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Patent Searching and Data


Title:
EXHAUST SYSTEM OF A MOTOR VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/028637
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to an exhaust system of a motor vehicle, having a first exhaust gas purification device (9) and, connected downstream, a second exhaust gas purification device (10). The exhaust system (5) also has an adding device (13), arranged between the exhaust gas purification devices (9, 10), for the addition of in particular urea solution. According to the invention, a flow guiding device (14) for ambient air is provided, which flow guiding device (14) can conduct ambient air from the roadway-side undersurface region of the motor vehicle to the adding device (13) in order to cool the adding device (13).

Inventors:
GÜNTHER, Josef (Haferweg 9, Affalterbach, 71563, DE)
HUBER, Gustav (Randenstrasse 18, Herrenberg, 71083, DE)
BECKMANN, Thomas (Reinsburgstrasse 102, Stuttgart, 71192, DE)
LIEGERT, Harald (Mittenfeldstrasse 128, Stuttgart, 70499, DE)
REISTER, Heinrich (Mannheimer Strasse 8, Ketsch, 68775, DE)
BINNER, Thomas (Leibnizweg 7, Waiblingen, 71332, DE)
ENDREJAT, Ingrid (Dreidesheimerstrasse 29, Stuttgart, 70499, DE)
ENDREJAT, Ingrid (Dreidesheimerstrasse 29, Stuttgart, 70499, DE)
DLUGOSZ, Ralph (Langestrasse 159, Ludwigsburg, 71640, DE)
Application Number:
EP2007/007725
Publication Date:
March 13, 2008
Filing Date:
September 05, 2007
Export Citation:
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Assignee:
DAIMLERCHRYSLER AG (Mercedesstrasse 137, Stuttgart, 70327, DE)
GÜNTHER, Josef (Haferweg 9, Affalterbach, 71563, DE)
HUBER, Gustav (Randenstrasse 18, Herrenberg, 71083, DE)
BECKMANN, Thomas (Reinsburgstrasse 102, Stuttgart, 71192, DE)
LIEGERT, Harald (Mittenfeldstrasse 128, Stuttgart, 70499, DE)
REISTER, Heinrich (Mannheimer Strasse 8, Ketsch, 68775, DE)
BINNER, Thomas (Leibnizweg 7, Waiblingen, 71332, DE)
ENDREJAT, Ingrid (Dreidesheimerstrasse 29, Stuttgart, 70499, DE)
ENDREJAT, Ingrid (Dreidesheimerstrasse 29, Stuttgart, 70499, DE)
DLUGOSZ, Ralph (Langestrasse 159, Ludwigsburg, 71640, DE)
International Classes:
F01N3/035; B60K13/04; B60R13/08; F01N3/20; F01N13/14; F02B77/11
Attorney, Agent or Firm:
DAIMLERCHRYSLER AG (Kocher, Klaus-PeterIntellectual Property and Technology Managemen, GR/VI-C106 Stuttgart, 70546, DE)
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Claims:

Patentansprüche

1. Abgasanlage eines Kraftfahrzeugs, mit einer ersten Abgasreinigungseinrichtung (9) , einer in Abgasströmungsrichtung sowie in normaler Fahrtrichtung des Kraftfahrzeugs hinter der ersten Abgasreinigungseinrichtung (9) angeordneten zweiten Abgasreinigungseinrichtung (10) , einem Abgasleitungsabschnitt (11) , der einen Abgasauslassbereich (9c) der ersten Abgasreinigungseinrichtung (9) mit einem Abgaseinlassbereich der zweiten Abgasreinigungseinrichtung (10) verbindet und einer an dem Abgasleitungsabschnitt (11) angeordneten Zugabevorrichtung (13) zur Zugabe eines fluiden Zuschlagsstoffs in den Abgasleitungsabschnitt (11), wobei die Abgasanlage (5) wenigstens teilweise in einem zwischen einer Bodenkonstruktion des Kraftfahrzeugs und einer Fahrbahnoberfläche für das Kraftfahrzeug vorhandenen Unterbodenbereich des Kraftfahrzeugs angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine die Zugabevorrichtung (13) gegenüber der Bodenkonstruktion des Kraftfahrzeugs im wesentlichen abschirmende Strömungsleitvorrichtung (14) für Umgebungsluft derart vorgesehen ist, dass bei in normaler Fahrtrichtung bewegtem Kraftfahrzeug Umgebungsluft aus dem fahrbahnseitigen

Unterbodenbereich zur Zugabevorrichtung (13) geleitet wird.

2. Abgasanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitvorrichtung (14) sich von der Zugabe- Vorrichtung (13) bis in den Abgasauslassbereich (9c) der ersten Abgasreinigungseinrichtung (9) erstreckt.

3. Abgasanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitvorrichtung (14) den Abgasauslassbereich (9c) der ersten Abgasreinigungseinrichtung (9) wenigstens teilweise gegenüber dem fahrbahnseitigen Unterbodenbereich abschirmt .

4. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitvorrichtung (14) als dünnes Formteil ausgebildet ist.

5. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitvorrichtung (14) aus einem Material gefertigt ist, welches schalldämmend wirkende Bestandteile aufweist .

6. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitvorrichtung (14) aus einem Verbundmaterial, umfassend ein insbesondere geschäumt ausgeführtes Absorbermaterial (19) gefertigt ist.

7. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6,

dadurch gekennzeichnet, dass der Abgasleitungsabschnitt (11) einen insbesondere S- förmig gebogenen Teilbereich (IIa) aufweist, wobei die Zugabevorrichtung (13) an dem in Abgasströmungsrichtung gesehen stromabwärtigen Ende des gebogenen Teilbereichs (IIa) angeordnet ist.

Description:

Abgasanlage eines Kraftfahrzeugs

Die Erfindung betrifft eine Abgasanlage eines Kraftfahrzeugs mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.

Aus der WO 99/39809 Al ist eine Abgasanlage für ein Kraftfahrzeug bekannt, die eine erste Abgasreinigungseinrichtung und eine der ersten Abgasreinigungseinrichtung nachgeschaltete zweite Reinigungseinrichtung aufweist. Dabei ist die erste Abgasreinigungseinrichtung als Hintereinanderschaltung eines Oxidationskatalysators und eines Partikelfilters ausgebildet, während die zweite Abgasreinigungseinrichtung als SCR-Katalysator ausgebildet ist. Zwischen der ersten und der zweiten Abgasreinigungseinrichtung ist eine Zugabevorrichtung zur Zugabe einer Reduktionsflüssigkeit in das Abgas vorgesehen. Abgasanlagen dieser Art können aufgrund ihrer Größe meist nicht vollständig im Motorraum des Kraftfahrzeugs untergebracht werden und sind deshalb üblicherweise wenigstens teilweise im Unterbodenbereich des Kraftfahrzeugs angeordnet. Eine Schwierigkeit bei Abgasanlagen der genannten Art besteht darin, dass die Zugabevorrichtung von heißen Abgasen oder heißen Abgasleitungsbestandteilen übermäßig aufgeheizt wird. Dadurch kann es zu einer zumindest zeitweisen Betriebsstörung der Abgasanlage kommen. Bei stärkerer Temperaturbelastung können auch irreversible Beschädigungen der Zugabevorrichtung auftreten.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Abgasreinigungseinrichtung mit einer verbesserten Betriebszuverlässigkeit anzugeben.

Diese Aufgabe wird durch eine Abgasanlage mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst .

Für die erfindungsgemäße Abgasanlage ist eine die Zugabevorrichtung gegenüber der Bodenkonstruktion des Kraftfahrzeugs im wesentlichen abschirmende Strömungsleitvorrichtung für Umgebungsluft derart vorgesehen, dass bei in normaler Fahrtrichtung bewegtem Kraftfahrzeug Umgebungsluft im fahr- bahnseitigen Unterbodenbereich zur Zugabevorrichtung geleitet wird. Infolge des von der Strömungsleitvorrichtung auf die Zugabevorrichtung geleiteten UmgebungsluftStroms wird die Zugabevorrichtung gekühlt. Auf diese Weise werden überhitzungen der Zugabevorrichtung und dadurch bedingte Betriebsstörungen der Abgasanlage vermieden. Zudem kann auf eine Verwendung von teuren, besonders hitzebeständig ausgeführten Bauteilen für die Zugabevorrichtung verzichtet werden, so dass sich geringere Fertigungskosten ergeben.

