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Patent Searching and Data


Title:
ELECTRICAL SWITCHING SYSTEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/001074
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to an electrical switching system (24), in particular of a circuit breaker (12), comprising a first busbar (34) which extends in a longitudinal direction (26), carries a first contact (36) and a second contact (38) spaced apart therefrom in the longitudinal direction (26) and has a first power connection (42), and further comprising a second busbar (20) which extends in the longitudinal direction (26), carries a first counterpart contact (28) and a second counterpart contact (30) spaced apart therefrom in the longitudinal direction (26), and has a second power connection (32). The second busbar (20) is mounted so as to be movable in a transverse direction (22) perpendicular to the longitudinal direction (26), the first busbar (34) partially overlapping the second busbar (20) along the longitudinal direction (26). The contacts (36, 38) and the counterpart contacts (28, 30) are arranged in the longitudinal direction (26) in the overlap region (40) between the two power connections (32, 42). The invention further relates to a circuit breaker (12).

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Inventors:
HARRER HUBERT (DE)
KÖPF HENDRIK-CHRISTIAN (DE)
LOOS KLAUS (DE)
WERNER KLAUS (DE)
ZEBERL JÜRGEN (DE)
Application Number:
EP2020/060671
Publication Date:
January 07, 2021
Filing Date:
April 16, 2020
Export Citation:
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Assignee:
ELLENBERGER & POENSGEN (DE)
International Classes:
H01H1/54
Foreign References:
DE1145698B1963-03-21
DE1173168B1964-07-02
DE1734691U1956-11-29
DE2516595A11976-10-28
JPS476864Y11972-03-11
DE112005002227T52007-10-04
DE102011118894B32013-01-31
JPS59151708A1984-08-30
Attorney, Agent or Firm:
FDST PATENTANWÄLTE (DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Elektrisches Schaltsystem (24) , insbesondere eines Schutzschalters (12), mit einer sich in einer Längsrichtung (26) erstreckenden ersten Strom schiene (34), die einen ersten Kontakt (36) und einen in Längsrichtung (26) dazu beabstandeten zweiten Kontakt (38) trägt, und die einen ersten Stromanschluss (42) aufweist, und mit einer sich in der Längsrichtung (26) erstreckenden zweiten Stromschiene (20), die einen ersten Gegenkontakt (28) und einen in Längsrichtung (26) dazu beabstandeten zweiten Gegen kontakt (30) trägt, und die einen zweiten Stromanschluss (32) aufweist, wobei die zweite Stromschiene (20) senkrecht zu der Längsrichtung (26) in einer Querrichtung (22) beweglich gelagert ist, wobei die erste Stromschie ne (34) die zweite Stromschiene (20) entlang der Längsrichtung (26) teil- weise überlappt, und wobei in Längsrichtung (26) die Kontakte (36, 38) und die Gegenkontakte (28, 30) zwischen den beiden Stromanschlüssen (32, 42) im Überlappbereich (40) angeordnet sind.

2. Elektrisches Schaltsystem (24) nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass der erste Kontakt (36) den ersten Gegenkontakt (28) und der zweite Kontakt (38) den zweiten Gegenkontakt (30) in Querrichtung (22) über deckt.

3. Elektrisches Schaltsystem (24) nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass der erste Kontakt (36) mittels eines Zylinders und der erste Gegen kontakt (28) mittels eines Kugelsegments gebildet ist.

4. Elektrisches Schaltsystem (24) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,

dadurch gekennzeichnet,

dass die erste Stromschiene (34) und die zweite Stromschiene (20) als Me tallstreifen ausgebildet sind.

5. Elektrisches Schaltsystem (24) nach Anspruch 4,

dadurch gekennzeichnet,

dass die zweite Stromschiene (20) senkrecht zur ersten Stromschiene (34) angeordnet ist.

6. Elektrisches Schaltsystem (24) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

dadurch gekennzeichnet,

dass die zweite Stromschiene (20) zwischen den beiden Gegenkontakten (28, 30) einen zu der ersten Stromschiene (34) gerichteten Vorsprung (46) aufweist.

7. Elektrisches Schaltsystem (24) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,

dadurch gekennzeichnet,

dass die erste Stromschiene (34) in Querrichtung (22) federbelastet ist.

8. Schutzschalter (12) mit einer Betätigungsvorrichtung (18) und mit einem elektrischen Schaltsystem (24) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei mittels der Betätigungsvorrichtung (18) die zweite Stromschiene (20) betä tigt ist.

Description:
Beschreibung

Elektrisches Schaltsystem

Die Erfindung betrifft ein elektrisches Schaltsystem, das eine erste Stromschiene und eine zweite Stromschiene aufweist. Die Erfindung betrifft ferner einen Schutz schalter mit einem derartigen elektrischen Schaltsystem.

Schutzschalter weisen üblicherweise ein elektrisches Schaltsystem auf. Üblicher weise ist das elektrische Schaltsystem mechanisch ausgestaltet, sodass auch ei- ne galvanische Isolation realisierbar ist. In diesem Fall weist das elektrische Schaltsystem meist einen Kontakt sowie einen hierzu beweglich gelagerten Ge genkontakt auf. Insbesondere sind hierbei der Kontakt und der Gegenkontakt je weils an einer Stromschiene angebunden, wobei die Lagerung meist mittels der Stromschienen erfolgt. Sofern der Schutzschalters sich im geschlossenen Zu- stand befindet, also ein Stromführen mittels des Schutzschalters möglich ist, liegt der Kontakt auf dem Gegenkontakt auf, sodass eine mechanisch direkte Verbin dung zwischen diesen vorhanden ist. Über den Kontakt und den Gegenkontakt fließt hierbei ein elektrischer Strom. Damit bei einem Überlastfall eine möglichst schnelle Trennung des Kontakts von dem Gegenkontakt erfolgt, ist meist eine der Stromschienen endseitig C-förmig ausgestaltet, wobei auf dem Freiende der Kontakt bzw. der Gegenkontakt ange ordnet ist. Infolgedessen fließt in der näheren Umgebung des Kontakts sowie des Gegenkontakts der elektrische Strom in den beiden Stromschienen in die gleiche Richtung. Daher stoßen sich die beiden Stromschienen aufgrund der resultieren den Magnetfelder ab, wobei der Effekt quadratisch mit dem elektrischen Strom wächst. Falls nun ein Überstrom existiert, ist ein Beabstanden der beiden Strom schienen voneinander aufgrund der wirkenden magnetischen Felder erleichtert. Falls jedoch ein vergleichsweise starker elektrischer Strom auftritt, ist es möglich, dass ein unkontrolliertes Beabstanden der beiden Stromschienen auftritt, und/oder dass sich zwischen dem Kontakt und dem Gegenkontakt ein Lichtbogen ausbildet, der zu einem Abbrand des Kontakts bzw. des Gegenkontakts führt. Hierbei erfolgt ein teilweises Aufschmelzen des Kontakts bzw. des Gegenkon takts. in diesem Fall ist es möglich, dass flüssiges Material des Kontakts bzw. des Gegenkontakts gelöst wird und auf weitere Bestandteile des Schutzschalters spritzt, sodass eine Beschädigung bei diesen auftritt. Falls der Lichtbogen erlischt, bricht der elektrische Stromfluss zwischen den beiden Stromschienen zusammen, weswegen auch keine magnetischen Kräfte mehr wirken. Infolgedessen ist es bei einer vergleichsweise einfachen Mechanik des Schutzschalters möglich, dass der Gegenkontakt erneut auf den Kontakt fällt, oder dass sich diese zumindest erneut mechanisch berühren. Da diese jedoch an der Oberfläche teilweise verflüssigt sind, erfolgt eine Verschmelzung des Kontakts mit dem Gegenkontakt, weswegen nach Abkühlen ein Beabstanden dieser nicht mehr möglich ist. Falls nun weiterhin der Fehlerfall vorliegt, wird mittels des Schutzschalters auch weiterhin ein elektri scher Strom geführt, was zu einer Beschädigung der mittels des Schutzschalters abgesicherten Komponente führen kann. Auch kann der Schutzschalter nicht wei- ter eingesetzt werden, da ein Auslösen aufgrund der Verschmelzung des Kontakts mit dem Gegenkontakt, also ein beabsichtigtes Unterbrechen des elektrischen Stromflusses, nicht mehr möglich ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein besonders geeignetes elektrisches Schaltsystem sowie einen besonders geeigneten Schutzschalter anzugeben, wo bei vorteilhafterweise ein Verschleiß verringert und/oder eine Zuverlässigkeit er höht ist.

