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Title:
ELECTROCHEMICAL TEXTILE-WASHING METHOD
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/117350
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a washing machine comprising electrochemical cells, to a method for electrochemically cleaning fibers, to detergents for electrochemically cleaning fibers, and to the fibers that are cleaned in this manner.

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Inventors:
GRIESBACH, Ulrich (Bodelschwinghweg 32, Mannheim, 68305, DE)
MAAS, Steffen (Dr.-Fritz-Bockins-Str.19, Bubenheim, 55270, DE)
STECKER, Florian (Lange Rötterstraße 61, Mannheim, 68167, DE)
FISCHER, Andreas (Theodor-Heuss-Str. 1, Heppenheim, 64646, DE)
Application Number:
EP2011/054542
Publication Date:
September 29, 2011
Filing Date:
March 24, 2011
Export Citation:
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Assignee:
BASF SE (67056 Ludwigshafen, DE)
GRIESBACH, Ulrich (Bodelschwinghweg 32, Mannheim, 68305, DE)
MAAS, Steffen (Dr.-Fritz-Bockins-Str.19, Bubenheim, 55270, DE)
STECKER, Florian (Lange Rötterstraße 61, Mannheim, 68167, DE)
FISCHER, Andreas (Theodor-Heuss-Str. 1, Heppenheim, 64646, DE)
International Classes:
D06F35/00; A47L15/00; C11D17/04; D06F39/02
Attorney, Agent or Firm:
BASF SE (67056 Ludwigshafen, DE)
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Claims:
Patentansprüche:

1 . Waschmaschine umfassend eine Elektrode und eine Regeleinheit, wobei während des Waschvorgangs eine Stromstärke von 0,02 bis 30 A an die Elektrode anlegbar ist.

2. Waschmaschine nach Anspruch 1 , bei der die Elektrode ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Bleielektrode, Diamantelektrode, Edelstahlelektrode, Platinelektrode und Zinnoxidelektrode.

3. Waschmaschine nach Anspruch 2, bei der die Elektrode eine Diamantelektrode ist.

4. Waschmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Elektrode eine wirksame Oberfläche von 0.5 bis 1000 cm2 hat.

5. Verfahren zum Reinigen von Fasern, bei dem in wässriger Lösung OH-Radikale und/oder H2O2 erzeugt werden, indem an eine Elektrode eine Stromstärke von 0,02 bis 30 A angelegt wird.

6. Verfahren nach Anspruch 5, bei dem die Elektrode eine Diamantelektrode mit einer wirksamen Oberfläche von 0,5 bis 1000 cm2 ist.

7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, bei dem neben den OH-Radikalen (bzw. Fol- geprodukten) mindestens eine Verbindung ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Builder, Tensid, Enzym zur Reinigung verwendet wird.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, das bei einer Temperatur bis 60 °C durchgeführt wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, mit einem Schmutzentfernungsgrad für bleichbare Anschmutzungen von mindestens 20 %.

10. Waschmittel enthaltend Bleichaktivator(en) und/oder Bleichkatalysator(en) und weniger als 1 Massen% Wasserstoffperoxid oder wasserstoffperoxidfreisetzende

Verbindungen.

1 1 . Waschmittel ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Voll-, Flüssig-, Color-, Wollwaschmittel.

12. Verfahren bei dem eine Waschmaschine gemäß Anspruch 1 bis 4 und Waschmittel gemäß Anspruch 10 oder 1 1 verwendet wird.

13. Faser, behandelt nach einem Verfahren gemäß Ansprüchen 5 bis 9 oder 12 oder in Kontakt gebracht mit einem Waschmittel gemäß Anspruch 10 oder 1 1 .

Kit of Parts umfassend eine Waschmaschine und eine am Wasserzulauf vor- schaltbare Elektrolysezelle. e-bleach-ball, umfassend eine stromnetzunabhängige Stromversorgung, eine Diamantanode und eine Kathode, die so angeordnet sind, dass die Elektroden mit dem Elektrolyten in Kontakt treten können, wenn sich der e-bleach-ball während des Waschvorganges in der Waschtrommel einer Waschmaschine befindet.

Description:
Elektrochemisches Textilwaschverfahren

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Waschmaschine mit elektrochemischer Zelle, ein Verfahren zur elektrochemischen Reinigung von Fasern, Waschmittel zur elektro- chemischen Reinigung von Fasern und die so gereinigten Fasern.

In den vergangenen Jahren ist das Bewusstsein der Bevölkerung für den Einfluss des Menschen auf die Umwelt stetig gewachsen. Die Vermeidung von schädlichen Abfällen ebenso wie Verfahren zur Reduzierung und Wiederaufbereitung (Recycling) stehen im Vordergrund und werden immer wichtiger. Ein großer Teil der Emissionen im privaten Bereich ist mit der Textilreinigung und -pflege verbunden, für die komplexe Waschmittelmischungen eingesetzt werden. Da einige Bestandteile dieser Waschmittel langfristig negative Auswirkungen auf die Umwelt haben können, steigt die Nachfrage nach Waschmitteln, die weniger umweltgefährdend sind. Die Reduktion der Inhaltsstoffe soll dabei jedoch nicht zu einer verminderten Waschleistung führen. Eine Lösung liegt in speziellen Waschmitteln für bestimmte Farben oder Fasern, was aber zu einer erhöhten Anzahl von Waschmitteln in den Haushalten führt und somit wenig verbraucherfreundlich ist. Alternativ kann die Funktionalität der Waschmaschinen erhöht werden.

Insbesondere die bleichaktiven Verbindungen stellen eine Herausforderung dar. Heutige Waschmittel enthalten Bleichkatalysatoren oder Bleichvorläufer und eine Peroxidquelle, so dass die Bleiche erst während des Waschvorgangs aktiviert wird.

Eine Herausforderung bei der Formulierung eines Waschmittels besteht darin, die empfindlichen Bestandteile des Waschmittels (z.B. Enzyme, Parfüme) vor den Bleichkomponenten zu schützen. Eine Möglichkeit dazu besteht darin, die empfindlichen Bestandteile durch Verkapse- lung vor dem Einfluss der Bleiche zu schützen. Besonders schwierig gestaltet sich dies in Flüssigwaschmitteln, wo das Reaktionsmedium Wasser bereits in der Formulierung zur Verfügung steht. Eine Trennung von Bleichkomponenten und empfindlichen Substanzen gelingt hier oft nur mit Hilfe von Vorratsbehältern, die aufwändig gestaltete und wenig benutzerfreundliche Mehrkammersysteme aufweisen. Ferner muss gewährleistet werden, dass die Bleiche ausschließlich während des Waschvorgangs und nicht schon vorher gebildet wird, da bleichaktive Substanzen, wie z. B. Wasserstoffperoxid unter den typischerweise vorliegenden alkalischen Bedingungen instabil sind und sich unter Gasbildung zersetzen. Weiterhin sind viele in Pulverwaschmitteln eingesetzte Bleichkomponenten in Flüssigwaschmitteln nicht ausreichend löslich.

Eine Möglichkeit, die beschriebenen Einschränkungen zu überkommen, stellt die in situ Generierung von bleichaktiven Substanzen in der Waschmaschine dar. Es ist bekannt, dass Wasserstoffperoxid durch Elektrolyse gebildet werden (US 6,387,238) und mit TAED (Tetraacetylethylendiamin) zu Peressigsäure, bekanntermaßen eine bleichaktive Verbindung, umgesetzt werden kann. In US 2002/0,166,177 ist eine Waschmaschine beschrieben, die mit einer Einheit zur Peroxiderzeugung ausgestattet ist. In EP 1 739 207 wird eine Elektrolyseeinheit zur in situ Erzeugung von Peroxid und die Anwendung im Bereich der Textilbleiche beansprucht. Die Verwendung von Diamantelektroden in geteilten Zellen in Verbindung mit Textilwäsche ist in JP 2003 211 104 beschrieben. Die Diamantelektroden dienen in diesem Fall der elektrochemischen Behandlung des Waschwassers am Ende des Waschcyclus im Sinne einer Abwasseraufbereitung (TOC-Abbau). In einem weiteren Aspekt wird durch Elektrolyse saures (Anolyt) und basisches (Katholyt) Wasser gebildet, um durch sequentielle und wiederholte Verwendung dieser Waschlösungen ein besseres Waschergebnis zu erzielen.