Die Zugabevorrichtung ist zur Zugabe eines fluiden Zuschlagstoffes in einen Abgasleitungsabschnitt ausgebildet, der einen Abgasauslassbereich der ersten Abgasreinigungseinrichtung mit einem Abgaseinlassbereich der zweiten Abgasreinigungseinrichtung verbindet . Bei dem Zuschlagstoff kann es sich um einen gasförmigen Stoff, wie Luft oder einen gasförmigen Brennstoff sowie ferner um einen flüssigen Stoff, wie Kraftstoff oder ein wässriges Medium handeln. Als Zuschlagstoff kommt jedoch auch eine aerosolartige Luft-Flüssigkeitsmischung in Frage. Demgemäß kann die Zugabevorrichtung beispielsweise als Sekundärluftzufuhreinrichtung oder als Injektor, Düse oder Ventil ausgebildet sein. Die Zugabevorrichtung umfasst daher entsprechende Anschlüsse für die

Zufuhr und gegebenenfalls einen Rücklauf für den Zuschlagstoff auf. Ferner können Anschlüsse für Betriebsstoffe wie Schmier- oder Kühlmittel und elektrische Anschlüsse vorgesehen sein.

Die erste und/oder die zweite Abgasreinigungseinrichtung können als katalytischer Konverter oder Partikelfiltereinheit, gegebenenfalls auch in Kombination, ausgeführt sein. Typischerweise sind diese Einheiten ganz oder zumindest teilweise im Unterbodenbereich des Kraftfahrzeugs angeordnet. Dabei wird als Unterbodenbereich der zwischen der Fahrbahnoberfläche und einer Fahrzeugbodenkonstruktion des Kraftfahrzeugs liegende Zwischenraum verstanden. Die Fahrzeugbodenkonstruktion umfasst dabei typischerweise als flache Formteile ausgebildete Bauteile, welche das Fahrzeug zur Fahrbahnseite hin abgrenzen. Diese können beispielsweise als Unterbodenverkleidung, Unterfahrschutz, Abschirmblech oder Geräuschkapselung ausgebildet sein.

Die Strömungsleitvorrichtung ist vorzugsweise als Leitblech ausgebildet und so angeordnet und geformt, dass bei normal bewegtem Fahrzeug im Unterbodenbereich vorhandener Fahrtwind bzw. kühle Umgebungsluft in Richtung auf die Zugabevorrichtung geleitet wird. Vorzugsweise ist die Strömungsleitvorrichtung als separates Bauteil ausgebildet, welches an einem Teil der Abgasreinigungseinrichtung und/oder an der Fahrzeugunterbodenkonstruktion insbesondere lösbar befestigt ist. Die Strömungsleitvorrichtung kann jedoch auch als integraler Bestandteil eines Teils der Unterbodenkonstruktion ausgebildet sein. Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Strömungsleitvorrichtung aerodynamisch günstig geformt ist, so dass die Strömungsleitung unter weitgehender Vermeidung einer Verwirbelungen bzw. weitgehend staudruckfrei erfolgt. Auf

diese Weise werden eine Erhöhung des Fahrwiderstandes und der Fahrgeräusche vermieden.

Die Strömungsleitvorrichtung kann dabei in vorteilhafter Weise zusätzlich so angeordnet bzw. geformt sein, dass die Zugabevorrichtung von einer von den Abgasreinigungseinrichtungen oder von Abgasleitungsteilen ausgehenden Wärmestrahlung bzw. Konvektion abgeschirmt ist. Besonders vorteilhaft ist eine Ausgestaltung derart, dass die Zugabevorrichtung zusätzlich von aus dem Motorraum des Kraftfahrzeugs in Richtung Unterbodenbereich austretenden heißen Luftströmungen geschützt ist.

