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Title:
DYEING POLYESTER TEXTILES IN THE WASHING MACHINE WITH THE HELP OF QUARTERNISED OR QUARTENISABLE POLYSACCHARIDE COMPOUNDS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/153643
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a two-component composition for dyeing textiles which have at least one synthetic material, said composition comprising a component (I) containing one or more reactive dyes (A) and a component (II) containing one or more polysaccharide compounds (B); characterised in that the at least one polysaccharide compound (B) has at least one quarternised or quartenisable nitrogen group. The invention also relates to the use of said composition for dyeing textiles and a method for dyeing textiles.

Inventors:
JOB, Mareile (Gluckstr. 21, Leverkusen, 51375, DE)
VON KATHEN, Anja (Meckelstr. 68, Wuppertal, 42287, DE)
SORG, Rainer (Studentenacker 15, Kempen, 47906, DE)
FALENSKI, Laura (Azalienstraße 40, Neuss, 41466, DE)
Application Number:
EP2018/052770
Publication Date:
August 30, 2018
Filing Date:
February 05, 2018
Export Citation:
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Assignee:
HENKEL AG & CO. KGAA (Henkelstr. 67, Düsseldorf, 40589, DE)
International Classes:
D06P1/48; D06P1/66; D06P3/00
Foreign References:
DE2438454A11975-02-20
GB905122A1962-09-05
CN105369587A2016-03-02
JP2001164479A2001-06-19
JPH05321165A1993-12-07
CN106245352A2016-12-21
DE19545585A11997-06-12
Other References:
"Ullmann' Encyclopedia of Industrial Chemistry", vol. A 22, 2011, pages: 277 - 289
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Claims:
Patentansprüche

1. Zweikomponentenzusammensetzung zum Färben von Textilien, die mindestens ein synthetisches Material aufweisen, umfassend

eine Komponente I enthaltend einen oder mehrere Reaktivfarbstoffe A und

eine Komponente II enthaltend eine oder mehrere Polysaccharidverbindungen B;

dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Polysacchandverbindung B wenigstens einen quaternisierten oder quaternisierbaren Stickstoffrest aufweist.

2. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass Komponente I in 60 bis 99 Gew.-%, bevorzugt in 90 bis 99 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der

Zweikomponentenzusammensetzung, vorhanden ist.

3. Zusammensetzung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Reaktivfarbstoff A eine oder mehrere Gruppen, ausgewählt aus Monoazo-, Polyazo-, Metallkomplexazo-, Anthrachinon-, Phthalocyanin-, Formazan oder Dioxazin- Gruppen, aufweist.

4. Zusammensetzung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Polysacchandverbindung B ausgewählt ist aus Chitosan, Derivaten von Stärken, Cellulosen, Dextranen, Pektinen, Guaranen sowie Mischungen daraus.

5. Zusammensetzung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Polysacchandverbindung B ein gewichtsmittleres Molekulargewicht von 10.000 bis 800.000 g/mol besitzt.

6. Zusammensetzung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein oder mehrere Additive, ausgewählt aus Füllstoffen, pH-Stellmitteln, Neutralölen sowie Mischungen daraus, in einer oder beiden der Komponenten I und II enthalten sind.

7. Zusammensetzung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

der wenigstens eine Reaktivfarbstoff A in 0,01 Gew.-% bis 10 Gew.-%, bezogen auf das

Gesamtgewicht der Komponente I, und/oder

die wenigstens eine Polysacchandverbindung B in 0,1 bis 99 Gew.-%, bezogen auf das

Gesamtgewicht der Komponente II, enthalten sind.

8. Zusammensetzung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Lösung von 10 g Komponente I in 100 g Wasser einen pH-Wert zwischen 8 und 14 aufweist.

9. Zusammensetzung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Komponente I eine Schüttdichte von 800 bis 1300 g/l aufweist.

10. Verwendung einer Zweikomponentenzusammensetzung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9 zum Färben von Textil, dadurch gekennzeichnet, dass das Textil mindestens ein

synthetisches Material aufweist.

1 1. Verfahren zum Färben von Textil, welches mindestens ein synthetisches Material aufweist, mit einer Zusammensetzung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es die folgenden Schritte umfasst:

i) in Kontakt bringen des Textils in einem wässrigen Medium mit Komponente II, um ein vorbehandeltes Textil zu erhalten; und

ii) in Kontakt bringen des in Schritt i) erhaltenen vorbehandeltes Textils in einem wässrigen Medium mit Komponente I.

12. Verfahren zum Färben von Textil gemäß Anspruch 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass ein oder beide Schritte des Verfahrens in einer Waschmaschine durchgeführt werden.

Description:
Färbung von Polyestertextilien in der Waschmaschine mit Hilfe von quaternisierten oder quaternisierbaren Polysaccharid-Verbindungen

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zweikomponentenzusammensetzung zum Färben von Textilien, insbesondere von Textilien, welche synthetische Materialien, wie beispielsweise Polyester, aufweisen.

Die vorliegende Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zum maschinellen Färben von Textilien, insbesondere von Textilien, welche synthetische Materialien, wie beispielsweise Polyester, aufweisen.

