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Patent Searching and Data


Title:
DRIVE TRAIN OF A MOTOR VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2015/014449
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a drive train (1) of a motor vehicle between a drive unit (2) and a first wheel axle (4) and a second wheel axle (5), the second wheel axle (5) consisting at least of a first sub-axle (6) and a second sub-axle (6), and the first and the second sub-axle (6) being connected to a differential (8) for torque distribution. According to the invention, the differential (8) is an individual differential (8) which is operatively connected to the drive unit (2) via a drive shaft (9) and which can optionally be operatively connected to the first wheel axle (4) for torque distribution.

Inventors:
MEIXNER CHRISTIAN (DE)
Application Number:
EP2014/001943
Publication Date:
February 05, 2015
Filing Date:
July 16, 2014
Export Citation:
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Assignee:
AUDI AG (DE)
International Classes:
B60K17/346; B60K23/08; F16H48/11
Domestic Patent References:
WO1991006787A11991-05-16
Foreign References:
US6523633B12003-02-25
US20100218632A12010-09-02
DE102012021513A12014-05-08
SE126044C1
JPS6397432A1988-04-28
RU2077453C11997-04-20
EP2368742A22011-09-28
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Claims:
P AT E N TA N S P R Ü C H E

1. Antriebsstrang (1) eines Kraftfahrzeugs zwischen einem Antriebsaggregat (2) und einer ersten Radachse (4) sowie einer zweiten Radachse (5), wobei die zweite Radachse (5) aus zumindest einer ersten Teilachse (6) und einer zweiten Teilachse (7) besteht, und wobei die erste und die zweite Teilachse (6, 7) drehmomentaufteilend mit einem Differential (8) verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass das Differential (8) ein über eine Antriebswelle (9) mit dem Antriebsaggregat (2) wirkverbundenes und wahlweise drehmomentaufteilend mit der ersten Radachse (4) wirkverbindbares Einzeldifferential (8) ist.

2. Antriebsstrang nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Teilachse (6, 7) durch eine erste und durch eine zweite Verbindungswelle (12, 13) drehmomentaufteilend mit dem Differential (8) verbunden sind, und dass das Differential wahlweise über eine oder beide Verbindungswellen (12, 13) und eine Abtriebswelle (10) drehmomentaufteilend mit der ersten Radachse (4) wirkverbindbar ist.

3. Antriebsstrang nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Differential (8) ein Planetenraddifferential mit einem Sonnenrad (16), einem Hohlrad (17) und einem Planetenträger (18) mit wenigstens einem mit dem Sonnenrad (16) und dem Hohlrad (17) kämmenden Planetenrad (19, 20) ist.

4. Antriebsstrang nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Hohlrad (17) mit der Antriebswelle (9), das Sonnenrad (16) mit einer von der ersten und der zweiten Verbindungswelle (12, 13) und der Planetenträger (18) mit der anderen von der ersten und der zweiten Verbindungswelle (12, 13) wirkverbunden ist.

5. Antriebsstrang nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Planetenträger (18) zumindest ein Außenplanetenrad (19) und zumindest ein Innenpla- netenrad (20) aufweist, die miteinander kämmen, wobei das Außenplanetenrad (19) mit dem Hohlrad (17) und das lnnenplanetenrad (20) mit dem Sonnenrad (16) kämmt.

6. Antriebsstrang nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen jeder von den beiden Verbindungswellen (12, 13) und der ersten Radachse (4) eine separat schaltbare Kupplung (23, 24) angeordnet ist.

7. Antriebsstrang nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine (23) der beiden Kupplungen (23, 24) zwischen der Abtriebswelle (10) und einer (12) von der ersten und der zweiten Verbindungswelle (12, 13) oder einem mit dieser Verbindungswelle (12) wirkverbundenen Element (18) des Differentials (8) angeordnet ist und dass die andere (24) der beiden Kupplungen (23, 24) zwischen der Abtriebswelle (10) und der anderen (13) von. der ersten und der zweiten Verbindungswelle (12, 13) oder einem mit dieser Verbindungswelle (12) wirkverbundenen Element (16) des Differentials (8) angeordnet ist.

8. Antriebsstrang nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen jeder von den beiden Teilachsen (6, 7) und der ersten Radachse (4) eine separat schaltbare Kupplung (23, 24) angeordnet ist.

9. Antriebsstrang nach Anspruch '8, dadurch gekennzeichnet, dass eine (23) der beiden Kupplungen (23, 24) zwischen der Abtriebswelle (10) und der ersten Teilachse (6) und einem drehfest mit der ersten Teilachse (6) wirkverbundenen Element (16) des Differentials (8) angeordnet ist und dass die andere (24) der beiden Kupplungen (23, 24) zwischen der Abtriebswelle (10) und der zweiten Teilachse (7) und einem mit der zweiten Teilachse (7) wirkverbundenen Element (18) des Differentials (8) angeordnet ist.

10. Antriebsstrang nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Verbindungswelle (12, 13) oder die Abtriebswelle (10) Kardanwellen sind.

11. Antriebsstrang (1) eines Kraftfahrzeugs, mit einem Antriebsaggregat (2), einem Getriebe (3), einer erste Radachse (4) und einer zweiten Radachse (5), wobei die zweite Radachse (5) aus zumindest einer ersten Teilachse (6) und einer zweiten Teilachse (7) besteht, mit einer über ein Kegelradgetriebe (14) mit der ersten Teilachse (6) wirkverbundenen ersten Verbindungswelle (12) und einer zur ersten Verbindungswelle (12) koaxialen, mit der zweiten Teilachse (7) wirkverbundenen zweiten Verbindungswelle (13), insbesondere nach einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den beiden koaxialen Verbindungswellen (12, 13) zwei entgegengesetzt wirkende Axiallager (34, 35) angeordnet sind.

