Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
FAT LAYER MEASURING DEVICE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/052905
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a measuring device (18) for determining the thickness of a layer of fat of a meat product (12) comprising a premium cut part and a layer of fat, wherein the thickness of the layer of fat is determined in a contact-free manner. The invention also relates to a device for separating the layer of fat of a meat product from a premium cut part of a meat product by means of said type of measuring device, and to a method for determining the thickness of a layer of fat of a meat product and to a method for separating a layer of fat of a meat product.

Inventors:
WEBER, Günther (Zachow 5, Gross Nemerow, 17094, DE)
Application Number:
EP2008/007567
Publication Date:
April 30, 2009
Filing Date:
September 12, 2008
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
WEBER MASCHINENBAU GMBH BREIDENBACH (Günther-Weber-Strasse 3, Breidenbach, 35236, DE)
WEBER, Günther (Zachow 5, Gross Nemerow, 17094, DE)
International Classes:
A22C17/00
Attorney, Agent or Firm:
MANITZ, FINSTERWALD & PARTNER GBR (Postfach 31 02 20, München, 80102, DE)
Download PDF:
Claims:

Patentansprüche

1. Vermessungseinrichtung (18) zur Ermittlung der Stärke einer Fettauflage eines einen Edelfleischbestandteil und eine Fettauflage umfassenden Fleischprodukts (12), dadurch gekennzeichnet, dass die Ermittlung der Stärke der Fettauflage berührungslos erfolgt.

2. Vermessungseinrichtung (18) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ermittlung der Stärke der Fettauflage optisch erfolgt.

3. Vermessungseinrichtung (18) nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch einen Lichtdetektor, insbesondere eine Kamera, zum Detektieren von an dem Fleischprodukt (12) reflektiertem Licht.

4. Vermessungseinrichtung (18) nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch eine einen Bereich des Fleischprodukts (12) ausleuchtende Lichtquelle.

5. Vermessungseinrichtung (18) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtquelle wenigstens eine Leuchtdiode, insbesondere eine im blauen Wellenlängenbereich emittierende Leuchtdiode, umfasst.

6. Vermessungseinrichtung (18) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Transporteinrichtung (20) vorgesehen ist, um das Fleischpro- dukt (12), insbesondere kontinuierlich, durch die Vermessungseinrichtung (18) hindurch zu transportieren.

7. Vermessungseinrichtung (18) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Lichtquelle und ein Lichtdetektor in Transportrichtung gesehen seitlich neben der Transporteinrichtung (20) angeordnet sind.

8. Vorrichtung zur Abtrennung einer Fettauflage eines Fleischprodukts (12) von einem Edelfleischbestandteil des Fleischprodukts (12) mit einer Vermessungseinrichtung (18), insbesondere einer Vermessungseinrichtung (18) nach einem der vorherigen Ansprüche, zur automatischen Ermittlung der Stärke der Fettauflage und einer mit der Vermessungseinrichtung (18) gekoppelten Schneideinrichtung (10) zur automatischen Abtrennung der Fettauflage von dem Edel- fleischbestandteil in Abhängigkeit von den durch die Vermessungseinrichtung (18) ermittelten Messdaten.

9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Transporteinrichtung (14, 20) vorgesehen ist, um das Fleischprodukt (12), insbesondere kontinuierlich, durch die Vermessungseinrichtung (18) hindurch zu transportieren und der Schneideinrichtung (10) zuzuführen.

10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung (10) ein Schneidmesser, insbesondere einen Messerbalken, umfasst, dessen Lage und insbesondere Höhe relativ zu einer Produktauflage variierbar ist.

11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneideinrichtung ( 10) eine Steuereinheit zur Steuerung der Lage bzw. Höhe des Schneidmessers in Abhängigkeit von den durch die Vermessungseinrichtung (18) ermittelten Messdaten aufweist.

12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Verfahrprofil in der Steuereinheit abgespeichert ist, gemäß dem die Lage und insbesondere die Höhe des Schneidmessers relativ zu einer Produktauflage in Abhängigkeit von einem Produktvorschub einzustellen ist.

13. Verfahren zur Ermittlung der Stärke einer Fettauflage eines einen Edelfleischbestandteil und eine Fettauflage umfassenden Fleischprodukts (12), dadurch gekennzeichnet, dass die Stärke der Fettauflage berührungslos ermittelt wird.