Synthetische Materialien im Sinne der vorliegenden Erfindung sind vorzugsweise Textilien aus Polyester, Polyamid, Polyacryl, Polypropylen und Elasthan oder Mischungen aus diesen.

Mittel zum Färben von Textilien sind seit langer Zeit bekannt. So wird beispielsweise in DE 195 45 585 A1 ein Mittel zum Färben von Textilien beschrieben, gekennzeichnet durch eine viskose Zusammensetzung, gebildet zumindest aus wenigstens einem in Wasser dispergierten Farbstoff, einem Feuchthaltemittel, sowie einem Verdickungsmittel.

Mittel zum Färben von Textilien in der Waschmaschine sind kommerziell erhältlich. Eine gute Färbung erreicht man bisher insbesondere bei Textilien aus Baumwolle, Leinen oder Cellulose- haltigen Geweben. Häufig ist es jedoch so, dass die Textilien als Ganzes oder in Teilen synthetische Materialien aufweisen. So sind Nähte häufig beispielsweise aus Polyestergarnen. Diese werden bei bekannten Mitteln vom Farbstoff nicht oder nur in geringem Umfang eingefärbt. Somit ist nach dem Färben häufig die Naht besonders deutlich zu sehen, insbesondere wenn mit dunkler Farbe gefärbt wurde. Auch Mischgewebe, die neben natürlichen Materialien synthetische Materialien aufweisen, werden nur schlecht und häufig nicht homogen eingefärbt.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, diese aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile für das Färben von Textilien mit synthetischen Materialien, bevorzugt in der Waschmaschine, zu vermeiden. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, nachhaltige, insbesondere biologisch abbaubare, Zusammensetzungen für eine verbesserte Färbung von Textilien mit synthetischen Materialien, insbesondere in der Waschmaschine, bereitzustellen.

Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass Textilien, die synthetische Materialien aufweisen, mit wenigstens einem Reaktivfarbstoff gefärbt werden können, wenn diese synthetischen Materialien zuvor ebenfalls mit wenigstens einer quaternisierten oder quaternisierbaren

Polysaccharidverbindung in Kontakt gebracht werden.

Außerdem wurde überraschend gefunden, dass eine Vorbehandlung mit quaternisierten

Polysaccharidverbindungen eine Einfärbung aller Arten von Textilien mit Reaktivfarbstoffen ermöglicht. Dabei werden sowohl synthetische Textilien als auch natürliche Textilien vom

Reaktivfarbstoff eingefärbt. Die quaternisierte Polysaccharidverbindung verhindert nicht die Reaktion des Reaktivfarbstoffs mit beispielsweise Cellulose, Baumwolle, Leinen oder anderen natürlichen Textil-Materialien, so dass auch bei Textilien aus Mischgeweben eine gleichmäßige Färbung erreicht wird. Textilien, die synthetische Materialien aufweisen, umfassen erfindungsgemäß solche Textilien, die flächig ein synthetisches Material aufweisen. Erfindungsgemäß umfasst sind Textilien aller Arten von Geweben, Gestricken, Gewirken oder Vliesen.

Erfindungsgemäß umfasst sind jedoch auch Textilien, bei welchen lediglich die Naht ein synthetisches Material aufweist.

Daher ist ein erster Gegenstand der vorliegenden Erfindung eine Zweikomponentenzusammensetzung zum Färben von Textilien, die mindestens ein synthetisches Material aufweisen, umfassend

eine Komponente I enthaltend einen oder mehrere Reaktivfarbstoffe A und

eine Komponente II enthaltend eine oder mehrere Polysaccharidverbindungen B;

wobei die wenigstens eine Polysaccharidverbindung B wenigstens einen quaternisierten oder quaternisierbaren Stickstoffrest aufweist.

Im Folgenden sollen erfindungsgemäß bei der Verwendung des Begriffs„Reaktivfarbstoff" immer auch Mischungen aus zwei oder mehr Reaktivfarbstoffen umfasst sein. Ebenso sollen erfindungsgemäß bei der Verwendung des Begriffs„quaternisierte Polysaccharidverbindung" immer auch Mischungen aus zwei oder mehr quaternisierten Polysaccharidverbindungen umfasst sein.

Erfindungsgemäß erfolgt die Färbung mit wenigstens einem Reaktivfarbstoff A. Reaktivfarbstoffe A stellen heute die größte Farbstoffgruppe zum Färben von Cellulose beziehungsweise daraus bestehender Fasern dar. Reaktivfarbstoffe A bilden mit der Faser eine kovalente Bindung, wodurch sich nassechte Färbungen ergeben.

Geeignete Reaktivfarbstoffe A sind in Ullmann' Encyclopedia of Industrial Chemistry (7. Auflage, 201 1 ) Volume A 22 auf den Seiten 277 bis 289 beschrieben. Auf diese wird hiermit vollumfänglich Bezug genommen.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist der wenigstens eine Reaktivfarbstoff A eine oder mehrere Gruppen ausgewählt aus Monoazo-, Polyazo-, Metallkomplexazo-, Anthrachinon-, Phthalocyanin-, Formazan oder Dioxazin-Gruppen auf; bevorzugt sind Monoazo-, Polyazo- und Anthrachinongruppen.

