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Title:
ENERGY TRANSMISSION VIA A BIPOLAR HIGH VOLTAGE DIRECT CURRENT TRANSMISSION LINK
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/101306
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a converter station (1) having two line-commutated converters (4, 5) for energy transmission via a bipolar high voltage direct current transmission line (30), and to a method for operating the converter station (1). In a first operating mode of the converter station (1) the two converters (4, 5) are electrically connected in an anti-parallel circuit to the same pole (21, 23) of the high voltage direct current transmission link (30) and one of the converters (4, 5) is operated as a rectifier and the other converter (4, 5) is operated as an inverter in an AC network (27). In a second operating mode the two converters (4, 5) are connected to different poles (21, 23) of the high voltage direct current transmission link (30) and both converters (4, 5) are operated as either rectifiers or inverters in the AC network (27). In both operating modes a station active power (P1) exchanged between the converter station (1) and the AC network (27) is controlled by active power specifications for converter active powers (P11, P12) which are exchanged between the converters (4, 5) and the AC network (27).

Inventors:
SÖLLNER NICOLAS (DE)
MESSNER JOHANN (DE)
Application Number:
EP2017/080108
Publication Date:
May 31, 2019
Filing Date:
November 22, 2017
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AG (DE)
International Classes:
H02M7/757; H02J3/36; H02M1/36; H02M7/493; H02M7/77
Foreign References:
US20100046255A12010-02-25
US3968419A1976-07-06
Other References:
None
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zum Betrieb einer Stromrichterstation (1) mit zwei netzgeführten Stromrichtern (4, 5) für eine

Energieübertragung über eine bipolare Hochspannungs- Gleichstrom-Übertragungsstrecke (30), wobei

- in einem ersten Betriebsmodus die beiden Stromrichter (4,

5) in einer Antiparallelschaltung mit demselben Pol (21, 23) der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsstrecke (30) elektrisch verbunden werden, einer der Stromrichter (4, 5) als Gleichrichter an einem Wechselstromnetz (27) betrieben wird und der andere Stromrichter (4, 5) als Wechselrichter an dem Wechselstromnetz (27) betrieben wird,

- in einem zweiten Betriebsmodus die beiden Stromrichter (4, 5) mit voneinander verschiedenen Polen (21, 23) der

Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsstrecke (30) verbunden werden und beide Stromrichter (4, 5) entweder als

Gleichrichter oder als Wechselrichter an dem

Wechselstromnetz (27) betrieben werden,

- und in beiden Betriebsmodi eine zwischen der

Stromrichterstation (1) und dem Wechselstromnetz (27) ausgetauschte Stationswirkleistung (PI) durch

Wirkleistungsvorgaben für Stromrichterwirkleistungen (Pli, P12), die zwischen den Stromrichtern (4, 5) und dem

Wechselstromnetz (27) ausgetauscht werden, gesteuert wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

bei einem Betriebsmoduswechsel zwischen den beiden

Betriebsmodi zunächst einer der beiden Stromrichter (4, 5) abgeschaltet wird und gleichzeitig die

Stromrichterwirkleistung (Pli, P12) des anderen

Stromrichters (4, 5) auf die vor dem Betriebsmoduswechsel realisierte Stationswirkleistung (PI) eingestellt wird, danach der abgeschaltete Stromrichter (4, 5) von demjenigen Pol (21, 23), mit dem er vor seiner Abschaltung verbunden war, getrennt und mit dem anderen Pol (21, 23) verbunden wird, und schließlich der abgeschaltete Stromrichter (4, 5) eingeschaltet wird und die Stromrichterstation (1) mit derselben Stationswirkleistung (PI) wie vor dem

Betriebsmoduswechsel in dem geänderten Betriebsmodus betrieben wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass ein Schwellenwert für die Stationswirkleistung (PI)

vorgegeben wird und die Stromrichterstation (1) für

Stationswirkleistungen (PI) unterhalb des Schwellenwerts in dem ersten Betriebsmodus betrieben wird.

4. Verfahren nach Anspruch 3,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Stromrichterstation (1) für Stationswirkleistungen (PI) oberhalb des Schwellenwerts in dem zweiten Betriebsmodus betrieben wird.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Stationswirkleistung (PI) beim Einschalten der

Stromrichterstation (1) in dem ersten Betriebsmodus durch stufenloses Ändern der Wirkleistungsvorgaben von einer Einschaltwirkleistung erhöht wird.

6. Verfahren nach Anspruch 5,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Einschaltwirkleistung Null ist.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Stationswirkleistung (PI) beim Abschalten der

Stromrichterstation (1) in dem ersten Betriebsmodus durch stufenloses Ändern der Wirkleistungsvorgaben auf eine

Abschaltwirkleistung gesenkt wird.

8. Verfahren nach Anspruch 7,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Abschaltwirkleistung Null ist.

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

die Stromrichterstation (1) für eine Änderung einer

Fließrichtung der Stationswirkleistung (PI) in dem ersten Betriebsmodus betrieben wird, wobei die

Stationswirkleistung (PI) durch stufenloses Ändern der

Wirkleistungsvorgaben geändert wird.

10. Stromrichterstation (1) für eine Energieübertragung über eine bipolare Hochspannungs-Gleichstrom

übertragungsstrecke (30), die Stromrichterstation (1)

umfassend

- zwei netzgeführte Stromrichter (4, 5), die jeweils

wahlweise als ein Gleichrichter oder als ein Wechselrichter an einem Wechselstromnetz (27) betreibbar und mit jedem der beiden Pole (21, 23) der Hochspannungs-Gleichstrom

übertragungsstrecke (30) elektrisch verbindbar sind,

- und eine Steuereinheit (46), die eingerichtet ist, eine von der Stromrichterstation (1) aus dem Wechselstromnetz (27) entnommene Stationswirkleistung (PI) durch

Wirkleistungsvorgaben für Stromrichterwirkleistungen (Pli, P12), die zwischen den Stromrichtern (4, 5) und dem

Wechselstromnetz (27) ausgetauscht werden, gemäß dem

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche zu steuern.

11. Stromrichterstation (1) nach Anspruch 10,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

jeder Stromrichter (4, 5) mit einem Pol (21, 23) der

Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsstrecke (30) direkt und mit dem anderen Pol (21, 23) durch eine Polwendeleitung (48, 49) und einen Polwendeschalter (38) oder durch eine

Polverbindungsleitung (36) und Unterbrechungsschalter (42) verbindbar ist.

