Lihotzky-vaupel, Wolfram (Lindauer Strasse 3 B, Kaufbeuren, 87600, DE)
| 1. | Extrusionsmaschine mit mindestens einer Extrusions schnecke (12), welche in einem Extrusionsgang (14) eines Gehäuses (16) angeordnet ist, wobei Extrusions gut durch die Extrusionsschnecke (12) entlang dem Ex trusionsgang (14) von einem Eintritt (18) zu einem Austritt (20) gefördert wird, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass in dem Gehäuse (16) mindestens eine Einschuböff nung (30) eingebracht ist, welche sich von einer Außenseite des Gehäuses (16) bis zu einem Extrusions gang (14) erstreckt, und dass in der Einschuböffnung (30) ein Einschubelement (32) angeordnet ist, welches von der Außenseite des Gehäuses (16) auswechselbar ist. |
| 2. | Extrusionsmaschine nach Anspruch 1, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass das Einschubelement (32) Öffnungen (34) zum Ab leiten einer Flüssigkeit aus dem Extrusionsgang (14) aufweist. |
| 3. | Extrusionsmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass das Einschubelement (32) als eine Stauplatte (40) ausgebildet ist, welche in den Extrusionsgang (14) hineinragt. |
| 4. | Extrusionsmaschine nach Anspruch 3, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass zwei Stauplatten (14) vorgesehen sind, welche von gegenüberliegenden Seiten in den Extrusionsgang (14) hineingeschoben sind, durch welche ein ringförmiger Vorsprung im Extrusionsgang (14) um den Kern (13) der Extrusionsschnecke (12) gebildet ist. |
| 5. | Extrusionsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass mehrere Extrusionsschnecken (12) vorgesehen sind, wobei die Extrusionsmaschine (10) insbesondere als ein Doppelwellenextruder mit gegenläufig angetriebenen Ex trusionsschnecken (12) ausgebildet ist. |
| 6. | Extrusionsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass das Gehäuse (16) aus Segmenten aufgebaut. ist, von welchen zumindest ein Segment eine oder mehrere Ein schuböffnungen aufweist. |
| 7. | Extrusionsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass ein Einschubelement (32) eine zum Extrusionsgang (14) gerichtete Siebfläche (36) aufweist und dass zwi schen der Siebfläche (36) und den Extrusionsschnecken (12) ein definierter Freiraum zum Anlagern von Extru sionsgut ausgebildet ist. |
| 8. | Extrusionsmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass das Einschubelement (32) zum Bilden der Öffnungen (34) und Abführkanäle (35) aus Platten aufgebaut ist. |
| 9. | Extrusionsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass mindestens eine Extrusionsschnecke (12) mit einem inneren Kanal zum Zuund/oder Abführen von Flüssig keit ausgebildet ist. |
| 10. | Verfahren zur Fest/Flüssigtrennung mittels einer Ex trusionsmaschine (10), insbesondere nach einem der An sprüche 1 bis 9, bei dem ein Extrusionsgut in einem Extrusionsgang (14) eingeleitet und mittels Extrusions schnecken (12) in Richtung eines Austritts (20) geför dert und komprimiert wird, wobei Flüssigkeit aus dem Extrusionsgut über Öffnungen entlang des Extrusions gangs (14) abgeführt wird, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass ein Drainagebereich (5) der Extrusionsmaschine (10), in welchem die Öffnungen zum Abführen der Flüs sigkeit vorgesehen sind, in Förderrichtung von einem Auspressbereich (7) gefolgt wird, in welchen ein Aus pressdruck zum Auspressen von Flüssigkeit aus dem Ex trusionsgut eingestellt wird, und dass in dem Drainagebereich (5) ein Drainagerdruck eingestellt wird, der geringer als der Auspressdruck ist, wobei Flüssigkeit entgegen der Förderrichtung von dem Auspressbereich (7) zum vorausgehenden Drainagebe reich (5) rückfließt. |
| 11. | Verfahren nach Anspruch 10, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass zur Einstellung des Auspressdrucks Stauplatten (40) vorgesehen werden, welche im Auspressbereich (7) in den Extrusionsgang (14) hineinragen. |
