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Title:
EVAPORATOR AND SEAWATER DESALINATION PLANT COMPRISING SUCH AN EVAPORATOR
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/070105
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a device for evaporating a liquid, in particular water, comprising a housing having a liquid inlet for the liquid to flow into the housing and a steam outlet for withdrawing evaporated liquid, and a rotor that is rotatably mounted in the housing, wherein a gap is formed between the inner surface of the housing and the outer surface of the rotor, with liquid spontaneously evaporating in said gap upon rotation of the rotor when subjected to shear action. The invention further relates to a device for treating water with such a device and to a filter for separating non-volatile matter, in particular salt, from the evaporated water.

Inventors:
TAUSCH, Andreas (Thurgauerstraße 8, Rorschach, CH-9400, CH)
Application Number:
EP2010/069258
Publication Date:
June 16, 2011
Filing Date:
December 09, 2010
Export Citation:
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Assignee:
ENVIRONEERS TECHNOLOGIES AG (Gartenstraße 4, Zug, CH-6304, CH)
TAUSCH, Andreas (Thurgauerstraße 8, Rorschach, CH-9400, CH)
Attorney, Agent or Firm:
WIEDEMANN, Peter et al. (HOFFMANN · EITLE, Arabellastrasse 4, Munich, 81925, DE)
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Claims:
P ten ans rüche

1. Vorrichtung zum Verdampfen einer Flüssigkeit (20), insbesondere Wasser, umfassend

ein Gehäuse (21) mit einem Flüssigkeitseinlass (13) zum Einströmen der Flüssigkeit in das Gehäuse und einem

Dampfauslass (13) zum Entnehmen von verdampfter Flüssigkeit; und

einen in dem Gehäuse (21) drehbar gelagerten Rotor (22) , wobei ein Spalt (27) zwischen der Innenfläche des Gehäuses (21) und der Außenfläche des Rotors (22) gebildet ist, in dem die Flüssigkeit bei Drehung des Rotors (22) auf Scherung beansprucht spontan verdampft.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der auf der Außenfläche des Rotors (22) in Umfangsrichtung eine Vielzahl von

Erhebungen angeordnet ist, deren radial außen liegenden Enden den Spalt (27) definieren.

3. Vorrichtung nach Anspruch 2, bei der die Erhebungen (28) im Querschnitt schaufei- oder keilförmig ausgestaltet sind.

4. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der auf der Innenfläche des Gehäuses (21) in Umfangsrichtung mehrere in Längsrichtung des Gehäuses 821) verlaufende Kanäle (29) angeordnet sind.

5. Vorrichtung nach Anspruch 4, bei der die Kanäle (29) im Querschnitt C-förmig sind.

6. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, ferner umfassend einen Generator (30) zur Erzeugung

elektrischer Energie, der in Fluidverbindung mit dem

Dampfauslass (31) steht und einen Ständer (39; 54) und einen Läufer (36; 55) umfasst, wobei die Volumenänderungsarbeit bei Entspannung der verdampften Flüssigkeit im Generator

unmittelbar auf den Läufer (36; 55) wirkt.

7. Vorrichtung nach Anspruch 6, bei der der Generator ein Lineargenerator mit einem zylindrischen Ständer (54) und einem darin linear verschiebbaren Läuferkolben (55) ist, wobei eine erste Kammer {52} auf einer Seite und eine zweite Kammer (53) auf der anderen Seite Läuferkolbens 855) gebildet sind, die abwechselnd mit dem Dampfauslass (31) in

Fluidverbindung bringbar sind.

8. Vorrichtung nach Anspruch 6, bei der der Generator ein Ringgenerator mit Turbinenschaufeln (32), die einen

umlaufenden Läuferring (35) umfassen und einem den Ständer (39) enthaltenden Gehäuse (34) ist, wobei die verdampfte Flüssigkeit von einer Seite der Turbinenschaufeln (32) zur anderen strömbar ist.

9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, bei der die im Generator (30) erzeugte elektrische Energie zum

Antreiben des Rotors (22) genutzt wird.

