Muschalik, Uwe (Am Kolk 36, Duisburg, 47239, DE)
| 1. | Preßstempel einer Rohrund Strangpresse, der hohl ausgebildet und über eine Druckplatte an einem Gegenhalter befestigt ist sowie an seinem Stempelkopf unter Zwischenschaltung einer Verschleißplatte eine Matrize trägt, die im Zusammenspiel mit einem dem umzuformenden Block aufnehmenden Aufnehmer und einem entfernt von der Matrize auf dem Preßstempel angeordneten SchalenRäummittel eine Schalenkammer begrenzt, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßstempel (4) mit einem Außengewindeabschnitt (15) versehen und das Räummittel als AufschraubRäumring (14) ausgebildet ist, dem auf dem Außengewindeabschnitt (15) als Kontermutter ein Befestigungsring (16) zugeordnet ist. |
| 2. | Preßstempel einer Rohrund Strangpresse, der hohl ausgebildet und über eine Druckplatte an einem Gegenhalter befestigt ist sowie an seinem Stempelkopf unter Zwischenschaltung einer Verschleißplatte eine Matrize trägt, die im Zusammenspiel mit einem den umzuformenden Block aufnehmenden Aufnehmer und einem entfernt von der Matrize auf dem Preßstempel angeordneten SchalenRäummittel eine Schalenkammer begrenzt, insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Befestigung von Verschleißplatte (17) und/oder Matrize (7) in der Stirnseite des Stempelkopfes angeordnete Stehbolzen (1) eingeschrumpft sind. |
| 3. | Preßstempel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stehbolzen (19) durch eine Schweißnaht (20) gesichert sind. |
Solche Strangpressen sind hinlänglich bekannt und werden entweder als Direkt-oder als Indirekt-Pressen betrieben (vgl z. B. DE 196 29 854 C1), d. h. Matrize und Aufnehmer liegen während des Auspreßvorgangs zueinander fest oder mit wie hier in den Aufnehmer eindringender, am vorderen Ende des hohlgebohrten Stempels befestigter Matrize. Bei diesem indirekten Strangpressen wird durch den hohigebohrten Matrizenstempel gepresst, an dessen Kopf sich der Matrizenhalter mit der Matrize befindet. Der Aufnehmer wird an einer Seite mit einem Verschlußstück verschlossen. Die jeweilige Ausführung richtet sich beispielsweise nach dem Werkstoffen und Gewichten des jeweils in Form eines Blockes zugeführten Einsatzmaterials. Es lassen sich Vollprofile, Stangen, Bänder, Drähte sowie Rohre und Hohlprofile aus verschiedenen Werkstoffen, z. B. Aluminium und Kupfer sowie entsprechenden Legierungen, herstellen.
Vor allem bei Einsatz roher Schwermetallblöcke, z. B. Kupfer oder Messing, ist das Verpressen mit Schale bekannt, um zu vermeiden, daß Verunreinigungen an der Oberfläche eines durch Strangpressen zu verformenden Blockes in das Preßerzeugnis gelangen. Die Preßscheibe bzw. Matrize ist hierbei in ihrem Durchmesser etwas geringer als der Innendurchmesser des Blockaufnehmers gehalten, so daß eine Schale von etwa 0,5 bis 2mm Wanddicke im Blockaufnehmer an der Bohrungswandung verbleibt. Nach dem Trennen vom Blockrest befindet sich die durch das Räummittel von der Aufnehmer-Innenwandung abgestreifte Schale zur Entsorgung in der Schalenkammer. Durch die EP 0224 115 B1 ist als Räummittel beim indirekten Strangpressen mit Schale beispielsweise eine kombinierte Press- und Abstreifscheibe bekanntgeworden.
Beim Strangpressen von Leichtmetall, Schwermetall und Stahl wird in jedem Fall der Preßstempel mechanisch hoch belastet. Aufgrund dieser Belastung und entsprechend der Werkstofffestigkeit des Preßstempels wird der Preßstempelquerschnitt ausgelegt. Jede Veränderung des Querschnitts, wie zur Befestigung der bekannten Räummittel unvermeidlich, führt daher zu nachteiligen, unterschiedlich hohen Spannungen im Preßstempel bzw. zu großen Querschnittssprüngen. Die gleichen nachteiligen Spannungs-Auswirkungen treten bei den bekannten Preßstempeln weiterhin auch dadurch auf, daß Verschleißplatte und Matrize durch Schraubverbindungen am Stempelkopf festgelegt werden.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, bei einer Rohr-und Strangpresse einen Preßstempel der eingangs genannten Art mit wesentlich verringerten Spannungen beim Befestigen von Räummittel und Verschleißscheibe bzw. Matrize zu schaffen.
