| JP2004272291 | ELECTRIC CONTRABASS |
| WO/2008/100513 | CABLE FOR STRINGED MUSICAL INSTRUMENTS |
| JP06012064 | ELECTRONIC STRINGED MUSICAL INSTRUMENT |
LÖFFLER, Wolfgang (Willy-Brandt-Allee 22, München, 81829, DE)
| PATENTANSPRÜCHE 1 . Elektronisches Streichinstrument, bei dem die Gesamtanzahl der Saiten (6) bevorzugt, jedoch nicht ausschließlich ein ganzzahliges Vielfaches von 2 beträgt und bei dem die Saitenlängsachsen im Saitenquerschnitt gesehen im Wesentlichen entlang eines Kreisbogensegments angeordnet sind, mit einem Tonabnehmersystem (4), welches die Saitenschwingungen auf elektromagnetischem Weg mittels Single-Coil- Technik in elektrische Ausgangssignale wandelt, dadurch gekennzeichnet, dass - jeweils einem Saitenpaar (6a, 6b: 6c,6d) ein Single-Coil-Tonabnehmer (16; 18) mit jeweils wenigstens einem Paar von ferromagnetischen Abnehmerelementen (20, 26) in einem gemeinsamen Spulenkern (22, 32; 22', 32') zugeordnet ist; und - jeder Spulenkern (22, 32; 22', 32') am Korpus (38) des Instruments (2) derart angeordnet ist, dass ein Abstand zwischen den einzelnen Saiten eines Saitenpaars (6a, 6b; 6c, 6d) und jeweiligen Abnehmerstirnflächen (28, 30) der Abnehmerelemente (20, 26) im Wesentlichen gleich ist. 2. Saiteninstrument nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass jeder Spu- lenkern (22, 32; 22', 32') an dem Instrumentenkorpus (38) justierbar gelagert ist. 3. Saiteninstrument nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Spulenkern (22, 32; 22', 32') auf einer Trägerplatte (34; 36) angeordnet ist, welche gegenüber dem Instrumentkorpus (38) justierbar gelagert ist. 4. Saiteninstrument nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass jede Trägerplatte (34, 36) langgestreckt rechteckförmig mit einer Längserstreckung ist, welche größer als der lichte Abstand zwischen einem Saitenpaar ist und dass die Trägerplatte (34, 36) gegenüber dem Instrumentkorpus (38) derart gelagert ist, dass sie um eine Achse (A) bleibend verkippbar und damit justierbar ist, welche im Wesentlichen der Seitenhalbierenden der Längserstreckung entspricht und welche im Wesentlichen parallel zu den Saitenlängsachsen des Saitenpaars ist. 5. Saiteninstrument nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Single-Coil-Tonabnehmer ein weiterer Tonabnehmer in Humbucker- Schaltung zugeordnet und bezüglich des jeweiligen Saitenpaars identisch angeordnet ist. 6. Saiteninstrument nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Single-Coil-Tonabnehmer und der Humbucker-Tonabnehmer gemeinsam auf einer Trägerplatte (34, 36) angeordnet sind. 7. Saiteninstrument nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Anordnung von zwei Spulenkernen (22, 22'bzw. 32, 32') entsprechend vier Saiten die beiden Oberflächen der Spulenkerne, in denen die Abnehmerstirnflächen liegen, einen stumpfen Winkel (a) zwischen sich einschließen. 8. Saiteninstrument nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Spulenkerne in Draufsicht entlang der Saitenlängsachsen zueinander versetzt angeordnet sind. |
Die Erfindung betrifft ein elektronisches Streichinstrument, bei dem die Gesamtan- zahl der Saiten ein ganzzahliges Vielfaches von zwei beträgt und bei dem die Saitenlängsachsen im Saitenquerschnitt gesehen im Wesentlichen entlang eines Kreisbogensegments angeordnet sind, wobei ein Tonabnehmersystem die Saitenschwingungen auf elektromagnetischem Weg mittels Single-Coil-Technik in elektrische Ausgangssignale wandelt.
Ein typisches Beispiel eines derartigen elektronischen Streichinstruments ist eine elektronische Violine oder Geige. Es wird bereits jetzt darauf hingewiesen, dass eine derartige elektronische Geige im Rahmen der Beschreibung der vorliegenden Erfindung als Beispiel für ein elektronisches Streichinstrument herangezogen wird; gleichwohl ist die vorliegende Erfindung nicht auf eine Geige beschränkt, sondern kann auch bei anderen elektronischen Streichinstrumenten zur Anwendung gelangen, beispielsweise bei einem Cello, einer Bratsche, einem Bass oder dergleichen.