12. Stromrichterstation (1) nach Anspruch 10 oder 11, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass das Wechselstromnetz (27) dreiphasig ist.

13. Stromrichterstation (1) nach Anspruch 12,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

jeder Stromrichter (4, 5) zwölf in einer aus zwei Sechspuls- Brückenschaltungen (26.1, 26.2) bestehenden Zwölfpuls- Brückenschaltung (26) angeordnete Ventileinheiten (7)

aufweist .

14. Stromrichterstation (1) nach Anspruch 13,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

jede Ventileinheit (7) wenigstens einen Thyristor aufweist.

15. Stromrichterstation (1) nach einem der Ansprüche 12 bis 14,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

jeder Stromrichter (4, 5) durch eine

Transformatoreinheit (11) mit dem Wechselstromnetz (27) verbunden ist, die für jede Phase des Wechselstromnetzes (27) eine Primärwicklung (13), eine erste Sekundärwicklung (15) und eine zweite Sekundärwicklung (17) aufweist, wobei die Primärwicklungen (13) durch eine Sternschaltung miteinander verbunden sind, die ersten Sekundärwicklungen (15) durch eine Dreieckschaltung miteinander verbunden sind und die zweiten Sekundärwicklungen (17) durch eine Sternschaltung miteinander verbunden sind.

Description:
Beschreibung

Energieübertragung über eine bipolare Hochspannungs- Gleichstrom-Übertragungsstrecke

Die Erfindung betrifft eine Stromrichterstation für eine Energieübertragung über eine bipolare Hochspannungs- Gleichstrom-Übertragungsstrecke und ein Verfahren zu deren Betrieb .

Elektrische Energie zwischen Wechselstromnetzen wird über große Entfernungen häufig mit hoher Gleichspannung

übertragen, da die Energieübertragung mit Gleichspannung über große Entfernungen gegenüber einer Energieübertragung mit Wechselspannung verlustärmer und kostengünstiger ist. Diese Art der Energieübertragung wird als Hochspannungs- Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) bezeichnet. Die

Energieübertragung kann dabei über eine monopolare oder eine bipolare Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsstrecke (HGÜ- Strecke) erfolgen. Eine monopolare HGÜ-Strecke weist nur eine Hochspannungsleitung auf, an der eine Hochspannung gegenüber einem Erdpotential anliegt. Eine bipolare HGÜ-Strecke weist zwei Hochspannungsleitungen auf, wobei an einer

Hochspannungsleitung eine gegenüber einem Erdpotential positive Hochspannung anliegt und an der anderen

Hochspannungsleitung eine gegenüber dem Erdpotential negative Hochspannung anliegt. Die der gleichen Spannungspolarität zugeordneten Teile einer HGÜ-Strecke werden im Folgenden als Pole der HGÜ-Strecke bezeichnet. Eine monopolare HGÜ-Strecke weist somit einen Pol auf, eine bipolare HGÜ-Strecke weist zwei Pole auf.

Um eine HGÜ-Strecke mit einem Wechselstromnetz zu verbinden, ist zwischen dem Wechselstromnetz und einem Ende der HGÜ- Strecke eine Stromrichterstation angeordnet, in der die

Umwandlung zwischen Wechselstrom und Wechselspannung des Wechselstromnetzes in Gleichstrom und Gleichspannung der HGÜ erfolgt. Stromrichterstationen weisen für jeden mit ihr verbundenen Pol der HGÜ-Strecke einen Stromrichter auf, der häufig als ein netzgeführter Stromrichter (LCC = Line

Commutated Converter) auf Thyristorbasis ausgeführt ist.

Diese Stromrichter arbeiten auf dem Prinzip der

wechselseitigen Stromkommutierung zwischen einzelnen

Ventileinheiten, die jeweils einen Thyristor oder mehrere in Reihe geschaltete Thyristoren aufweisen. Der kontinuierliche Stromfluss wird dabei durch Induktivitäten aufrechterhalten.

Geht der Stromfluss während der Leitperiode einer

Ventileinheit durch Null, so dass der Stromfluss durch diese Ventileinheit bereits erloschen ist, bevor die sie bei der Stromkommutierung ablösende Ventileinheit gezündet wird, muss die erloschene Ventileinheit wieder gezündet werden und man spricht dann man von einem Lückbetrieb. Dieser Lückbetrieb verursacht hohe Verluste und beansprucht die Stromrichter sehr stark, weswegen er im Betrieb bestmöglich vermieden wird. Aus diesem Grund werden netzgeführte Stromrichter mit einem Mindeststromfluss betrieben, der beispielsweise etwa 5 bis 10 Prozent des Nennstroms beträgt und bei dem der

Lückbetrieb sicher nicht auftreten kann. Dies bedeutet aber gleichzeitig, dass jeder netzgeführte Stromrichter eine minimale Übertragungsleistung aufweist, die beispielsweise etwa 5 bis 10 Prozent der Nennleistung beträgt, sofern in diesem Betriebsbereich nicht zusätzlich die HGÜ- Gleichspannung abgesenkt wird, was jedoch wiederum erhöhte Verluste bedeutet.

Beim Einschalten (Deblocken) eines netzgeführten

Stromrichters kommt es deshalb ohne weitere Maßnahmen im Übertragungsnetz zu einem Wirkleistungssprung, der mit einem Blindleistungssprung einhergeht. Diese Leistungssprünge haben unerwünschte Nebenwirkungen und verursachen auch einen

Spannungssprung, der in schwachen Wechselstromnetzen zu groß ist und durch kostenintensive Maßnahmen kompensiert werden muss Eine Möglichkeit, den Wirkleistungssprung zu verringern, ist das Absenken der Gleichspannung der HGÜ bei gleichbleibendem Strom, was jedoch die Verluste erhöht.

