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Title:
FASTENING DEVICE FOR A HEADGEAR
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/145117
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a fastening device for a headgear, particularly a protective helmet. Said fastening device is designed such that the fastening action caused by the fastening device is automatically canceled when a predetermined pulling force that acts upon the fastening device is exceeded. The fastening device is designed such that the canceling process of the fastening action when the predetermined pulling force is exceeded is triggered with a certain delay. The invention further relates to a headgear comprising such a fastening device as well as a test apparatus for testing the functionality of such a fastening device.

Inventors:
DIETSCH, Christian (Habichtweg 2, Dormagen, 41540, DE)
Application Number:
DE2008/000923
Publication Date:
December 04, 2008
Filing Date:
May 30, 2008
Export Citation:
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Assignee:
DIETSCH, Christian (Habichtweg 2, Dormagen, 41540, DE)
International Classes:
A42B3/08
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Claims:

Patentansprüche

1. Befestigungseinrichtung für eine Kopfbedeckung, insbesondere für einen Schutzhelm, wobei die Befestigungsvorrichtung derart ausgebildet ist, dass die durch diese bewirkte Befestigung bei überschreiten einer auf die Befestigungseinrichtung wirkenden vorbestimmten Zugkraft automatisch gelöst wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtung derart ausgebildet ist, dass das Auslösen des Lösevorgangs der Befestigung bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft mit einer zeitlichen Verzögerung erfolgt.

2. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese derart ausgebildet ist, dass das Auslösen des Lösevorgangs der Befestigung bei überschreiten einer ersten vorbestimmten Zugkraft mit einer zeitlichen Verzögerung und bei überschreiten einer zweiten vorbestimmten Zugkraft sofort erfolgt.

3. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite vorbestimmte Zugkraft größer als die erste vorbestimmte Zugkraft ist.

4. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese einen Kinnriemen aufweist.

5. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine Wickeleinrichtung aufweist, auf die der Kinnriemen teilweise aufgewickelt ist, wobei sich der Kinnriemen bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft automatisch abwickelt.

6. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Kinnriemen derart ausgebildet ist, dass eine Einrichtung zum automatischen Lösen der durch die Befestigungseinrichtung bewirkten Befestigung bei überschreiten einer auf die Befestigungseinrichtung wirkenden vorbestimmten Zugkraft beim Schließen des Kinnriemens aktiviert wird.

7. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese derart ausgebildet ist, dass der Lösevorgang durch eine chemische Reaktion hervorgerufen wird.

8. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtung derart ausgebildet ist, dass getrennt voneinander vorgesehene chemische Stoffe bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft miteinander in Kontakt gebracht werden und das Lösen der Befestigung bewirken.

9. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsvorrichtung derart ausgebildet ist, dass die durch diese bewirkte Befestigung und das Lösen der Befestigung elektromagnetisch erfolgen.

10. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese zumindest eine Sollbruchstelle aufweist, die bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft zerstört wird.

11. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese zumindest eine Sollrissstelle aufweist, die bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft zerstört wird.

12. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese wenigstens eine mechanische Einrichtung aufweist, die derart ausgebildet ist, dass die Befestigung bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft gelöst wird.

13. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine mechanische Einrichtung nach Art eines Schnell- oder Panikschlosses ausgebildet ist, das bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft öffnet.

14. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine mechanische Einrichtung eine Schneideinrichtung ist, die derart ausgebildet ist, dass sie einen Abschnitt der Befestigungseinrichtung bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft zerschneidet und somit die Befestigung löst.

15. Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine mechanische Einrichtung wenigstens ein elastisches Element aufweist, das derart ausgebildet ist, dass es bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft die Befestigung löst.

16. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie wenigstens ein elastisches Bauteil aufweist, das derart ausgebildet ist, dass die Befestigung bei Ausüben einer ersten vorbestimmten Zugkraft zunächst gelockert wird, bevor die Befestigung bei überschreiten einer zweiten vorbestimmten Zugkraft gelöst wird.

17. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine sprengtechnische Einrichtung aufweist, die derart ausgebildet ist, dass bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft die Befestigung mittels Sprengung gelöst wird.

18. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese derart ausgebildet ist, dass das Auslösen des Lösevorgangs der Befestigung bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft mechanisch und/oder elektronisch und/oder manuell erfolgt.

19. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsvorrichtung derart ausgebildet ist, dass die durch diese bewirkte Befestigung bei überschreiten einer auf die Befestigungsvorrichtung wirkenden vorbestimmten Zugkraft automatisch an mehreren Positionen der Befestigungsvorrichtung gelöst wird.

20. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsvorrichtung derart ausgebildet ist, dass das Lösen einer Befestigung an einer Position automatisch zum Lösen der Befestigung an zumindest einer weiteren Position führt.

21. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine Zähleinrichtung aufweist, welche die Anzahl der Lösevorgänge der Befestigung aufnimmt.

22. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Protokolliereinrichtung aufweist, die derart ausgebildet ist, dass sie den Zeitpunkt des Lösevorgangs/der Lösevorgänge protokolliert.

23. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese ein siegelartiges Element aufweist, das anzeigt, wenn die Befestigung gelöst wurde.

24. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass das siegelartige Element derart ausgebildet ist, dass es sich mit der Zeit oder nach dem Zeitpunkt des Lösens der Befestigung verändert.

25. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine Warneinrichtung aufweist, die derart ausgebildet ist, dass sie das Lösen der Befestigung ankündigt.

26. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine Signalerzeugungseinrichtung umfasst, die ein Signal kurz vor, beim und/oder kurz nach dem Lösen der Befestigung erzeugt.

27. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass diese derart ausgebildet ist, dass das von der Signalerzeugungseinrichtung erzeugte Signal an eine Signalverarbeitungseinrichtung weitergeleitet wird.

28. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, dass die Signalverarbeitungseinrichtung eine Signalsendeeinrichtung ist.

29. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine Positionsermittlungseinrichtung aufweist.

30. Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese derart ausgebildet ist, dass ein Lösen der Befestigung manuell verhindert und/oder bewirkt werden kann.

31. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 30, dadurch gekennzeichnet, dass zum Verhindern und/oder Bewirken des Lösens der Befestigung zumindest ein . Schalter vorgesehen ist.

32. Kopfbedeckung, insbesondere Schutzhelm, mit wenigstens einer Befestigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.

33. Kopfbedeckung nach Anspruch 32, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsvorrichtung einen Kinnriemen aufweist.

34. Kopfbedeckung nach Anspruch 32 oder 33, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine Außenschale und eine Innenschale aufweist, die durch die Befestigungsvorrichtung miteinander verbunden werden.

35. Kopfbedeckung nach einem der Ansprüche 32 bis 35, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsvorrichtung derart an der Kopfbedeckung angeordnet ist, dass Verletzungen des Trägers, insbesondere der Ohren des Trägers, vermieden werden.

36. Kopfbedeckung nach einem der Ansprüche 32 bis 36, dadurch gekennzeichnet, dass diese zumindest eine Befestigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 25 mehrfach enthält.

37. Kopfbedeckung nach einem der Ansprüche 32 bis 37, dadurch gekennzeichnet, dass diese mehrere verschiedene Befestigungsvorrichtungen nach einem der Ansprüche 1 bis 25 mehrfach enthält.

38. Kopfbedeckung nach einem der Ansprüche 32 bis 38, dadurch gekennzeichnet, dass es sich hierbei um ein medizinisches Gerät, etwa einen Headgear für die Kiefernorthopädie, handelt.

Description:

Befestigungsvorrichtung für eine Kopfbedeckung

Die Erfindung betrifft eine Befestigungsvorrichtung für eine Kopfbedeckung gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 sowie eine Kopfbedeckung mit einer solchen Befestigungsvorrichtung. Eine solche Befestigungsvorrichtung ist aus der Druckschrift DE 14 357 56 B bekannt.

