Bohrwerkzeug mit Wechselschneidplatten sowie Wechselschneidplat- ten für ein solches Bohrwerkzeug Beschreibung Die Erfindung betrifft ein Bohrwerkzeug mit einem um eine Bohrerachse drehbaren Grundkörper, mit zwei im Spitzenbereich des Grundkörpers ange- ordneten Plattensitzen und mit in den Plattensitzen auswechselbar einge- setzten, an einer zentralen Plattenecke über die Bohrerachse hinweg unter Freilassung einer Zentrumslücke einander zugewandten Wechselschneid- platten, die eine von einer radial äußeren Führungsfase bis zur zentralen Plattenecke reichende Hauptschneide, und je eine sich im Bereich der Hauptschneide unter Bildung eines Schneidkeils treffende Spanfläche und Freifläche aufweisen, wobei die Hauptschneiden der Wechselschneidplatten sich im Bereich einer zentralen, vorzugsweise abgewinkelten Schneidenpar- tie zu einer durch die Zentrumslücke unterbrochenen Querschneide ergän- zen. Weiter betrifft die Erfindung eine Wechselschneidplatte für den Einsatz in ein Bohrwerkzeug der genannten Art.
Bohrwerkzeuge dieser Art werden als doppelschneidige Vollbohrer verwen- det, die ähnlich aufgebaut sind, wie ein Spiralbohrer, jedoch mit wechselba- ren Schneidplatten. Die stirnseitig in die Bohrerspitze eingeschraubten Wechselschneidplatten weisen im Bereich ihrer Hauptschneiden einen Spit- zenwinkel auf, der dafür sorgt, dass der Bohrer in der Bohrung zentriert wird (DE-A 100 30 297). Da die Schneidplatten nicht über die Bohrerachse hin- weg schneiden, sondern in diesem Bereich unter Freilassung der Zentrums- lücke einen Abstand voneinander aufweisen, bleibt dort beim Bohrvorgang ein kleiner Butzen oder Zapfen stehen, der nicht zerspant wird. Der Abstand im Bereich der Zentrumslücke wird dabei so eingestellt, dass der entstehen- de Zapfen klein genug ist, damit er beim Bohrvorgang zerbröselt wird. Um die beim Bohrvorgang auftretenden Druckkräfte zerstörungsfrei aufnehmen zu können, ist die zentrale Schneidenpartie im Verlauf der Schneide abge-
rundet oder facettiert. Beim Betrieb derartiger Bohrwerkzeuge hat es sich jedoch gezeigt, dass die auf diese Weise gebildete Schutzfase nicht aus- reicht, um die Bruchgefahr der Wechselschneidplatte an dieser Stelle auszu- schließen. Außerdem lässt die Führung des bekannten Bohrers beim Bohr- vorgang zu wünschen übrig.
Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, das bekannte Bohrwerkzeug und die Wechselschneidplatten der eingangs angegebenen Art dahingehend zu verbessern, dass die Bruchgefahr im zentralen Bereich der Wechselschneidplatten verringert wird und eine bessere Führung des Werkzeugs gewährleistet ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe werden die in den Ansprüchen 1 und 41 angege- benen Merkmalskombinationen vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen An- sprüchen.
Die erfindungsgemäße Lösung besteht im wesentlichen, darin, dass die Wechselschneidplatten an ihrer Freifläche eine von einer vom Bereich ihrer zentralen Schneidenpartie ausgehenden Scheitellinie bis zur zentralen Plat- tenecke verlaufende geneigte Leitschräge aufweisen, und dass die Freiflä- chen im radial äußeren Bereich in Vorschubrichtung positiv, sich pfeilartig ergänzend und im Bereich ihrer Leitschrägen in Vorschubrichtung negativ, sich zur Zentrumslücke hin trichterartig ergänzend geneigt sind. Die Zent- rumsschrägen an den Schneidplatten sorgen dafür, dass die Bohrerspitze die Gestalt eines in Vorschubrichtung umgekehrten W erhält mit dem Effekt, dass die Spanklemmung im Bereich der Zentrumsschrägen reduziert wird und die beim Spanabriss auftretenden Druckkräfte sich über eine größere Fläche im Zentrumsbereich verteilen. Dadurch wird die Bruchgefahr im zent- ralen Plattenbereich wirksam vermieden.