Saitenschwingungen von Saiteninstrumenten abzugreifen und als elektrisches Signal auszugeben, ist seit etwa den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt. Zuerst wurde diese Technik bei Gitarren eingesetzt. Hierzu wird ein Tonabnehmer oder Pickup verwendet, der vereinfacht gesagt gebildet ist aus einer der Anzahl von Saiten des Instruments entsprechenden Anzahl von Magneten, insbesondere ferromagneti- schen Stäben, die im Abstand zu und unterhalb der jeweiligen Saiten so angeordnet sind, dass eine der Stabstirnflächen zu der Saite weist. Die ferromagnetischen Stäbe sind in einem gemeinsamen Spulenkörper aufgenommen, der mit einer umlaufenden Spulenwicklung versehen ist.
Mit einem derartigen Single-Coil-Tonabnehmer lassen sich die Saitenschwingun- gen auf elektromagnetischem Weg abgreifen und als Ausgangssignale ausgeben.
Eine gegenüber der Single-Coil-Technik neuere Technik für Tonabnehmer verwendet so genannte piezoelektrische Aufnehmer, welche die Saitenschwingungen auf piezoelektrischem Weg erfassen. Im Gegensatz zu den elektromagnetischen Single- Coil-Tonabnehmern müssen Piezo-Tonabnehmer mit einem resonierenden Bauteil des Instruments in Verbindung sein, können also bezüglich der Saite nicht berührungslos arbeiten. Auch sind piezoelektrische Aufnehmer störanfälliger und liefern kein so natür- liches Klangbild wie elektromagnetische Aufnehmer. Aufgrund ihrer schwächeren Ausgangsleistung ist das Klangbild auch„dünner" als bei elektromagnetischen Abnehmern.
Man ist von daher geneigt, elektromagnetischen Abnehmern den Vorzug zu geben, was sich auch in der seit nun mehr über 70 Jahren bestehenden Beliebtheit elekt- rischer Gitarren manifestiert, welche im Wesentlichen immer noch mit der alten Single- Coil-Technik als Tonabnehmer arbeiten.
Single-Coil-Tonabnehmer, also Tonabnehmer, bei denen die ferromagnetischen Stäbe von einem gemeinsamen, mit der Spule umwickelten Spulenkörper eingefasst sind, sind problemlos immer dann einsetzbar, wenn die Längsachsen der Saiten des Instruments im Saitenquerschnitt gesehen im Wesentlichen in einer Ebene liegen, wie dies bei Gitarren der Fall ist.
Bei Streichinstrumenten, beispielsweise Geigen liegen jedoch die Saitenlängsach- sen im Saitenquerschnitt gesehen nicht in einer Ebene, sondern auf einem Kreisbogensegment, da ansonsten das Anstreichen einer einzelnen Seite mit einem Bogen nicht möglich wäre. Der Einsatz eines Single-Coil-Tonabnehmers bedeutet jedoch dann, dass die Stirnflächen der einzelnen ferromagnetischen Abnehmerelemente in unterschiedlichen Abständen zu den zugehörigen Saiten zu liegen kommen: Bei einer Geige mit vier Saiten hätten dann die beiden außen liegenden Saiten einen Abstand a zu den zugehörigen Abnehmerstirnflächen und die beiden mittleren Saiten einen Abstand A = a+x, wobei sich x aus der Anordnung der Saitenlängsachsen auf dem Kreisbogensegment ergibt (die Ebene des Spulenkörpers, in der sich die Abnehmerstirnflächen befinden, kann in beidseitiger Verlängerung als eine Sekante verstanden werden). Durch diese unterschiedlichen Abstände der Abnehmerstirnflächen zu den jeweiligen Saiten ergibt sich ein inhomogenes Klangbild. Als Gegenmaßnahme wäre denkbar, die ferromagnetischen Abnehmerelemente in unterschiedlichen Höhenlagen in dem gemeinsamen Spulenkörper einzubauen, also im Fall einer Geige mit vier Abnehmerelementen die beiden mittleren Abnehmerelemente weiter aus dem Spulenkörper herausragen zu lassen, um so den oben genannten Diffe- renzbetrag x gegen Null gehen zu lassen, sodass a = A gilt, also alle Abnehmerstirnflächen im Wesentlichen gleichweit von ihrer zugehörigen Saite entfernt sind. Dies ist konstruktionstechnisch aufwendig und aufgrund der unterschiedlichen Einbautiefen der Abnehmerelemente im Spulenkörper ergeben sich wiederum Inhomogenitäten im Klangbild.