Kopfbedeckungen, wie beispielsweise Sport- und Freizeithelme, also Motorradhelme, Fahrradhelme, Reithelme oder dergleichen, oder Schutzhelme, wie beispielsweise solche für Bauarbeiter, etc., sind im Stand der Technik bereits bekannt. Sie umfassen häufig eine Befestigungsvorrichtung zur sicheren Befestigung der Kopfbedeckung am Kopf einer Person, wie beispielsweise einen Kinnriemen, der mit Hilfe einer Schnappverbindung, eines Klettverschlusses oder dergleichen lösbar befestigt werden kann, und/oder eine Befestigungsvorrichtung zum Befestigen einer Helmaußenschale an einer Helminnenschale. Solche Befestigungsvorrichtungen dienen dazu, ein Verrutschen oder Entfernen der Kopfbedeckung insbesondere in einer Gefahrensituation zu verhindern, wie beispielsweise beim Sturz einer Person, beim Aufprall eines Gegenstands auf die Kopfbedeckung oder dergleichen.

Obwohl solche Kopfbedeckungen bereits vielen Menschen das Leben gerettet oder diese zumindest vor schwerwiegenden Verletzungen bewahrt haben, ist es in der Vergangenheit vorgekommen, dass eben diese Kopfbedeckungen, die eigentlich dem Schutz der tragenden Person dienen, ursächlich für den Tod von Personen waren. Derartige Unfälle ereignen sich dann, wenn die Kopfbedeckung oder ihre Befestigungsvorrichtung derart unglücklich an irgendwelchen Hindernissen hängen

bleibt, dass die Person stranguliert wird. Auch wenn ein solches Schicksal jedermann ereilen kann, gehören insbesondere Kinder zum gefährdeten Personenkreis, da diese zum einen viele Gefahren nicht erkennen und zum anderen häufig nicht ausreichend Kraft haben, um sich gegebenenfalls selbst aus einer solchen Zwangslage zu befreien.

So verbietet beispielsweise die Europäische Norm DIN EN 1176 für Kinder gefährliche öffnungen an Spielgeräten, die zwar groß genug sind, dass ein Kind hindurchpasst, bei denen aber die Gefahr besteht, dass der Kopf des Kindes in der öffnung hängen bleibt. Allerdings bleibt bei dieser Norm unberücksichtigt, dass es Kinder beim Spielen auf dem Spielplatz häufig unterlassen, den Fahrradhelm abzusetzen, weshalb es vorgekommen ist, dass sich Fahrradhelme in öffnungen verfangen haben.

Natürlich sind auch viele andere Unfallszenarien denkbar, wie beispielsweise Landeunfälle bei Fallschirmspringern und Artisten, Unfälle mit Zweirädern, von Feuerwehrleuten oder anderen Personen, die zu ihrem Schutz Kopfbedeckungen tragen.

Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die zuvor beschriebenen Nachteile bekannter Kopfbedeckungen ganz oder zumindest teilweise zu lösen.

Diese Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung durch eine Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 1 und durch eine Kopfbedeckung mit einer solchen Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 32 gelöst. Die abhängigen Ansprüche beziehen sich auf individuelle Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung.

Die Befestigungsvorrichtung zur sicheren Befestigung einer Kopfbedeckung gemäß der vorliegenden Erfindung ist derart ausgebildet, dass die durch diese bewirkte Befestigung bei überschreiten einer auf die Befestigungsvorrichtung wirkenden vorbestimmten Zugkraft automatisch zeitverzögert gelöst wird. Unter dem Begriff „Zugkraft" wird vorliegend eine solche Kraft verstanden, die in Bezug auf die Befestigungsvorrichtung derart auswärts wirkt, dass die Gefahr einer Strangulation ggf. unter Mitwirkung der Befestigungsvorrichtung gegeben ist. Durch das automatische Lösen der Befestigung wird die Kopfbedeckung ganz oder teilweise vom Kopf des Trägers entfernt, so dass das von der Kopfbedeckung ausgehende Gefahrenpotential erheblich verringert werden kann. Die erfindungsgemäße Zeitverzögerung wird nachfolgend noch näher erläutert.