In Ausgestaltung der Erfindung erstreckt sich die Strömungs- leitvorrichtung von der Zugabevorrichtung bis in den Abgas- auslassbereich der ersten Abgasreinigungseinrichtung. Auf diese Weise ist eine wirksame Abschirmung von dem meist stark erhitzten Abgasauslassbereich der ersten Abgasreinigungseinrichtung sichergestellt. Zudem ist eine vorteilhafte Strömungsführung von vergleichsweise kalter Umgebungsluft im Unterbodenbereich ermöglicht. Es kann auch vorgesehen sein, dass die Strömungsleitvorrichtung die Zugabevorrichtung überlappend abdeckt .

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung schirmt die Strömungsleitvorrichtung den Abgasauslassbereich der ersten Abgasreinigungseinrichtung wenigstens teilweise gegenüber dem fahrbahnseitigen Unterbodenbereich ab. Die Strömungsleitvor- richtung ist somit wenigstens teilweise unterhalb des Abgasauslassbereichs der ersten Abgasreinigungseinrichtung angeordnet. Dadurch wird im Wesentlichen vermieden, dass dort Fahrtwind auftreffen, sich erhitzen und weiter auf die Zugabevorrichtung geleitet werden kann. In vorteilhafter Weise wird somit eine Bildung von erhitzten Luftströmungen

unterdrückt, welche insbesondere vom Abgasauslassbereich der ersten Abgasreinigungseinrichtung ausgehen und die Zugabevorrichtung anströmen können. Dabei kann vorgesehen sein, dass die Strömungsleitvorrichtung neben dem Abgasauslass- bereich zusätzlich weitere Bereiche der ersten Abgasreinigungseinrichtung gegenüber dem fahrbahnseitigen Unterbodenbereich abschirmt .

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Strömungs- leitvorrichtung als dünnes Formteil ausgebildet. Vorzugsweise umfasst die Strömungsleitvorrichtung ein umgeformtes Blechteil mit einer Materialstärke von etwa 0,2 mm bis 2,0 mm. Dabei können zur Unterstützung der Strömungsleitvorrichtung auch Durchbrechungen, insbesondere mit schaufeiförmiger Ausbildung vorgesehen sein. Das Blechteil kann zudem als Träger für darauf aufgebrachte Schichten oder Anbauteile wie beispielsweise Halterungen dienen.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Strömungs- leitvorrichtung aus einem Material gefertigt, welches schalldämmend wirkende Bestandteile aufweist. Damit ist in vorteilhafter Weise die strömungsleitende Wirkung mit einer akustischen Dämpfung verbunden. Eine von der Abgasanlage bzw. von der Unterbodenkonstruktion oder von der Zugabevorrichtung ausgehende Geräuschemission wird somit vermindert. Neben einer Verbesserung der Betriebszuverlässigkeit der Abgasanlage wird in vorteilhafter Weise eine Verbesserung des Fahrzeugkomforteindrucks erreicht.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Strömungsleitvorrichtung aus einem Verbundmaterial, umfassend ein insbesondere geschäumt ausgeführtes Absorbermaterial gefertigt. Dadurch ergibt sich bei gleichzeitig leichter Bauweise eine hohe Formstabilität. Durch die vorzugsweise vorgesehene

schalenförmig ausgebildete Schicht kann auf konstruktiv einfache Weise eine schalldämmende Funktion erzielt werden. Bei dieser Schicht kann es sich um einen Metallschaum oder um einen Kunststoffschäum handeln.

In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist der Abgasleitungsabschnitt einen insbesondere S-förmig gebogenen Teilbereich auf, wobei die Zugabevorrichtung an dem in Abgasströmungsrichtung gesehen stromabwärtigen Ende des gebogenen Teilbereichs angeordnet ist. Diese Anordnung der Zugabevorrichtung an einem übergang von einem gebogenen zu einem gerade verlaufenden Bereich des Abgasleitungsabschnitts ermöglicht einerseits eine besonders wirkungsvolle Abschirmung der Zugabevorrichtung vor Wärmestrahlung und Konvektion ausgehend von heißen Teilen der Abgasanlage mittels einer unkompliziert geformten Strömungsleitvorrichtung. Andererseits ist dadurch eine zur Abgasströmung annähernd gleichgerichtete Einbringung des Zuschlagstoffes in den geradlinig verlaufenden Bereich des Abgasleitungsabschnitts ermöglicht, wodurch eine Innenwandbenetzung des Abgasleitungsabschnitts bei Einsatz eines flüssigen Zuschlagstoffes weitgehend vermieden werden kann.

Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Zeichnungen veranschaulicht und werden nachfolgend beschrieben. Dabei sind die vorstehend genannten und nachfolgend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Merkmalskombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.

Dabei zeigen:

Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Unterbodenbereichs eines Kraftfahrzeugs mit einer zugehörigen Abgasanlage,

Fig. 2 eine Einzelheit des Unterbodenbereichs gemäß Fig. 1,

Fig. 3 eine schematische Schnittdarstellung eines Teilbereichs der Abgasanlage gemäß Fig.l,

Fig. 4 eine schematische Seitenansicht der Abgasanlage gemäß Fig. 1 und

Fig. 5 eine Querschnittsdarstellung eines vorzugsweise eingesetzten Verbundmaterials für eine Strömungs- leitvorrichtung der erfindungsgemäßen Abgasanlage.

Nachfolgend wird unter Bezug auf Fig. 1 und 2 auf eine vorteilhafte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Abgasanlage und auf deren Anordnung im Unterbodenbereich eines zugehörigen Kraftfahrzeugs eingegangen.

Fig. 1 zeigt eine übersicht über einen zum vorderen Fahrzeugteil gehörenden Unterbodenbereich eines Kraftfahrzeugs. In der von unten, das heißt von einer Fahrbahnoberfläche aus gesehenen Ansicht sind insbesondere Teile der Fahrzeug-Unterbodenkonstruktion, wie eine Unterbodenverkleidung 1, eine als Unterfahrschutz und Geräuschkapselung dienende Abdeckung 2, eine untere Motorraumabdeckung 3 sowie ein Abschirmblech 4 für eine Abgasanlage 5 zu erkennen. Mit dargestellt sind Teile einer Vorderachskonstruktion 6, ein Motorquerträger 7 sowie ein Verteilergetriebe 8. Der hier dargestellte Teil der Abgasanlage 5 umfasst eine erste Abgasreinigungseinrichtung 9 sowie eine nachgeschaltete zweite Abgasreinigungseinrichtung 10. Dabei ist ein in den Motorraum geführter Teil der ersten

Abgasreinigungseinrichtung 9 von der Abdeckung 2 verdeckt und von der zweiten Abgasreinigungseinrichtung 10 lediglich ein Abgaseinlassbereich dargestellt. Ein Abgasleitungsabschnitt 11 verbindet einen Abgasauslassbereich der ersten Abgasreinigungseinrichtung 9 mit dem Abgaseinlassbereich der zweiten Abgasreinigungseinrichtung 10. Eine Strebe 12 dient zur Abstützung der Abgasanlage. Zur Zugabe insbesondere von in flüssiger Form oder als Aerosol vorliegender Harnstofflösung ist eine Zugabevorrichtung 13 am stromabwärtigen Ende eines S-förmig gebogenen Teilbereichs IIa des Abgasleitungsabschnitts 11 angeordnet, was deutlicher in der in Fig. 2 gezeigten Darstellung einer Einzelheit des Unterbodenbereichs zu erkennen ist.

Entsprechend ihrer Anordnung an dem sich an die erste Abgas- reinigungseinrichtung 9 anschließenden Abgasleitungsabschnitt 11 ist die Zugabevorrichtung 13 unter bestimmten Betriebsbedingungen, insbesondere bei einer erhöhten Leistungsabgabe des Antriebsmotors einer erhöhten Temperaturbeanspruchung ausgesetzt. Um diese Temperaturbeanspruchung zu vermindern, ist für die Abgasanlage 5 erfindungsgemäß eine Strömungsleitvorrichtung 14 vorgesehen.

Zur Erläuterung der sich durch die Strömungsleitvorrichtung 14 ergebenden Wirkungen wird nachfolgend zusätzlich Bezug auf die schematische Darstellung der Fig. 3 genommen, in welcher eine Seitenansicht von in Fig. 1 dargestellten Bauteilen im Längsschnitt wiedergegeben ist.