Eine weitere Möglichkeit wäre, keinen Single-Coil-Tonabnehmer für alle Saiten des Instruments gemeinsam zu verwenden, sondern jeder Saite einen eigenen Single- Coil-Tonabnehmer zuzuordnen, also einen Tonabnehmer bestehend aus ferromagneti- schem Abnehmerelement in einem Spulenkörper samt um den Spulenkörper herum verlaufender Spule. Diese einzelnen Tonabnehmer (beispielsweise vier Stück bei einer Geige klassischer Bauart) ließen sich dann in entsprechend unterschiedlichen Höhenlagen anordnen, um bei allen vier Saiten gleiche Abstände zwischen Saite und Abnehmerstirnfläche zu erhalten. Diese Vorgehensweise wäre bautechnisch sehr aufwendig, da die einzelnen Spulenkörper mit der umlaufenden Spulenwicklung einen vergleichs- weise hohen Platzbedarf haben, der speziell bei Geigen mit dem klein bauenden Korpus nicht ohne weiteres zur Verfügung gestellt werden kann. Außerdem erhöht sich durch die der Saitenanzahl entsprechende Anzahl von einzelnen Tonabnehmern der Preis für das Instrument und auch der Verdrahtungsaufwand steigt proportional zur Anzahl der einzelnen Tonabnehmer an.
Verstärkt würde diese Problematik insbesondere dann, wenn neben den reinen Tonabnehmern noch so genannte Humbucker-Tonabnehmer parallel geschaltet werden, wie dies ebenfalls bereits seit langem bekannt ist, wobei derartige Humbucker- Systeme speziell zur Unterdrückung von Störgeräuschen dienen. Da jedem ferromag- netischen Abnehmerelement ein eigenes Humbucker-Abnehmerelement parallel geschaltet werden muss, würde dies bei einer vierseitigen Geige die Anordnung von insgesamt acht Tonabnehmern in Einzelspulen bedeuten. Schließlich wäre es denkbar, einen Spulenkörper zu verwenden, der eine der gekrümmten Anordnung der Saiten entsprechende Krümmung aufweist. Zwar wären dann die Abnehmerstirnflächen im wesentlichen in konstanten, d.h. zueinander gleichen Abständen zu den jeweiligen Saiten angeordnet, aber der gekrümmte Spulenkörper würde eine extrem aufwendige und nur mit hohem Aufwand zu fertigende Spulenwicklung bedingen.
Aus der US 5,027,691 A1 ist ein elektronisches Streichinstrument in Form einer elektronischen Geige bekannt geworden, bei der ein elektromagnetischer Single-Coil- Tonabnehmer in dem Raum zwischen Griffbrett und Steg„schwebend" und verstellbar angeordnet ist. Da hier ein Single-Coil-Tonabnehmer verwendet wird, der allen (vier) Saiten des Instruments gemeinsam ist, ergibt sich die Problematik eines inhomogenen Klangbilds aufgrund unterschiedlicher Abstände zwischen den Saiten und dem Tonabnehmer beziehungsweise den einzelnen Abnehmerelementen.
Aus der US 5,229,537 A1 ist ebenfalls ein elektronisches Streichinstrument in Form einer Geige bekannt geworden, bei dem eine Schwingungsaufnehmende elektromagnetische Spule in körperlichem Kontakt zu dem Steg ist, über welchen die Saiten gemeinsam gespannt sind. Bei dieser Bauweise wird somit das an sich von piezoelektrischen Schwingungsaufnehmern bekannte Prinzip auf einen elektromagnetischen Aufnehmer angewendet.
Weitere Bauarten von elektronischen Streichinstrumenten oder Saiteninstrumenten allgemein finden sich zum Beispiel in der US 5,085,1 15 A1 oder der US 4,919,033 A1 . Die US 4,142,435 A1 zeigt die Vorgehensweise, einer jeden Saite ein einzelnes elektromagnetisches Tonabnehmerelement zuzuordnen, wobei aufgrund der gewölbten Anordnung der Saitenlängsachsen die Tonabnehmerelemente in unterschiedlichen Höhenlagen anzuordnen sind. Besonders augenfällig ist dies in Fig. 3 dieser Druckschrift erkennbar.
