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Title:
ENERGY TRANSMITTER FORMING A COMPONENT OF A COATING AND/OR DRYING INSTALLATION, IN PARTICULAR FOR A PAINT COATING
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2003/056262
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to an energy transmitter (1), which forms a component of a coating and/or drying installation (2), in particular for a paint coating. According to the invention, the energy transmitter (1) comprises at least two transmitter planar elements (10) as antenna elements. Each of the transmitter planar elements (10) has a glass support plate (11), whose rear face (12) supports a radiating layer (13) and whose opposing free front face (17) is directed towards a location for an object to be dried or a surface of a component (3), to which a coating material has been applied. In addition, a metal planar reflector (20), which is located parallel to the glass rear face (12) at a distance and is approximately the same size as the latter, is provided. According to the invention, each radiating layer (13) is configured to emit electromagnetic radiation in a frequency band and the frequency band covers at least characteristic natural frequencies in the ultra-red range of an object to be dried or a coating material. The radiating layer (13) can be induced to emit the frequency band or bands using a control unit (16), in such a way that natural frequencies of the object to be dried or the coating material can be induced as resonant frequencies in tune with said object or material.

Inventors:
Reichelt, Helmut (Neue Siedlung 22a Reichstädt, 01744, DE)
Application Number:
PCT/EP2002/013551
Publication Date:
July 10, 2003
Filing Date:
November 30, 2002
Export Citation:
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Assignee:
MOLETHERM HOLDING AG (Dammstrasse 21 Solothurn, CH-4502, CH)
Reichelt, Helmut (Neue Siedlung 22a Reichstädt, 01744, DE)
International Classes:
F26B3/347; B05C9/14; F26B3/30; F26B15/12; F26B23/08; (IPC1-7): F26B3/30; H05B3/26
Foreign References:
US3102007A
US6297481B1
DE19503775C1
EP0095717A1
DE3814871A1
EP0741501A1
DE19857940C1
DE19503775C1
DE3814871A1
Attorney, Agent or Firm:
Neubauer, Hans-jürgen (Fauststrasse 30 Ingolstadt, 85051, DE)
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Claims:
Ansprüche
1. Energietransmitter als Bestandteil einer Beschichtungsund/oder Tro ckenanlage, insbesondere für eine Lackbeschichtung dadurch gekennzeichnet, dass der Energietransmitter (1) wenigstens zwei TransmitterFlächenele mente (10) als Antennenelemente umfasst, dass jedes der TransmitterFlächenelemente (10) eine Glasträgerplatte (11) aufweist, die auf einer Glasrückfläche (12) eine Abstrahischicht (13) trägt und deren gegenüberliegende freie Glasvorderfläche (17) auf eine Position für ein zu trocknendes Objekt oder eine Oberfläche eines Bau teils (3) mit aufgetragenem Beschichtungsmaterial gerichtet ist, dass im Abstand und etwa parallel zu der Glasrückfläche (12) und we nigstens in deren Größe ein Flächenreflektor (20) aus Metallmaterial an geordnet ist, dass die jeweilige Abstrahlschicht (13) zur Abgabe einer elektromagne tischen Strahlung in einem Frequenzband ausgelegt ist und das Fre quenzband wenigstens charakteristische Eigenfrequenzen im Ultrarot eines zu trocknenden Objekts oder Beschichtungsmaterials überdeckt, und dass die Abstrahischicht (13) mittels einer Steuereinrichtung (16) zur Ab gabe des wenigstens einen Frequenzbandes anregbar ist, so dass Ei genfrequenzen des zu trocknenden Objekts oder des Beschichtungs materials in Resonanz anregbar sind.