Die Befestigungsvorrichtung dient gemäß einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung dazu, eine Kopfbedeckung sicher am Kopf einer Person zu halten. Beim Lösen der von der Befestigungsvorrichtung bewirkten Befestigung kann die Kopfbedeckung entsprechend vollständig vom Kopf des Trägers entfernt werden. Gemäß einer alternativen Ausgestaltung dient die Befestigungsvorrichtung dazu, eine Helmaußenschale und eine Helminnenschale fest miteinander zu verbinden. Wird bei dieser Ausgestaltung die Befestigung gelöst, so kann die Helmaußenschale, die sich beispielsweise an einem Gegenstand verhakt hat, von den restlichen Teilen der Kopfbedeckung abgetrennt werden.

Die Befestigungsvorrichtung weist bevorzugt einen Kinnriemen auf, der vorteilhaft in Bezug auf seine Länge einstellbar ist und zum lösbaren Befestigen einen Schnappverschluss, einen Klettverschluss oder dergleichen umfasst. Gemäß einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung umfasst die Befestigungsvorrichtung ferner eine Wickeleinrichtung, auf die der Kinnriemen teilweise aufgewickelt ist. Die Wickeleinrichtung ist dabei derart ausgelegt, dass sich der Kinnriemen bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft automatisch von dieser abwickelt, so dass zumindest ein teilweises Lösen der Befestigung erfolgt. Alternativ kann sich der Kinnriemen auch vollständig abwickeln, so dass die Befestigung vollständig gelöst wird.

Vorteilhaft ist der Kinnriemen derart ausgebildet, dass eine Einrichtung zum automatischen Lösen der durch die Befestigungseinrichtung bewirkten Befestigung bei überschreiten einer auf die Befestigungseinrichtung wirkenden vorbestimmten Zugkraft beim Schließen des Kinnriemens aktiviert und beim öffnen des Kinnriemens bevorzugt deaktiviert wird. Auf diese Weise kann beispielsweise Energie eingespart werden, wenn die Einrichtung Energie benötigt.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung wird das Lösen der Befestigung durch eine chemische Reaktion hervorgerufen, beispielsweise indem Komponenten der Befestigungsvorrichtung, welche die Befestigung bewirken, unter der Wirkung einer chemischen Reaktion voneinander gelöst werden. So kann die chemische Reaktion einen Strom erzeugen, der als Signal zum Auslösen des Lösevorgangs dient. Auch kann die chemische Reaktion hohe Temperaturen erzeugen, die zum Lösen der Befestigung führen. Ferner kann die chemische Reaktion zum Auflösen des Materials führen, aus dem zumindest eine Komponente hergestellt ist, wie beispielsweise unter dem Einfluss einer Säure oder dergleichen. Diesbezüglich

sollte klar sein, dass die chemische Reaktion keine Verletzungen bei der die Kopfbedeckung tragenden Person hervorrufen sollte. Bevorzugt ist die Befestigungsvorrichtung derart ausgebildet, dass getrennt voneinander vorgesehene Stoffe bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft miteinander in Kontakt gebracht werden und daraufhin das Lösen der Befestigung bewirken.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist die Befestigungsvorrichtung derart ausgebildet, dass die durch diese bewirkte Befestigung und das Lösen derselben elektromagnetisch erfolgen, beispielsweise unter Verwendung eines Elektromagneten oder dergleichen.

Alternativ umfasst die Befestigungsvorrichtung gemäß einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung eine Sollbruchstelle, die bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft zerstört wird, um die Kopfbedeckung zu entfernen.

Alternativ oder zusätzlich kann die Befestigungsvorrichtung auch zumindest eine Sollrissstelle aufweisen, die bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft zerstört wird.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung umfasst die Befestigungsvorrichtung wenigstens eine mechanische Einrichtung, die derart ausgebildet ist, dass die Befestigung bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft gelöst wird.