Demgegenüber ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein elektronisches Streichinstrument der infrage stehenden Art so auszugestalten, dass das Prinzip des Single-Coil-Tonabnehmers beibehalten wird, wobei mit geringem Aufwand ein homogenes Klangbild erhaltbar ist.
Erfindungsgemäß wird zur Lösung dieser Aufgabe jeweils einem Saitenpaar ein Single-Coil-Tonabnehmer mit wenigstens einem Paar von ferromagnetischen Abnehmerelementen in einem gemeinsamen Spulenkern zugeordnet. Jeder der Spulenkerne wird weiterhin am Korpus des Instruments derart angeordnet, dass ein Abstand zwischen den einzelnen Saiten eines Saitenpaares und jeweiligen Abnehmerstirnflächen der Abnehmerelemente im Wesentlichen gleich ist.
Dadurch, dass nicht jeder einzelnen Saite ein eigener Single-Coil-Tonabnehmer zugeordnet wird, sondern einem Saitenpaar, ist die Anzahl der Tonabnehmer gegenüber einer individuellen Paarung Saite/Tonabnehmer halbiert. Gleichzeitig erfolgt die Anordnung der Tonabnehmer pro Saitenpaar derart, dass die Abstände zwischen den Saiten und den zugehörigen Abnehmerstirnflächen im Wesentlichen gleich sind. Hieraus ergibt sich eine Einsparung an Material, Kosten und Einbauraum einerseits, jedoch ein völlig homogenes Klangbild andererseits.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltungsform ist jeder Spulenkern an dem In- strumentenkorpus justierbar gelagert. Durch diese Ausgestaltungsform können nachträglich, das heißt nach Einbau der Spulenkerne Justierarbeiten vorgenommen werden, mit welchen die Ausrichtung und hier insbesondere der Abstand zwischen jeder Abnehmerstirnfläche eines Abnehmerelements und deren zugehörigen Saite einstellbar ist. Durch diese Maßnahme können bestimmte Parameter eingestellt, verändert, be- rücksichtigt oder sonst wie in Betracht gezogen werden, welche Auswirkungen auf die Bespielbarkeit, die Art und Qualität des vom Tonabnehmer ausgegebenen Signals etc. haben.
Bevorzugt ist hierbei weiterhin jeder Spulenkern auf einer Trägerplatte angeord- net, welche gegenüber dem Instrumentenkorpus justierbar gelagert ist. Durch diese Vorgehensweise wird jeder Spulenkern mit seinen hierzu vorgesehenen Befestigungsmitteln an einer Trägerplatte bleibend und im Wesentlichen unverrückbar befestigt und es ist dann die Trägerplatte, welche gegenüber dem Instrumentenkorpus justierbar ge- lagert ist. Man ist somit zur Ausbildung der Justiermittel für den Spulenkern nicht auf die Haltemittel seitens des Spulenkerns angewiesen, sondern kann an der Trägerplatte für die jeweiligen Justierzwecke und auch Einbaugegebenheiten optimierte Befestigungsmittel vorsehen.
Hierbei ist bevorzugt jede Trägerplatte langgestreckt/rechteckförmig mit einer Längserstreckung, welche größer als der lichte Abstand zwischen einem Saitenpaar ist. Hiermit ist zunächst sichergestellt, dass der jeweilige Spulenkörper exakt und reproduzierbar unter dem zugehörigen Saitenpaar zu liegen kommt. Weiterhin liegen hierbei in aller Regel die trägerplattenseitigen Befestigungs- und damit Justiermittel beidseits bzw. außerhalb des jeweiligen Seitenpaars und sind somit durch entsprechendes Werkzeug besser zugänglich. Die Trägerplatte ist darüber hinaus bei dieser bevorzugten Ausgestaltungsform gegenüber dem Instrumentenkorpus derart gelagert, dass sie um eine Achse bleibend verkippbar und damit justierbar ist, welche im Wesentlichen der Seiten- halbierenden der Längserstreckung (der Trägerplatte) entspricht und welche im Wesentlichen parallel zu den Saitenlängsachsen des Saitenpaares ist. Hierdurch ist es möglich, die Abnehmerstirnflächen des Abnehmerelementenpaares in einem Spulenkörper präzise gegenüber der jeweils zugehörigen Saite auszurichten, das heißt insbesondere den Abstand zwischen besagter Stirnfläche und der zugehörigen Saite einzu- stellen.
