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Patent Searching and Data


Title:
EARPHONES WITH REMOVABLE CONNECTION CABLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/053042
Kind Code:
A1
Abstract:
Connection cables of wired earphones are sensitive and often lead to problems, such as cable fracture for example. When connection cables are connected to the housing (110) of the earphone (100) by way of a releasable plug-in connection, this releasable plug-in connection is likewise sensitive and easy to damage on account of its small size. The plug often breaks when inserted or due to laterally acting forces. In the case of an earphone according to the invention, the connection cable can be connected to the housing of the earphone by way of a robust and reliable plug-in connection. The plug-in connection comprises a coaxial plug (200) with rotationally symmetrical plug contacts (230, 240) and is surrounded by a plastic encapsulation (210, 220). When the plug-in connection is inserted, the plastic encapsulation forms a first bearing point for absorbing mechanical forces (F1) which act laterally on the plug, while at least one of the plug contacts of the coaxial plug forms a second bearing point for absorbing forces (F2) of this kind. The distance (L) between the first and the second bearing point is greater than the diameter (d) of the plug contacts (230, 240) of the coaxial plug in this case.

Inventors:
KUHTZ, Jan Peter (Nordtmeyerstraße 1, Celle, 29221, DE)
Application Number:
EP2018/074562
Publication Date:
March 21, 2019
Filing Date:
September 12, 2018
Export Citation:
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Assignee:
SENNHEISER ELECTRONIC GMBH & CO. KG (Am Labor 1, Wedemark, 30900, DE)
International Classes:
H04R1/10
Foreign References:
US20150104035A12015-04-16
US20080019554A12008-01-24
US20090010476A12009-01-08
US20140348340A12014-11-27
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
EISENFÜHR SPEISER PATENTANWÄLTE RECHTSANWÄLTE PARTGMBB et al. (Postfach 10 60 78, Bremen, 28060, DE)
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Claims:
Ansprüche

Ohrhörer (100) mit

mindestens einem Gehäuse (1 10) und einem abnehmbaren Anschlusskabel (250,750),

wobei das Anschlusskabel über eine drehbare Steckverbindung lösbar am Gehäuse befestigt ist, und

wobei das Anschlusskabel einen Koaxialstecker (200,700) mit rotationssymmetrischen metallischen Steckerkontakten (230,240,730,740) aufweist, der mit einer Kunststoffummantelung (210,220,710,720) umgeben ist,

dadurch gekennzeichnet, dass

bei eingesteckter Steckverbindung die Kunststoffummantelung eine erste Lagerstelle zur Aufnahme seitlicher mechanischer Kräfte bildet, und mindestens einer der Steckerkontakte (230,240,730) des Koaxialsteckers eine zweite Lagerstelle zur Aufnahme seitlicher mechanischer Kräfte bildet, wobei eine Entfernung (L) von der ersten zur zweiten Lagerstelle größer ist als der Durchmesser (d) der Steckerkontakte (230,240,730) des Koaxialsteckers.

Ohrhörer nach Anspruch 1 , wobei

die Kunststoffummantelung mindestens eine innere, erste Kunststoffummantelung (220,720) und eine äußere, zweite Kunststoffummantelung (210,710) umfasst, wobei die zweite Kunststoffummantelung (210,710) mindestens einen Abschnitt der ersten Kunststoffummantelung umgibt und aus einem weicheren Kunststoff besteht als die erste Kunststoffummantelung, und

wobei bei eingesteckter Steckverbindung mindestens ein Abschnitt (21 1 ,71 1 ) der zweiten Kunststoffummantelung (210,710) mit dem Gehäuse (1 10,810) die erste Lagerstelle zur Aufnahme mechanischer Kräfte bildet.

Ohrhörer nach Anspruch 1 oder 2, wobei

die metallischen Steckerkontakte (230,240,730,740) des Koaxialsteckers je einen inneren und einen äußeren Steckerkontakt umfassen, wobei der Durchmesser (d) des Koaxialsteckers der Durchmesser des äußeren Steckerkontaktes (230,730) ist.