Hinsichtlich des elektrischen Schaltsystems wird diese Aufgabe durch die Merk male des Anspruchs 1 und hinsichtlich des Schutzschalters durch die Merkmale des Anspruchs 8 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der jeweiligen Unteransprüche. Das elektrische Schaltsystem dient dem Führen und Unterbrechen eines elektri schen Stroms. Hierfür ist das elektrische Schaltsystem geeignet, insbesondere vorgesehen und eingerichtet. Zudem ist das elektrische Schaltsystem geeigneter weise mechanisch ausgestaltet. Vorzugsweise ist ein mittels des elektrischen Schaltsystems geführter Nennstrom zwischen 1 A und 125 A, zweckmäßigerweise zwischen 1 A und 30 A, zwischen 30 A und 60 A oder zwischen 60 A und 100 A. Das elektrische Schaltsystem ist geeignet, insbesondere vorgesehen und einge richtet, einen elektrischen Wechselstrom zu führen, der insbesondere eine elektri sche Spannung zwischen 100 V und 800 V und beispielsweise von 277 V, 480 V oder 600 V aufweist. Alternativ ist das elektrische Schaltsystem geeignet, insbe sondere vorgesehen und eingerichtet, einen elektrischen Gleichstrom zu führen, wobei die elektrische Spannung in diesem Fall insbesondere zwischen 100V und 1.500V ist. Vorzugsweise wird das elektrische Schaltsystem bei einer Industriean lage verwendet, insbesondere bei der Industrieautomatisierung. Alternativ hierzu ist das Schaltsystem ein Bestandteil einer Gebäudeinstallation.

Das elektrische Schaltsystem weist eine erste Stromschiene und eine zweite Stromschiene auf, die sich jeweils in einer Längsrichtung erstrecken. Mit anderen Worten sind die beiden Stromschienen parallel zueinander angeordnet. Die erste Stromschiene trägt einen ersten Kontakt sowie einen zweiten Kontakt, die in Längsrichtung zueinander beabstandet sind. Der Abstand ist zweckmäßigerweise größer als 4 mm, 5 mm oder 1 cm. Beispielsweise ist der Abstand kleiner als 5 cm, 4 cm oder 3 cm. Zum Beispiel ist der Abstand im Wesentlichen gleich 2 cm, wobei jeweils insbesondere eine Abweichung von bis zu 10 %, 5 % oder 0 % vor handen ist. Ferner weist die erste Stromschiene einen ersten Stromanschluss auf. Der erste Stromanschluss dient der elektrischen Kontaktierung der ersten Strom schiene mit weiteren Bestandteilen des elektrischen Schaltsystems oder Bestand teilen des gewünschten Einsatzgebiets. Insbesondere ist der erste Stroman schluss mittels einer Klemme oder dergleichen realisiert. Alternativ hierzu ist der erste Stromanschluss an die etwaigen weiteren Bestandteile angeformt, sodass die erste Stromschiene an dem ersten Stromanschluss in den weiteren Bestand teil übergeht. Zweckmäßigerweise bildet der erste Stromanschluss ein Ende der ersten Stromschiene in Längsrichtung. Die zweite Stromschiene trägt einen ersten Gegenkontakt sowie einen zweite Ge genkontakt, die in Längsrichtung zueinander beabstandet sind. Hierbei ist der Ab stand zweckmäßigerweise größer als 4 mm, 5 mm oder 1 cm. Zum Beispiel ist der Abstand kleiner als 5 cm, 4 cm oder 3 cm. Vorzugsweise ist der Abstand im We sentlichen gleich 2 cm, wobei jeweils insbesondere eine Abweichung von bis zu 10 %, 5 % oder 0 % vorhanden ist. Aufgrund eines derartigen Abstands ist ein vergleichsweise kompaktes elektrisches Schaltsystem realisiert. Zudem weist die zweite Stromschiene einen zweiten Stromanschluss auf. Insbe sondere bildet der zweite Stromanschluss die Begrenzung der zweiten Strom schiene in Längsrichtung, also eines der Enden der zweite Stromschiene in Längsrichtung. Der zweite Stromanschluss dient dem elektrischen Anschluss der zweiten Stromschiene an weitere Bestandteile des elektrischen Schaltsystems. Beispielsweise ist der zweite Stromanschluss als Klemme ausgestaltet. Alternativ hierzu geht die Stromschiene bei dem zweiten Stromanschluss in ein weiteres Bauteil über, sodass die zweite Stromschiene mittels des zweiten Stromanschluss an ein anderes Bauteil angeformt und somit einstückig mit diesem ist. Die erste Stromschiene überlappt die zweite Stromschiene teilweise entlang der Längsrichtung. Auch befinden sich die Kontakte und die Gegenkontakte in Längs richtung zwischen den beiden Stromanschlüssen in dem Überlappbereich. Zudem ist die zweite Stromschiene senkrecht zu der Längsrichtung in einer Querrichtung beweglich gelagert. Hierfür weist das elektrische Schaltsystem eine entsprechen- de Führung oder eine sonstige Mechanik auf. Somit ist es möglich, die zweite Stromschiene bezüglich der ersten Stromschiene zu verschieben. Bei Verschie ben der zweiten Stromschiene entlang der Querrichtung ist es somit möglich, den Abstand zwischen der ersten Stromschiene und der zweiten Stromschiene zu ver ändern. Insbesondere ist es hierbei möglich, den ersten Gegenkontakt gegen die erste Stromschiene und/oder den ersten Kontakt zu verbringen, sodass eine me chanische und daher eine elektrische Verbindung zwischen diesen besteht. Mit tels Verschieben der zweiten Stromschiene entlang der Querrichtung ist es jedoch auch möglich, den ersten Kontakt von dem ersten Gegenkontakt zu beabstandet. Zusammenfassend ist es aufgrund der beweglichen Lagerung der zweiten Strom schiene insbesondere möglich, dass das elektrische Schaltsystem zwei Zustände annehmen kann, wobei in dem einen Zustand ein elektrischer Stromfluss von dem ersten Stromanschluss zu dem zweiten Stromanschluss über die beiden Strom schienen möglich ist. Hierbei dienen die Kontakte sowie die Gegenkontakte be vorzugt dem Leiten des elektrischen Stroms. Bei einer Beabstandung der zweiten Stromschiene von der ersten Stromschiene hingegen ist vorzugsweise ein elektri scher Stromfluss von dem ersten Stromanschluss zu dem zweiten Stroman- Schluss über die Stromschiene unterbrochen.

