Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
FACADE-CLEANING DEVICE AND METHOD FOR CLEANING A FACADE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/037808
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a facade-cleaning device comprising a movement device (1) which is arranged in a height-variable manner and so as to be spaced apart horizontally from a facade (4), comprising means for horizontally and vertically moving the movement device (1) along the facade (4), comprising at least one jet gun (11) with a jet nozzle (12) that is provided on the movement device (1), wherein the jet gun (11) with the jet nozzle (12) is oriented towards the facade (4), comprising a supply for a jetting medium having a first supply line (15), which is routed to the movement device (1), for a carrier gas, and having a second supply line (17) for a liquid as jetting agent, and comprising a guide rail (7), which is mounted on the movement device (1), and a guide carriage (8) which is longitudinally displaceable on the guide rail (7), wherein the at least one jet gun (11) with the jet nozzle (12) is held on the guide carriage (8).

Inventors:
KIPP, Jens-Werner (Klashofsiedlung 3, Bielefeld, 33659, DE)
Application Number:
DE2018/100680
Publication Date:
February 28, 2019
Filing Date:
August 02, 2018
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
KIPP, Jens-Werner (Klashofsiedlung 3, Bielefeld, 33659, DE)
International Classes:
E04G23/00; B08B3/02
Domestic Patent References:
WO2009141636A12009-11-26
WO1995004203A11995-02-09
Foreign References:
DE10065825A12002-07-11
US20150129171A12015-05-14
US5419734A1995-05-30
Other References:
None
Attorney, Agent or Firm:
TARVENKORN & WICKORD PATENTANWÄLTE PARTNERSCHAFTSGESELLSCHAFT MBB (Technologiepark 11, Paderborn, 33100, DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

1. Fassadenreinigungsvorrichtung umfassend

- eine höhenverfahrbar angeordnete und horizontal zu einer Fassade (4)

beabstandete Bewegungseinrichtung (1),

- Mittel zum horizontalen und vertikalen Verfahren der Bewegungseinrichtung

(I) entlang der Fassade (4),

- wenigstens eine an der Bewegungseinrichtung (1) vorgesehene Strahlpistole

(I I) mit einer Strahldüse (12), wobei die Strahlpistole (1 1) mit der Strahldüse (12) auf die Fassade (4) ausgerichtet ist,

- eine Zuführung für ein Strahlmedium umfassend einen zu der

Bewegungseinrichtung (1) geführte erste Zuführleitung (15) für ein Trägergas und eine zweite Zuführleitung (17) für eine Flüssigkeit als Strahlmittel und

- eine an der Bewegungseinrichtung (1) montierte Führungsschiene (7) und einen an der Führungsschiene (7) längsverschiebbaren Führungsschlitten (8) , wobei an dem Führungsschlitten (8) die wenigstens eine Strahlpistole (1 1) mit der Strahldüse (12) gehalten ist.

2. Fassadenreinigungsvorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Strahlpistole (11) über einen Pistolenhalter (10) schwenkbar in Bezug zu dem Führungsschlitten (8) festgelegt ist derart, dass die Strahlpistole (11) unter einem Strahlwinkel (13) von +/- 45° und bevorzugt unter einem Winkel von +15° bis +45° oder -45° bis -15° zu einer Oberflächennormalen (14) der Fassade (4) geneigt orientiert ist.

3. Fassadenreinigungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch

gekennzeichnet, dass die Führungsschiene (7) und/oder die wenigstens eine Strahlpistole (11) über ein Teleskopiermodul (6) horizontal verschiebbar an der Bewegungseinrichtung (1) festgelegt ist derart, dass ein horizontaler Abstand zwischen der Führungsschiene (7) und/oder der wenigstens einen daran gehaltenen Strahlpistole (1 1) zur Fassade (4) einzustellen und/oder während des Reinigungsvorgangs zu verändern.

4. Fassadenreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewegungseinrichtung (1) durch eine Gondel gebildet ist und dass die Gondel über Zugseile (3) von einem Kran (2) gehalten ist, welcher auf Schienen horizontal verschiebbar an einem die Fassade (4) aufweisenden Gebäude (5) vorgesehen ist.

5. Fassadenreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zuführen der ersten Zuführleitung (15) und/oder der zweiten Zuführleitung (17) zu der Bewegungseinrichtung (1) eine Energiekette vorgesehen ist und/oder dass die erste Zuführleitung (15) und/oder die zweite Zuführleitung (17) abschnittsweise auf einer Haspel (18) bevorratet sind.

6. Fassadenreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehr Strahlpistolen (11) vorgesehen sind und dass die Bewegungseinrichtung (1) einen Zwischenspeicher (16) für das

Strahlmittel umfasst, wobei die zweite Zuführleitung (17) zu dem

Zwischenspeicher (16) geführt ist und eine Verbindungsleitung von dem

Zwischenspeicher (16) zu den Strahlpistolen (1 1) vorgesehen ist.

7. Fassadenreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass Abstandssensoren vorgesehen sind zur Bestimmung eines Abstands der Bewegungseinrichtung (1) und/oder der wenigstens einen

Strahlpistole (11) zu der Fassade (4) und/oder dass Drucksensoren und/oder Durchflusssensoren vorgesehen sind zum Bestimmen einer Menge des

Trägergases und/oder eines Drucks des Trägergases und/oder einer Menge des Strahlmittels und/oder eines Drucks des Strahlmittels.

8. Fassadenreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Führungsschlitten (8) zwei oder mehr

Strahlpistolen (1 1) beabstandet zueinander vorgesehen sind.

9. Fassadenreinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Strahldüse (12) als eine konvergent-divergent ausgebildete Flachdüse realisiert ist.

10. Verfahren zur automatisierten Reinigung einer Fassade (4), wobei eine

Bewegungseinrichtung (1) vertikal und horizontal entlang der Fassade (4) verfahren wird, umfassend die folgenden Schritte:

- über eine erste Zuführleitung (15) wird Druckluft als Trägergas mit einem

Mindestdruck von 2 bar zu wenigstens einer an der Bewegungseinrichtung (1) vorgesehenen und auf die Fassade (4) gerichteten Strahldüse (12) geführt,

- über eine zweite Zuführleitung (17) wird eine Flüssigkeit als Strahlmittel, insbesondere Wasser mit einem Druck zugeführt, der wenigstens so hoch ist wie der Druck des Trägergases,

- zur Bildung eines über die Strahldüse (12) auf die Fassade (4) aufgesprühten Strahlmediums wird das Strahlmittel in das Trägergas eindosiert und das Strahlmedium in der Strahldüse (12) beschleunigt.

1 1. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Strahlmedium unter einem Strahlwinkel (13) von +/- 45° zu einer Oberflächennormalen (14) der Fassade (4) auf die Fassade (4) gestrahlt wird.

12. Verfahren nach Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet, dass das Strahlmedium zu der Oberflächennormalen (14) geneigt und insbesondere unter einem Winkel im Bereich von +15° bis +45° oder -45° bis -15° auf die Fassade (4) aufgesprüht wird.

13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine zugeführte Menge des Strahlmittels kleiner ist als 1 % und bevorzugt kleiner ist als 0,3 % einer zugeführten Trägergasmenge.

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Strahlmittel über die zweite Zuführleitung (17) zu einem an der Bewegungseinrichtung (1) vorgesehenen Zwischenspeicher (16) und von dem Zwischenspeicher (16) zu zwei oder mehr Strahlpistolen (1 1) geführt wird.

15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass zu einer ersten an der Bewegungseinrichtung (1) vorgesehenen Strahlpistole (1 1) ein anderes Strahlmittel und/oder eine andere Menge an Trägergas und/oder Strahlmittel zugeführt wird als zu einer zweiten Strahlpistole (11), welche ebenfalls an der Bewegungseinrichtung (1) festgelegt ist.

16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass über Abstandssensoren ein Abstand der Bewegungseinrichtung (1) und/oder der Strahlpistole (11) zu der Fassade (4) bestimmt wird und/oder dass über ein Teleskopiermodul (6) ein horizontaler Abstand der Strahlpistole (11) zu der Fassade (4) eingestellt wird.

17. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass zur Reinigung der Fassade (4) die Bewegungseinrichtung (1) an der Fassade (4) herauf und herab gefahren wird und dass die Fassade (4) beim Herauffahren und beim Herabfahren der Bewegungseinrichtung (1) gereinigt wird.

Description:
Fassadenreinigungsvorrichtung und Verfahren zur Reinigung einer Fassade

Die Erfindung betrifft eine Fassadenreinigungsvorrichtung mit einer entlang einer Fassade verfahrbaren Bewegungseinrichtung und wenigstens einer daran gehaltenen Strahlpistole. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur automatisierten Reinigung einer Fassade.

Zur manuellen, nicht- beziehungsweise teilautomatischen Reinigung der Fassade eines Gebäudes, beispielsweise eines Hochhauses, werden beispielsweise mechanische Reinigungsmittel wie textile Bürsten oder dergleichen verwendet. Die Reinigung der Fassade mit diesen Mitteln ist jedoch sehr mühsam und zeitaufwendig, sodass sich derartige Verfahren in der Praxis kaum durchgesetzt haben.

Ebenfalls ist bekannt, die Fassade mithilfe eines Hochdruckreinigers und großer Flüssigkeitsmengen zu reinigen. Dieses Verfahren ist sehr zeitaufwendig und aufgrund des Wasserverbrauchs ressourcenintensiv. Zudem kann die Entsorgung des Wassers aufwendig sein. Ferner besteht die Gefahr einer Rückverschmutzung bereits gereinigter Teile der Fassade bei der Fortführung der Reinigung. Aufgabe der Erfindung ist es, eine verbesserte Fassadenreinigungsvorrichtung anzugeben sowie ein Verfahren zur automatisierten Reinigung einer Fassade.

Zur Lösung der Aufgabe weist die Erfindung die Merkmale der Patentansprüche 1 und 10 auf.

Demzufolge ist es so, dass die Fassadenreinigungsvorrichtung eine höhenvariabel angeordnete und horizontal zu der Fassade beabstandete Bewegungseinrichtung, Mittel zum horizontalen und vertikalen Verfahren der Bewegungseinrichtung entlang der Fassade sowie wenigstens eine an der Bewegungseinrichtung festgelegte

Strahlpistole mit einer Strahldüse umfasst. Die Strahlpistole mit der Strahldüse ist dabei auf die Fassade ausgerichtet. Über eine Zuführung werden zu der

Bewegungseinrichtung ein Trägergas über eine erste Zuführleitung und eine

Flüssigkeit als Strahlmittel über eine zweite Zuführleitung zugeführt. In der Strahlpistole werden große Mengen des Trägergases und geringe Mengen des Strahlmittels zur Bildung eines Strahlmediums vermischt. An der Bewegungseinrichtung ist zudem eine Führungsschiene mit einem an der Führungsschiene längsverschiebbaren

Führungsschlitten vorgesehen. An dem Führungsschlitten ist die wenigstens eine Strahlpistole mit der Strahldüse gehalten.

Der besondere Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die Reinigung der Fassade durch ein automatisiertes beziehungsweise teilautomatisiertes Verfahren der

Bewegungseinrichtung entlang der Fassade erfolgen kann. Zur Bildung des für die Reinigung verwendeten Strahlmediums wird dabei das mit geringen Mengen des Strahlmittels versetzte Trägergas verwendet. Aufgrund der geringen

Flüssigkeitsmengen ist die Reinigung sehr ressourcensparend und schonend möglich. Insbesondere ist der Impuls des auf die Fassade gestrahlten Strahlmediums gering. Zugleich ist einer Rückverschmutzung bereits gereinigter Teile der Fassade aufgrund der geringen Flüssigkeitsmenge vorgebeugt.