Weiterhin bevorzugt ist jedem Single-Coil-Tonabnehmer ein weiterer Tonabnehmer in Humbucker-Schaltung zugeordnet und bezüglich des jeweiligen Saitenpaares identisch angeordnet. Die sich hieraus ergebenden Vorteile in der Spielpraxis sind an sich auf dem Gebiet elektrisch/elektronisch verstärkter Saiteninstrumente seit langem bekannt. Gleichwohl stellen sie eine bevorzugte Weiterbildung der vorliegenden Erfindung dar.
Bevorzugt sind hierbei der Single-Coil-Tonabnehmer und der Humbucker- Tonabnehmer gemeinsam auf einer Trägerplatte angeordnet und somit als ein Paar oder eine Einheit verstellbar. Bevorzugt schließen bei einer Anordnung von zwei Spulenkernen (entsprechend vier Saiten des Musikinstruments) die beiden Oberflächen der Spulenkerne, in denen die Abnehmerstirnflächen liegen, einen stumpfen Winkel zwischen sich ein. Hierdurch ist es möglich, mit einer einfachen Grundkonstruktion bereits eine weitestgehend identi- sehe Anordnung - was den Abstand zwischen Abnehmerstirnfläche und Saite betrifft - des jeweiligen Spulenkörpers zum zugehörigen Saitenpaar zu erreichen. Vereinfacht gesagt stellt bei dieser Anordnung jede Trägerplatte eine Sekante zu dem imaginären Kreisbogensegment dar, auf dem ein Saitenpaar des Musikinstruments liegt. Bei mehr als zwei Saiten, also beispielsweise vier oder auch sechs Saiten liegt jeder Spulenkör- per entsprechend einem Saitenpaar auf einer Sekante zu besagtem Saitenpaar derart, dass die Abnehmerstirnflächen des betreffenden Spulenkörpers im wesentlichen identischen Abstand zu den jeweiligen Saiten des Saitenpaars haben. Die Trägerplatten selbst, auf den sich dann die Spulenkörper befinden, schließen bei einer derartigen Anordnung zwischen sich besagten stumpfen Winkel ein.
Aufgrund der vorteilhaften Ausgestaltung, dass jede Trägerplatte eine Längserstreckung hat, welche größer als der lichte Abstand zwischen einem Saitenpaar ist, erfolgt gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltungsform die Anordnung mehrerer Spulenkerne (samt den zugehörigen Trägerplatten) in Draufsicht entlang der Seiten- längsachsen zueinander versetzt. Die zueinander weisenden Schmalseiten der Trägerplatten stoßen hierbei nicht aneinander, auch wenn die jeweiligen Trägerplatten eine Längserstreckung haben, welche deutlich über den lichten Abstand eines jeweiligen Saitenpaares hinausgeht. Weitere Einzelheiten, Aspekte und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich besser aus der nachfolgenden Beschreibung eines als rein illustrativ und nicht einschränkend verstehenden Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung.
Es zeigt:
Figur 1 eine Draufsicht auf die Anordnung von Spulenkörpern eines Tonabnehmersystems bei einem erfindungsgemäßen Saiteninstrument; Figur 2 eine Seitenansicht auf das Tonabnehmersystem in Richtung des Pfeils II in Fig. 1 .
Die Figuren zeigen ein insgesamt mit 2 bezeichnetes, jedoch nur ausschnittsweise dargestelltes Saiteninstrument 2, bei dem ein Tonabnehmersystem 4 unter einer Mehrzahl von Saiten 6 angeordnet ist. Bei dem in der Zeichnung dargestellten Saiteninstrument 2 handelt es sich um eine Geige oder Violine, sodass der klassisch Geigen- oder Violinenbauart folgend im dargestellten Ausführungsbeispiel insgesamt vier Saiten 6a bis 6d vorhanden sind. Die Saiten 6 verlaufen hierbei von einem in Fig. 1 nicht näher dargestellten, sich im oberen Teil von Fig. 1 befindlichen Saitenhalter über einen Steg 8 und dann im Abstand zu einem Griffbrett zu einem in der Zeichnung ebenfalls nicht näher dargestellten Wirbelkasten.
Gemäß Fig. 2 liegen hierbei die einzelnen Saiten 6a bis 6d nicht in einer gemein- samen Ebene, sondern sind der oberen freien Außenkontur des Stegs 8 folgend so gespannt, dass ihre Längsachsen im Querschnitt gemäß Fig. 2 im Wesentlichen entlang eines Kreisbogensegments 12 angeordnet sind. Bezogen auf eine Grundfläche 14 des Instrumentenkorpus liegen somit die beiden mittleren Saiten 6b und 6c höher als die beiden seitlichen oder äußeren Saiten 6a und 6d.
