sein) kann schon eine minimale Axialverschiebung des Innenteils (in der Praxis z. B. 0,3 bis 0,5 mm) die Schaltung auslosen und den Anhalte- und ggf. Bremsvorgang auslosen.

Mit Hilfe einer Sensorlosung lasst sich der Aufbau auch erheblich einfacher und kompakter gestalten, wie nachfolgend noch dargelegt werden wird.

Bevorzugt wird der Schaltvorgang durch das den Außenbohrer rückwärtig in Axialrichtung überragende Ende des Innenteils, das einem Sensor gegenüberliegt, ausgelost. Die Bewegung des Innenteils ist dann eine reine Gleitbewegung, die durch entsprechende Materialien und/oder Beschichtungen reibungsarm gehalten werden kann und sonst keine mechanische Arbeit leisten muss. Durch die Anordnung des Sensors gegenüber den rückwärtigen Enden der Bohrer kann deren Gestaltung auch einfach gehalten werden.

Bevorzugt ist das Ende des Innenteils radial, d.h. kragenformig, erweitert. Diese Erweiterung kann z. B. in Gestalt einer - leicht an das Ende anzuformenden oder anzubringenden - Scheibe ausgebildet sein. Dadurch wird die Wirkflache für eine kapazitive oder induktive Beeinflussung des Sensors vergrößert, der dadurch entsprechend feiner eingestellt werden kann.

Bevorzugt kann das den Außenbohrer rückwärtig in Axialrichtung überragende Ende des Innenbohrers, einen Sensor beaufschlagenden Lichtstrahl freigeben bzw. sperren, wodurch die Abschaltung ausgelost werden kann. Auch diese Losung lasst sich einfach und außerhalb des Gesamtbohrers, bestehend aus Außen- und Innenteil, verwirklichen .

Bevorzugt ist das Innenteil als im wesentlichen zylindrischer Stift ausgebildet. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass der Stift, ohne selbst eine Bohrfunktion zu haben, wodurch er noch gunstiger herstellbar ist, bei entsprechender Schmalheit leicht durch den von der umgebenden Bohrspitze des Außenbohrers ge- schaffenen, anfanglich noch minimalen, Durchbruch hindurchtreten und den Gesamtbohrer anhalten kann.

Alternativ bevorzugt ist das in Bohrrichtung liegende Ende des Innenteils als Bohrspitze mit entsprechenden Schneiden ausge-

bildet. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass die beiden Bohrer ggf. eine gemeinsame Bohrspitze bilden können und eine bessere Abfuhr des Bohrgutes gewahrleistet ist.

Besonders bevorzugt sind der Außenbohrer und das Innenteil zueinander drehfest. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass kein Bohrgut durch eine Relativdrehung zwischen den Bohrer geraten kann .

Bevorzugt wird die drehfeste Verbindung von Innenteil und Außenbohrer durch einen senkrecht zur Bohrachse angeordneten, durch das Innenteil und zwei Langlocher im Außenbohrer, deren Lange den Hub des Innenteils zum Außenbohrer bestimmt, gehenden Zylinderstift geschaffen. Auf diese Weise lassen sich die beiden Teile bzw. Bohrer besonders einfach miteinander drehverbinden, und vor allem lassen sich durch die Entfernung des Stiftes beide Teile leicht trennen. Der Stift ist auch in der Lage, im Zusammenwirken mit zwei Langlochern im Mantel des Außenbohrers die Axialbewegung des Innenteils zu begrenzen, das sich sonst unter der Vorspannung u. U. unerwünscht weit aus dem Außenbohrer bewegen konnte.

Bevorzugt wird die drehfeste Verbindung von Innenteil und Au- ßenbohrer durch an der Außenseite des Innenteils und der Innenseite des Außenbohrers radial verlaufende Nuten und Stege, die miteinander durch radiales Stecken in Eingriff bringbar sind, geschaffen.

Dadurch, dass die Nuten zumindest in einer Richtung axial begrenzt sind, kann auch ein Anschlag für den Vortritt des Innenteils geschaffen werden.

Bevorzugt bilden in der rückwärtigen Lage des Innenbohrers die beiden Bohrer eine gemeinsame Bohrspitze. In der Regel ist das Verhältnis der beiden Bohrer durch Anschlage (u. B. die Langsnuten oder die Langlocher) begrenzt. Beim Ansetzen des Bohrers wird das Innenteil bis an den Vorderrand des Außenteils zurückgedrängt, wodurch optional auch der Antrieb der Bohrvorrichtung eingeschaltet werden kann. Die jeweilige Spitze bzw. Kegelstumpfspitze

wirken dann zweckmäßig wie ein einheitlicher Bohrer. Dadurch wird auch eine bessere Abfuhr der Bohrspane, insbesondere durch den Innenbohrer bzw. das Innenteil, gefordert.