Die Bewegungsvorrichtung kann beispielsweise mittels einer Hebebühne, eines Hubsteigers, eines Krans oder dergleichen an der Fassade entlang geführt werden. Die Bewegungsvorrichtung kann manuell, teilautomatisiert oder automatisiert geführt werden. Das Reinigungsverfahren kann manuell, automatisiert oder teilautomatisiert erfolgen. Sie kann überdies an der Fassade abgestützt sein, um beispielsweise Schwankungen auszugleichen und einer Beschädigung von Teilen der Fassadenreinigungsvorrichtung und/oder der Fassade entgegenzuwirken.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die wenigstens eine Strahlpistole über einen Pistolenhalter schwenkbar in Bezug zum Führungsschlitten festgelegt. Die Schwenkbarkeit der Strahlpistole ist bevorzugt in einem Bereich von +/- 45° zu einer Oberflächennormalen der Fassade möglich. Besonders bevorzugt ist die Strahlpistole unter einem Strahlwinkel von +15° bis +45° beziehungsweise -45° bis - 15° zu der Oberflächennormalen der Fassade geneigt angeordnet. Vorteilhaft hat sich bei der Erprobung des Verfahrens gezeigt, dass die Reinigungswirkung durch die geneigte Anordnung der Strahlpistole verbessert werden kann. Eine Neigung der Strahlpistole zur Oberflächennormalen der Fassade kann beispielsweise

vorrichtungsseitig fest eingestellt werden. Beispielsweise kann aktorisch eine

Verschwenkung der Strahlpistole während des Reinigungsvorgangs bedarfsgerecht erfolgen.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist ein Teleskopiermodul vorgesehen. Das Teleskopiermodul erlaubt es, die Führungsschiene beziehungsweise die wenigstens eine Strahlpistole horizontal verschiebbar an der Bewegungseinrichtung festzulegen derart, dass ein horizontaler Abstand zwischen der Führungsschiene beziehungsweise der wenigstens einen daran festgelegten Strahlpistole zur Fassade einzustellen beziehungsweise während des Reinigungsvorgangs zu ändern. Vorteilhaft kann durch die Teleskopiermöglichkeit der Abstand zur Fassade bedarfsgerecht gewählt werden. Beispielsweise kann abhängig von der Oberflächenbeschaffenheit der Fassade beziehungsweise einer Fassadenstruktur der zur Erzielung einer optimalen

Reinigungswirkung geeignete Abstand gewählt werden. Beispielsweise kann durch das Vorsehen des Teleskopiermoduls eine Fassade mit Vorsprüngen beziehungsweise Rücksprüngen in einfacher Weise gereinigt werden.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung können den Strahlpistolen beziehungsweise der Bewegungseinrichtung Abstandssensoren zugeordnet sein zur Bestimmung eines Abstands der Bewegungseinrichtung beziehungsweise der wenigstens einen

Strahlpistole zu der Fassade. Vorteilhaft können durch das Vorsehen der

Abstandssensoren Vorsprünge beziehungsweise Rücksprünge der Fassade erkannt beziehungsweise unerwünschte Bewegungen der Bewegungseinrichtung erfasst werden. Notwendigenfalls können insofern eine sensorgesteuerte Nachjustage an der erfindungsgemäßen Fassadenreinigungsvorrichtung vorgenommen und die

Strahldüsen in einem vorgegebenen Abstand entlang der Fassade geführt werden.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist die Bewegungseinrichtung der

Fassadenreinigungsvorrichtung durch eine Gondel gebildet. Die Gondel ist über Zugseile an einem Kran gehalten, welcher auf Schienen horizontal verschiebbar an einem die Fassade aufweisenden Gebäude vorgesehen ist. Vorteilhaft erlaubt es die Verwendung einer Gondel als Bewegungseinrichtung, bestehende Reinigungs- beziehungsweise Rettungseinrichtungen von Hochhäusern als Teil der

erfindungsgemäßen Fassadenreinigungsvorrichtung zu verwenden. Hierdurch reduzieren sich die Investitionskosten erheblich und die Möglichkeit zur Nachrüstung einer erfindungsgemäßen Fassadenreinigungsvorrichtung bei bestehenden Gebäuden wird begünstigt.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung sind als Teil der erfindungsgemäßen