Ohrhörer nach einem der Ansprüche 1-3, wobei

das Verhältnis zwischen der Entfernung von der ersten zur zweiten Lagerstelle und dem Durchmesser des Steckerkontaktes in einem Bereich von 1 ,4 - 2,5 liegt.

5. Ohrhörer nach einem der Ansprüche 1-4, wobei das Gehäuse eine zum Koaxialstecker des Anschlusskabels passende elektrische Buchse (130) enthält, die sich am Ende einer Öffnung des Gehäuses (1 10) befindet, wobei eine Seitenwand der Öffnung die seitlichen mechanischen Kräfte der ersten Lagerstelle aufnimmt, und

wobei sich die Öffnung zur Buchse (130) hin verjüngt.

6. Ohrhörer nach einem der Ansprüche 1-5, wobei

ein biegsamer Draht (280) in die erste Kunststoffummantelung (220,720) und in eine Kabelummantelung (255) eingebracht ist, der zur Befestigung des Ohrhörers an der Ohrmuschel in eine der Ohrmuschel angepasste Form gebracht werden kann.

7. Ohrhörer nach Anspruch 6, wobei

der biegsame Draht (280) mehrere miteinander verseilte Drähte enthält.

8. Ohrhörer nach einem der Ansprüche 1-7, wobei

die eingesteckte Steckverbindung mit einem Drehmoment in einem Bereich von 0,7 - 2 Ncm drehbar ist.

9. Ohrhörer nach einem der Ansprüche 1-8, wobei

die zweite Kunststoffummantelung (210,710) mit dem Gehäuse (1 10,810) bei eingesteckter Steckverbindung eine Presspassung bildet.

10. Ohrhörer nach einem der Ansprüche 1-9, wobei

die zweite Kunststoffummantelung (210,710) und/oder die Gehäuseöffnung zur Aufnahme des Steckers nicht rotationssymmetrisch ist.

1 1. Anschlusskabel (250,750) für einen Ohrhörer (100), mit

einem Koaxialstecker (200,700) mit rotationssymmetrischen metallischen Steckerkontakten (230,240,730,740), die einen Durchmesser (d) aufweisen, und

einer Kunststoffummantelung (210,220,710,720), welche die Steckerkontakte (230,240,730,740) teilweise umgibt,

wobei das Anschlusskabel über eine drehbare Steckverbindung lösbar an einem Gehäuse (1 10) des Ohrhörers (100) befestigbar ist,

dadurch gekennzeichnet, dass

bei eingesteckter Steckverbindung die Kunststoffummantelung an dem Gehäuse (1 10) eine erste Lagerstelle zur Aufnahme seitlicher mechanischer Kräfte (F1 ) bildet, und mindestens einer der Steckerkontakte (230,240,730) des Koaxialsteckers eine zweite Lagerstelle zur Aufnahme seitlicher mechanischer Kräfte (F2) bildet, wobei eine Entfernung (L) von der ersten zur zweiten Lagerstelle größer ist als der Durchmesser (d) der Steckerkontakte (230,240,730) des Koaxialsteckers.

12. Anschlusskabel (250,750) für einen Ohrhörer nach Anspruch 1 1 , wobei

die Kunststoffummantelung mindestens eine innere, erste Kunststoffummantelung (220,720) und eine äußere, zweite Kunststoffummantelung (210,710) umfasst, wobei die zweite Kunststoffummantelung (210,710) mindestens einen Abschnitt der ersten Kunststoffummantelung umgibt und aus einem weicheren Kunststoff besteht als die erste Kunststoffummantelung, und

wobei bei eingesteckter Steckverbindung mindestens ein Abschnitt (21 1 ,71 1 ) der zweiten Kunststoffummantelung (210,710) mit dem Gehäuse (1 10,810) die erste Lagerstelle zur Aufnahme mechanischer Kräfte bildet.

13. Anschlusskabel (250,750) für einen Ohrhörer nach Anspruch 1 1 oder 12, wobei die metallischen Steckerkontakte (230,240,730,740) des Koaxialsteckers einen inneren und einen äußeren Steckerkontakt umfassen, wobei der Durchmesser (d) der Steckerkontakte des Koaxialsteckers der Durchmesser des äußeren Steckerkontaktes (230,730) ist.