12. Antriebsstrang (1) nach Anspruch 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Kegelradgetriebe (14, 15) Tellerräder (32, 33) mit unterschiedlich großen Tellerraddurchmessern aufweisen.

13. Antriebsstrang (1) nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass sich ein Tellerrad (33) von einem (15) der beiden Kegelradgetriebe (14, 15) über zwei Axiallager (41 , 42) auf einer Stützwelle (40) abstützt, die drehfest mit einem Tellerrad (32) von dem anderen (14) der beiden Kegelradgetriebe (14, 15) verbunden ist.

Description:
Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs

Die Erfindung betrifft einen Antriebsstrang eines Kraftfahrzeugs zwischen einem Antriebsaggregat und einer ersten Rädachse sowie einer zweiten Radachse, wobei die zweite Radachse aus zumindest einer ersten Teilachse und einer zweiten Teilachse besteht, die drehmomentaufteilend mit einem Differential verbunden sind.

Ein derartiger Antriebsstrang wurde in der noch unveröffentlichten Deutschen Patentanmeldung 10 2012 021 513.4 des Anmelders bereits vorgeschlagen. Um den durch ein Achsdifferential an der zweiten Radachse benötigten Platzbedarf zu verringern und dadurch eine kompakte Ausgestaltung der zweiten Radachse zu ermöglichen, umfasst dieser Antriebsstrang an Stelle eines Achsdifferentials an der zweiten Radachse ein in einem größeren Abstand von der zweiten Radachse angeordnetes Doppeldifferential aus zwei wirkverbundenen Planetenraddifferentialen. Von den beiden Differentialen dient das erste als Mittendifferential, wobei es mit einer vom Antriebsaggregat und vom Getriebe kommenden Antriebswelle wirkverbunden und mit einer zur ersten Radachse führenden Abtriebswelle wirkverbindbar ist, während das zweite als Achsdifferential für die zweite Radachse dient und mit einer zur ersten Teilachse führenden ersten Verbindungswelle sowie mit einer zur zweiten Teilachse führenden zweiten Verbindungswelle wirkverbunden ist.

Der Antriebsstrang dient zum Übertragen eines Drehmoments zwischen dem Antriebsaggregat des Kraftfahrzeugs und den wenigstens zwei Radachsen. Somit sind sowohl die erste Radachse als auch die zweite Radachse durch den Antriebsstrang an das Antriebsaggregat angebunden. Beide Radachsen sind mithin angetriebene Radachsen, so dass das Kraftfahrzeug beispielsweise als allradangetriebenes Kraftfahrzeug vorliegt. Die erste Radachse ist dabei beispielsweise eine Vorderachse des Kraftfahrzeugs, während die zweite Radachse die Hinterachse des Kraftfahrzeugs darstellt. Es kann jedoch auch eine umgekehrte Konfiguration vorliegen. Die beiden Verbindungswellen dienen dazu, das Drehmoment zu der zweiten Radachse zu übertragen und auf die beiden Teilachsen aufzuteilen. Die Verbindungswellen sind insbesondere als Kardanwellen ausgebildet. Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Antriebsstrang der eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern, dass er noch kompakter ausgestaltet werden kann.

Dies wird gemäß einer ersten Variante der Erfindung mit einem Antriebsstrang erreicht, der durch die Merkmale des Anspruchs 1 gekennzeichnet ist. Danach ist das Differential ein über eine Antriebswelle mit dem Antriebsaggregat wirkverbundenes und wahlweise drehmomentaufteilend mit der ersten Radachse wirkverbindbares Einzeldifferential. Mit anderen Worten wird an Stelle eines Doppeldifferentials nur ein einziges Differential verwendet, das erstens direkt mit der Antriebswelle wirkverbunden ist, das zweitens drehmomentaufteilend mit der ersten und der zweiten Teilachse der zweiten Radachse verbunden ist und das drittens wahlweise auch noch drehmomentaufteilend mit der ersten Radachse wirkverbindbar ist.

Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die erste und die zweite Teilachse durch eine erste und durch eine zweite Verbindungswelle drehmomentaufteilend mit dem Differential verbunden sind, und dass das Differential wahlweise über eine oder beide Verbindungswellen und eine Abtriebswelle drehmomentaufteilend mit der ersten Radachse wirkverbindbar ist.

Dieser Ausgestaltung der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, die erste Radachse an die beiden vom Differential zu den Teilachsen der zweiten Radachse führenden Verbindungswellen bzw. an den Ausgang des Differentials anzubinden, so dass auf ein Doppeldifferential verzichtet und daher der für das Differential erforderliche Bauraum beträchtlich verringert werden kann. Vorzugsweise ist die erste Radachse nicht fest an die beiden Verbindungswellen angebunden, so dass ein Allradantrieb auf Anforderung möglich ist, wobei je nach gewählter Anbindung der ersten Radachse an die beiden Verbindungswellen das vom Antriebsaggregat bereitgestellte Drehmoment in unterschiedlicher Weise auf die Räder des Kraftfahrzeugs aufgeteilt werden kann.