10. Vorrichtung zur Behandlung von Wasser, insbesondere zur Entsalzung von Salzwasser, umfassend eine Vorrichtung zum Verdampfen von Wasser (20) nach einem der vorstehenden

Ansprüche und einen Filter (10) zum Trennen nicht volatiler Stoffe, insbesondere Salz, aus dem verdampften Wasser.

11. Vorrichtung nach Anspruch 10, bei der der Filter durch eine Einrichtung zur Membrandestillation (10) gebildet ist, die einen Kondensatorkanal (11) und einen gegenläufigen

Verdampferkanal (14) aufweist, wobei die Vorrichtung zum Verdampfen von Wasser (20) zwischen dem Kondensatorkanal (11) und dem Verdampferkanal (14) angeordnet ist.

12. Vorrichtung nach Anspruch 11, bei der der

Verdampferkanal (14) durch eine, vorzugsweise hydrophobe, poröse Membran (15) in einen Destillatkanal (19) mit einem Destillatauslass (41) zur Entnahme von gereinigtem, insbesondere entsalztem, Wasser und einen Konzentratkanal (18) mit einem Konzentratauslass (42) zur Entnahme von Konzentrat, insbesondere Salzlake, unterteilt ist.

Description:
Verdampfer und Meerwasserentsalzungsanlage mit einem solchen

Verdampfer

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum

Verdampfen einer Flüssigkeit, insbesondere Wasser, sowie eine Vorrichtung zum Behandeln von Wasser, insbesondere zur

Meerwasserentsalzung, umfassend eine solche Vorrichtung.

Ferner kann das System für jede andere Form der

Wasseraufbereitung z. B. von Brackwasser oder bakterielle verseuchtem Wasser genutzt werden. Das gewonnene Wasser ist praktisch steril.

Dabei ist Ziel und damit Aufgabe der vorliegenden Erfindung, das die Verdampfung im Wesentlichen ohne Wärmeeintrag stattfindet und damit ein energieeffizientes System

geschaffen wird, das zugleich kompakt und kostengünstig herstellbar ist.

Dieses Ziel wird mit einer Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der

vorliegenden Erfindung finden sich in den Unteransprüchen.

Der vorliegenden Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, das Wasser mittels Kavitation zur Spontanverdampfung zu bringen, wobei ein Prinzip das in der Halbleiterzerkleinerung zum Einsatz kommt verwendet wird. Ein weiterer Grundgedanke der vorliegenden Erfindung ist die bei der Kavitation

entstehenden sehr hohen Drücke von bis zu 400 bar und

Temperaturen des erzeugten Wasserdampfs von ca. 130 °C zur Energierückgewinnung zu nutzen.

Dementsprechend umfasst die Vorrichtung zum Verdampfen einer Flüssigkeit, und insbesondere Wasser, ein Gehäuse mit einem Flüssigkeitseinlass zum Einströmen bzw. Einbringen der

Flüssigkeit in das Gehäuse und einem Dampfauslass zum

Entnehmen von verdampfter Flüssigkeit sowie einen in dem Gehäuse drehbar gelagerten Rotor. Dabei ist ein Spalt

zwischen dem Rotor und dem Gehäuse, d. h. zwischen der

Innenfläche des Gehäuses und der Außenfläche des Rotors, derart bemessen, dass die Flüssigkeit bei Drehung des Rotors in der Vorrichtung auf Kavitation und Scherungen beansprucht wird und spontan verdampft. Mit anderen Worten wird mittels des Rotors in dem Gehäuse in dem Spalt künstlich Kavitation erzeugt und die dabei verdampfende Flüssigkeit in Form von Wasserdampf abgeführt. Es entstehen hohe Drücke von bis zu 400 bar mit Temperaturen der verdampften Flüssigkeit von ca. 130 °C bei Verwendung von Wasser, wobei kein separater

Eintrag von Wärme, außer ggf. einer geringen Vorwärmung des Wassers vor der Einspeisung in das Gehäuse zur Verdampfung der Flüssigkeit erforderlicht ist. Dadurch wird ein

energieeffizientes System mit einfachem Aufbau, und damit geringen Kosten, geschaffen.

