JACOBS, Willi (Eichfeld 5, Königswinter, 53639, DE)
JACOBS, Willi (Eichfeld 5, Königswinter, 53639, DE)
| Patentansprüche 1. Antriebssystem für die Fräswalze einer mobilen Fräsmaschine mit zwei Seitenwänden, die je einen Drehkörper tragen und zu ihrer Abstandsveränderung verschiebbar sind, wodurch die Drehkörper mit der Fräswalze in und außer Eingriff bringbar sind, dadurch gekennzeinet , dass an einen oder an jeden der beiden Drehkörper (22,23) ein von einem Antriebsmotor gespeister, mechanischer Antriebsstrang geführt ist und jeder Antriebsstrang zur Ausgleich der Verschiebung der Seitenwände teilweise beweglich ist. 2. Antriebssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der oder jeder Antriebsstrang einen drehkörpernahen, zur Seitenwand festliegenden Abschnitt (D) und einen drehkörperfernen, beweglichen Abschnitt (B) hat. 3. Antriebssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der von dem Antriebsmotor oder Anzapfgetriebe ausgehende Antriebsstrang durch ein Verteilergetriebe (E) in zwei an die Drehkörper (22,23) geführten Antriebsstränge verzweigt ist. 4. Antriebssystem nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der drehkörperferne Abschnitt (B) jedes Antriebsstrangs Teil wenigstens einer Gelenkwelle (5; 6) ist. 5. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der drehkörpernahe Abschnitt (D) jedes Antriebsstrangs eine Teilwelle ( 11 ; 12) und einen Ketten- oder Riementrieb (21) oder ein Zahnradgetriebe umfaßt. 6. Antriebssystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilwelle (11; 12) innenendig über ein Winkelgetriebe an die Gelenk¬ welle (5;6) gekoppelt ist und außenendig ein Rad ( 15; 16) trägt, das über eine Kette (21) , einen Riemen oder ein oder mehrere Zahnräder ein Antriebsrad (19; 20) des Drehkörpers (22; 23) treibt. 7. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilwelle (11; 12) in einem an der Seitenwand (9; 10) angebrachten Lagergehäuse (7; 8) drehbar gelagert ist. 8. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Abtriebsende (5';6') der Gelenkwelle (5;6) in einer Erweiterung (7';8') des Lagergehäuses (7;8) drehbar gelagert ist. 9. Antriebssystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der drehkörpernahe Abschnitt (D) jedes Antriebsstrangs eine Zwischenwelle (42) umfaßt, die an ihrem einen Ende über ein Gelenk (43) mit der Teilwelle (45) und an ihrem anderen Ende mit dem beweglichen Abschnitt (B) des Antriebsstrangs verbunden ist. 10. Antriebssystem nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenwelle (42) an das Gelenk (41) der Gelenkwelle (5;6) gekoppelt ist. 11. Antriebssystem nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenwelle (42) an der zugehörigen Seitenwand (44) gelagert ist. 12. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Verteilergetriebe (E) aus zwei gleichen kämmenden Stirnzahnrädern (32,34) besteht, wobei der von dem Antriebsmotor kommende Antriebsstrang (F) an den Eingangszapfen der Welle (31 oder 33) des einen Stirnrads geführt ist und die an die Drehkörper geführten Antriebsstränge (A-D) von den Ausgangszapfen der Wellen (31;33) der beiden Stirnzahnräder abgehen. 13. Antriebssystem nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der ankommende Antriebsstrang (F) zwischen den Eingangszapfen der Wellen (31; 33) beider Stirnzahnräder (32; 34) umschaltbar ist. 14. Antriebssystem nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß dem Stirnzahnradpaar (32,34) ein Getriebe (38) mit stufenlos einstellbarer Übersetzung vorgeschaltet ist. 15. Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Fräsmaschine (1) durch eine mit der Fräswalze (27) zusammenwirkende Brecherleiste (28) als Fräsbrecher ausgebildet ist. 16. Mobile Fräsmaschine mit einer durch ein Antriebssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 15 angetriebenen Fräswalze. 17. Mobile Fräsmaschine nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß sie an den Kraftheber (24,25) eines Schleppers (2) angekoppelt ist und der Antriebsstrang (F) von der Zapfwelle (3) des Schleppers (2) beaufschlagt ist. 18. Mobile Fräsmaschine nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß der von der Zapfwelle (3) kommende Antriebsstrang (F) durch eine Gelenkwelle (4) gebildet ist. |
Die Erfindung betrifft ein Antriebssystem für die Fräswalze einer mobilen Fräsmaschine, insbesondere einer Straßenfräsmaschine, mit zwei Seitenwänden, die je einen Drehkörper tragen und zu ihrer Abstandsveränderung verschiebbar sind, wodurch die Drehkörper mit der Fräswalze in und außer Eingriff bringbar sind. Die Erfindung betrifft auch eine mobile Fräsmaschine mit diesem Antriebssystem.