Bei einer bipolaren HGÜ-Strecke besteht ferner die

Möglichkeit, den Wirkleistungssprung zu verringern, indem über die beiden Pole der HGÜ-Strecke Wirkleistungen in einander entgegensetzten Richtungen übertragen werden. Dabei wird koordiniert auf mehreren mit der HGÜ-Strecke verbundenen Stromrichterstationen jeweils einer der beiden Stromrichter als Gleichrichter betrieben, der eine

Stromrichterwirkleistung aus dem mit ihm verbundenen

Wechselstromnetz entnimmt, während der andere Stromrichter als Wechselrichter betrieben wird, der eine

Stromrichterwirkleistung in das Wechselstromnetz überträgt. Die von einer Stromrichterstation übertragene

Stationswirkleistung ist in diesem Fall die Differenz der Stromrichterwirkleistungen ihrer beiden Stromrichter. Dadurch kann die Stationswirkleistung kleiner als die

Stromrichterwirkleistung jedes Stromrichters und insbesondere kleiner als die minimale Übertragungsleistung jedes

Stromrichters gemacht werden, so dass der Wirkleistungssprung reduziert werden kann, obwohl beide Stromrichter mit

wenigstens ihrer minimalen Übertragungsleistung betrieben werden. Diese Methode hat aber den Nachteil, dass durch die Übertragung von Wirkleistungen über beide Pole der HGÜ- Strecke hohe Übertragungsverluste entstehen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine

Stromrichterstation mit netzgeführten Stromrichtern für eine Energieübertragung über eine bipolare HGÜ-Strecke und ein Verfahren zu dem Betrieb einer derartigen Stromrichterstation anzugeben, die insbesondere hinsichtlich von

Wirkleistungssprüngen verbessert sind.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch eine Stromrichterstation mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betrieb einer

Stromrichterstation mit zwei netzgeführten Stromrichtern für eine Energieübertragung über eine bipolare Hochspannungs- Gleichstrom-Übertragungsstrecke werden in einem ersten

Betriebsmodus die beiden Stromrichter in einer

Antiparallelschaltung mit demselben Pol der Hochspannungs- Gleichstrom-Übertragungsstrecke elektrisch verbunden, einer der Stromrichter wird als Gleichrichter an einem

Wechselstromnetz betrieben und der andere Stromrichter als Wechselrichter an dem Wechselstromnetz betrieben. In einem zweiten Betriebsmodus werden die beiden Stromrichter mit voneinander verschiedenen Polen der Hochspannungs- Gleichstrom-Übertragungsstrecke verbunden und beide

Stromrichter werden entweder als Gleichrichter oder als Wechselrichter an dem Wechselstromnetz betrieben. In beiden Betriebsmodi wird eine zwischen der Stromrichterstation und dem Wechselstromnetz ausgetauschte Stationswirkleistung durch Wirkleistungsvorgaben für Stromrichterwirkleistungen

gesteuert, die zwischen den Stromrichtern und dem

Wechselstromnetz ausgetauscht werden.

Die Erfindung sieht also zwei verschiedene Betriebsmodi für das Betreiben einer Stromrichterstation mit zwei

netzgeführten Stromrichtern an einer bipolaren HGÜ-Strecke vor. In einen ersten Betriebsmodus werden die Stromrichter in einer Antiparallelschaltung monopolar, das heißt an demselben Pol der HGÜ-Strecke betrieben. In diesem Betriebsmodus wird einer der Stromrichter als Gleichrichter an dem

Wechselstromnetz betrieben, das heißt dieser Stromrichter entnimmt Wirkleistung aus dem Wechselstromnetz. Der andere Stromrichter wird als Wechselrichter an dem Wechselstromnetz betrieben, das heißt dieser Stromrichter überträgt

Wirkleistung in das Wechselstromnetz. In dem zweiten

Betriebsmodus werden die beiden Stromrichter in einer herkömmlichen Weise betrieben, in der sie mit voneinander verschiedenen Polen der Hochspannungs-Gleichstrom

übertragungsstrecke verbunden werden und beide Stromrichter entweder als Gleichrichter oder als Wechselrichter an dem Wechselstromnetz betrieben werden.

In dem ersten Betriebsmodus ist die Stationswirkleistung, die die Stromrichterstation mit dem Wechselstromnetz austauscht, die Differenz der Stromrichterwirkleistungen der beiden

Stromrichter, da einer der Stromrichter als Gleichrichter betrieben wird und der andere Stromrichter als Wechselrichter betrieben wird. Dadurch kann die Stationswirkleistung kleiner als die Stromrichterwirkleistung jedes Stromrichters und insbesondere kleiner als die minimale Übertragungsleistung jedes Stromrichters gemacht werden, auch wenn beide

Stromrichter mit wenigstens ihrer minimalen

Übertragungsleistung betrieben werden. Insbesondere kann eine verschwindende Stationswirkleistung eingestellt werden, wenn beide Stromrichter mit gleichen Stromrichterwirkleistungen betrieben werden. Der erste Betriebsmodus eignet sich daher insbesondere zum Einschalten und Abschalten der

Stromrichterstation, um einen bei dem Einschalten oder

Abschalten verursachten Wirkleistungssprung zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Da in dem ersten Betriebsmodus bei hohen Stromrichterwirkleistungen die Stationswirkleistung und die über die HGÜ-Strecke übertragene Leistung klein sein können, eignet sich der erste Betriebsmodus ferner für Tests mit hohen Stromrichterwirkleistungen im Rahmen einer

Erstinbetriebnahme einer HGÜ-Anlage, auch wenn die

Wechselstromsysteme oder/und die HGÜ-Strecke noch nicht für hohe Leistungen ausgelegt oder verfügbar sind.

In dem zweiten Betriebsmodus ist die Stationswirkleistung, die die Stromrichterstation mit dem Wechselstromnetz

austauscht, die Summe der Stromrichterwirkleistungen der beiden Stromrichter, da beide Stromrichter entweder als Gleichrichter oder als Wechselrichter betrieben werden. Dieser Betriebsmodus eignet sich daher zur Übertragung hoher Wirkleistungen über die HGÜ-Strecke.

In beiden Betriebsmodi wird die Stromrichterstation durch Wirkleistungsvorgaben für die Stromrichterwirkleistungen gesteuert, die zwischen den Stromrichtern und dem

Wechselstromnetz ausgetauscht werden. In dem ersten

Betriebsmodus unterscheiden sich die Wirkleistungsvorgaben für die beiden Stromrichter in der Regel voneinander, können in bestimmten Situationen jedoch auch übereinstimmen, insbesondere um eine verschwindende Stationswirkleistung einzustellen, beispielsweise um die Stromrichterstation ohne einen Wirkleistungssprung ein- oder abzuschalten. In dem zweiten Betriebsmodus werden beide Stromrichter üblicherweise mit übereinstimmenden Wirkleistungsvorgaben betrieben, so dass jede Stromrichterwirkleistung halb so groß wie die

Stationswirkleistung ist. Jedoch können die beiden

Stromrichter auch in dem zweiten Betriebsmodus mit

voneinander verschiedenen Wirkleistungsvorgaben betrieben werden .