Alle Systeme basieren jedoch auf einer geteilten Elektrolysezelle. Eine geteilte Elektrolysezelle erfordert neben einer Membran auch zusätzliche Behälter und Pumpen, um die verschiedenen Kreisläufe (Anolyt und Katholyt) von einander getrennt betreiben zu können. Die Materialflüsse durch Permeation und Elektroosmose, d.h. durch Transport von Lösemittelmolekülen, die als Solvathülle und durch einen Reibungseffekt mit den Ionen durch die Membran hindurchgeschleppt werden, müssen entsprechend ausgeglichen werden. An Stellen mit hoher Strömungsgeschwindigkeit kann die Membran erodieren, beim Auftreten lokal erhöhter Stromdichten durch„hot spots" sogar zerstört werden. Ein direkter Kontakt der (flexiblen) Membranen mit den Elektroden, insbesondere der Anode, ist auf Dauer schädlich und muss durch technische Maßnahmen verhindert werden. Nach Montage dürfen die Membranen nicht mehr eintrocknen, da sich u. a. Risse bilden können. Sofern schwerlösliche Salze in dem Elektrolyten (Wasch- wasser, Waschflotte) enthalten sind, können unter Umständen die freien Säuren oder Basen in der Membran auskristallisieren und so zu Löchern und Rissen führen. Aufgrund der zunehmenden Komplexität des Systems steigen somit nicht nur der Anschaffungspreis (Investition) für den Endverbraucher, sondern auch die Wartungskosten sowie der Energieverbrauch durch die zusätzlichen Pumpen, Bauteile und Steuerein- heiten. Eine technische Realisierung der häufig genutzten Gasdiffusionselektroden im privaten Bereich und die häufig sehr begrenzte Lebensdauer der Membranen (Gefahr von Haarrissen, Verlust der Permselektivität) stehen einer großen Verbreitung der Systeme entgegen. Außerdem verbraucht die häufig eingesetzte Gasdiffusionselektrode Sauerstoff für die Generierung von Wasserstoffperoxid. Sauerstoff verfügt jedoch nur über eine begrenzte Löslichkeit in Wasser (speziell bei erhöhter Temperatur) und muss durch Einbringen von Luft permanent nachgeliefert werden. Tensidhaltige Waschlösungen neigen zum Schäumen, was durch zusätzliches Einblasen von Luft noch verstärkt wird und die Maschine schädigen kann. Die Verwendung von Diamantelektroden im Kontext einer Bleichaktivierung ist hingegen bisher nicht beschrieben. Bor-dotierte Diamantelektroden werden bisher üblicherweise in der Abwasserbehandlung eingesetzt (TOC Abbau), wo die aggressiven OH- Radikale, die an dieser Elektrode gebildet werden, organisches Material attackieren und bis zu C0 2 oxidieren. Beim Einsatz in Textilwaschmaschinen sind somit erhebliche Färb- und Faserschädigung zu erwarten gewesen. Grundsätzlich werden elektrochemische Verfahren in einer Reihe von Anwendungen eingesetzt. Am häufigsten sind Anwendungen, in denen gezielt einzelne chemische Stoffe in andere umgesetzt werden. Auf elektrochemischem Wege können z. B. Bindungsspaltungen, Dimerisierungen, Kupplungen usw. durchgeführt werden. Im Bereich der Textilwäsche sind elektrochemische Verfahren bisher nicht kommerziell zum Einsatz gekommen. Dies liegt unter anderem daran, dass nicht alle apparativ notwendigen Parameter erforscht sind, bisher Schwermetallelektroden verwendet wurden, die stets zu einem Schwermetalleintrag in die Waschflotte führen und daran, dass bisher keine für derartige Waschprozesse gezielt entwickelten Waschmittelformulierungen existieren.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein System zur Reinigung von Fasern - und insbesondere Textilien - bereitzustellen, das die technischen Voraussetzungen ebenso erfüllt, wie die chemischen.

Dies ist überraschend gelungen durch die Waschmaschine gemäß Ansprüchen 1 bis 4, das Verfahren gemäß Ansprüchen 5 bis 9, das Waschmittel gemäß Anspruch 10 sowie die Fasern gemäß Anspruch 11, denn es wurde überraschend gefunden, dass

Bor-dotierte Diamantelektroden für die Textilbleiche eingesetzt werden können, obwohl bei diesen üblicherweise in der Abwasserbehandlung (TOC Abbau) Verwendung findenden Elektroden mit erheblicher Färb- und Faserschädigung zu rechnen war, eine Vorelektrolyse des Wassers (vor der Zugabe von Waschmittel, Bleichaktivator und Textilgewebe) zur Bleichaktivierung ausreichend ist, so dass auf diese Weise der Energieverbrauch erheblich verringert werden kann (10 min Vorelektrolyse gegenüber 30 min - 60 min Dauerelektrolyse während des Waschvorgangs), wobei zudem empfindliche Bestandteile von Waschmittel und Kleidung nicht unnötig den Elektroden / OH Radikalen ausgesetzt werden müssen,

eine Integration einer Elektrolyse-Zelle in den externen Wasserzulauf möglich ist, die elektrochemische Bleichaktivierung auch mit Flüssigwaschmitteln kombinierbar ist, eine ungeteilte Zelle verwendet werden kann, die in ihrem Aufbau sehr einfach und wartungsarm und somit gegenüber geteilten Zellen sehr günstig ist, wobei auch keine zusätzlichen Behälter, Pumpen, Membranen etc notwendig sind,

auch bei niedrigen Waschtemperaturen (< 40 °C) gute Bleichergebnisse erzielt werden können und

der Einsatz der Elektrode in der Waschmaschine hygienische Vorteile hat. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist danach eine Waschmaschine umfassend eine Elektrode und eine Regeleinheit, wobei während des Waschvorgangs eine Stromstärke von 0,02 bis 30 A an die Elektrode anlegbar ist. Bevorzugt ist dabei eine Waschmaschine, bei der die anlegbare Stromstärke im Bereich von 0,1 bis 16 A und besonders bevorzugt 0,3 bis 10 A liegt.

Und es ist eine Waschmaschine bevorzugt, bei der die Stromstärke während des Befüll- und/oder Waschvorgangs angelegt wird.

Die Stromstärke kann dabei über die Zeit variieren. Erfindungsgemäße bevorzugte Ausführungsformen weisen eine konstante Stromstärke oder einen variablen Verlauf der Stromstärke auf. Die Art der Waschmaschine umfasst dabei alle Arten von Waschmaschinen, d.h. sowohl Waschmaschinen für den Haushalt als auch Waschmaschinen für die industrielle Faser- und insbesondere Textilreinigung. Waschmaschinen sind vielfach beschrieben, z. B. in EP 2 098 627 und EP 2 098 628. Als Elektrodenmaterialien, insbesondere als Anodenmaterialien, in der elektrochemischen Zelle verwendet man vorzugsweise Materialien, mit denen man eine hohe Sauerstoffüberspannung erreichen kann, beispielsweise Edelmetalle wie Platin oder Metalloxide wie Ruthenium-, Chrom- oder Bleioxid oder Mischoxide des Typs RuO x TiO x oder an sich bekannte dimensionsstabile Anoden (DSA) oder Diamantelektroden.

Vorzugsweise ist die Elektrode ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Graphitelektrode, Diamantelektrode, Stahlelektrode, und Platinelektrode.

Diamantelektroden sind bevorzugt. Sie entstehen in dem man auf ein Trägermaterial ein oder mehrere Diamantschichten aufbringt. Als mögliche Trägermaterialien eignen sich Niob, Silizium, Wolfram, Titan, Siliziumcarbid, Tantal, Graphit oder keramische Träger wie Titansuboxid. Bevorzugt für das erfindungsgemäße Verfahren ist jedoch ein Träger aus Niob, Titan oder Silizium, ganz besonders bevorzugt ist ein Träger aus Niob, wenn eine Diamantelektrode eingesetzt wird.

Bevorzugt ist die Anode eine Diamantelektrode, wobei die Diamantelektrode auch noch mit weiteren Elementen dotiert sein kann. Als Dotierungselemente sind Bor und Stickstoff bevorzugt. Ganz besonders bevorzugt ist das erfindungsgemäße Verfahren mit einer bordotierten Diamantelektrode (BDD-Elektrode) als Anode.

Für die Elektrolyse können dabei jegliche dem Fachmann bekannte Elektrolysezellen aus den genannten Elektroden eingesetzt werden - wie geteilte oder ungeteilte Durch- flusszelle, Kapillarspaltzelle oder Plattenstapelzelle. Besonders bevorzugt ist die ungeteilte Durchflusszelle. Zur Erzielung optimaler Raum-Zeit-Ausbeuten ist eine bipolare Anordnung mehrerer Elektroden vorteilhaft. Es wurde nun weiter gefunden, dass sich Diamantelektroden unter den Bedingungen der Faser- und insbesondere der Textilwäsche ähnlich wie Schwermetallelektroden verhalten.

Vorteilhaft an dem erfindungsgemäßen Verfahren ist daher, dass keine Metallionen in den Elektrolyten (also die Waschflotte) und somit die Umwelt gelangen, da bei der Korrosion der Diamantschicht der BDD-Elektrode keine Schwermetallionen entstehen können.

Es können Diamantelektroden eingesetzt werden, die nach dem CVD-Verfahren (che- mical vapour deposition) hergestellt worden sind. Solche Elektroden sind kommerziell verfügbar wie zum Beispiel bei Hersteller: Condias, Itzehoe (Deutschland) bzw. Ada- mant Technologies, La-Chaux-de-Fonds (Schweiz).

Preisgünstigere Diamantelektroden, die nach dem HTHP-Verfahren (high temperature high pressure: Industriediamantpulver wird mechanisch in die Oberfläche eines Trägerbleches eingebracht) hergestellt wurden, sind ebenso geeignet.

HTHP-BDD-Elektroden sind kommerziell von pro aqua, Niklasdorf (Österreich) erhältlich, ihre Eigenschaften werden von A Cieciwa, R. Wüthrich und Ch. Comninellis in Electrochem. Commun. 8 (2006) 375-382 beschrieben.

