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Title:
ELECTROMAGNETICALLY SEALED DOOR FOR A MEASUREMENT CHAMBER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/023314
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a locking mechanism for an electromagnetically sealed measurement device, comprising a measurement chamber, a door (11) for closing the measurement chamber, and an electromagnetic seal (13) mounted to a door frame (12) of the measurement chamber. The door (11) is first linearly moved away from the measurement chamber and is then pivoted in a rotational movement. The locking mechanism according to the invention electromagnetically seals a measurement device when an electromagnetic seal is attached to a circumferential groove (15) in the door frame (12) of the measurement chamber, and when the door (11) has a circumferential rabbet (14) engaging with the groove (15) in the door frame (12).

Inventors:
HAMMER, Andreas (Eichenfeld 3, Tittling, 94104, DE)
BARTSCH, Alexander (Sankt-Härmann-Platz 9a, Spiegelau, 94518, DE)
MUHR, Hermann (Grub 9, Prackenbach, 94267, DE)
Application Number:
EP2010/005024
Publication Date:
March 03, 2011
Filing Date:
August 16, 2010
Export Citation:
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Assignee:
ROHDE & SCHWARZ GMBH & CO. KG (Mühldorfstr. 15, München, 81671, DE)
HAMMER, Andreas (Eichenfeld 3, Tittling, 94104, DE)
BARTSCH, Alexander (Sankt-Härmann-Platz 9a, Spiegelau, 94518, DE)
MUHR, Hermann (Grub 9, Prackenbach, 94267, DE)
International Classes:
E06B5/18; E05D15/10; E05D15/56; H05K9/00
Attorney, Agent or Firm:
KÖRFER, Thomas (Mitscherlich & Partner, Postfach 33 06 09, München, 80066, DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Verschlussmechanismus für eine elektromagnetisch abgedichtete Messeinrichtung (100) mit einer Messkammer (101), einer Tür (11) zum Schließen der Messkammer (101) sowie einer elektromagnetischen Dichtung (13)

dadurch gekennzeichnet,

dass die Tür (11) so angebracht ist, dass sie zuerst linear (16) von der Messkammer (101) wegbewegbar und danach in einer Rotationsbewegung (17) schwenkbar ist.

2. Verschlussmechanismus gemäß Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet,

dass die elektromagnetische Dichtung (13) in mindestens einer umfänglichen Nut (15) im Türrahmen (12) der

Messkammer (101) angebracht ist.

3. Verschlussmechanismus gemäß Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Tür (11) umfänglich mindestens einen Falz (14) aufweist, der in die mindestens eine Nut (15) im Türrahmen (12) eingreift, wobei die Tür (11) linear in Richtung senkrecht zur Ebene der Tür (11) bewegbar ist. 4. Verschlussmechanismus gemäß einem der Ansprüche 1 bis

3,

dadurch gekennzeichnet,

dass zumindest ein Führungszapfen (104) mit der Tür (11) form- oder Stoffschlüssig verbunden ist.

5. Verschlussmechanismus gemäß einem der Ansprüche 1 bis

4,

dadurch gekennzeichnet, dass die Tür (11) in einen Hilfsrahmen (103) eingebaut und die Tür (11) senkrecht zur Ebene der geschlossenen Tür

(II) im Hilfsrahmen (103) bewegbar ist. 6. Verschlussmechanismus gemäß Anspruch 5,

dadurch gekennzeichnet:,

dass der Hilfsrahmen (103) durch mehrere Drehscharniere

(III) mit einer Seitenwand (116) der Messkammer (101) schwenkbar verbunden ist.

7. Verschlussmechanismus gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6,

dadurch gekennzeichnet,

dass oberhalb und/oder unterhalb der Tür (11) ein erstes und ein zweites Führungssystem (109, 114) an der

Messkammer (101) angebracht ist.

