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Title:
ENVIRONMENT-FRIENDLY, BIODEGRADABLE MOULDING COMPOUNDS AND PROCESS FOR PRODUCING THEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1991/017199
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to an environment-friendly, biodegradable moulding compound which consists of a polymer of lignin, especially in the form in which it is available as a by-product in the Organosolv process, and cellulose, and a process for producing such moulding compounds. Such products are suitable for use for packaging purposes, as insulating materials or in the automobile industry.

Inventors:
Von Voss, Moritz (Unterer Kapellberg 22, Hallstadt/Bamberg, D-8605, DE)
Wasserscheid, Peter (Concordiastr. 3, Bamberg, D-8600, DE)
Application Number:
PCT/EP1991/000840
Publication Date:
November 14, 1991
Filing Date:
May 03, 1991
Export Citation:
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Assignee:
Von Voss, Moritz (Unterer Kapellberg 22, Hallstadt/Bamberg, D-8605, DE)
Wasserscheid, Peter (Concordiastr. 3, Bamberg, D-8600, DE)
Ibach, Verwaltungsgesellschaft Mbh (Tannenstr. 8, Bischberg/Bamberg, D-8609, DE)
International Classes:
C08L97/00; (IPC1-7): C08H5/02; C08L97/00
Foreign References:
GB482894A1938-04-06
GB454833A1936-10-08
Other References:
JOURNAL OF APPLIED POLYMER SCIENCE, Band 37, Nr. 8, April 1989, John Wiley & Sons, Inc., (New York, US), T.G. RIALS et al.: "Multiphase materials with lignin. IV. Blends of hydroxypropyl cellulose with lignin", Seiten 2399-2415, siehe Seite 2399, Zeilen 8-11; Seite 2400, Zeilen 47-49; Seite 2401, Zeilen 15-24,35-39
WPIL, FILE SUPPLIER, AN 79-49791B [27], Derwent Publications Ltd, (London, GB), & JP-B-57 050 192 (TAMAGAWA SENI KOGYO & SHIGERU KOGYO K.K.) 26. Oktober 1982, siehe die Zusammenfassung
Attorney, Agent or Firm:
Redies, Bernd (Cohausz & Florack, Schumannstr. 97 Postf. 14 01 61, D�sseldorf 1, D-4000, DE)
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Claims:
Patentansprüche:
1. Umweltfreundliche, biologisch abbaubare Formma bestehend aus Polymerisat aus Lignin und Cellulose.
2. Formmasse gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Polymerisat aus 1 bis 20 Gewichtsteilen Lignin pro Gewichtsteil Cellulose hergeste ist.
3. Formmasse gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie hergestellt ist durch Polymerisat von Lignin und Cellulose.
4. Verfahren zur Herstellung der Formmasse gemäß Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß Lignin Cellulose unter Erwärmen polymerisiert wird.
5. Verfahren gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Polymerisation unter Mitwirkung von Ionen als Katalysator durchgeführt wird.
6. Verfahren gemäß Anspruch 4 oder 5 , dadurch gekennzeichnet, daß als Lignin ein Produkt eingesetzt wird das im OrganosolvVerfahren gewonnen wird.
7. Verfahren gemäß Anspruch 4, 5 oder 6, dadurch m θ gekennzeichnet, daß zuerst bei etwa 80 bis 120 C gearbeite o wird, das Reaktionsgemisch sodann auf etwa 150 bis 200 C erhitzt wird und schließlich das erhaltene Produkt zur endgültigen Form unter Druck verformt wird.
8. Verfahren gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Ausgangsprodukte in pulverförmiger Form eingesetzt, die beiden Ausgangsprodukt in trockenem Zustand vermischt und sodann erhitzt werden, bis sie einen vollplastischen Zustand erreicht haben, wonach das erhaltene Produkt zur endgültigen Form in üblicher Weise verformt wird.
9. Verwendung der gemäß den Ansprüchen 4 bis 8 hergestellten Produkte gemäß den Ansprüchen 1 bis 3 als Verpackungsstoffe, als Dämmstoffe und in der Autoindustrie.
Description:
Umweltfreundliche, biologisch abbaubare Formmassen und Verfahren zu ihrer Herstellung

Formmassen für. die verschiedensten Zwecke werden in Folienform oder in Form von Schaumstoffen oder dreidimensionalen Formkörpern sehr weitgehend aus synthetischen Polymerprodukten hergestellt. Sie werden in großem Umfang in Folienform zu Verpackungszwecken, als Dämmstoffe oder in der Autoindustrie eingesetzt. Auch die sie, z.B. in Flaschenform, zur Verpackung von Flüssigkeiten.