Straßenfräsmaschinen mit abstandsveränderlichen Seitenwänden können mit Fräswalzen unterschiedlicher Länge bestückt werden, so dass sie für die verschiedenen Fräsbreiten eingesetzt werden können. Durch Auseinander- und Zusammenfahren der Seitenwände ist der Walzenwechsel relativ einfach möglich, und er kann auf der Baustelle entsprechend den aktuellen Erfordernissen mit bereits mit Werkzeugen bestückten Walzen vorgenommen werden.
Aus US 4,704,045 und EP 1 197601 ist es bekannt, die Drehkörper durch Hydraulikmotore anzutreiben. Der hydraulische Fräswalzenantrieb ist im allgemeinen mit einem erheblichen Leistungsverlust verbunden. Außerdem ist der Kostenaufwand für ein Hydrauliksystem beträchtlich. Auch Schlepper, an denen Straßenfräsmaschinen häufig zum Einsatz kommen, sind oft nicht mit einem geeigneten Hydrauliksystem ausgestattet.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Antriebssystems für die Fräswalze einer mobilen Fräsmaschine der eingangs genannten Art, das kostengünstiger und leistungseffizienter als ein hydraulischer Walzenantrieb ist. Durch das Antriebssystem soll die Möglichkeit geschaffen werden, die Fräsmaschine mit einem Schlepper ohne Hydraulikeinrichtung kombinieren zu können. Das zu schaffende Antriebssystem soll es bei selbstfahrenden Straßenfräsmaschinen ermöglichen, auf den hydraulischen Walzenantrieb verzichten zu können. Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung.
Diese Aufgabe wird bei der eingangs genannten Straßenfräsmaschine erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass an einen oder an jeden der beiden Drehkörper ein von einem Antriebsmotor gespeister mechanischer Antriebsstrang geführt ist und jeder Antriebsstrang zum Ausgleich der Verschiebung der Seitenwände teilweise beweglich ist. Der Antriebsmotor kann bei einer an einen Schlepper angekoppelten Fräsmaschine der Antriebsmotor des Schleppers sein. Bei einer selbstfahrenden Fräsmaschine ist der Antriebsmotor zugleich der Motor des Fahrwerks. Wesentlich ist, dass der Antrieb rein mechanisch auf die beiden oder - bei einseitigem Walzenantrieb - nur einen Drehkörper übertragen wird. Durch die Teilbeweglichkeit des bzw. jedes Antriebsstrangs ist die in Anpassung an die Walzenlänge erforderliche Verschiebung der Seitenwände möglich, ohne dass Veränderungen am Antriebsstrang vorzunehmen sind. Durch seine Teilbeweglichkeit kann der Antriebsstrang der Verschiebung seiner Seitenwand folgen. Teilbeweglichkeit in diesem Sinne umfaßt nicht die Bewegungen im Antriebsstrang zur Leistungsübertragung (Wellendrehung, Kettentrieb).
Nach der bevorzugten Ausführungsform des Antriebssystems hat der oder jeder Antriebsstrang einen drehkörpernahen, zur Seitenwand festliegenden Abschnitt D und einen drehkörperfernen, zur Seitenwand beweglichen Abschnitt B. Bei der Abstandsveränderung der Seitenwände bewegt sich der drehkörpernahe Abschnitt des Antriebsstrangs zusammen und parallel mit seiner Seitenwand. Der drehkörpernahe Abschnitt D hat eine relativ zur Seitenwand feste Lage, die unabhängig von der Position der Seitenwand bzw. dem gegenseitigen Abstand beider Seitenwände ist. Der drehkörperferne bewegliche Abschnitt B des Antriebsstrangs ist gegenüber der Seitenwand beweglich und gleicht die Verschiebung seiner Seitenwand durch seine Beweglichkeit aus. Dabei umfaßt diese Beweglichkeit des drehkörperfernen Abschnitts B eine Verschiebung und Schwenkung relativ zur Seitenwand und eine Winkeländerung zwischen dem Abschnitt B und den anschließenden Teilen der Nachbarabschnitte, z.B. des Abschnitts D, und eine Änderung der Länge des Abschnitts B.