8. Verschlussmechanismus gemäß Anspruch 7,

dadurch gekennzeichnet,

dass ein Führungssystem (109, 114) mindestens zwei

Schienenabschnitte (106, 108) umfasst, die an einem Ende über ein Koppelelement (107) beweglich miteinander

verbunden sind, und

dass die Schienenabschnitte (106, 108) am jeweils

entgegengesetzten Endbereich (105) einen Schrägschlitz (110) aufweisen.

9. Verschlussmechanismus gemäß Anspruch 8

dadurch gekennzeichnet,

dass das Koppelelement (107) beweglich gelagert ist und die Bewegung des Koppelelements (107) die mindestens zwei Schienenabschnitte (106, 108) parallel zur Tür (11) nach außen (125) führt.

10. Verschlussmechanismus gemäß Anspruch 8 oder 9,

dadurch gekennzeichnet,

dass mehrere Führungszapfen (104) in jeweils einen

Schrägschlitz (110) im Führungssystem (109, 114)

eingreifen und im Führungssystem (109, 114) linear in Richtung senkrecht (126) zur Tür (11) geführt sind.

11. Verschlussmechanismus gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Tür durch die lineare Bewegung zwischen 1 cm und 5 cm, bevorzugt zwischen 2 cm und 3 cm verschoben wird.

12. Verschlussmechanismus gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11,

dadurch gekennzeichnet,

dass die elektromagnetische Dichtung (13) als metallische Feder ausgebildet ist. 13. Verschlussmechanismus gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3,

dadurch gekennzeichnet,

dass ein Spezialscharnier (200), bestehend aus einer Scharnierplatte (202) und einem Scharnierarm (201), die Tür (11) mit einer Seitenwand (116) der Messeinrichtung (100) verbindet.

14. Verschlussmechanismus gemäß Anspruch 13,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Scharnierplatte einen Längsschlitz (205) und einen Drehschlitz (203) aufweist, in denen Scharnierzapfen (204, 206) des Scharnierarms (201) geführt sind, wobei der Drehschlitz (203) aus einem Längsabschnitt (208) und einem Bogenabschnitt (207) besteht.

Description:
ELEKTROMAGNETISCH DICHTE TÜR FÜR EINE MESSKAMMER

Die Erfindung betrifft einen Verschlussmechanismus für eine elektromagnetisch abgedichtete Messeinrichtung, die aus einer Messkammer, einer Tür zum Schließen der

Messkammer sowie einer elektromagnetischen Dichtung, die bevorzugt an einem Türrahmen der Messkammer angebracht ist, besteht.

Elektromagnetisch abgedichtete Messeinrichtungen werden häufig im technischen oder auch medizinischen Bereich verwendet, um elektromagnetische Eigenschaften ohne den Einfluss von umgebender Störstrahlung genau zu ermitteln. Zum Beispiel werden die Hochfrequenzeigenschaften von Mobilfunkendgeräten während der Entwicklung genau

charakterisiert, um Fehler oder Unregelmäßigkeiten in den entsprechenden Baugruppen frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

Eine solche Messkammer besteht aus einem metallischen Außengehäuse. Die Gehäusewand ist auf der Innenseite mit Absorbermaterial ausgekleidet um reflektierte Strahlung zu vermeiden. Ein zu prüfendes Gerät wird dabei über eine Tür in den Innenraum der Messkammer eingebracht. Eine solche Tür stellt eine potentielle Schwachstelle in der

Abschirmung der Messkammer dar und muss deshalb

elektromagnetisch dicht verschließbar ausgeführt sein.