14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Stärke der Fettauflage mittels optischer Vermessung ermittelt wird.

15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Stärke der Fettauflage während einer, insbesondere kontinuierlichen, Transportbewegung des Fleischprodukts (12) ermittelt wird.

16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ermittlung der Stärke der Fettauflage lediglich ein Teilabschnitt des Fleischprodukts (12) vermessen wird, insbesondere ein in einer Transportrichtung gesehen vorderer Teilabschnitt.

17. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Verlauf der Fettauflage über das gesamte Fleischprodukt (12) durch eine Vermessung des Fleischprodukts (12) an charakteristischen Messpunkten und anschließende Inter- oder Extrapolation ermittelt wird.

18. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die ermittelten Messwerte mit für das Fleischprodukt (12) erfahrungsgemäß zu erwartenden Messwerten verglichen werden und bei einer Abweichung der ermittelten von den zu erwartenden Messwerten eine Fehlermeldung angezeigt wird.

19. Verfahren zur Abtrennung einer Fettauflage eines Fleischprodukts (12) von einem Edelfleischbestandteil des Fleischprodukts (12), bei dem die Stärke der Fettauflage, insbesondere mittels eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 13 bis 18, ermittelt wird und die

Fettauflage in Abhängigkeit von der ermittelten Stärke der Fettauflage von dem Edelfleischbestandteil abgetrennt wird.

20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Position eines Schneidmessers zum Abtrennen der Fettauflage gemäß einem vorgegebenen Verfahrprofil in Abhängigkeit von einem Vorschub des Fleischprodukts (12) in einer Richtung quer zur Vorschubrichtung verstellt wird.

21. Verfahren nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ermittlung der Stärke der Fettauflage lediglich ein Teilabschnitt des Fleischprodukts (12) vermessen wird, insbesondere ein in einer Transportrichtung gesehen vorderer Teilabschnitt, und in Abhängigkeit von dem Messergebnis ein abgespeichertes Verfahrprofil ausgewählt wird, gemäß dem die Lage und insbesondere die Höhe des Schneidmessers relativ zu einer Produktauflage in Abhängigkeit von einem Produktvorschub eingestellt wird.

Description:

FETTAUFLAGENVERMESSUNGSEINRICHTUNG

Die Erfindung betrifft eine Vermessungseinrichtung zur Ermittlung der Stärke einer Fettauflage eines einen Edelfleischbestandteil und eine Fettauflage umfassenden Fleischprodukts.

Fleischprodukte bestehen im Wesentlichen aus drei Bestandteilen, näm- lieh Schwarte, Fett und Edelfleisch. In der Fleisch verarbeitenden Industrie werden zu verarbeitende Fleischstücke je nach Anforderung in diese drei Bestandteile zerlegt.

Um die Schwarte und das Fett, d.h. also die Fettauflage, in einem automa- tisierten Prozess von dem Edelfleischbestandteil eines Fleischprodukts trennen zu können, ist es erforderlich, die Stärke der Fettauflage, mit anderen Worten also deren Dicke oder Höhe, zu kennen. Bekannte Vermessungseinrichtungen sehen zur Ermittlung der Stärke einer Fettauflage eines Fleischprodukts einen Sensor vor, welcher in das Produkt eingesto- chen wird und während des Einstechens die Umgebungshelligkeit erfasst. Durch eine Auswertung der während des Einstechens auftretenden und durch den Sensor erfassten unterschiedlichen Helligkeitswerte kann auf die Konsistenz des von dem Sensor durchstoßenen Materials geschlossen oder zumindest eine änderung der Konsistenz detektiert werden, woraus sich letztlich die Stärke einer Fettauflage ermitteln lässt.

Nachteilig ist hierbei, dass das Fleischprodukt durch das Einstechen des Sensors beschädigt wird, insbesondere da der Sensor für eine zuverlässige Ermittlung der Stärke der Fettauflage an mehreren Stellen des Produkts

eingestochen werden muss oder mehrere verteilt angeordnete Sensoren gleichzeitig in das Produkt eingestochen werden müssen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vermessungseinrichtung zu schaffen, welche eine Ermittlung der Stärke einer Fettauflage eines Fleischprodukts ermöglicht, ohne das Fleischprodukt dabei zu beschädigen.