Nach der bevorzugten Ausführungsform mit beidseitigem Fräswalzenantrieb ist der von dem Antriebsmotor ausgehende Antriebsstrang durch ein Verteilergetriebe E in die zwei an die Drehkörper geführten Antriebsstränge ABCD verzweigt. Durch den beidseitigen Antrieb der Fräswalze mit separaten Antriebssträngen kann eine hohe Antriebsleistung auf die Fräswalze übertragen werden. Die Antriebsdrehmomentsumme kann z.B. von der Zapfwelle des Schleppers abgegriffen werden.
Vorzugsweise ist der drehkörperferne Abschnitt B jedes Antriebsstrangs Teil wenigstens einer Gelenkwelle. Auf Grund ihrer Gelenke und Schiebeteile können die Gelenkwellen bei Abstandsänderungen der Seitenwände die Winkellage zu ihrer Seitenwand und ihre Länge so verändern, dass die Abstandsänderung durch die Gelenkwellen aufgenommen wird, ohne dass die Drehmomenttransmission beeinträchtigt wird. Bei einer beidseitig angetriebenen Fräswalze und Bewegung der Seitenwände symmetrisch zur Mittelebene der Fräsmaschine bewegen sich auch die Gelenkwellen symmetrisch zur Mittelebene. Das erfindungsgemäße Antriebssystem ist auch für das einseitge Ausschwenken der Fräswalze (Fräsen der Straßendecke dicht an Bordstein oder Hauswand) geeignet. Die beiden Gelenkwellen schwenken dann (asymmetrisch zur Mittelebene der Fräsmaschine) zur gleichen Seite aus, so dass sie in diesem Fall unterschiedliche Lagen zu ihren Seitenwänden einnehmen und auch unterschiedlich beansprucht werden.
Vorzugsweise umfaßt der drehkörpernahe Abschnitt eine Teilwelle und einen Ketten- oder Riementrieb oder ein Zahnradgetriebe. Auch der mit der Fräswalze in Eingriff kommende Drehkörper kann diesem Abschnitt des Antriebsstrangs zugerechnet werden. Die Teilwelle ist die einseitige Antriebswelle, die das Antriebsdrehmoment von dem drehkörperfernen Abschnitt B des Antriebsstrangs aufnimmt und an den Ketten- oder Riementrieb überträgt. Vorzugsweise wird man zur Übertragung der notwendigen Antriebsdrehmomente einen Kettentrieb einsetzen. Die Teilwelle kann innenendig über ein Winkelgetriebe an die Gelenkwelle gekoppelt sein und außenendig ein Rad, insbesondere ein Kettenrad tragen, das über eine Kette bzw. einen Riemen ein Antriebsrad des Drehkörpers treibt. Das Winkelgetriebe ist bevorzugt ein Kronradgetriebe, insbesondere ein Cylkro ® -Kronenradgetriebe. Das Kronradgetriebe wird gegenüber einem Kegelradgetriebe wegen des geringeren Leistungsverlusts bevorzugt. Ein Kettentrieb mit Zahnkette wird gegenüber einem Riementrieb bevorzugt, weil die erforderlichen Antriebsdrehmomente problemlos übertragen werden können und die Zahnkette auch im Bereich von 1200 bis 1500 UpM unproblematisch arbeiten kann. Der Ketten- oder Riementrieb ist außenseitig der Seitenwand oder geschützt in einer doppelwandigen Seitenwand angeordnet. Anstelle des Kettentriebs kann ein Zahnradgetriebe eingesetzt werden.