Fassadenreinigungsvorrichtung zwei oder mehr Strahlpistolen vorgesehen. An der Bewegungseinrichtung ist ein Zwischenspeicher für das Strahlmittel realisiert. Das Strahlmittel wird dem Zwischenspeicher über die zweite Zuführleitung zugeführt und von dem Zwischenspeicher zu den Strahlpistolen geführt. Vorteilhaft erlaubt es das Vorsehen des Zwischenspeichers, an zwei oder mehr Strahlpistolen eine hohe Gleichmäßigkeit in Bezug auf das Strahlmedium beziehungsweise das Strahlmittel zu realisieren.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung können bei der Verwendung von zwei Strahlpistolen oder mehr dem Trägergas unterschiedliche Strahlmittel zugesetzt werden. Vorteilhaft kann durch die Verwendung unterschiedlicher Strahlmittel für die verschiedenen Strahlpistolen einen mehrstufigen Reinigungsprozess zu realisiert werden. Beispielsweise kann hier eine Vorreinigung mit einem Strahlmittel erfolgen, welches geringe Mengen an Enzymen, Bakterien, Tensiden oder anderen

wasserlöslichen Reinigungsmitteln vorsieht. In einer zweiten Reinigungsstufe kann dann eine Nachreinigung allein mit Druckluft und Wasser erfolgen.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung können mittels Drucksensoren

beziehungsweise Durchflusssensoren die Menge des Trägergases beziehungsweise die Menge des Strahlmittels und/oder ein Druck des Trägergases beziehungsweise ein Druck des Strahlmittels erfasst werden. Vorteilhaft kann insofern der

Reinigungsprozess überwacht beziehungsweise bedarfsgerecht gesteuert oder geregelt werden. Insbesondere kann der Zusatz des Strahlmittels bedarfsgerecht erfolgen beziehungsweise der Strahlmitteleinsatz protokolliert werden.

Nach der Erfindung umfasst das Verfahren zur automatisierten Reinigung einer Fassade die folgenden Schritte: eine Bewegungseinrichtung wird vertikal und horizontal entlang einer Fassade verfahren; über eine erste Zuführleitung wird Druckluft als Trägergas mit einem

Mindestdruck von 2 bar zu wenigstens einer an der Bewegungseinrichtung vorgesehenen und auf die Fassade gerichteten Strahldüse geführt; über eine zweite Zuführleitung wird eine Flüssigkeit als Strahlmittel, insbesondere Wasser, mit einem Druck zugeführt, der wenigstens so hoch und bevorzugt höher ist als der Druck des Trägergases; zur Bildung eines über die Strahldüse auf die Fassade aufgesprühten

Strahlmediums wird das Strahlmittel in das Trägergas eindosiert und das Strahlmedium in der Strahldüse beschleunigt.

Der besondere Vorteil der Erfindung besteht darin, dass automatisiert und mit einer geringen Menge an Flüssigkeit eine Fassade eines Gebäudes zuverlässig, gründlich, schonend und kostengünstig gereinigt werden kann. Die geringe Menge an Flüssigkeit reduziert den Ressourcenverbrauch und wirkt zugleich einer Rückverschmutzung bereits gereinigter Teilflächen der Fassade bei der Fortführung der Reinigung entgegen. Zudem kann die Reinigung sehr effizient erfolgen, da die geringe Menge an Flüssigkeit eine Reinigung der Fassade gleichermaßen von oben nach unten und von unten nach oben erlaubt. Es ist insofern möglich, die Bewegungseinrichtung entlang der Fassade nach oben zu führen und während dieses Vorgangs die Fassade zu reinigen. Eine Rückverschmutzung von Teilflächen der Fassade, welche unmittelbar unterhalb der gegenwärtig gereinigten Fassadenteilfläche liegen, kann in der Praxis aufgrund der sehr geringen Flüssigkeitsmenge nicht festgestellt werden. Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist eine Menge des

Strahlmittels kleiner als 1 % und bevorzugt kleiner als 0,3 % einer zugeführten

Trägergasmenge.