Die Erfindung ermöglicht also neben dem herkömmlichen

(zweiten) Betriebsmodus der Stromrichterstation, in dem die beiden Stromrichter an verschiedenen Polen der HGÜ-Strecke beide entweder als Gleichrichter oder als Wechselrichter betrieben werden, einen weiteren (ersten) Betriebsmodus, in dem die Stromrichterstation mit kleinen

Stationswirkleistungen betrieben und insbesondere mit

reduzierten Auswirkungen auf das Wechselstromnetz ein- und abgeschaltet werden kann.

Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass bei einem Betriebsmoduswechsel zwischen den beiden Betriebsmodi zunächst einer der beiden Stromrichter abgeschaltet wird und gleichzeitig die Stromrichterwirkleistung des anderen

Stromrichters auf die vor dem Betriebsmoduswechsel

realisierte Stationswirkleistung eingestellt wird, danach der abgeschaltete Stromrichter von demjenigen Pol, mit dem er vor seiner Abschaltung verbunden war, getrennt und mit dem anderen Pol verbunden wird, und schließlich der abgeschaltete Stromrichter eingeschaltet wird und die Stromrichterstation mit derselben Stationswirkleistung wie vor dem

Betriebsmoduswechsel in dem geänderten Betriebsmodus

betrieben wird. Diese Ausgestaltung der Erfindung ermöglicht, einen durch eine Änderung des Betriebsmodus verursachten Wirkleistungssprung in der Stationswirkleistung zu vermeiden.

Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass ein Schwellenwert für die Stationswirkleistung vorgegeben wird und die Stromrichterstation für Stationswirkleistungen unterhalb des Schwellenwerts in dem ersten Betriebsmodus betrieben wird. Oberhalb des Schwellenwerts wird die

Stromrichterstation beispielsweise in dem zweiten

Betriebsmodus betrieben. Diese Ausgestaltung der Erfindung berücksichtigt, dass sich der erste Betriebsmodus vor allem für kleine Stationswirkleistungen eignet, da in diesem

Betriebsmodus die Stationswirkleistung die Differenz der Stromrichterwirkleistungen der beiden Stromrichter ist.

Insbesondere kann in dem ersten Betriebsmodus eine

Stationswirkleistung eingestellt werden, die kleiner als eine minimale Übertragungsleistung der Stromrichter ist, die zur Vermeidung eines Lückbetriebs der Stromrichter dient. Der Schwellenwert ist dabei beispielsweise gleich der Summe der minimalen Übertragungsleistungen der Stromrichter der

Stromrichterstation oder größer als diese Summe.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sehen vor, dass die Stationswirkleistung beim Einschalten der Stromrichterstation in dem ersten Betriebsmodus durch stufenloses Ändern der Wirkleistungsvorgaben von einer Einschaltwirkleistung erhöht und/oder beim Abschalten der Stromrichterstation in dem ersten Betriebsmodus durch stufenloses Ändern der

Wirkleistungsvorgaben auf eine Abschaltwirkleistung gesenkt wird. Dabei können die Einschaltwirkleistung und/oder die Abschaltwirkleistung insbesondere Null sein. Diese

Ausgestaltungen der Erfindung ermöglichen ein sanftes Einschalten und/oder Abschalten der Stromrichterstation ohne Wirkleistungssprünge oder mit gegenüber dem herkömmlichen Betrieb reduzierten Wirkleistungssprüngen.

Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die Stromrichterstation für eine Änderung einer Fließrichtung der Stationswirkleistung in dem ersten Betriebsmodus betrieben wird, wobei die Stationswirkleistung durch stufenloses Ändern der Wirkleistungsvorgaben geändert wird. Diese Ausgestaltung der Erfindung bewirkt, dass die Stationswirkleistung beim Ändern ihrer Fließrichtung kontinuierlich geändert wird und Wirkleistungssprünge in der Stationswirkleistung vermieden werden .

Eine erfindungsgemäße Stromrichterstation für eine

Energieübertragung über eine bipolare Hochspannungs- Gleichstrom-Übertragungsstrecke umfasst zwei netzgeführte Stromrichter, die jeweils wahlweise als ein Gleichrichter oder als ein Wechselrichter an einem Wechselstromnetz betreibbar und mit jedem der beiden Pole der Hochspannungs- Gleichstrom-Übertragungsstrecke elektrisch verbindbar sind, und eine Steuereinheit, die eingerichtet ist, eine von der Stromrichterstation aus dem Wechselstromnetz entnommene

Stationswirkleistung durch Wirkleistungsvorgaben für

Stromrichterwirkleistungen, die zwischen den Stromrichtern und dem Wechselstromnetz ausgetauscht werden, gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren zu steuern.

Eine erfindungsgemäße Stromrichterstation ermöglicht die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens mit den oben genannten Vorteilen. Gegenüber einer herkömmlichen

Stromrichterstation mit netzgeführten Stromrichtern werden lediglich eine Schaltung, die die Antiparallelisierung der beiden Stromrichter ermöglicht, sowie eine Steuereinheit, die zur erfindungsgemäßen Steuerung der

Stromrichterwirkleistungen der antiparallel geschalteten Stromrichter eingerichtet ist, benötigt. Für die Schaltung können gegebenenfalls bereits vorhandene Schaltvorrichtungen einer Stromrichterstation verwendet werden, wobei erforderlichenfalls ein Isolationspegel dieser

Schaltvorrichtungen auf ein Hochspannungspotential erhöht werden muss. Die Einrichtung der Steuereinheit kann

beispielsweise durch eine entsprechende Programmierung realisiert werden. Daher ist der zusätzliche Hardwareaufwand für eine erfindungsgemäße Stromrichterstation gegenüber einer herkömmlichen Stromrichterstation mit netzgeführten

Stromrichtern relativ gering. Die Erfindung kann daher gegebenenfalls auch zur Aufrüstung existierender bipolarer Stromrichterstationen mit netzgeführten Stromrichtern genutzt werden .