Beispiele für bevorzugte Reaktivfarbstoffe A sind Derivate von 2,4,6-Trichlor-1 ,3,5-triazin, bei welchen ein Chlor-Atom durch eine chromophore Gruppe ersetzt wird (z.B. Procion MX) und gegebenenfalls ein weiteres Chlor Atom durch Amino- oder Alkoxygruppen ersetzt wird (z.B. Procion H, Procion P und Cibacron). In weiteren Derivaten kann das noch verbleibende Cl-Atom durch Fluor (z.B. Cibacron F) oder ein tertiäres Amin, insbesondere Nicotinsäure, (z.B: Kayacelon React, Procion H-EG) ersetzt werden. Weiterhin geeignet sind Halopyrimidin-Farbstoffe, bei welchen am Heterocyclus eine chromophore Gruppe angebunden ist (z.B. Drimaren) und der Heterocyclus weiterhin Cyano- (Reacton), Fluor- (Levafix EA) oder Methylsulfon-Gruppen (Levafix P) aufweist. Auch Dichloroquinoxaline und Dichlorophthalazine sind ebenso wie Benzothiazol- Derivate geeignet. Die Benzothiazol-Derivate weisen in 2-Position des Heterozyklus eine

Abgangsgruppe, beispielsweise ein Halogen, auf. Beispielhaft sind weiterhin geeignet C.l. Reactive Black 5 (Remazol Black B), Procion HE, Sumifix Supra Yello 3RF, Cibacron C, 2- sulfooxyehtylsulfonyl ist weiterhin als aktive Gruppe bevorzugt, an welche eine chromophore Gruppe anbinden kann. Geeignete chromophore Gruppen sind Azo-Farbstoffe, Anthraquinon- Farbstoffe, Phthalozyanin-Farbstoffe oder Triphenodioxazin-Farbstoffe.

Der Reaktivfarbstoff A kann bevorzugt ausgewählt sein aus C.l. Reactive Yellow 4, C.l. Reactive Yellow 17, C.l. Reactive Orange 1 , C.l. Reactive Red 8, C.l. Reactive Red 12, C.l. Reactive Red 23, C.l. Reactive Blue 16, C.l. Reactive Black 5, Sumifix Supra Yellow 3RF, Cibacron C, 6-Amino- 1 -Hydroxynaphthalen-3-Sulfonsäure, 7-Amino-1-Hydroxynaphthalen-3-Sulfonsäure, 8-Amino-1- Hydroxynaphthalen-3,6-Disulfonsäure, 8-Amino-1-Haydroxynaphthalen-3,5-Disulfonsäure, Kupfer- Komplexe von ο,ο'-disubstituerten Azoverbindungen, C.l. Direct Blue 106, C.l. Direct Blue 109, C.l. Pigment Violet 23, C.l. Reactive Blue 163, C.l. Reactive Blue 172, C.l. Reactive Blue 187, C.l. Reactive Blue 198, C.l. Reactive Blue 204, C.l. Reactive Blue 224, Reactive Blue 225, Reactive Blue 1 16, Reactive Blue 203, Reactive Yellow 125, Reactive Yellow 27, Reactive Red 159, Reactive Red 123, Reactive Orange 64, Reactive Orange GR, Reactive Blue 21 , Reactive Yellow 1 1 1 , Levafix Yellow CA, Reactive Orange 107, Reactive Yellow 201 und Everzol Orange GSP oder Remazol Briliant Blue FB.

Besonders bevorzugt sind Reactive Black 5, Reactive Blue 225, Reactive Blue 1 16, Reactive Blue 224, Reactive Blue 203, Reactive Yellow 125, Reactive Yellow 27, Reactive Red 159, Reactive Red 123, Reactive Orange 64, Reactive Orange GR, Reactive Blue 21 , Reactive Yellow 1 1 1 , Levafix Yellow CA, Reactive Orange 107, Reactive Yellow 201 und Everzol Orange GSP als Reaktivfarbstoff A.

Die Reaktivstoffe können alleine oder in Mischungen vorliegen. Hierdurch kann der Farbton je nach Wunsch angepasst werden.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist eine Zusammensetzung gemäß des ersten

Gegenstands der Erfindung oder einer der vorstehenden Ausführungsformen, wobei der wenigstens eine Reaktivfarbstoff A in 0,01 Gew.-% bis 10 Gew.-%, insbesondere von 0,1 Gew.-% bis 10 Gew.-%, vorzugsweise von 0,5 Gew.-% bis 9 Gew.-%, beispielsweise von 1 Gew.-% bis 8 Gew.-%, bevorzugt von 1 ,5 Gew.-% bis 8 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der

Komponente I, enthalten ist.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist eine Zusammensetzung gemäß des ersten

Gegenstands der Erfindung oder einer der vorstehenden Ausführungsformen, wobei Komponente I in 60 bis 99 Gew.-%, bevorzugt in 90 bis 99 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zweikomponentenzusammensetzung, vorhanden ist.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist eine Zusammensetzung gemäß des ersten

Gegenstands der Erfindung oder einer der vorstehenden Ausführungsformen, wobei die wenigstens eine Polysaccharidverbindung B ausgewählt ist aus Chitosan, Derivaten von Stärken, Cellulosen, Dextranen, Pektinen, Guaranen sowie Mischungen daraus; bevorzugt aus Chitosan und Derivaten von Stärken, Cellulosen und Guaranen sowie Mischungen daraus, insbesondere bevorzugt aus Derivaten von Guaranen und Cellulosen sowie Mischungen daraus, ganz besonders bevorzugt ist die wenigstens eine Polysaccharidverbindung B ausgewählt aus Derivaten von Cellulosen sowie Mischungen daraus.