Um den Effekt der Kavitation zu verstärken ist es bevorzugt auf der Außenfläche des Rotors eine Vielzahl von

geometrischen Formen (Erhebungen) anzuordnen, die sich radial von einer Außenfläche des Rotors erstrecken, wobei die radial außen liegenden Enden den Spalt definieren.

Dies kann gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform durch im Querschnitt schaufei- oder keilförmige Erhebungen erfolgen. Es sind aber auch trapezförmige oder andersartig

ausgestaltete Erhebungen bzw. Profilgestaltungen möglich. Durch die Erhebungen entstehen in Bereichen in

Rotationsrichtung vor den Erhebungen und in Bereichen in Rotationsrichtung hinter den Erhebungen erhebliche

Geschwindigkeitsunterschiede in der Flüssigkeit, die die Kavitation begünstigen. Bei einer keilförmigen Ausgestaltung ist es dabei bevorzugt die Keilfläche der Rotationsrichtung abgewandt vorzusehen, während die im Wesentlichen radial verlaufende Kante des Keils in Rotationsrichtung vorne liegt. Gleichermaßen sind bei einer schaufelförmigen Ausgestaltung die Schaufeln vorzugsweise in Rotationsrichtung geneigt. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist es zur weiteren Verstärkung des Kavitationseffektes denkbar, auf der Innenfläche des Gehäuses in Umfangsrichtung mehrere in

Längsrichtung des Gehäuses verlaufende Kanäle anzuordnen, die im Querschnitt vorzugsweise C-förmig ausgestaltet sind aber auch U-förmig sein können. Dabei bilden die in Radialrichtung verlaufenden äußeren Enden der jeweiligen Kanäle die den Spalt definierende Innenfläche des Gehäuses. Durch die Kanäle werden gleichfalls „Toträume" geschaffen, in denen sich eine Geschwindigkeitsreduzierung im Vergleich zu den umgebenden Bereichen insbesondere im Spalt ergibt, die zu einer

Unterstützung des Kavitationseffekts führt.

Wie bereits eingangs erwähnt, ist ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung aus den hohen Drücken und den

Temperaturen des erzeugten Dampfes Kapital zu schlagen und ein System zur Energierückgewinnung zu integrieren.

Dementsprechend ist es vorteilhaft einen Generator zur

Erzeugung elektrischer Energie vorzusehen, der in

Fluidverbindung mit dem Dampfauslass steht. Um ein

wartungsarmes, kostengünstiges und effektives System zu schaffen ist es dabei bevorzugt, dass der Generator einen Ständer und einen Läufer umfasst, wobei der Generator mit der verdampften Flüssigkeit beaufschlagt wird und eine

Entspannung der verdampften Flüssigkeit im Generator erfolgt. Hier ist der Generator so gestaltet, dass die bei der

Entspannung der verdampften Flüssigkeit auftretende

Volumenänderungsarbeit unmittelbar auf den Läufer wirkt. Das heißt die Volumenänderungsarbeit wird direkt und ohne

zwischengeschaltete Elemente in mechanische Arbeit ( die Bewegung des Läufers} umgewandelt. Dadurch können aufwändig zwischengeschaltete Elemente, und damit verbundene

Reibungsverluste und Dissipationsverluste, reduziert oder vermieden werden. Alternativ kann die Wärmeenergie auch in z. B. Heizungsanlagen oder anderweitig genutzt werden. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kommt als Generator ein Lineargenerator zum

Einsatz, wie sie im Stand der Technik im Prinzip bekannt sind. Bei einem Lineargenerator handelt es sich dabei um einen Generator, der an einer geraden Linie, nicht an einer Drehachse, anfallende Bewegungsenergien in elektrische