2. Energietransmitter als Bestandteil einer Beschichtungsund/oder Tro ckenanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehr zahl rechtwinkliger oder quadratischer TransmitterFlächenelemente (10) eingesetzt sind, die in wenigstens einer Ebene nebeneinander an geordnet sind.
3. Energietransmitter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwi schen angrenzenden Kanten der TransmitterFlächenelemente ein elek trisch isolierendes Sichtungsband eingesetzt ist.
4. Energietransmitter als Bestandteil einer Beschichtungsund/oder Tro ckenanlage nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die TransmitterFlächenelemente (10) Innenwände (18) eines Tunnels (7) bilden und an den Seitenwänden (8) und/oder an der Deckenwand (9) und/oder an der Bodenwand angeordnet sind und ein zu trocknendes Objekt oder ein Bauteil (3) mit aufgetragenem Beschichtungsmaterial durch den Tunnel (7) transportierbar ist.
5. Energietransmitter als Bestandteil einer Beschichtungsund/oder Tro ckenanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeich net, dass die Abstrahlschicht (13) auf den Glasträgerplatten (11) durch Aufbringen der folgenden Beschichtungsmasse gebildet ist, die aus Bin demittel, Isolationsmittel, Dispergiermittel, Wasser und Graphit besteht und zusammengesetzt ist aus a. 55 bis 65 % Stoffmengenanteile einer Grundsubstanz aus 39 bis 49 % Stoffmengenanteile Bindemittel, 18 bis 23 % Stoffmengenanteile Isolationsmittel, 18 bis 24 % Stoffmengenanteile Dispergiermittel, 12 bis 16 % Stoffmengenanteile destilliertes Wasser und b. 35 bis 45 % Stoffmengenanteile Graphit, wobei das Bindemittel zusammengesetzt ist aus * 69,06 bis 75, 54% Stoffmengenanteile destilliertes Wasser, * 4 bis 6 % Stoffmengenanteile sulfuriertes Öl, * 0,16 bis 0,24 % Stoffmengenanteile Phenole oder 0,05 bis 0,5 % Stoffmengenanteile Benzisothiazoli non, * 15 bis 19 % Stoffmengenanteile Kasein, * 0,8 bis 1, 2 % Stoffmengenanteile Harnstoff, * 2 bis 3 % StoffmengenanteileVerdünnungsmittel, und * 2,5 bis 3,5 % Stoffmengenanteile Caprolactam.
6. Energietransmitter als Bestandteil einer Beschichtungsund/oder Tro ckenanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das sulfu rierte Öl sulfatiertes Rizinusöl ist, dass die Phenole carbonisierte, durch Cracken hergestellte Phenole sind oder Benzisothiazolinon verwendet wird, dass das Verdünnungsmittel ein alkalisches Verdünnungsmittel und/oder ein Lösungsmittel auf Aromatenbasis und/oder Alkoholbasis und/oder Esterbasis und/oder Ketonbasis ist, dass das Isolationsmittel ein isolierender Ruß ist, dass das Dispergiermittel eine anorganische und/oder organische, mo nomere und/oder polymere Substanz ist, und dass die Beschichtungsmasse ein Thixotropierungsmittel enthält.
7. Energietransmitter als Bestandteil einer Beschichtungsund/oder Tro ckenanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeich net, dass die TransmitterFlächenelemente (10) jeweils an gegenüber liegenden Seitenbereichen der mit der Abstrahlschicht (13) ausgerüste ten Glasrückflächen (12) elektrische Leiter (14,15) aufweisen und alle TransmitterFlächenelemente in Parallelschaltung mit einem Oberwel lengenerator der Steuereinrichtung (16) verbunden sind, der einen elek trischen Baustein umfasst, welcher bei Ansteuerung mit einer Ansteuer schwingung eine steile Stromanstiegsgeschwindigkeit entsprechend ei ner steilen Anstiegsflanke aufweist und damit zur Erzeugung eines ho hen Oberwellenanteils geeignet ist.