Die nachstehenden Ausführungen beziehen sich überwiegend auf den Fall der stehenden Wechselschneidplatten, deren Durchtrittsöffnung die Freiflä- che und die der Freifläche abgewandte Auflagefläche durchdringt. Grund- sätzlich ist das Prinzip der Erfindung auch auf Bohrwerkzeuge mit liegenden Wechselschneidplatten übertragbar, bei welchen nicht die Freifläche, son- dern die Spanfläche und die der Spanfläche abgewandte Auflagefläche von der Durchtrittsöffnung für ein Befestigungsorgan durchdrungen sind. In die- sem Fall sind die Plattensitze im Spitzenbereich des Grundkörpers liegend angeordnet.
Der Zentrumsschräge kommt eine Führungsfunktion für den im Zentrumsbe- reich entstehenden Restspan in Richtung Zentrumslücke zu. Eine Freispa- rung im Bereich der zentralen Plattenecke sowie eine gegenüber den Plat- tensitzen axial zurückversetzte konkave Kontur im Grundkörper ergeben au- ßerdem eine verbesserte Spanabfuhr. Die konkave Kontur im Grundkörper sorgt ferner dafür, dass die Kerbwirkung der beim Bohrvorgang im Bereich der Bohrerseele angreifenden Spreizkräfte reduziert wird.
Vorteilhafterweise schließen die zur zentralen und zur radial äußeren Schneidenpartie der Hauptschneide gehörenden Spanflächenabschnitte im Übergangsbereich einen Querschneidenwinkel kleiner 70°, vorzugsweise 20° bis 40° miteinander ein. Bei exakt symmetrischer Anordnung der Wechsel- schneidplatten am Grundkörper ergibt sich eine symmetrische Betriebsweise mit ausgeglichenen Radialkräften. Dadurch ist der Bohrer in seiner Lage be- züglich der beiden Schneidplatten beim Bohrvorgang unbestimmt. Geringe Radialkraft-Unterschiede beim Schneidvorgang reichen aus, um den Bohrer in die eine oder andere Richtung abzudrängen. Diese Unbestimmtheit führt dazu, dass Toleranzen entstehen, die auf das zufällige Abdrängen in die eine oder andere radiale Richtung zurückzuführen sind. Deshalb ist bei einer sol- chen Konfiguration die Zylindrizität der Bohrung nicht immer gewährleistet.
Genauere Bohrungen können erzielt werden, wenn durch Einbringung einer gewissen Unsymmetrie in der Plattenanordnung eine Bearbeitungsdominanz an einer der beiden Wechselschneidplatten erzeugt wird. Dies kann bei- spielsweise dadurch erreicht werden, dass die einander entsprechenden Ab- schnitte der Hauptschneiden der beiden Wechselschneidplatten einen Winkel ungleich 180'miteinander einschließen. Es hat sich gezeigt, dass eine ge- ringe Abweichung, beispielsweise zwischen 0° und 4° zu einer ausreichen- den Vorzugsrichtung führt, ohne dass es dabei zu einer übermäßigen Un- gleichheit im Verschleiß kommt. Es reicht völlig aus, wenn der Winkelversatz etwas größer als die sich auf die Abdrängwirkung auswirkenden Toleranzen gewählt wird. Die mit ihrer Schneide voreilende Platte übernimmt dabei die dominante Führungsfunktion, während die nacheilende Platte nachgeführt wird. Die Plattendominanz kann auch dadurch beeinflusst werden, dass die Wechselschneidplatten in axialer Richtung einen Versatz aufweisen. Die axi- al führende Platte erzeugt einen etwas dickeren Span. Der optimale Axial- versatz liegt dementsprechend in der Größenordnung 1/100 mm, vorzugs- weise 0,005 mm bis 0,05 mm. Wenn die Dominanz zwischen den Platten richtig eingestellt ist, erhält man eine eindeutige radiale Führung an der Boh- rungswand über die radial außen liegende Führungsfase der nicht dominan- ten Platte.
Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die die Durchtrittsöffnung enthaltende radial äußere Freiflächenpartie und die zentra- le Leitschräge im Bereich der Scheitellinie einen Scheitelwinkel kleiner 170°, vorzugsweise 120° bis 160° einschließen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung geht die Scheitellinie von einer Position innerhalb der zentralen Schneidenpartie aus und verläuft zu einer gegenüberliegenden Plattenkante, wobei sich die zent- rale Schneidenpartie und die gegenüberliegende Plattenkante in der zentra- len Plattenecke treffen. Daraus folgt, dass die zentrale Leitfläche einen durch die Scheitellinie, einen Abschnitt der zentralen Schneidenpartie und einen
Abschnitt der benachbarten Plattenkante begrenzten dreieckigen Umriss auf- weist. Vorteilhafterweise beträgt hierbei die zwischen der Scheitellinie und der Plattenecke gemessene Höhe der im Umriss dreieckigen zentralen Leit- fläche ein Vielfaches, vorzugsweise das 5-bis 20-fache der Weite der Zent- rumslücke, wobei die Weite der Zentrumslücke sich nach der Zähigkeit des zu verarbeitenden Werkstückmaterials richtet und zweckmäßig kleiner als 0,3 mm ist.
Um beim Bohrvorgang die Kühlung im Bereich der Wechselschneidplatten und die Spanabfuhr zu verbessern, wird gemäß einer alternativen oder be- vorzugten Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen, dass die Wechsel- schneidplatten mit ihren der Spanfläche abgewandten Anlageflächen und mit ihrer Auflagefläche gegen komplementäre Sitzflächen des Plattensitzes an- liegen, dass die Anlageflächen über je eine mit den Sitzflächen des Platten- sitzes einen kanalartigen Freiraum bildende Auflagefase in die Auflagefläche übergehen und dass in jeden Plattensitz im Bereich des kanalartigen Frei- raums je ein im Grundkörper angeordneter, mit einem Kühlschmiermittel beaufschlagbarer Kühlkanal mündet. Der kanalartige Freiraum ist dabei zweckmäßig sowohl nach innen zur Zentrumslücke als auch nach außen zur radial äußeren Führungsfase hin offen. Der durch die Kühlkanäle geleitete Kühlschmierstoff trägt an der außenseitigen Führungsfase zur Kühlung und Schmierung bei, während er nach innen zur Zentrumslücke hin für den Ab- transport der dort auftretenden Krümelspäne in die Spankanäle sorgt.
Vorteilhafterweise gehen die von der Spanfläche abgewandten Anlageflä- chen der Wechselschneidplatten und deren Auflagefasen über eine gerunde- te Plattenecke ineinander über, wobei der Kühlkanal vorteilhafterweise in der Nähe der abgerundeten Plattenecke in den Plattensitz mündet.
Um die beim Bohrvorgang auftretenden Radialkräfte nicht allein von den Be- festigungsschrauben aufnehmen zu müssen, wird gemäß einer weiteren vor- teilhaften Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen, dass die Plattensitze
und die Wechselschneidplatten komplementär ineinander greifende Verzah- nungen zur Erzeugung eines radialen Formschlusses aufweisen.