Description:
Ohrhörer mit abnehmbarem Anschlusskabel

Die Erfindung betrifft einen kabelgebundenen Ohrhörer für mindestens ein Ohr, wobei das Anschlusskabel abnehmbar ist.

Hintergrund

Kabelgebundene Ohrhörer werden oft verwendet, z.B. auf Bühnen, für Sprachkommunika- tionssysteme oder zum Musikhören. Im Gegensatz zu Kopfhörern werden Ohrhörer im o- der am Ohr befestigt und besitzen einen Abschnitt, der zumindest teilweise in den Gehörgang eingeführt werden kann. Daher werden sie auch als In-Ear-Hörer bezeichnet. Oft dient dieser Abschnitt auch zur Befestigung des Ohrhörers am bzw. im Ohr des Nutzers. Eine derartige Befestigung im Ohr ist jedoch oft nicht ausreichend, z.B. bei Künstlern, die sich auf der Bühne bewegen.

Außerdem sind die Anschlusskabel von kabelgebundenen Ohrhörern erfahrungsgemäß empfindlich und führen oft zu Problemen, wie z.B. Kabelbruch. Daher sind Ohrhörer mit abnehmbarem Anschlusskabel bekannt. Dabei ist das Anschlusskabel mit einer lösbaren Steckverbindung an das Gehäuse des Ohrhörers angeschlossen, in dem sich der Schall- wandler befindet. Dies ermöglicht einen Austausch des Kabels bei Weiterverwendung des Gehäuses und des Schallwandlers. Das ist sinnvoll, da der Schallwandler in der Regel das wertvollste Bauteil des Ohrhörers ist. Auch kann das Gehäuse individuell für einen Nutzer angepasst sein, was es ebenfalls zu einem wertvollen Bauteil macht. Die Steckverbindung ist jedoch auf Grund ihrer geringen Größe ebenfalls empfindlich und oft schon nach weni- gen Steckvorgängen beschädigt. Daher wäre ein Ohrhörer mit einer robusten und zuverlässigen Steckverbindung für das Anschlusskabel wünschenswert.

Zusammenfassung der Erfindung

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht in der Bereitstellung eines kabelgebunden Ohrhörers, der einfach am oder im Ohr anzubringen ist und sicher hält. Außerdem soll das Anschlusskabel mit einer robusten und zuverlässigen, lösbaren Steckverbindung am Gehäuse des Ohrhörers anschließbar sein.

Diese Aufgabe wird durch den in Anspruch 1 angegebenen Ohrhörer gelöst. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen werden in den Ansprüchen 2-10 beschrieben. Erfindungsgemäß umfasst ein Ohrhörer mindestens ein Gehäuse und ein abnehmbares Anschlusskabel, wobei das Anschlusskabel über eine drehbare Steckverbindung lösbar am Gehäuse befestigt ist. Die Steckverbindung umfasst einen Koaxialstecker mit rotationssymmetrischen, elektrisch leitenden (metallischen) Steckerkontakten und ist mit einer Kunststoffummantelung umgeben. Bei eingesteckter Steckverbindung bildet die Kunststof- fummantelung eine erste Lagerstelle zur Aufnahme seitlich auf den Stecker wirkender mechanischer Kräfte, während mindestens einer der Steckerkontakte des Koaxialsteckers eine zweite Lagerstelle zur Aufnahme solcher Kräfte bildet. Dabei wird insbesondere die mechanische Stabilität dadurch gewährleistet, dass eine Entfernung von der ersten zur zweiten Lagerstelle größer ist als der Durchmesser des Koaxialsteckers.