8. Energietransmitter als Bestandteil einer Beschichtungsund/oder Tro ckenanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeich net, dass eine Anzahl der TransmitterFlächenelemente (10) mit einer Frequenz im Megahertzbereich und die anderen TransmitterFlächenele mente (10) mit einer Frequenz im Gigahertzbereich anregbar ist.
9. Energietransmitter als Bestandteil einer Beschichtungsund/oder Tro ckenanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeich net, dass der Flächenreflektor (20) aus wenigstens einem tragfähigen Metallblech gebildet ist, an dem über Isolationselemente (19) die Trans mitterFlächenelemente (10) gehalten sind, wobei der Abstand zwischen dem Flächenreflektor (20) und den TransmitterFlächenelementen (10) vorzugsweise ca. 1 cm bis 10 cm beträgt.
10. Energietransmitter als Bestandteil einer Beschichtungsund/oder Tro ckenanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeich net, dass eine erste Einrichtung zum Auftrag eines flüssigen oder pulver förmigen oder granulatförmigen Beschichtungsmaterials auf zumindest einen Teil einer Oberfläche eines Bauteils (3) vorgesehen ist, und die erste Einrichtung zum Auftrag des Beschichtungsmaterials in einer ers ten Station angeordnet ist, durch die das zu beschichtende Bauteil kon tinuierlich oder taktweise mittels einer Transporteinrichtung (4) förderbar ist, und dass eine zweite Einrichtung (6) vorgesehen ist, die den steuerbaren Energietransmitter (1) mit einer Wirkrichtung auf die Oberfläche des Bauteils (3) mit aufgetragenem Beschichtungsmaterial umfasst, wobei mittels des Energietransmitters (1) das Beschichtungsmaterial, vorzugs weise ein Pulverlackmaterial, aufschmelzbar und/oder trockenbar ist, und dass die zweite Einrichtung mit dem Energietransmitter in einer zweiten Station (5) angeordnet ist, die der ersten Station nachgeordnet ist und durch die mittels der Transporteinrichtung (4) das Bauteil (3) kon tinuierlich oder taktweise förderbar ist.
11. Energietransmitter als Bestandteil einer Beschichtungsund/oder Tro ckenanlage nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Auf trag des Beschichtungsmaterials in der ersten Einrichtung elektrostatisch und/oder durch Aufspritzen erfolgt.
12. Energietransmitter als Bestandteil einer Beschichtungsund/oder Tro ckenanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeich net, dass als Beschichtungsmaterial ein Pulverlack mit Eigenfrequenzen im Bereich der Wellenzahlen von ca. 1000 bis 1800 cm'eingesetzt wird.
13. Energietransmitter als Bestandteil einer Beschichtungsund/oder Tro ckenanlage nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die zu beschichtenden Bauteile (3) aus Metallmaterial bestehen.
Description:
Beschreibung Energietransmitter als Bestandteil einer Beschichtungs-und/oder Trockenan- laqe, insbesondere für eine Lackbeschichtung Die Erfindung betrifft eine Energietransmitter als Bestandteil einer Beschich- tungs-und/oder Trockenanlage, insbesondere für eine Lackbeschichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Bei herkömmlichen Lackierungsprozessen werden unterschiedliche Lackma- terialien zum Teil in mehreren Schichten, wie Pulverlacke, Füller, Basislacke, Klarlacke, etc. verwendet, die bei Reaktionstemperaturen von ca. 80° bis ca.