Vom Elektrodentyp her bevorzugt ist daher eine Waschmaschine, bei der die Elektrode eine Diamantelektrode ist. Als Kathodenmaterialien kommen, sofern die Elektrodenpolarität nicht vertauscht werden soll, beispielsweise Eisen, Stahl, Edelstahl oder Nickel, ansonsten auch Edelmetalle wie Platin sowie Diamantelektroden in Betracht. Bevorzugt verwendet man aber bordotierte Diamantelektroden als Kathode. Für das erfindungsgemäße Verfahren ist die Kathode vorzugsweise eine Diamantelektrode. Diese Diamantelektrode enthält eine auf ein Trägermaterial aufgebrachte Diamantschicht, wobei das Trägermaterial ausgewählt ist aus Gruppe von Niob, Silizium, Wolfram, Titan, Siliziumcarbid, Tantal, Graphit oder keramische Trägern wie Titansuboxid. Besonders bevorzugt ist als Trägermaterial Niob oder Silizium. Die Diamant- schicht auf dem Träger kann noch mit weiteren Elementen dotiert sein. Bevorzugt sind bor- oder stickstoffdotierte Diamantelektroden. Besonders bevorzugt sind bordotierte Diamantelektroden. Ganz besonders bevorzugt ist die Kombination von bordotierter Diamantelektrode als Anode mit Stahl als Kathode, wobei insbesondere das Waschmaschinengehäuse aus Stahl als Kathode fungiert. Als Stahl wird dabei insbesondere Edelstahl verwendet.

In einer anderen bevorzugten Ausführungsform umfasst die Waschmaschine zwei Diamantelektroden, die als Anode und Kathode geschaltet sind.

Sind Anode(n) und Kathode(n) Diamantelektroden, so kann die Elektrolyse auch in Intervallen durchgeführt und ggf. die Polarität der Elektroden vertauscht werden (kurzzeitige Elektrolyse, Waschvorgang, kurzzeitige Elektrolyse, Waschvorgang, usw.). Ein Vorteil dieser Intervallschaltung ist, dass empfindliche Bestandteile des Waschmittels nur kurzzeitig einem möglichen Abbau an den Elektroden (in erster Linie durch OH Radikale) ausgesetzt wären.

Vorteilhaft ist das erfindungsgemäße Verfahren, wenn die Polung bei der Diamantelektroden im Bereich von 0,1 bis 200 min oder von Waschgang zu Waschgang zu Vermeidung von Elektrodenbelägen (Fouling) vertauscht wird. Die einzelnen Elektroden haben eine bestimmte Größe, die einen Einfluss auf die Wirkung hat. Bevorzugt ist eine Waschmaschine, bei der die einzelne Elektrode eine wirksame Oberfläche von 0,5 bis 1000 cm 2 , vorzugsweise 1 bis 500 cm 2 und besonders bevorzugt 2 bis 100 cm 2 hat. Dabei bezieht sich die Elektrodengröße auf die Fläche der Einzelelektrode, die während der Elektrolyse als Anode geschaltet und der Kathode zugewandt ist. Befindet sich eine Anode zwischen zwei Kathoden, so ergibt sich die Elektrodengröße der Anode aus der Summe von Vorder- und Rückseite. Die wirksame Elektrodenfläche der Einzelelektrode ist die Elektrodenfläche der Anode, die während der Elektrolyse mit dem Elektrolyten in Kontakt kommt und der (den) Kathode(n) zugewandt ist.

Sind zwei Elektroden so geschaltet, dass sie im Wechsel als Anode oder als Kathode fungieren können, ergeben sich entsprechend doppelt so große Werte für die Gesamt- elektrodenfläche.

Die wirksamen Flächen der Anode(n) und Kathode(n) sind bevorzugt gleich groß, - dies ist besonders bevorzugt, wenn es sich sowohl bei Anode(n) als auch bei Kathode^) um Diamantelektroden handelt. Die Elektroden sind in einem bestimmten Abstand zueinander angeordnet. Bevorzugt ist dabei ein Abstand von 0.1-20 mm, bevorzugt 1-10 mm, besonders bevorzugt 2-5 mm Eine erfindungsgemäße Elektrolysezelle umfasst vorliegend ein Paar Elektroden, die vorzugsweise nicht durch eine Membran voneinander getrennt sind. Zur Optimierung der Raum-Zeit-Ausbeuten ist eine bipolare Anordnung mehrerer Elektroden vorteilhaft. Innerhalb der Waschmaschine wird die Zelle im gefluteten Bereich des Waschbottichs, vorzugsweise außerhalb der Waschtrommel eingebaut. Die Zelle kann aber auch in der Zulaufleitung innerhalb oder außerhalb der Waschmaschine angebracht werden. Die Zelle kann ein fest eingebauter Bestandteil der Waschmaschine oder ein separates Bauteil sein (z.B. im Frischwasserzulauf zwischen Wasserhahn und Waschmaschine oder als e-bleach-ball mit eigener Energieversorgung in der Trommel). Ein derartiges Kit of Parts umfassend eine Waschmaschine und eine am Wasserzulauf vorschaltbare Elektrolysezelle stellt einen weiteren Gegenstand der vorliegenden Erfindung dar. Eine weitere erfindungsgemäße Ausführungsform besteht darin, die Elektrolysezelle in einen zusätzlichen Wasserkreislauf innerhalb der Maschine zu integrieren.

Ein e-bleach-ball, umfassend eine stromnetzunabhängige Stromversorgung, eine Diamantanode und eine Kathode, die so angeordnet sind, dass die Elektroden mit dem Elektrolyten in Kontakt treten können, wenn sich der e-bleach-ball während des Waschvorganges in der Waschtrommel einer Waschmaschine befindet, stellt einen weiteren Gegenstand der vorliegenden Erfindung dar.

Weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Reinigen von Fasern, bei dem in wässriger Lösung OH-Radikale und H2O2 erzeugt werden, indem an eine Elektrode eine Stromstärke von 0,02 bis 30 A angelegt wird.

Für das erfindungsgemäße Verfahren wird ein Elektrolyt gewählt, der ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Wasser, Methanol und Ethanol. Besonders bevorzugt ist Wasser.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren liegt der pH-Wert im Bereich von 2 bis 13, bevorzugt von 3 bis 12, besonders bevorzugt im Bereich von 6 bis 11. Die Temperatur für das erfindungsgemäße Verfahren liegt im Bereich von 10 bis 95 °C, bevorzugt im Bereich von 15 bis 90°C, besonders bevorzugt im Bereich von 20 bis 60 °C und ganz besonders bevorzugt im Bereich von 25 bis 40 °C, wie z.B. 30 °C.

Weitere allgemeine Parameter eines solchen Verfahrens sind z.B. der EP 2 088 231 zu entnehmen.

Weiter bevorzugt ist ein Verfahren, bei dem die Elektrode eine Diamantelektrode mit einer wirksamen Oberfläche von 0,5 bis 1000 cm 2 , vorzugsweise von 1 bis 500 cm 2 und besonders bevorzugt von 2 bis 100 cm 2 ist.

Ein Verfahren, bei dem neben den OH-Radikalen (bzw. seinen Folgeprodukten wie Wasserstoffperoxid und Ozon) mindestens eine Verbindung ausgewählt aus der Grup- pe bestehend aus Builder, Tensid, Enzym zur Reinigung verwendet wird, stellt eine bevorzugte Variante dar.

Diese sind vorzugsweise in dem erfindungsgemäßen Waschmittel enthalten. Nichtab- schließende Beispiele für Builder, Tenside und Enzyme sind dort aufgeführt.

Weiterhin ist ein Verfahren bevorzugt, das bei einer Temperatur bis 60 °C, vorzugsweise bis 40 °C besonders bevorzugt bis 30 °C durchgeführt wird. Ein Verfahren wie oben beschrieben mit einem Schmutzentfernungsgrad für bleichbare Anschmutzungen (z.B. Tee) von mindestens 20 % stellt einen weiteren Gegenstand der vorliegenden Erfindung dar.

Der Schmutzentfernungsgrad wird folgendermaßen bestimmt:

Die Bestimmung erfolgt, indem ein weißes Baumwoll-Testgewebe zunächst angeschmutzt wird und vor und nach Durchführung des Verfahrens, also vor und nach der Wäsche, einer Reflexionsmessung bei 460 nm unterzogen wird. Die Schmutzentfernung wird aus den Remissionswerten R vor und nach Durchführung des Verfahrens sowie dem Remissionswert eines weißen Referenz-Baumwollgewebes gemäß der fol- genden Formel in % ermittelt:

R (nach der Wäsche) - R (vor der Wäsche)

Schmutzentfernungsgrad [%] = x 100

R (weiße Baumwolle) - R (vor der Wäsche)

Alle Wäschen werden dabei zwei Mal durchgeführt und es wird dann der Mittelwert gebildet.

Die Remissionsmessungen werden mit einem Spectrophotometer der Marke Gretag Macbeth, Typ Spectrolino unter den folgenden Bedingungen durchgeführt: Beobachterwinkel 10°, Lichtart D65, UV-Filter. Ein Waschmittel, insbesondere ein Vollwaschmittel, enthaltend Bleichaktivator(en) und/oder Bleichkatalysator(en) und weniger als 1 Massen% Wasserstoffperoxid oder wasserstoffperoxidfreisetzende Verbindungen ist ein weiterer Bestandteil der vorliegenden Erfindung. Ebenso ist ein Flüssigwaschmittel enthaltend Bleichaktivator(en) und/oder Bleichkata- lysator(en) Gegenstand der vorliegenden Erfindung. Das Flüssigwaschmittel enthält dabei den Bleichaktivator in einer Menge von mindestens 0,01 bis 10 Massen%, vorzugsweise von 0,1 bis 5 Massen%, besonders bevorzugt von 0,5 bis 3 Massen%. Der Bleichaktivator ist dabei vorzugsweise ausgewählt aus den unten genannten geeigne- ten Bleichaktivatoren. Besonders bevorzugt ist der Bleichaktivator TAED. Vorwaschmittel (prespotter) enthaltend Bleichaktivator(en) und/oder Bleichkatalysa- tor(en)ist ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung. Das Vorwaschmittel enthält dabei den Bleichaktivator in einer Menge von mindestens 0,01 bis 50 Mas- sen%, vorzugsweise von 0,1 bis 30 Massen%, besonders bevorzugt von 0,5 bis 10 Massen%. Der Bleichaktivator ist dabei vorzugsweise ausgewählt aus den unten genannten geeigneten Bleichaktivatoren. Besonders bevorzugt ist der Bleichaktivator TAED.