Die Aufgabe wird durch eine Vermessungseinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und insbesondere dadurch gelöst, dass die Ermittlung der Stärke der Fettauflage berührungslos erfolgt.

Vorteilhafterweise erfolgt die Ermittlung der Stärke der Fettauflage optisch. Die Vermessungseinrichtung kann zu diesem Zweck einen Lichtde- tektor zum Detektieren von an dem Fleischprodukt reflektiertem Licht aufweisen. Der Lichtdetektor kann eine Kamera, beispielsweise eine CCD- Kamera, umfassen, deren Blickwinkel vorzugsweise so groß gewählt ist, dass ein Bereich des Fleischprodukts erfasst wird, welcher eine Grenzfläche zwischen der Fettauflage und dem Edelfleischbestandteil umfasst.

Anhand der ermittelten Reflektivität der durch den Lichtdetektor erfassten Bereiche des Fleischprodukts lässt sich auf die Konsistenz des erfassten Produktmaterials schließen, so dass ein übergang von einem Bestandteil zu einem anderen Bestandteil des Fleischprodukts erkannt werden kann oder sogar unterschiedliche Bestandteile des Fleischprodukts und insbesondere die Fettauflage des Fleischprodukts identifiziert werden können, woraus letztlich die Stärke der Fettauflage ermittelbar ist.

Zur Verbesserung des Detektionsergebnisses kann eine einen Bereich des Fleischprodukts und insbesondere den durch den Lichtdetektor erfassten

Bereich ausleuchtende Lichtquelle vorgesehen sein. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Lichtquelle wenigstens eine Leuchtdiode, insbesondere eine im blauen Wellenlängenbereich emittierende Leuchtdiode. Da sich die Reflexionseigenschaften der Fett- und Edel- fleischbestandteile eines Fleischprodukts insbesondere im blauen Wellenlängenbereich deutlich voneinander unterscheiden, ermöglicht die Verwendung von blauem Licht eine besonders zuverlässige Ermittlung der Fettauflagenstärke.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist eine Transporteinrichtung vorgesehen, um das Fleischprodukt, insbesondere kontinuierlich, durch die Vermessungseinrichtung hindurch zu transportieren. Auf diese Weise kann die Vermessung des Fleischprodukts leicht in einen Prozess zur Verarbeitung des Fleischprodukts integriert werden. Bevorzugt umfasst die Transporteinrichtung ein Fördermittel, welches dazu vorgesehen ist, das Fleischprodukt einer Schneideinrichtung zur Abtrennung der Fettauflage von dem Edelfleischbestandteil zuzuführen.

Vorteilhafterweise sind der Lichtdetektor und die Lichtquelle in Transport- richtung gesehen seitlich neben der Transporteinrichtung angeordnet.

Weiterer Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Abtrennung einer Fettauflage eines Fleischprodukts von einem Edelfleischbestandteil des Fleischprodukts mit einer Vermessungseinrichtung zur automati- sehen Vermessung der Fettauflage, insbesondere einer Vermessungseinrichtung der voranstehend beschriebenen Art, und einer mit der Vermessungseinrichtung gekoppelten Schneideinrichtung zur automatischen Abtrennung der Fettauflage von dem Edelfleischbestandteil in Abhängigkeit von den durch die Vermessungseinrichtung ermittelten Messdaten.

Die Kopplung der Schneideinrichtung mit der Vermessungseinrichtung ermöglicht eine vollständig automatisierte Abtrennung der Fettauflage von dem Edelfleischbestandteil des Fleischprodukts. Insbesondere ist keine manuelle Vermessung der Fettauflage oder manuelle Anpassung der Schneideinrichtung an die gemessene Fettauflagenstärke erforderlich, da sowohl die Bestimmung der Fettauflagenstärke als auch die entsprechende Einstellung der Schneideinrichtung automatisch erfolgt. Letztlich ermöglicht dies eine Abtrennung einer Fettauflage von einem Edelfleischbestandteil eines Fleischprodukts mit einem signifikant geringeren wirt- schaftlichen Aufwand.