Bei einer solchen mechanischen Einrichtung kann es sich beispielsweise um eine solche handeln, die nach Art eines Schnell- oder Panikschlosses ausgebildet ist, das bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft öffnet. Derartige Schlösser sind im Stand der Technik bekannt, wie beispielsweise aus der EP 1 386 561 A2 im Zusammenhang mit so genannten Lanyards bzw. Umhängebändern.

Alternativ kann es sich bei der wenigstens einen mechanischen Einrichtung um eine Schneideinrichtung handeln, die derart ausgebildet ist, dass sie einen Abschnitt der Befestigungseinrichtung, beispielsweise einen Abschnitt eines Kinnriemens, bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft durchtrennt und somit die Befestigung löst.

Ferner kann die Befestigungsvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung wenigstens ein elastisches Bauteil aufweisen, das derart ausgebildet ist, dass die

Befestigung bei Ausüben einer ersten vorbestimmten Zugkraft zunächst gelockert wird, bevor die Befestigung bei überschreiten einer zweiten vorbestimmten Zugkraft, die größer als die erste vorbestimmte Zugkraft ist, vollständig gelöst wird.

Zudem kann die Befestigungsvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung alternativ oder zusätzlich zu der wenigstens einen mechanischen Einrichtung eine sprengtechnische Einrichtung aufweisen, .die derart ausgebildet ist, dass bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft die Befestigung mittels einer Sprengung, gelöst wird. Diese Sprengung muss natürlich lokal begrenzt sein, um eine Verletzung der Person zu verhindern.

Das Auslösen des Lösevorgangs der durch die Befestigungsvorrichtung erzielten Befestigung bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft kann mechanisch erfolgen, wie beispielsweise im Falle der Sollbruchstelle. Hier ist die Zugkraft selbst der Auslöser für das Lösen der Befestigung. Auch kann das Auslösen elektronisch erfolgen. So kann das überschreiten der vorbestimmten Zugkraft beispielsweise mit Hilfe einer Sensorik erfasst werden, deren Ausgangssignal beispielsweise den Sprengsatz der sprengtechnischen Einrichtung zündet. Ferner kann das Lösen der Befestigung gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung zusätzlich zu dem erfindungsgemäßen automatischen Lösen auch manuell erfolgen, beispielsweise bei Betätigung eines Betätigungselementes, wie beispielsweise ein Druckknopf oder dergleichen, oder indem die vorbestimmte Zugkraft manuell ausgeübt wird. Insbesondere bei einer wieder verwendbaren mechanischen Einrichtung, wie beispielsweise einem Panikschloss, ließe sich die Kopfbedeckung bei entsprechender Einstellung der vorbestimmten Zugkraft somit stets bequem abnehmen, auch wenn keine Notsituation eingetreten ist.

Erfindungsgemäß erfolgt das Auslösen des Lösevorgangs der Befestigung bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft mit zeitlicher Verzögerung, was nachfolgend näher erläutert wird.

In Bezug auf Verletzungen bzw. Tod durch Strangulation können grundsätzlich fünf Fälle unterschieden werden:

Beim krassesten Fall handelt es sich um den Kopfabriss, bei dem der Kopf vollständig oder teilweise vom Rumpf getrennt wird.

Ein weiterer Fall ist der Genickbruch, der meist zur Bewusstlosigkeit und zum schnellen Tod führt.

Eine Unterbrechung der Blutzufuhr zum Gehirn durch Strangulation führt ebenfalls schnell zur Bewusstlosigkeit, der Tod tritt jedoch normalerweise erst nach einigen Minuten ein.

Ferjier kann es zum Verschluss der Luftröhre kommen. Hierbei tritt eine Bewusstlosigkeit meist erst nach mehreren Minuten ein, gefolgt vom Tod.

Schließlich kann eine Person verhungern beziehungsweise verdursten, wenn sie sich aus einer verklemmten Kopfbedeckung nicht selbst befreien kann und auch keine Hilfe zugegen ist.