Eine Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen

Stromrichterstation sieht vor, dass jeder Stromrichter mit einem Pol der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsstrecke direkt und mit dem anderen Pol durch einen Polwendeschalter verbindbar ist. Diese Ausgestaltung der Erfindung ist

besonders vorteilhaft, wenn die Stromrichterstation mit mehr als einer weiteren Stromrichterstation über eine HGÜ-Strecke verbunden ist (so genannter Multiterminal-Betrieb) , da in diesem Fall eine einfache Umpolung der HGÜ-Strecke nicht möglich ist und daher oftmals Polwendeschalter ohnehin vorgesehen sind.

Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das Wechselstromnetz dreiphasig ist. In diesem Fall kann jeder Stromrichter beispielsweise zwölf in einer aus zwei

Sechspuls-Brückenschaltungen bestehenden Zwölfpuls- Brückenschaltung angeordnete Ventileinheiten aufweisen, wobei jede Ventileinheit insbesondere wenigstens einen Thyristor aufweisen kann. Ferner kann dabei jeder Stromrichter durch eine Transformatoreinheit mit dem Wechselstromnetz verbunden sein, die für jede Phase des Wechselstromnetzes eine

Primärwicklung, eine erste Sekundärwicklung und eine zweite Sekundärwicklung aufweist, wobei die Primärwicklungen durch eine Sternschaltung miteinander verbunden sind, die ersten Sekundärwicklungen durch eine Dreieckschaltung miteinander verbunden sind und die zweiten Sekundärwicklungen durch eine Sternschaltung miteinander verbunden sind. Die vorgenannten Ausgestaltungen der Erfindung beziehen sich auf die

vorherrschende Ausbildung von HGÜ-Strecken zwischen

dreiphasigen Wechselstromnetzen. In diesen Fällen haben sich insbesondere Stromrichterstationen mit zwölfpulsigen

Stromrichtern und den weiteren vorgenannten Eigenschaften bewährt, die daher auch vorteilhafte Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung darstellen. Es sei jedoch betont, dass die Erfindung nicht auf dreiphasige Wechselstromnetze

und/oder Stromrichter der vorgenannten Art eingeschränkt ist, sondern beispielsweise auch für einphasige Wechselstromnetze und/oder sechspulsige Stromrichter anwendbar ist.

Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im

Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung von

Ausführungsbeispielen, die im Zusammenhang mit den

Zeichnungen näher erläutert werden. Dabei zeigen:

FIG 1 einen Schaltplan einer Stromrichterstation gemäß dem Stand der Technik,

FIG 2 schematisch zwei Stromrichterstationen, die über eine HGÜ-Strecke verbunden sind,

FIG 3 schematisch drei Stromrichterstationen, die über eine HGÜ-Strecke verbunden sind.

Einander entsprechende Teile sind in den Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

Figur 1 zeigt einen Schaltplan einer Stromrichterstation 1 gemäß dem Stand der Technik für eine Energieübertragung über eine bipolare HGÜ-Strecke 30. Die Stromrichterstation 1 umfasst zwei netzgeführte Stromrichter 4, 5 (LCC = Line

Commutated Converter), die jeweils wahlweise als ein Gleichrichter oder als ein Wechselrichter an einem dreiphasigen Wechselstromnetz 27, 28, 29 betreibbar sind.

Jeder Stromrichter 4, 5 weist zwölf Ventileinheiten 7 auf, die in einer aus zwei Sechspuls-Brückenschaltungen 26.1, 26.2 bestehenden Zwölfpuls-Brückenschaltung 26 angeordnet sind. Jede Ventileinheit 7 weist einen Thyristor oder mehrere in Reihe oder parallel geschaltete Thyristoren auf. Zu jeder Ventileinheit 7 ist ein Überspannungsableiter 9 parallel geschaltet .

Jeder Stromrichter 4, 5 ist durch eine

Transformatoreinheit 11 mit dem Wechselstromnetz 27

verbunden, die für jede Phase des Wechselstromnetzes 27 eine Primärwicklung 13, eine erste Sekundärwicklung 15 und eine zweite Sekundärwicklung 17 aufweist. Die Primärwicklungen 11 jeder Transformatoreinheit 11 sind durch eine Sternschaltung miteinander verbunden, die ersten Sekundärwicklungen 15 sind durch eine Dreieckschaltung miteinander verbunden und die zweiten Sekundärwicklungen 17 sind durch eine Sternschaltung miteinander verbunden.

Jedes Wicklungsende jeder ersten Sekundärwicklung 15 ist mit einer von sechs Ventileinheiten 7 gebildeten ersten

Sechspuls-Brückenschaltung 26.1 verbunden. Ein von einem Sternpunkt 19 der Sternschaltung abgewandtes Wicklungsende jeder zweiten Sekundärwicklung 17 ist mit einer von den anderen sechs Ventileinheiten 7 des jeweiligen

Stromrichter 4, 5 gebildeten zweiten Sechspuls- Brückenschaltung 26.2 verbunden.

Ein erster Stromrichter 4 ist mit einem ersten Pol 21 der HGÜ-Strecke 30 verbunden. Dazu ist die zweite Sechspuls- Brückenschaltung 26.2 des ersten Stromrichters 4 mit dem ersten Pol 21 der HGÜ-Strecke 30 verbunden. Der zweite

Stromrichter 5 ist mit dem zweiten Pol 23 der HGÜ-Strecke 30 verbunden. Dazu ist die zweite Sechspuls-

Brückenschaltung 26.2 des zweiten Stromrichters 5 mit dem zweiten Pol 23 der HGÜ-Strecke 30 verbunden. Ferner sind die beiden Stromrichter 4, 5 über eine auf Mittelspannung

ausgelegte Stromrichterverbindungsleitung 25 miteinander verbunden. Dazu sind die ersten Sechspuls- Brückenschaltungen 26.1 beider Stromrichter 4, 5 mit der Stromrichterverbindungsleitung 25 verbunden.

Figur 2 zeigt schematisch zwei Stromrichterstationen 1, 2, die gleichstromseitig miteinander über eine HGÜ-Strecke 30 verbunden sind. Wechselstromseitig ist eine erste

Stromrichterstation 1 mit einem ersten Wechselstromnetz 27 verbunden, und die zweite Stromrichterstation 2 ist mit einem zweiten Wechselstromnetz 28 verbunden.