Durch die Merkmalskombination der ersten Erfindungsvariante ist das Antriebsaggregat somit über die Antriebswelle, das Einzeldifferential sowie die erste und die zweite Verbindungswelle nicht nur mit den beiden Teilachsen der zweiten Radachse wirkverbunden, sondern kann auch mit der ersten Radachse drehmomentaufteilend wirkverbunden werden. Wie bei dem Antriebsstrang aus der eingangs genannten Deutschen Patentanmeldung 10 2012 021 513.4 erfolgt die Drehmomentübertragung vom Differential in Richtung der zweiten Radachse vorzugsweise mittels zweier Verbindungswellen, die vorteilhaft als Kardanwellen ausgebildet sind. Die erste Verbindungswelle ist dabei mit der ersten Teilachse der zweiten Radachse koppelbar beziehungsweise gekoppelt. Die zweite Verbindungswelle ist dagegen mit der zweiten Teilachse der zweiten Radachse koppelbar beziehungsweise gekoppelt. Weil die Drehmomentübertragung zu den beiden Teilachsen getrennt voneinander über die Verbindungswellen erfolgt, kann das Differential aus dem Bereich der zweiten Radachse weg verlegt und dadurch dort der Platzbedarf verkleinert werden.

Die Erfindung betrifft auch ein Kraftfahrzeug mit einem Antriebsstrang, der bevorzugt auf die vorstehend genannte Art ausgebildet ist. Das Kraftfahrzeug weist die erste Radachse und die zweite Radachse auf, wobei die zweite Radachse aus zumindest der ersten Teilachse und der zweiten Teilachse besteht.

Bei der bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung zeichnet sich das Kraftfahrzeug durch eine mit der ersten Teilachse wirkverbundene erste Verbindungswelle, durch eine mit der zweiten Teilachse wirkverbundene zweite Verbindungswelle sowie durch ein mit beiden Verbindungswellen wirkverbundenes Einzeldifferential aus, das durch eine Antriebswelle mit dem Antriebsaggregat bzw. einem zum Antriebsaggregat zugehörigen Getriebe des Kraftfahrzeugs wirkverbunden ist und bei Bedarf wahlweise über eine oder beide Verbindungswellen und eine Abtriebswelle drehmomentaufteilend mit der ersten Radachse wirkverbindbar ist. Das Einzeldifferential verbindet somit die Antriebswelle drehmomentaufteilend mit der ersten und der zweiten Verbindungswelle und kann die Antriebswelle zudem über die ersten und/oder zweite Verbindungswelle drehmomentaufteilend mit der Abtriebswelle verbinden.

Dies bedeutet, dass ein Teil des über die Antriebswelle bereitgestellten Drehmoments, beispielsweise zu gleichen Teilen, an der ersten und an der zweiten Verbindungswelle und damit an der ersten bzw. zweiten Teilachse der zweiten Radachse bereitgestellt wird, wenn nur die zweite Radachse angetrieben werden soll. Wenn auch die erste Radachse angetrieben werden soll, kann wahlweise das an jeder der beiden Verbindungswellen bereitgestellte Drehmoment einzeln oder beide Drehmomente gemeinsam durch die Abtriebswelle teilweise zur ersten Radachse übertragen werden. Wenn das an beiden Verbindungswellen bereitgestellte Drehmoment zur ersten Radachse übertragen wird, werden alle Räder der beiden Radachsen mit etwa gleichen Drehmomenten ange- trieben, sofern das Drehmoment der Antriebswelle im Differential zu gleichen Teilen auf die erste und die zweite Verbindungswelle bzw. auf die beiden Teilachsen der zweiten Radachse aufgeteilt wird.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Differential ein Planetenraddifferential mit einem Sonnenrad, einem Hohlrad und einem Planetenträger sowie mit wenigstens einem mit dem Sonnenrad und dem Hohlrad kämmenden Planetenrad ist. Das Einzeldifferential weist also den bekannten Aufbau eines Planetengetriebes mit einem Sonnenrad, einem Hohlrad und zweckmäßig mehreren drehbar am Planetenträger gelagerten Planetenrädern auf, die mit dem Sonnenrad und mit dem Hohlrad kämmen.

Vorzugsweise ist das Hohlrad unmittelbar über die Antriebswelle mit dem Antriebsaggregat verbunden, während das Sonnenrad unmittelbar mit einer der beiden Verbindungswellen und der Planetenträger unmittelbar mit der anderen der beiden Verbindungswellen wirkverbunden ist. Unter einer unmittelbaren Wirkverbindung ist zu verstehen, dass die genannten Wellen jeweils direkt mit dem jeweiligen Element des Planetenraddifferen- tials verbunden sind.

Um eine wahlweise Anbindung der Abtriebswelle an eine oder beide Verbindungswellen zu ermöglichen, ist demgegenüber die Abtriebswelle durch zwei separate und unabhängig voneinander aktivierbare oder schaltbare Kupplungen an die beiden Verbindungswellen bzw. entsprechende Ausgänge des Differentials angebunden, wobei jede der beiden Kupplungen die Abtriebswelle mit einer der beiden Verbindungswellen bzw. dem mit der jeweiligen Verbindungswelle unmittelbar wirkverbundenen Element des Planeten raddiffe- rentials verbindet, d.h. mit dem Sonnenrad im Fall der einen Verbindungswelle und mit dem Planetenträger im Fall der anderen Verbindungswelle.