In der DE 39 19 184 Al ist eine begehbare Messkammer für eine biomagnetische Messeinrichtung beschrieben, die aus mehreren Schalen zur Abschirmung der magnetischen und elektrischen Komponenten elektromagnetischer Aussenfelder besteht und mit einer horizontal zweiteiligen Tür versehen ist. Jede Halbtür ist an Scharnierbändern befestigt, die mittels Scharnieren um den Scharnierträger schwenkbar sind, der mit Hilfe von Laschen an der Kammerwand

gehaltert ist. Jede Halbtür ist mit einem eigenen Türgriff ausgestattet, der wiederrum mit einem eigenen Schließmechanismus versehen ist, der einen Schließzylinder in den zugeordneten Verriegelungsblock: führt. Um den

Schlitz zwischen den beiden Halbtüren elektromagnetisch dicht zu gestalten, sind die dem Schlitz zugewandten

Kanten der Halbtüren mit Lippen aus flexiblem

Dichtmaterial versehen. Darüberhinaus ist der Schlitz zwischen den Halbtüren durch eine schwenkbare, an einem Scharnier befestigte Abdeckplatte versehen. Um sicher zu stellen, dass ein ausreichender elektromagnetischer

Kontakt zwischen den Halbtüren besteht, ist die

Abdeckplatte mit Stiften versehen, die in den Schlitz zwischen den Halbtüren eintauchen und für einen

zusätzlichen Kontakt der beiden Seiten sorgen.

Um für die gesamte Tür eine solch gute elektromagnetische Abdichtung zu erreichen, muss auch der Außenrand der

Türhälften mit Dichtstiften sowie der Türrahmen mit

Dichtmaterial versehen sein. Beim Öffnen der Türen über ein normales Drehscharnier ergibt sich dabei jedoch der Nachteil, dass die in das Dichtmaterial eingreifenden Stifte das Dichtmaterial einseitig durch Zusammendrücken der Dichtung auf der dem Scharnier zugewandten Seite stärker belasten und sich das Dichtmaterial dadurch schneller abnutzt. Schon bei einer mittleren Nutzung der elktromagnetischen Messeinrichtung mit 80 Öffnungszyklen pro Tag ist das Dichtmaterial nach kurzer Zeit derart verformt, dass die elektromagnetische Dichtheit nicht mehr gewährleistet ist.

Es stellt sich daher die Aufgabe, einen

Verschlussmechanismus für eine elektromagnetisch dicht schließende Tür einer Messeinrichtung aufzuzeigen, der eine hohe elektromagnetische Abdichtung garantiert und das Dichtmaterial wenig belastet und somit wenig verschleißt.

Die Aufgabe wird durch den erfindungsgemäßen

Verschlussmechanismus gemäß Anspruch 1 gelöst. In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Mechanismus dargestellt.

Der erfindungsgemäße Verschlussmechanismus für eine elektromagnetisch abgedichtete Messeinrichtung, die aus einer Messkammer, einer Tür zum Schließen der Messkammer, sowie einer elektromagnetischen Dichtung, die bevorzugt an einem Türrahmen der Messkammer angebracht ist, besteht, bewegt die Tür zuerst linear, in Richtung senkrecht zur Türebene, vom Türrahmen weg und schwenkt sie danach in einer Rotationsbewegung auf. Durch die zuerst lineare Bewegung wird das Dichtmaterial entlastet. Erst bei einer ausreichenden Entfernung der Tür vom Dichtmaterial setzt die Rotationsbewegung ein. Beim Schließen der Tür sind während der Rotationsbewegung die Tür und die Dichtung nicht in Kontakt, sodass ein Eindrehen der Dichtung, wie es bei einer herkömmlichen Schwenktür oft der Fall ist, nicht auftritt. Der erfindungsgemäße Verschlussmechanismus eignet sich besonders vorteilhaft, wenn die elektromagnetische