Unter erfindungsgemäß geeigneten Polysaccharidverbindungen B werden chemisch modifizierte Polysaccharid-Derivate, welche mindestens ein quaternisiertes Stickstoffatom in mindestens einer Seitenkette besitzen, oder Polysaccharide und Polysaccharid-Derivate, welche mindestens ein quaternisierbares Stickstoffatom aufweisen, verstanden. Polysaccharide (Glycane, Polyglycane) ist die Sammelbezeichnung für makromolekulare Kohlenhydrate, deren Moleküle aus einer großen Zahl (mindestens >10, gewöhnlich jedoch erheblich mehr) glycosidisch miteinander verknüpfter Monosaccharid-Moleküle (Glycosen) bestehen.

Zu den erfindungsgemäß bevorzugten Polysaccharidgrundgerüsten gehören vor allem Stärke, Cellulose, Dextran, Pektin, Guaran und Chitosan.

Quaternisierbare Polysaccharide und Polysaccharidderivate B besitzen unter den im Folgenden beschriebenen Anwendungsbedingungen wenigstens ein quaternisiertes Stickstoffatom, beispielsweise entstanden durch Aufnahme eines Protons an einem bereits dreibindigem

Stickstoffatom. Eine bevorzugte erfindungsgemäße quaternisierbare Polysaccharidverbindung B ist Chitosan.

Bevorzugt sind Polysaccharidverbindungen B, die wenigstens einen quaternisierten Stickstoffrest aufweisen.

Die Grundgerüste der erfindungsgemäß bevorzugten Stärkederivate sind insbesondere ausgewählt aus Stärken aus Mais, Kartoffeln und Weizen, deren Bestandteilen wie Amylose und Amylopektin, Stärkehydrolysaten und Stärkeabbauprodukten, wie Maltodextrin, sowie physikalisch oder chemisch modifizierten Stärkederivaten.

Erfindungsgemäß bevorzugte Derivate von Cellulosen sind insbesondere ausgewählt aus den chemisch modifizierten Cellulosederivaten Methylcellulose, Hydroxypropylcellulose,

Hydroxyethylcellulose, Hydroxypropylmethylcellulose, Hydroxypropylethylcellulose,

Hydroxyethylmethylcellulose und Carboxymethylcellulose.

Die erfindungsgemäß bevorzugten Polysaccharidverbindungen B, welche mindestens ein quaternisiertes Stickstoffatom aufweisen, haben die allgemeine Formel

0, Ra h e

G-0-B-N-R b )C

R c

wobei in einer möglichen Ausführungsform gilt:

G ist ein Anhydromonosaccharid- oder Anhydrodisaccharidrest, vorzugsweise Stärke- oder Celluloseanhydroglucose;

B ist eine divalente Verbindungsgruppe, beispielsweise eine Alkylengruppe, Oxyalkylengruppe, Polyoxyalkylengruppe oder Hydroxyalkylengruppe;

R a , R b und R c stehen unabhängig voneinander für einen 0-6 Alkyl-Rest, C5-6 Aryl-Rest, C6 Alkylaryl-Rest, C6 Arylalkyl-Rest, C2-6 Alkoxyalkyl-Rest oder C5-6 Alkoxyaryl-Rest, wobei die Gesamtzahl der C-Atome in R a , R b und R c vorzugsweise maximal 14 ist;

X " ist Fluorid, Chlorid, Bromid oder lodid, vorzugsweise Chlorid, wobei das gewichtsmittlere Molekulargewicht der Polysaccharidverbindung B zwischen 10.000 und 800.000 g/mol, bevorzugt zwischen 20.000 und 700.000 g/mol und besonders bevorzugt zwischen 100.000 und 500.000 g/mol liegt.

In einer anderen möglichen Ausführungsform gilt für die allgemeine Formel:

G ist ein Anhydromonosaccharid- oder Anhydrodisaccharidrest, beispielsweise Stärke- oder

Celluloseanhydroglucose;

B ist eine divalente Verbindungsgruppe, beispielsweise eine Alkylengruppe, Oxyalkylengruppe, Polyoxyalkylengruppe oder Hydroxyalkylengruppe;

zwei der Reste R a , R b und R c bilden gemeinsam mit dem sie verbindenden Stickstoffatom einen heterocyclischen Ring, bevorzugt einen Ring bestehend aus fünf bis sechs Atomen, welcher gegebenenfalls auch weitere Heteroatome enthalten kann, wie zum Beispiel Piperidin,