Bevorzugt erfolgt die Reinigung mit einem Maximaldruck für das Trägergas von 16 bar. Ein Volumenstrom hängt im Wesentlichen ab von dem Druck und einem kleinsten Querschnitt der Strahldüse. Er beträgt beispielsweise 6 n Vmin bei einem Druck von 6 bar. Die Verfahrgeschwindigkeit liegt vorzugsweise im Bereich von 10 bis 450 mm/sec. Der Druck der als Strahlmittel zugeführten Flüssigkeit liegt oberhalb des Drucks des Trägergases. Die Strahldüse ist beispielsweise als konvergent-divergente Strahldüse und dann bevorzugt als Lavaldüse ausgebildet. Beispielsweise kann die Düse eine ringförmigen Öffnungsspalt für das Strahlmedium vorsehen sowie eine Mischkammer für das Trägergas und das Strahlmittel und einen die Mischkammer jedenfalls abschnittsweise ringförmig umgebenden Strahlmittelverteilraum. Das Vorsehen der Mischkammer und des jedenfalls ringsegmentförmigen Strahlmittelverteilraums begünstigen eine gute Durchmischung des Trägergases mit dem Strahlmittel. Die gute Durchmischung sorgt für eine verbesserte Homogenität des Strahlmediums und verbessert die Reinigungswirkung.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung wird das Strahlmedium unter einem Winkel von +/- 45° zu einer Oberflächennormalen der Fassade auf die Fassade aufgesprüht. Ein Strahlwinkel für das Strahlmedium kann hierbei horizontal und/oder vertikal zur Oberflächennormalen geneigt vorgesehen sein. Besonders bevorzugt ist ein

Strahlwinkel von +15° bis +45° beziehungsweise -45° bis -15° zu der

Oberflächennormalen der Fassade. Vorteilhaft ergibt sich durch die geneigte

Aufbringung des Strahlmediums eine sehr gute Reinigungswirkung für die Fassade.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung wird das Strahlmittel zunächst über die zweite Zuführleitung zu einem an der Bewegungseinrichtung vorgesehenen Zwischenspeicher und von dem Zwischenspeicher zu zwei oder mehr Strahlpistolen geführt. Vorteilhaft kann durch das Vorsehen des Zwischenspeichers die Fassadenreinigung mit mehr als einer Strahlpistole gleichzeitig erfolgen. Der Einsatz des Zwischenspeichers erlaubt es insofern, ein im Wesentlichen gleiches Druckniveau beziehungsweise eine gleiche Menge von Strahlmittel an den zwei oder mehr Strahlpistolen bereitzustellen. Zudem ist es möglich, die Reinigung durch die Verwendung von zwei Strahlpistolen zu beschleunigen oder mehr mehrstufig durchzuführen. Zu diesem Zweck kann den zwei oder mehr Strahlpistolen ein unterschiedliches Strahlmittel zugeführt werden zur Bildung unterschiedlicher Strahlmedien (Strahlmedium = Trägergas + Strahl mittel).

Nach einer Weiterbildung der Erfindung wird ein Abstand der Bewegungseinrichtung beziehungsweise der Strahldüse zu der Fassade bestimmt. Beispielsweise wird der Abstand mittels eines Abstandssensors und bevorzugt berührungslos bestimmt.

Vorteilhaft kann hierdurch die Position der Bewegungseinrichtung beziehungsweise der Strahlpistolen nachgeregelt und der Reinigungsprozess sehr effektiv gestaltet werden.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung wird ein horizontaler Abstand der Strahlpistole und/oder der Bewegungseinrichtung zur Fassade über ein Teleskopiermodul eingestellt. Vorteilhaft kann durch das Vorsehen des Teleskopiermoduls eine Fassade mit Vorsprüngen beziehungsweise Rücksprüngen sehr effektiv gereinigt werden.

Insbesondere in Kombination mit einem Abstandssensor zur Bestimmung des

Abstands der Bewegungseinrichtung beziehungsweise der Strahlpistole zu der Fassade kann auch die Reinigung einer mit Vorsprüngen versehenen Fassade automatisiert erfolgen.