Dichtung in mindestens einer umfänglichen Nut im Türrahmen der Messkammer angebracht ist und die Tür umfänglich mindestens einen Falz aufweist, der in die mindestens eine Nut im Türrahmen eingreift. Das Eingreifen des Türfalzes in eine mit Dichtmaterial versehene Nut im Türrahmen, bildet eine sehr gute elektromagnetische Abdichtung, die aber durch eine reine Drehbewegung beim Öffnen der Tür leidet. Durch den erfindungsgemäßen Verschlussmechanismus kann der mindestens eine Falz und entsprechend die

mindestens eine Nut im Türrahmen lang bzw. tief genug ausgeführt werden, um auch höchsten Dichtheitsansprüche zu genügen. Vorteilhafterweise ist die Tür in einem Hilfsrahmen eingebaut und senkrecht zur Ebene der geschlossenen Tür im Hilfsrahmen bewegbar. Der Hilfsrahmen ist durch mehrere Drehscharniere mit einer Seitenwand der Messkammer

schwenkbar verbunden. Dieser Aufbau ermöglicht es, herkömmliche Drehscharniere für die Rotationsbewegung der Messkammertür zu verwenden. Durch die Wahl der Dicke des Hilfsrahmens kann der Verschlussmechanismus für Türen mit unterschiedlich tiefem Falz bzw. unterschiedlich tiefen Nuten in dem Türrahmen verwendet werden.

Vorteilhafterweise ist oberhalb und unterhalb der Tür ein erstes und ein zweites Führungssystem an der Messkammer angebracht. Eine Mehrzahl von Führungszapfen ist mit der Tür form- oder stoffschlüssig verbunden. Durch das

Anbringen des Führungssystems an der Messkammer ist die Tür lediglich mit dem Gewicht der Führungszapfen

beaufschlagt, sodass die Messeinrichtung bei geöffneter Tür nicht in Richtung der Tür kippt.

Vorteilhafterweise umfasst ein Führungssystem mindestens zwei Schienenabschnitte, die an einem Ende über ein

Koppelelement beweglich miteinander verbunden sind. An den dem Koppelelement entgegengesetzten Endbereichen der

Schienenabschnitte ist jeweils ein Schrägschlitz

ausgebildet. Durch Drehen des beweglich gelagerten

Koppelelements werden die mindestens zwei

Schienenabschnitte parallel zur Tür nach außen geführt. Die Führungszapfen greifen in jeweils einen Schrägschlitz im Führungssystem ein und werden linear in Richtung senkrecht zur Tür geführt. Der beschriebene Mechanismus ermöglicht es, mit wenig Kraftaufwand die Tür gegen die Reibungskraft zwischen Türfalz und Dichtungsmaterial aus der Nut im Türrahmen heraus zu bewegen. Auch eine schwere Tür kann auf diese Weise mühelos aus dem Türrahmen

herausgezogen werden. Diese lineare Bewegung der Tür ermöglicht es, die Nut bzw. den Türfalz über den gesamten Umfang des Türrahmens bzw. der Tür, insbesondere auch in den Ecken, auszubilden und somit die Tür lückenlos

elektromagnetisch abzudichten.

Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen

Verschlussmechanismus sind in der Zeichnung vereinfacht beispielhaft dargestellt und werden anhand der

nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 einen schematischen Ablauf des erfindungsgemäßen

Verschlussmechanismus in Draufsicht;

Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel einer elektromagnetisch abgedichteten Messeinrichtung mit einem erfindungsgemäßen Verschlussmechanismus in perspektivischer Ansicht;

Fig. 3 ein erstes Ausführungsbeispiel eines

erfindungsgemäßen Verschlussmechanismus im geschlossenen Zustand in Draufsicht;

Fig. 4 ein erstes Ausführungsbeispiel eines

erfindungsgemäßen Verschlussmechanismus während der linearen Bewegungsphase in Draufsicht; Fig. 5 ein erstes Ausführungsbeispiel eines

erfindungsgemäßen Verschlussmechanismus am Ende der linearen Bewegungsphase in Draufsicht;

Fig. 6 ein erstes Ausführungsbeispiel eines

erfindungsgemäßen Verschlussmechanismus in der

Rotationsphase in Draufsicht;

Fig. 7 ein zweites Ausführungsbeispiel eines

erfindungsgemäßen Verschlussmechanismus im geschlossenem Zustand in perspektivischer

Ansicht;

Fig. 8 ein zweites Ausführungsbeispiel eines

erfindungsgemäßen Verschlussmechanismus während der linearen Bewegungsphase in perspektivischer

Ansicht;

Fig. 9 ein zweites Ausführungsbeispiel eines

erfindungsgemäßen Verschlussmechanismus in perspektivischer Ansicht am Ende der linearen Bewegungsphase und

Fig. 10 ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen

Scharniers in perspektivischer Ansicht.

Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Fig. 1 zeigt einen schematischen Ablauf 10 eines

erfindungsgemäßen Verschlussmechanismus in fünf Phasen. In der mit 1 überschriebenen 1. Phase der Schnitt-Zeichnung ist eine Tür 11 dargestellt die einen Türfalz 14 aufweist. Dieser Türfalz 14 kann um den gesamten Umfang der Tür ausgebildet sein. Der Türrahmen 12 weist eine Nut 15 auf, die entsprechend dem Türfalz 14 ganz oder teilweise umfänglich am Türrahmen 12 ausgebildet ist. In der Nut ist eine Dichtung 13, hier in zweiteiliger Form, eingesetzt und fixiert. Die Tiefe 18, 19 des Türfalzes 14 und der Nut 15 im Türrahmen 12 sowie die Art und Form der Dichtung 13 sind entsprechend der geforderten elektromagnetischen Dichtheit wählbar. Es können auch mehrere Nute 15 im

Türrahmen und die entsprechende Anzahl an Türfalze 14an der Tür 11 vorgesehen sein.

Aus dieser geschlossenen Position in Phase 1, wird die Tür 11 in einer linearen Bewegung senkrecht zur Türebene in Pfeilrichtung 16, wie in der Phase 2 dargestellt, aus der Nut 15 in Türrahmen 12 herausgeführt. In Phase 3 befindet sich der Türfalz 14 vollständig vor dem Türrahmen 12. Nun setzt die Rotationsbewegung, verdeutlicht durch den Pfeil 17 in Phase 4 des Bewegungsablaufes, ein. Mit der weiteren Rotationsbewegung 17, siehe Phase 5, wird die Tür bis zu ihrem Anschlag, der bevorzugt bei mindestens 90° liegen sollte, aufgeschwenkt .

Fig. 2 zeigt eine Messeinrichtung 100, deren Tür mit einem erfindungsgemäßen Verschlussmechanismus versehen ist. Die Messkammer 101 ist auf der dem Betrachter zugewandten Seite mit einer Tür 11 verschlossen. Ein Hilfsrahmen 103 mit einem Stützkreuz 117 umfasst die Tür 11. Der

Hilfsrahmen 103 besitzt eine Tiefe 19, die mindestens der Tiefe der Tür 11 einschließlich der Tiefe des Türfalzes 14 entspricht. Die Tür 11 ist gleitend im Hilfsrahmen 103, zum Beispiel über Gleitschienen oder kurze

Teleskopauszüge, an mehreren Punkten gelagert. Der

Hilfsrahmen 103 wird über mindestens zwei Scharniere 111, die an einer Seitenwand 116 befestigt sind, gehalten. An der Tür 11 sind eine Mehrzahl von Führungszapfen 104 form- oder stoffschlüssig angebracht. Vier Führungszapfen 104 können zum Beispiel jeweils in einer Ecke der Tür 11 angeschweisst , angeschraubt, angenietet oder auch

angeklebt sein.