Als Bleichaktivatoren eignen sich: polyacylierte Zucker, z. B. Pentaacetylglucose;

Acyloxybenzolsulfonsäuren und deren Alkali- und Erdalkalimetallsalze, z. B. Natri- um-p-isononanoyloxy-benzolsulfonat oder Natrium-p-benzoyloxyenzolsulfonat;

Acyloxybenzoesäuren und deren Alkali- und Erdalkalimetallsalze, z. B. Natrium-p- nonanoyloxy-benzoesäure oder Natrium-p- decanoyloxy-benzoesäure;

Ν,Ν-diacylierte und Ν,Ν,Ν',Ν'-tetraacylierte Amine, z. B. Ν,Ν,Ν',Ν'-Tetra-acetyl- methylendiamin und -ethylendiamin (TAED), Ν,Ν-Diacetylanilin, N,N-Diacetyl-p- toluidin oder 1 ,3-diacylierte Hydantoine wie 1,3-Diacetyl-5,5-dimethylhydantoin;

N-Alkyl-N-sulfonyl-carbonamide, z. B. N-Methyl-N-mesyl-acetamid oder N-Methyl- N-mesylbenzamid;

N-acylierte cyclische Hydrazide, acylierte Triazole oder Urazole, z. B. Monoacetyl- maleinsäurehydrazid;

Ο,Ν,Ν-trisubstituierte Hydroxylamine, z. B. O-Benzoyl-N.N-succinylhydroxylamin, O-Acetyl-N.N-succinyl-hydroxylamin oder Ο,Ν,Ν-Triacetylhydroxylamin;

Ν,Ν'-Diacyl-sulfurylamide, z. B. N,N'-Dimethyl-N,N'-diacetylsulfurylamid oder Ν,Ν'- Diethyl-N.N'-dipropionyl-sulfurylamid;

Triacylcyanurate, z.B. Triacetylcyanurat oder Tribenzoylcyanurat;

Carbonsäureanhydride, z. B. Benzoesäureanhydrid, m-Chlorbenzoesäureanhydrid oder Phthalsäureanhyrid;

1 ,3-Diacyl-4,5-diacyloxy-imidazoline, z. B. 1 ,3-Diacetyl-4,5-diacetoxyimidazolin; Tetraacetylglycoluril und Tetrapropionylglycoluril; diacylierte 2,5-Diketopiperazine, z. B. 1 ,4-Diacetyl-2,5-diketopiperazin;

Acylierungsprodukte von Propylendiharnstoff und 2,2-Dimethylpropylendiharn- stoff, z. B. Tetraacetylpropylendiharnstoff; α-Acyloxy-polyacyl-malonamide, z. B. a-Acetoxy-N.N'-diacetylmalon-amid;

Diacyl-dioxohexahydro-1,3,5-triazine, z. B. 1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro- 1 ,3,5-triazin;

Ammoniumnitrile, z.B. N-Methylmorpholiniumacetonitril-Hydrogensulfat oder Tri- methylammoniumacetonitril-Hydrogensulfat;

Benz-(4H)1,3-oxazin-4-one mit Alkylresten, z. B. Methyl, oder aromatischen Resten z.B. Phenyl, in der 2-Position. Das erfindungsgemäße Waschmittel kann gegebenenfalls noch Bleichkatalysatoren enthalten. Geeignete Bleichkatalysatoren sind beispielsweise quaternierte Imine und Sulfonimine, die beispielsweise beschrieben sind in US-A 5 360 569 und EP-A 0 453 003. Besonders wirksame Bleichkatalysatoren sind Mangankomplexe, die beispielsweise in der WO-A 94/21777 beschrieben sind. Solche Verbindungen werden im Falle ihres Einsatzes in Waschmitteln höchstens in Mengen bis 1,5 Gew.-%, insbesondere bis 0,5 % Gew.-% eingearbeitet. Weitere geeignete Metallkatalysatoren werden beispielsweise in Angew. Chem. 2006, 118, 212-229 genannt.

Für die bessere Leitfähigkeit des Grundelektrolyten können während des Verfahrens und am einfachsten als Bestandteil des Waschmittels Leitsalze hinzugefügt werden. Als Leitsalze können z. B. quartäre, bevorzugt bisquartäre Ammoniumsalze eingesetzt werden. Besonders bevorzugt sind die Leitsalze ausgewählt aus der Gruppe der bis- N,N'-(tri Cr bis Cs-AlkylJ-substituierten Tri-, Tetra-, Penta-, Hexa- etc. - methylendiammoniumsalze wie Hexamethylenbis-(dibutylethylammonium)-phosphat oder -hydroxid. Ganz besonders bevorzugt werden Hexamethylen- bis(dibutylethylammonium)phosphat oder -hydroxid als Leitsalz eingesetzt. Gegebenenfalls setzt man dem Elektrolyten, bevorzugt durch Zusatz zu dem erfindungsgemäßen Waschmittel, auch noch bestimmte Additive, wie EDTA oder Triethanolamin zu, um die kathodische Abscheidung von Eisen zu unterbinden, welche einen nachteiligen Effekt auf die angestrebte hohe Wasserstoffüberspannung der Kathode hätte. Als Anodenkorrosionsinhibitoren können Borate wie Dinatriumdiborat oder Orthoborsäure zugesetzt werden. Builder

Geeignete anorganische Builder (Α') sind vor allem kristalline oder amorphe Alumosili- cate mit ionenaustauschenden Eigenschaften wie insbesondere Zeolithe. Verschiedene Typen von Zeolithen sind geeignet, insbesondere Zeolithe A, X, B, P, MAP und HS in ihrer Na-Form oder in Formen, in denen Na teilweise gegen andere Kationen wie Li, K, Ca, Mg oder Ammonium ausgetauscht ist. Geeignete Zeolithe sind beispielsweise beschrieben in EP-A 0 038 591 , EP-A 0 021 491 , EP-A 0 087 035, US-A 4,604,224, GB-A 2 013 259, EP-A 0 522 726, EP-A 0 384 070 und WO-A 94/24251.

Geeignete kristalline Silicate (Α') sind beispielsweise Disilicate oder Schichtsilicate, z. B. SKS-6 (Hersteller: Hoechst). Die Silicate können in Form ihrer Alkalimetall-, Erdalkalimetall- oder Ammoniumsalze eingesetzt werden, vorzugsweise als Na-, Li- und Mg- Silicate.

Amorphe Silicate wie beispielsweise Natriummetasilicat, welches eine polymere Struktur aufweist, oder Britesil ® H20 (Hersteller: Akzo) sind ebenfalls verwendbar. Geeignete anorganische Buildersubstanzen auf Carbonat-Basis sind Carbonate und Hydrogencarbonate. Diese können in Form ihrer Alkalimetall-, Erdalkalimetall oder Ammoniumsalze eingesetzt werden. Vorzugsweise werden Na, Li- und Mg-Carbonate bzw. -Hydrogencarbonate, insbesondere Natriumcarbonat und/oder Natriumhydrogen- carbonat, eingesetzt.

Übliche Phosphate als anorganische Builder sind Polyphosphate wie z. B. Pentanatri- umtriphosphat.

Die genannten Komponenten (Α') können einzeln oder in Mischungen untereinander eingesetzt werden. Von besonderem Interesse ist als anorganische Builder-

Komponente eine Mischung aus Alumosilicaten und Carbonaten, insbesondere aus Zeolithen, vor allem Zeolith A, und Alkalimetallcarbonaten, vor allem Natriumcarbonat, im Gew. -Verhältnis von 98 : 2 bis 20 : 80, insbesondere von 85 : 15 bis 40 : 60. Neben dieser Mischung können noch andere Komponenten (Α') vorliegen.

In einer bevorzugten Ausführungsform enthält das erfindungsgemäße Waschmittel 0,1 bis 20 Gew.-%. insbesondere 1 bis 12 Gew.-% organische Cobuilder (Β') in Form von niedermolekularen, oligomeren oder polymeren Carbonsäuren, insbesondere Polycar- bonsäuren, oder Phosphonsäuren oder deren Salzen, insbesondere Na- oder K- Salzen. Geeignete niedermolekulare Carbonsäuren oder Phosphonsäuren für (Β') sind beispielsweise:

C4-C 2 o-Di-, -Tri- und -Tetracarbonsäuren wie z.B. Bernsteinsäure, Propantricarbonsäure, Butantetracarbonsäure, Cyclopentantetracarbonsäure und Alkyl- und Alkenylbern- steinsäuren mit C2-Ci6-Alkyl- bzw. -Alkenyl-Resten;

C4-C2o-Hydroxycarbonsäuren wie z.B. Äpfelsäure, Weinsäure, Gluconsäure, Glutarsäure, Citronensäure, Lactobionsäure und Saccharosemono-, -di- und -tricarbonsäure;

Aminopolycarbonsäuren wie z.B. Nitrilotriessigsäure, ß-Alanindiessigsäure, Ethylendi- amintetraessigsäure, Serindiessigsäure, Isoserindiessigsäure, Methylglycindiessigsäure und Alkylethylendiamintriacetate; Salze von Phosphonsäuren wie z.B. Hydroxyethandiphosphonsäure.