Zur weiteren Verbesserung der Schneideigenschaften des Bohrwerkzeugs wird gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen, dass die Wechselschneidplatte im Bereich der Spanfläche eine zumindest an einem Teil der Hauptschneide angrenzende Spanformmulde aufweist. Die Spanformmulde kann zumindest partiell in den Bereich der zentralen Schneidpartie, gegebenenfalls sogar über die Scheitellinie hinweg in den Be- reich der an die Leitschräge angrenzenden Spannfläche in die Nähe der zentralen Plattenecke hineinreichen. Außerdem kann die Spanformmulde bis in die Nähe der Nebenschneide heranreichen, und diese eventuell sogar durchdringen. Die Spanformmulde weist zweckmäßig eine konkave, vor- zugsweise eine teilzylindrische Bodenfläche auf. Vorteilhafterweise sind die Hauptschneide und die Spanformmulde durch eine vorzugsweise parallel zur Hauptschneide verlaufende Fase voneinander getrennt. Die beschriebene Spanformmulde soll vor allem dafür sorgen, dass der beim Bohrvorgang entstehende Span so geformt wird, dass er vom Zentrum weggezogen wird.
Eine weitere Verbesserung in dieser Hinsicht kann dadurch erzielt werden, dass die Hauptschneide durch im Abstand voneinander angeordnete Span- brecherkerben unterbrochen ist. Die Spanbrecherkerben sind zweckmäßig außerhalb der zentralen Schneidenpartie angeordnet. Grundsätzlich können jedoch auch im Bereich der zentralen Schneidenpartie Spanbrecherkerben vorgesehen werden.
Die Nebenschneide ist gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfin- dung in ihrem Verlauf parallel zur Bohrerachse oder um einen Winkel bis zu 30° divergierend gegenüber der Vorschubrichtung ausgerichtet.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine schaubildliche Darstellung eines Bohrwerkzeugs mit stehen- den Wechselschneidplatten ; Fig. 2 einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 1 ; Fig. 3a eine Stirnseitenansicht des Bohrwerkzeugs nach Fig. 1 ; Fig. 3b einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 3a ; Fig. 4a und b zwei vergrößerte Ausschnitte des Bohrwerkzeugs in je einer Seitenansicht ; Fig. 5a bis c eine Wechselschneidplatte für das Bohrwerkzeug in drei ver- schiedenen schaubildlichen Darstellungen ; Fig. 6 eine schaubildliche Darstellung eines Bohrwerkzeugs mit liegen- den Wechselschneidplatten ; Fig. 7a und b zwei vergrößerte Ausschnitte aus dem Spitzenbereich des Bohrwerkzeugs nach Fig. 6 ; Fig. 8 eine Stirnseitenansicht des Bohrwerkzeugs nach Fig. 6 ; Fig. 9 eine Seitenansicht der Wechselschneidplatte für das Bohrwerk- zeug nach Fig. 6 ; Fig. 10a bis d je eine Wechselschneidplatte für das Werkzeug mit unter- schiedlich ausgestalteten Spanformmulden im Bereich der Span- flächen in schaubildlichen Darstellungen ;
Fig. 11 a und b zwei Ausführungsbeispiele einer Wechselschneidplatte für das Bohrwerkzeug mit verschieden gestalteten Spanbrecherker- ben im Bereich der Hauptschneide jeweils in schaubildlicher Dar- stellung.
Die in der Zeichnung dargestellten Bohrwerkzeuge sind als zweischneidige Vollbohrer ausgebildet. Die Bohrwerkzeuge sind für den Einsatz in Werk- zeugmaschinen bestimmt und weisen zu diesem Zweck einen von einem Kupplungsflansch 10 für eine Planflächenanlage begrenzten Kupplungss- chaft 12 für den Anschluss an eine nicht dargestellte Maschinenspindel auf.
Mit dem Kupplungsflansch 10 ist außerdem ein langgestreckter Grundkörper 14 verbunden, der stirnseitig mit zwei Plattensitzen 16 versehen ist, von de- nen aus sich Spanfördernuten 18 über die Länge des Grundkörpers 14 erstrecken. In den Plattensitzen 16 sind zwei gleich ausgebildete Wechsel- schneidplatten 20 angeordnet und mit Befestigungsschrauben 22 am Grund- körper 14 befestigt.