Aufgrund der Beabstandung der Kontakte sowie der Gegenkontakte in Längsrich tung ist zwischen diesen jeweils ein Abschnitt der jeweiligen Stromschiene gebil det, mit dem in dem elektrisch leitenden Zustand ein Teil des elektrischen Stroms geführt wird. Hierbei wird der elektrische Strom in Längsrichtung in beiden Strom schienen zueinander parallel geführt. Infolgedessen bilden sich gleichgerichtete magnetische Felder aus, weswegen eine magnetische Anziehungskraft zwischen den beiden Stromschienen in diesem Bereich zumindest teilweise wirkt. Insbe sondere ist hierbei die Kraft im Wesentlichen proportional zu dem Produkt aus dem mittels der Kontakt bzw. Gegenkontakte geführten elektrischen Strom sowie dem Verhältnis des Abstands zwischen den Kontakten bzw. zwischen den Ge genkontakten und dem Abstand der beiden Stromschienen.

Diese magnetische Kraft ist der sich in den Kontakten und den Gegenkontakten ausbildenden magnetischen Kraft entgegen gerichtet. Infolgedessen sind die ei nem zunehmenden elektrischen Strom auf die Stromschienen wirkenden resultie renden Kräfte vergleichsweise gering. Mittels einer geeigneten Mechanik ist es somit möglich, insbesondere bei einem Überstromereignis, das zu einer Beschä digung des elektrischen Schaltsystems führen würde, also insbesondere bei ei- nem Vielfachen des maximalen Stroms bzw. Nennstroms des elektrischen Schalt systems, die zweite Stromschiene an der erste Stromschiene zu halten, sodass eine Ausbildung eines Lichtbogens vermieden ist. Somit ist ein Verschleiß verrin gert. Auch ist in diesem Fall ein Verschmelzen der Kontakte mit den Gegenkon- takten oder sonstigen Bestandteilen der jeweiligen Stromschiene vermieden, so- dass das elektrische Schaltsystem auch nach einem derartigen Ereignis weiterhin eingesetzt werden kann. Somit ist eine Zuverlässigkeit erhöht.

Zum Beispiel ist das elektrische Schaltsystem ein Bestandteil eines Relais. Das elektrische Schaltsystem ist bevorzugt ein Bestandteil eines Überstromschutzor gans, wie eines Leistungsschalters, insbesondere nach IEC60947-2, oder eines Schützes. Das elektrische Schaltsystem ist beispielsweise ein Bestandteil eines Leistungsschalters oder eines Trennschalters, also insbesondere eines Schalters mit der Fähigkeit zur Trennung / galvanischen Isolation, wie zweckmäßigerweise eines Lasttrennschalters. Alternativ oder in Kombination hierzu ist das elektrische Schaltsystem ein Bestandteil eines Sicherungstrennschalters. Bevorzugt ist das elektrische Schaltsystem ein Bestandteil eines Schutzschalters, wie eines Geräte schutzschalters, insbesondere gemäß Norm IEC60934. Die oben genannten Ge räte sind zweckmäßigerweise jeweils Überstromschutzorgane. Der Schutzschalter oder ein anderes der oben genannten Geräte weist insbesondere eine Betäti gungsvorrichtung auf. Mittels der Betätigungsvorrichtung ist insbesondere die zweite Stromschiene betätigt, sodass diese bezüglich der ersten Stromschiene in Abhängigkeit des jeweils geführten elektrischen Stroms positioniert wird. Insbe sondere wird bei einem Überstromereignis die zweite Stromschiene von der ers ten Stromschiene beabstandet. Falls jedoch der Überstrom mehr als das maximal Tragbare des Schutzschalters bzw. des jeweiligen Geräts oder zumindest mehr als ein bestimmter Grenzwert beträgt, erfolgt zweckmäßigerweise keine Beabs- tandung der zweiten Stromschiene von der ersten Stromschiene, und eine Unter brechung erfolgt vorzugsweise mittels eines Überstromschutzorgans oder einer weiteren Überstromschutzeinrichtung, insbesondere einer Sicherung. Hierbei ist aufgrund der Anordnung der Kontakte sowie der Gegenkontakte eine Beabstan- dung der zweiten Stromschiene von der ersten Stromschiene aufgrund der wir kenden Magnetfelder im Wesentlichen unterbunden oder vergleichsweise leicht unterbindbar, insbesondere mittels einer vergleichsweise einfachen Mechanik. Somit ist der Schutzschalters bzw. des jeweiligen Geräts nach einem derartigen Einsatz auch weiterhin einsetzbar. Der Schutzschalter bzw. das jeweilige Gerät weist vorzugsweise eine Erfassungs vorrichtung auf, mittels derer der mittels des Überstromschutzorgans, also des Schutzschalters bzw. des jeweiligen Geräts, geführte elektrische Strom erfasst wird. Mittels der Erfassungsschaltung ist insbesondere die Betätigungsvorrichtung betätigt. Beispielsweise sind die beiden Vorrichtungen mittels eines gemeinsamen Bauteils gebildet, beispielsweise eines Bimetalls / Bimetallelements, das bei spielsweise als Bimetallstreifen oder Bimetallschnappscheibe ausgestaltet ist. Al ternativ hierzu ist das Überstromschutzorgan magnetisch, thermisch, hydraulisch oder aus einer Kombination hieraus betätigt.