Bei den ersten beiden der genannten Fälle ist jeweils eine sehr hohe Zugkraft erforderlich, die bereits nach sehr kurzer Einwirkdauer lebensbedrohlich ist, weshalb die durch die erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtung erzeugte Befestigung bei überschreiten dieser sehr hohen Zugkraft schnell gelöst werden muss.

Bei den letzten drei Fällen reicht bereits eine geringere Zugkraft aus, um die Person in eine lebensbedrohliche Lage zu versetzten, wobei die geringe Zugkraft jedoch über einen längeren Zeitraum wirken muss. In derartigen Fällen sollte die Befestigung bereits bei entsprechend geringen Zugkräften gelöst werden. Um jedoch ein unbeabsichtigtes Lösen der Befestigung bei solch geringen Zugkräften zu verhindern, sollte die Befestigung erst gelöst werden, nachdem diese geringere Zugkraft kontinuierlich über einen vorbestimmten, aber nicht lebensgefährlichen Zeitraum überschritten wurde, also mit einem vorbestimmten Zeitversatz.

Bevorzugt wird die Befestigung gemäß der vorliegenden Erfindung also bei überschreiten einer vorbestimmten hohen Zugkraft sofort und bei überschreiten einer vorbestimmten geringeren Zugkraft mit einer zeitlichen Verzögerung gelöst. Auf diese Weise kann den verschiedenen Notsituationen Rechnung getragen werden.

Vorteilhaft wird die durch die Befestigungsvorrichtung bewirkte Befestigung bei überschreiten einer auf diese wirkenden vorbestimmten Zugkraft automatisch an mehreren Positionen der Befestigungsvorrichtung gelöst. Dazu sind an verschiedenen Positionen der Befestigungsvorrichtung Lösemechanismen der zuvor beschrieben Art

zum Lösen der Befestigung vorgesehen, wie beispielsweise Sollbruchstellen und/oder Sollrissstellen und/oder mechanische und/oder sprengtechnische Einrichtungen. Auf diese Weise kann zum Beispiel ein gleichmäßiges Entfernen einer Kopfbedeckung vom Kopf eines Trägers beim Lösen der Befestigung sichergestellt werden, um eine Verletzung des Trägers während des Entfernungsvorgangs zu verhindern. So können beispielsweise Lösemechanismen beidseitig an einem Kinnriemen eines Sicherheitshelms angeordnet werden, so dass dieser beim Auslösen der Lösemechanismen einfach abgestreift werden kann. Auch . kann je ein Lösemechanismus vor und hinter jedem Ohr positioniert werden, um eine Verletzung der Ohren während des Abstreifens des Sicherheitshelms während einer Notsituation zu verhindern. Um dabei sicherzustellen, dass die an mehreren Positionen vorgesehenen Lösemechanismen gemeinsam ausgelöst werden, ist die Befestigungsvorrichtung bevorzugt derart ausgebildet, dass das Lösen einer Befestigung an einer Position automatisch zum Lösen der Befestigung an zumindest einer weiteren Position führt. Hierzu kann beim Lösen der Befestigung an einer ersten Position beispielsweise ein Signal erzeugt werden, das als Lösesignal zum Lösen der Befestigung an einer zweiten Position verwendet wird.

Gemäß einer Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung weist die Befestigungsvorrichtung eine Zähleinrichtung auf, welche die Anzahl der Lösevorgänge der Befestigung aufnimmt. Eine solche Zähleinrichtung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die ordnungsgemäße Funktion der Befestigungsvorrichtung nur für eine vorbestimmte Anzahl von Lösevorgängen gewährleistet ist. Anhand des Zählerstandes einer solchen Zähleinrichtung können dann beispielsweise Wartungs- oder Austauschzyklen festgelegt werden.

