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Patent Searching and Data


Title:
DRY LAWN CONSTRUCTION
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1985/003317
Kind Code:
A1
Abstract:
Dry lawn construction wherein the internal space formed by the lateral vegetation mats (28, 30) is reballasted with a self-reinforcing substrate (12) which is rendered stable by checking or compaction and used as a nutrient medium for growing plants from the vegetation mats. The supports and auxiliary technical constructions are thus simplified; furthermore, it is possible to set the dry lawn construction even in locations which are extremely lean in water since the substrate and the vegetal growth form a self-maintaining system.

Inventors:
Behrens
Wolfgang, Krupka
Bernd
Application Number:
PCT/DE1985/000019
Publication Date:
August 01, 1985
Filing Date:
January 23, 1985
Export Citation:
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Assignee:
Behrens
Wolfgang, Krupka
Bernd
International Classes:
A01G9/02; E01F8/02; (IPC1-7): E01F8/00; A01G9/00
Foreign References:
DE2848713A1
FR2444119A1
Other References:
See also references of EP 0169860A1
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Claims:
Behrens, Wolfgang 390/13P a t e n t a n s p r ü c h e
1. Trockenrasenbauwerk mit seitlichen Wänden, zwischen denen sich eine Verfüllung befindet, insbesondere Trocken¬ rasenbauwerk mit Lärmschutzeigenschaften, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß die Verfüllung durch ein selbsttragendes standfestes Substrat (12) gebildet ist, welches ein Nähr¬ medium für Vegetationen darstellt, und daß die seitlichen Wände aus Vegetationsmatten (28, 30) bestehen.
2. Trockenrasenbauwerk nach Anspruch 1, dadurch ge¬ kennzeichnet, daß das Substrat (12) mit modifiziertem Mörtel vermischt und durch Stampfen oder Rütteln oder dgl. standfest gemacht ist.
3. Trockenrasenbauwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Substrat (12) einen Gehalt von Lava, Sand, gemahlenem Blähton sowie zusätzlich von Kalkschotter und Basalt besitzt.
4. Trockenrasenbauwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 3, dadurch gekennzeichnet, daß der modifi¬ zierte Mörtel ein Trasskalkmörtel mit Bentonit als Zu¬ schlag ist.
5. Trockenrasenbauwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Abstand voneinander angeordnete Stützelemente (16) vorgesehen sind, zwischen denen sich das Trockenrasenbauwerk (10) erstreckt.
6. Trockenrasenbauwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Stützelementen (16) auf beiden Seiten Seile (24, 26) gespannt sind, die einen Innenraum zur Aufnahme des Sub¬ strats (12) abgrenzen.
7. Trockenrasenbauwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 6, dadurch gekennzeichnet, daß vom Innen¬ raum her an beiden Seiten die Vegetationsmatten (28, 30) an den Seilen (24, 26) anliegen.
8. Trockenrasenbauwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Vegetations¬ matte (28, 30) jeweils zwischen zwei benachbarten Seilen (24, 26) eine nach außen gerichtete Ausbeulung (32) be¬ sitzt, wodurch die Oberfläche des Trockenrasenbauwerks (10) vergrößert wird.
9. Trockenrasenbauwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 8, dadurch gekennzeichnet, daß sich die seit¬ lichen Wände zumindest im oberen Bereich des Trockenrasen¬ bauwerks (10) nach oben hin verjüngen.
10. Trockenrasenbauwerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Vegetations¬ matten (28, 30) vorgefertigte, bereits mit Pflanzenwuchs (34) versehene Vegetationsmatten sind.
11. Trockenrasenbauwerk nach AnsDruch 4. dadurch gekenn¬ zeichnet, daß dem Substrat (12) etwa 8 10 Vol. % modi¬ fizierter Trasskalkmörtel beigemischt ist.
12. Trockenrasenbauwerk nach Anspruch 11, dadurch gekenn¬ zeichnet, daß der Trasskalkmörtel im trockenen Zustand mit etwa 10 Vol. % Bentonit ehl und etwa 5 Vol. % Portlandze¬ ment vermengt ist.
13. Trockenrasenbauwerk nach einem der Ansprüche 11 12 dadurch gekennzeichnet, daß dem Substrat (12) etwa 15 Vol. % Rindenhumus beigemischt ist .
14. Trockenrasenbauwerk nach einem der Ansprüche 1 13 dadurch' gekennzeichnet, daß die Steinanteile (von Lava und Kalkschotter) im Substrat (12) mit Rindenhumus ummantelt sind.
15. Trockenrasenbauwerk nach einem der Ansprüche 1 14 dadurch gekennzeichnet, daß das Substrat (12) folgende Bestandteile aufweist: Oolith und Dolomitschotter 0 45 mm 30 Vol. % Lava oder Schlacke 0 65 mm 20 Vol. % Ton 5 Vol. % Löslehm (B oder CHorizont) 20 Vol. % Rindenhumus 15 Vol. % modifizierter Trasskalkmörtel 10 Vol. % Vol. % .
16. Trockenrasenbauwerk nach Anspruch 5, dadurch ge¬ kennzeichnet, daß die Stützelemente (16) aus Kunstharzbeton bestehen.
Description:
Trockenrasenbauwerk