Aus den weiteren Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung sind weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung zu entnehmen. Dort erwähnte Merkmale können jeweils einzeln für sich oder auch in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein. Erfindungsgemäß beschriebene Merkmale und Details der Fassadenreinigungsvorrichtung gelten selbstverständlich auch im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und umgekehrt. So kann auf die Offenbarung zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets wechselseitig Bezug genommen werden. Die Zeichnungen dienen lediglich beispielhaft der Klarstellung der Erfindung und haben keinen einschränkenden Charakter.

Es zeigen:

Fig. 1 eine Prinzipdarstellung einer erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung für eine Fassade in einer Seitenansicht, Fig. 2 die erfindungsgemäße Fassadenreinigungsvorrichtung nach Fig. 1 in einer Aufsicht,

Fig. 3 eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen

Fassadenreinigungsvorrichtung in einer Seitenansicht,

Fig. 4 die erfindungsgemäße Fassadenreinigungsvorrichtung nach Fig. 3 in einer

Aufsicht,

Fig. 5 eine schwenkbar festgelegte Strahlpistole mit einer Strahldüse und einem

Pistolenhalter in einer ersten Orientierung,

Fig. 6 die Strahlpistole nach Fig. 5 in einer zweiten Orientierung und

Fig. 7 die Strahlpistole nach Fig. 5 und 6 in einer dritten Orientierung.

Eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Fassadenreinigungsvorrichtung nach den Fig. 1 und 2 sieht eine nach Art einer Gondel ausgebildete

Bewegungseinrichtung 1 vor, welche mittels eines Krans 2 an Zugseilen 3 entlang einer Fassade 4 eines Gebäudes 5 horizontal und vertikal verfahren und bewegt wird. An der Bewegungseinrichtung 1 ist über ein Teleskopiermodul 6 eine horizontal erstreckte Führungsschiene 7 mit einem an der Führungsschiene 7 horizontal längsverschiebbar gehaltenen Führungsschlitten 8 vorgesehen. An dem

Führungsschlitten 8 ist ein Tragarm 9 festgelegt. An dem Tragarm 9 sind beabstandet über separate Pistolenhalter 10 insgesamt drei Strahlpistolen 1 1 mit Strahldüsen 12 vorgesehen. Die Pistolenhalter 10 sind ausgebildet zum Positionieren der

Strahlpistolen 1 1 an dem Tragarm 9. Insbesondere können die Strahlpistolen 11 mittels der Pistolenhalter 10 unter einem Strahlwinkel 13 geneigt zu einer

Oberflächennormalen 14 der Fassade 4 vorgesehen werden.

Die Strahldüsen 12 sind bevorzugt als konvergent-divergent ausgebildete Flachdüsen und besonders bevorzugt als Lavaldüsen ausgebildet. Sie dienen dazu, unter dem Strahlwinkel 13 ein durch ein Trägergas und ein Strahlmittel gebildetes Strahlmedium auf die Fassade 4 aufzutragen. Das Trägergas wird hierzu über eine erste

Zuführleitung 15 zu der Bewegungsvorrichtung 1 beziehungsweise zu den Strahlpistolen 1 1 geführt. Das Strahlmittel wird über eine zweite Zuführleitung (17) zunächst bis zu einem an der Bewegungseinrichtung 1 vorgesehenen

Zwischenspeicher 16 für das Strahlmittel und von dort über nicht dargestellte

Verbindungsschläuche zu den Strahlpistolen 11 geleitet. Als Trägergas wird bevorzugt Druckluft und als Strahlmittel bevorzugt Wasser verwendet.

Das Trägergas wird den Strahlpistolen 11 mit einem Druck von mindestens 2 bar und maximal etwa 8 bar bis 10 bar zugeführt. In den Strahlpistolen 11 wird das Strahlmittel zur Bildung des Strahlmediums in das Trägergas eindosiert. Das Strahlmittel wird mit einem gleichen oder höheren Druck als das Trägergas bereitgestellt. Eine zugeführte Menge des Strahlmittels ist bevorzugt kleiner als 1 % und besonders bevorzugt kleiner als 0,3 % einer Menge des zugeführten Trägergases.