Energie umwandelt. Zu diesem Zweck weist der Lineargenerator einen Ständer, den feststehenden, nicht beweglichen Teil des Generators, und einen Läufer, den linearbeweglichen Teil des Generators, auf. Dabei umgibt der Ständer den Läufer

zumindest teilweise und kann sich aus mehreren einzelnen Wicklungsabschnitten zusammensetzen. Daher ist der Ständer in der Regel und vorzugsweise zylindrisch ausgestaltet und kann kreisrunde oder mehreckige Querschnittsformen annehmen. Der linearverschiebbare Läufer ist in der Regel im Querschnitt an den Innenquerschnitt des Ständers angepasst. Gemäß dieser Ausgestaltung ist eine erste Kammer auf einer Seite und eine zweite Kammer auf der anderen Seite des Läufers ausgebildet, der zugleich als Kolben fungiert. Um die verdampfte

Flüssigkeit direkt auf den Läuferkolben aufzubringen, werden die erste und die zweite Kammer abwechselnd, zum Beispiel über ein Zweiwegeventil, mit dem Dampfauslass in

Fluidverbindung gebracht, d. h. die Kammern werden

abwechselnd mit verdampfter Flüssigkeit (Dampf) beaufschlagt, wodurch sich der Kolben entsprechend verschiebt und eine Entspannung mit der einhergehenden Volumenänderung der verdampften Flüssigkeit erfolgt. Durch die Verschiebung des Läufers wird in dem Ständer eine Spannung induziert und somit elektrische Energie erzeugt.

Alternativ ist es auch denkbar als Generator einen

Ringgenerator zu verwenden, der Turbinenschaufeln aufweist, welche einen umlaufenden Läuferring umfassen und von einem den Ständer enthaltenden Gehäuse umgeben sind. Dabei

durchströmt die verdampfte Flüssigkeit (Dampf) die

Turbinenschaufeln von einer Seite zur anderen, vergleichbar mit einer Turbine, wodurch die Turbinenschaufeln und der damit verbundene Läuferring rotiert werden und in dem Ständer eine Spannung induziert wird.

Die im Generator erzeugte elektrische Energie kann in ein Stromnetz eingespeist oder durch andere Verbraucher genutzt werden. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der

vorliegenden Erfindung wird die erzeugte elektrische Energie jedoch zum Antreiben des Rotors des Verdampfers genutzt.

Besonders vorteilhaft wird die vorliegende Erfindung zur Behandlung von Wasser verwendet, wobei beispielsweise über den Verdampfer und die hohen Temperaturen Wasser entkeimt und über einen Filter gesäubert werden kann, um Trinkwasser zu produzieren. Besonders bevorzugt kommt die Vorrichtung zur Behandlung von Wasser jedoch bei der Meerwasserentsalzung zum Einsatz. Sie umfasst eine Vorrichtung wie sie oben

beschrieben wurde sowie einen Filter zum Trennen nicht volatiler Stoffe, insbesondere Salz, oder anderer

Verunreinigungen aus dem verdampften Wasser.

Dabei ist der Filter vorzugsweise durch eine Einrichtung zur Membrandestillation gebildet. Diese umfasst vorzugsweise einen Kondensatorkanal und einen gegenläufigen

Verdampferkanal. Der Kondensatorkanal ist mit einem Einlass zum. Einführen von unreinem Wasser, zum. Beispiel Meerwasser, ausgestaltet, wobei die Vorrichtung zum Verdampfen von Wasser zwischen dem Kondensatorkanal und dem Verdampferkanal angeordnet ist und das eingebrachte unreine Wasser zur

Spontanverdampfung bringt.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist der Verdampferkanal durch eine vorzugsweise hydrophobe, poröse Membran in einen Destillatkanal mit einem Destillatauslass zur Entnahme von gereinigtem, insbesondere entsalztem, Wasser, und einen Kozentratkanal mit einem Konzentratauslass zur Entnahme von Konzentrat, insbesondere Salzlake unterteilt. Die Membran ist vorzugsweise hydrophob damit sie nicht direkt von flüssigem Wasser benetzt wird. Beispielsweise kann PTFE zum Einsatz kommen. Die Porengröße beträgt ca. 35 μηα. Ferner kann die Membran auf einem Kunststoffsieb befestigt sein, das zur mechanischen Unterstützung dient und größere Poren als die Membran aufweist und vorzugsweise ebenfalls aus einem