200° aufgeschmolzen bzw. getrocknet werden müssen. In allgemein bekann- ten Beschichtungsanlagen, die für serienmäßige Lackierungen vieler Bauteile, wie beispielsweise von Gehäusen, Karosserien, Metallstrukturteilen, etc. aus- gelegt sind, werden konventionelle Umluft-Trocknungen mit Heißluft durchge- führt, die enorme Energiekosten und lange Trocknungszeiten erfordern. Als Energietransmitter ist hier die durch Heizelemente aufgeheizte Heißluft einge- setzt. Bei einem kontinuierlichen Transport der Bauteile durch Trocknungs- Tunnels haben diese eine große Länge, so dass entsprechend aufwendige Konstruktionen in großen Gebäudekomplexen erforderlich sind. Neben diesen Beschichtungs-und Lackieranlagen mit konventionellen herkömmlichen Um- lufttrocknungen durch Heißluft sind auch mehrstufige Verfahren in Verbindung mit anderen Energietransmittern bekannt, mit denen Energie in der Lackbe- schichtung zum Zwecke des Aufschmelzens und/oder Trocknens aufgebracht wird :

Bei einer bekannten Lackieranlage (DE 198 57 940 C1) wird eine kombinierte UV/IR-Härtung ausgenutzt, wobei in mehreren aufeinanderfolgenden Bestrah- lungsintervallen auszuhärtendes Lackmaterial mit IR-und mit UV-Strahlung abwechselnd bestrahlt wird. Hierzu ist ein spezielles teures Lackmaterial erfor- derlich, wobei die Anwendung bevorzugt bei Reparaturlackierungen liegt.

Weiter ist eine Lackieranlage bekannt, bei der für die Lacktrocknung ein zwei- stufiges Trocknungsverfahren eingesetzt wird (DE 195 03 775 C1), wobei in der ersten Trocknungsstufe als Energietransmitter Infrarot-Strahler verwendet wer- den. Ein Problem bei diesen Infrarot-Strahlern besteht darin, dass die Strah- lungsintensität und damit die effektive Energiebeaufschlagung im Beschich- tungsmaterial mit den Quadrat des Abstandes abnimmt. Daher sind hier die Infrarot-Strahler in ihrer Gestalt dem zu trocknenden Gegenstand konturenge- nau angepasst und mittels gesteuerter Stellvorrichtungen in der Art von Robo- tern auf einen geringen Abstand an die Oberfläche heranbringbar, so dass zu Erhöhung der Effektivität ein geringer Zwischenspalt verbleibt. Dies stellt einen erheblichen apparativen Aufwand dar. Dadurch ist insbesondere bei stärker strukturierten Bauteilen ersichtlich ein kontinuierlicher Transport durch eine Trocknungseinrichtung nicht möglich, da der Gegenstand während der ersten Trocknungsstufe am Ort der herangeführten Infrarotstrahler örtlich festgehalten werden muss. In einer zweiten Trocknerkabine wird dann eine Nachtrocknung als zweite Trocknungsstufe mit überwiegend stationären Infrarot-Strahlern durchgeführt, wofür wiederum ein erheblicher Zeitaufwand erforderlich ist.

Weiter ist eine Lackieranlage bekannt (DE 38 14871 A1), bei der ausschließ- lich eine Infrarottrocknung eingesetzt ist, die mit einer Strahlungsfrequenz im Nahen-Infrarot (NIR) bei 1,0 bis 4, 0 um arbeitet. Auch hier treten die zuvor ge- nannten Probleme für eine effiziente Energieaufbringung auf. Zudem besteht das Problem, dass verdeckte Bereiche, wie beispielsweise hinterschnittene Bereich auf die die IR-Strahlung nicht unmittelbar auftrifft, nur wenig erwärmt und ausgehärtet werden.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass bei den bisher bekannten Beschich- tungs-und Lackieranlagen die Aufschmelzung und/oder Aushärtung von Be- schichtungsmaterialien einen sehr hohen Aufwand an Energie und Zeit erfor- dert. Dieser Aufwand ist auch dadurch bedingt, dass ein Bauteil als Träger des Beschichtungsmaterials, insbesondere bei einem gut wärmleitenden Metall- bauteil auch selbst ebenso wie die Umgebungsluft auf die erforderliche Tem- peratur des Beschichtungsmaterials, aufgeheizt werde muss, damit das an- grenzende Beschichtungsmaterial die erforderliche hohe Temperatur anneh- men kann. Bei Bauteilen mit größeren Materialmassen ergibt sich dann weiter das Problem, dass die mit großem Energieaufwand aufgeheizten Bauteile für ein weiteres Handling zeitraubend wieder abgekühlt werden müssen, wobei für eine aktive Kühlung wiederum ein hoher Energieverbrauch erforderlich ist.