Vorteilhaft umfasst eine der beiden Kupplungen eine mit der einen Verbindungswelle oder dem Sonnenrad des Planetenraddifferentials wirkverbundene Kupplungsscheibe, gegen deren äußerem Umfang mindestens zwei mit der Abtriebswelle wirkverbundene, zur Abtriebswelle koaxiale Kupplungsringe von entgegengesetzten Seiten her in Kupplungseingriff gebracht werden können. Die andere der beiden Kupplungen umfasst hingegen vorteilhaft eine mit der anderen Verbindungswelle oder mit dem Planetenträger des Planetenraddifferentials wirkverbundene Kupplungsscheibe, gegen deren äußeren Umfang ebenfalls mindestens zwei drehfest mit der Abtriebswelle verbundene, zur Ab- triebswelle koaxiale Kupplungsringe von entgegengesetzten Seiten her in Kupplungseingriff gebracht werden können.

Die beiden Kupplungen sind geöffnet, wenn ausschließlich die zweite Radachse angetrieben werden soll. Wenn die erste Radachse mit einem verhältnismäßig geringen Drehmoment mit angetrieben werden soll, wird eine der beiden Kupplungen geschlossen, wodurch das an einem der Räder der zweiten Radachse bereitgestellte Drehmoment über die geschlossene Kupplung teilweise zur ersten Radachse übertragen wird. Wenn die erste Radachse mit einem größeren Drehmoment mit angetrieben werden soll, werden beide Kupplungen geschlossen, wodurch die an den beiden Rädern der zweiten Radachse bereitgestellten Drehmomente über die geschlossenen Kupplungen jeweils teilweise zur ersten Radachse übertragen werden. Durch eine entsprechende Betätigung der Kupplungen kann somit gezielt Drehmoment von der ersten und/oder zweiten Teilachse der zweiten Radachse auf die erste Radachse verlagert werden. Durch die Betätigung beider Kupplungen wird das Differential gesperrt. Bei den Kupplungen handelt es sich vorteilhaft um Reibkupplungen, die auch bei größeren Drehzahlunterschieden geschlossen werden können. Wird eine solche Reibkupplung derart angesteuert, dass die Kupplung nicht ganz geschlossen und zwischen den Kupplungselementen ein Schlupf vorhanden ist, wird nur ein geringeres Drehmoment zur ersten Radachse übertragen, was weitere Variationsmöglichkeiten des Torque-Vectoring bzw. Torque-Splitting ergibt.

Alternativ zu den zuvor beschriebenen Ausgestaltungen können die separaten bzw. getrennt schaltbaren Kupplungen auch zwischen jeder von den beiden Teilachsen und der ersten Radachse angeordnet sein, so dass wahlweise eine oder beide Teilachsen mit der ersten Radachse wirkverbindbar sind. In diesem Fall ist zweckmäßig eine der beiden Kupplungen zwischen einer zur ersten Radachse führenden Abtriebswelle und der ersten Teilachse sowie und einem drehfest mit der ersten Teilachse wirkverbundenen Element des Differentials angeordnet, während die andere der beiden Kupplungen zwischen der Abtriebswelle und der zweiten Teilachse sowie einem mit der zweiten Teilachse wirkverbundenen anderen Element des Differentials angeordnet ist.

Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Planetenraddifferential ein Doppelplanetengetriebe umfasst, bei dem der Planetenträger zumindest ein radial äußeres Außenplanetenrad und zumindest ein radial inneres Innenplanetenrad aufweist, wobei das Außenplanetenrad mit dem zweiten Hohlrad und dem Innenplanetenrad kämmt, während das Innenplanetenrad mit dem Außenplanetenrad und dem Sonnenrad kämmt. Sowohl das Außenplanetenrad als auch das Innenplanetenrad sind drehbar am Planetenträger gelagert. Das Außenplanetenrad und das Innenplanetenrad können bezüglich einer Drehachse des Planetenträgers in unterschiedlichen Winkelpositionen angeordnet sein.

Obwohl es grundsätzlich möglich ist, die beiden Verbindungswellen zwischen dem Differential und der zweiten Radachse mindestens teilweise parallel nebeneinander anzuordnen, ist es von Vorteil, wenn die erste und die zweite Verbindungswelle koaxial zueinander angeordnet sind, wobei eine der beiden Verbindungswellen als Hohlwelle ausgebildet ist, durch die sich die als Zentralwelle ausbildete andere Verbindungswelle erstreckt. Dadurch können zum einen die beiden Verbindungswellen äußerst platzsparend untergebracht und zum anderen eine Verringerung des Wirkungsgrades vermieden werden, die sich bei einer parallelen Anordnung der beiden Verbindungswellen infolge der Notwendigkeit eines zusätzlichen Stirnrad- oder Kettentriebs zur Anbindung der in Bezug zur Drehachse des Sonnen- und Hohlrades des Planetenraddifferentials versetzten Verbindungswelle ergeben würde.

Im Fall einer koaxialen Anordnung der beiden Verbindungswellen sind gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung zwischen den beiden koaxialen Verbindungswellen zwei entgegengesetzt wirkende Axiallager angeordnet, so dass die als Zentralwelie ausgebildete Verbindungswelle in der als Hohlwelle ausgebildeten Verbindungswelle indirekt gelagert ist. Diese bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung ist nicht nur bei den zuvor beschriebenen Antriebssträngen von Vorteil, sondern allgemein bei Radachsen mit zwei Teilachsen, die von zwei koaxialen Verbindungs- oder Kardanwellen über jeweils ein Kegelradgetriebe angetrieben werden, sowie auch bei Radachsen mit konventionellen Getrieben, bei denen zwei Teilachsen über Kegelradgetriebe und zwei kurze koaxiale Verbindungswellen von einem als Planetenraddifferential ausgebildeten Achsdifferential angetrieben werden, so dass diese bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung gleichzeitig auch eine zweite Erfindungsvariante darstellt.