Die HGÜ-Strecke 30 ist bipolar mit einem ersten Pol 21 und einem zweiten Pol 23 und Hochspannungsleitungen 32, 34 zwischen den beiden Stromrichterstationen 1, 2 ausgebildet.

Jede Stromrichterstation 1, 2 ist wie die in Figur 1

dargestellte Stromrichterstation 1 ausgebildet, wobei jeder der beiden Stromrichter 4, 5 jeder Stromrichterstation 1, 2 wahlweise mit jedem der beiden Pole 21, 23 der HGÜ-Strecke 30 verbindbar ist. Dazu sind die mit jeweils einem Pol 21, 23 verbundenen Ausgänge jeder Stromrichterstation 1, 2 über eine Polverbindungsleitung 36 und zwei Unterbrechungsschalter 42 oder über Polwendeleitungen 48, 49 und zwei

Polwendeschalter 38 miteinander verbindbar. Die

Polverbindungsleitung 36 jeder Stromrichterstation 1, 2 ist ferner über einen Umkonfigurationsschalter 40 mit der

Stromrichterverbindungsleitung 25 der Stromrichterstation 1,

2 verbindbar. Die Stromrichterverbindungsleitungen 25 der Stromrichterstationen 1, 2 sind über eine

Mittelspannungsleitung 44 miteinander verbunden. Jede

Stromrichterstation 1, 2 weist eine Steuereinheit 46 auf, durch die die Ventileinheiten 7 ihrer Stromrichter 4, 5 angesteuert werden. Jede Stromrichterstation 1, 2 tauscht mit dem

Wechselstromnetz 27, 28, mit dem sie verbunden ist, eine Stationswirkleistung PI, P2 aus, wobei Pi die

Stationswirkleistung der Stromrichterstation i bezeichnet (für i = 1, 2) . Dabei ergibt sich die Stationswirkleistung Pi der Stromrichterstation i aus der

Stromrichterwirkleistung Pil des ersten Stromrichters 4 der Stromrichterstation i und der Stromrichterwirkleistung Pi2 des zweiten Stromrichters 5 der Stromrichterstation i. Die Richtung jedes Wirkleistungsflusses ist in Figur 2 durch einen Pfeil dargestellt.

In dem in Figur 2 dargestellten Fall werden beide

Stromrichterstationen 1, 2 in dem ersten Betriebsmodus des erfindungsgemäßen Verfahrens betrieben. Dabei werden die beiden Stromrichter 4, 5 jeder Stromrichterstation 1, 2 in einer Antiparallelschaltung mit dem ersten Pol 21 der HGÜ- Strecke 30 verbunden, wobei der erste Stromrichter 4 jeder Stromrichterstation 1, 2 direkt mit dem ersten Pol 21 verbunden wird, während der zweite Stromrichter 5 durch einen Polwendeschalter 38 mit dem ersten Pol 21 verbunden wird. Die Stromrichterstationen 1, 2 werden in dem ersten Betriebsmodus also jeweils monopolar, das heißt nur an einem Pol 21 der HGÜ-Strecke 30, betrieben.

Einer der Stromrichter 4, 5 jeder Stromrichterstation 1, 2 wird als Gleichrichter betrieben, der andere Stromrichter 4,

5 der Stromrichterstation 1, 2 wird als Wechselrichter betrieben .

In dem dargestellten Beispiel wird der erste Stromrichter 4 einer ersten Stromrichterstation 1 als Wechselrichter

betrieben, das heißt er überträgt die

Stromrichterwirkleistung Pli in das erste

Wechselstromnetz 27. Der zweite Stromrichter 5 der ersten Stromrichterstation 1 wird als Gleichrichter betrieben, das heißt er entnimmt die Stromrichterwirkleistung P12 aus dem ersten Wechselstromnetz 27. In dem dargestellten Beispiel ist angenommen, dass Pli größer als P12 ist, so dass die erste Stromrichterstation 1 die Stationswirkleistung PI = Pli - P12 in das erste Wechselstromnetz 27 überträgt.

Der erste Stromrichter 4 der zweiten Stromrichterstation 2 wird als Gleichrichter betrieben, das heißt er entnimmt die Stromrichterwirkleistung P21 aus dem zweiten

Wechselstromnetz 28. Der zweite Stromrichter 5 der zweiten Stromrichterstation 2 wird als Wechselrichter betrieben, das heißt er überträgt die Stromrichterwirkleistung P22 in das zweite Wechselstromnetz 28. In dem dargestellten Beispiel ist angenommen, dass P21 größer als P22 ist, so dass die zweite Stromrichterstation 2 die Stationswirkleistung P2 = P21 - P22 aus dem zweiten Wechselstromnetz 28 entnimmt.

Die Stationswirkleistung PI, P2 jeder Stromrichterstation 1,

2 wird mittels der Steuereinheit 46 dieser

Stromrichterstation 1, 2 durch Wirkleistungsvorgaben für die Stromrichterwirkleistungen Pli, P12, P21, P22 gesteuert.

Durch gleiche Wirkleistungsvorgaben für beide Stromrichter 4, 5 jeder Stromrichterstation 1, 2, das heißt für Pli = P12 und P21 = P22, können insbesondere verschwindende

Stationswirkleistungen PI, P2, das heißt PI = 0 und P2 = 0 eingestellt werden.

In Figur 2 sind außerdem elektrische Ströme II bis 18 und deren durch Pfeile dargestellte Richtungen vermerkt, die jeweils durch eine erste Hochspannungsleitung 32, die

Mittelspannungsleitung 44, die Stromrichter 4, 5 beider

Stromrichterstationen 1, 2 und Polwendeleitungen 48, 49 fließen. In dem dargestellten Beispiel teilt sich

beispielsweise der durch den ersten Stromrichter 4 der ersten Stromrichterstation 1 fließende Strom 13 auf die durch die erste Hochspannungsleitung 32 und die Polwendeleitung 48 fließenden Ströme II, 17 auf. Gegenüber dem eingangs

beschriebenen Verfahren, bei dem ein Wirkleistungssprung beim Ein- oder Abschalten von Stromrichterstationen 1, 2 vermieden wird, indem über die beiden Hochspannungsleitungen 32, 34 der HGÜ-Strecke 30 bei verschwindenden Stationswirkleistungen PI, P2 Wirkleistungen in einander entgegensetzten Richtungen übertragen werden, wird dabei vorteilhaft eine

Verlustleistung verringert, die durch einen Stromfluss durch die Hochspannungsleitung 32 entsteht. In dem Spezialfall verschwindender Stationswirkleistungen PI, P2, das heißt für PI = 0 und P2 = 0, können Verlustleistungen, die durch

Ströme II, 12 durch die Hochspannungsleitung 32 und die

Mittelspannungsleitung 44 entstehen, sogar vollständig vermieden werden, da diese Ströme II, 12 in diesem

Spezialfall verschwinden.