Aufgabe der Erfindung ist es daher einen Energietransmitter als Bestandteil einer Beschichtungs-und/oder Trockenanlage, insbesondere für eine Lack- beschichtung zu schaffen mit dem wesentliche Prozessenergieeinsparungen möglich sind.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Gemäß Anspruch 1 umfasst der Energietransmitter wenigstens zwei Transmit- ter-Flächenelemente als Antennenelemente. Jedes der Transmitter-Flächen- elemente weist eine Glasträgerplatte auf, die auf einer Glasrückfläche eine Ab- strahlschicht trägt und deren gegenüberliegende freie Glasvorderfläche auf eine Position für ein zu trocknendes Objekt oder eine Oberfläche eines Bau- teils mit aufgetragenem Beschichtungsmaterial gerichtet ist. Im Abstand und etwa parallel zu der Glasrückfläche und wenigstens in deren Größe ist ein Flä- chenreflektor aus Metallmaterial angeordnet.

Die jeweilige Abstrahischicht ist zur Abgabe einer elektromagnetischen Strah- lung in einem Frequenzband ausgelegt, wobei das Frequenzband wenigstens

charakteristische Eigenfrequenzen im Ultrarot eines zu trocknenden Objekts oder Beschichtungsmaterials überdecken muss. Solche molekularen Eigenfre- quenzen liegen insbesondere im Ultrarotbereich von ca. 10-9 bis 10-12 Hertz.

Die Abstrahlschicht ist mittels einer Steuereinrichtung zur Abgabe des wenigs- tens einen Frequenzbandes anregbar, so dass Eigenfrequenzen des zu tro- cknenden Objekts oder des Beschichtungsmaterials in Resonanz anregbar sind. Dabei sucht sich die Anordnung die zutreffende korrespondierende Re- sonanzfrequenz zu einer Eigenfrequenz aus dem abgestrahlten Frequenzband für eine gezielte Energiebeaufschlagung mit hoher Energiedichte entsprechend üblicher Resonanzvorgänge heraus. Durch eine gezielte Anpassung des abge- strahlen Frequenzbandes an die jeweils messtechnisch ermittelbaren Eigen- frequenzen, insbesondere von Lackmaterialien ist somit ein Energieeintrag un- mittelbar in diese Materialien mit hoher Energiedichte möglich, ohne dass an- grenzende Umgebungsbereiche, insbesondere Bauteilträgerbereiche auf hohe Temperaturen mitaufgeheizt werden bzw. nur wenig mitaufgeheizt werden. Zu- dem tritt hier im Gegensatz zu herkömmlichen IR-Strahlern nur eine minimale Temperaturerhöhung in der Abstrahlschicht der Energietransmitter auf, die hier als Antennenelemente arbeiten. Da die zu beschichtenden Bauteile selbst nicht zwangsläufig auf hohe Temperaturen mitaufgeheizt werden müssen, kön- nen sonst nach einer Lacktrocknung erforderliche Abkühlprozesse eingespart oder zumindest erheblich reduziert werden.

Insgesamt können erfindungsgemäß somit Beschichtungs-und/oder Trocken- anlagen aufgebaut werden, die mit erheblich geringerem Energie-und Zeitauf- wand betrieben werden können.

Durch umfangreiche Versuche wurde ermittelt, dass insbesondere der ange- gebene Aufbau der Transmitter-Flächenelemente in Verbindung mit dem Flä- chenreflektor und der angegebenen Abstrahlrichtung zu einer wesentlichen Ef- fektivitätssteigerung führt.

In einer konkreten Anordnung der Transmitter-Flächenelemente nach An- spruch 2 sind diese rechtwinkelig oder quadratisch mit ebenen Glasflächen ausgebildet und insgesamt in wenigstens einer Ebene vorzugsweise in einan- der gegenüberliegenden Ebenen angeordnet. Dadurch ergibt sich ein einfa- cher konstruktiver Aufbau mit vorteilhaft großflächigen Gesamtabstrahlflächen für eine effektive Energiebeaufschlagung. In Versuchen hat sich gezeigt, dass eine besonders effektive Abstrahlung mit Transmitter-Flächenelementen mit Kantenlängen von ca. 20 cm bis 80 cm, bevorzugt von ca. 40 cm möglich ist.