Am Türrahmen 12 der Messkammer 101 befinden sich oberhalb und unterhalb der Tür 11 ein erstes bzw. zweites

Führungssystem 109, 114. Ein Führungssystem 109, 114 besteht aus jeweils einem ersten und einem zweiten

Schienenabschnitt 106, 108, die durch ein Koppelelement 107, 107 Λ verbunden sind und jeweils einen Endbereich 105 aufweisen, in dem ein Schrägschlitz 110 eingearbeitet ist. Die Koppelelemente 107, 107' des ersten und zweiten

Führungssystems 109, 114 sind durch eine Verbindungsstange 113 fest miteinander verbunden. Durch einen fest mit der Verbindungsstange 113 verbundenen Drehbügel 112 werden die Verbindungsstange 113 und somit auch die Koppelelemente 107, 107' um 180° gedreht. Die Verbindungsstange 113 ist zusätzlich an der Vorderseite des Hilfsrahmens 103

befestigt und klinkt zum Schwenken der Tür 11 aus den Koppelelementen 107, 107' aus.

Der Drehbügel 112 ist im Ausführungsbeispiel als

langgezogenes U ausgeformt, sodass eine pro Drehwinkel aufzubringende Kraft sehr gering ist. Das Koppelelement 107 bzw. 107' ist wiederrum mit den mindestens zwei

Schienenabschnitten 106, 108 so verbunden, dass diese parallel zur Tür 11 nach außen geführt werden. Die beiden Schienenabschnitte 106, 108 sind dabei gleitend in einer Mehrzahl von Schienenhalterungen 115, die am Türrahmen 12 der Messkammer 101 angebracht sind, gehalten.

Der erfindungsgemäße Verschlussmechanismus ist für ein erstes Ausführungsbeispiel in den Fig. 3 - Fig. 6 und für ein zweites Ausführungsbeispiel in den Fig. 7 - Fig. 9 dargestellt, und wird nachfolgend im Detail beschrieben.

Ein Ausschnitt der Messkammer 101, der Hilfsrahmen 103, das Scharnier 111 sowie ein Führungssystem 104 mit

Kulissenscheibe 120 als Koppelelement 107 und der

Drehbügel 112 sind in Draufsicht dargestellt. Fig. 3 zeigt die geschlossene Tür mit dem nach links geklappten

Drehbügel 112. Der erste bzw. zweite Schienenabschnitt 106, 108 weist Löcher 130 auf, in die Stifte der

Schienenhalterung 115 eingreifen und die

Schienenabschnitte 106, 108 somit führen und tragen. Im Endbereich des ersten bzw. zweiten Schienenabschnitts 106, 108 ist jeweils ein Schrägschlitz 110 ausgebildet. Ein Führungszapfen 104 durchgreift jeweils einen Schrägschlitz 110. Im geschlossenen Zustand der Tür 11 befindet sich der Führungszapfen 104 am der Öffnung des Schrägschlitzes gegenüberliegenden Ende. Die Kulissenscheibe 120 befindet sich in der Mitte zwischen dem ersten und zweiten

Schienenabschnitt 106, 108, wobei jeweils ein

Kulissenstein 123 am ersten bzw. zweiten Schienenabschnitt 106, 108 in einen Kulissenschlitz 121 der Kulissenscheibe 120 eingeführt ist. Wird der Drehbügel 112, der in diesem Ausführungsbeispiel an den gegenüberliegenden Kulissenscheiben 120, 120' befestigt ist, wie in Fig. 4 dargestellt, aus seiner

Ruheposition ausgeschwenkt, laufen die Kulissensteine 123 entlang den geschwungenen Kulissenschlitzen 121 radial nach außen. Der erste bzw. zweite Schienenabschnitt bewegt sich jeweils in Richtung des Pfeils 125 nach außen. Der Führungszapfen 104 wird dabei in Richtung des Pfeils 126 senkrecht zur Türebene nach außen geführt. Fig. 5 zeigt den Verschlussmechanismus am Ende der linearen Phase. Der Führungszapfen 104 ist dabei am offenen Ende des Schrägschlitzes 110 angelangt, der

Drehbügel 112 um nahezu 180° auf die andere Seite der Tür 11 geschwenkt.