Bei dieser zweiten Erfindungsvariante kann durch die indirekte Lagerung der als Zentralwelle ausgebildeten inneren Verbindungs- oder Kardanwelle in der äußeren, als Hohlwelle ausgebildeten Verbindungs- oder Kardanwelle erreicht werden, dass sich die Axialkräfte weitgehend kompensieren.

Eine Ausgestaltung der ersten und zweiten Erfindungsvariante sieht vor, dass das mit der ersten Teilachse verbundene Tellerrad von einem der beiden Kegelradgetriebe und das mit der zweiten Teilachse verbundene Tellerrad von dem anderen der beiden Kegel- radgetriebe in axialer Richtung der beiden Verbindungswellen einen gewissen Versatz aufweisen. In diesem Fall können die Tellerräder der beiden Kegelradgetriebe denselben Durchmesser aufweisen, wodurch die Anzahl der Gleichteile vergrößert werden kann.

Eine andere Ausgestaltung der zweiten Erfindungsvariante sieht hingegen vor, dass die erste und die zweite Teilachse mit der ersten und der zweiten Verbindungswelle jeweils über Kegelradgetriebe mit unterschiedlich großen Tellerraddurchmessern verbunden sind. In diesem Fall können die erste und die zweite Teilachse in axialer Richtung der beiden Verbindungswellen fluchtende Drehachsen aufweisen. Dies hat den Vorteil, dass eine der Teilachsen durch eine Stützachse verlängert werden kann, auf der sich das mit der anderen Teilachse verbundene Tellerrad über zwei Axiallager abstützen kann. Dies hat den Vorteil, dass sich die axialen Verzahnungskräfte zwischen dem Tellerrad und dem Ritzel von jedem Kegelradgetriebe gegenseitig kompensieren, und dadurch weniger lastabhängige Lagerverluste auftreten.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von fünf in der Zeichnung dargestellten Ausführungsformen und einigen Varianten näher erläutert, ohne dass eine Beschränkung der Erfindung erfolgt. Dabei zeigt:

Figur 1 eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform eines Antriebsstrangs gemäß der ersten Erfindungsvariante;

Figur 2 eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform eines Antriebsstrangs gemäß der ersten Erfindungsvariante;

Figur 3 eine schematische Darstellung einer dritten Ausführungsform eines Antriebsstrangs gemäß der ersten Erfindungsvariante;

Figur 4 eine schematische Darstellung von Teilen einer vierten Ausführungsform eines Antriebsstrangs gemäß der ersten und zweiten Erfindungsvariante;

Figur 5 eine schematische Darstellung entsprechend Fig. 4, jedoch von einer Variante;

Figur 6 eine schematische Darstellung von Teilen einer Ausführungsform eines Antriebsstrangs gemäß der zweiten Erfindungsvariante;

Figur 7 eine schematische Darstellung entsprechend Fig. 6, jedoch von einer Variante; Figur 8 eine schematische Darstellung einer fünften Ausführungsform eines Antriebsstrangs gemäß der ersten Erfindungsvariante.

Die Figur 1 zeigt eine erste Ausführungsform eines Antriebsstrangs 1 eines Kraftfahrzeugs, welches hier nicht näher dargestellt ist. Das Kraftfahrzeug weist ein Antriebsaggregat 2, ein Getriebe 3, eine als Vorderachse ausgebildete erste Radachse 4 und eine als Hinterachse ausgebildete zweite Radachse 5 auf, die hier lediglich schematisch angedeutet sind, wobei die zweite Radachse 5 aus zumindest einer ersten Teilachse 6 und einer zweiten Teilachse 7 besteht. Der Antriebsstrang 1 verfügt über ein Planetenraddif- ferential 8, das durch eine Antriebswelle 9 mit dem Getriebe 3 wirkverbunden ist. Zwischen dem Differential 8 und der ersten Radachse 4 ist eine Abtriebswelle 10 angeordnet, die über eine Zahnradstufe mit der ersten Radachse 4 wirkverbunden ist. Zwischen dem Differential 8 und der zweiten Radachse 5 sind eine erste und eine zweite Verbindungswelle 12, 13 angeordnet, von denen die erste Verbindungswelle 12 über ein erstes Kegelradgetriebe 14 mit ersten Teilachse 6 und die zweite Verbindungswelle 13 über ein zweites Kegelradgetriebe 15 mit der zweiten Teilachse 7 wirkverbunden ist.

Das als Doppelplanetengetriebe ausgebildete Planetenraddifferential 8 besteht aus einem Sonnenrad 16, einem Hohlrad 17 und einem Planetenträger 18, an dem mehrere radial äußere Außenplanetenräder 19 und mehrere radial innere Innenplanetenräder 20 drehbar gelagert sind. Die Außenplanetenräder 19 kämmen mit dem Hohlrad 17 und mit den Innenplanetenrädern 20. Die Innenplanetenräder 20 kämmen mit den Außenplane- tenrädern 19 und mit dem Sonnenrad 16. Damit werden durch eine Drehung des Hohlrades 17 sowohl der Planetenträger 18 als auch das Sonnenrad 16 drehend angetrieben.

Das Hohlrad 17 des Planetenraddifferentials 8 ist mit der Antriebswelle 9 und über diese mit dem Getriebe 3 und dem Antriebsaggregat 2 verbunden. Der Planetenträger 18 ist drehfest mit der ersten Verbindungswelle 2 verbunden. Das Sonnenrad 16 ist über eine als Hohlwelle ausgebildete Ausgangswelle 21 und eine Zahnradstufe 22 mit Stirnverzahnung mit der Verbindungswelle 13 wirkverbunden. Die erste Verbindungswelle 12 ist koaxial zur Ausgangswelle 21 und erstreckt sich durch diese hindurch.