Mit den Merkmalen des Anspruchs 3 kann eine geschlossene, gasdichte Frontebene bei Bedarf hergestellt werden.

In einer besonders bevorzugten Weiterbildung nach Anspruch 4 bilden die Ebenen der Transmitter-Flächenelemente Innenwände eines Tunnels und sind an dessen Seitenwänden und/oder an der Deckenwand und/oder an der Bo- denwand angeordnet. Durch einen solchen Tunnel hindurch können insbeson- dere Bauteile für eine Lacktrocknung automatisiert transportiert werden.

Mit den Merkmalen des Anspruchs 5 wird eine Abstrahlschicht beansprucht, die für die Abstrahlung der angegebenen Frequenzbänder in hohem Maße ge- eignet ist. Anspruch 6 ist dazu auf weitere Konkretisierungen und vorteilhafte Ausgestaltungen gerichtet.

Nach Anspruch 7 weisen die Transmitter-Flächenelemente jeweils an gegen- überliegenden Seitenbereichen der mit der Abstrahlschicht ausgerüsteten Glasrückflächen elektrische Leiter auf, wobei alle Transmitter-Flächenelemente in Parallelschaltung mit einem Oberwellengenerator der Steuereinrichtung ver- bunden sind. Der Oberwellengenerator umfasst einen elektrischen Baustein, welcher bei Ansteuerung mit einer Ansteuerschwingung eine steile Stroman- stiegsgeschwindigkeit aufweist und damit zur Erzeugung eines hohen Ober- wellenanteiles geeignet ist. Diese Leiter werden vorzugsweise als Kupferfolien-

bänder ausgebildet, wobei eine Ankopplung an die Abstrahlschicht kapazitiv oder induktiv erfolgt. Als elektronischer Baustein mit den angegebenen Eigen- schaften eignet sich ein Triac oder Doppel-MOSFET oder gegebenenfalls auch ein ultraschneller Schalter. Die Abstrahlschicht wirkt bei einer solchen Anre- gung in der Art eines Frequenztransformators, wobei relativ kleinere Anre- gungsfrequenzen zu den hohen Abstrahlfrequenzen mit dem angegebenen Ultrarot-Frequenzband führen.

Mit der Weiterbildung nach Anspruch 8 wird vorgeschlagen, eine Anzahl der Transmitter-Flächenelemente mit einer Frequenz im Megahertzbereich und die anderen Transmitter-Flächenelemente mit einer Frequenz im Gigahertzbereich anzuregen. Durch die vorstehende Funktion der schicht als Frequenz- umsetzer bzw. Frequenzmultiplikator zu höheren Frequenzen bezüglich der je- weiligen Anregungsfrequenz ist mit einer solchen aufgeteilten Anregung der Transmitter-Flächenelemente eine weite Überdeckung von Eigenfrequenzbe- reichen möglich, falls dies für konkrete Anwendungen erforderlich ist. Dies kann beispielsweise zutreffen, wenn als Beschichtungsmaterial Materialmi- schungen verwendet sind, die relativ weit auseinanderliegende, für die erfin- dungsgemäßen Resonanzzwecke geeignete Eigenfrequenzen aufweisen.

Nach Anspruch 9 soll der Flächenreflektor aus wenigstens einem tragfähigen Metallblech gebildet sein, an dem über Isolationselemente die Transmitter-Flä- chenelemente gehalten sind. Der Abstand zwischen dem Flächenreflektor und den Transmitter-Flächenelementen liegt für eine optimale Wirkung bei ca. 1 cm bis 10 cm vorzugsweise ca. bei 4 cm. Dieser Abstand ist einfach durch eine entsprechende Ausgestaltung der Isolationselemente vorgebbar. Eine solche Anordnung ergibt einen einfachen und kostengünstigen Aufbau. Der Flächen- reflektor selbst kann wiederum ohne das Erfordernis einer elektrischen Installa- tion auf geeigneten Traggestellen oder Tragwänden montiert sein. Die Ab- strahlschicht liegt bei einer solchen Anordnung im Zwischenspalt zwischen den Transmitter-Flächenelementen und dem Flächenreflektor und ist damit vorteil-