Fig. 6 zeigt nun den Verschlussmechanismus in der

Rotationsphase. Über einen nicht dargestellten Griff auf der rechten Seite wird die Tür 11 einschließlich

Hilfsrahmen 103 um das Scharnier 111 in Pfeilrichtung 127 gedreht. Auf der Innenseite der Tür 11 angebrachtes

Absorbermaterial 129 wird sichtbar.

Die Fig. 7 - 9 zeigen ein zweites Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verschlussmechanismus. Dieses

unterscheidet sich lediglich durch die Ausführung des ersten und zweiten Führungssystems 109, 114 vom ersten Ausführungsbeispiel. Die Tür 11, der Hilfsrahmen 103 sowie dessen Aufhängung durch die Scharniere 111 sind in

gleicher Weise ausgeführt wie im ersten

Ausführungsbeispiel .

Oberhalb und unterhalb der Tür 11 ist am Türrahmen 12 jeweils ein Führungssystem mittels Schienenhalterungen 115 befestigt. Der erste und zweite Schienenabschnitt ist als Gestängeabschnitt 150, 151 ausgeführt. Um die

Gewichtsverteilung der Messkammer auszugleichen und das erste und zweite Führungssystem 109, 114 leicht zu halten, sind die Gestängeabschnitte 150, 151 als stabile, schmale, aus leichtem Material gefertigte Stangen ausgeführt. Die Gestängeabschnitte 150, 151 werden durch die

Schienenhalterungen 115 und daran befestigte

Führungselemente 154 geführt. Der Endbereich 105 eines jeden Gestängeabschnittes 150, 151 weist wiederrum einen Schrägschlitz 110 auf, in dem der Führungszapfen 104 geführt wird. Als Koppelelement wird ein Spreizgelenk 152 verwendet, das mittels Stiften 155 mit den beiden

Gestängeabschnitten 150, 151 beweglich verbunden ist. Das Spreizgelenk 152 besteht aus zwei L-förmigen

Gelenkarmen 156, 157, die beweglich mit einem

Mittelelement 158 verbunden sind. Das Mittelelement 158 ist Doppel-L-förmig ausgebildet, wobei die beiden L- förmigen Komponenten um 180° um die Mitte des kürzeren Schenkels gedreht angeordnet sind. Das Mittelelement 158 ist in der Mitte des kurzen Schenkels einerseits mit einer Schienenhalterung 115 drehbar, andererseits mit der

Verbindungsstange 113 fest verbunden. Zum Öffnen der Tür 11 wird der Drehbügel 112 in einer kreisförmigen Bewegung zur anderen Seite geschwenkt und dabei die Verbindungsstange und das daran befestigte

Mittelelement 158 gedreht. Die an den langen Schenkeln des Mittelelements 158 drehbar über Stifte 155 angelenkten Gelenkarme 156, 157 werden dabei aufgespreizt und schieben die am Ende des kurzen Schenkels des ersten und zweiten Gelenkarms 156, 157 angelenkten ersten und zweiten

Gestängeabschnitte 150, 151 nach außen. Der Führungszapfen 104 wird dabei wiederrum im Schrägschlitz 110 in Richtung senkrecht zur Tür vom Türrahmen 12 weg bewegt. Die Tür 11 bzw. der Türfalz 14 wird dabei aus der Nut im Türrahmen 12 senkrecht zur Türebene gleitend im Hilfsrahmen 103

herausgezogen. Sobald der Führungszapfen 104 das offene Ende des Schrägschlitzes 104 erreicht hat, kann die Tür über einen nicht dargestellten Griff um das Scharnier 111 geschwenkt werden.