Tetrahydropyrrol, Piperazin und Morpholin, und welche selbst weiter substituiert sein können, beispielsweise durch eine Methylgruppe wie in Methyl-Piperazin-Ringen;

einer der Reste R a , R b und R c steht für einen Ci-e Alkyl-Rest, Cs-e Aryl-Rest, Ce Alkylaryl-Rest, Ce

Arylalkyl-Rest, C2-6 Alkoxyalkyl-Rest oder C5-6 Alkoxyaryl-Rest,;

wobei die Gesamtzahl der C-Atome in R a , R b und R c vorzugsweise maximal 14 ist;

X " ist Fluorid, Chlorid, Bromid oder lodid, vorzugsweise Chlorid,

wobei das gewichtsmittlere Molekulargewicht der Polysaccharidverbindung B zwischen 10.000 und 800.000 g/mol, bevorzugt zwischen 20.000 und 700.000 g/mol und besonders bevorzugt zwischen 100.000 und 500.000 g/mol liegt.

Der Quaternisierungsgrad der modifizierten Polysaccharidverbindung B (ausgedrückt als Anzahl kationischer Stickstoffatome pro Einheit Molmasse) kann wenigstens ein quaternisiertes

Stickstoffatom pro 1500 g/mol, bevorzugt wenigstens ein quaternisiertes Stickstoffatom pro 1000 g/mol, besonders bevorzugt wenigstens ein quaternisiertes Stickstoffatom pro 750 g/mol und ganz besonders bevorzugt wenigstens ein quaternisiertes Stickstoffatom pro 500 g/mol betragen.

Wird der Quaternisierungsgrad als Anzahl kationischer Stickstoffatome pro Monomereinheit angegeben, so kann das Polymer typischerweise wenigstens ein quaternisiertes Stickstoffatom pro 20 Monomereinheiten, bevorzugt wenigstens ein quaternisiertes Stickstoffatom pro 10

Monomereinheiten, noch bevorzugter wenigstens ein quaternisiertes Stickstoffatom pro 5

Monomereinheiten und am bevorzugtesten ein quaternisiertes Stickstoffatom pro 1

Monomereinheit des Polymers betragen.

Besonders bevorzugt einsetzbare quaternisierte Polysaccharidverbindungen B basieren auf Guaran und Cellulose, beispielsweise Guaranhydroxypropyltrimoniumchlorid und Polyquaternium- 10. Eine ganz besonders bevorzugt erfindungsgemäß einsetzbare quaternisierte Polysacchandverbindung B ist Polyquaternium-10, ein quaternisiertes Derivat der Hydroxyethylcellulose, wie es beispielsweise als Handelsprodukt Antistatic 10 von 3V-Sigma vertrieben wird.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist eine Zusammensetzung gemäß des ersten

Gegenstands der Erfindung oder einer der vorstehenden Ausführungsformen, wobei die wenigstens eine Polysacchandverbindung B in 0,1 bis 99 Gew.-%, bevorzugt in 1 bis 95 Gew.-%, stärker bevorzugt in 5 bis 90 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Komponente II, enthalten ist.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist eine Zusammensetzung gemäß des ersten

Gegenstands der Erfindung oder einer der vorstehenden Ausführungsformen, wobei die wenigstens eine Polysacchandverbindung B ein gewichtsmittleres Molekulargewicht von 10.000 bis 800.000 g/mol, bevorzugt 20.000 bis 700.000 g/mol, am stärksten bevorzugt 100.000 bis 500.000 g/mol besitzt.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist eine Zusammensetzung gemäß des ersten

Gegenstands der Erfindung oder einer der vorstehenden Ausführungsformen, wobei ein oder mehrere Additive, ausgewählt aus Füllstoffen, pH-Stellmitteln, Neutralölen, sowie Mischungen daraus, in einer oder beiden der Komponenten I und II enthalten sind, bevorzugt in Komponente I.

Die erfindungsgemäße Zweikomponentenzusammensetzung kann in Komponente I und/oder II weitere Bestandteile wie beispielsweise Konservierungsmittel und/oder Tenside aufweisen.

Bevorzugt ist die Zusammensetzung jedoch weitestgehend frei von Konservierungsmittel und ebenfalls weitestgehend frei von Tensiden.

In dieser Offenbarung bedeutet die Formulierung„weitestgehend frei von", dass der benannte Inhaltsstoff maximal in einer Menge von 5 Gew.-%, bevorzugt maximal in einer Menge von 0,5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Komponente I oder II, vorhanden ist.

Eine oder beide der Komponenten I und II können Füllstoffe enthalten, wie beispielsweise wasserlösliche Salze, bestehend aus Alkali-. Erdalkali-, AI- und/oder Zn-Kation und Sulfat-, Chlorid-, Bromid-, Carbonat-, Bicarbonat-, Silikat-, Metasilikat-, Bisulfat-, Nitrat-, Acetat-,

Carboxylat- und/oder Format-Anion, insbesondere Na-Salze wie NaCI, Na-Metasilikat, Na-Silikat, Na-Acetat, Na-Carbonat und Na-Carboxylat, insbesondere NaCI, Na-Metasilikat, Na-Carbonat und Na-Silikat. So weist eine besonders bevorzugte Zusammensetzung NaCI in einem Anteil von 3 Gew.-% bis 95 Gew.-%, bevorzugt 15 bis 90 Gew.-%, insbesondere 25 bis 85 Gew.-%, bezogen auf das

Gesamtgewicht der Komponenten I oder das Gesamtgewicht der Komponente II oder das Gesamtgewicht beider Komponenten auf.