Das Tonabnehmersystem 4 weist im dargestellten Ausführungsbeispiel zwei Sing- le-Coil-Tonabnehmer oder Pickups 16 und 18 auf. Hierbei ist der Tonabnehmer 16 den Saiten 6a und 6b zugeordnet und der Tonabnehmer 18 den Saiten 6c und 6d. Jeder Tonabnehmer 16 bzw. 18 greift somit Schwingungen eines ihm zugeordneten Saiten- paares (6a, 6b bzw. 6c, 6d) ab, wobei dieser Abgriff in bekannter Weise dadurch erfolgt, dass beispielsweise bezogen auf den Tonabnehmer 16 und die Saite 6a ein ferromag- netisches Element 20 in einen Spulenkörper 22 eingebettet ist, wobei um den Spulenkörper 22 eine Wicklung 24 gelegt ist. Das ferromagnetische Element 20 ist hierbei der Saite 6a zugeordnet. Da der Tonabnehmer 16 für ein Saitenpaar vorhanden ist, befindet sich in dem Spulenkörper 22 ein weiteres ferromagnetisches Element 26, welches Schwingungen der Saite 6b aufzunehmen vermag. Der Aufbau des Tonabnehmers 16 (und damit auch des Tonabnehmers 18, der hierzu identisch ist) entspricht somit in bekannter Weise demjenigen eines Single-Coil- Tonabnehmers; derartige Tonabnehmer sind seit Langem bekannt und auf eine weitere detaillierte Erläuterung von Aufbau und Funktionsweise kann daher verzichtet werden.
Gemäß Fig. 2 enden die ferromagnetischen Elemente 20 und 26 in Stirnflächen 28 bzw. 30, welche im Wesentlichen bündig mit der oberen Fläche oder Ebene des Spulenkörpers 22 sind. Es sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, dass die betreffend den
Tonabnehmer 16 gemachten Aussagen gleichermaßen auf den Tonabnehmer 18 zutreffen, soweit nicht anders angegeben.
Dem Spulenkörper 22 im Tonabnehmer 16 und analog hierzu dem Spulenkörper 22 ' im Tonabnehmer 18 ist in ebenfalls bekannter Weise ein weiterer Spulenkörper 32 im Tonabnehmer 16 bzw. 32 ' im Tonabnehmer 18 zugeordnet. Das Tonabnehmerpaar 22 und 32 bzw. 22' und 32' bildet in ebenfalls bekannter Weise eine Humbucker-Anord- nung. Aufbau und Funktionsweise derartiger Humbucker-Systeme sind ebenfalls allgemeiner Stand der Technik, sodass auf Details hiervon, beispielsweise die Polarität und Verschaltung der jeweiligen ferromagnetischen Elemente in den einzelnen Spulenkörpern 22, 32, 22' und 32' hier nicht näher eingegangen werden soll. Weiterhin ist festzuhalten, dass die Ausbildung des Tonabnehmers 16 bzw. 18 als Humbucker-System fa- kultaiv und nicht zwingend notwendig ist. Der aus den beiden Spulenkörpern 22 und 32 gebildete Tonabnehmer 16 ist auf einer Trägerplatte 34 aufgebaut, das heißt die Trägerplatte 34 lagert über nicht näher dargestellte spulenkorperseitige Befestigungsmittel die beiden Spulenkörper 22 und 32.