Vorzugsweise überdeckt der erste Kontakt den ersten Gegenkontakt in Querrich tung. Alternativ oder besonders bevorzugt in Kombination hierzu überdeckt der zweite Kontakt den zweiten Gegenkontakt in Querrichtung. Somit sind die Kontak te und die Gegenkontakte die definierten Stellen, an denen ein Übergang des elektrischen Stromflusses zwischen den beiden Stromschienen erfolgt. Vorzugs weise ist es mittels Verschieben der zweiten Stromschiene möglich, die Gegen kontakte gegen den jeweiligen Kontakt zu verbringen, sodass eine mechanischer direkte Verbindung realisiert wird. Mit anderen Worten liegen dann, wenn mittels des elektrischen Schaltsystems ein elektrischer Strom geführt wird, sowohl der erste Kontakt mechanisch direkt an dem ersten Gegenkontakt und der zweite Kontakt mechanisch direkt an dem zweiten Gegenkontakt an.

Beispielsweise sind die Kontakte oder zumindest einer der Kontakte oder die Ge genkontakte oder zumindest einer der Gegenkontakte, mittels der jeweiligen Stromschiene selbst gebildet. Alternativ hierzu sind die Kontakte und/oder die Ge genkontakte mittels des gleichen Materials der jeweiligen Stromschienen gebildet, und diese sind aneinander angeformt und somit miteinander einstückig. Beson ders bevorzugt jedoch sind die Kontakte und/oder die Gegenkontakte mittels ei nes separaten Bauteils realisiert, das vorzugsweise an der jeweiligen Stromschie ne befestigt ist, beispielsweise mittels Schweißen. Vorzugsweise sind die Kontak te bzw. die Gegenkontakte aus einem zu den Stromschienen unterschiedlichen Material erstellt, das vorzugsweise einen vergleichsweise hohen Schmelzpunkt und/oder ein vergleichsweise geringe Abbrandfestigkeit aufweist. Vorzugsweise ist zumindest einer der Kontakte, vorzugsweise alle Kontakte, und/oder einer der Gegenkontakte, zweckmäßigerweise sämtliche Gegenkontakte, aus einem silber basierten Kontaktwerkstoff erstellt. Vorzugsweise wird als silberbasierter Kontakt werkstoff Silbernickel (AgNi), Silber-Zinnoxid (AgSn02), Silberwolfram (AgW) oder Silbergraphit (AgC) herangezogen. Auf diese Weise ist ein vergleichsweise robus ter Kontakt bzw. Gegenkontakt erstellt.

Zum Beispiel ist der erste Kontakt mittels eines Zylinders gebildet. Der erste Ge genkontakt ist hierbei beispielsweise ebenfalls mittels eines Zylinders gebildet. Besonders bevorzugt jedoch ist der erste Gegenkontakt in diesem Fall mittels ei nes Zylindersegments oder besonders bevorzugt mittels eines Kugelsegments gebildet. Infolgedessen ist bei einer Anlage des ersten Kontakts an dem ersten Gegenkontakt stets ein Kontaktpunkt realisiert, und ein Toleranzausgleich ist vor handen. Daher ist ein Kontaktübergangswiderstand verringert. Alternativ oder be sonders bevorzugt in Kombination hierzu ist der zweite Kontakt mittels eines Zy linders gebildet, wobei der zweite Gegenkontakt ebenfalls mittels eines Zylinder segments oder bevorzugtes mittels eines Kugelsegments gebildet ist. In einer Al ternative hierzu ist der erste Kontakt mittels eines Kugelsegments und der erste Gegenkontakt mittels eines Zylinders und/oder der zweite Kontakt mittels eines Kugelsegments und der zweite Gegenkontakt mittels eines Zylinders gebildet. Auf diese Weise ist jeweils ein Toleranzausgleich vorhanden, sodass sichergestellt ist, dass auch tatsächlich ein mechanisch direktes Anliegen zwischen den Kontakten und dem jeweiligen Gegenkontakt realisiert ist. In einer alternativen Ausgestaltung ist sowohl der erste Kontakt als auch der erste Gegenkontakt jeweils mittels eines Zylindersegments gebildet, wobei diese zueinander 90° vertreten sind, sodass ein X gebildet ist. Vorzugsweise sind in diesem Fall auch der zweite Kontakt sowie der zweite Gegenkontakt als Zylindersegmente ausgestaltet.

Die erste und/oder zweite Stromschiene ist bevorzugt aus einem Metall gefertigt, wobei das Metall beispielsweise ein Kupfer, also reines Kupfer oder eine Kupfer legierung, wie Messing ist. Aufgrund der Verwendung des Kupfers ist ein ver gleichsweise geringer ohmscher Widerstand vorhanden, was eine Effizienz des elektrischen Schaltsystems erhöht. Besonders bevorzugt ist das Kupfer mit einem Überzug versehen, der zum Beispiel aus einem Silber, einem Zinn oder einem Nickel gefertigt ist. Infolgedessen ist eine Anbindung von weiteren Bauteilen an die Stromschiene vereinfacht, und eine Beschädigung und/oder Reaktion, insbe sondere eine Oxidation, vermieden.

Zum Beispiel ist die erste Stromschiene und/oder die zweite Stromschiene mittels Gießens, Fräsens, Prägens oder Stanzens erstellt. Somit ist eine Anpassung an unterschiedliche Gegebenheiten vereinfacht. Bevorzugt ist die erste Stromschiene als Metallstreifen ausgebildet. Alternativ oder besonders bevorzugt in Kombination hierzu ist die zweite Stromschiene als Metallstreifen ausgebildet. Auf diese Weise ist eine Herstellung der beiden Stromschienen vereinfacht. Eine Dicke des Metall streifens ist in einer Dimension vergleichsweise gering und zum Beispiel zwischen 0,8mm und 5mm. Insbesondere ist die Dicke senkrecht zur Längsrichtung. Vor zugsweise wird zur Herstellung der Stromschienen ein Stanzverfahren herange- zogen, sodass diese aus einem Blech gestanzt werden. Mit anderen Worten sind die Stromschienen als Stanzbiegeteil auszugestalten. Daher ist eine Fertigung vereinfacht und folglich Herstellungskosten reduziert.

Zum Beispiel sind die beiden Stromschienen zueinander parallel angeordnet, so- dass diese in die gleiche Richtung die jeweils vergleichsweise geringe Dicke auf weisen. Insbesondere ist hierbei die geringste Ausdehnung der Metallstreifen, al so die Dicke, parallel zur Querrichtung. Mit anderen Worten sind die die beiden Stromschienen bildenden Metallstreifen senkrecht zur Querrichtung angeordnet. Somit ist ein Anbinden oder zumindest Ausbilden der Kontakte bzw. Gegenkon- takte vereinfacht. Alternativ sind die beiden Stromschienen parallel zur Querrich tung angeordnet. Somit ist eine Robustheit, insbesondere bei einer Verbringung der zweite Stromschiene in Querrichtung gegen die erste Stromschiene über die Kontakte sowie die Gegenkontakte erhöht, und ein Verbiegen der Stromschienen ist vermieden. Zusammenfassend ist die zweite Stromschiene parallel zur ersten Stromschiene angeordnet.