Bevorzugt fluchten in der rückwärtigen Lage des Innenbohrers die Schneiden der beiden Bohrer in radialer Richtung. Dadurch wird die Wirkung einer einheitlichen Bohrspitze gefordert.

Bevorzugt wird die axiale Vorspannung des Innenteils durch eine, zwischen einem Außenflansch des Innenteils und einem Innenflansch des Außenbohrers eingespannte Feder bewirkt. Dies ist eine einfache und zuverlässige Losung, und die Feder kann außerhalb, nämlich rückwärtig, des eigentlichen Bohrbereichs und damit diesen nicht radial erweiternd, angebracht werden.

Bevorzugt ist das als Innenbohrer ausgebildete Innenteil in seinem ausgefahrenen Zustand fixierbar, z. B. per Tastendruck. Dadurch kann es, in an sich bekannter Weise, als Zentrierbohrer dienen.

Bevorzugt findet die Bohrvorrichtung ihre Anwendung in der Zahnmedizin. Dort ist die, durch die erfindungsgemaße Losung mögliche kleine Bauform von besonderem Vorteil.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Zeichnungen, auf die wegen ihrer großen Klarheit und übersichtlichkeit hinsichtlich der Offenbarung ausdrucklich verwiesen wird, naher beschrieben.

Es zeigen:

Figur 1: Eine schematische Seitenansicht einer bevorzugten Aus fuhrungs form einer erfindungsgemaßen Bohrvor- richtung, in der der Innenteil im Außenbohrer erkennbar ist, mit dem Sensor und dem Antrieb;

Figur 2: den Innenteil und den Außenbohrer der Erfindung, wobei der Innenteil entgegen der Vorspannung durch eine Druckfeder nach rückwärts belastet ist;

Figur 3: den Innenteil und den Außenbohrer der Erfindung, wobei der Innenteil unter der Vorspannung durch eine Druckfeder aus dem Außenbohrer weitestmöglich ausgefahren ist;

Figur 4: eine alternative Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bohrvorrichtung mit Kegelradantrieb.

In Figur 1 ist der Gesamtbohrer dargestellt, der einen Außenbohrer 10 (durchscheinend gezeigt) und ein darin radial verschiebliches, als Innenbohrer ausgebildetes und schraffiert dargestelltes, Innenteil (20) aufweist. Der Außenbohrer 10 weist einen Zahnkranz 18 auf, der wiederum durch ein Zahnrad 52, das auf einem Antrieb 50 sitzt, angetrieben wird. Der Antrieb dreht beide Bohrer 10, 20 des Gesamtbohrers, weil diese durch einen durchgehenden Zylinderstift 26 drehfest miteinander verbunden sind. Der Au- ßenbohrer 10 ist in einer Drehlagerung 54 gelagert, welche nicht im Einzelnen dargestellt ist.

Für bestimmte Anwendungen soll es allerdings nicht ausgeschlossen sein, dass Außenbohrer und Innenbohrer getrennt angetrieben werden.

Der Innenbohrer 20 hat ein erweitertes Ende 28, das einem Sensor 40 gegenüberliegt. Der Sensor 40 ist so eingestellt, dass er bei einer einem Abstand x entsprechenden Stellung des erweiterten Endes 28 der Steuerung 42 mitteilt, dass der Antrieb 50 laufen soll, der somit dann, wenn er nicht durch einen anderen Schalter in Reihe ausgestellt ist, die Gesamtbohrer 10 und 20 antreibt.

Die Steuerung 42 kann auch weiter ausgebildet sein, z. B. kann sie die Drehgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Bohrtiefe ändern usw..

Die Figur 2 zeigt den Innenbohrer 20 und den Außenbohrer 10 in der Stellung, wie in Figur 1, die sie zueinander einnehmen, wenn der

Gesamtbohrer auf das zu durchbohrende Material aufgesetzt ist und somit der Innenbohrer 20 gegen die Kraft der Druckfeder 30 in das

Innere des Außenbohrers 10 gedrangt wird. Der Stift 26 schlagt dann an das passend gewählte hintere Ende des Langlochs 16 im Mantel des Außenbohrers 10 an.

Die Figur 3 zeigt die Stellung, wenn der Innenbohrer 10 durch das Ende des harten Materials, z. B. des Knochens, durchgebrochen ist. Am Beginn des Durchbruchs aus einem harten Bereich (am Ende des Hartteils) wird der Durchmesser, abhangig von Schneidwinkel und Vorschub, kontinuierlich großer. Bei Erreichen des Durchmessers des Innenbohrers 20 an dieser, der Durchbruchsstelle, tritt dieser Innenbohrer 20 mittels der vorzugsweise einstellbaren Federkraft des Federelementes 30 axial in Richtung Bohrerschneide 22 (Bohrrichtung) aus dem Außenbohrer 10 hervor. Durch diese axiale Positionsverschiebung zum Außenbohrer 10, welche der Sensor 40 erkennt (im Ausfuhrungsbeispiel ist als Abstandsanderung, die ein Sensorsignal auslost, 0, 3 mm gewählt, was ohne weiteres erreichbar ist) , wird das abrupte Anhalten der Drehung der Bohreinheit bzw. des Bohrers ausgelost, so dass keinerlei Beschädigungen durch rotierende Werkstucke an Weichteilen erfolgen können.