Gleiches trifft auf den Tonabnehmer 18 zu, bei dem die beiden Spulenkörper 22' und 32' von einer weiteren Trägerplatte 36 gelagert werden. Nachfolgend sei wieder primär auf den Tonabnehmer 16 eingegangen; die hierzu gemachten Ausführungen treffen gleichermaßen - sofern nicht explizit anders angegeben - auch auf den Tonabnehmer 18 zu. Gemäß Fig. 2 weist der Korpus 38 des Saiteninstruments 2 eine Ausnehmung oder Ausfräsung auf, welche eine Abschrägung 40 bildet, die den aus Fig. 2 ersichtlichen Verlauf hat, das heißt die Abschrägung 40 verläuft in Fig. 2 von rechts oben nach links unten. Auf der oberen Fläche in der Abschrägung 40 ist die Trägerplatte 34 durch einstell- oder justierbare Befestigungsmittel angeordnet. In einer Ausgestaltungsform können diese Befestigungsmittel durch eine Anzahl von Schrauben 42 gebildet sein, welche entsprechende Bohrungen in der Trägerplatte 34 durchsetzten und in das Material des Korpus 38 eingeschraubt sind, wobei zwischen der Unterseite der Trägerplatte 34 und der Oberseite der Abschrägung 40 um jede der Schrauben 42 eine Druckfeder 44 gelegt ist, welche unter Vorspannung die Trägerplatte 34 von der Fläche der Ab- schrägung 40 weg zu schieben trachtet. Durch entsprechendes Ein- oder Ausschrauben der jeweiligen Schrauben 42 unter gleichzeitiger Zusammendrückung oder Freigabe der zugehörigen Federn 44 kann somit die Ausrichtung der jeweiligen Trägerplatte (hier: Trägerplatte 34) gegenüber der Oberfläche der Abschrägung 40 eingestellt werden. Ist die Trägerplatte durch z.B. vier Schrauben 42 und vierfach federbelastet an der Abschrägung 40 gelagert, kann die Trägerplatte um mehrere Achsen oder in mehreren Freiheitsgraden verstellt werden, wobei die wichtigste Achse eine Achse A ist, wie nachfolgend noch beschrieben wird. Eine hiervon abweichende Anzahl von Schrauben 42 ist jedoch gleichermaßen möglich, z.B. drei Schrauben, wobei sich dann zwei hiervon an einer der Schmalseiten der Trägerplatte 34 befinden und eine mittig an der ge- genüberliegenden Schmalseite.
Die Trägerplatte 34 (und damit auch die Trägerplatte 36) hat den speziell aus Fig. 1 ersichtlichen langgestreckt/rechteckförmigen Aufbau mit einer Längserstreckung, welche größer als der lichte Abstand zwischen einem Saitenpaar (hier: Saiten 6a, 6b) ist, wobei die Verstellung der Trägerplatte 34 gegenüber der Abschrägung 40 insbesondere dadurch erfolgen kann, dass die Trägerplatte 34 um eine Achse A (Fig. 1 ) bleibend verkippbar und damit justierbar ist, welche im Wesentlichen der Seitenhalbierenden der Längserstreckung der Trägerplatte 34 entspricht, wobei diese Achse A im Wesentlichen parallel zu den Saitenlängsachsen des Saitenpaars 6a und 6b ist.
Man erkennt insbesondere aus der Darstellung von Fig. 2, dass bei einer Bewe- gung die Trägerplatte 34 um die Achse A und/oder parallel zur Fläche der Abschrägung 40 oder durch sonstige Relativbewegungen gegenüber der Abschrägung 40, hervorgerufen durch Ein- oder Ausschraubvorgänge an den Schrauben 42 der jeweilige Abstand zwischen einer Stirnfläche 28 bzw. 30 gegenüber der zugehörigen Saite 6a bzw. 6b bleibend einstellbar, das heißt justierbar ist.
Wie aus der Zeichnung weiterhin hervorgeht, ist in Verlaufsrichtung der Saiten 6 in Richtung Saitenhalter gesehen eine weitere Abschrägung 46 in dem Korpus 38 ausgebildet, welche zum Verlauf der Abschrägung 40 entgegengesetzt gerichtet ist, das heißt sie verläuft in Fig. 2 von links oben nach rechts unten. In der Projektion von Fig. 2 schließen die Oberflächen der beiden Abschrägungen 40 und 46 zwischen sich einen stumpfen Winkel α ein.
Analog zur Abschrägung 40 trägt die Abschrägung 46 auf der Trägerplatte 36 den weiteren Tonabnehmer 18 mit den Spulenkörpern 22' und 32'. Schwingungen der Sai- ten 6c und 6d werden durch diesen weiteren Tonabnehmer 18 abgegriffen und demzufolge ist die Anordnung der Spulenkörper 22' und 32' dem Verlauf der Abschrägung 46 folgend, das heißt die Trägerplatte 36 ist so analog zur Abschrägung 46 schräg gestellt, dass die Stirnflächen der ferromagnetischen Elemente in den Spulenkörpern 22' und 32' im wesentlichen gleichen Abstand zu den zugehörigen Saiten 6c und 6d haben.
Auch im Fall der Trägerplatte 36 ist die Ausrichtung besagter Trägerplatte gegenüber der Abschrägung 46 einstellbar oder justierbar aufgrund der Lagerung der Trägerplatte 36 gegenüber der Abschrägung 46 durch zu den Schrauben 42 und 44 analoge Lager- und Justiermittel.