Besonders bevorzugt ist die zweite Stromschiene senkrecht zur ersten Strom schiene angeordnet. Beispielsweise ist die Hauptausdehnungsrichtung der zwei- ten Stromschiene im Wesentlichen senkrecht zur Querrichtung, und die Ausdeh nung der erste Stromschiene ist im Wesentlichen parallel zur Querrichtung und zur Längsrichtung. Besonders bevorzugt jedoch ist die erste Stromschiene im Wesentlichen senkrecht zur Querrichtung angeordnet, und die zweite Stromschie- ne ist im Wesentlichen parallel zur Längsrichtung und parallel zur Querrichtung angeordnet. Aufgrund der senkrechten Anordnung der beiden Stromschienen zu einander ist einerseits eine mechanische Stabilität erhöht. Auch ist es möglich, die Stromschienen auf die entsprechenden Einsatzgebiete anzupassen. Zudem ist bei einer Verbringung der zweiten Stromschiene in Querrichtung ein Platzbedarf senkrecht zur Querrichtung und senkrecht zur Längsrichtung verringert, sodass ein vergleichsweise kompaktes elektrisches Schaltsystem realisierbar ist.

Besonders bevorzugt weist die zweite Stromschiene zwischen den beiden Gegen kontakten einen zu der ersten Stromschiene gerichteten Vorsprung auf. Dabei ist auch bei einer direkten mechanischen Anlage der Kontakte an den jeweiligen Ge genkontakten insbesondere der Vorsprung auch weiterhin von der ersten Strom schiene beabstandet, sodass ein unkontrolliertes Stromführen, insbesondere eine Ausbildung eines Lichtbogens, vermieden ist. Alternativ oder in Kombination hier zu weist die erste Stromschiene zwischen den beiden Kontakten einen zu der zweiten Stromschiene gerichteten Vorsprung auf. Besonders bevorzugt jedoch ist die erste Stromschiene zwischen den beiden Kontakten vorsprungsfrei und zweckmäßigerweise glatt ausgestaltet. Somit ist eine Herstellung der ersten Stromschiene vereinfacht. Aufgrund des Vorsprungs ist ein Abstand zwischen der ersten und der zweiten Stromschiene verringert, weswegen die Magnetkräfte, die die beiden Stromschie nen aufeinander zudrücken, vergrößert sind. Zudem ist aufgrund des Vorsprungs ein Querschnitt der zweiten Stromschiene vergrößert, sodass der ohmsche Wi derstand verringert ist. Insbesondere ist hierbei die zweite bzw. erste Stromschie- ne als Metallstreifen ausgebildet und senkrecht zu der ersten Stromschiene ange ordnet, weswegen eine Fertigung des Vorsprungs vereinfacht ist. Beispielsweise ist die erste Stromschiene starr angeordnet und insbesondere orts fest gehalten. Alternativ hierzu ist die erste Stromschiene ebenfalls in Querrich tung beweglich gelagert. Vorzugsweise erfolgt bei Öffnen des elektrischen Schalt systems ebenfalls ein Bewegen der ersten Stromschiene in Querrichtung von der zweiten Stromschiene weg. Besonders bevorzugt jedoch ist die erste Stromschie ne in Querrichtung federbelastet, wobei mittels der Federn die erste Stromschiene in Richtung der zweiten Stromschiene gedrückt wird. Falls sich das elektrische Schaltsystem in dem elektrischen leitenden Zustand befindet, wird die Federkraft mittels der zweiten Stromschiene oder einer auf die zweite Stromschiene wirken- den Kraft komprimiert. Somit ist ein Kraftschluss zwischen den beiden Strom schienen über die Kontakte sowie Gegenkontakte vorhanden, weswegen ein Stromfluss über die Kontakte bzw. Gegenkontakte verbessert ist. Auch erfolgt bei spielsweise bei einer Erschütterung des elektrischen Schaltsystems keine Beabs- tandung der Kontakte von den Gegenkontakten und somit auch keine Ausbildung eines Lichtbogens. Zudem wird mittels der Federbelastung bei einem zunehmen den elektrische Stromfluss die auf die Stromschienen wirkenden magnetische Kräfte, die diese auseinander drücken, zumindest teilweise kompensiert, sodass auch ein Stromführen eines vergleichsweise großen elektrischen Stroms möglich ist. Da die beiden in Längsrichtung zueinander beabstandeten Kontakte sowie Gegenkontakte vorhanden sind, wobei aufgrund der Anordnung der Stroman schlüsse eine magnetische Kraft erstellt wird, die die Stromschienen aufeinander zu drückt, ist lediglich eine vergleichsweise schwache Feder erforderlich, sodass einerseits eine Herstellung vereinfacht ist. Andererseits ist es nicht erforderlich, eine vergleichsweise große Kraft auf die zweite Stromschiene aufzubringen, um die Feder zu komprimieren. Somit ist eine Konstruktion des elektrischen Schalt systems vereinfacht, was Herstellungskosten weiter reduziert.

Der Schutzschalter weist ein elektrisches Schaltsystem auf, das eine sich in einer Längsrichtung erstreckende erste Stromschiene, die einen ersten Kontakt und einen in Längsrichtung dazu beabstandeten zweiten Kontakt trägt, und die einen ersten Stromanschluss aufweist, und eine sich in der Längsrichtung erstrecken den zweite Stromschiene umfasst, die einen ersten Gegenkontakt und einen in Längsrichtung dazu beabstandeten zweiten Gegenkontakt trägt, und die einen zweiten Stromanschluss aufweist. Die zweite Stromschiene ist senkrecht zu der Längsrichtung in einer Querrichtung beweglich gelagert, wobei die erste Strom schiene die zweite Stromschiene entlang der Längsrichtung teilweise überlappt. In Längsrichtung sind die Kontakte und die Gegenkontakte zwischen den beiden Stromanschlüssen im Überlappbereich angeordnet. Ferner umfasst der Schutz schalter eine Betätigungsvorrichtung, mittels derer die zweite Stromschiene betä tigt ist. Hierbei wird mittels der Betätigungsvorrichtung der Abstand der zweiten Stromschiene zu der ersten Stromschiene eingestellt. Bevorzugt ist es möglich, mittels der Betätigungsvorrichtung jeden der Kontakte gegen jeweils einen der Gegenkontakte zu verbringen und auch von diesen zu beabstanden, geeigneter weise in Querrichtung. Insbesondere ist die Betätigungsvorrichtung selbst in Ab hängigkeit eines über den Schutzschalter fließenden elektrischen Stroms betätigt, insbesondere mittels einer Erfassungsvorrichtung. Die Erfassungsvorrichtung weist beispielsweise einen entsprechenden Sensor auf. Vorzugsweise ist der Schutzschalter als magnetischer, thermischer oder hydraulischer oder einer Kom bination hieraus Schutzschalter ausgestaltet.