Die Strömungsleitvorrichtung 14 ist wie dargestellt vorzugsweise als ein aus- oder umgeformtes Flachmaterial-Bauteil ausgebildet, das sich vom gebogenen Teilbereich IIa des Abgasleitungsabschnitts 11 bis zum Abgasauslassbereich 9c der ersten Abgasreinigungseinrichtung 9 erstreckt und die Zugabe-

Vorrichtung 13 teilweise umgibt. Je nach Größe der Abgasanlage und dem zu Verfügung stehen Bauraum beträgt die größte Längsausdehnung etwa 200 mm bis 500 mm, die größte Querausdehnung etwa 50 mm bis 200 mm. Die Strömungsleitvorrichtung 14 ist derart ausgeführt und angeordnet, dass einerseits die Zugabevorrichtung 13 in Richtung zum darüber angeordneten Abschirmblech 4 hin abgedeckt ist und andererseits der Abgasauslassbereich 9c der ersten Abgasreinigungseinrichtung 9 teilweise gegenüber dem fahrbahnseitigen Unterbodenbereich abgeschirmt ist. Infolge dieser Ausführungsform und Anordnung erfüllt die Strömungsleitvorrichtung 14 mehrere Funktionen.

Einerseits ist sie in der Lage, bei normaler Fahrt des Kraftfahrzeugs vergleichsweise kühle Umgebungsluft bzw. Fahrtwind im fahrbahnseitigen Unterbodenbereich des Kraftfahrzeugs zur Zugabevorrichtung 13 zu leiten und diese somit zu kühlen. Eine sich vorzugsweise ausbildende Strömung ist durch den durchgezogenen Pfeil 15 schematisch dargestellt. Dabei ist ersichtlich, dass die Strömungsleitfunktion auf einer aerodynamisch bedingten Sogwirkung ähnlich wie bei einer Flugzeugtragfläche beruht. Dies steht im Gegensatz zu einer Strömungsumlenkung infolge einer Aufstauwirkung, wie sie von einem Staublech oder einer Hutze zu eigen ist.

Andererseits schirmt die Strömungsleitvorrichtung 14 die Zugabevorrichtung 13 vor einer von heißen Teilen der Abgasanlage, insbesondere vom Abgasauslassbereich 9c der ersten Abgasreinigungseinrichtung 9 ausgehenden und durch gepunktete Pfeile 17 schematisch dargestellte Wärmestrahlung ab. Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn die erste Abgasreinigungseinrichtung 9 einen durch thermischen Russabbrand regenerierbaren Partikelfilter 9b umfasst, da sich bei einer thermischen Partikelfilterregeneration Abgastemperaturen von 600 0 C und entsprechend erhitzte

Abgasanlagenbestandteile ergeben. In diesem Fall ist es aus Gründen der Verfahrensführung bei der Regeneration des Partikelfilters 9b vorteilhaft, wenn die erste Abgasreinigungseinrichtung 9 ferner einen vorgeschalteten Oxidations- katalysator 9a umfasst.

Weiterhin ist die Strömungsleiteinrichtung 14 bevorzugt derart ausgebildet bzw. angeordnet, dass ein Kontakt der Zugabevorrichtung 13 mit an heißen Teilen der Abgasanlage 5 aufgeheizter Umgebungsluft weitgehend vermieden wird. Eine sich bevorzugt ausbildende Strömung von Heißluft im Bereich zwischen Abgasanlage 5 und Abschirmblech 4 ist durch den gestrichelten Pfeil 16 schematisch dargestellt. Wie in Fig. 3 veranschaulicht, ist somit einerseits eine Wärmezufuhr zur Zugabevorrichtung 13 durch Abschirmung von Wärmestrahlung und Konvektion verringert, andererseits wird eine Wärmeabfuhr durch die bewirkte Umgebungsluftströmung im fahrbahnseitigen Unterbodenbereich erreicht. Infolge dieser sich in vorteilhafter Weise addierenden Effekte kann die Temperatur der Zugabevorrichtung 13 niedrig gehalten werden. Dadurch werden durch überhitzung verursachte Betriebsstörungen und Ausfälle vermieden. Gleichzeitig können die Zugabevorrichtung 13 sowie zugeordnete Anschlüsse und Leitungen aus weniger hitzbeständigem Material und somit preisgünstiger ausgeführt werden.