haft auch bei einem rauen Betrieb gegen mechanische und gegebenenfalls chemische Einflüsse geschützt. Die unbeschichtet nach außen gerichtete Glasfläche ist dagegen weitgehend unempfindlich und kann insbesondere ein- fach sauber gehalten werden, was für eine effektive und störungsfreie Abstrah- lung wesentlich ist. Die unbeschichteten Glasflächen werden auch von den üb- licherweise in Lackieranlagen bei Aufschmelzungen und Trocknungen auftre- tenden Chemikalien, wie beispielsweise Lösungsmitteldämpfen etc. nicht an- gegriffen. Hohe, störungsfreie Standzeiten mit geringen Wartungsaufwand sind somit gewährleistet.

Mit Anspruch 10 wird zudem der Aufbau einer automatisiert betreibbaren Lack- beschichtungsanlage beansprucht, wobei in einer ersten Einrichtung als erster Station das Beschichtungsmaterial in flüssiger oder pulverförmiger oder granu- lafförmiger Form aufgetragen wird. Dies kann vorteilhaft in an sich bekannter Weise gemäß Anspruch 10 elektrostatisch und/oder durch Aufspritzen erfol- gen. Eine zweite Einrichtung umfasst in einer zweiten Station den vorstehend beschriebenen Energietransmitter, wobei damit das beschichtungsfreie Mate- rial, vorzugsweise ein Pulverlackmaterial, aufschmelzbar und/oder trockenbar ist. Dadurch werden mit sehr geringem Energieaufwand und kurzen Behand- lungszeiten einwandfreie, gut haltende Beschichtungen erreicht. Zu beschich- tende Bauteile, wie Metallstrukturteile, Karosserien oder Metallgehäuse kön- nen in vorzugsweise tunnelartig aufgebauten Anlagen kontinuierlich oder gege- benenfalls taktweise mittels Transporteinrichtungen, wie z. B. mit Förderbänder automatisch transportiert werden.

Als besonders geeignet haben sich nach Anspruch 12 Pulverlacke mit Eigen- frequenzen im Bereich der Wellenzahlen von ca. 1000 bis 1800 cm-, erwiesen, die gemäß Anspruch 13 auf Bauteilen aus Metallmaterial aufgebracht werden.

Anhand einer Zeichnung wird die Erfindung näher erläutert :

Es zeigen : Fig. 1 eine schematische, perspektivische Darstellung eines Energie- transmitters als Bestandteil einer Beschichtungs-und Trockenan- lage für eine Lackbeschichtung, Fig. 2 eine schematische, vergrößerte Detaildarstellung der Einzelheit A der Fig. 1, und Fig. 3 eine schematische, teilweise perspektivische Darstellung eines Transmitter-Flächenelements mit auf einer Glasrückfläche aufge- brachter Abstrahlschicht.

In der Fig. 1 ist schematisch und perspektivisch ein Energietransmitter 1 als Bestandteil einer Beschichtungs-und Trockenanlage 2 für eine Lackbeschich- tung gezeigt. Diese Beschichtungs-und Trockenanlage 2 weist in einer hier nicht dargestellten ersten Station eine erste Einrichtung zum Auftrag eines z. B. Pulverlacks als Beschichtungsmaterial auf eine Oberfläche eines zu be- schichtenden Bauteils 3, z. B. eine Kraftfahrzeugkarosserie, auf. Der Pulver- lack weist Eigenfrequenzen im Bereich der Wellenzahlen von ca. 1000 bis 1.800 cm-'auf und wird in der ersten Einrichtung elektrostatisch auf das Bauteil 3 aufgetragen. Das Bauteil 3 mitsamt dem elektrostatisch anhaftenden Pulver- lack wird mittels einer Transporteinrichtung 4 kontinuierlich oder taktweise durch die hier nicht dargestellte erste Einrichtung gefördert und gelangt nach Durchlaufen dieser ersten Station zu einer in der Fig. 1 schematisch und pers- pektivisch dargestellten zweiten Station 5, die der ersten Station nachgeordnet ist und einen Tunnel 7 umfasst, durch den hindurch das Bauteil 3 mittels der Transporteinrichtung 4 in der gewünschten Weise kontinuierlich oder taktweise gefördert wird.