Komponente I kann pH-Stellmittel zur Einstellung eines pH-Wertes von > 7 enthalten,

insbesondere Natriumhydroxid, Natriumcarbonat, Natriumsilikat, Natriumbicarbonat,

Natriummetasilikat und Mischungen derselben.

pH-Stellmittel, wie beispielsweise Natriummetasilikat oder Natriumsilikat sind bevorzugt jeweils in einem Anteil von 0, 1 bis 10 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Komponente I, enthalten sein.

Als weiteres pH-Stellmittel enthalten die Formulierungen häufig Natriumcarbonat, vorzugsweise in einer Menge von 10 bis 95 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Komponente I.

Eine pH-Stellmittelkombination aus Natriumcarbonat und Natriummetasilikat ist erfindungsgemäß besonders bevorzugt.

Eine oder beide der Komponenten I und II kann Neutralöle enthalten, welche 10 bis 40, insbesondere 15 bis 30, Kohlenstoffatome aufweisen. Das Neutralöl kann in einem Anteil von 0,01 Gew.-% bis 1 Gew.-%, insbesondere von 0,05 Gew.-% bis 0,2 Gew.-%, bezogen auf das

Gesamtgewicht der jeweiligen Komponente, enthalten sein.

Eine beispielhafte Zusammensetzung der Komponente I weist den Reaktivfarbstoff A in einem Anteil von 0,01 Gew.-% bis 10 Gew.-%, insbesondere von 0, 1 Gew.-% bis 10 Gew.-%, vorzugsweise von 0,5 Gew.-% bis 9 Gew.-%, beispielsweise von 1 Gew.-% bis 8 Gew.-%, bevorzugt von 1 ,5 Gew.-% bis 8 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Komponente I, auf. Der restliche Gewichtsanteil, bezogen auf das Gesamtgewicht der Komponente I, wird durch die erfindungsgemäßen Additive auf 100 Gew.-% gebracht.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist eine Zusammensetzung gemäß des ersten

Gegenstands der Erfindung oder einer der vorstehenden Ausführungsformen, wobei der wenigstens eine Reaktivfarbstoff A in 0,01 Gew.-% bis 10 Gew.-%, insbesondere von 0,1 Gew.-% bis 10 Gew.-%, vorzugsweise von 0,5 Gew.-% bis 9 Gew.-%, beispielsweise von 1 Gew.-% bis 8 Gew.-%, bevorzugt von 1 ,5 Gew.-% bis 8 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der

Komponente I; und die wenigstens eine Polysaccharidverbindung B in 0, 1 bis 99 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 95 Gew.-%, stärker bevorzugt 5 bis 90 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Komponente II, enthalten sind. Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist eine Zusammensetzung gemäß des ersten

Gegenstands der Erfindung oder einer der vorstehenden Ausführungsformen, wobei eine Lösung von 10 g Komponente I in 100 g Wasser einen pH-Wert zwischen 8 und 14; bevorzugt zwischen 9 und 13; besonders bevorzugt zwischen 10,5 und 12,5 aufweist.

Der pH-Wert wurde mit einer pH-Elektrode bei einer Temperatur von 20 °C bestimmt. Es handelt sich dabei um den typischen pH-Bereich für Textilfärbungen.

Komponente II, enthaltend die quaternisierte Polysaccharidverbindung B, kann ebenso wie Komponente I, enthaltend den Reaktivfarbstoff A, in flüssiger Form und/oder fester Form vorliegen. Der Aggregatzustand bezieht sich dabei auf Raumtemperatur. Bevorzugt liegen die Komponenten I und/oder II in fester Form, vorzugsweise jeweils in Form eines Pulvers oder Granulats, vor.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist eine Zusammensetzung gemäß des ersten

Gegenstands der Erfindung oder einer der vorstehenden Ausführungsformen, wobei Komponente I eine Schüttdichte von 800 bis 1300 g/l; bevorzugt von 900 bis 1200 g/l, bestimmt nach DIN ISO 697, aufweist. Diese Schüttdichte gewährleistet eine frei fließende Zusammensetzung.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung einer

Zweikomponentenzusammensetzung gemäß des ersten Gegenstands der Erfindung oder einer der vorstehenden Ausführungsformen zum Färben von Textil, wobei das Textil mindestens ein synthetisches Material aufweist, wie Polyester, wobei das Textil stärker bevorzugt aus

synthetischem Material hergestellt ist, wobei das Textil am stärksten bevorzugt Polyester ist.

Bezüglich der Details dieses Gegenstandes der vorliegenden Erfindung gilt mutatis mutandis das zu den anderen Gegenständen bereits Gesagte.