Zu den Vorteilen des erfindungsgemäßen Ohrhörers gehört, dass die Steckverbindung robuster und leichter handhabbar ist als bei konventionellen Ohrhörern mit abnehmbarem Anschlusskabel. Außerdem lässt sich, vor oder nach dem Herumlegen das Anschlusskabel um die Ohrmuschel, der Ohrhörer leichter ins Ohr einsetzen, weil die Drehbarkeit der Steckverbindung optimiert wurde.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Weitere Einzelheiten und vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Zeichnungen dargestellt. Darin zeigt

Fig. 1 eine Gesamtansicht eines Ohrhörergehäuses mit Kabelstecker ohne Kabel;

Fig. 2 eine schematische Schnittansicht einer ersten Ausführungsform eines Steckers des Anschlusskabels;

Fig. 3 eine schematische Schnittansicht des Ohrhörergehäuses mit eingestecktem Kabelstecker der ersten Ausführungsform;

Fig. 4 eine schematische Schnittansicht des Ohrhörergehäuses mit eingestecktem Kabelstecker der ersten Ausführungsform und eingelegtem Stützdraht;

Fig. 5 einen verseilten Stützdraht;

Fig. 6 einen Steckzyklus;

Fig. 7 eine schematische Schnittansicht einer zweiten Ausführungsform eines Steckers des Anschlusskabels; und

Fig. 8 Lagerstellen eines in ein Ohrhörergehäuse eingesteckten Steckers der zweiten Ausführungsform.

Detaillierte Beschreibung der Erfindung Fig. 1 zeigt eine exemplarische Gesamtansicht eines erfindungsgemäßen Ohrhörers 100 mit abnehmbarem Kabel. Der Ohrhörer enthält ein Ohrhörergehäuse 1 10 (ein- oder mehrteilig) und ein Anschlusskabel, von dem hier nur der in eine Öffnung des Gehäuses 1 10 eingesteckte Kabelstecker 200 dargestellt ist. Im Innern des Gehäuses 1 10 befindet sich u.a. ein Schallwandler (nicht dargestellt), dessen Schall durch einen Anschluss 120 für ein Ohrpassstück (nicht dargestellt) abgegeben werden kann.

Fig. 2 zeigt, in einer ersten Ausführungsform, eine schematische Schnittansicht eines Steckers 200 des Anschlusskabels 250. Der Stecker 200 ist ein Koaxialstecker, so dass die Steckverbindung im eingesteckten Zustand drehbar ist. Daher lässt sich das Kabel am Ohrhörer einfach in eine gewünschte Position drehen, wie weiter unten näher beschrieben. Der Koaxialstecker weist rotationssymmetrische metallische Steckerkontakte 230,240 auf und ist mit einer Kunststoffummantelung 210,220 umgeben. Die Steckerkontakte 230,240 umfassen einen zentralen Stift 240 und einen zylindrischen, röhrchenartigen äußeren Kontakt 230, die elektrisch gegeneinander isoliert sind (nicht dargestellt). Die Kunststoffum- mantelung umfasst in diesem Beispiel eine erste, innere Kunststoffummantelung 220 und eine zweite, äußere Kunststoffummantelung 210. Die zweite Kunststoffummantelung 210 umgibt mindestens einen Abschnitt der ersten Kunststoffummantelung 220 und besteht aus einem weicheren Kunststoff als die erste Kunststoffummantelung 220. Z.B. kann die innere, erste Kunststoffummantelung 220 aus einem Hartplastik und die äußere, zweite Kunststoffummantelung 210 aus einem gummiartigen elastischeren Kunststoff bestehen. Die in Fig. 2 dargestellten Größenverhältnisse werden weiter unten erläutert.