In Fig. 4 ist zur weiteren Verdeutlichung eine perspektivische Seitenansicht der in Fig. 1 von unten dargestellten Abgasanlage 5 gezeigt. Insbesondere erkennbar ist eine bevorzugt vorgesehene muschelförmige Ausformung der Strömungsleit- vorrichtung 14, in der die Zugabevorrichtung 13 vorzugsweise größtenteils angeordnet ist. Besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform, bei welcher die Zugabevorrichtung 13 zur Fahrzeugseite hin nahezu halbkugelförmig bzw. über einen Raumwinkel von annähernd 2 π von der Strömungsleitvorrichtung

14 umgeben ist . Die Ausformung der Strömungsleitvorrichtung 14 bewirkt einen lokalen aerodynamischen Saugeffekt für im Unterbodenbereich vorhandenen Fahrtwind bzw. Umgebungsluft- strömungen, so dass kühle Umgebungsluft zur Zugabevorrichtung 13 geleitet wird. Infolge dieser strömungsgünstigen Gestalt wird die Fahrzeugumströmung nur geringfügig bzw. vernachlässigbar gestört und es wird - im Gegensatz zu einer Verwendung von Staudruck erzeugenden Bauteilen wie einer Lufthutze oder einer Nacadüse - eine Vergrößerung des Fahrzeug-Luft- Widerstandswiderstands (c w -Wert) vermieden.

Was die materialbezogene Ausgestaltung der Strömungsleitvorrichtung 14 betrifft, so ist es besonders bevorzugt, diese aus einem Verbundwerkstoff mit schalldämmenden Eigenschaften zu fertigen. Neben den erläuterten Abschirm- und Strömungs- leitwirkungen ergibt sich dadurch eine Verringerung der Intensität des vom Fahrzeug bzw. von der Zugabevorrichtung abgestrahlten Schalls. Bevorzugt ist eine geschichtete Ausführungsform der Strömungsleitvorrichtung 14 derart, dass auf einem Träger, der vorzugsweise aus einem dünnen umgeformten Metallblech gebildet ist, eine schallabsorbierend wirkende Beschichtung oder Lage aufgebracht ist. In Fig. 5 ist eine besonders bevorzugte Ausführungsform in einer schematischen Schnittansicht dargestellt.

Gemäß Fig. 5 umfasst eine bevorzugte Ausführungsform des für die Strömungsleitvorrichtung 14 vorgesehenen Verbundmaterials einen dünnen metallischen Träger 18 mit einer Materialstärke im Bereich von etwa 0,5 mm bis 2 mm. Darauf folgt eine Schicht aus schalldämmend wirkendem Absorbermaterial 19 wie beispielsweise einem Aluminium- oder Kunststoffschäum oder einem aus Glas- oder Silikatfasern gebildetem Material. Die bevorzugte Materialstärke beträgt etwa 2 mm bis 20 mm. Als Abdeckung kann eine vorzugsweise mikroperforiert ausgebildete

dünne Folie 21 mit etwa 0,05 mm Materialstärke vorgesehen sein. Zur Erhöhung der mechanischen Stabilität ist vorzugsweise ein genoppt und/oder gelocht ausgeführtes Deckblech 20 vorgesehen, welches bevorzugt eine Materialstärke im Bereich von etwa 1,0 mm bis 5,0 mm aufweist. Der Noppen- bzw. Lochdurchmesser kann beispielsweise etwa 2 mm bis 6 mm. Dabei ist es bevorzugt, wenn die genannten Abmessungen und/oder der Lochanteil des Deckblechs in Abhängigkeit vom Frequenzbereich des zu dämpfenden Schalls gewählt werden. Vorzugsweise wird die Strömungsleitvorrichtung 14 so ausgeführt, dass die Absorbermaterialseite die der Zugabevorrichtung 13 zugewandte Seite ist.