Geeignete oligomere oder polymere Carbonsäuren für (Β') sind beispielsweise:

Oligomaleinsäuren, wie sie beispielsweise in EP-A 451 508 und EP-A 396 303 beschrie- ben sind;

Co- und Terpolymere ungesättigter C 4 -C8-Dicarbonsäuren, wobei als Comonomere monoethylenisch ungesättigte Monomere aus der Gruppe (i) in Mengen von bis zu 95 Gew.-%,

aus der Gruppe (ii) in Mengen von bis zu 60 Gew.-% und

aus der Gruppe (iii) in Mengen von bis zu 20 Gew.-% einpolymerisiert sein können.

Als ungesättigte C 4 -C 8 -Dicarbonsäuren sind hierbei beispielsweise Maleinsäure, Fumarsäure, Itaconsäure und Citraconsäure geeignet. Bevorzugt ist Maleinsäure.

Die Gruppe (i) umfasst monoethylenisch ungesättigte C3-Ce-Monocarbonsäuren wie z.B. Acrylsäure, Methacrylsäure, Crotonsäure und Vinylessigsäure. Bevorzugt werden aus der Gruppe (i) Acrylsäure und Methacrylsäure eingesetzt.

Die Gruppe (ii) umfasst monoethylenisch ungesättigte C 2 -C22-Olefine, Vinylalkylether mit Ci-Ce-Alkylgruppen, Styrol, Vinylester von Ci-Ce-Carbonsäuren, (Meth)acrylamid und Vinylpyrrolidon. Bevorzugt werden aus der Gruppe (ii) C 2 -C 6 -Olefine, Vinylalkylether mit Ci-C 4 -Alkylgruppen, Vinylacetat und Vinylpropionat eingesetzt. Die Gruppe (iii) umfasst (Meth)acr lester von d-Ce-Alkoholen, (Meth)acrylnitril,

(Meth)acr lamide von d-Cs-Aminen, N-Vinylformamid und Vinylimidazol.

Falls die Polymeren der Gruppe (ii) Vinylester einpolymerisiert enthalten, können diese auch teilweise oder vollständig zu Vinylalkohol-Struktureinheiten hydrolysiert vorliegen. Geeignete Co- und Terpolymere sind beispielsweise aus US-A 3 887 806 sowie DE-A 43 13 909 bekannt.

Als Copolymere von Dicarbonsäuren eignen sich für (Β') vorzugsweise:

Copolymere von Maleinsäure und Acrylsäure im Gewichtsverhältnis 10 : 90 bis 95 : 5, besonders bevorzugt solche im Gewichtsverhältnis 30 : 70 bis 90 : 10 mit Molmassen von 100.000 bis 150.000; Terpolymere aus Maleinsäure, Acrylsäure und einem Vinylester einer d-C3-Carbonsäure im Gewichtsverhältnis 10 (Maleinsäure) : 90 (Acrylsäure + Vinylester) bis 95 (Maleinsäure) : 10 (Acrylsäure + Vinylester), wobei das Gewichtsverhältnis von Acrylsäure zum Vinylester im Bereich von 30 : 70 bis 70 : 30 variieren kann; Copolymere von Maleinsäure mit C2-C8-Olefinen im Molverhältnis 40:60 bis 80:20, wobei Copolymere von Maleinsäure mit Ethylen, Propylen oder Isobuten im Molverhältnis 50:50 besonders bevorzugt sind.

Pfropfpolymere ungesättigter Carbonsäuren auf niedermolekulare Kohlenhydrate oder hydrierte Kohlenhydrate, vgl. US-A 5 227 446, DE-A 44 15 623 und DE-A 43 13 909, eignen sich ebenfalls als (Β').

Geeignete ungesättigte Carbonsäuren sind hierbei beispielsweise Maleinsäure, Fumarsäure, Itaconsäure, Citraconsäure, Acrylsäure, Methacrylsäure, Crotonsäure und Vinyl- essigsäure sowie Mischungen aus Acrylsäure und Maleinsäure, die in Mengen von 40 bis 95 Gew.-%, bezogen auf die zu pfropfende Komponente, aufgepfropft werden.

Zur Modifizierung können zusätzlich bis zu 30 Gew.-%, bezogen auf die zu pfropfende Komponente, weitere monoethylenisch ungesättigte Monomere einpolymerisiert vorlie- gen. Geeignete modifizierende Monomere sind die oben genannten Monomere der Gruppen (ii) und (iii).

Als Pfropfgrundlage sind abgebaute Polysaccharide wie z.B. saure oder enzymatisch abgebaute Stärken, Inuline oder Zellulose, Eiweißhydrolysate und reduzierte (hydrierte oder hydrierend aminierte) abgebaute Polysaccharide wie z.B. Mannit, Sorbit, Aminosor- bit und N-Alkylglucamin geeignet sowie auch Polyalkylenglycole mit Molmassen mit bis zu M w = 5.000 wie z.B. Polyethylenglycole, Ethylenoxid/Propylenoxid- bzw. Ethylen- oxid/Butylenoxid- bzw. Ethylenoxid/Propylenoxid/Butylenoxid-Blockcopolymere und alko- xylierte ein- oder mehrwertige CrC22-Alkohole, vgl. US-A 5 756 456.

Bevorzugt werden aus dieser Gruppe gepfropfte abgebaute bzw. abgebaute reduzierte Stärken und gepfropfte Polyethylenoxide eingesetzt, wobei 20 bis 80 Gew.-% Monomere, bezogen auf die Pfropfkomponente, bei der Pfropfpolymerisation eingesetzt werden. Zur Pfropfung wird vorzugsweise eine Mischung von Maleinsäure und Acrylsäure im Gewichtsverhältnis von 90 : 10 bis 10 : 90 eingesetzt. Als (Β') geeignete Polyglyoxylsäuren sind beispielsweise beschrieben in EP-B 001 004, US-A 5 399 286, DE-A 41 06 355 und EP-A 0 656 914. Die Endgruppen der Polyglyoxylsäuren können unterschiedliche Strukturen aufweisen.

Als (Β') geeignete Polyamidocarbonsäuren und modifizierte Polyamidocarbonsäuren sind beispielsweise bekannt aus EP-A 454 126, EP-B 511 037, WO-A 94/01486 und EP-A 581 452.

Als (Β') verwendet man insbesondere auch Polyasparaginsäuren oder Cokondensate der Asparaginsäure mit weiteren Aminosäuren, 0 4 -θ25-Μοηο- oder -Dicarbonsäuren und/oder C 4 -C25-Mono- oder -Diaminen. Besonders bevorzugt werden in phosphorhaltigen Säuren hergestellte, mit C6-C22-Mono- oder Dicarbonsäuren bzw. mit C6-C22-Mono- oder - Diaminen modifizierte Polyasparaginsäuren eingesetzt.

Als (Β') geeignete Kondensationsprodukte der Zitronensäure mit Hydroxycarbonsäuren oder Polyhydroxyverbindungen sind z.B. bekannt aus WO-A 93/22362 und WO-A

92/16493. Solche Carboxylgruppen enthaltende Kondensate haben üblicherweise Molmassen bis zu 10.000, vorzugsweise bis zu 5.000.

Als (Β') eignen sich weiterhin Ethylendiamindibernsteinsäure, Oxydibernsteinsäure, Aminopolycarboxylate, Aminopolyalkylenphosphonate und Polyglutamate.

Weiterhin können zusätzlich zur (Β') oxidierte Stärken als organische Cobuilder verwendet werden. Tenside

Geeignete anionische Tenside (C) sind beispielsweise Fettalkoholsulfate von Fettalkoholen mit 8 bis 22, vorzugsweise 10 bis 18 Kohlenstoffatomen, z. B. C 9 -Cn- Alkoholsulfate, Ci 2 -Ci4-Alkoholsulfate, Cetylsulfat, Myristylsulfat, Palmitylsulfat, Stea- rylsulfat und Talgfettalkoholsulfat. Weitere geeignete anionische Tenside sind Alkansulfonate wie C8-C24-, vorzugsweise Cio-Ci8-Alkansulfonate sowie Seifen wie beispielsweise die Na- und K-Salze von Ce- C24-Carbonsäuren. Weitere geeignete anionische Tenside sind Cg-C2o-linear-Alkylbenzolsulfonate (LAS) und -Alkyltoluolsulfonate.

Weiterhin eignen sich als anionische Tenside (C) noch Ce-C2 4 -Olefinsulfonate und - disulfonate, welche auch Gemische aus Alken- und Hydroxyalkansulfonaten bzw. - disulfonate darstellen können, Alkylestersulfonate, sulfonierte Polycarbonsäuren, Alkyl- glycerinsulfonate, Fettsäureglycerinestersulfonate, Alkylphenolpolyglykolethersulfate, Paraffinsulfonate mit ca. 20 bis ca. 50 C-Atomen (basierend auf aus natürlichen Quellen gewonnenem Paraffin oder Paraffingemischen), Alkylphosphate, Acylisethionate, Acyltaurate, Acylmethyltaurate, Alkylbernsteinsäuren, Alkenylbernsteinsäuren oder deren Halbester oder Halbamide, Alkylsulfobernsteinsäuren oder deren Amide, Mono- und Diester von Sulfobernsteinsäuren, Acylsarkosinate, sulfatierte Alkylpolyglucoside, Alkylpolyglykolcarboxylate sowie Hydroxyalkylsarkosinate.