Fig. 3 zeigt eine schematische Schnittansicht des Ohrhörergehäuses 1 10 der ersten Ausführungsform mit einer elektrischen (d.h. elektrisch leitenden) Buchse 130 und darin eingesteckten Kontakten 230,240 eines Kabelsteckers 200. Der Stecker 200 hat, entspre- chend Fig. 2, eine weichere, äußere Kunststoffummantelung 210 und eine härtere, innere Kunststoffummantelung 220. Wenn der Ohrhörer getragen wird, wirken normalerweise starke Kräfte auf das Kabel und damit auf die Steckverbindung. Eine Kraft, die auf das Kabel 250 wirkt, überträgt sich über den Stecker auf das Gehäuse 1 10. Während die Steckverbindung axiale Kräfte gut aufnehmen kann, führen radial bzw. seitlich auf den Stecker wirkende Kräfte bei konventionellen Steckverbindungen zu Problemen. Insbesondere neigen konventionelle Stecker dazu, bei Radialkräften abzubrechen. Erfindungsgemäß werden die Radialkräfte jedoch an mindestens zwei Lagerstellen des Steckers als seitliche Kräfte Fi ,F2 auf das Gehäuse abgeleitet, nämlich am äußeren Steckkontakt 230 und an der Kunststoffummantelung 210. Dazu wird der Stecker so weit in eine Gehäuseöffnung eingeführt, dass sich zumindest ein vorderer Teil der Kunststoffummantelung bzw. beider Kunststoffummantelungen 210,220 in der Öffnung und der Stecker 230,240 in der Buchse 130 befindet. Die beiden Lagerstellen sind dabei mindestens um den Durchmesser der Steckerkontakte voneinander entfernt. Daher hat der eingesteckte Stecker weniger Bewegungsspielraum in der Buchse des Ohrhörers und verschleißt nicht so leicht. Anders als bei konventionellen Steckverbindungen wirkt auf den inneren Steckkontakt 240 erfindungs- gemäß praktisch kein Drehmoment. Eine Vergrößerung der Entfernung zwischen den Lagerstellen verringert den Bewegungsspielraum des Steckers weiter und wirkt daher vorteilhaft im Sinne der Erfindung. Zu beachten ist, dass bei einer Umkehr der dargestellten Radialkraft F die auf das Gehäuse wirkenden Kräfte Fi ,F2 an der jeweils gegenüberliegenden Seite angreifen als in Fig. 3 dargestellt. Im Detail sind die Lagerstellen und Maße in Fig. 2 dargestellt. Die Kräfte wirken einerseits auf eine erste Lagerstelle, die durch die Kunststoffummantelung gebildet wird. Insbesondere hat in diesem Beispiel die äußere, weiche bzw. elastische Kunststoffummantelung 210 eine Schulter 21 1 , an der sich die erste Lagerstelle befindet. Die zweite Lagerstelle an den Steckerkontakten 230,240 des Koaxialsteckers. Die exakte Position der ersten Lager- stelle kann irgendwo im Bereich der Schulter 21 1 liegen, während die exakte Position der anderen Lagerstelle irgendwo im Bereich der Steckerkontakte 230,240 liegen kann. Daher kann die Entfernung der beiden Lagerstellen voneinander zwischen einem Minimalwert Lmin und einem Maximalwert L ma x variieren. Als typischer Wert kann ein Mittelwert L angenommen werden. Erfindungsgemäß ist diese Entfernung immer (auch im Fall des Minimalwerts Lmin) größer als der Durchmesser d des (äußeren) Steckkontaktes 230 des Koaxialsteckers an der zweiten Lagerstelle. In einer Ausführungsform liegt das Verhältnis L/d zwischen der Entfernung L von der ersten zur zweiten Lagerstelle einerseits und dem Durchmesser d des Steckerkontaktes andererseits in einem Bereich von 1 ,4 - 2,5, z.B. ist ein Wert von L/d = 2 gut geeignet. Der Durchmesser der Schulter 21 1 kann exakt auf die Größe der Öffnung im Gehäuse abgestimmt werden, so dass bei eingestecktem Stecker eine Presspassung gebildet wird. Diese ist jedoch axial drehbar, so dass das eingesteckte Kabel gedreht werden kann. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn das Kabel eine bestimmte, der Ohrmuschel des Nutzers angepasste Form hat (z.B. wenn der Nutzer den Ohrhörer schon vorher getragen hat). Der Nutzer kann dann den Ohrhörer relativ zum Kabel so drehen, dass er angenehm im Ohr sitzt. Dabei sollte das Kabel nicht zu leicht drehbar sein, damit es in seiner vom Nutzer eingestellten Position bleibt. Vorzugsweise ist die Presspassung so bemessen, dass zum Drehen des Kabels ein Drehmoment in einem Bereich von 0,7 - 2 Ncm aufzuwenden ist. Insbesondere ist ein Wert im Bereich von 1 - 1 ,5 Ncm vor- teilhaft, z.B. 1 ,2 Ncm. Bei Werten unter 0,5 Ncm passiert es leicht, dass sich das Gehäuse schon während des Einsetzens verdreht. Bei Werten über 2 Ncm wird sowohl das Einstecken des Steckers ins Gehäuse als auch das Drehen in eine gewünschte Position schwierig. Ein optimiertes Drehmoment kann auch anders erreicht werden, z.B. indem die Kunststoffummantelung zumindest an der Schulter 21 1 (und/oder die Öffnung im Gehäuse) nicht rotationssymmetrisch ist, sondern leicht oval oder mit einer Nase versehen, oder indem die Steckverbindung eine oder mehr Vorzugspositionen aufweist, die zum Drehen erst überwunden werden müssen. Hierfür ist es besonders vorteilhaft, wenn dieser Teil der Kunststoffummantelung, in diesem Beispiel die äußere Kunststoffummantelung 210, weich oder elastisch ist. Da jedoch die Kunststoffummantelung auch den Stecker stabilisieren muss, ist es vorteilhaft, eine innere Kunststoffummantelung 220 vorzusehen, die aus härterem Material hergestellt ist. Die innere Kunststoffummantelung 220 ermöglicht eine Zugentlastung der elektrischen Verbindung zwischen den Litzen des Kabels 250 und den Steckkontakten 230,240.