Zwischen der Ausgangswelle 21 und der Abtriebswelle 10 ist eine erste Kupplung 23 angeordnet, durch welche die zweite Verbindungswelle 13 über die Zahnradstufe 22 und die Ausgangswelle 21 mit der Abtriebswelle 10 wirkverbindbar ist. Zwischen dem Plane- tenträger 18 und der Abtriebswelle 10 ist eine zweite Kupplung 24 angeordnet, durch welche die erste Verbindungswelle 12 über den Plan ' etenträger 18 mit der Abtriebswelle 10 wirkverbindbar ist. Die beiden Kupplungen 23 und 24 sind Reibkupplungen und sind geöffnet, wenn nur die Räder der zweiten Radachse 5 angetrieben werden sollen. Die beiden Kupplungen 23 und 24 sind auf der zur Radachse 5 benachbarten Seite des Differentials 8 angeordnet.

Die Kupplung 23 umfasst eine drehfest mit der Getriebeausgangswelle 21 verbundene Kupplungsscheibe 25, gegen die beim Schließen der Kupplung 23 zwei Kupplungsringe 26 von entgegengesetzten Seiten angepresst werden können. Die Kupplung 24 umfasst eine drehfest mit dem Planetenträger 18 verbundene Kupplungsscheibe 27, gegen die beim Schließen der Kupplung 24 zwei Kupplungsringe 28 von entgegengesetzten Seiten angepresst werden können. Die Kupplungsringe 26 und 28 sind drehfest miteinander und mit der Abtriebswelle 10 verbunden.

Wenn die erste Radachse 4 mit einem verhältnismäßig geringen Drehmoment mit angetrieben werden soll, wird nur die Kupplung 23 oder nur die Kupplung 24 geschlossen. Wenn nur die Kupplung 23 geschlossen wird, wird das vom Antriebsaggregat 2 zur ersten Teilachse 7 gelieferte Drehmoment über die Kupplung 23 teilweise zur ersten Radachse 4 übertragen oder umgeleitet. Wenn nur die Kupplung 24 geschlossen wird, wird das vom Antriebsaggregat 2 zur zweiten Teilachse 6 gelieferte Drehmoment über die Kupplung 24 teilweise zur ersten Radachse 4 übertragen oder umgeleitet. Wenn die erste Radachse 4 mit einem größeren Drehmoment mit angetrieben werden soll, werden beide Kupplungen 23 und 24 geschlossen. In diesem Fall wird das vom Antriebsaggregat 2 zu beiden Teilachsen 6 und 7 gelieferte Drehmoment über die beiden Kupplungen 23 und 24 jeweils teilweise zur ersten Radachse 4 übertragen oder umgeleitet. In diesem Fall wird das Differential 8 gesperrt. Durch Schließen der Kupplungen 23, 24 ist somit ein Torque-Splitting zwischen der ersten Radachse 4 und der zweiten Radachse 5 möglich.

Während bei der in Figur 1 dargestellten ersten Ausführungsform die Abtriebswelle 0 als Hohlwelle ausgebildet ist, durch welche die Antriebswelle 9 als Zentralwelle hindurchgeführt ist, erstreckt sich bei der in Figur 2 dargestellten zweiten Ausführungsform die Abtriebswelle 10 als Zentralwelle durch die als Hohlwelle ausgebildete Antriebswelle 9 hindurch, die dort durch eine zusätzliche Getriebestufe 29 mit Stirnradverzahnung mit einer Ausgangswelle 30 des Getriebes 3 wirkverbunden ist. Bei der zweiten Ausführungsform sind die beiden Kupplungen 23 und 24 außerdem auf der zur Radachse 4 benachbarten Seite des Differentials 8 angeordnet. Die erste Kupplung 23 ist zwischen der Abtriebswelle 10 und einer weiteren Ausgangswelle 31 des Differentials 8 angeordnet, die drehfest mit dem Planetenträger 18 und über diesen, die Innenplanetenräder 20, die Ausgangswelle 21 und die Zahnradstufe 22 mit der zweiten Verbindungswelle 13 wirkverbunden ist. Die zweite Kupplung 24 ist zwischen der Abtriebswelle 10 und der ersten Verbindungswelle 12 angeordnet, die sich durch das Differential 8 hindurch erstreckt und drehfest mit dem Sonnenrad 16 verbunden ist. Die übrigen Merkmale der zweiten Ausführungsform entsprechen im Wesentlichen denjenigen der ersten Ausführungsform.

Wenn bei der zweiten Ausführungsform die Kupplung 23 geschlossen wird, wird das vom Antriebsaggregat 2 zur zweiten Teilachse 7 gelieferte Drehmoment über die Kupplung 23 teilweise zur ersten Radachse 4 umgeleitet. Wenn die Kupplung 24 geschlossen wird, wird das vom Antriebsaggregat 2 zur ersten Teilachse 6 gelieferte Drehmoment über die Kupplung 24 teilweise zur ersten Radachse 4 umgeleitet.