Ein weiterer bevorzugter Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Färben von Textil, welches bevorzugt ein synthetisches Material aufweist, wie Polyester, wobei das Textil stärker bevorzugt aus synthetischem Material hergestellt ist, wobei das Textil am stärksten bevorzugt Polyester ist, mit einer Zusammensetzung gemäß des ersten Gegenstands der

Erfindung oder einer der vorstehenden Ausführungsformen, wobei es die folgenden Schritte umfasst: i) in Kontakt bringen des Textils in einem wässrigen Medium mit Komponente II, um ein vorbehandeltes Textil zu erhalten; und ii) in Kontakt bringen des in Schritt i) erhaltenen vorbehandeltes Textils in einem wässrigen Medium mit Komponente I.

Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht überraschenderweise die Einfärbung dieser synthetischen Textilien beziehungsweise entsprechende synthetische Materialien enthaltende Textilien. Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht ein homogenes Einfärben von Textilien, die vollständig aus synthetischen Materialien bestehen, aber auch von solchen Textilien, die neben synthetischem Materialien auch natürliche Materialien, wie Baumwolle, Leinen, Viskose oder Wolle umfassen.

Textilien, die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren gefärbt werden können, können aus beliebigen Materialien bestehen. Sie weisen ein synthetisches Material, insbesondere bevorzugt Polyester, auf. Der Anteil an synthetischem Material beträgt dabei vorzugsweise 10 Gew.-% oder mehr oder 30 Gew.-% oder mehr, insbesondere 50 Gew.-% oder mehr, besonders bevorzugt 70 Gew.-% oder mehr, bezogen auf das Gesamtgewicht des Textils. Auch Textilien, welche zu 100 % aus synthetischem Material, insbesondere Polyester, bestehen, können mit dem

erfindungsgemäßen Verfahren homogen eingefärbt werden, wobei die Farbintensität gegenüber im Stand der Technik bekannten Verfahren verbessert wird.

Die Konzentration der quaternisierten Polysaccharidverbindung B in der wässrigen Lösung laut i) beträgt bevorzugt 0,05 bis 15 Gew.-%, insbesondere bevorzugt 0,1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Waschflotte. Waschflotte ist dabei die gesamte Flüssigkeitsmenge, die in dem Wasserbad enthalten ist, inklusive aller darin gelöster Stoffe. Der Schritt i) des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt bevorzugt bei Temperaturen im Bereich von 5 °C bis 60 °C, insbesondere bevorzugt von 15 °C bis 40 °C. Der Schritt i) des erfindungsgemäßen Verfahrens dauert wenigstens 1 min, vorzugsweise wenigstens 5 min, insbesondere wenigstens 10 min oder wenigstens 15 min, besonders bevorzugt 30 min oder mehr, bevor das so vorbehandelte Textil mit dem Reaktivfarbstoff in Kontakt gebracht wird.

Der Schritt ii) des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt bevorzugt bei Temperaturen von 20 °C bis 60 °C, insbesondere bevorzugt bei 30 °C bis 40 °C. Der Schritt ii) des erfindungsgemäßen Verfahrens dauert maximal die Dauer eines Koch-/Buntprogramms einer Waschmaschine, vorzugsweise 0,5 bis 2,5 Stunden, besonders bevorzugt 1 bis 2 Stunden.

Die Schritte i) und ii) können nacheinander in dieser Reihenfolge oder gleichzeitig erfolgen.

Bevorzugt erfolgt zunächst Schritt i) und anschließend Schritt ii). Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist ein Verfahren zum Färben von Textil gemäß des vorausgehenden Gegenstands der Erfindung, wobei ein oder beide Schritte des Verfahrens in einer Waschmaschine durchgeführt werden.

Wird erfindungsgemäß einer der Schritte in einer Waschmaschine durchgeführt, so handelt es sich dabei bevorzugt um Schritt ii).

Es ist das folgende Verfahren bevorzugt:

In Schritt i) wird die erfindungsgemäße Komponente II in wässriger Lösung mit dem Textil in Kontakt gebracht. Dies kann bevorzugt in einer Waschmaschine in einem geeigneten Waschgang oder in einem Waschbad erfolgen. Dieser Vorgang sollte bevorzugt eine Dauer von wenigstens 1 min, bevorzugter von wenigstens 5 min, insbesondere von wenigstens 10 min oder von wenigstens 15 min, besonders bevorzugt von wenigstens 20 min oder mehr oder von wenigstens 30 min oder mehr aufweisen.

Bevorzugt wird das so behandelte Textil nach Schritt i) in der Waschmaschine belassen oder aus dem Waschbad entnommen und in die Waschmachine gegeben oder aus dem Waschbad entnommen und in ein Färbebad gegeben.

Bevorzugt wird in Schritt ii) die erfindungsgemäße Komponente I in einem üblichen

Wäscheprogramm im Hauptwaschgang oder in einem Färbebad mit dem vorbehandelten Textil in Kontakt gebracht. Übliche Wäscheprogramme sind solche für Koch- und Buntwäsche, wie sie bei handelsüblichen Waschmaschinen vorprogrammiert sind.