Vorzugsweise ist die Teilwelle in einem an der Seitenwand angebrachten Lagergehäuse drehbar gelagert. Das Lagergehäuse durchstößt zum Teil die Seitenwand nach außen, oder es ragt bei einer doppelwandigen Seitenwand in das Innere dieser Seitenwand. Das Lagergehäuse hat am inneren Ende zur Aufnahme des Winkelgetriebes eine Gehäuseerweiterung und ist an der Seitenwand an der Öffnung angeflanscht, die von dem Lagergehäuse durchstoßen wird. Senkrecht zur Achse der Teilwelle ist in der Gehäuseerweiterung der Abtriebszapfen der zugehörigen Gelenkwelle gelagert, der die Erweiterung durchstößt und ein Zahnrad, insbesondere ein Kronrad trägt, das mit einem am inneren Ende der Teilwelle angebrachten Stirnrad kämmt. Der drehkörpernahe Abschnitt des Antriebsstrangs umfaßt somit neben der Teilwelle auch das Winkelgetriebe und den in der Lagergehäuseerweiterung gelagerten Abtriebszapfen der zugehörigen Gelenkwelle.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform des Antriebssystems umfaßt der drehkörpernahe Abschnitt D jedes Antriebsstrangs eine Zwischenwelle, die an ihrem einen Ende über ein Gelenk mit der Teilwelle verbunden ist und an ihrem anderen Ende an den beweglichen Abschnitt B des Antriebsstrangs angeschlossen ist. Die Abknickung des Antriebsstrangs im Abschnitt D wird hier nicht durch ein Winkelgetriebe, sondern durch ein Gelenk zwischen Teilwelle und Zwischenwelle erreicht. Diese Konstruktion baut raumsparender als das Winkelgetriebe mit seinem Lagergehäuse, und die Antriebsleistung wird verlustärmer übertragen. Zweckmäßigerweise ist die Zwischenwelle an das Abtriebsende der Gelenkwelle gekoppelt. Die Zwischenwelle ist an der zugehörigen Seitenwand stützgelagert. Der drehkörpernahe, zur Seitenwand festliegende Abschnitt D umfaßt daher neben der Teilwelle auch die Zwischenwelle und das zwischen diesen beiden Wellen befindliche Gelenk. Diese Kompaktbauweise ermöglicht einen geringen Minimalabstand der Seitenwände, so daß Walzen ab 1,5 m Länge aufgenommen werden können. Die Gelenkwellen sind vorzugsweise Gleichlaufgelenkwellen, deren Beugungswinkel bis zu 45° betragen kann.
Nach der bevorzugten Ausführungsform des Antriebssystems besteht das Verteilergetriebe aus zwei kämmenden gleichen Stirnzahnrädern, wobei der von dem Antriebsmotor kommende Antriebsstrang an den Eingangszapfen der Welle des einen Stirnrads geführt ist und die an die Drehkörper geführten Antriebsstränge von den Ausgangszapfen der Wellen der beiden Stirnräder abgehen. Durch das Verteilergetriebe wird der von dem Antriebsmotor kommende Antriebsstrang in zwei separate Stränge geteilt, die gleiche Drehmomente, aber entgegengesetzte Drehrichtungen haben. Durch Umschaltung des ankommenden Antriebsstrangs zwischen den Eingängen der Wellen beider Stirnräder können die Drehrichtungen in den beiden abgehenden Antriebssträngen umgekehrt werden, wodurch auch die Drehrichtung der Fräswalze umgekehrt wird. Dies ermöglich den Einsatz der Fräsmaschine dort, wo die entgegengesetzte Drehrichtung der Fräswalze erforderlich ist, z.B. im Forstbetrieb zum Roden von Stubben, sowie als Forstmulcher.
Bei einer weiteren Ausgestaltung des Antriebssystems kann dem Stirnradpaar ein Getriebe mit stufenlos einstellbarer Übersetzung vorgeschaltet sein. Diese Einrichtung erlaubt dem Bedienungsmann die unmittelbare Anpassung der Fräsleistung an während des Fräsens auftretende Änderungen des abzufrasenden und/oder zu brechenden Materials.
Zweckmäßigerweise enthalten die Drehkörper ein Untersetzungsgetriebe mit Drehmomentverzweigung. Durch die Untersetzung kann die Fräswalze mit dem zum Fräsen optimalen Drehzahlbereich von z.B. 100 bis 200 UpM betrieben werden. Durch die Drehmomentverzweigung im Getriebe ist sicher- gestellt, daß insgesamt die zum Abfrasen nötigen Drehmomente übertragen werden können. Das Untersetzungsgetriebe ist in DE 100 50 496.9 näher beschrieben.