hydrophoben Material gebildet ist. Auf den beiden Seiten der Membran herrscht eine Temperaturdifferenz, so dass ein Teil des Wassers als Dampf durch die Membran diffundiert und an der gegenüberliegenden Membranfläche kondensiert, wo die Kondensationswärme ggf. zur Vorwärmung im Kondensatorkanal dient. Alternativ ist die Restwärme des reinen Wassers auch anderweitig nutzbar, zum Beispiel als Brauchwarmwasser. Der Destillat kanal weist ferner einen Auslass zur Entnahme des gereinigten Wassers auf, das beispielsweise der

Trinkwasserversorgung zugeführt werden kann. Der

Konzentratkanal mit dem Konzentratauslass ist vorzugsweise mit einem wechselbaren Behälter verbunden, so dass die

Salzlake in dem Behälter als Rohstoff für die chemische

Industrie zur weiteren Verarbeitung Verwendung finden kann.

Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung, die alleinstehend oder in Kombination mit einem oder mehreren der obigen Merkmale umgesetzt werden können, insofern sich die Merkmale nicht widersprechen, sind der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung zu entnehmen. Diese Beschreibung erfolgt unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen, in denen:

Figur 1 eine schematische Ansicht einer Vorrichtung zur

Entsalzung von Salzwasser mit einer Vorrichtung zum

Verdampfen von Wasser gemäß der vorliegenden Erfindung zeigt;

Figur 2 eine Querschnittsansicht entlang der Linie 2-2 aus

Figur 1 zeigt;

Figur 3 eine Querschnittsansicht entlang der Linie 3-3 aus

Figur 1 zeigt; und Figur 4 eine alternative Ausführung für den Generator in Figur 1 zeigt.

In den Figuren kennzeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder vergleichbare Elemente.

Figur 1 zeigt in einer schematischen Ansicht eine Vorrichtung zur Entsalzung von Meerwasser. Diese umfasst eine Einrichtung zur Membrandestillation 10, einen Verdampfer 20 zum

Verdampfen von Wasser, einen Generator 30 sowie einen

Salzlakebehälter 40.

Die Einrichtung zur Membrandestillation 10 umfasst einen Kondensatorkanal 11 mit einem Meerwassereinlass 12 und einem Auslass 13, der auch als Einlass in den Verdampfer 20 dient. Ferner ist ein zum Kondensatorkanal 11 gegenläufiger

Verdampferkanal 14 vorgesehen, der unmittelbar und direkt an den Kondensatorkanal 11 angrenzt. Mit anderen Worten sind der Kondensatorkanal 11 und der Verdampferkanal 14 durch eine Trennwand 15 voneinander getrennt, die vorzugsweise aus einem Material mit guter Wärmeleitfähigkeit, zum Beispiel Aluminium oder Kupfer, gebildet ist. Die Strömungsrichtung in den beiden Kanälen ist gegenläufig. Der Verdampferkanal 14 weist einen Dampfeinlass 16 auf. Er ist ferner durch eine

mikroporöse Membran 17 in einen in Figur 1 unten liegenden Konzentratkanal 18 und einen oben liegenden Destillatkanal 19 unterteilt. Die Membran 17 ist so ausgestaltet, dass sie nur Wasserdampf durchlässt, flüssiges Wasser und größere Moleküle jedoch zurückhält. Zu diesem Zweck ist sie bevorzugterweise aus einem hydrophoben Material, zum Beispiel PTFE,

ausgestaltet und besitzt Porengrößen von ca. 35 pm.