Figur 3 zeigt schematisch drei Stromrichterstationen 1, 2, 3, die gleichstromseitig miteinander über eine HGÜ-Strecke 30 verbunden sind. Wechselstromseitig ist eine erste

Stromrichterstation 1 mit einem ersten Wechselstromnetz 27 verbunden, eine zweite Stromrichterstation 2 ist mit einem zweiten Wechselstromnetz 28 verbunden, und die dritte

Stromrichterstation 3 ist mit einem dritten

Wechselstromnetz 29 verbunden.

Die HGÜ-Strecke 30 ist bipolar mit einem ersten Pol 21 und einem zweiten Pol 23 ausgebildet. Die

Stromrichterstationen 1, 2, 3 sind über

Hochspannungsleitungen 32, 34 miteinander verbunden.

Jede Stromrichterstation 1, 2, 3 ist wie die in Figur 1 dargestellte Stromrichterstation 1 ausgebildet, wobei jeder der beiden Stromrichter 4, 5 jeder Stromrichterstation 1, 2,

3 wahlweise mit jedem der beiden Pole 21, 23 der HGÜ- Strecke 30 verbindbar ist. Dazu sind die mit jeweils einem Pol 21, 23 verbundenen Ausgänge jeder Stromrichterstation 1, 2, 3 über eine Polverbindungsleitung 36 und zwei

Unterbrechungsschalter 42 oder über Polwendeleitungen 48, 49 und zwei Polwendeschalter 38 miteinander verbindbar. Die Polverbindungsleitung 36 jeder Stromrichterstation 1, 2, 3 ist ferner über einen Umkonfigurationsschalter 40 mit der Stromrichterverbindungsleitung 25 der Stromrichterstation 1, 2, 3 verbindbar und weist zwischen ihrer Verbindung mit dem Umkonfigurationsschalter 40 und jedem Stromrichter 4, 5 der Stromrichterstation 1, 2, 3 einen Unterbrechungsschalter 42 auf. Die Stromrichterverbindungsleitungen 25 der

Stromrichterstationen 1, 2, 3 sind über

Mittelspannungsleitungen 44 miteinander verbunden. Jede

Stromrichterstation 1, 2, 3 weist eine Steuereinheit 46 auf, durch die die Ventileinheiten 7 ihrer Stromrichter 4, 5 angesteuert werden.

Jede Stromrichterstation 1, 2, 3 tauscht mit dem

Wechselstromnetz 27, 28, 29, mit dem sie verbunden ist, eine Stationswirkleistung PI, P2, P3 aus, wobei Pi die

Stationswirkleistung der Stromrichterstation i bezeichnet (für i = 1, 2, 3) . Dabei ergibt sich die Stationswirkleistung Pi der Stromrichterstation i aus der

Stromrichterwirkleistung Pil des ersten Stromrichters 4 der Stromrichterstation i und der Stromrichterwirkleistung Pi2 des zweiten Stromrichters 5 der Stromrichterstation i. Die Richtung jedes Wirkleistungsflusses ist wiederum durch einen Pfeil dargestellt.

Eine erste Stromrichterstation 1 wird in dem ersten

Betriebsmodus des erfindungsgemäßen Verfahrens betrieben. Dabei werden die beiden Stromrichter 4, 5 der ersten

Stromrichterstation 1 in einer Antiparallelschaltung mit demselben ersten Pol 21 der HGÜ-Strecke 30 verbunden, wobei der erste Stromrichter 4 der ersten Stromrichterstation 1 direkt mit diesem ersten Pol 21 verbunden wird, während der zweite Stromrichter 5 der ersten Stromrichterstation 1 durch einen Polwendeschalter 38 mit dem ersten Pol 21 verbunden wird. Der erste Stromrichter 4 wird als Wechselrichter betrieben, das heißt er überträgt die

Stromrichterwirkleistung Pli in das erste

Wechselstromnetz 27. Der zweite Stromrichter 5 wird als Gleichrichter betrieben, das heißt er entnimmt die

Stromrichterwirkleistung P12 aus dem ersten

Wechselstromnetz 27. In dem dargestellten Beispiel ist angenommen, dass Pli größer als P12 ist, so dass die erste Stromrichterstation 1 die Stationswirkleistung PI = Pli - P12 in das erste Wechselstromnetz 27 überträgt.

Eine zweite Stromrichterstation 2 und die dritte

Stromrichterstation 3 werden jeweils in einem konventionellen zweiten Betriebsmodus betrieben, das heißt die beiden

Stromrichter 4, 5 jeder dieser Stromrichterstationen 2, 3 sind mit unterschiedlichen Polen 21, 23 der HGÜ-Strecke 30 verbunden und beide Stromrichter 4, 5 werden entweder als Gleichrichter oder als Wechselrichter betrieben.

In dem dargestellten Beispiel werden die beiden

Stromrichter 4, 5 der zweiten Stromrichterstation 2 als Gleichrichter betrieben, die jeweils eine

Stromrichterwirkleistung P21 und P22 aus dem zweiten

Wechselstromnetz 28 entnehmen. Die zweite

Stromrichterstation 2 entnimmt daher die

Stationswirkleistung P2 = P21 + P22 aus dem zweiten

Wechselstromnetz 28.

Die beiden Stromrichter 4, 5 der dritten

Stromrichterstation 3 werden als Wechselrichter betrieben, die jeweils eine Stromrichterwirkleistung P31 und P32 in das dritte Wechselstromnetz 29 übertragen. Die dritte

Stromrichterstation 3 überträgt daher die

Stationswirkleistung P3 = P31 + P32 in das dritte

Wechselstromnetz 29.