Geeigneterweise ist der Schutzschalter ein Bestandteil eines Leistungsschalters oder eines Trennschalters, insbesondere eines Lasttrennschalters. Unter Trenn- Schalter wird insbesondere ein Leistungsschalter mit Trennerfunktion und/oder einer integrierten Sicherung verstanden. Der Lasttrennschalter umfasst zweckmä ßigerweise ein Fail-Safe-Element, insbesondere ein Überstromschutzor gan/Überstromschutzeinrichtung, wie eine Sicherung, das geeigneterweise elekt risch in Reihe zu dem elektrischen Schaltsystem geschaltet ist. Sofern ein ver- gleichsweise großer elektrischer Strom über das elektrische Schaltsystem fließt, der bei einem Öffnen des elektrischen Schaltsystems zu einer Beschädigung füh ren würde, erfolgt insbesondere eine Unterbrechung des elektrischen Stroms mit tels des Überstromschutzorgans. Vorzugweise wird hierbei ein Überstromschutz organ herangezogen, deren Auslösezeit geringer als die Auslösezeit der Betäti- gungsvorrichtung ist. Folglich wird der elektrische Stromfluss aufgrund des Über stromschutzorgans/Überstromschutzeinrichtung und nicht aufgrund der Betätigung des elektrischen Schaltsystems unterbrochen. Somit ist nach Ersatz des Über stromschutzorgans, insbesondere der Sicherung, der Schutzschalter auch weiter- hin einsatzbereit. Dahingegen wird bei einem elektrischen Strom, der bei einem Öffnen des elektrischen Schaltsystems nicht zu einer Beschädigung führen würde, der jedoch zum Beispiel größer als ein bestimmter Grenzwert ist, der elektrische Strom mittels Beabstanden der zweiten Stromschiene von der ersten Stromschie- ne in Querrichtung unterbrochen. Somit ist nach Zurücksetzen der zweiten Strom schiene oder sonstiger Bestandteile des Schutzschalters dieser erneut wieder einsetzbar. Hierbei ist auch eine vergleichsweise große Anzahl an Schaltvorgän gen aufgrund des vergleichsweise geringen Abbrands möglich, weswegen Kosten reduziert und eine Zuverlässigkeit erhöht sind. Zusammenfassend ist der Schutz- Schalter nach Unterbrechung mittels des Überstromschutzorgans erneut einsatz bereit, insbesondere falls der elektrische Stromfluss aufgrund eines weiteren Schutzmechanismus beendet wurde, zum Beispiel mittels einer weiteren Über stromschutzeinrichtung, insbesondere einer Sicherung. Die im Zusammenhang mit dem elektrischen Schaltsystem erläuterten Weiterbil dungen und Vorteile sind sinngemäß auch auf den Schutzschalter zu übertragen und umgekehrt.

Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:

Fig. 1 eine Prinzipskizze einer Industrieanlage mit einem Schutzschalter,

Fig. 2 den ein elektrisches Schaltsystem aufweisenden Schutzschalter in einem geöffneten Zustand, und

Fig. 3 den Schutzschalter in einem geschlossenen Zustand.

Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszei chen versehen. In Figur 1 ist eine Prinzipskizze einer Industrieanlage 2 dargestellt, die eine

Stromversorgung 4 sowie einen damit betriebenen Aktor 6 aufweist. Mittels der Stromversorgung 4 wird eine elektrische Wechselspannung mit 50 Hz oder 60 Hz bereitgestellt. Die elektrische Spannung beträgt dabei insbesondere 277 V oder 480 V. Der Aktor 6 umfasst beispielsweise einen Elektromotor oder eine Presse und ist mittels einer Leitung 8 elektrisch mit der Stromversorgung 4 gekoppelt, sodass über die Leitung 8 eine Bestromung des Aktors 6 erfolgt. Ferner umfasst die Industrieanlage 2 einen Leistungsschalter 10, der in einer Aus führung ein Bestandteil der Leitung 8 und in einem nicht näher dargestellten Schaltschranks angeordnet ist. In einer Alternative hierzu ist der Leistungsschalter 10 an der Stromversorgung 4 oder an dem Aktor 6 angeordnet. Der Leistungs schalter 10 weist einen Schutzschalter 12 und eine damit in Reihe geschaltetes Überstromschutzorgan 14 auf. Die elektrische Reihenschaltung ist in eine der Adern der Leitung 8 eingebracht.

Der Nennstrom des Leistungsschalters 10 beträgt in diesem Beispiel 60 A, und bei einem Überschreiten des Nennstroms um mehr als einen bestimmten Grenz- wert, beispielsweises das 1 ,1 -fache des Nennstroms, erfolgt eine Unterbrechung des elektrischen Stromflusses mittels des Schutzschalters 12. Mit anderen Worten wird in diesem Fall der Schutzschalter 12 ausgelöst und somit geöffnet. Das Überstromschutzorgan 14 hingegen löst in diesem Fall nicht aus. Diese löst erst ab dem Fünffachen des Nennstroms, also ab 300 A, aus, wobei die Auslösezeit geringer als die Auslösezeit des Schutzschalters 12 ist. In diesem Fall wird somit der elektrische Stromfluss mittels des Überstromschutzorgans 14 unterbrochen, wohingegen sich der Schutzschalter 12 auch weiterhin in dem elektrisch leitenden Zustand befindet. Aufgrund einer derartigen Verschaltung des Schutzschalters 12 und des Überstromschutzorgans 14 ist bei einer vergleichsweise geringen Über- schreitung des Nennstroms durch den elektrischen Strom der Leistungsschalter 10 mittels Zurückstellen des Schutzschalters 12 im Wesentlichen unverzüglich einsatzbereit. Auch ist ein Austausch von Komponente nicht erforderlich, weswe gen Betriebskosten reduziert sind. Falls jedoch der Überstrom vergleichsweise groß ist, also insbesondere größer als 300 A, ist bei einem Schalten mittels des mechanisch ausgestatteten Schutzschalters 12 eine Beschädigung möglich. In diesem Fall tritt nämlich ein Lichtbogen auf, der zu einer Beschädigung von Kom ponenten des Schutzschalters 12 führen kann. Da der Schutzschalters 12 nicht ausgelöst wird, wird dieser nicht beschädigt, und der Leistungsschalter 10 ist nach Ersetzen des Überstromschutzorgans 14 ebenfalls wieder einsatzbereit.

In Figur 2 ist der Schutzschalter 12 in einem geöffneten und in Figur 3 in den ge- schlossenen Zustand jeweils teilweise schematisch vereinfacht gezeigt. Der Schutzschalter 12 weist eine Erfassungsvorrichtung 16 auf, mittels derer der mit tels des Schutzschalters 12 geführte elektrische Strom erfasst wird. Mittels der Erfassungsvorrichtung 16 ist eine Betätigungsvorrichtung 18 betätigt und folglich angetrieben. In einer nicht näher dargestellten Variante sind die Erfassungsvor- richtung 16 und die Befestigungsvorrichtung 18 mittels eines gemeinsamen Bau teils realisiert. In der gezeigten Variante jedoch sind diese zueinander separate Bauteile, und die Erfassungsvorrichtung 16 ist ein Bimetall, mittels derer eine fe derbelaste Mechanik in einer bestimmten Position gehalten wird. Die

Bimetallschnappscheibe 16 ist bei Betrieb von dem mittels des Schutzschalters 12 geführten elektrischen Strom durchflossen, und die federbelastet Mechanik ist ein Bestandteil der Betätigungsvorrichtung 18.