| 12. | Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass im Auspressbereich (7) an den Extrusionsschnecken (12) zylindrische Walzelemente und/oder Rückmischele mente angeordnet werden. |
| 13. | Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass die Extrusionsschnecken (12) gegenläufig ange trieben werden. |
| 14. | Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass das Extrusionsgut durch Wendeln der Extrusions schnecken (12) gefördert wird, wobei im Drainagebe reich (5) die Wendeln durch Ausnehmungen unterbrochen sind. |
| 15. | Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass im Drainagebereich (5) zwischen einer Siebfläche (36) und den Extrusionsschnecken (12) ein Freiraum ausgebildet ist, in welchem sich Extrusionsgut als eine filterwirksame Schicht anlagert. |
| 16. | Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass das Auspressen in mehreren Stufen auf einer Ex trusionsmaschine (10) durchgeführt wird, wobei mehrere Drainagebereiche (5) und Auspressbereiche (7) hinter einander vorgesehen sind. |
Ein gattungsgemäßer Stand der Technik geht beispielsweise aus der US 5,333, 556 hervor. Mit dieser bekannten Extru- sionsmaschine können beispielsweise Öl, Wasser oder andere Flüssigkeiten aus den verschiedensten Materialien, wie etwa Pflanzensamen, ausgepresst werden. Das Gehäuse ist aus Blechplatten aufgebaut, zwischen denen zur Bildung von Ab- führkanälen für die ausgepresste Flüssigkeit Distanzelemen- te angeordnet sind. Bei diesem bekannten Auspressverfahren besteht grundsätzlich die Gefahr, dass entweder aufgrund des relativ hohen Extrusionsdruckes im Gehäuse bei zu großen Abführöffnungen das Extrusionsgut durch diese Öff- nungen ausgedrückt wird oder bei zu klein gewählten Öffnun- gen sich diese durch die Feststoffpartikel vollständig zu- setzen und eine Flüssigkeitsabführung nicht mehr erlauben.
Die Öffnungen müssen daher abhängig vom jeweils zu behan- delnden Extrusionsgut definiert eingestellt werden, um ei- nen zuverlässigen Betrieb zu ermöglichen. Bei einem Wechsel des Extrusionsgutes, etwa zu anderen Pflanzensamen, oder bei größeren Qualitätsschwankungen bei dem gleichen Extru- sionsgut kann eine Anpassung der Abführöffnungen notwendig werden. Bei der bekannten Extrusionsmaschine ist hierzu ei- ne vollständige Demontage der Maschine notwendig, wobei sich bei einem Produktwechsel auch die Auspresslänge und damit die Extruderschneckenlänge ändern kann.
Der Erfindung liegt die A u f g a b e zugrunde, eine Extrusionsmaschine, welche vielseitig einsetzbar und insbe- sondere zur Fest-/Flüssigtrennung verwendbar ist, und ein Verfahren für eine Extrusionsmaschine anzugeben, mit wel- chem eine effiziente Fest-/Flüssigtrennung durchführbar ist.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Extrusionsma- schine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Bevor- zugte Ausführungsformen sind in den jeweils abhängigen An- sprüchen angegeben.
Die erfindungsgemäße Extrusionsmaschine ist dadurch gekenn- zeichnet, dass in dem Gehäuse mindestens eine Einschuböff- nung eingebracht ist, welche sich von einer Außenseite des Gehäuses bis zum Extrusionsgang erstreckt, und dass in der Einschuböffnung ein Einschubelement angeordnet ist, welches von der Außenseite des Gehäuses auswechselbar ist. Durch eine Vielzahl von Einschubelementen kann eine Extrusionsma- schine in einfacher Weise und ohne großen Zeitaufwand für verschiedenste Zwecke hergerichtet werden. Durch entspre- chende geschlossene Einschubelemente kann das Extrusions- gehäuse sogar für normale Extrustionsaufgaben verwendet werden, während durch Verwendung von Einschubelementen mit Siebbereichen ein schneller Umbau zum Einsatz zur Fest-/ Flüssigtrennung möglich ist. In diesem Fall kann bei einem Produktwechsel auch ein schneller Austausch der Siebele- mente erreicht werden, so dass die betriebstechnisch geeig- netste Art der Siebfläche und der Drainageöffnungen gewählt werden kann. Auch ist ein schneller Austausch eventuell verblockter Siebelemente möglich.