Die Stationswirkleistung PI, P2, P3 jeder

Stromrichterstation 1, 2 wird mittels der Steuereinheit 46 dieser Stromrichterstation 1, 2 durch Wirkleistungsvorgaben für die Stromrichterwirkleistungen Pli, P12, P21, P22, P31, P32 ihrer Stromrichter 4, 5 gesteuert.

In den in Figuren 2 und 3 dargestellten Beispielen ist die Stationswirkleistung PI, P2, P3 einer Stromrichterstation 1, 2, 3 in dem ersten Betriebsmodus die Differenz der Stromrichterwirkleistungen Pli bis P32 der beiden Stromrichter 4, 5 der Stromrichterstation 1, 2, 3. Daher kann die Stationswirkleistung PI, P2, P3 in dem ersten

Betriebsmodus kleiner als die Stromrichterwirkleistung Pli bis P32 jedes Stromrichters 4, 5 und insbesondere kleiner als eine minimale Übertragungsleistung, durch die ein Lückbetrieb des Stromrichters 4, 5 verhindert wird, gemacht werden, auch wenn beide Stromrichter 4, 5 mit wenigstens ihrer minimalen Übertragungsleistung betrieben werden. Insbesondere kann auch eine verschwindende Stationswirkleistung PI, P2, P3 einer Stromrichterstation 1, 2, 3 eingestellt werden, indem beide Stromrichter 4, 5 der Stromrichterstation 1, 2, 3 mit

gleichen Stromrichterwirkleistungen Pli bis P32 betrieben werden .

Der erste Betriebsmodus wird daher vorzugsweise für kleine Stationswirkleistungen PI, P2, P3 der

Stromrichterstationen 1, 2, 3 verwendet. Beispielsweise wird ein Schwellenwert für die Stationswirkleistung PI, P2, P3 einer Stromrichterstation 1, 2, 3 vorgegeben und die

Stromrichterstation 1, 2, 3 wird für

Stationswirkleistungen PI, P2, P3 unterhalb des

Schwellenwerts in dem ersten Betriebsmodus betrieben. Der Schwellenwert ist dabei beispielsweise gleich der Summe der minimalen Übertragungsleistungen der Stromrichter 4, 5 der Stromrichterstation 1, 2, 3 oder größer als diese Summe. Für Stationswirkleistungen PI, P2, P3 oberhalb des Schwellenwerts wird die Stromrichterstation 1, 2, 3 vorzugsweise in dem zweiten Betriebsmodus betrieben.

Bei einem Betriebsmoduswechsel zwischen den beiden

Betriebsmodi einer Stromrichterstation 1, 2, 3 wird zunächst einer der beiden Stromrichter 4, 5 der Stromrichterstation 1, 2, 3 abgeschaltet und gleichzeitig wird die

Stromrichterwirkleistung Pli bis P32 des anderen

Stromrichters 4, 5 auf die vor dem Betriebsmoduswechsel realisierte Stationswirkleistung PI, P2, P3 eingestellt.

Danach wird der abgeschaltete Stromrichter 4, 5 von demjenigen Pol 21, 23, mit dem er vor seiner Abschaltung verbunden war, getrennt und mit dem anderen Pol 21, 23 verbunden. Schließlich wird der abgeschaltete Stromrichter 4, 5 wieder eingeschaltet und die Stromrichterstation 1, 2, 3 wird mit derselben Stationswirkleistung PI, P2, P3 wie vor dem Betriebsmoduswechsel in dem geänderten Betriebsmodus betrieben. Auf diese Weise wird ein durch eine Änderung des Betriebsmodus verursachter Wirkleistungssprung in der

Stationswirkleistung PI, P2, P3 vermieden.

Der erste Betriebsmodus wird insbesondere zum Einschalten und Abschalten einer Stromrichterstation 1, 2, 3 verwendet, um einen durch das Einschalten oder Abschalten verursachten Wirkleistungssprung zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Ferner wird beim Einschalten einer Stromrichterstation 1, 2,

3 die Stationswirkleistung PI, P2, P3 der

Stromrichterstation 1, 2, 3 in dem ersten Betriebsmodus vorzugsweise durch stufenloses Ändern der

Wirkleistungsvorgaben für die Stromrichterwirkleistungen Pli bis P32 von einer Einschaltwirkleistung erhöht. Beim

Abschalten der Stromrichterstation 1, 2, 3 wird die

Stationswirkleistung PI, P2, P3 in dem ersten Betriebsmodus durch stufenloses Ändern der Wirkleistungsvorgaben für die Stromrichterwirkleistungen Pli bis P32 auf eine

Abschaltwirkleistung gesenkt. Die Einschaltwirkleistung und/oder die Abschaltwirkleistung können dabei insbesondere Null sein. Dadurch wird ein sanftes Einschalten und

Abschalten einer Stromrichterstation 1, 2, 3 ohne

Wirkleistungssprünge ermöglicht.

Der erste Betriebsmodus einer Stromrichterstation 1, 2, 3 wird ferner vorzugsweise für eine Änderung einer

Fließrichtung der Stationswirkleistung PI, P2, P3 verwendet. Auch dabei wird die Stationswirkleistung PI, P2, P3

vorzugsweise durch stufenloses Ändern der

Wirkleistungsvorgaben geändert, so dass die

Stationswirkleistung PI, P2, P3 auch beim Ändern ihrer

Fließrichtung kontinuierlich geändert wird und Wirkleistungssprünge in der Stationswirkleistung PI, P2, P3 vermieden werden.

Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte

Ausführungsbeispiele näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der

Erfindung zu verlassen.

Bezugszeichenliste

I bis 3 Stromrichterstation

4, 5 Stromrichter

7 Ventileinheit

9 Überspannungsableiter

II Transformatoreinheit

13 Primärwicklung

15, 17 Sekundärwicklung

19 sekundärseitiger Sternpunkt

21, 23 Pol

25 Stromrichterverbindungsleitung

26 Zwölfpuls-Brückenschaltung

26.1, 26.2 Sechspuls-Brückenschaltung

27 bis 29 Wechselstromnetz

30 Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsstrecke

32, 34 Hochspannungsleitung

36 Polverbindungsleitung

38 Polwendeschalter

40 Umkonfigurationsschalter

42 Unterbrechungsschalter

44 Mittelspannungsleitung

46 Steuereinheit

48, 49 Polwendeleitung

II bis 18 Strom

PI bis P3 Stationswirkleistung

Pli bis P32 Stromrichterwirkleistung