Mittels der Betätigungsvorrichtung 18 ist eine zweite Stromschiene 20 betätigt und wird mittels dieser in einer Querrichtung 22 bewegt, wobei in dem geschlossenen Zustand und in dem geöffneten Zustand des Schutzschalters 12 sich die zweite Stromschiene 20 in Querrichtung 22 an zwei unterschiedlichen Positionen befin det. Die zweite Stromschiene 20 ist ein Bestandteil eines elektrischen Schaltsys tems 24, das eine nicht näher dargestellte Führung für die zweite Stromschiene 20 aufweist, sodass diese in Querrichtung 22 bewegt werden kann. Eine sonstige Bewegung der zweiten Stromschiene 20 hingegen ist aufgrund der Führung un terbunden. Mit anderen Worten ist die zweite Stromschiene 20 in Querrichtung 22 beweglich gelagert.

Die zweite Stromschiene 20 erstreckt sich in einer Längsrichtung 26, die senk- recht zu der Querrichtung 22 ist, und die zweite Stromschiene 20 ist aus einem Metallblech gestanzt und somit als Metallstreifen ausgebildet. Die zweite Strom schiene 20 ist einem Kupferblech gestanzt sowie mit einem Silberüberzug verse hen. Der die zweite Stromschiene 20 bildende Metallstreifen ist parallel zur Quer- richtung 22 angeordnet, sodass die zweite Stromschiene 20 die geringste Aus dehnung senkrecht zur Querrichtung 22 und senkrecht zur Längsrichtung 26 auf weist. Die zweite Stromschiene 20 erstreckt sich im Wesentlichen in Längsrich tung 26 und weist dort die größte Ausdehnung auf.

An der zweiten Stromschiene 20 sind ein erster Gegenkontakt 28 und ein zweiter Gegenkontakt 30 angebunden, wie mittels Schweißens, Lötens, oder Nietens. Mit anderen Worten trägt die zweite Stromschiene 20 die beiden Gegenkontakte 28, 30, und die beiden Gegenkontakte 28, 30 liegen auf einer gemeinsamen in Längs richtung 26 verlaufenden Geraden. Die beiden Gegenkontakte 28, 30 sind zuei nander baugleich und mittels eines Kugelsegments gebildet. Auch sind die Ge genkontakte 28, 30 aus einem von der Stromschiene 20 abweichenden Material gefertigt, nämlich aus einem Silbernickel (AgNi). Der erste Gegenkontakt 28 ist im Bereich eines Endes der zweiten Stromschiene 20 in Längsrichtung 26 angebun den, und der zweite Gegenkontakt 30 ist zu dem ersten Gegenkontakt 28 in Längsrichtung 26 beabstandet, wobei zwischen diesen ein Abstand von 2 cm ist. Ferner weist die zweite Stromschiene 20 einen zweite Stromanschluss 32 auf, der mittels des dem ersten Gegenkontakt 28 in Längsrichtung 26 gegenüberliegenden Ende der zweite Stromschiene 20 gebildet ist.

Das elektrische Schaltsystem 24 umfasst ferner eine erste Stromschiene 34, die aus dem gleichen Material wie die zweite Stromschiene 20 gefertigt ist. Mit ande ren Worten ist die erste Stromschiene 34 ebenfalls ein Metallstreifen, der aus ei nem Kupferblech gestanzt und mittels eines Nickelüberzugs versehen ist. Die ers te Stromschiene 34 ist senkrecht zur Querrichtung 22 orientiert und erstreckt sich somit hauptsächlich in Längsrichtung 26 sowie quer zur Querrichtung 22. Folglich ist die zweite Stromschiene 20 senkrecht zu der ersten Stromschiene 34 ange ordnet. Die erste Stromschiene 34 trägt einen erste Kontakt 36 sowie einen zwei ten Kontakt 38, die zueinander baugleich sind. Die Kontakte 36, 38 sind zylinder förmig ausgestaltet und somit mittels eines Zylinders gebildet. Auch sind die Kon takte 36, 38 aus dem gleichen Material wie die Gegenkontakte 28, 30 gefertigt, nämlich Silbernickel (AgNi). Die beiden Kontakte 36, 38 liegen auf einer gemeinsamen in Längsrichtung 26 verlaufenden Geraden und sind deckungsgleich zu den Gegenkontakten 28, 30 angeordnet. Hierbei ist der erste Kontakt 36 in dem ersten Gegenkontakt 28 und der zweite Kontakt 38 dem zweiten Gegenkontakt 30 zugeordnet. Folglich wird bei Bewegen der zweiten Stromschiene 20 in Querrichtung 22 auf die erste Strom schiene 34 zu, der erste Gegenkontakt 28 gegen den ersten Kontakt 36 und der zweite Gegenkontakt 30 gegen den zweiten Kontakt 38 verbracht, sodass diese mechanisch direkt aneinander anliegen. Zusammenfassend überdeckt der erste Kontakt 36 den ersten Gegenkontakt 28, und der zweite Kontakt 38 überdeckt den zweiten Gegenkontakt 30 in Querrichtung 22. Mit anderen Worten sind die Kon takte 36, 38 und die jeweiligen Gegenkontakte 28, 30 parallel gegenüber und di rekt übereinander angeordnet. Folglich sind auch die beiden Kontakte 36, 38 in Längsrichtung 26 zueinander beabstandet, nämlich um 2 cm, wobei der zweite Kontakt 38 an einem Ende der ersten Stromschiene 34 in der Längsrichtung an- gebunden ist.

Folglich überlappen die beiden Stromschienen 20, 34 in Längsrichtung 26, sodass ein Überlappbereich 40 gebildet ist. Hierbei steht in die erste Stromschiene 34 in Längsrichtung 26 auf der einen Seite des Überlappbereich 40 und die zweite Stromschiene 20 auf der gegenüberliegenden Seite in Längsrichtung 26 über den Überlappbereich 40 über. Der Überlappbereich 40 ist somit im Wesentlichen gleich 2 cm zuzüglich der Ausdehnung der Gegenkontakte 28, 30 bzw. der Kon takte 36, 38 in Längsrichtung 26. Die erste Stromschiene 34 weist einen erste Stromanschluss 42 auf, der das dem zweiten Kontakt 38 gegenüberliegende Ende der ersten Stromschiene 34 bildet. Folglich ist der erste Stromanschluss 42, ebenso wie der zweite Stromanschluss 32 außerhalb des Überlappbereichs 40 angeordnet. Somit sind die Kontakte 36,

38 sowie die Gegenkontakte 28, 30 in Längsrichtung 26 zwischen den beiden Stromanschlüssen 32, 42 im Überlappbereich 40 angeordnet.