Aus der Draufsicht von Fig. 1 geht hervor, dass aufgrund der Längserstreckung der Trägerplatten 34 und 36 und auch aufgrund der Längserstreckung der Spulenkörper 22, 32, 22' und 32' eine nebeneinander aufgereihte Anordnung der Spulenkörper in den Tonabnehmern 16 und 18 nicht möglich ist. Infolge dessen sind die beiden Tonabnehmer 16 und 18 in Längs- oder Verlaufsrichtung der Saiten 6 in der aus Fig. 1 ersichtlichen Weise zueinander versetzt. Durch die schräge Anordnung der einzelnen Spulenkörper in den Tonabnehmern
16 und 18 wird, wie insbesondere aus Fig. 2 hervorgeht, der Effekt erzielt, dass die Oberflächen der Spulenkörper, in welchen die Stirn- oder Endflächen der ferromagneti- schen Elemente enden, zu der imaginären Kreislinie, auf der sich die Saiten 6a bis 6d befinden, jeweils eine Sekante bilden. Dies ermöglicht zusammen mit der verstellbaren Lagerung der Trägerplatten 34 und 36 gegenüber ihren jeweiligen Abschrägungen 40 und 46 eine feinere Einstellbarkeit der jeweiligen Abstände zwischen den einzelnen Stirnflächen der ferromagnetischen Elemente und den zugehörigen Saiten.
Die voran stehende Beschreibung bezog sich auf ein Saiteninstrument 2 mit ins- gesamt vier Saiten. Sind mehr Saiten vorhanden, beispielsweise sechs Saiten, wäre noch ein weiterer Tonabnehmer vorzusehen, der sich dann in der Darstellung von Fig. 1 zwischen den beiden Tonabnehmer 16 und 18 befinden würde und dessen obere Fläche, in der die Stirnflächen der ferromagnetischen Elemente münden, im Wesentlichen parallel zur Grundfläche 14 verlaufen würde und mit Bezug zu dieser Grundfläche ein- stellbar wäre. Die sich hieran in Fig. 1 ober- und unterhalb anschließenden Tonabnehmer (Tonabnehmer 16 und 18) hätten dann wieder die aus Fig. 2 ersichtliche schräg gestellte Anordnung.
Bei einer Bauart des Saiteninstruments mit z.B. fünf oder sieben Saiten, also einer Saitenanzahl, welche kein ganzzahliges Vielfaches von 2 beträgt, ist der Gegenstand der vorliegenden Erfindung ebenfalls anwendbar. Bei beispielsweise fünf Saiten hätte die mittlere der Saiten (d.h. die dritte Saite) einen einzelnen Tonabnehmer und das jeweils beidseits hiervon liegende Saitenpaar (Saiten 1 und 2 bzw. 4 und 5) würde über eine Tonabnehmeranordnung gemäß der vorliegenden Erfindung abgegriffen. Analog hierzu würde bei anderen Saitenanzahlen verfahren werden. Es sollte jedoch bevorzugt stets die maximal mögliche Anzahl von Saitenpaaren mit den schräg gestellten Abnehmern gemäß der vorliegenden Erfindung abgegriffen werden, um die diesbezüglichen Vorteile möglichst umfassend zu erhalten bzw. auszureizen. Dadurch, dass die Anzahl der Saiten des Saiteninstruments bevorzugt ein ganzzahliges Vielfaches von 2 beträgt und jedem Saitenpaar ein Spulenkörper mit mindestens zwei ferromagnetischen Elementen zugeordnet ist und durch die beschriebene und zeichnerisch dargestellte einstellbare Lagerung der Spulenkörper der jeweiligen Tonabnehmer ist eine präzise Einstellung des Abstandes zwischen dem ferromagnetischen Element und seiner zugehörigen Saite möglich. Insbesondere ist es möglich, dass sämtliche Saiten gleichen Abstand zu dem jeweiligen ferromagnetischen Element haben, ohne dass eines oder mehrere dieser Elemente aus dem Spulenkörper bzw. des- sen oberer Fläche herausragen müssen. Alle ferromagnetischen Elemente haben die gleiche Einbaulage oder Eintauchtiefe im Spulenkörper und damit zeichnet sich das Saiteninstrument gemäß der vorliegenden Erfindung durch einen besonders homogenen Klang aus. Es versteht sich, dass anstelle der beschriebenen und zeichnerisch dargestellten
Justiermittel in Form der Schrauben 42 und 44 auch andere Einstellmittel zwischen den Schrägen 40 bzw. 46 und jeweiligen Trägerplatten 34 bzw. 36 möglich sind.