Gegebenenfalls kann die Membran auf einem Kunststoffsieb befestigt sein, das zur mechanischen Unterstützung dient. Das Kunststoffsieb weist größere Poren auf und besteht ebenfalls aus einem hydrophoben Material. Der Destillatkanal 19 ist dabei einerseits durch die Membran 17 und andererseits durch die Trennwand 15 abgegrenzt, wobei Wärme des Destillats

(dampfförmig) an das eingespeiste, unreine Meerwasser im Kondensatorkanal 11 abgegeben wird, um dieses vorzuwärmen. Alternativ ist es statt dieser Ausgestaltung jedoch auch denkbar, die Wärme des Destillats (reinen Wassers)

anderweitig, zum Beispiel als Brauchwarrawasser, zu nutzen. Der Destillatkanal 19 weist schließlich einen

Destillatauslass 41 auf, über den reines, entsalztes Wasser entnommen werden kann. Der Konzentratkanal 18 weist einen Konzentratauslass 42 auf, der mit einem Auffangbehälter 40 lösbar verbunden ist, wodurch der Behälter 40 wechselbar ist. Der Behälter dient der Aufnahme von bei der Entsalzung entstehender Salzlake. Diese kann insbesondere bei wenig verunreinigtem Meerwasser zur Weiterverarbeitung in der chemischen Industrie als Rohstoff verwendet werden.

Die Vorrichtung zum Verdampfen von Wasser 20 umfasst ein Gehäuse 21 sowie einen Rotor 22, der um eine Achse 23 drehbar in dem Gehäuse 21 aufgenommen ist. Der Rotor 22 wird durch einen Motor 24 angetrieben, der einerseits mit einer

Stromversorgung 25 verbunden ist. Andererseits wird der Motor 24 über den Generator 30 mit Strom versorgt, was durch die Verbindungsleitung 26 angedeutet ist. Zwischen dem Gehäuse 21 und dem Rotor 22, d. h. zwischen der Innenfläche des Gehäuses 21 und der Außenfläche des Rotors 22, ist ein Spalt 27 ausgebildet, der derart bemessen ist, dass die Flüssigkeit im Spalt 27 bei Rotation des Rotors 22 auf Scherung beansprucht spontan verdampft.

Dabei ist auf der Außenfläche des Rotors 22 eine Vielzahl schaufelf rmiger Erhebungen 28 vorgesehen (Fig. 2) . Statt der schaufelförmigen Erhebung 28 können sich auch keilförmige oder trapezförmige Profile anbieten. Die Schaufeln 28 sind dabei in Richtung der Rotation R des Rotors 22 geneigt. Die äußeren Enden in Radialrichtung der Schaufeln 28 definieren bzw. begrenzen dabei eine Seite des Spaltes 27. Auf der Innenfläche des Gehäuses 21 sind darüber hinaus mehrere in Längsrichtung, d. h. entlang der Rotorachse 23, verlaufende Kanäle 29 vorgesehen. Die Kanäle 29 weisen im Querschnitt, wie er in Figur 2 dargestellt ist, eine ei förmige Gestalt auf, können jedoch auch U-förmig sein. Die radial inneren Enden der Kanäle 29, zum Beispiel die Enden der radial verlaufenden Schenkel der Kanäle 29, bilden dabei die zweite Begrenzung des Spalts 27.

Durch die Neigung der Schaufeln in Rotationsrichtung sowie die Schaffung von Toträumen in den Kanälen 29 wird das

Geschwindigkeitsverhalten der Flüssigkeit in dem Verdampfer 20 lokal variiert, wodurch lokal Druckänderungen,

insbesondere Druckerhöhungen, auftreten, in denen der kritische Druck der Flüssigkeit (hier Wasser} überschritten wird. In diesen überkritischen Bedingungen verdampft das Wasser spontan durch die entstehende Kavitation. Dabei können die entstehenden Dampfblasen in der Flüssigkeit bzw. dem Wasser aufgrund des nur geringen Spaltes 21 sowie der hohen Drehzahl des Rotors 22 im Bereich von ca. 2.000-30.000

Umdrehungen pro Minute nicht wieder kollabieren, so dass das spontan verdampfte Wasser abgeführt werden kann. Zu diesem Zweck ist ein Dampfauslass 31, vorzugsweise in einem in Vertikalrichtung oberen Bereich des Gehäuses 21, vorgesehen. Ferner bildet vorzugsweise der Meerwasserauslass 13 des Kondensatorkanals 11 gleichzeitig auch den

Flüssigkeitseinlass der Vorrichtung zum Verdampfen der

Flüssigkeit 20.