Die anionischen Tenside werden dem Faser- und Textilbehandlungsmittel vorzugswei- se in Form von Salzen zugegeben. Geeignete Kationen in diesen Salzen sind Alkalimetallionen wie Natrium, Kalium und Lithium und Ammoniumsalze wie zum Beispiel Hydroxyethylammonium-, Di(hydroxyethyl)ammonium- und

Tri(hydroxyethyl)ammoniumsalze. Die Komponente (C) liegt in dem erfindungsgemäßen Faser- und Textilbehandlungsmittel vorzugsweise in einer Menge von 3 bis 30 Gew.-%, insbesondere 5 bis 20 Gew.- % vor. Werden Cg-Czo-Iinear-Alkylbenzolsulfonate (LAS) mitverwendet, kommen diese üblicherweise in einer Menge bis zu 25 Gew.-%, insbesondere bis zu 20 Gew.-%, zum Einsatz. Es kann nur eine Klasse an anionischen Tensiden allein eingesetzt werden, beispielsweise nur Fettalkoholsulfate oder nur Alkylbenzolsulfonate, man kann aber auch Mischungen aus verschiedenen Klassen verwenden, z. B. eine Mischung aus Fettalkoholsulfaten und Alkylbenzolsulfonaten. Innerhalb der einzelnen Klassen an anionischen Tensiden können auch Mischungen unterschiedlicher Species zum Einsatz gelangen.

Eine weitere Klasse geeigneter Tenside sind nichtionische Tenside D zu nennen, insbesondere Alkylphenolalkoxylate wie Alkylphenolethoxylate mit C6-Ci 4 -Alkylketten und 5 bis 30 mol Alkylenoxideinheiten. Eine andere Klasse nichtionischer Tenside sind Alkylpolyglucoside oder Hydroxyalkyl- polyglucoside mit 8 bis 22, vorzugsweise 10 bis 18 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette. Diese Verbindungen enthalten meist 1 bis 20, vorzugsweise 1 ,1 bis 5 Glucosideinhei- ten. Eine andere Klasse nichtionischer Tenside sind N-Alkylglucamide mit C6-C22- Alkylketten. Derartige Verbindungen erhält man beispielsweise durch Acylierung von reduzierend aminierten Zuckern mit entsprechenden langkettigen Carbonsäurederivaten.

Weiterhin eignen sich als nichtionische Tenside (D) noch Blockcopolymere aus Ethy- lenoxid, Propylenoxid und/oder Butylenoxid (Pluronic®)- und Tetronic®)-Marken der BASF), Polyhydroxy- oder Polyalkoxyfettsäurederivate wie Polyhydroxyfettsäureamide, N-Alkoxy- oder N-Aryloxy-polyhydroxyfettsäureamide, Fettsäureamidethoxylate, insbe- sondere endgruppenverschlossene, sowie Fettsäurealkanolamidalkoxylate.

Die Komponente (D) liegt in dem erfindungsgemäßen Faser- und Textilbehandlungs- mittel vorzugsweise in einer Menge von 1 bis 20 Gew.-%, insbesondere 3 bis 12 Gew.- % vor. Es kann nur eine Klasse an nichtionischen Tensiden allein eingesetzt werden, insbesondere nur alkoxylierte C8-C22-Alkohole, man kann aber auch Mischungen aus verschiedenen Klassen verwenden. Innerhalb der einzelnen Klassen an nichtionischen Tensiden können auch Mischungen unterschiedlicher Species zum Einsatz gelangen.

Da die Balance zwischen den genannten Tensidsorten von Bedeutung für die Wirk- samkeit der erfindungsgemäßen Faser- und Textilbehandlungsmittel ist, stehen anionische Tenside (C) und nichtionische Tenside (D) vorzugsweise im Gew.-Verhältnis von 95 : 5 bis 20 : 80, insbesondere von 80 : 20 bis 50 : 50. Hierbei sind auch die Tensid- bestandteile des erfindungsgemäßen Tensidgemisches zu berücksichtigen. Des Weiteren können auch kationische Tenside (E) in den erfindungsgemäßen Faserund Textilbehandlungsmitteln enthalten sein.

Als kationische Tenside eignen sich beispielsweise Ammoniumgruppen enthaltende grenzflächenaktive Verbindungen wie z.B. Alkyldimethylammoniumhalogenide und Verbindungen der allgemeinen Formel

RR'R"R" , N + X- in denen die Rest R bis R'" für Alkyl-, Arylreste, Alkylalkoxy-, Arylalkoxy-, Hydroxyal- kyl(alkoxy)-, Hydroxyaryl(alkoxy)-Gruppen stehen und X ein geeignetes Anion ist.

Die erfindungsgemäßen Faser- und Textilbehandlungsmittel können gegebenenfalls auch ampholytische Tenside (F) enthalten, wie z.B. aliphatische Derivate von sekundären oder tertiären Aminen, die in einer der Seitenketten eine anionische Gruppe enthal- ten, Alkyldimethylaminoxide oder Alkyl- oder Alkoxymethylaminoxide. Komponenten (E) und (F) können bis 25%, vorzugsweise 3-15 % in der Faser- und Textilbehandlungsmittel enthalten sein.

Enzyme

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält das erfindungsgemäße Faserund Textilbehandlungsmittel zusätzlich 0,05 bis 4 Gew.-% Enzyme (J). Vorzugsweise in Faser- und Textilbehandlungsmitteln eingesetzte Enzyme sind Proteasen, Amyla- sen, Lipasen und Cellulasen. Von den Enzymen werden vorzugsweise Mengen von 0,1 - 1 ,5 Gew.-%, insbesondere vorzugsweise 0,2 bis 1 ,0 Gew.-%, des konfektionierten Enzyms zugesetzt. Geeignete Proteasen sind z. B. Savinase und Esperase (Hersteller: Novo Nordisk). Eine geeignete Lipase ist z.B. Lipolase (Hersteller: Novo Nordisk). Eine geeignete Cellulase ist zum Beispiel Celluzym (Hersteller: Novo Nordisk). Auch die Verwendung von Peroxidasen zur Aktivierung des Bleichsystems ist möglich. Man kann einzelne Enzyme oder eine Kombination unterschiedlicher Enzyme einsetzen. Gegebenenfalls kann die erfindungsgemäße Textilwaschmittel-Formulierung noch Enzymstabilisatoren, z. B. Calciumpropionat, Natriumformiat oder Borsäuren oder deren Salze, und/oder Oxidationsverhinderer enthalten. Eine Faser, behandelt nach dem erfindungsgemäßen Verfahren oder in Kontakt gebracht mit einem erfindungsgemäßen Waschmittel stellt einen weiteren Gegenstand der vorliegenden Erfindung dar. Bei den Fasern kann es sich sowohl um natürliche als auch um synthetische Fasern handeln. Nichtabschließende Beispiele für natürliche Fasern sind: Baumwoll-, Woll-, Leinen- und Viskose. Fasern, nicht abschließende Bei- spiele für synthetische Fasern sind: Polypropen-, Polyamid-, Polyester-, Nylon-, Perlon- , Teflon®-, Lycra®-, Fasern.

Die Fasern sind vorzugsweise gewebt, gestrickt, gesponnen, gewirkt, geknüpft, geklöppelt.

Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden durch die den Gegenstand der Erfindung nicht einschränkenden Beispiele näher erläutert:

Beispiele:

Versuchsaufbau

1000 mL Doppelmantelgefäß aus Glas mit mechanischem Rührer (IKA Rührmotor mit Glasrührer und beweglichem PTFE Rührblatt) und Flüssigkreislauf (Iwaki Magnetpum- pe MD6-230GS01, 80-90 L / h) und einer Elektrolysezelle mit Bor-dotierten Diamantelektroden (Adamant miniDiaCell, Diamant auf Silizium, 12.5 cm 2 Elektrodenfläche). Die Testgewebe wurden bei Versuchsbeginn in das Doppelmantelgefäß eingebracht.

Abb. 1 : Schematische Darstellung der Versuchsapparatur

Zur Bewertung der Ergebnisse der elektrochemischen Bleiche wurden Referenzversuche mit einem Vergleichssystem aus Wasserstoffperoxid (H2O2) und Tetraacetyl- ethylendiamin (TAED) ohne Elektrolyse durchgeführt. Die gewählten Konzentrationsbereiche entsprechen denen von handelsüblichen Waschmitteln, in denen TAED der- zeit verbreitet Anwendung findet. Als Bezugssystem dient eine Mischung von H2O2 und TAED im Verhältnis 4 : 1 (mmol/L).

Für die Referenzversuche wurden Lösungen von H2O2 und TAED in VE-Wasser hergestellt und ohne Elektrolyse bei 40°C umgepumpt. Nach 30 Minuten wurden die Stoffproben entnommen, gründlich mit VE-Wasser gespült, unter Lichtausschluss getrock- net und die Remissionswerte als Maß für die Schmutzentfernung gemessen.

Die Waschflüssigkeit des Referenzversuches R 3 hat die folgende Zusammensetzung: 700 g VE-Wasser, 10 g NaHC0 3l 0.32 g H 2 0 2 -Lösung (30% H 2 0 2 in Wasser), 0.16 g TAED (4 : 1 mmol / L).

Die Waschflüssigkeit für die erfindungsgemäßen Versuche mit aktiver Elektrolyse hat typischerweise die folgende Zusammensetzung: 700 g VE-Wasser, 10 g NaHCC , 0.16 g TAED.

Die Möglichkeit der Kombination des erfindungsgemäßen Verfahrens mit handelüblichen Waschmitteln wurde beispielhaft anhand der folgenden Standardformulierungen getestet (wfk-Forschungsinstitut für Reinigungstechnologie e.V.):

- ECE98

- AATCC1993

Diese exemplarischen Waschmittel wurden in VE-Wasser wie folgt dosiert: 4.8 g/L Waschmittel, 0.67 g/L Natriumpercarbonat, 0,15 g/L TAED. Das Gesamtvolumen der Waschlösung beträgt, sofern nicht anders angegeben, 300 mL.