Vorteilhaft kann die Befestigungsvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung auch eine Protokolliereinrichtung umfassen, die derart ausgebildet ist, dass sie den Zeitpunkt eines Lösevorganges bzw. der Lösevorgänge protokolliert. Auf diese Weise kann nachträglich festgestellt werden, ob der Zeitpunkt des Lösevorganges mit dem Unfallzeitpunkt übereinstimmt. Weist die Befestigungsvorrichtung beispielsweise eine Sollbruchstelle auf, die bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft zerstört wird, so bietet die Befestigungsvorrichtung nach einmaligem Auslösen keinen Schutz mehr. Wird die Kopfbedeckung dennoch weiter verwendet, so kann im Falle eines erneuten Unfalls diese höchst fahrlässige Handlungsweise des Trägers anhand der Protokolliereinrichtung nachgewiesen werden. Ein solcher Nachweis kann insbesondere in Produkthaftungsfragen entscheidend sein.

Ferner kann die Befestigungsvorrichtung ein siegelartiges Element aufweisen, das anzeigt, wenn die Befestigung gelöst wurde. Beispielsweise kann das siegelartige Element beim Lösen der Befestigung zerstört werden, so dass es für den Träger eindeutig zu erkennen ist, dass die von der Befestigungsvorrichtung ausgehende Schutzwirkung nicht länger gewährleistet ist. Zudem kann das siegelartige Element derart ausgebildet sein, dass es sich mit der Zeit oder nach dem Zeitpunkt des Lösens der Befestigung verändert. Bei einer solchen -Veränderung kann es sich beispielsweise um eine Farbänderung handeln, die nach und nach oder ausgelöst durch das Lösen der Befestigung eintritt, beispielsweise durch einen Oxidationsprozess oder dergleichen. Hierdurch lässt sich nachträglich ermitteln, ob der Zeitpunkt des Lösens der Befestigung mit demjenigen des Unfalls übereinstimmt, was wiederum zur Klärung von Produkthaftungsfragen dienen kann.

Vorteilhaft weist die Befestigungsvorrichtung eine Warneinrichtung auf, die derart ausgebildet ist, dass sie dem Träger der Kopfbedeckung das Lösen der Befestigung ankündigt, wobei die Ankündigung bevorzugt mit Hilfe eines akustischen Warnsignals erfolgt. Entsprechend wird der Träger darauf aufmerksam gemacht, dass die Befestigung der Befestigungseinrichtung und somit ihre Schutzwirkung in Kürze nicht mehr vorhanden sind, wobei das Warnsignal beim und/oder kurz vor dem Lösen der Befestigung ausgegeben wird.

Ferner umfasst die erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtung bevorzugt eine Signalerzeugungseinrichtung, die ein Signal kurz vor, beim oder kurz nach dem Lösen erzeugt. Bei dieser Signalerzeugungsvorrichtung kann es sich beispielsweise um einen Sensor handeln, der bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft ein Signal erzeugt. Verfügt die Befestigungsvorrichtung beispielsweise über die zuvor beschriebene Warneinrichtung, so kann dieses Signal an die Warneinrichtung weitergeleitet werden, die dann das Warnsignal ausgibt. Alternativ oder zudem kann das von der Signalerzeugungseinrichtung erzeugte Signal aber auch an weitere Signalverarbeitungseinrichtungen ausgegeben werden, wie beispielsweise an eine Signalsendeeinrichtung, die beispielsweise unter Nutzung eines Telefon- oder Funknetzes ein Notsignal, Positionssignal (GPS) oder dergleichen aussendet, um Dritte von dem Unfall und ggf. von der Position der verunglückten Person zu unterrichten, so dass diese entsprechende Maßnahmen treffen können. Bei der Signalsendeeinrichtung kann es sich beispielsweise um ein Mobiltelefon, ein Funkgerät oder dergleichen handeln, das eine Sprachkommunikation zu Dritten herstellt.