Die stehend angeordneten Schneidplatten 20 nach Fig. 1 bis 5 weisen eine Freifläche 24 und eine von dieser abgewandte Auflagefläche 26 auf, die planparallel zueinander ausgerichtet sind. Auf der Seite der Spanfördernut wird die Freifläche 24 durch die Hauptschneide 28 und die daran anschlie- ßende, in die Spanfördernut 18 mündende Spanfläche 30 begrenzt. Radial nach außen hin schließen sich an die Hauptschneide 28 und die Spanfläche 30 eine zugleich als Führungskante ausgebildete Nebenschneide 32 und eine Führungsfase 34 an. Die Nebenschneide 32 und die Führungsfase 34 erstrecken sich im Anschluss an eine Schneidfase 35 über die Plattendicke hinweg parallel zur Bohrerachse 36. Die Führungsfasen 34 der beiden Schneidplatten 20 unterstützen die Führung des Bohrwerkzeugs im Bohr- loch, während der Spitzenwinkel zwischen den Hauptschneiden 28 der bei- den Schneidplatten 20, der vor allem in Fig. 4 erkennbar ist, eine Zentrierung des Bohrers im Bohrloch gewährleistet. Die Befestigungsöffnung 44 für den Durchgriff der Befestigungsschrauben 22 greift quer zwischen Freifläche 24
und Auflagefläche 26 durch die Wechselschneidplatten hindurch. Wie vor allem aus Fig. 3b zu ersehen ist, weisen die Hauptschneiden 28 der Wech- selschneidplatten 20 eine um einen Querschneidenwinkel a von etwa 30° abgewinkelte zentrale Schneidenpartie 28'auf, die sich bis zur zentralen Plattenecke 46 erstreckt, von der aus sich eine in eine die Anlagefläche 48 begrenzende Anlagekante 50 übergehende Zentrumsfase 52 befindet. Die Freifläche 24 weist eine von einer im Bereich zwischen Durchtrittsöffnung 44 und innerer Plattenecke 46 angeordneten Scheitellinie 54 bis zur inneren Plattenecke 46 verlaufende, in Richtung Auflagefläche 26 geneigte Leit- schräge 56 auf. Der Scheitelwinkel ß zwischen der radial äußeren, die Durchtrittsöffnung 44 enthaltenden Freiflächenpartie 24 und der Leitschräge 56 beträgt bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel etwa 140°. Die Scheitelli- nie 54 geht dabei von einer Position innerhalb der zentralen Schneidenpartie 28'aus und reicht bis zur gegenüberliegenden Plattenkante 50. Wie aus Fig.
3b zu ersehen ist, weist die zentrale Leitschräge eine durch die Scheitellinie 54, einen Abschnitt der zentralen Schneidenpartie 28'und einen Abschnitt der Plattenkante 50 begrenzten dreieckigen Umriss auf. Weiter ist im Bereich der zentralen Plattenecke auf der Seite der Auflagefläche 26 eine zum Grundkörper 14 hin randoffene Freisparung 58 angeordnet.
Im montierten Zustand weisen die Wechselschneidplatten 20 im Bereich ihrer Plattenecken 46 unter Bildung der Zentrumslücke 60 einen kleinen Abstand von 0,05 bis 0,2 mm auf. Die zentralen Schneidenpartien 28'der beiden Wechselschneidplatten sind dabei so einander zugeordnet, dass sie sich zu einer durch die Zentrumslücke 60 unterbrochenen Querschneide ergänzen.