Die Schmutzentfernung wurde bestimmt, indem das Testgewebe vor und nach der Wäsche einer Reflexionsmessung bei 460 nm unterzogen wurde. Die Schmutz- bzw. Farbentfernung wurde aus den Remissionswerten R vor und nach der Wäsche sowie dem Remissionswert eines weißen Referenz-Baumwollgewebes gemäß der folgenden Formel in % ermittelt:

R (nach der Wäsche) - R (vor der Wäsche)

Schmutzentfernung [%] = x 100

R (weiße Baumwolle) - R (vor der Wäsche)

Alle Wäschen wurden 2 x durchgeführt. Die bei den Waschergebnissen in den Tabel- len aufgeführten Werte für die Schmutzentfernung entsprechen dem Durchschnitt der unter den gleichen Bedingungen erhaltenen Messwerte.

Die Remissionsmessungen wurden mit einem Spectrophotometer der Marke Gretag Macbeth, Typ Spectrolino unter den folgenden Bedingungen durchgeführt: Beobachterwinkel 10°, Lichtart D65, UV-Filter.

Referenzbeispiel R 1 und Beispiel 1

Referenzbeispiel R 1 beschreibt die Schmutzentfernung, die allein durch die Waschlösung (700 g VE-Wasser, 10 g NaHC0 3 ) erzielt wird. Dieser Versuch stellt eine Referenz zur Bestimmung der erzielten Schmutzentfernung dar.

Beispiel 1 beschreibt die Bleichwirkung, die durch Elektrolyse der Waschlösung (700 g VE-Wasser, 10 g NaHCOs) an Bor-dotierten Diamantelektroden ohne den Zusatz eines Bleichaktivators oder Bleichvorläufers wie z.B. TAED erzielt wird. Gegenüber dem Referenzversuch R 1 ist eine signifikante Steigerung der Schmutzentfernung zu beobachten.

Schmutzentfernung in % bei 40°C

(Remissionsmessung bei 460 nm)

Beispiel Elektrolysedauer 30 min

R 1 a 12

1 30 min b 26

a: 700 g VE-Wasser, 10 g NaHC0 3

b: 30 min Elektrolyse bei 1.2 A (700 g VE-Wasser, 10 g NaHCOa).

Tabelle 1 : Schmutzentfernung am Beispiel von Testgewebe EMPA 167 (Tee auf

Baumwolle).

Beispiel 2 bis 6: Beispiele 2 bis 6 zeigen die Schmutzentfernung (Testgewebe EMPA 167, Tee auf Baumwolle), die in Abhängigkeit von der Stromstärke unter Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens in Gegenwart des Bleichaktivators TAED erzielt wird.

Schmutzentfernung in % bei 40°C a

(Remissionsmessung bei 460 nm)

Beispiel Stromstärke Elektrolysedauer 30 min

2 0.06 A 29

3 0.12 A 47

4 0.6 A 49

5 1.2 A 59

6 6.0 A 67

a: Der verwendete Elektrolyt (Waschflüssigkeit) hat typischerweise die folgende Zusammensetzung: 700 g VE-Wasser, 10 g NaHC0 3 , 0.16 g TAED

Tabelle 2: Einfluss der Stromstärke auf die Schmutzentfernung (Tee auf Baumwolle, EMPA 167). Die Ergebnisse spiegeln den Einfluss der Stromstärke auf die Schmutzentfernung wider. Es wurde gefunden, dass mit zunehmender Stromstärke die erzielte Schmutzentfernung zunimmt.

Referenzbeispiele R 2 bis R 4:

Referenzbeispiele R 2 bis R 4 stellen die Ergebnisse der Bleiche mit einem System aus H2O2 und TAED in unterschiedlicher Zusammensetzung dar. So entspricht die Waschlösung mit einem Zusatz von H2O2 / TAED im Konzentrationsverhältnis 4 : 1 (mmol / 1) einer häufig in handelsüblichen Pulverwaschmitteln eingesetzten Zusammensetzung.

Schmutzentfernung in % bei 40°C

(Remissionsmessung bei 460 nm)

Beispiel H2O2/TAED [mmol/L] Versuchsdauer 30 min

R 2 8 / 1 72

R 3 4 /1 64

R 4 4 / 0.5 59

Tabelle 3: Einfluss der Zusammensetzung von H2O2 / TAED auf die Schmutzentfernung am Beispiel von Testgewebe EMPA 167 (Tee auf Baumwolle). Erwartungsgemäß wurde gefunden, dass durch eine Erhöhung der H2O2 Konzentration auf 8 / 1 (R 2) eine stärkere Schmutzentfernung erhalten wird, da die Bildung von Peressigsäure aus TAED begünstigt wird. Ebenso wurde gefunden, dass der Grad der Schmutzentfernung ebenfalls von der verfügbaren Menge TAED abhängt. So führt eine Halbierung der TAED Konzentration von 4 / 1 (R 3) auf 4 / 0.5 (R 4) zu einer Abnahme der Schmutzentfernung von 64% auf 59%.

Ein Vergleich der Schmutzentfernung durch die elektrochemische Bleichaktivierung mit den Ergebnissen der Referenzversuche zeigt, dass durch das elektrochemische Ver- fahren eine zum System H 2 0 2 / TAED 4 : 1 (mmol / 1) vergleichbare Schmutzentfernung erzielt werden kann (ca. 60 % Schmutzentfernung nach 30 Minuten bei 40 °C, siehe Bsp 5).

Beispiele 7 und 8:

Beispiele 7 und 8 beschreiben den Unterschied zwischen sequentieller Aufspaltung der beiden Schritte (Bsp. 7) und Parallelisierung von Elektrolyse und Reinigungsvorgang (Bsp. 8) auf das Ergebnis der Schmutzentfernung.

Schmutzentfernung in % bei 40°C

(Remissionsmessung bei 460 nm)

_ . . , Vorelektrolyse [min] / . ^ ^ Α Γ _ ^ ^

Beispiel _ 30 min nach TAED Zugabe

Elektrolyse [min]

~7 10 / 0 46

8 10 / 30 61

Tabelle 4: Einfluss der Elektrolysedauer auf die Schmutzentfernung (Testgewebe EM- PA 167).

Standardmäßig wurde während der gesamten Versuchsdauer die Waschlösung an den Elektroden bei 1.2 A vorbeigeführt und eine sehr gute Schmutzentfernung erzielt (Bsp. 5). Überraschenderweise wurde ebenfalls eine sehr gute Schmutzentfernung erzielt, wenn die Waschlösung vor Zugabe von TAED und Testgewebe für 10 Minuten bei 1.2 A umgepumpt wurde. Nach Ausschalten der Stromquelle wurden TAED und Testgewebe hinzugegeben und für 30 Minuten ohne weitere Stromaufgabe umgepumpt (Bsp. 7). Dieser Effekt ist sehr vorteilhaft, da eine sehr gute Schmutzentfernung mit einem geringeren Stromeintrag erreicht werden kann. Die Schmutzentfernung kann auf 61% gesteigert werden, wenn die Waschlösung vor Zugabe von TAED und Testgewebe für 10 Minuten bei 1.2 A umgepumpt und die Elektrolyse nach der Zugabe von TAED und Testgewebe für 30 Minuten fortgesetzt wird (Bsp. 8). Beispiele 9 bis 12 und Referenzbeispiele R 5 und R 6:

Beispiele 9 bis 12 sowie die Referenzbeispiele R 5 und R 6 beschreiben die Behandlung verschiedener Fleckenarten mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zur elektrochemischen Bleichaktivierung.

Die Ergebnisse zeigen, dass die erzielte Schmutzentfernung gegenüber verschiedenen Anschmutzungen erwartungsgemäß unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Vergleichsbeispiele R 5 und R 6 beschreiben jeweils die reine Waschwirkung in Abwesenheit von TAED und ohne Elektrolyse. Demnach wird sowohl gegenüber Rotwein (Bsp. 9 und 10) als auch gegenüber Heidelbeersaft (Bsp. 11 und 12) eine gute Schmutzentfernung durch das erfindungsgemäße Verfahren erreicht.

Schmutzentfernung in % bei 40°C

(Remissionsmessung bei 460 nm)

Versuchsdauer ab Zugabe von TAED bzw.

Beispiel Stromstärke [A]

Testgewebe: 30 min

9 1.2 3 55

10 1.2 b 64

R 5 c 39

a: 30 min Elektrolyse bei 1.2 A ohne Zugabe von TAED.

b: 10 min Vorelektrolyse bei 1.2 A, dann Zugabe von TAED (1 mmol/L bez. auf Gesamtvolumen der Waschlösung), 30 min Umpumpen ohne weitere Elektrolyse bei 40°C c : 30 min Umpumpen bei 40°C ohne Elektrolyse (700 g VE-Wasser, 10 g NaHC0 3 ) Tabelle 5: Schmutzentfernung am Beispiel von Testgewebe EMPA 114 (Rotwein auf Baumwolle).

Schmutzentfernung in % bei 40°C

(Remissionsmessung bei 460 nm)

Versuchsdauer ab Zugabe von

Beispiel Stromstärke [A]

TAED bzw. Testgewebe: 30 min

11 1.2 a 84

12 1.2 b 83

R 6 c 53

a: 30 min Elektrolyse bei 1 ,2 A ohne Zugabe von TAED.