Bevorzugt wird das Textil im Anschluss an Schritt ii) mit einem handelsüblichen Waschmittel bei 40 °C oder weniger, insbesondere bevorzugt bei 20 °C bis 30 °C in einem geeigneten

Waschprogramm für bunte Wäsche gewaschen. Abhängig von dem gefärbten Textil kann es sich dabei bevorzugt um ein Koch-/Buntprogramm, ein Programm für pflegeleichte Wäsche oder ein Programm für Feinwäsche handeln. Hierbei wird überschüssiger Farbstoff, der nicht mit dem Textil reagiert hat, entfernt.

Bevorzugt wird im Anschluss das gefärbte Textil aus der Maschine entnommen. Vorzugsweise wird anschließend die leere Maschine bei einer Temperatur von 40 °C oder mehr, insbesondere bei 60 °C, mit Waschmittel bei einem üblichen Waschgang für Koch- und Buntwäsche laufen gelassen. Im Anschluss daran werden bevorzugt eventuell vorhandene Farbreste an Gummiteilen der Waschmaschine mit einem feuchten Tuch entfernt. Das Textil ist nun eingefärbt und die Waschmaschine kann wie gewohnt eingesetzt werden, ohne dass die Gefahr besteht, dass Textilien in weiteren Waschgängen noch gefärbt werden.

Im Übrigen gilt bezüglich der Details dieses Gegenstandes der vorliegenden Erfindung mutatis mutandis das zu den anderen Gegenständen bereits Gesagte.

Die vorliegende Erfindung wird in den nachfolgenden Beispielen in nicht-limitierender Weise erläutert.

Beispiele:

In den nachfolgenden Ausführungsbeispielen wurden im Handel erhältlichen Produkte, entweder „Dylon®-Bahama Blue" oder„Dylon®-Black Velvet", als Komponente I, die einen Reaktivfarbstoff enthält, eingesetzt.

„Dylon®-Bahama Blue" ist eine Zusammensetzung, die Reactive Blue 1 16 (1 Gew.-% bis 5 Gew.- %) als Reaktivfarbstoff und Natriumcarbonat (80 bis 95 Gew.-%) aufweist.

„Dylon®-Black Velvet" ist eine Zusammensetzung, die Reactive Black 5 (< 1 Gew.-%), Reactive Blue 225 (1 Gew.-% bis 5 Gew.-%) und Reactive Orange GR (1 Gew.-% bis 5 Gew.-%) als Reaktivfarbstoff und Natriumcarbonat (50 bis 70 Gew.-%) aufweist.

Die verwendete erfindungsgemäße quaternisierte Polysaccharidverbindung B ist Antistatic 10 von 3V-Sigma.

Es wurde eine Stoffprobe, welche zu 100 % aus Polyester (WFK 30A) bestand, als Testprobe eingesetzt. Um den Waschvorgang in einer Waschmaschine im kleineren Maßstab zu simulieren, wurde ein Linitest-Gerät der Firma Atlas verwendet.

Die trockene Stoffprobe wurde in ein Linitest-Gerät gegeben, in welchem eine wässrige Lösung der erfindungsgemäßen quaternisierten Polysaccharidverbindung B enthalten war. Die Konzentration an quaternisierter Polysaccharidverbindung B betrug 0,5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Waschbades. Die Temperatur des Waschbades betrug 25 °C.

Nach 30 Minuten wurde das Textil entnommen und noch im feuchten Zustand in einer

handelsüblichen Waschmaschine im 40 °C Koch-Buntprogramm gefärbt. Die Färbung erfolgte mit „Dylon®-Bahama Blue" bzw. mit„Dylon®-Black Velvet" gemäß der Gebrauchsanweisung der Textilfarbe.

Als Vergleichsbeispiel wurden Proben eingesetzt, die ohne Vorbehandlung mit der quaternisierten Polysaccharidverbindung B mit„Dylon®-Bahama Blue" bzw. mit„Dylon®-Black Velvet" gefärbt wurden, ebenfalls gemäß Gebrauchsanweisung in einer handelsüblichen Waschmaschine im 40 °C Koch-/Buntprogramm.

Für die Färbung laut Gebrauchsanweisung wurde zunächst der Packungsinhalt in die

Waschtrommel gegeben, dann wurden die angefeuchteten Proben hinzugegeben. Danach wurde ein 40 °C Buntwäscheprogramm gestartet. Im Anschluss an den Färbedurchgang wurden die Proben in der Maschine belassen und ein abermaliger Buntwäschewaschgang bei 40 °C unter Zugabe von Waschmittel durchgeführt. Anschließend wurden die Proben an der Luft getrocknet.

Nach der Färbung und Trocknung wurden die L a b - Werte und ΔΕ-Werte der Proben gemessen. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Die L a b - Werte wurden nach CIELAB bestimmt. Die ΔΕ-Werte wurden aus den L a b-Werten nach der folgenden Formel berechnet:

AE = (AL) 2 + (Δα) 2 + (Ab) 2

Tabelle 1 : Ergebnisse der Färbung mit„DylonO-Bahama Blue"

Tabelle 2: Ergebnisse der Färbung mit„Dylon®-Black Velvet"

Die mit der erfindungsgemäßen quaternisierten Polysaccharidverbindung B ausgerüsteten Proben zeigten eine deutlich verbesserte Färbung im Vergleich zu nur mit Wasser vorbehandelten Polyestertextilien.