Dies gilt insbesondere für eine in Fig. 4 dargestellte Ausführungsform, bei der ein Stütz- draht 280 in den steckernahen Bereich des Anschlusskabels 250, und vorzugsweise in die Ummantelung 255 des Anschlusskabels 250 oder in einen zusätzlichen weichen Schlauch, integriert wird. Fig. 4 zeigt eine schematische Schnittansicht des Ohrhörergehäuses 1 10 mit eingestecktem Kabelstecker und in das Anschlusskabel eingelegtem Stützdraht 280. Der Draht sorgt dafür, dass das Anschlusskabel in einem Bereich nahe des Ohres indivi- duell gebogen werden kann und in dieser Form bleibt. Dadurch kann der Nutzer diesen Bereich des Kabels so biegen, dass er um die Ohrmuschel herum gelegt werden kann und der Halt des Ohrhörers am Ohr verbessert wird. Durch die individuelle Biegung ist der Hörer angenehm für den Nutzer zu tragen. Innerhalb des Steckers ist der Stützdraht 280 in der Kunststoffummantelung bzw. mindestens in der inneren, härteren Kunststoffummante- lung 220 eingegossen und dadurch haltbar befestigt.

In einer Ausführungsform ist der Stützdraht 280 ein einfacher Draht. In einer anderen Ausführungsform besteht der Stützdraht aus mehreren einzelnen Drähten. Besonders vorteilhaft ist es, mehrere einzelne Drähte miteinander zu verseilen oder verdrillen, wie in Fig. 5 gezeigt. Ein verseilter Stützdraht ist leicht zu biegen und behält seine Form, ist aber resis- tenter gegen Ermüdungsbruch. Daher bricht ein verseilter Draht nicht so leicht wie ein einzelner Draht.

Fig. 6 zeigt schematisch in einem Steckzyklus, wie der Stecker 200 des Anschlusskabels in das Gehäuse 1 10 eingeführt wird. Dabei wird oft der Stecker leicht verkantet, wie in Fig. 6 a) dargestellt. Hier ist es vorteilhaft, das Gehäuse im Inneren der Gehäuseöffnung nahe der elektrischen Buchse mit einer Verjüngung derart zu formen, dass der äußere Steckkontakt 230 des Steckers in die elektrische Buchse 130 geführt wird, ohne zu verkanten. Z.B. kann rund um die elektrische Buchse der Boden (bzw. das Ende) der Gehäuseöffnung im Prinzip trichterartig bzw. konisch sein. Normalerweise ist der äußere Kontakt 230 eines Koaxialsteckers mindestens so lang wie der innere Kontakt 240 und greift daher zuerst. In einer Ausführungsform kann der innere Kontakt des Koaxialsteckers aber deutlich länger sein als der äußere, so dass die trichterartige Führung auf den inneren Kontakt wirkt. Allerdings ist in diesem Fall die Gefahr eines Verbiegens des inneren Kontaktes größer, weil dieser empfindlicher ist. In diesem Beispiel ist außerdem die Kunststoffummantelung 220 des Steckers so geformt, dass sie sich nach vorn verjüngt, und daher keine oder nur eine sehr kleine Kante bildet, an der der Stecker beim Einstecken verkanten könnte. Statt einer konischen Führung (mit geraden Wänden) kann auch eine andere sich zur Buchse hin verjüngende Führung verwendet werden, die zur Führung des Steckers geeignet ist.