Wie dies insbesondere aus der Fig. 1 ersichtlich ist, sind an den Innenwänden des Tunnels 7, d. h. an den Seitenwänden 8 und an den Deckenwänden 9 je- weils eine Mehrzahl von den Energietransmitter 1 bildenden Transmitter-Flä- chenelementen 10 angeordnet, die vorzugsweise im Wesentlichen aneinander angrenzen und z. B. einen schmalen Spalt zwischen sich ausbilden, in den, wie dies in der Fig. 2 schematisch dargestellt ist, ein elastisch isolierendes Dichtband 21 eingesetzt werden kann. Dadurch wird eine geschlossene, gas- dichte Frontebene erreicht. Diese Transmitter-Flächenelemente sind hier bei- spielhaft in etwa rechteckförmig ausgebildet und weisen jeweils eine Glasträ- gerplatte 11 auf, wie dies insbesondere aus den Fig. 2 und 3, die vergrößerte schematische Detaildarstellungen zeigen, ersichtlich ist. Diese Glasträgerplatte 11 trägt auf einer Glasrückfläche 12 eine in der Darstellung der Fig. 3 schema- tisch durch eine Punktstruktur dargestellte Abstrahlschicht 13. An gegenüber- liegenden Seitenbereichen dieser Glasrückfläche 12 sind auf der Abstrahl- schicht 13 elektrische Leiter 14,15 angeordnet, die in Parallelschaltung mit einem Oberwellengenerator einer in der Fig. 3 lediglich äußerst schematisch und beispielhaft dargestellte Steuereinrichtung 16 verbunden sind. Dieser Oberwellengenerator der Steuereinrichtung 16 umfasst einen elektrischen Baustein, der bei einer Ansteuerung mit einer Ansteuerschwingung eine steile Stromanstiegsgeschwindigkeit entsprechend einer steilen Anstiegsflanke auf- weist und damit zur Erzeugung eines hohen Oberwellenanteils geeignet ist.

Dadurch können die Transmitter-Flächenelemente 10 mit einer Frequenz im Megahertzbereich oder mit einer Frequenz im Gigahertzbereich angeregt wer- den.

Eine der Glasrückfläche 12 gegenüberliegende freie Glasvorderfläche 17 der Transmitter-Flächenelemente 10 ist auf die Kraftfahrzeugkarosserie 3 zu ge- richtet.

Die Innenwände 18 des Tunnels 7 bilden hier einen Flächenreflektor 20 und sind aus einem tragfähigen Metallblech gebildet, an dem über in der Fig. 2 dar-

gestellte Isolationselemente 19 die Transmitter-Flächenelemente 10 gehalten sind. Der Abstand zwischen dem Flächenreflektor 20 und dem Transmitter-Flä- chenelementen 10 beträgt dabei z. B. in etwa zwischen 1 cm bis zu 10 cm.

Bezüglich der Zusammensetzung der Abstrahlschicht 13 wird auf die Patentan- sprüche 4 und 5 sowie die entsprechenden Passagen in der Beschreibungs- einleitung verwiesen.

Sobald das Bauteil 3 mit dem elektrostatisch anhaftenden Pulverlack mittels der Transporteinrichtung 4 durch das Tunnel 7 transportiert wird, wird von der jeweiligen Abstrahlschicht 13 auf den Transmitter-Flächenelementen 10 eine elektromagnetische Strahlung im Ultrarot abgegeben, deren Frequenzband die charakteristischen Eigenfrequenzen des Pulverlacks überdeckt, so dass dieser auf das Bauteil 3 aufgeschmolzen und getrocknet wird.