Durch die Erfindung ist es möglich, den Bohrer so schnell an- zuhalten, dass der Anhaltevorgang von Betriebsdrehzahl zu Stillstand innerhalb von ca. 0,9° einer Umdrehung des Bohrers beendet ist. Somit ist die Gefahr der Verletzung von Weichteilen, wie z. B. Nerven oder Blutgefäßen, stark verringert.

Dabei ruckt die Bohrspitze 22 des Innenbohrers 20 vor und das erweiterte Ende 28 des Innenbohrers 20 ruckt vom Sensor 40 (der seinerseits einen festen Abstand vom Ende des Außenbohrers 10 hat) in Bohrrichtung unter der Federkraft der Feder 30 ab. Der Innenbohrer 10 wird dabei vermittels des Halters 24 in der Axi- alfuhrung 14 gefuhrt. Ab einem vorgewählten, einstellbaren Abstand des erweiterten Endes 28 vom Sensor 40 schaltet der Sensor 40 über die Steuerung 42 den Antrieb aus, der so eingerichtet ist, dass er sofort anhält. Dies wird auch mit dadurch erreicht, dass als Antrieb ein Schrittmotor gewählt wird. Das Anhalten kann mit einer besonderen Ansteuerelektronik 42 im Achtelschrittbetrieb

bereits bei 0,113° geschehen. Ein zu weites Vorrucken des Innenbohrers 20 gegenüber dem Außenbohrer 10 wird wiederum durch den Anschlag des Zylinderstiftes 26, diesmal am vorderen Ende des Langlochs 16, verhindert.

Eine geeignete Ausbildung der Schneiden 22 des Innenbohrers 20 (Winkel, Scharfe usw.) die zweckmäßig nach dem zu bohrenden Material gewählt wird, kann verhindern, dass der axial bewegliche und unter Federspannung stehende Innenbohrer 20 dem Außenbohrer 10 schon vor dem Durchbruch voreilt.

Wie gesagt hat der erfindungsgemaße Aufbau auch den Vorteil, dass der Innenbohrer, z. B. durch Fixierung in seiner Vorderstellung, als Zentrierbohrer genutzt werden kann.

Die erfindungsgemaße Bohrvorrichtung kann auch verwendet werden, wenn bei der Durchbohrung eines weicheren Materials das Anbohren eines härteren Materials (z. B. einer eingepflanzten Titanplatte) verhindert werden soll. Dabei wird die Bohrstellung der beiden Bohrer zueinander, z. B. durch eine stärkere Feder 30' , so gewählt, dass der Innenbohrer 20 wie in Figur 3 ersichtlich, dem Außenbohrer 10 von vornherein voreilt. Beim Anstoßen an ein härteres Material wird der Innenbohrer nun gegen die Feder 30' zurückgedrängt, so dass er sich dem Sensor 40 nähert. Das Signal des Sensors an die Steuerung muss dann einfach so umgepolt oder von der Regelung 42 so umgedeutet werden, dass in diesem Fall eine vorwahlbare Annäherung (z. B. wieder eine Veränderung um 0, 3 mm) den Stillstand des Antriebs 50 auslost.

Die Figur 4 zeigt eine alternative Ausfuhrungsform der erfin- dungsgemaßen Bohrvorrichtung mit Kegelradantrieb. Der Außenbohrer 10 weist an seinem hinteren Ende einen Bereich 14 mit größerem Durchmesser auf, an dem das erste Kegelrad 61 drehfest befestigt ist. Das erste Kegelrad 61 zahnt mit dem zweiten Kegelrad 62, welches auf einer Welle 63 befestigt ist, welche mit einem nicht dargestellten Antrieb in Verbindung ist. Der Außenbohrer 10 sowie die Welle 62 sind in dem Gehauseteil 60 gelagert, an dem ein weiterer Bereich 64 befestigt oder angeformt ist, welcher den

Sensor 40 trägt. Der Sensor 40 ist in axialer Richtung hinter dem Ende 28 des Innenteils 10 und im Abstand zu diesem angeordnet. An dem Gehäuseteil 60 kann ein weiteres Gehäuseteil 65 zur Aufnahme des Antriebs 50 und/oder der Regelungseinrichtung 42 befestigt sein.