Durch die Führung im Gehäuse und die nur kleine Kante am Stecker wird dieser beim Einstecken automatisch in eine gerade Position gezwungen, wie in Fig. 6 b) dargestellt. Beim vollständigen Einstecken des Steckers wird die Schulter 21 1 der Kunststoffummantelung 210 gegen die Innenwand der Öffnung im Gehäuse 1 10 gepresst und bildet damit die oben beschriebene Lagerstelle zur Aufnahme mechanischer Kräfte. Gleichzeitig bilden die elektrischen Steckkontakte 230,240 eine zweite Lagerstelle. Fig. 7 zeigt eine schematische Schnittansicht einer zweiten Ausführungsform eines Steckers 700 des Anschlusskabels 750, während in Fig. 8 schematisch die Lagerstellen eines in ein Ohrhörergehäuse eingesteckten Steckers der zweiten Ausführungsform dargestellt sind. Wie in der ersten Ausführungsform ist der Stecker 700 ebenfalls ein Koaxialstecker mit rotationssymmetrischen metallischen Steckerkontakten 730,740, die mit einer zweitei- ligen Kunststoffummantelung 710,720 umgeben sind. Die innere Steckerkontakt 740 und die zweiteilige Kunststoffummantelung 710,720 entsprechen der oben beschriebenen ersten Ausführungsform. Auch hier kann die äußere, weichere Kunststoffummantelung 710 mit dem Gehäuse 810 bei eingesteckter Steckverbindung eine Presspassung bilden. Der äußere Steckerkontakt 730 ist jedoch mit einer umlaufenden Nut 735 versehen, die dem Eingriff eines Federkontaktes 820 dient, wie in Fig. 8 dargestellt. Dabei greift die radiale Kraft F2 an der vorderen Lagerstelle an, die sich an der Vorderkante der Nut 735 oder davor befindet. Die vordere Lagerstelle kann sich davor befinden, wenn dort z.B. eine zusätzliche Lagerung in der Buchse vorgesehen ist (nicht dargestellt). Die radiale Kraft Fi an der hinteren Lagerstelle greift an der Schulter 71 1 der äußeren Kunststoffummantelung 710 an, insbesondere im hinteren (kabelseitigen) Bereich der Schulter. Die Entfernung L der beiden Lagerstellen voneinander kann im Bereich von Lmin bis Lmax variieren und beträgt mindestens den Durchmesser d der äußeren Steckerkontakte. Der Stecker wird bis zu der Stufe 712 eingesetzt, die dann ebenso wie im ersten Ausführungsbeispiel an das Gehäuse 810 des Ohrhörers stößt, von dem in Fig. 8 nur ein Abschnitt dargestellt ist. Zusätzlich wird der Stecker 700 von dem Federkontakt 820 in dieser Position gehalten, so dass die radiale Kraft Fi immer im hinteren Bereich der Schulter angreift.

Aus Fig. 8 ist außerdem ersichtlich, dass die Schulter 71 1 in diesem Beispiel nicht umlaufend, sondern als eine Mehrzahl von Nasen ausgeführt ist. Diese können auch leicht konisch, d.h. leicht nach vorn verjüngt, ausgebildet sein. Die genaue Ausformung der Schulter kann jedoch variieren. Sie kann auch, ebenso wie andere beschriebene Merkmale wie z.B. der biegsame Draht, auf das jeweils andere Ausführungsbeispiel angewandt werden, auch wenn eine solche Kombination hier nicht ausdrücklich erwähnt ist.

Die Erfindung ist vorteilhaft anwendbar für kabelgebundene Ohrhörer, bei denen das Kabel abnehmbar ist. Insbesondere ist die Erfindung vorteilhaft, wenn zusätzlich zu einer Befestigung des Ohrhörers im Ohrkanal, das Anschlusskabel um die Ohrmuschel herumliegend befestigt wird.




 
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