Neben der erfindungsgemäßen Anordnung eines Einschubelemen- tes mit Öffnungen zum Ableiten einer Flüssigkeit aus dem Extrusionsgang ist es nach der Erfindung ebenfalls vorgese- hen, dass das Einschubelement als eine Stauplatte ausge- bildet ist, welche in den Extrusionsgang hineinragt. Eine Stauplatte sorgt dabei für eine Druckänderung innerhalb des Extruders, wobei im Bereich der Stauplatte eine entspre- chende Anpassung des Schneckensegmentes zu erfolgen hat.
Hierdurch kann gezielt ein gewünschter Druck sowie eine ge- wünschte Materialfördereigenschaft in einzelnen Segmenten des Extrusionsganges eingestellt werden.
Eine bevorzugte Ausführungsform besteht darin, dass zwei Stauplatten vorgesehen sind, welche von den gegenüberlie- genden Seiten in den Extrusionsgang hineingeschoben sind, durch welche ein ringförmiger Vorsprung im Extrusionsgang um die Extrusionsschnecke gebildet ist. Die gegenüberlie- gend eingeschobenen Stauplatten führen so zu einer ring- förmigen Verengung, wobei bei einem Mehrwellenextruder durch die insgesamt halbkreisförmigen Ausnehmungen an den Stauplatten die Extrusionsgänge um die einzelnen Extruder- schnecken vollständig voneinander getrennt werden können.
Grundsätzlich kann die Extrusionsmaschine auch ein Ein- wellenextruder sein. Eine besonders hohe Leistungsfähig- keit wird nach der Erfindung dadurch erreicht, dass mehre- re Extrusionsschnecken vorgesehen sind, wobei die Extru- sionsmaschine insbesondere als ein Doppelwellenextruder mit gegenläufig angetriebenen Extrusionsschnecken ausge- bildet ist. Ein gegenläufig angetriebener Doppelwellenex- truder sorgt für eine zuverlässige und zugleich schonende Auspressung des Extrusionsgutes bei einer kontinuierli- chen und gleichmäßigen Materialförderung im Extrusions- gang. Die Extrusionsschnecken sind dabei so ausgebildet und angeordnet, dass diese nicht dicht kämmend sind, so dass das Extrusionsgut nicht zu sehr beschädigt und ins- gesamt schonend behandelt wird. Etwa bei Pflanzensaaten wirkt sich eine solche schonende Behandlung positiv auf die Qualität des ausgepressten Pflanzenöles aus.
Eine Steigerung der Flexibilität der Extrusionsmaschine wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass das Gehäuse aus Segmenten aufgebaut ist, von welchem zumindest ein Segment eine oder mehrere Einschuböffnungen aufweist. Auch die Extrusionsschnecke kann aus mehreren Schneckenelemen- ten entsprechend dem umgebenden Gehäuse zusammengesteckt sein, so dass sich durch einen solchen modularen Aufbau eine günstige Fertigung bei schneller Anpassbarkeit an die jeweilige Extrusionsaufgabe ergibt.