Das Antriebssystem der Erfindung wird bevorzugt bei einer Fräsmaschine eingesetzt, die durch eine mit der Fräswalze zusammenwirkende Brecherleiste als Fräsbrecher ausgebildet ist. Die bei dem Fräsbrecher auftretenden Belastungsspitzen (Gesteinzerkleinerung) können die Transmissionselemente der Antriebsstränge erheblich beanspruchen. Das mechanische Antriebssystem der Erfindung kann die erforderlichen Drehmomente sicher übertragen.
Eine Ausgestaltung der Erfindung ist auf eine Fräsmaschine gerichtet mit einem Antriebssystem der beschriebenen Art, die an den Kraftheber eines Schleppers angekoppelt ist und bei der der Antriebsstrang von der Zapfwelle des Schleppers beaufschlagt ist. Dabei können mit Vorteil Schlepper ohne Hydraulikeinrichtung eingesetzt werden. Der Antriebsdrehmomente von der Zapfwelle abgreifende Antriebsstrang wird durch eine Gelenkwelle gebildet, die Relativbewegungen zwischen Fahrwerk und Fräsmaschine aufnimmt .
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung näher beschrieben. Es zeigen
Figur 1 und 2 eine schematische Darstellung des Antriebssystems bei minimalem bzw. maximalem Seitenwandabstand symmetrisch zur Mittelebene,
Figur 3 eine Darstellung wie Figur 1 und 2 bei zur gleichen Seite verschwenkten Seitenwänden,
Figur 4 eine detaillierte Darstellung des Antriebssystems bei minimalem Abstand der Seitenwände, wobei Kettentriebe und Drehkörper um die Achse X der Seitenwellen in die Zeichenebene geschwenkt dargestellt sind;
Figur 5 eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt, einer an einen Schlepper angekoppelten Fräsmaschine, wobei die vordere Seitenwand weggelassen ist; Figur 6 die schematische Darstellung einer anderen Ausführungsform des Antriebssystems bei minimalem Seitenabstand;
Figur 7 eine Darstellung entsprechend Figur 4 des Antriebssystems der Figur 6;
Figur 8 eine erste Ausführungsform des Verteilergetriebes; und
Figur 9 eine zweite Ausführungsform des Verteilergetriebes mit vorgeschalteter stufenloser Übersetzung.
Die Figuren 1 bis 3 zeigen das Antriebssystem ab der Zapfwelle eines Schleppers für den minimalen bzw. maximalen Seitenwandabstand entsprechend der kleinsten bzw. größten Länge einer beidendig angetriebenen Fräswalze. Jeder der beiden Antriebsstränge hat einen an der gestrichelt angedeuteten Seitenwand festen und nur zusammen mit ihr beweglichen Abschnitt D und einen die Verschiebung der Seitenwand ermöglichenden, beweglichen Abschnitt B. Der Antriebsstrangabschnitt D ist mit dem Abschnitt B über ein Gelenk C verbunden. Der bewegliche Abschnitt B ist mit dem Abtriebszapfen des Verteilergetriebes E durch Gelenk A verbunden. Aus dem Vergleich der Figuren 1 und 2 ist ersichtlich, dass bei einer Veränderung des Abstands der Seitenwände die Antriebsstrangabschnitte D ihre Lage relativ zu den Seitenwänden beibehalten und nur die Verschiebung ihrer Seitenwand mitmachen. Die Antriebsstrangabschnitte B reagieren dagegen auf die Verschiebung der Seitenwände durch Schwenkungen zu den Abschnitten D um die Gelenke C und durch Schwenkungen zu den Abtriebszapfen des Verteilergetriebes E um die Gelenke A. Die gegenseitige Annäherung und Entfernung der beiden Seitenwände wird zudem ermöglicht durch die Verkürzung bzw. Verlängerung der Abschnitte B. Das System wird von einer Zapfwelle über eine an einen der beiden Antriebszapfen des Getriebes E angeschlossene Gelenkwelle F angetrieben.