Die Erindung betrifft ein Trockenrasenba werk mit seit¬ lichen Wänden, zwischen denen sich eine Verfüllung be¬ findet, insbesondere Trockenrasenbauwerk mit Lärmschutz¬ eigenschaften.

Es gibt bereits Bauwerke mit Pflanzenbewuchs, denen mit einem allgemein zunehmenden Umweltbewußtsein eine immer größere Bedeutung zukommt. Häufig wirken nämlich die Außenwände von Bauwerken oder von Betonsteinen, die immer mehr zur Abgrenzung von Gelandebereichen bzw. auch zur BöschungsSicherung verwendet werden, optisch durch die technisch-konstruktiven Elemente sehr störend.

Durch die DE-PS 29 00 700 ist es schon bekannt geworden, auf der Ansichtsfläche von Betonsteinen einen Vorsatz aus einem porösen, grobstrukturierten und biologisch aktiven Material anzuordnen. Dieser Vorsatz ermöglicht auf der Ansichtsfläche des Betonsteines ein natürliches Leben an Flora und Fauna, so daß die Oberfläche dann kein betonartiges Aussehen mehr besitzt, sondern durch die biologische Begrünung optisch angenehm wirkt. Allerdings ermöglicht der erwähnte Vorsatz lediglich einen Bewuchs mit Moosen, während sich ein Rasen nicht ausbilden kann.

In der DE-OS 30 27 442 ist auch schon ein Bauwerk mit Pflanzenbewuchs zur Verwendung als Schallschutzwand be¬ schrieben. Bei diesem bekannten Bauwerk bilden zwei im Abstand voneinander befindliche, als Rasenmatten aus¬ gebildete Seitenwände einen Innenraum, der mit Erde ver¬ füllt ist, um den Rasenbewuchs zu erhalten.

Meistens befinden sich die Bauwerke mit Pflanzenbewuchs an WassermangelStandorten, denn die Standortwahl richtet sich - etwa bei der Schallschutzwand - nicht nach optimalen biologischen Gesichtspunkten, sondern nach künstlich ge¬ schaffenen Gegebenheiten (z.B. dem Verlauf einer Straße) . Daher ist die Wasserversorgung für den Pflanzenbewuchs solcher Bauwerke ein erhebliches Problem, das sich bisher nur durch zusätzliche Maßnahmen, wie z.B. eine Tropfchenbe- wässerung lösen läßt, die mit einem Mehraufwand und mit Koste verbunden sind. "

Ein weiterer gravierender Nachteil des bekannten Bau¬ werks ist der Aspekt der. mechanischen Stabilität. Die in den durch die Rasenmatten an beiden Seiten gebildeten Innenraum eingefüllte lose Erde verursacht einen beachtlichen Druck auf die seitlichen Rasenmatten. Aus Stabilitätsgründen sind daher aufwendige mechanische Hilfsmittel erforderlich, um die Druckbelastung aufzufangen.