Eine weitere Verbesserung der Qualität der ausgepressten Flüssigkeit stellt sich erfindungsgemäß dadurch ein, dass ein Einschubelement eine zum Extrusionsgang gerichtete Siebfläche aufweist und dass zwischen der Siebfläche und den Extrusionsschnecken ein definierter Freiraum zum An- lagern von Extrusionsgut ausgebildet ist. In diesem Frei- raum kann sich Extrusionsgut als eine Art filterwirksame Schicht anlagern, so dass Grobbestandteile durch diese an- gelagerte Filterkuchenschicht zurückgehalten werden. Dabei werden nicht nur Trubstoffe, sondern auch verschiedenste Bitterstoffe und andere unerwünschte Bestandteile zurückge- halten, so dass etwa bei Pflanzensaaten ein besonders hoch- wertiges Pflanzenöl erzeugbar ist. Der Freiraum kann durch Verringerung des Durchmessers der Extrusionsschnecken oder durch eine entsprechende Ausnehmung im Bereich des Siebpa- ketes ermöglicht werden. Auch eine Kombination von Ausneh- mungen im Gehäuse und Verkleinerung der Schneckendurchmes- ser im Bereich der Siebfläche ist möglich.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung be- steht darin, dass das Einschubelement zum Bilden der Öff- nungen und Abführkanäle aus Platten aufgebaut ist. Das Ein- schubelement wird dabei auch als Siebpaket bezeichnet. Die Siebpakete können dabei aus Blechplatten gebildet sein, zwischen welchen entsprechende Distanzelemente zwischenge- legt sind. Die Distanzelemente können jedoch auch durch Einprägungen oder entsprechende spanabhebende Bearbeitungen an den gestapelten Platten vorgesehen sein.
Nach der Erfindung ist es weiterhin bevorzugt, dass mindes- tens eine Extrusionsschnecke mit einem inneren Kanal zur Zu-und/oder Abführung von Flüssigkeit ausgebildet ist. Die Extrusionsschnecke kann dabei geschlossen sein, so dass als Flüssigkeit eine Kühlflüssigkeit die Extrusionsschnecke durchströmt. Alternativ kann auch der innere Kanal zum Ab- führen der Flüssigkeit aus dem Extrusionsgang eingesetzt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass in einem Drainagebereich des Extruders, in welchem die Öffnungen zum Abführen der Flüssigkeit vorgesehen sind, in Förderrichtung von einem Druckbereich gefolgt wird, in wel- chem ein Auspressdruck zum Auspressen von Flüssigkeit aus dem Extrusionsgut eingestellt wird, und dass in dem Draina- gebereich ein Drainagedruck eingestellt wird, der geringer als der Auspressdruck ist, wobei Flüssigkeit entgegen der Förderrichtung vom Druckbereich zum vorausgehenden Draina- gebereich zurückfließt.
Bei diesem Verfahren wird also nicht über die gesamte Länge des Extruders der Auspressvorgang durchgeführt, sondern nur in bestimmten Bereichen. Dies erlaubt eine flexible Anpas- sung des Extruders an unterschiedliche Extrusionsgüter.
Durch die räumliche Trennung der Bereiche zum Auspressen des Extrusionsgutes bei einem relativ hohen Extrusionsdruck einerseits und der Abführung oder Drainage der ausgepress- ten Flüssigkeit aus dem Gehäuse andererseits wird der Ten- denz zum Zusetzen der Drainageöffnungen durch Feststoffe entgegengewirkt. Gleichzeitig ergibt sich durch das erfin- dungsgemäße Einstellen eines Rückflusses der ausgepressten Flüssigkeit eine verbesserte Rückhaltung von Trubstoffen und sonstigen unerwünschten Bitterstoffen, beispielsweise in Pflanzenölen.
Es ist erfindungsgemäß, dass zur Einstellung des Auspress- druckes Stauplatten vorgesehen werden, welche im Auspress- bereich in den Extrusionsgang hineinragen. Dabei führen die Stauplatten durch ihre Durchmesserreduzierung des Extru- sionsganges nicht nur zu einer Durckerhöhung in diesem Be- reich, sondern fördern auch die erfindungsgemäß angestrebte Tendenz des Rückflusses der ausgepressten Flüssigkeit in diesem Bereich.
Nach der Erfindung wird dieser Effekt noch weiter dadurch unterstützt, dass im Auspressbereich an den Extrusions- schnecken zylindrische Walzelemente und/oder Rückmischele- mente angeordnet werden. Die zylindrischen Walzelemente, welche bei einem Doppelwellenextruder symmetrisch und ko- axial zur Extrusionsachse oder auch exzentrisch zur Extru- sionsachse angeordnet sein können, führen zu einer zusätz- lichen Auspresswirkung auf das Extrusionsgut. Einen zusätz- lichen Auspresseffekt haben auch die Rückmischelemente, welche den angestrebten Rückfluss der ausgepressten Flüs- sigkeit unterstützen.