Wie insbesondere aus Fig. 4a zu ersehen ist, schließen die Freiflächen 24 in ihrem radial äußeren Bereich in Vorschubrichtung einen positiven Spitzen- winkel y ein, der dafür sorgt, dass der Bohrer beim Bohrvorgang am Bohrungsgrund zentriert wird. Im Bereich der Leitschrägen 56 dagegen sind die zentralen Schneidenpartien 28'der beiden Schneidplatten in Vorschubrichtung negativ, sich zur Zentrumslücke 60 hin trichterartig ergänzend geneigt und bilden einen Trichterwinkel 5. Auch dieser Winkel trägt zur Zentrierung am Bohrungsgrund bei und sorgt dafür, dass die im
am Bohrungsgrund bei und sorgt dafür, dass die im Zentrum bei der Spaner- zeugung entstehenden Druckkräfte über eine größere Fläche verteilt und dadurch reduziert werden. In den Fig. 5b und c ist erkennbar, dass die von der Spanfläche 30 abgewandten Anlageflächen 48,64 über eine gerundete Plattenecke 66 ineinander und über Auflagefasen 68,69, 70 in die Auflage- fläche 26 übergehen. Die Auflagefasen 68,69, 70 bilden zusammen mit den benachbarten Sitzflächen des Plattensitzes 16 einen kanalartigen Freiraum 80, der sowohl radial nach innen zur Zentrumslücke 60 hin als auch nach außen zur äußeren Führungsfase 34 hin offen ist (Fig. 3b und 4b). Der ka- nalartige Freiraum 80 eines jeden Plattensitzes 16 kommuniziert über je eine Mündungsöffnung 82 und einen Stichkanal 84 mit einem im Grundkörper an- geordneten Kühlkanal 86, der eine zweite stirnseitig am Grundkörper angeordnete Austrittsöffnung 88 aufweist und der im rückwärtigen Bereich des Bohrwerkzeugs mit einem Kühlschmiermittel unter Druck beaufschlagbar ist. Das über die Mündungsöffnung 82 in den kanalartigen Freiraum 80 gelangende Kühlschmiermittel trägt auf der Außenseite zur Führungsfase 34 hin zur Kühlung und Schmierung beim Bohrvorgang bei, während es nach innen zur Zentrumslücke 60 hin für den Abtransport der dort entstehenden Krümelspäne in die Spankanäle 18 sorgt.
Die im montierten Zustand im Wesentlichen radial ausgerichtete Anlageflä- che 64 kann grundsätzlich auch stufenförmig ausgebildet werden, so dass sich ein radialer Formschluss mit einem an der betreffenden Stelle entspre- chend stufenförmig ausgebildeten Plattensitz ergibt. Damit kann die Befesti- gungsschraube 22 von Radialkräften, die beim Bohrvorgang auftreten, ent- lastet werden.
Wie außerdem aus Fig. 4a zu ersehen ist, weist der Grundkörper im Bereich der Zentrumslücke 60 zwischen den Plattensitzen eine gegenüber den Plat- tensitzen axial zurückversetzte konkave Kontur 72 auf, die dafür sorgt, dass es aufgrund der in diesem Bereich beim Bohrvorgang angreifenden Biege- kräfte zu keiner unzulässigen Kerbwirkung kommt.