Infolge des dauernden Druckes, dem die Rasenmatten ausge¬ setzt sind, können diese unter Umständen aufbrechen bzw. reißen, und als Folge einer solchen Beschädigung wird die Erdfüllung durch die Öffnung herausrieseln. Es sind dann teure Reparaturarbeiten notwendig.

Ferner besteht auch die Gefahr der Untergrabung oder Aus¬ höhlung des Bauwerks bzw. der Erdfüllung durch Tiere, z.B. Ratten, mit der Folge, daß das Bauwerk einstürzen kann.

Um daher die unbedingt erforderliche mechanische Stabilität zu gewährleisten, besitzen die Rasenmatten bei dem bekannten Bauwerk besondere Stabstahlgitter, um die Rasenmatten zu¬ nächst einmal in sich stabil zu halten. Zusätzlich ist es erforderlich, die Stabstählgitter mit Anker durch die Erdfüllung hindurch miteinander zu verbinden, um ein Aus¬ weichen in Folge des Erddruckes zu verhindern. Diese mecha¬ nische Hilfskonstruktion zur Erzielung der gewünschten Stabilität ist aufwendig (Korrosionsgefährdung durch Tausalz- sprühneoel) und trägt erheblich zu den Kosten des Bauwerks bei.

Das Problem der mechanischen Stabilität stellt sich zwar bei dem eingangs genannten Betonstein gemäß der DE-PS 29 00 700 nicht, allerdings ist auch ein solcher Betonstein

teuer in der Herstellung, ganz abgesehen davon, daß dort wegen des fehlenden Erdbodens nur ein Bewuchs mit Moosen möglich ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bauwerk - welches als neuartiges Trockenrasenbauwerk bezeichnet werden kann - zu schaffen, das mit einem Minimum an mecha¬ nischen Hilfsmitteln für die geforderte Stabilität aus¬ kommt und zudem völlig unabhängig und von dem jeweiligen Standort bzw. von einer Wasserversorgung ist.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt bei dem im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Trockenrasenbauwerk dadurch, daß die Verfüllung durch ein selbsttragendes standfestes Substrat gebildet ist, welches, ein Nährmedium für Vege¬ tationen darstellt, und daß die seitlichen Wände aus Vegetationsmatten bestehen.

Ein wesentliches Merkmal der Erfindung ist das Substrat, welches in neuartiger Weise als ein selbsttragendes stand¬ festes, also in sich stabiles Substrat ausgebildet ist. Hierbei handelt es sich um eine überraschende Maßnahme, die entgegen dem bisherigen gärtnerischen Fachwissen er¬ folgt, denn man hat bei einem Nährboden bisher stets großen Wert darauf gelegt, einen Nährboden für Pflanzen oder der¬ gleichen möglichst locker zu halten.

Demgegenüber wird bei der Erfindung das in den Innenraum zwischen die seitlichen Wände gefüllte Substrat durch Stampfen oder durch Rütteln mittels einer Rüttelmaschine verdichtet, und als Folge davon ergibt sich eine Ver¬ klebung der körnigen Bestandteile des Substrats, welches dadurch standfest und selbsttragend wird. Besonders vor¬ teilhaft ist die Verklebung und damit die Standfestigkeit des Substrats, wenn diesem in zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung modifizierter Trasskalk örtel zugegeben ist.

Durch das standfeste Substrat wird sozusagen eine bio¬ logische Armierung und Erosionssicherung erzielt, mit der Folge, daß die eingangs erwähnten mechanischen Hilfsmittel wesentlich einfacher und nicht in dem erheblichen Umfang wie bisher ausgestaltet sein können, um insgesamt eine mechanische Stabilität des Trockenrasenbauwerks zu er¬ zielen. Die seitlichen Wände sind wegen des sich selbst¬ verstärkenden und standfesten Substrats keinem nennens¬ werten Druck mehr ausgesetzt, so daß eine gegenseitige Verankerung der seitlichen Wände entfallen kann.