Alternativ kann die Signalsendeeinrichtung auch eine Textmitteilung an einen vorbestimmten Adressaten aussenden, wie beispielsweise eine Email, ein Fax, eine SMS, etc.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist die Befestigungsvorrichtung derart ausgebildet, dass ein Lösen der Befestigung bei überschreiten der vorbestimmten Zugkraft manuell verhindert und/oder bewirkt werden kann. Hierzu kann beispielsweise ein von dem Benutzer betätigbarer Schalter vorgesehen sein, bei dessen Betätigung das Lösen der Befestigung trotz überschreiten der vorbestimmten Zugkraft verhindert wird und/oder der Auslösevorgang eingeleitet wird, obwohl die vorbestimmte Zugkraft noch nicht überschritten wurde. Entsprechend kann der Benutzer aktiv eine Einflussnahme auf den Auslösevorgang nehmen.

Zudem bezieht sich die Erfindung auch auf eine Kopfbedeckung mit einer Befestigungsvorrichtung der zuvor beschriebenen Art. Bei der Kopfbedeckung kann es sich beispielsweise um einen Motorradhelm, einen Fahrradhelm, einen Sportlerhelm, einen Freizeithelm, einen Schutzhelm für Bauarbeiter, einen Headgear oder dergleichen handeln. Die Befestigungsvorrichtung dient dabei bevorzugt zum Befestigen der Kopfbedeckung am Kopf eines Trägers oder zum Befestigen einer Helmaußenschale an einer Helminnenschale, wie es eingangs bereits beschrieben wurde.

Figurenbeschreibung:

Die Figur 1 zeigt eine Kopfbedeckung mit einer Befestigungsvorrichtung gem. Anspruch 1 im Tragezustand Diese beinhaltet einen Zugmesser (3) und eine Schnellöffnungseinrichtung (4), die über Kabel (2) mit einer Elektronikeinheit (2) verbunden sind, die eine elektronische Zeitverzögerung bewirkt. Vorzugsweise beinhaltet die Elektronik auch eine Protokoll- oder Zählvorrichtung. Zudem zeigt Figur 1 eine Warneinrichtung (8).

Die Figur 2 zeigt einen vergleichbaren Helm, bei dem der ablösbare Kinnriemen (6) gerade abgetrennt wurde (Auslösezustand). Der Unterschied zur Figur 1 besteht darin, dass dieser den Zugkraftmesser (3) und die Schnellöffnungseinrichtung (4) mehrfach enthält. Diese sind über Kabel mit der Elektronik (2) verbunden, sodass alle Schnellöffnungseinrichtungen kombiniert ausgelöst werden können. Zudem beinhaltet dieser Helm eine Sollrissstelle (15) und eine Kommunikationseinrichtung (17).

Figur 3 zeigt eine Schnitteinrichtung, bei der ein Messer (12) durch einen Antrieb, z.

B.eeine Feder oder einen Sprengsatz (13) in Richtung Gurt (11) bewegt wird.

Figur 4 zeigt eine Abwickelvorrichtung (10) für den Kinnriemen (11). Auf dem Gurt befindet sich noch ein Dehnmeßstreifen (DMS (14)), der in Kombination mit dem Gurt als Zugkraftmesser (3) eingesetzt werden kann.

Figur 5 zeigt eine Anordnungsmöglichkeit, bei der der Zugkraftmesser (3) in Form einer Sollbruchstelle, Sollrißstelle oder als Panikschloß O ' eweils (16)) ausgebildet ist.

Deren öffnung führt dann zu einer Unterbrechung des elektrischen Leiters und dazu, dass die 2. Schellöffnungseinrichtung (4) zum Tragen kommt. Diese Einrichtung kann elektronisch, mechanisch, sprengtechnisch oder chemisch arbeiten.

1 =■ Helmoberschale

2 = Uhr/Kabel/Elektronik

3 s= Zugkraftmesser

4 s= Schnellöffnungseinrichtung

5 s= Kinnriemenbefestigung

6 s= ablösbarer Kinnriemen

7 = konventioneller Verschluß

8 s= Warneinrichtung

9 s= Innenpolster

10 s= Aufwickelvorrichtung

11 s= Kinnriemen

12 * Messer

13 s Sprengsatz

14 β DMS, auf Gurt geklebt

15 = Sollrißstelle

16 s= Panikschloß

17 = Kommunikationseinrichtung