Figur 4 zeigt das Antriebssystem für die Fräswalze geringster Länge einer allgemein mit 1 bezeichneten Fräsmaschine. Der Antrieb der Maschine wird von der Zapfwelle 3 eines Schleppers 2 abgegriffen und mittels einer Gelenkwelle 4 an einen der beiden Antriebszapfen 39 eines Verteilergetriebes E angeschlossen, das an dem Maschinengestell 40 angebracht ist. Durch Umsetzen der Gelenkwelle 4 auf den anderen Antriebszapfen 39 wird die Drehrichtung der Gelenkwellen 5 und 6 und damit der Fräswalze geändert, wie sich aus Fig. g ergibt. In dem Getriebe
E, das weiter unten näher beschrieben ist, ist der von der Zapfwelle 3 kommende Hauptantriebsstrang in zwei Antriebsstränge geteilt, die an die Drehkörper 22 und 23 für den beidseitigen Walzenantrieb geführt sind. In dem Getriebe E wird das Drehmoment geteilt bei entgegengesetzter Drehrichtung in den beiden Strängen. An die beiden Abtriebszapfen des Getriebes E ist jeweils eine Gelenkwelle 5 bzw. 6 mit Schiebeteil angeschlossen, deren Abtriebszapfen 5' bzw. 6' in Gehäuseerweiterungen 7' bzw. 8' von Lagergehäusen 7 bzw 8 drehbar gelagert sind. Die Lagergehäuse 7,8 sind an die doppelwandigen Seitenwände 9 bzw 10 angeflanscht. In jedem der beiden Lagergehäuse 7,8 ist eine Seitenwelle 11 bzw. 12 um die gemeinsame Seitenwellenachse X drehbar gelagert. Die Seitenwellen 11,12 tragen an ihren inneren Enden ein Stirnzahnrad 13 bzw. 14 und an ihren äußeren Enden in den doppelwandigen Seitenwänden 9 bzw. 10 ein Kettenrad 15 bzw. 16. Die Abtriebszapfen 5' und 6' der Gelenkwellen 5 und 6 tragen ein Kronenrad 17 bzw. 18, das mit dem Stirnzahnrad 13 bzw. 14 kämmt. Das Kronenrad ist vorzugsweise ein Cylkro ® -Kronenrad. In den
Seitenwänden 9,10 ist jeweils ein Antriebskettenrad 19 bzw. 20 drehbar gelagert, von denen nur das linke Antriebskettenrad 19 dargestellt ist, während das rechte Antriebskettenrad 20 durch die dort eingezeichnete Kette 21 verdeckt ist. Die Antriebskettenräder 19,20 werden über die Ketten 21 von dem Kettenrädern 15 bzw. 16 angetrieben. Von den Antriebskettenrädern 19,20 werden Drehkörper 22 bzw. 23 angetrieben, die mit den hohlen Enden der Fräswalze (nicht gezeichnet) in Eingriff sind. Die Drehkörper 22 und 23 enthalten ein Untersetzungsgetriebe mit Dreh ¬ momentverzweigung. Sie sind in DE 10050396.9 näher erläutert, worauf hier Bezug genommen ist. Die Kettentriebe 16,20,21; 15,19,21 können durch Zahnreadgetriebe ersetzt sein.
Figur 5 zeigt eine Fräsmaschine 1 in der Seitenansicht. Die Fräs ¬ maschine ist an den Schlepper 2 an drei Punkten mittel Unterlenker 24 und Oberlenker 25 angebaut. Die mit Rundschaftmeißeln 26 bestückte Fräswalze 27 der Fräsmaschine 1 ist beidendig über zur Walzenachse exzentrisch nach oben versetzte Kettenräder angetrieben, von denen das Kettenrad 20 in Figur 5 dargestellt ist. Das Kettenrad 20 wird von dem am Ende der Teilwelle 12 sitzenden Kettenrad 16 über die Kette 21 angetrieben. Die Teilwelle 12 ist über ein Winkelgetriebe (nicht sichtbar) in der Gehäuseerweiterung 8' an die Gelenkwelle 6 angeschlossen, die in Figur 5 perspektivisch verkürzt dargestellt ist. Die Gelenkwelle 6 ist an einen der beiden Abtriebszapfen des Verteilergetriebes E angeschlossen, während von dem anderen (nicht sichtbaren) Abtriebszapfen des Getriebes ein gleicher Antriebsstrang an den Drehkörper am anderen Ende der Fräswalze 27 geführt ist. Einer der beiden Antriebszapfen 39 des Verteilergetriebes E ist über die perspektivisch verkürzt dargestellte Gelenkwelle 4 mit der Zapfwelle 3 des Schleppers 2 verbunden.