Ein weiterer Vorteil, den das standfeste Substrat bietet, besteht darin, daß bei einer Beschädigung des Trocken¬ rasenbauwerks durch Zerstörung der seitlichen Vegetations¬ matten ein Herausrieseln des Substrats verhindert wird.

Als günstig ist auch zu erwähnen, daß das Trockenrasen¬ bauwerk - bedingt durch die Verfestigung und den Steinge¬ halt - nur sehr schwer von Tieren, z.B. Ratten unterhöhlt bzw. untergraben werden kann, wodurch die Einsturzgefahr verringert ist.

Man kann das durch Stampfen oder Rütteln verdichtete Substrat praktisch als einen Substrat-Block bezeichnen, wobei das überraschende Ergebnis ist, daß trotzdem ein Pflanzenbe¬ wuchs möglich ist. Um dies zu ermöglichen, umfaßt das Substrat in zweckmäßiger Weiterbildung der Erfindung einen Gehalt von Lava, Sand, gemahlenem Blähton, Kalk¬ schotter und Basalt. Vorteilhaft ist die Zugabe von Ton, Rindenhumus und Löslehm.

Zusammen mit den seitlichen Vegetationsmatten entsteht ein selbstregulierendes technisch-biologisches System mit einer dauerhaften Überlebens- und Entwicklungsfähigkeit der Vegetation auch an extremen wasserarmen Standorten.

Das neuartige Trockenrasenbauwerk läßt sich somit in vorteilhafter Weise als Lärmschutzwand an Straßen ver¬ wenden. Hierbei kann es vorkommen, daß im Winter in Folge des Tausalzes Tausalznebel auftreten, welche auf den Boden giftig einwirken. Die Giftwirkung des Tausalzes wird bei

der Erfindung durch eine- zweckmäßige Weiterbildung da¬ durch abgepuffert, daß dem Substrat Rohhumuskomponenten (Rindenhumus) beigegeben wird (etwa 15 Vol. %) .

Durch das erfindungsgemäße Trockenrasenbauwerk läßt sich die Standfläche von Lärmschutzwänden auf geringe Abmessungen - z.B. ca. 1 m - reduzieren, und zwar unter Beibehaltung der optimalen Lärmschutzwirkung eines Erdkörpers. Die technischen Stütz- und Hilfskonstruktionen, auf die bei der Erfindung zwar nicht vollständig verzichtet wird, die aber wesentlich einfacher ausgebildet sein können, lassen sich durch die Vegetation auf den Vegetations¬ matten nahezu vollständig überdecken, so daß ein optisch angenehmer Eindruck entsteht. Das Problem des sehr extremen Wassermangels wird durch die schon erwähnte vegetations¬ technische Abstimmung zwischen dem Substrat und den Pflanzen der Vegetationsmatten gelöst. Es wird also durch das spezi¬ elle Substrat die Möglichkeit einer seibsterhaltenden Vegetationsdecke geschaffen, auf welcher Moose, Gräser, Kräuter und niedrige Gehölze wachsen können. Da das Trocken¬ rasenbauwerk selbsterhaltend ist, erübrigt sich in vorteil¬ hafter Weise die Pflege und Unterhaltung ( ässern, Düngen, Schneiden) der Anordnung.

Eine zweckmäßige Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß

die seitlichen Vegetatiαnsmatten nach außen gerichtete Ausbeulungen besitzen, wodurch die Oberfläche des Trocken¬ rasenbauwerks vergrößert wird. Bei starkem Wasseranfall in Folge von Regen oder Wolkenbruch wird durch die Aus¬ beulungen der Wasserabfluß gebremst, wodurch Schäden ver¬ mieden werden. Außerdem kann mehr Wasser in die seitliche Wand einsickern anstatt ungenutzt abzufließen. Die bei der Erfindung verwendete Substratmischung ist hygroskopisch, das bedeutet, daß selbst auch Luftfeuchtigkeit aufgenommen und für die Pflanzen zur Verfügung gestellt werden kann. Hier hat die Oberflächenvergrößerung in Folge der Aus¬ beulungen die positive Wirkung, daß wegen der größeren Oberfläche auch mehr Wasser aufgenommen werden kann. Schlie߬ lich bieten die Ausbeulungen bzw. Ausrundungen auch optische Vorteile, weil eine eintönig " e Oberfläche vermieden wird.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben und der Zeichnung zu ent¬ nehmen.