Ferner weist das elektrische Schaltsystem 24 zwei Federn 44 auf, die zueinander in Längsrichtung 26 beabstandet und in Querrichtung 22 orientiert sind. Die bei- den Federn 44 sind an einem nicht näher dargestellten Gehäuse und der ersten Stromschiene 34 abgestützt, sodass die erste Stromschiene 34 in Querrichtung 22 federbelastet ist. Bei Betrieb des Schutzschalters 12 sind die beiden Stromanschlüsse 32, 42 an weiteren Bestandteilen des Leistungsschalters 10 angeschlossen. Zum Stromfüh ren mittels des Schutzschalters 12 wird das elektrische Schaltsystem 24 in den elektrisch leitenden Zustand versetzt. Hierfür wird die zweite Stromschiene 20 in Querrichtung 22 bewegt, sodass die Gegenkontakte 28, 30 gegen die Kontakte 36, 38 drücken. Insbesondere wird die zweite Stromschiene 20 mittels der Betäti gungsvorrichtung 28 in der Position verrastet, die in Figur 3 gezeigt ist. Hierbei ist die mittels der Betätigungsvorrichtung 18 auf die zweite Stromschiene 20 aufge brachte Kraft derart, dass die erste Stromschiene 34 ebenfalls in Querrichtung 22 bewegt und die Federn 44 komprimiert werden. Infolgedessen ist eine kraftschlüs- sige Anlage zwischen den Kontakten 36, 38 sowie den entsprechenden Gegen kontakten 28, 30 realisiert. Infolgedessen kann der elektrische Strom über den ersten Stromanschluss 42 in die erste Stromschiene 34 und dort teilweise über den erste Kontakt 36 sowie den ersten Gegenkontakt 28 in die zweite Strom schiene 20 fließen. Ein weiterer Teil des elektrischen Stroms wird über den zwei- ten Kontakt 38 sowie den zweiten Gegenkontakt 30 in die zweite Stromschiene 20 eingeleitet. Über den zweiten Stromanschluss 32 wird der elektrische Strom aus der zweiten Stromschiene 20 hinausgeleitet.

Infolgedessen fließt in den beiden Kontakten 36, 38 sowie den zugeordneten Ge- genkontakten 28, 30 der elektrische Strom parallel in Querrichtung 22. Ferner fließt der elektrische Strom im Überlappbereich 40 in den beiden Stromschienen 20, 34 parallel in Längsrichtung 26. Somit bildet sich in beiden Stromschienen 20, 34 im Überlappbereich 40 jeweils ein gleichgerichtetes magnetisches Feld auf, das die beiden Stromschienen 20, 34 im Überlappbereich 40 aufeinander zu drückt. Um diesen Effekt zu verstärken weist die zweite Stromschiene 20 im Über lappbereich 40 zwischen den beiden Gegenkontakten 28, 30 einen zu der ersten Stromschiene 34 gerichteten Vorsprung 46 auf. Der Vorsprung 46 bildet ein Ende an der zweite Stromschiene 20 in Querrichtung 22, sodass die Gegenkontakte 28, 30 in Querrichtung 22 bezüglich des Vorsprungs 46 zurückversetzt sind. Der Vor sprung 46 ist jedoch von der erste Stromschiene 34 beabstandet, weswegen ein Überspringen des elektrischen Stroms von der erste Stromschiene 34 direkt auf die zweite Stromschiene 20, insbesondere den Vorsprung 46, vermieden ist. Die die beiden Stromschiene 20, 34 aufeinander drückende Kraft nimmt mit zuneh mendem elektrischem Strom zu und wirkt jeder Kraft entgegen, die die Strom schienen 20, 34 in Querrichtung 22 auseinander drückt. Eine derartige Kraft ins besondere eine Magnetkraft, die aufgrund des in Querrichtung 22 fließenden elektrischen Stroms hervorgerufen wird.

Aufgrund der zumindest teilweise Kompensation der die beiden Stromschienen 20, 34 auseinander drückenden Kraft werden die Stromschienen 20, 34 auch bei einem vergleichsweise großen elektrischen Stroms nicht unkontrolliert auseinan dergedrückt, was zu einem Abbrand der Kontakte 36, 38 sowie der Gegenkontak- te 28, 30 sowie einem teilweise Aufschmelzen dieser führen könnte. Falls nämlich die teilweise aufgeschmolzenen Kontakte 36, 38 bzw. Gegenkontakte 28, 30 er neut aufeinander aufgelegt würden, würden diese verschmelzen, weswegen ein erneutes Bewegen der zweiten Stromschiene 20 in Querrichtung 22 nicht möglich wäre. Daher wird bei einem derart großen elektrischen Strom, der mindestens das Fünffache des Nennstroms beträgt, das Überstromschutzorgan 14 ausgelöst, weswegen der elektrische Strom unterbunden wird. Hierbei befindet sich jedoch das elektrische Schaltsystem 24 auch weiterhin in dem elektrisch leitenden Zu stand. Falls dahingegen ein vergleichsweise geringer Überstrom auftritt, wird dies mittels der Erfassungsvorrichtung 16 entsprechend erfasst. Infolgedessen wird die Betä tigungsvorrichtung 18 betätigt und folglich die zweite Stromschiene 20 in Querrich tung 22 von der erste Stromschiene 34 abgehoben. Daher wird ein elektrischer Stromfluss zwischen dem ersten und zweiten Stromanschluss 42, 32 unterbro- chen. Hierbei ist der geschaltete elektrische Strom vergleichsweise gering, sodass eine Beschädigung der Kontakte 36, 38 sowie der Gegenkontakte 28, 30 nicht auftritt. Die Erfindung ist nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel be schränkt. Vielmehr können auch andere Varianten der Erfindung von dem Fach mann hieraus abgeleitet werden, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlas sen. Insbesondere sind ferner alle im Zusammenhang mit dem Ausführungsbei- spielen beschriebene Einzelmerkmale auch auf andere Weise miteinander kombi nierbar, ohne den Gegenstand der Erfindung zu verlassen.

Bezugszeichenliste

2 Industrieanlage

4 Stromversorgung 6 Aktor

8 Leitung

10 Leistungsschalter

12 Schutzschalter

14 Überstromschutzorgan 16 Erfassungsvorrichtung

18 Betätigungsvorrichtung 20 zweite Stromschiene

22 Querrichtung

24 elektrisches Schaltsystem 26 Längsrichtung

28 erster Gegenkontakt

30 zweiter Gegenkontakt

32 zweiter Stromanschluss

34 erste Stromschiene 36 erster Kontakt

38 zweiter Kontakt

40 Überlappbereich

42 erster Stromanschluss

44 Feder

46 Vorsprung