: 10 min Vorelektrolyse bei 1 ,2 A, dann Zugabe von TAED (1 mmol/L bez. auf Ge- samtvolumen der Waschlösung), 30 min Umpumpen ohne weitere Elektrolyse bei 40°C c : 30 min Umpumpen bei 40°C ohne Elektrolyse (700 g VE-Wasser, 10 g NaHC0 3 ). Tabelle 6: Schmutzentfernung am Beispiel von Testgewebe WFK 10WB (Heidelbeere auf Baumwolle).

Beispiele 13 bis 26 und Referenzbeispiele R 7 bis R 20

Beispiele 13 - 26 sowie Referenzbeispiele R 7 - R 20 beschreiben die Behandlung verschiedener Textilfarben mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zur elektrochemischen Bleichaktivierung. Dazu wurde eine Lösung von 15.4 g Natriumhydrogen- carbonat in 1084 g VE-Wasser für 10 Minuten bei 40°C und 1,2 A elektrolysiert. Anschließend wurden 0.25 g TAED und die Farbmonitore zugegeben und 45 Minuten stromlos umgepumpt. Nach jedem Waschgang wurden die Farbmonitore kurz mit VE- Wasser abgespült und nach jeweils 5 Waschcyclen einer Remissionsmessung bei 460 nm unterzogen, um den Grad der Farbentfernung zu bestimmen. Insgesamt wurden pro Farbmonitor 15 Waschcyclen (3 x 5) durchgeführt. Wie in Tabelle 7 gezeigt, ist durch das erfindungsgemäße Verfahren im Rahmen der Messgenauigkeit überraschenderweise keine signifikante Farbschädigung festzustellen. Eine Ausnahme stellt das mit Sulphur Black 1 (AISE-1) eingefärbte Gewebe dar (Beispiel 13), welches bereits in einer Waschflotte ohne Bleichmittel und ohne Elektrolyse zum Abfärben bzw. Ausbluten des Farbstoffs neigt.

Tabelle 7: Untersuchungen zur Farbschädigung durch das erfindungsgemäße Verfahren anhand ausgewählter Farbmonitore nach 15 Waschcyclen.

Die Ergebnisse des erfindungsgemäßen Verfahrens wurden mit einem vereinfachten Referenzsystem verglichen. Für die Untersuchungen zur Farbentfernung ausgewählter Textilfarben wurden die Farbmonitore dazu in einem System aus 15.4 g Natriumhydro- gencarbonat, 1085 g VE-Wasser, 0.25 g TAED und 0.44 g Wasserstoffperoxid Lösung (30% H2O2 in Wasser) für 45 Minuten bei 40°C gerührt. Die Ergebnisse der Referenzversuche sind in Tabelle 8 zusammengefasst. Auch hier ist wie oben beschrieben im Fall des mit Sulphur Black 1 (AISE-1) eingefärbten Farbmonitors eine sehr starke Veränderung feststellbar (R 7). Der Vergleich der übrigen Daten zeigt, dass das Referenzsystem im Allgemeinen zu einer stärker ausgeprägten Farbschädigung führt als das erfindungsgemäße Verfahren.

Farbentfernung in %

Beispiel Farbmonitor 5 Waschcy- 10 Wasch- 15 Wasch- den cyclen cyclen

R7 AISE-1 9% 21 % 32%

R8 AISE-3 -4% -4% -4%

R9 AISE-5 -4% -5% -6%

R10 AISE-8 -1 % -1 % -1 %

R11 AISE-16 -1 % -1 % -1 %

R12 AISE-20 3% 5% 8%

R13 AISE-21 1 % 2% 3%

R14 AISE-22 3% 7% 11 %

R15 AISE-24 -26% -23% -22%

R16 AISE-26 4% 6% 8%

R17 AISE-27 -1 % 0% 0%

R18 AISE-29 0% 1 % 1 %

R19 AISE-33 0% 0% 0%

R20 AISE-39 0% 0% 0%

Tabelle 8: Untersuchungen zur Farbschädigung durch ein Referenzsystem anhand ausgewählter Farbmonitore nach 15 Waschcyclen.

Referenzbeispiele R 21 bis R 24

Referenzbeispiele 21 bis 24 zeigen die Schmutzentfernung (Testgewebe EMPA 167, Tee auf Baumwolle), die durch die Waschmittelformulierungen in Gegenwart bzw. Abwesenheit von Natriumpercarbonat und TAED bei 40°C innerhalb von 30 min erreicht wird. Die Schutzentfernung in Abwesenheit von Natriumpercarbonat und TAED zeigt somit die reine Waschwirkung, die nicht auf chemische Bleichvorgänge zurückzuführen ist (Referenzbeispiele 21 und 23).

Schmutzentfernung in % bei 40°C i

(Remissionsmessung bei 460 nm)

Beispiel Stromstärke Versuchsdauer ab Zugabe von

TAED bzw. Testgewebe: 30 min

R21 29 a

R22 51 b

R23 33 c

R24 50 d

a: ECE98 in VE-Wasser

b: ECE98 in VE-Wasser, Natriumpercarbonat, TAED

c: AATCC 1993 in VE-Wasser

d: AATCC1993 in VE-Wasser, Natriumpercarbonat, TAED

Tabelle 9: Einfluss der Waschmittelzusammensetzung auf die Schmutzentfernung (Tee auf Baumwolle, EMPA 167, 40°C). Beispiel 27 bis 30

Beispiele 27 bis 30 beschreiben das Ergebnis der sequentiellen Aufspaltung der beiden Schritte (Elektrolyse und Reinigungsvorgang) auf das Ergebnis der Schmutzentfernung. In den Beispielen 27 und 29 wurde die Lösung des jeweiligen Waschmittels vor Zugabe der Textiiproben einer 10 minütigen Vorelektrolyse unterzogen. Es zeigt sich, dass die Schmutzentfernung der reinen Waschmittellösungen nicht signifikant durch die Vorelektrolyse beeinfiusst wird (s. auch Referenzbeispiele R21 und R23). In den Beispielen 28 und 30 wurden nach einer 10 minütigen Vorelektrolyse der jeweiligen Waschlösung sowohl die Textiiproben als auch TAED hinzugegeben. Demnach wird bereits nach einer 10 minütigen Vorelektrolyse (bei 1.2 A) eine signifikante Steigerung der Schmutzentfernung gefunden. Das erfindungsgemäße Verfahren ist somit auch mit komplexen Waschmittelformulierungen kompatibel.

Schmutzentfernung in % bei 40°C

(Remissionsmessung bei 460 nm)

Vorelektrolyse [min] / Versuchsdauer ab Zugabe von

Beispiel

Stromstärke [A] TAED bzw. Testgewebe: 30 min

27 10 min / 1.2 A 28 a

28 10 min / 1.2 A 38 b

30 10 min / 1.2 A 35 d

a: ECE98 in VE-Wasser, 10 min Vorelektrolyse, dann Testgewebe Zugabe

b: ECE98 in VE-Wasser, 10 min Vorelektrolyse, dann TAED- und Testgewebe Zugabe c : AATCC1993 in VE-Wasser, 10 min Vorelektrolyse, dann Testgewebe Zugabe d : AATCC1993 in VE-Wasser, 10 min Vorelektrolyse, dann TAED- und Testgewebe Zugabe Tabelle 10: Schmutzentfernung durch Vorelektrolyse von Waschmittelformulierungen (Testgewebe EMPA 167).

Beispiel 31 bis 34

Beispiele 31 bis 34 beschreiben das Ergebnis der parallelen Ausführung der beiden Schritte (Elektrolyse und Reinigungsvorgang) auf das Ergebnis der Schmutzentfernung. In den Beispielen 31 und 33 wurde die Lösung des Waschmittels nach Zugabe der Textiiproben einer 30 minütigen Elektrolyse unterzogen. Es zeigt sich, dass die Schmutzentfernung der reinen Waschmittellösungen nur geringfügig durch die Dauerelektrolyse beeinfiusst wird (s. Referenzbeispiele R21 und R23 sowie Beispiele 27 und 29). Für die Beispiele 32 und 34 wurden sowohl Textiiproben als auch TAED zur

Waschmittellösung gegeben. Die erzielte Schmutzentfernung durch die Dauerelektrolyse (Beispiele 32 und 34) ist erwartungsgemäß geringfügig höher (s. Beispiel 28) oder vergleichbar (s. Beispiel 30) zu der durch kurzzeitige (aber energiesparende) Vorelektrolyse erzielten Schmutzentfernung. Das erfindungsgemäße Verfahren ist somit auch mit komplexen Waschmittelformulierungen kompatibel.

Schmutzentfernung in % bei 40°C

(Remissionsmessung bei 460 nm)

Elektrolyse [min] / Versuchsdauer ab Zugabe von

Beispiel Λ ,

Stromstarke [AI TAED bzw. Testgewebe: 30 min

31 30 min / 1.2 A 32 a

32 30 min / 1.2 A 42 b

33 30 min / 1.2 A 26 c

34 30 min / 1.2 A 34*

a: ECE98 in VE-Wasser, 30 min Elektrolyse nach Testgewebe Zugabe

b: ECE98 in VE-Wasser, 30 min Elektrolyse nach TAED und Testgewebe Zugabe c : AATCC1993 in VE-Wasser, 30 min Elektrolyse nach Testgewebe Zugabe d : AATCC1993 in VE-Wasser, 30 min Elektrolyse nach TAED und Testgewebe Zugabe Tabelle 1 1 : Schmutzentfernung durch Dauerelektrolyse von Waschmittelformulierungen (Testgewebe EMPA 167).