Die hier dargestellte Fräsmaschine 1 enthält eine Einrichtung mit verstellbarer Brecherleiste 28 und kann daher durch die Fräswalze 27 gefördertes Gesteinsmaterial auf eine einstellbare Korngröße zerkleinern. Zur Führung der beiden Seitenwände, von denen nur die hinte- re Seitenwand 10 sichtbar ist, bei ihrer Abstandsveränderung dienen zwei Teleskopführungen 29 und 30 aus jeweis zwei ineinanderschiebbaren und auseinanderziehbaren Rohren.
Figur 6 zeigt schematisch die zweite Ausführungsform des Antriebssystems für den minimalen Seitenwandabstand entsprechend der kleinsten aufnehmbaren Fräswalze. Jeder der beiden Antriebsstränge hat einen an der gestrichelt angedeuteten Seitenwand W festen und nur zusammen mit ihr beweglichen Abschnitt D und einen die Verschiebung der Seitenwand W ermöglichenden beweglichen Abschnitt B. Der zur Wand W festliegende Abschnitt D ist aus Figur 7 näher ersichtlich.
In Figur 7 sind die sich an das Getriebe E anschließenden Gelenk ¬ wellen 5,6 Gleichlaufgelenkwellen, die den beweglichen Teil der beiden Antriebsstränge darstellen. An das Gelenk 41 der Gleichlaufgelenkwellen schließt sich eine kurze, schräg angeordnete Zwischenwelle 42 an, deren abtriebsseitiges Ende über ein Gelenk 43 an die in der Seitenwand 44 gelagerte Teilwelle 45 angekoppelt ist. Die Teilwelle 45 trägt ein Kettenrad 46 für den Walzenantrieb. Die kurze Zwischenwelle 42 wird von einem Lager 47 gehalten, das an der Seitenwand 44 fest angebracht ist. Die Funktion ist im wesentlichen die gleiche wie bei der in Figur 4 gezeigten Ausführungsform, wobei die Bauweise einen geringeren Minimalabstand zwischen den Seitenwänden 44 ermöglicht.
Figur 8 zeigt die einfachste Ausführungsform des Verteilergetriebes E. Es hat eine erste Welle 31 mit einem darauf festen Stirnzahnrad 32 und eine zweite Welle 33 mit einem darauf festen Stirnzahnrad 34. Die beiden kämmenden Stirnräder 32,34 sind gleich. Bei Anschluß der Gelenkwelle 4 an das Antriebsende der Welle 31 stehen an den Abtriebsenden der Wellen 31 und 33 gleich große Drehmomente von entgegengesetzter Drehrichtung zur Verfügung, mit denen die beiden Antriebsstränge A-D (Figur 1) für den beidseitigen Fräswalzenantrieb beaufschlagt werden.
Bei der Ausführungsform nach Figur 9 ist dem in Figur 8 gezeigten Verteilergetriebe eine stufenlos einstellbare Übersetzungsstufe 38 vor ¬ geschaltet. Die stufenlos einstellbare Übersetzungsstufe ermöglicht dem Bedienungsmann die stufenlose Anpassung der Drehzahl der Fräswalze bei Änderung der Eigenschaften des abzufräsenden oder zu brechenden Materials im laufenden Betrieb.
Das Antriebssystem der Erfindung wurde an einem Anbaugerät ohne eigenes Fahrwerk beschrieben, wobei der Fräswalzenantrieb von der Zapfwelle des tragenden Fahrzeugs abgegriffen wird. Das Antriebssystem ist jedoch auch bei selbstfahrenden Fräsmaschinen und Fräsbrechern einsetzbar, wobei die Zapfwelle Teil eines geeigneten Anzapfgetriebes ist. Die Erfindung erstreckt sich nicht nur auf das dargestellte zwei- strängige Antriebssystem, sondern auch auf Fräsmaschinen mit einem Antriebsstrang für einseitigen Fräswalzenantrieb, wobei die nicht an- getriebene Seite der Fräswalze nur an der Seitenwand drehbar gelagert ist.
Die Drehkörper 22,23 enthalten Untersetzungsgetriebe, wenn die Fräswalze 27 beidseitig angetrieben ist. Bei einseitigem Antrieb der Fräswalze ist der Drehkörper auf der nicht angetriebenen Seite ein mit der Fräaswalze in Eingriff bringbarer Drehlagerzapfen.
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