Zur Reinigung der Fassade 4 wird die Bewegungseinrichtung 1 beispielsweise vertikal entlang der Fassade 4 zunächst von oben nach unten geführt. Der vertikalen

Bewegung der Bewegungseinrichtung 1 während der Reinigung ist eine horizontale Bewegung des an der Führungsschiene 7 längsverschiebbar gehaltenen

Führungsschlittens 8 überlagert. Es kann insofern während der vertikalen

Abwärtsbewegung ein Fassadenabschnitt gereinigt werden, welcher in etwa der horizontalen Länge der Führungsschiene 7 entspricht. Anschließend wird die

Bewegungseinrichtung 1 horizontal verfahren und ein zweiter streifenförmiger

Fassadenabschnitt gereinigt, während die Bewegungseinrichtung 1 nach oben verfahren wird.

Die erste Zuführleitung 15 und die zweite Zuführleitung 17 sind jedenfalls

abschnittsweise auf einer dem Kran 2 zugeordneten Haspel 18 bevorratet. Die Zuführleitungen 15, 17 werden insofern entsprechend der Bewegung der

Bewegungseinrichtung 1 mitgeführt.

Nach einer alternativen Ausführungsform der Erfindung gemäß der Fig. 3 und 4 ist die Führungsschiene 7 vertikal erstreckt vorgesehen und der Führungsschlitten 8 entlang der Führungsschiene 7 vertikal verfahrbar. Der Tragarm 9 ist insofern horizontal erstreckt und die Strahlpistolen 1 1 sind über separate Pistolenhalter 10 horizontal beabstandet an dem Tragarm 9 vorgesehen. Ansonsten ist der Aufbau der

Fassadenreinigungsvorrichtung analog zu dem ersten Ausführungsbeispiel. Bei der Reinigung der Fassade 4 mittels der Fassadenreinigungsvorrichtung nach dem zweiten Ausführungsbeispiel wird die Bewegungseinrichtung 1 bevorzugt horizontal entlang der Fassade 4 bewegt. Der horizontalen Bewegung der Bewegungseinrichtung 1 ist eine vertikale Bewegung des Führungsschlittens 8 entlang der Führungsschiene 7 überlagert. Die Reinigung der Fassade 4 erfolgt insofern in horizontalen Streifen, deren Höhe bestimmt ist durch die Länge der Führungsschiene 7.

Die Fig. 5 bis 7 zeigen exemplarisch die geneigte Anordnung der in dem Pistolenhalter 10 gehaltenen Strahlpistole 1 1 mit der Strahldüse 12 bezogen auf die

Oberflächennormale 14. Der Strahlwinkel 13 ist dabei in einem Bereich von +/- 45° zur Oberflächennormalen 14 einstellbar beziehungsweise während der Reinigung bedarfsgerecht veränderbar. Dem Pistolenhalter 10 kann beispielsweise ein Aktor zur Veränderung des Strahlwinkels 13 zugeordnet sein beziehungsweise der Strahlwinkel 13 kann bei der Konfiguration der Fassadenreinigungsvorrichtung fest eingestellt werden.

Nach einer alternativen, nicht dargestellten Ausführungsform der Erfindung können die Zuführschläuche 15, 17 über eine Energiekette zu der Bewegungseinrichtung 1 geführt werden.

Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass die Zuführschläuche 15, 17 der

Bewegungseinrichtung 1 von unten zugeführt werden. Es ist insofern nicht zwingend vorzusehen, dass die Zuführschläuche 15, 17 parallel zu den Zugseilen der

Bewegungseinrichtung 1 von oben zugeführt werden. Auf das Vorsehen der

Führungsschiene 7 und/oder der Strahlpistole 1 1 kann verzichtet werden.

Gleiche Bauteile und Bauteilfunktionen sind durch gleiche Bezugszeichen

gekennzeichnet. Bezugszeichenliste

1 Bewegungseinrichtung

2 Kran

3 Zugseil

4 Fassade

5 Gebäude

6 Teleskopiermodul

7 Führungsschiene

8 Führungsschlitten

9 Tragarm

10 Pistolenhalter

1 1 Strahlpistole

12 Strahldüse

13 Strahlwinkel

14 Oberflächennormale

15 erste Zuführleitung

16 Zwischenspeicher

17 zweite Zuführleitung

18 Haspel