Ein besonders effektives und zugleich schonendes Auspress- verfahren ergibt sich erfindungsgemäß dadurch, dass die Extrusionsschnecken gegenläufig angetrieben werden.
Zur weiteren Unterstützung des Flüssigkeitsrückflusses ist es nach der Erfindung vorgesehen, dass das Extrusionsgut durch Wendeln der Extrusionsschnecken gefördert wird, wobei im Drainagebereich die Wendeln durch Ausnehmungen unterbro- chen sind. Dies wird je nach Pressmaterial mit Schnecken- elementen erreicht, welche auf einer Länge von einem Vier- tel bis zu einem ganzen Durchmesser einen Freistich auf- weisen oder mit einem Distanzring versehen sind. Durch diese Ausnehmungen in den Schneckenwendeln wird im Drainage- bereich das Pressmaterial ständig aufgelockert. Dieses nicht vollständig komprimierte Material stellt dabei einen idealen Filter der Trubstoffe bei faserigen Materialien wie Saaten oder Ölfrüchten dar, welche die Trubstoffe praktisch vollständig zurückhalten.
Zur Erzeugung einer filterwirksamen Schicht ist es erfin- dungsgemäß, dass im Drainagebereich zwischen einer Siebflä- che und den Extrusionsschnecken ein Freiraum ausgebildet ist, in welchem sich Extrusionsgut als eine filterwirksame Schicht anlagert. Diese sich anlagernde Randschicht dient sozusagen als ein Naturfilter zur Reduzierung der Trubstof- fe.
Eine Erhöhung der Wirtschaftlichkeit des Verfahrens wird nach der Erfindung dadurch erreicht, dass das Auspressen in mehreren Stufen auf einer Extrusionsmaschine durchgeführt wird, wobei mehrere Drainagebereiche und Anpressbereiche hintereinander vorgesehen sind. Vorzugsweise sind eins bis fünf, insbesondere eins bis drei Pressstufen an einer Ex- trusionsmaschine ausgebildet. Dabei ist es vorteilhaft, dass durch die voneinander getrennten Drainagebereiche auch das Öl der einzelnen Pressstufen separat voneinander aufge- fangen werden kann. Da insbesondere die erste Pressstufe ein besonders gutes Öl bei Pflanzensaaten und Ölfrüchten ergibt, wird so eine besonders zweckmäßige Nutzung des Ex- trusionsgutes erreicht.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Aus- führungsbeispielen weiter erläutert, welche schematisch in den Zeichnungen gezeigt sind.
In den Zeichnungen zeigen : Fig. 1 eine schematische Seitenansicht auf eine erfin- dungsgemäße Extrusionsmaschine ; Fig. 2 eine Querschnittsansicht durch eine erfindungs- gemäße Extrusionsmaschine ; Fig. 3 eine vergrößerte Detailansicht eines erfindungs- gemäßen Einschubelementes ; Fig. 4 eine Querschnittsansicht durch eine erfindungs- gemäße Extrusionsmaschine mit Stauplatten.
Die erfindungsgemäße Extrusionsmaschine 10 gemäß Fig. 1 ist zur Trennung von Fest-und Flüssigstoffen, wie Schlamm je- der Art und Flüssigkeiten von Obst, Gemüse, Saaten und Öl- früchten vorgesehen. Die Extrusionsmaschine 10 ist als eine Doppelschneckenpresse in gegenläufiger Bauart ausgeführt.