Nachfolgend wird die Erfindung an Hand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine Querschnittsansicht eines

Trockenrasenbauwerks,

Fig. 2 eine Querschnittsansicht des ver¬ füllten Substrats, und

Fig. 3 eine perspektivische Prinzip-Dar¬ stellung einer mechanischen Hilfs¬ konstruktion für das Trockenrasen¬ bauwerk.

Das zeichnerisch dargestellte Trockenrasenbauwerk 10, welches sich vorteilhafterweise als Lärmschutzwand verwenden läßt, umfaßt ein Substrat 12 mit zwei Vegetationsmatten 28 und 30, welche die seitlichen Wände des Trockenrasenbauwerks 10 bilden. Als mechanische Stütz- bzw. Hilfskonstruktion sind im Abstand voneinander angeordnete Stützelemente 16 vorge¬ sehen, die seitliche Stützarme 18 und 20 besitzen. Letztere sind im oberen Bereich des Trockenrasenbauwerks 10 dach¬ förmig ausgebildet, so daß sich das Trockenrasenbauwerk 10 nach oben hin verjüngt.

Die Stützelemente 16 sind in Fundamenten 22 gehalten, welche sich in dem Erdboden 14 befinden.

Zwischen den Stützelementen 16 bzw. zwischen den seitlichen

Stützarmen 18 und 20 erstrecken sich an den beiden äußeren Seiten mehrere im Abstand voneinander angeordnete und etwas durchhängende Seile 24 und 26. Von dem durch die Seile 24 und 26 gebildeten Innenraum des Trockenrasenbauwerks 10 her werden innen an die Seile 24 und 26 Vegetationsmatten 28 und 30 gelegt, und danach wird der Innenraum mit dem Sub¬ strat 12 verfüllt.

Wie in der Querschnittsansicht gemäß Fig. 1 zu erkennen ist, bilden sich dabei zwischen den einzelnen Seilen 24 und 26 Ausbeulungen 32 in den Vegetationsmatten 28 und 30 aus, was zu einer Vergrößerung der Oberfläche des Trockenrasenbau¬ werks 10 führt. Das in den durch die Vegetationsmatten 28 und 30 gebildeten Innenraum eingefüllte Substrat wird durch Stampfen oder Rütteln verdichtet, mit der Folge, daß ein standfestes in sich selbsttragendes Substrat entsteht, wel¬ ches gemäß der Querschnittsansicht in Fig. 2 einen stand¬ festen Substrat-Block bildet. Lediglich während der Ver¬ dichtung wird daher kurzzeitig ein Druck auf die seitlichen Vegetationsmatten.28 und 30 ausgeübt, während nach dem Ver¬ dichten der Substrat-Block ein in sich stabiles, selbst¬ tragendes Element ist, so daß nach der Verdichtung kein Druck mehr auf die seitlichen Vegetationsmatten 28 und 30 ausgeübt wird.

Trotz der Verdichtung, die entgegen der bisherigen Meinung

vorgenommen wird, einen Boden für Pflanzenbewuchs möglichst locker zu halten, ist das Substrat 12 als Nährmedium für die Vegetationsmatten 28 und 30 bzw. für den Pflanzenbe¬ wuchs 34 dieser Vegetationsmatten geeignet.

Bei den Vegetationsmatten 28 und 30 kann es sich um bereits vorgefertigte und mit Pflanzenbewuchs 34 versehene Vegeta¬ tionsmatten handeln. Für den Pflanzenbewuchs 34 kommen Moose, Gräser, Kräuter und niedrige Gehölze in Betracht. Im Laufe der Zeit treiben die Pflanzen Wurzeln in das Sub¬ strat 12, wodurch eine zusätzliche mechanische Stabilität durch eine biologische Armierung erzielt wird. Dadurch wird die ansich schon vorhandene Standfestigkeit des Substrats 12 noch erhöht.