Der Dampfauslass 31 ist darüber hinaus über eine Rohrleitung mit dem Generator 30 verbunden, d. h. der Generator 30 wird unmittelbar mit Dampf aus der Vorrichtung 20 beaufschlagt. Bei der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform ist der Generator 30 durch einen Ringgenerator gebildet, wie er im Querschnitt auch in Figur 3 gezeigt ist. Der Ringgenerator 30 umfasst mehrere Turbinenschaufeln 32, die um eine Achse 33 im Gehäuse 34 drehbar gelagert sind. Die Turbinenschau eln 32 sind über einen umlaufenden Läuferring 35 miteinander

verbunden, der eine Erregerwicklung umfasst. In dem Gehäuse 34 ist darüber hinaus der Ständer 39 bzw. dessen Wicklung enthalten. Bei einer Rotation des Läufers 36 rotiert auch der Läuferring 35 und induziert dadurch eine Spannung im Ständer 39, die ggf. über einen Inverter (nicht dargestellt} auf die Spannung umgerichtet wird, die der Motor 24 erfordert und dem Motor 24 zum Antreiben des Rotors 22 zugeführt werden kann. Alternativ ist der erzeugte Strom auch durch andere

Verbraucher nutzbar oder in ein Stromnetz einspeisbar. Der Generator 30 weist zur Beaufschlagung des Läufers 36 mit Dampf aus dem Auslass 31 einen Dampfeinlass 37 auf und einen Dampfauslass 38, auf dem der Dampf nach der Entspannung in der Turbinenschaufelstufe ausgegeben wird. Der Dampfauslass 38 ist mit dem Dampfeinlass 16 des Verdampferkanals 14 verbunden .

Alternativ zur Verwendung eines Ringgenerators kann auch der in Figur 4 dargestellte Lineargenerator verwendet werden. Bei diesem ist der Dampfauslass 31 mit einem Zweiwegeventil 39 verbunden, das den Dampfauslass 31 abwechselnd mit einer ersten Dampfleitung 50 und einer zweiten Dampfleitung 51 verbindet. Die erste Dampfleitung 50 mündet in eine erste Kammer 52 eines Lineargenerators, während die zweite

Dampfleitung 51 in eine zweite Kammer 53 des Lineargenerators mündet. Der Lineargenerator weist einen Ständer 54

{vorzugsweise zylindrisch) , den feststehenden Teil des

Generators, und einen Läufer 55, der innerhalb des Ständers

54 entlang eines Linearwegs, wie er durch den Doppelpfeil S dargestellt ist, verschieblich ist. Eine Bewegung des Läufers

55 innerhalb des Ständers 54 induziert eine Spannung in den Wicklungen des Ständers 54, wodurch elektrische Energie erzeugt wird, wie es im Prinzip bekannt ist. Bei der

dargestellten Ausführungsform ist der Läufer 55 auf entgegen gesetzten Seiten mit je einem Kolben 56 versehen, der dicht gegen die Innenwandung des Lineargenerators abdichtet. Auf den entgegengesetzten Seiten der Kolbenflächen der Kolben 56, und damit des Läufers 55, sind die erste Kammer 52 und die zweite Kammer 53 gebildet. Darüber hinaus weist jede Kammer 52, 53 einen Auslass 59 auf, der jeweils über

Rückschlagventile 58 oder aktiv betätigte (Einwege- ) Ventile mit dem Dampfeinlass 16 des Verdampferkanals 14 in

Fluidverbindung steht.

Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf die begleitenden

Zeichnungen die Funktionsweise der vorliegenden Erfindung an Hand der Meerwasserentsalzung erläutert.