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 6 bis 9 weisen die Schneidplatten 20 eine Spanfläche 30 und eine von dieser abgewandten Auflagefläche 26 auf, die planparallel zueinander ausgerichtet sind. Die in die Spanfördernut 18 mündende Spanfläche 30 wird durch die Hauptschneide 28 und die daran anschließende Freifläche 30 begrenzt. Radial nach außen hin schließen sich an die Hauptschneide 28 und die Spanfläche 30 eine zugleich als Führungs- kante ausgebildete Nebenschneide 32 und eine Führungsfase 34 an. Die Nebenschneide 32 und die Führungsfase 34 erstrecken sich im Anschluss an eine Schneidfase 35 über die lokale Plattenhöhe hinweg parallel zur Bohrer- achse 36. Die Führungsfasen 34 der beiden Schneidplatten 20 unterstützen die Führung des Bohrwerkzeugs im Bohrloch, während der Spitzenwinkel zwischen den Hauptschneiden 28 der beiden Schneidplatten 20 eine Zentrie- rung des Bohrers im Bohrloch gewährleistet. Die Befestigungsöffnung 44 für den Durchgriff der Befestigungsschrauben 22 greift quer zwischen Spanflä- che 30 und Auflagefläche 26 durch die Wechselschneidplatten hindurch. Wie vor allem aus Fig. 8 zu ersehen ist, weisen die Hauptschneiden 28 der Wechselschneidplatten 20 eine um einen Querschneidenwinkel a von etwa 30° abgewinkelte zentrale Schneidenpartie 28'auf, die sich bis zur zentralen Plattenecke 46 erstreckt. Die Freifläche 24 weist eine von einer Scheitellinie 54 bis zur inneren Plattenecke 46 verlaufende, nach innen geneigte Leit- schräge 56 auf. Der Scheitelwinkel ß zwischen der radial äußeren Freiflä- chenpartie 24 und der Leitschräge 56 beträgt bei dem gezeigten Ausfüh- rungsbeispiel etwa 140°. Die Scheitellinie 54 geht dabei von einer Position innerhalb der zentralen Schneidenpartie 28'aus und reicht bis zur rückwärti- gen Plattenkante 50. Wie aus Fig. 2b zu ersehen ist, weist die zentrale Leit- schräge 56 eine durch die Scheitellinie 54, einen Abschnitt der zentralen Schneidenpartie 28'und einen Abschnitt der Plattenkante 50 begrenzten mehreckigen Umriss auf. Weiter ist im Bereich der zentralen Plattenecke 46 eine zum Grundkörper 14 hin randoffene Freisparung 58 angeordnet.
Im montierten Zustand weisen die Wechselschneidplatten 20 im Bereich ihrer Plattenecken 46 unter Bildung der Zentrumslücke 60 einen kleinen Abstand von 0,05 bis 0,2 mm auf. Die zentralen Schneidenpartien 28'der beiden Wechselschneidplatten sind dabei so einander zugeordnet, dass sie sich zu einer durch die Zentrumslücke 60 unterbrochenen Querschneide ergänzen.
Wie insbesondere aus Fig. 9 zu ersehen ist, schließen die Freiflächen 24 in ihrem radial äußeren Bereich in Vorschubrichtung einen positiven Spitzen- winkel ein, der dafür sorgt, dass der Bohrer beim Bohrvorgang am Boh- rungsgrund zentriert wird. Im Bereich der Leitschrägen 56 dagegen sind die zentralen Schneidenpartien 28'der beiden Schneidplatten in Vorschubrich- tung negativ, sich zur Zentrumslücke 60 hin trichterartig ergänzend geneigt und bilden einen Trichterwinkel. Auch dieser Winkel trägt zur Zentrierung am Bohrungsgrund bei und sorgt dafür, dass die im Zentrum bei der Spanerzeu- gung entstehenden Druckkräfte über eine größere Fläche verteilt und da- durch reduziert werden.