Die vorliegende Erfindung beschränkt sich nicht auf die beiden aufgezeigten Ausführungsbeispiele. So können die Führungssysteme 109, 114 auch an den Seiten der Tür 11 am Türrahmen 12 befestigt sein und die Tür 11 nach oben bzw. nach unten ausgeschwenkt werden. In gleicher Weise ist in den beschriebenen Ausführungsbeispielen ein Öffnen der Tür 11 mit Rechtsanschlag möglich, indem die Scharniere 111 anstatt an der linken Seitenwand an der rechten Seitenwand befestigt werden. Ebenso kann der Drehbügel 112 durch einen Hebelgriff, der die Verbindungsstange 113 mittels Zahnräder dreht, ersetzt werden. Ein solcher Hebelgriff kann gleichzeitig zum Schwenken der Tür verwendet werden.

Um ein versehentliches Öffnen der Tür zu vermeiden, kann eine Arretiervorrichtung für den Drehbügel bzw. eine

Hebelgriff vorgesehen werden. Ein Drehgriff kann z.B. in eine Klemmhalterung eingerastet und somit arretiert werden. Ein Hebelgriff kann beispielsweise durch ein

Schloss verdrehsicher festgestellt werden.

Anstatt ein herkömmliches Scharnier 111 an einem

Hilfsrahmen 103 zu befestigen, kann ein Spezialscharnier 200 direkt an der Tür 11 befestigt werden. Wie in Fig. 10 dargestellt, besteht das Spezialscharnier 200 aus einem Scharnierarm 201, der mit der Tür 11 und einer

Scharnierplatte 202, die mit der Seitenwand 116 der

Messkammer 101 fest verbunden ist. Am Scharnierarm 201 sind zwei Scharnierzapfen 204, 206 ausgebildet, wobei ein erster Scharnierzapfen 204 in einen Längsschlitz 205 und ein zweiter Scharnierzapfen 206 in einen Drehschlitz 203 eingreift. Der Drehschlitz 203 ist aus einem

Längsabschnitt 208 und einem anschließenden Bogenabschnitt 207 ausgebildet. Der Längsschlitz 205 und der

Längsabschnitt 208 des Drehschlitzes 203 sind gleich lang und legen die maximale Auslenkung der Tür durch die lineare Bewegung senkrecht zur Türebene fest. Der Bogenabschnitt 207 ist als ein Kreissegment geformt, dessen überstreichender Winkel den Öffnungswinkel des Spezialscharniers 200 festlegt. Das dem Bogenabschnitt 207 zugewandte Ende des Längsschlitzes 205 bildet den

Mittelpunkt des Kreissegments.

Durch einen nicht dargestellten Querbügel, der über die gesamte Türbreite reicht und an der Tür 11 befestigt ist, wird die verschlossene Tür 11 senkrecht zur Türebene nach vorne aus der Nut im Türrahmen gezogen, bis die

Scharnierzapfen das Ende des Längsschlitzes 205 bzw. des Längsabschnitts 208 des Drehschlitzes 203 erreichen.

Danach wird durch eine Bewegung im Bogenabschnitt 207 die Tür geschwenkt. Das Spezialscharnier 200 ist dabei so ausgerichtet, dass die Scharnierplatte 202 parallel zur Rotationsebene der Tür liegt.

Alle Elemente des erfindungsgemäßen Verschlussmechanismus, wie z.B. der zumindest eine Führungszapfen 104, das

Führungssystem 109, 114 sowie die " Scharniere 111, 200, sind außerhalb des abgeschirmten Bereichs und ohne

Durchführung in den abgeschirmten Bereich der Messkammer hinein an der Tür 11 bzw. Hilfsrahmen 103 und der

Seitenwand 116 der Messkammer 101 angebracht. Die

genannten Elemente sind beispielsweise durch Schweißen, Löten oder durch Schrauben, die nicht die Messkammerwand durchdringen, befestigt. Somit sind weder zusätzliche elektromagnetische Abdichtungen notwendig, noch wird das elektromagnetische Feld im Inneren der Messkammer

beeinflusst.

Alle beschriebenen und/oder gezeichneten Merkmale können im Rahmen der Erfindung vorteilhaft miteinander kombiniert werden. Die Erfindung ist nicht auf die Ausführungsbeispiele beschränkt.