Das Extrusionsgut wird an einem Eintritt 18 mit einem Trichter eingeleitet und wird durch die Extrusionsschnecken zum Austritt 20 gefördert. Die Extrusionsmaschine 10 ist modular aus mehreren Schneckenzylindern aufgebaut. Ein Schneckenzylinder ist dabei als ein Drainagebereich 5 und ein Schneckenzylinder als ein Auspressbereich 7 ausgebil- det. In den Zylindern mit zwei ineinander verlaufenden Boh- rungen sind die nebeneinander parallel angeordneten gegen- läufigen Schnecken positioniert. Die einzelnen Zylinder- blöcke sind aus einem Stück gefertigt und haben eine Länge von mindestens einem Durchmesser der Schnecke, vorzugsweise zwei bis sechs Durchmesser der Schnecke. Die Zylindergehäu- se sind mit Inlinerbuchsen als Verschleißbuchsen ausgerüs- tet. Die Inlinerbuchsen sind so ausgeführt, dass diese mit Kühlkanälen, ähnlich Kühlrippen, versehen sind, die von Wasser durchflutet wie ein Hochleistungswärmetauscher ar- beiten. Die Kühlkanäle sind so angeordnet, dass zwischen den Zylinderbohrungen, in denen die Schnecken laufen, und den Wasserkanälen maxiamal 20mm Stahl als Wärmespeicher zur Verüfung steht. Reibungswärme wird dabei direkt über diese Inlinerbuchsen abgeführt.
Vom Eintritt 18 wird das Extrusionsgut in einer offenen, nicht dicht kämmenden, ineinander greifenden gegenläufigen Doppelschnecke mit großen Lücken durch den ersten Drainage- bereich 5 geleitet. Im sich anschließenden ersten Auspress- bereich 7, welcher an seiner Gehäusewandung keinerlei Öff- nungen aufweist, wird über eine entsprechende Gestaltung der Extrusionsschnecken und der Gehäuseinnenseite ein er- heblicher Druck auf das Pressgut ausgeübt. Im Auspressbe- reich 7 ist ein Druck von bis zu 250 bar und mehr einstell- bar. Dem gegenüber wird im vorausgegangenen Drainagebereich 5 lediglich ein Druck von maximal bis zum 50 bar, vorzugs- weise bis 20 bar eingestellt. Durch diesen relativ geringen Druck im Drainagebereich 5 wird verhindert, dass Pressgut durch die Drainageöffnungen verdrängt wird und die Draina- geöffnungen damit verblocken. Gleichzeitig wird durch den erheblichen Druckunterschied gegenüber dem nachfolgenden Auspressbereich 7 bewirkt, dass dort ausgepresste Flüssig- keit, beispielsweise Öl, entgegen der Extrusionsrichtung in den ersten Drainagebereich 5 rückfließt und dort über die Drainageöffnungen abgeleitet werden kann.
Es ist ausdrücklich nicht erwünscht, das Pressgut vor der eigentlichen ersten Presszone zu zerstören bzw. zu verän- dern, um möglichst saubere Flüssigkeit mit extrem wenigen Trubstoffen zu erhalten. Das unzerstörte Extrusionsgut, z. B. Saaten, kann dabei im ersten Drainagebereich 5 als Na- turfilter dienen, welchen den Trubstoffanteil erheblich re- duziert. Dies ist von Vorteil, weil dadurch das weitgehend unbeschädigte Pressgut als natürlicher Filter dient.
Nach der ersten Pressung wirdNdas Extrusionsgut entspre- chend der Förderrichtung der Extrusionsschnecken in den nächsten Drainagebereich 5 und den darauf folgenden Aus- pressbereich 7 gefördert, in welchem sich der zuvor be- schriebene Auspressvorgang mit Rückwärtsdrainage erneut wiederholt. Die dargestellte Extrusionsmaschine 10 umfasst insgesamt drei Pressstufen, wobei die aus den Drainagebe- reichen 5 austretenden Flüssigkeiten separat aufgefangen und weiterverarbeitet werden können.
Nach Ausführung der letzten Pressstufe wird der Presskuchen entweder durch einen Ringspalt zu Schollen gepresst und ausgetragen, oder durch eine Lochscheibe zu runden Würsten gepresst und, wenn gewünscht, mit einem Granulator in de- finierte Granulate geschnitten. Bei der Ausführung mit Ringspalten ist es möglich, durch die Schnecken Flüssigkeit abzuführen, damit die Schnecken zu kühlen und die Schnecken außerhalb separat zu lagern, um den Verschleiß der Schnek- ken und der Zylinder zu reduzieren.