Bei den in den Figuren 10a bis d gezeigten Ausführungsbeispielen sind im Bereich der Spanflächen 30 der Wechselschneidplatten 20 Spanformmulden 90 vorgesehen, die unmittelbar oder über eine Fase 92 an die Hauptschnei- de 28 angrenzen und im wesentlichen parallel zu dieser verlaufen. Die vier Ausführungsbeispiele unterscheiden sich im Wesentlichen in der Anordnung und Ausbildung der Spanformmulde 90 in Bezug auf die Hauptschneide 28 : Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 10a taucht die Spanformmulde leicht in den äußeren Teil der Spanfläche 30'der Querschneide 28'ein und taucht in einem kleinen Abstand vor der Nebenschneide 32 aus der Spanfläche 30 aus. Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 10b durchdringt die Spanform- mulde 90 die Nebenschneide 32 und taucht vor der Trennlinie 94 zwischen der Spanfläche 30 und dem inneren Spanflächenteil 30'aus der Spanfläche 30 aus. Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 10c weist eine im wesentlichen zylindrische Spanformmulde auf, die exakt parallel zur Hauptschneide 28 außerhalb der Querschneide verläuft und sowohl die Nebenschneide 32 als auch die Trennlinie 94 zum inneren Spanflächenteil 30'durchdringt. Bei dem
in Fig. 10d gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine Spanformmulde vorgese- hen, die sich sowohl über den äußeren Teil der Spanfläche 30 als auch ent- lang der zentralen Schneidenpartie 28'über den inneren Spanflächenteil 30' bis nahe zur zentralen Plattenecke 46 erstreckt. Die Spanformmulden 90 ha- ben bei den in den Figuren 10a bis d gezeigten Ausführungsbeispielen vor allem die Aufgabe, den Span beim Bohrvorgang so zu formen, dass er von der Bohrerachse nach außen gedrängt wird.
Eine weitere Verbesserung in dieser Hinsicht kann mit den in Fig. 11a und b gezeigten Ausführungsbeispielen erzielt werden, bei denen im Bereich der Hauptschneide 28 im Abstand voneinander angeordnete Spanbrecherkerben 96', 96"vorgesehen sind, die die Hauptschneide 28 durchdringen. Die Spanbrecherkerben 96 haben die Aufgabe, den beim Bohrvorgang entste- henden Span so zu verformen und zu brechen, dass er leichter über die Spanfördernuten des Bohrwerkzeugs abtransportiert werden kann.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 9, das eine Wechselschneidplatte für den liegenden Einsatz im Bohrerkörper zeigt, ist im Bereich der Spanfläche gleichfalls eine Spanformmulde 90 angedeutet. Weiter sind dort Auflagefasen 68 und 70 vorgesehen, die zusammen mit den benachbarten Sitzflächen des Plattensitzes einen kanalartigen Freiraum 80 bilden, der mit einem Kühlkanal 86 im Grundkörper kommuniziert.
Zusammenfassend ist folgendes festzuhalten : Die Erfindung bezieht sich auf ein zweischneidiges Bohrwerkzeug. Das Bohrwerkzeug weist einen um eine Bohrerachse 36 drehbaren Grundkörper 14 auf, in welchem stirnseitig zwei Plattensitze 16 zur Aufnahme von gleich ausgebildeten Wechselschneidplat- ten 20 angeordnet sind. Die Wechselschneidplatten weisen je eine an einer Hauptschneide 28 unter Bildung eines Schneidkeils anschließende Spanflä- che 30 und Freifläche 24 auf. Die Hauptschneiden 28 der Wechselschneid- platten 20 ergänzen sich im Bereich einer zentralen, abgewinkelten Schnei- denpartie 28'zu einer durch eine Zentrumslücke 60 unterbrochenen Quer-
schneide. Ziel der Erfindung ist es, dass die Bruchgefahr im zentralen Be- reich der Wechselschneidplatten verringert und eine bessere Führung des Werkzeugs erzielt wird. Hierzu wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, dass die Wechselschneidplatten 20 an ihrer Freifläche eine von einer Schei- tellinie 54 bis zur zentralen Plattenecke 46 verlaufende, geneigte Leitschräge 56 aufweisen, wobei die Freiflächen 24 im radial äußeren Bereich in Vor- schubrichtung positiv und im Bereich ihrer Leitschrägen 56 negativ geneigt sind.
Die Erfindung ist nicht beschränkt auf die in den Ansprüchen 1,23, 41 und 50 angegebenen Merkmalskombinationen. Die Anmelderin behält sich vor, das Patentbegehren in Abhängigkeit vom Prüfungsergebnis auf eines oder mehrere in der Beschreibung und in der Zeichnung offenbarten Merkmale oder Teilmerkmale zu richten.