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Title:
DRIVE ASSIST SYSTEM HAVING A SUPPLEMENTARY FUNCTION TO AVOID COLLISIONS WITH PARTIAL OFFSET
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/115146
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for improving the protection of passengers during a collision of a vehicle with an obstacle. The biomechanical stress of vehicle occupants may be reduced in that the driving operation is monitored with regard to a possibly impending collision, and, if a collision is inevitable, a yaw moment is automatically applied about the vertical axis of the vehicle such that a greater offset is created between the vehicle and the obstacle.

Inventors:
ARNON, Marc (Am Muehlanger 46, Ingolstadt, 85053, DE)
Application Number:
EP2008/066279
Publication Date:
September 24, 2009
Filing Date:
November 27, 2008
Export Citation:
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Assignee:
ROBERT BOSCH GMBH (Postfach 30 02 20, Stuttgart, 70442, DE)
ARNON, Marc (Am Muehlanger 46, Ingolstadt, 85053, DE)
International Classes:
B60W30/08; B62D15/02; B60W30/08; B62D15/00
Attorney, Agent or Firm:
ROBERT BOSCH GMBH (Postfach 30 02 20, Stuttgart, 70442, DE)
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Claims:

Ansprüche

1. Verfahren zum Verbessern des Insassenschutzes bei einer Kollision eines Kraftfahrzeugs mit einem Objekt, gekennzeichnet durch folgende Schritte: überwachen des Fahrbetriebs in Bezug auf eine möglicherweise bevorstehende Kollision (1); für den Fall, dass eine Kollision unvermeidbar ist (2), automatisches Ausüben eines Giermomentes um die Hochachse des Fahrzeugs, um dieses so auszurichten, dass eine größere überdeckung zwischen Fahrzeug und Kollisionsobjekt entsteht (3).

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Umgebung des Fahrzeugs mittels eines Video- und/oder Radarsensors überwacht wird (1).

3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Giermomente- neingriff (3) mittels der Radbremsen und/oder einer aktiven Lenkung und/oder durch Beschleunigung einzelner Räder durchgeführt wird.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Lenkeingriff des Fahrers gegebenenfalls übersteuert wird.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Giermomenteneingriff (3) mit dem Ziel einer Vollüberdeckung zwischen dem Fahrzeug und dem Kollisionsobjekt durchgeführt wird.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich ein automatischer Bremseingriff (3) durchgeführt wird, der das Fahrzeug abbremsen soll.

7. Steuergerät, umfassend Mittel zum Durchführen eines der vorstehend bean- spruchten Verfahren.

Description:

Fahrassistent mit einer Zusatzfunktion zur Vermeidung von Kollisionen mit Teilüberde- ckung

Stand der Technik

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verbessern des Insassenschutzes bei Kollisionen von Kraftfahrzeugen gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1, sowie ein Steuergerät gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 7.

Moderne Fahrzeuge umfassen üblicherweise eine Fahrdynamikregelung, wie z.B. ESP, die den Fahrer in kritischen Fahrsituationen unterstützt. Diese Systeme ermitteln üblicherweise auf Grundlage von Gierraten-, Raddrehzahl- und Lenkwinkelsignalen den aktuellen Fahrzustand, sowie den Fahrerwunsch hinsichtlich der Fahrtrichtung. Bei einer zu hohen Abweichung zwischen Soll- und Istwerten greift das System in den Fahrbetrieb ein. Diese Eingriffe erfolgen in der Regel über die Radbremsen oder eine aktive Lenkung.

Aus dem Stand der Technik sind ferner automatische Bremsassistenten, wie z.B. PSS (Predictive Safety System) bekannt, die üblicherweise mit Hilfe von Radarsensoren die Umgebung des Fahrzeugs überwachen. Bei einer Wahrscheinlichkeit eines Auffahrunfalls wird in der Regel zunächst eine Warnung an den Fahrer ausgegeben oder - für den Fall, dass die Kollision unvermeidbar ist - eine automatische Notbremsung eingeleitet. Diese Notbremsung wird mittels des Fahrdynamikreglers kontrolliert und in Bezug auf Fahrstabilität und Bremsweg bestmöglich umgesetzt.