Diese Aufgabe wird für das Räummittel erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Preßstempel mit einem Außengewindeabschnitt versehen und das Räummittel als Aufschraub-Räumring ausgebildet ist, dem auf dem Außengewindeabschnitt als Kontermutter ein Befestigungsring zugeordnet ist. Wie sich herausgestellt hat, wird durch diese verblüffend einfache Maßnahme der Konter-Befestigung eines als Aufschraub-Räumring ausgebildeten Räummittels die Spannung gegenüber herkömmlichen Befestigungen um etwa 40% herabgesetzt. Im Bereich des Stempelkopfes sind nämlich nur kleinste Querschnittsveränderungen erforderlich, wobei zur Montage Konterring und Räumring lediglich stirnseitig aufgeschoben und auf dem Preßstempel-Gewindeabschnitt aufgeschraubt zu werden brauchen. Zum Ein-und Ausbau des Räumringes sind keine zusätzlichen Bohrungen oder Nuten erforderlich.
Eine weitere Verringung der den Preßstempel belastenden Spannungen wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß zur Befestigung von Verschleißplatte und/oder Matrize in der Stirnseite des Stempelkopfes angeordnete Stehbolzen, in ihrer Einbaulage vorzugsweise noch durch eine Schweißnaht gesichert, eingeschrumpft sind. Im Vergleich zu herkömmlichen Gewindebolzen-Befestigungen werden damit durch ansonsten von einem Gewinde hervorgerufenen Kerbwirkungen ausgeschlossen.
Weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der nachfolgenden Beschreibung von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen der Erfindung. Es zeigen : Figur 1 eine Prinzipdarstellung des Verfahrensablaufs beim indirekten Strangpressen ; Figur 2 als Einzelheit einer weiter nicht dargestellten Strangpresse im Querschnitt deren Preßstempel mit Halterung ; Figur 3 als Einzelheit der Figur 2 in vergrößerter Darstellung das vordere Ende des Preßstempels ; und Figur 4 den Preßstempel nach Figur 3 von rechts gesehen.
Beim indirekten Strangpressen gemäß Figur 1 wird ein umzuformender Block 1 zusammen mit einem Block-Aufnehmer 2 in Pfeilrichtung 3 bewegt und durch einen hohlen Preßstempel 4 gepreßt. Der über eine Druckplatte 5 an einem nicht gezeigten Gegenhalter der Strangpresse mittels einer Halterung 6 (vgl. Figur 2) festgelegte Preßstempel 4 trägt an seinem vorderen Ende bzw. Stempelkopf eine Matrize 7.
Während der Preßbewegung verschließt ein Verschlußstück 8 die den Block 1 aufnehmende Bohrung des Aufnehmers 2. Das durch die Matrize 7 stranggepreßte Produkt 9 wird durch den Hohlraum 10 des Preßstempels 4 gepreßt. Beim Strangpressen bildet sich an der Innenwandung 11 der Bohrung des Aufnehmers 2 eine Schale 12 aus, die in einer Schalenkammer 13 (vgl. auch Figur 3) aufgenommen, wird.
Zum Abstreifen der Schale 13 ist nach Figur 2 etwas gegenüber der Matrize 7 zurückgesetzt auf dem Preßstempel 4 ein Räummittel angeordnet, das als Räumring 14 ausgebildet ist, der auf einem Außengewindeabschnitt 15 des Preßstempels 4 aufgeschraubt ist und dort von einem ebenfalls auf das Außengewinde 15 aufgeschraubten Befestigungsring 16 in seiner aufgeschraubten Endlage gekontert wird,.
Eine den Preßstempel 4 von zusätzlichen Spannungen entlastende Befestigung ist gemäß den Figuren 3 und 4 weiterhin auch für die Matrize 7 und eine dieser vorgeschalteten Verschleißplatte 17 vorgesehen. Hierzu sind in von der Stirnseite des Preßstempels 4 ausgehenden Sackbohrupgen 18 Stifte bzw. Stehbolzen 19 eingeschrumpft, deren Einbaulage durch eine Schweißnaht 20 gesichert wird. Die auf die aus dem Preßstempel 4 vorragenden freien Enden der Stehbolzen 19 aufgesteckte Verschleißplatte 17 läßt sich danach einfach durch auf Endgewinde der Stehbolzen 19 aufgeschraubte Muttern 21 festlegen.
Der Preßstempel 4 läßt sich somit spannungsarm mit den notwendigen Bauteilen- Räumring 14 sowie Verschleißplatte 17 und Matrize 7-versehen, und gleichzeitig sind diese Bauteile zu ihrer Montage bzw. Demontage-z. B. bei Verschleiß-frei und leicht zugänglich.
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