Zunächst wird dem. Kondensatorkanal Meerwasser über den

Einlass 12 zugeführt und strömt durch den Kondensatorkanal 11 zum Flüssigkeitseinlass 13. Auf dem Weg vom Einlass 12 zum Auslass/Einlass 13 wird das Meerwasser über den im

Destillatkanal 19 vorherrschenden Dampf mit höherer

Temperatur vorgewärmt, bevor es in die Vorrichtung 20

eintritt. In der Vorrichtung 20 rotiert der Rotor 22 in

Richtung R (siehe Figur 2) , wodurch, unterstützt durch die Schaufeln 28 und die Kanäle 29 im Spalt 27, die Flüssigkeit auf Scherung beansprucht wird und aufgrund von

Geschwindigkeits- und Druckunterschieden Kavitation auftritt. Die Kavitation führt zur Spontanverdampfung der Flüssigkeit in der Vorrichtung 20, wobei der erzeugte Dampf über den Dampfauslass 31 entnommen wird. Der Rotor 22 wird dabei über einen Motor 24 angetrieben.

Der entnommene Dampf wird einem Generator 30, entweder in Form des in Figuren 1 und 3 dargestellten Ringgenerators oder einem wie in Figur 4 dargestellten Lineargenerator,

zugeführt. Im Generator 30 wird der Dampf entspannt und die dabei entstehende Volumenänderungsarbeit in eine mechanische Arbeit, nämlich die Rotation des Läuferrings 35 oder die Verschiebung des Läufers 55 der Generatoren 30 umgesetzt, wodurch in den Ständern 39 bzw. 54 der Generatoren eine

Spannung induziert und Strom erzeugt wird. Dieser wird wiederum genutzt um den Motor 24 anzutreiben. Nach dem Generator 30 verläset der entspannte Dampf den

Generator 30 und strömt über den Dampfeinlass 16 in den

Verdampferkanal 14. Dort diffundiert der reine Wasserdampf f d. h. nur die Wassermoleküle, durch die Membran 17 in den Destillat kanal 19, wo der Wasserdampf kondensiert und die Kondensatwärme über die Trennwand 15 an den Kondensatorkanal 11 abgegeben wird und zur Vorwärmung neuen, unreinen

Meerwassers dient. Anschließend wird das Destillat, d. h. das reine Wasser, über den Auslass 41 ausgegeben und kann als Trinkwasser oder anderweitig genutzt werden. Ferner wird das im Verdampferkanal verbleibende Konzentrat, die Salzlake, über den Auslass 42 in den Behälter 40 abgegeben und bei geringer Verunreinigung zur Weiterverarbeitung in der chemischen Industrie als Rohstoff genutzt, wozu der Behälter 40 ab- und angekuppelt werden kann.

Durch die vorliegende Erfindung wird ein einfach aufgebautes, und damit kostengünstiges System geschaffen, das zugleich wartungsarm und energetisch günstig ist. Dadurch wird der Einsatz insbesondere auch in Entwicklungsländern möglich Es versteht sich jedoch, dass die vorliegende Erfindung nicht auf die obige Ausführungsform beschränkt ist. Vielmehr sind verschiedene Abwandlungen denkbar. Darüber hinaus kann die Vorrichtung zum Verdampfen einer Flüssigkeit gemäß der vorliegenden Erfindung auch für andere Medien als Wasser eingesetzt werden und eine andere Verwendung als in der Behandlung von Wasser finden. Darüber hinaus sind andere Ausgestaltungen der Erhebungen als die schaufelförmigen

Gestaltungen denkbar, zum Beispiel keilförmige oder

trapezförmige Gestaltungen. Auch die Querschnittsform der Kanäle kann anders gewählt werden. Darüber hinaus ist die Nutzung des im Generator erzeugten Stroms beliebig und kann für andere Verbraucher als den Motor zum Antreiben des Rotors Verwendung finden. Auch kann statt der Wärmeabgabe

(Kondensatwärme} im Destillat kanal zur Vorwärmung neu eingebrachten Wassers im reinen Wasser verbleiben, um Brauchwarmwasser zur Verfügung zu stellen.