Die mechanisch stabile Eigenschaft des Substrats 12 durch Ver¬ dichten oder Rütteln läßt sich besonders vorteilhaft dann er¬ reichen, wenn dem Substrat 12 modifizierter Trasskalkmörtel beigemischt wird, wodurch eine Verklebung der körnigen Be¬ standteile des Substrats 12 gefördert wird.

Bei dem modifizierten Trasskalkmörtel handelt es sich um ei¬ nen Mörtel, der im trockenen Zustand mit etwa 10 Vol. % Bento- nitmehl und 5 Vol. % Portlandzement vermengt worden ist. Ei¬ ne besonders geeignete Mischung des Substrats 12 setzt sich wie folgt zusammen:

Oolith-und Dolomitschotter 0 - 45 mm 30 Vol. %

Lava oder Schlacke 0- - 65 mm 20 Vol. %

Ton 5 Vol. %

Löslehm (B oder C-Horizont) 20 Vol. %

Rindenhumus 15 Vol. % . modifizierter Trasskalkmörtel 10 Vol. %

100 Vol. %

Das Substrat 12 ist hygroskopisch, so daß selbst auch Luft¬ feuchtigkeit pflanzenverfügbar aufgenommen werden kann. Das Substrat 12 stellt in Verbindung mit dem Pflanzenbewuchs 34 ein. sich selbstregulierendes technisch-biologisches System mit einer dauerhaften Überlebens- und Entwicklungsfähigkeit der Vegetation auf den Vegetationsmatten 28 und 30 dar, wo¬ durch auch auf extremen Standorten eine Vegetation ermöglicht wird. Dabei ist unter anderem die Verwendung von modifiziertem Trasskalkmörtel hervorzuheben, welcher wesentlich zu der hy¬ groskopischen Eigenschaft beiträgt. Normalerweise wird der Mörtel in der gärtnerischen Technik als für Pflanzen giftig angesehen, gleichwohl liegt der Erfindung die Erkenntnis zu¬ grunde, daß die Zumengung des modifizierten Trasskalkmörtels zu dem Substrat 12 auf überraschende Weise von vorteilhafter Wirkung ist.

Wie schon erwähnt, ermöglicht die vegetationstechnische Ab¬ stimmung zwischen dem Substrat 12 und den Vegetationsmatten 28 und 30 auch den Bewuchs mit Moosen. Hierbei ist als Vor-

teil zu nennen, daß die Moosschicht"Luftfeuchtigkeit an¬ saugen und an das Substrat 12 weitergeben kann, wo sie von dem Trasskalkmörtelanteil aufgesogen wird.

Ein weiterer Vorteil ist auch noch darin zu sehen, ' daß die Steinanteile im Substrat 12 voll mit Humus ummantelt sind. Überraschend hat sich nämlich gezeigt, daß durch den Misch¬ vorgang mit dem Humus eine Ummantelung der Steinanteile er¬ folgt. Dies hat eine gleichmäßige Verteilung der Humussubstanz zur Folge, und außerdem tritt eine erhebliche Verbesserung der Kapillarwirkung ein.

Insgesamt wird durch die Erfindung ein Trockenrasenbauwerk 10 geschaffen, welches optimal als Lärmschutzwand eingesetzt werden kann. Dabei ist durch die Bezeichnung "Trockenrasen¬ bauwerk" zum Ausdruck gebracht, daß es sich an extremen wasser¬ armen Standorten befinden kann. Das Trockenrasenbauwerk 10 ist vollständig wartungsfrei, weil das Substrat 12 zusammen mit den Vegetationsmatten 28 und 30 bzw. mit dem Pflanzen¬ bewuchs 34 ein selbsterhaltendes System bildet. Wegen des durch Verdichtung bzw. durch Verklebung selbsttragend ge¬ machten Substrat 12 können die technischen Stütz- und Hilfs¬ konstruktionen auf ein geringes Maß beschränkt werden.