In manchen Fahrsituationen ist ein Unfall trotz der vorstehend beschriebenen Systeme nicht zu vermeiden. In solchen Fällen versucht der Fahrdynamikregler, sobald der automatische Bremsassistent eine Notbremsung einleitet, das Fahrzeug mit einem minimalen Bremsweg, entsprechend dem vom Fahrer vorgegebenen Lenkwinkel zu steuern. Oftmals ist dabei zu beobachten, dass der Fahrer versucht, an dem Hindernis vorbei zu lenken. In Situationen, in denen dies nicht mehr möglich ist, wird es daher zwangsläufig zu einem

Auffahrunfall mit Teilüberdeckung kommen. Dieser ist hinsichtlich des Abbaus von kinetischer Energie durch Materialverformung allerdings wesentlich ungünstiger als ein Zusammenstoß mit Vollüberdeckung. Durch die falsche Reaktion des Fahrers erhöht sich daher die biomechanische Belastung der Fahrzeuginsassen.

Offenbarung der Erfindung

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zu schaffen, mit dem bzw. der sich der Schutz von Fahrzeuginsassen bei einer KoIIi- sion verbessern lässt.

Gelöst wird diese Aufgabe gemäß der Erfindung durch die im Patenanspruch 1, sowie im Patentanspruch 7 angegebenen Merkmale. Weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung besteht darin, den Fahrbetrieb in Bezug auf eine möglicherweise bevorstehende Kollision zu überwachen und, falls die Kollision unvermeidbar ist, ein Giermoment um die Hochachse des Fahrzeugs zu erzeugen, das das Fahrzeug so ausrichtet, dass eine größere überdeckung zwischen Fahrzeug und Hinder- nis entsteht. Hierdurch kann die Belastung der Fahrzeuginsassen im Vergleich zu einer Kollision mit Teilüberdeckung gesenkt werden. Darüber hinaus kann auch eine bessere Airbagauslösung erreicht werden.

Die überwachung des Fahrzeugumfelds in Bezug auf eine Kollision erfolgt vorzugsweise mittels eines Video- und/oder Radarsensors.

Der automatische Eingriff in den Fahrbetrieb kann z. B. mittels der Radbremsen und/oder einer aktiven Lenkung und/oder durch Beschleunigung einzelner Räder erfolgen.

Der automatische Giermomenteneingriff erfolgt vorzugsweise mit dem Ziel, eine Vollüberdeckung der beiden Kollisionspartner zu erreichen.

Sofern der Fahrer im letzten Moment noch in die Lenkung eingreift, um am Hindernis vorbei zu lenken, wird die Lenkbewegung ggf. durch einen automatischen Lenkeingriff über- steuert.

Die vorstehend beschriebene Funktion zur Applikation eines Giermoments ist vorzugsweise in einem Bremsassistenten (Software) mit integriert.

Eine entsprechende Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst ein Steuergerät, das mit der benötigten Sensorik und einem oder mehreren Stellgliedern, wie z.B. den Fahrzeugbremsen in Verbindung steht. Das Steuergerät umfasst dabei einen Algorithmus, der das vorstehend beschriebene Verfahren abbildet.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Die Erfindung wird nachstehend anhand der beigefügten Zeichnung beispielhaft näher erläutert. Es zeigt:

Fig. 1 die wesentlichen Verfahrensschritte eines Verfahrens zum Verbessern des Insas- senschutzes bei einer Kollision eines Kraftfahrzeugs.

Ausführungsform der Erfindung

Fig. 1 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens zur Vermeidung von Kollisionen mit TeN- überdeckung. Dabei wird in Schritt 1 die Umgebung des Fahrzeugs in Bezug auf mögliche Hindernisse überwacht. Hierzu können beispielsweise Video- und/oder Radarsensoren eingesetzt werden.

Wenn das Fahrzeug auf ein Hindernis zufährt, wird der Fahrer zunächst auf die Gefah- rensituation aufmerksam gemacht. Wenn sich das Fahrzeug dem Hindernis so weit annähert, dass eine Kollision nicht mehr vermeidbar ist, wird in Schritt 2 eine Notbremsung ausgelöst.

In Schritt 3 wird dann ein Giermoment auf das Fahrzeug ausgeübt, das bewirkt, dass sich das Fahrzeug in Richtung einer größeren überdeckung zwischen Fahrzeug und Hindernis ausrichtet. Das hierzu erforderliche Giermoment kann wahlweise mittels der Fahrzeugbremsen, einer aktiven Lenkung und/oder auch durch eine Beschleunigung einzelner Räder ausgeübt werden. Außerdem wir ein Lenkeingriff des Fahrers, sofern dieser versucht, dem Hindernis auszuweichen, übersteuert.

Die größere überdeckung zwischen Fahrzeug und Hindernis führt zu einer geringeren biomechanischen Belastung der Fahrzeuginsassen und somit zu einem geringeren Verletzungsrisiko.