Die in Figur 3 dargestellte Ausführungsform entspricht mit Ausnahme des zwischen dem Differential 8 und den beiden Teilachsen 6 und 7 angeordneten Teils des Antriebsstrangs 1 der Ausführungsform der Figur 2. Um den Platzbedarf des Antriebsstrangs 1 zwischen dem Differential 8 und den Teilachsen zu verringern und den Wirkungsgrad zu erhöhen, sind bei der Ausführungsform der Figur 3 die beiden Verbindungswellen 12, 13 koaxial zueinander, wobei die Welle 13 als Hohlwelle ausgebildet ist, durch die sich die Welle 12 hindurch erstreckt. Darüber hinaus weisen bei dieser Ausführungsform die drehfest mit den beiden Teilachsen 6 und 7 verbundenen Tellerräder 32, 33 beider Kegelradgetriebe 14, 15 Kegelverzahnungen auf, die in dieselbe Richtung geneigt sind, anders als bei den zuvor beschriebenen Ausführungsformen, wo die Neigungsrichtung der Kegelverzahnungen der Tellerräder 32, 33 unterschiedlich ist.

Die Figuren 4 und 5 zeigen zwei Varianten der dritten Ausführungsform, die nicht nur bei dem zuvor beschriebenen Antriebsstrang 1 , sondern generell bei Antriebssträngen 1 mit zwei koaxialen Kardan- oder Verbindungswellen 12, 13 eingesetzt werden können.

Wie in Fig. 4 und 5 dargestellt, sind zwischen der als Hohlwelle ausgebildeten Verbindungswelle 13 und der als Zentralwelle ausgebildeten Verbindungswelle 12 zwei Axiallager 34, 35 angeordnet, in denen die Verbindungswelle 12 in der Verbindungswelle 13 gelagert ist. Die Verbindungswelle 13 ist wiederum in mindestens einem Lager 38 in Be- zug zu einem umgebenden Gehäuse 39 gelagert, so dass die Verbindungswelle 12 indirekt im Gehäuse 39 gelagert ist. Dabei stützt sich die Verbindungswelle 12 in den beiden Axiallagern 34, 35 in entgegengesetzte Richtungen ab, wodurch sich die auftretenden Axialkräfte weitgehend kompensieren.

Während bei der Variante in Figur 4 die drehfest mit den Teilachsen 6 bzw. 7 der zweiten Radachse 5 verbundenen Tellerräder 32, 33 der Kegelradgetriebe 14, 15 in axialer Richtung der beiden Verbindungswellen 12, 13 einen Versatz V aufweisen, jedoch gleiche Durchmesser besitzen, weisen bei der Variante in Figur 5 die Tellerräder 32, 33 und damit auch die drehfest mit den Verbindungswellen 12 und 13 verbundenen Ritzel 36, 37 der beiden Kegelradgetriebe 14, 15 unterschiedlich große Durchmesser auf, während die Tellerräder 32, 33 der Teilachsen 6 und 7 der zweiten Radachse 5 miteinander fluchten. Bei der Variante in Figur 5 ist darüber hinaus eine zusätzliche, drehfest mit der Teilachse 6 und mit dem Tellerrad 32 verbundene Stützwelle 40 vorgesehen, die sich über das Tellerrad 32 hinaus bis zum Tellerrad 33 erstreckt, wo sich das letztere in zwei entgegengesetzten Axiallagern 41 , 42 auf der Stützwelle 40 abstützt. Dadurch ist auch eine Kompensation der Tellerrad-Axialkräfte möglich, so dass nur noch die resultierenden Axialkräfte in die gehäusefesten Lager 38 eingeleitet werden. Um es zu ermöglichen, die Stützwelle 40 an der Verbindungswelle 12 vorbeizuführen, weisen die Kegelradgetriebe 14, 15 bei der Variante in Fig. 5 in Richtung der Hochachse des Kraftfahrzeugs einen Hypoidversatz von mindestens 25 bis 30 mm auf.

Die Figuren 6 und 7 zeigen zwei Varianten einer konventionellen zweiten Radachse 5 oder Hinterachse mit zwei Teilachsen 6, 7 und einem als Planetenraddifferential ausgebildeten Differential 8, das durch zwei kurze koaxiale Verbindungswellen 12, 13 mit den Ritzeln 36, 37 von zwei Kegelradgetrieben 14, 15 wirkverbunden ist, deren Tellerräder 32, 33 drehfest mit den beiden Teilachsen 6, 7 verbunden sind.

Wie in Figur 4 weisen bei der Variante in Figur 6 wieder die beiden Tellerräder 32, 33 in axialer Richtung der beiden Verbindungswellen 12, 13 einen Versatz V auf und besitzen gleiche Durchmesser. Bei der Variante in Figur 7 weisen wie in Figur 5 die Tellerräder 32, 33 unterschiedlich große Durchmesser auf, während die Tellerräder 32, 33 der Teilachsen 6 und 7 miteinander fluchten. Auch dort ist eine zusätzliche Stützwelle 40 zwischen der Teilachse 6 und dem Tellerrad 33 vorgesehen, gegen die sich das Tellerrad 33 in zwei Axiallagern 41 , 42 abstützt, um die Tellerrad-Axialkräfte zu kompensieren. Auch hier weisen die Kegelradgetriebe 14, 15 in Richtung der Hochachse des Kraftfahrzeugs einen Hypoidversatz von mindestens 25 bis 30 mm auf. Die Figur 8 zeigt eine fünfte Ausführungsform eines Antriebsstrangs 1 , die für ein Kraftfahrzeug mit einem quer verbauten Antriebsaggregat 2 und einem DQ- oder MQ- Getriebe 3 bestimmt ist, wobei zwischen dem Antriebsaggregat 2 und dem Getriebe 3 eine weitere Kupplung 43 vorgesehen ist. Anders als bei den Ausführungsformen in den Figuren 1 bis 3 weist der Antriebsstrang 1 in Figur 5 eine als Hinterachse ausgebildete erste Radachse 4 und eine als Vorderachse ausgebildete zweite Radachse 5 auf. Die erste Radachse 4 ist nach Bedarf zu- oder abschaltbar, während die zweite Radachse 5 aus zumindest einer ersten Teilachse 6 und einer zweiten Teilachse 7 besteht. Bei dem Differential 8 handelt es sich nicht wie bei der Ausführungsform in Fig. 6 und 7 um ein Hinterachsdifferential, sondern um ein im Bereich der zweiten Radachse 5 angeordnetes Vorderachsdifferential, das durch wie die zuvor beschriebenen Differentiale 8 durch eine Antriebswelle 9 und eine Zahnradstufe 1 mit dem Getriebe 3 wirkverbunden ist.