Ein großes Problem bei derartigen Verpackungsmaterialien auch anderen Formteilen aus herkömmlichen Kunststoffen is unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes darin zu sehen daß sie weder durch Verbrennen noch in sonstiger Weise na ihrer Verwendung unbedenklich beseitigt werden können. Vielfach entstehen bei ihrer Verbrennung auch schädliche Abgase (wie HC1 bei Polyvinylchlorid) . Manche können zwar durch Recyklieren wiederverwendet werden, jedoch ist die Neuherstellung derartiger synthetischer Polymerisate in s großem Umfang eingefahren, daß die Probleme der Beseitigu hiermit hergestellter Produkte immer größer werden.

Allerdings werden gerade zu Verpackungszwecken auch Produkte eingesetzt, die aus natürlichen Ressourcen hergestellt wurden, wie Packpapier.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung von Formmassen, die z.B. bei der Herstellung von Verpackungs¬ materialien eingesetzt werden können, die preiswert sind un die auch ohne Verbrennung beseitigt werden können.

Die erfindungsgemäßen Formmassen sind dadurch gekennzeichnet, daß sie aus den natürlichen

Ausgangsprodukten Lignin und Cellulose hergestellt sind und biologisch abbaubar sind. Auf diese Weise ist eine Verbrennung zur Beseitigung der verbrauchten Materialien oder eine Recyclierung der Materialien nicht mehr notwendig. "

Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß Lignin, das bei der Zellstoffherstellung als natürliche

Bestandteil des Holzes als Nebenprodukt anfällt und heute nur als Viehfutter oder Füllstoff in Polymerblends Einsatz findet, insbesondere das im sog. Organosolv-Verfahren zur

Herstellung von Cellulose in großen Mengen anfällt, als

Ausgangsprodukt eingesetzt wird und zusammen mit Cellulose, sei es aus Holzprodukten oder Baumwolle, polymerisiert wird

Das Lignin-Ausgangsprodukt wird im Gemisch mit den

Celluloseprodukten, z.B. unter ionischen o Polymerisationsbedingungen, bei auf etwa 80 - 200 C erhöhter Temperatur polymerisiert und das erhaltene Produkt sodann unter üblichen Bedingungen verformt. Vorzugsweise werden die beiden Ausgangsprodukte in Pulverform vermischt

und das erhaltene Gemisch auf erhöhte Temperatur im angegebenen Bereich erhitzt, bis es den vollplastischen Zustand erreicht hat.

Soll zusätzlich gerichtete textile Verstärkung (großmasc Gewebe) eingebracht werden, so geschieht dies nach jewei bis 2 mm Dicke in unidirektoraler oder multidirektoraler Weise.

Die folgenden Beispiele erläutern das erfindungsgemäße Verfahren und die hierbei hergestellten Produkte:

Beispiel 1

Ionisch pόlymerisiertes Polymerisat.

100 g ionenfreies Lignin in trockener Form wird mit 10 g Cellulose (Sorte FIF 400, BSCH 750) sowie 100 ml destilliertem Wasser zu einer klebrig-zähen Masse verrühr Dieses Gemisch wird bei Zimmertemperatur - 0 bis 60 Stunde umgesetzt.

In Schichten von 5 bis 6 mm Dicke wird die Masse dann in

Formschale aus wärmebeständigem Glas gegeben. Das erhalte o , Produkt trocknet bei 100 C 60 Minuten im Ofen. Alle 20 min. ist es dabei notwendig, überflüssiges entstandenes

Wasser durch Verpressen aus der Probe zu entfernen. Diese

Vorgang reduziert den für die Polymerisation notwendigen

Wassergehalt auf ein Mindestmaß. Sodann wird die Temperat o auf 178 C erhöht und das Produkt sofort beim Erreichen dieser Temperatur entnommen. Die vollplastische Masse wir

nun mit maximal 1,5 kN mit Hilfe von Schraubzwingen verpresst. Nach 15 Minuten Abkühlen kann man auf der Rückseite des Glases das Ablösen des Stoffes von der Form beobachten. Das Formteil fällt aus der Form.

Beispiel 2

100 g aschefreies Lignin in Form eines trockenen Pulvers werden mit 5 g Cellulose (Sorte FiF 400, BSCH 750) zu eine homogenen, pulverigen Gemisch verrührt. Das pulverförmige

Gemisch wird langsam aμf erhöhte Temperatur erhitzt. Hat o das Stoffgemisch eine homogene Temperatur von 190 C erreicht, so liegt es vollplastisch vor und wird kunststoffspezifisch verarbeitet.

Beispiel 3

100 g aschefreies Lignin in Form eines trockenen Pulvers werden mit 50 g Cellulose der im Beispiel 2 angegebenen

Sorten zu einem homogenen, pulverigen Gemisch verrührt un wie im Beispiel 2 angegeben erhitzt. Hat das Stoffgemisch

O o eine Temperatur von 178 C erreicht, liegt es vollplastisc vor und wird in üblicher Weise verarbeitet und verformt.