Im Zusammenhang mit Fig. 2 wird der Drainagebereich 5 näher erläutert. Entlang des Extrusionsganges 14 sind Siebflächen 36 durch eine Vielzahl von Öffnungen 34 gebildet. Die Öff- nungen 34 sind in plattenförmigen Paketen vorgesehen, wel- che als Einschubelemente 32 ausgebildet sind. In einem Ge- häuse 16 der Extrusionsmaschine 10 sind an allen vier Sei- ten des im Querschnitt rechteckigen Gehäuses 16 Einschub- öffnungen 32 ausgebildet, in welche von der Gehäuseaußen- seite die Einschubelemente 32 eingeschoben und in ihrer definierten. Lage durch lösbare Befestigungsmittel fixiert werden. Bei einem Produktwechsel oder zur Wartung und Säu- berung der Siebpakete können die Einschubelemente 32 ein- fach nach außen herausgezogen und ausgewechselt werden.
Durch zwei gegenläufig angetriebene Extrusionsschnecken 12 mit einem jeweiligen Schneckenkern 13 wird das Extrusions- gut mit relativ geringem Druck an den Siebflächen 36 vor- bei bewegt. Aufgrund eines vorgegebenen definierten Ab- standes zwischen der Außenseite der Extrusionsschnecken 12 und der Siebfläche 36 besteht die Möglichkeit, dass sich aufgrund des relativ geringen Druckes eine nicht zu sehr verdichtete Randschicht an der Siebfläche 36 anlagert, wel- che eine zusätzliche Filterwirkung ausübt.
In Fig. 3 ist ein möglicher Aufbau eines erfindungsgemäßen Einschubelementes 32 näher dargelegt. Das als Siebpaket ausgebildete Einschubelement 32 besteht zum einen aus einer Zackenplatte 37 mit sich nach außen zum Extrusionsgang 14 hin öffnenden trichterförmigen Ausnehmungen. Weiterhin be- steht das Einschubelement aus einer zwischen den Zacken- platten 37 angeordneten Lochplatte 38, in welche lediglich Abführkanäle 35 eingestanzt sind, welche mit den Öffnungen 34 der Zackenplatte 37 in Fluidverbindung stehen. Die Platten weisen eine Dicke von 1 bis 5mm, vorzugsweise 2 bis 3mm auf und sind aus Werkzeugstahl oder nicht rostendem Spezialstahl, vorzugsweise in gehärteter Ausführung, herge- stellt. Jedes Siebpaket als Einschubelement kann mehrere Dutzend Zackenplatten 37 und Lochplatten 38 aufweisen, wel- che abwechselnd hintereinander gestapelt sind. Neben der dargestellten Anordnung der Platten quer zur Extrusions- richtung können diese auch längs der Extrusionsrichtung an- geordnet sein, wobei sich dann die Formgebung der Platten zum Extrusionsgang hin verändert.
In Fig. 4 ist eine andere Form der Einschubelemente darge- stellt, welche als Stauplatten 40 in das Gehäuse 16 einge- schoben sind. Bei den Stauplatten 40 handelt es sich um einfache Bleche mit einer Dicke von ca. 10 bis 15mm, welche halbkreisförmige Ausnehmungen 42 aufweisen. Die zwei Stau- platten 40 sind an gegenüberliegenden Seiten in das Gehäuse 16 eingeschoben, wobei die Stauplatten 40 im Bereich der halbkreisförmigen Ausnehmungen 42 noch in den Extrusions- gang 14 hineinragen und dort um die Extrusionsschnecken 12 einen vorstehenden Stauring bilden. Dieser Stauring unter- stützt einerseits den Druckaufbau im Auspressbereich und fördert den Rückfluss der ausgepressten Flüssigkeit zum vorausgehenden Drainagebereich.
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