Zwischen dem Differential 8 und der ersten Radachse 4 ist eine Abtriebswelle 10 angeordnet, die mit Hilfe von zwei Kupplungen 23, 24 wahlweise mit der ersten Teilachse 6 oder mit der zweiten Teilachse 7 gekuppelt bzw. wirkverbunden werden kann, um das vom Antriebsaggregat 2 an der ersten Teilachse 6 und/oder an der zweiten Teilachse 7 bereitgestellte Antriebsmoment über die geschlossene Kupplung 23 bzw. 24 teilweise zur ersten Radachse 4 zu übertragen. Bei den beiden Kupplungen 23 bzw. 24 handelt es sich wie zuvor um Reibkupplungen, die jeweils eine Kupplungsscheibe 25 bzw. 27 und zwei Kupplungsringe 26 bzw. 28 umfassen, welche beim Schließen der Kupplung 23 bzw. 24 von entgegengesetzten Seiten gegen die zugehörige Kupplungsscheibe 25 bzw. 27 angepresst werden. Die Kupplungsringe 26, 28 der beiden Kupplungen 23, 24 sind drehfest miteinander verbunden. Die beiden Kupplungen 23, 24 besitzen eine mit den Kupplungsringen 26, 28 verbundene gemeinsame Ausgangswelle 44, die über ein Kegelradgetriebe 45 mit der in Längsrichtung des Kraftfahrzeugs verlaufenden Abtriebswelle 10 verbunden ist. Die Abtriebswelle 10 kann als Kardanwelle ausgebildet sein.

Wie zuvor ist das Differential 8 als Doppelplanetengetriebe ausgebildet und besteht aus einem Sonnenrad 16, einem Hohlrad 17 und einem Planetenträger 18, an dem mehrere radial äußere Außenplanetenräder 19 und mehrere radial innere Innenplanetenräder 20 drehbar gelagert sind. Die Außenplanetenräder 19 kämmen mit dem Hohlrad 17 und mit den Innenplanetenrädern 20. Die Innenplanetenräder 20 kämmen mit den Außenplane-* tenrädern 19 und mit dem Sonnenrad 16. Das Hohlrad 17 wird von der Antriebswelle 9 über die Zahnradstufe 11 angetrieben. Das Sonnenrad 16 ist drehfest mit der ersten Teilachse 6 und mit der Kupplungsscheibe 25 der ersten Kupplung 23 verbunden. Der Planetenträger 18 ist drehfest mit der anderen Teilachse 7 und mit der Kupplungsscheibe 27 der zweiten Kupplung 24 verbunden.

Wenn bei der fünften Ausführungsform die Kupplung 23 geschlossen wird, wird das vom Äntriebsaggregat 2 zur ersten Teilachse 6 gelieferte Drehmoment über die Kupplung 23, die Ausgangswelle 44, das Kegelradgetriebe 45 und die Abtriebswelle 10 teilweise zur ersten Radachse 4 umgeleitet. Wenn die Kupplung 24 geschlossen wird, wird das vom Antriebsaggregat 2 zur zweiten Teilachse 7 gelieferte Drehmoment über die Kupplung 24 teilweise zur ersten Radachse 4 umgeleitet. Wenn die erste Radachse 4 mit einem größeren Drehmoment mit angetrieben werden soll, werden beide Kupplungen 23 und 24 geschlossen. In diesem Fall wird das vom Antriebsaggregat 2 zu den beiden Teilachsen 6 und 7 gelieferte Drehmoment über die beiden Kupplungen 23 und 24 jeweils teilweise zur ersten Radachse 4 übertragen oder umgeleitet. In diesem Fall wird wieder das Differential 8 gesperrt. Durch Schließen der Kupplungen 23, 24 ist somit auch hier ein Tor- que-Splitting zwischen der ersten Radachse 4 und der zweiten Radachse 5 möglich.

BEZUGSZEICH EN LISTE

Antriebsstrang

Antriebsaggregat

Getriebe

1. Radachse

2. Radachse

1. Teilachse

2. Teilachse

Planetenraddifferential

Antriebswelle

Abtriebswelle

Zahnradstufe

1. Verbindungswelle

2. Verbindungswelle

Kegelradgetriebe

Kegelradgetriebe

Sonnenrad

Hohlrad

Planetenträger

Au3enplanetenrad

Innenplanetenrad

Ausgangswelle Differential

Zahnradstufe

I.Kupplung

2. Kupplung

Kupplungsscheibe

Kupplungsringe

Kupplungsscheibe

Kupplungsringe

Zahnradstufe

Ausgangswelle Getriebe

Ausgangswelle Differential

Tellerrad

Tellerrad Axiallager Axiallager Ritzel

Ritzel

Lager

Gehäuse Stützwelle Axiallager Axiallager Kupplung Ausgangswelle Kegelradgetriebe Versatz