Erfolgt die Ermittlung der Fettauflagen stärke wie voranstehend beschrieben berührungslos, so lässt sich die Fettauflage von dem Edelfleischbestandteil trennen, ohne dass die Fettauflage und/ oder der Edelfleischbe- standteil dabei eingestochen oder eingeschnitten oder anderweitig beschädigt wird.

Vorteilhafterweise ist eine Transporteinrichtung vorgesehen, um das Fleischprodukt, insbesondere kontinuierlich, durch die Vermessungsein- richtung hindurch zu transportieren und der Schneideinrichtung zuzuführen.

Die Schneideinrichtung kann ein Schneidmesser, insbesondere einen Messerbalken, umfassen, dessen Lage und insbesondere Höhe relativ zu einer Produktauflage variierbar ist. Auf diese Weise lassen sich die

Schneideinrichtung und insbesondere die Schneidmesserposition an unterschiedlich starke Fettauflagen anpassen, bzw. es kann die Dicke eingestellt werden, mit welcher die Fettauflage von dem Edelfleischbestandteil abgetrennt wird.

Bevorzugt weist die Schneideinrichtung eine Steuereinheit zur Steuerung des Betriebs des Schneidmessers in Abhängigkeit von den durch die Vermessungseinrichtung ermittelten Messdaten auf.

Außerdem kann ein Verfahrprofil in der Steuereinrichtung abgespeichert sein, gemäß dem die Lage und insbesondere die Höhe des Schneidmessers relativ zu einer Produktauflage in Abhängigkeit von einem Produktvorschub einzustellen ist. Das Fahrprofil ermöglicht es, sozusagen die Anatomie des Fleischprodukts bei der Abtrennung der Fettauflage von dem Edelfleischbestandteil zu berücksichtigen und mit dem Schneidmesser dem natürlichen, also anatomiebedingten Verlauf der Fettauflage zu folgen.

Weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Ermittlung der Stärke einer Fettauflage eines einen Edelfleischbestandteil und eine Fettauflage umfassenden Fleischprodukts mit den Merkmalen des Anspruchs 13, durch welches sich die in Verbindung mit der erfindungsgemäßen Vermessungseinrichtung bereits erläuterten Vorteile entsprechend realisieren lassen.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird zur Ermittlung der Stärke der Fettauflage lediglich ein Teilabschnitt des Fleischprodukts vermessen, insbesondere ein in einer Transportrichtung gesehen vorderer Teilabschnitt. Die Vermessung eines Teilabschnitts ermöglicht eine ausreichend genaue Vorhersage über den Verlauf der Fettauflage über die gesamte Ausdehnung des Fleischprodukts insbesondere bei solchen Fleischprodukten, bei denen der Fettauflagenverlauf von Produkt zu Produkt in bekannter Weise oder nur geringfügig variiert, da sich der vermessene Teilabschnitt einer von mehreren bekannten "Anatomien" des Fleischprodukts eindeutig zuordnen lässt. In Abhängigkeit von dem Mess-

ergebnis bzw. der zugeordneten "Anatomie" kann somit ein Schneidprogramm ausgewählt werden, durch welches sich die Fettauflage in der gewünschten Weise abtrennen lässt.

Alternativ oder zusätzlich kann der Verlauf der Fettauflage durch eine

Vermessung des Fleischprodukts an charakteristischen Messpunkten und anschließende Inter- oder Extrapolation über das gesamte Fleischprodukt ermittelt werden. Dies ermöglicht zum einen eine überprüfung, ob die "Anatomie" des Fleischprodukts aus der Vermessung eines Teilabschnitts korrekt bestimmt wurde sowie gegebenenfalls eine Modifikation des

Schneidprogramms. Zum anderen lässt sich der Fettauflagenverlauf über die gesamte Ausdehnung des Fleischprodukts auch bei solchen Fleischprodukten ermitteln, bei denen der Verlauf der Fettauflage erfahrungsgemäß von Produkt zu Produkt so stark variiert, dass die Vermessung in einem Teilabschnitt zur genauen Ermittlung des Fettauflagenverlaufs nicht ausreicht.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform werden die ermittelten Messwerte mit für das Fleischprodukt erfahrungsgemäß zu erwartenden Messwerten verglichen, und bei einer Abweichung der ermittelten von den zu erwartenden Messwerten wird eine Fehlermeldung angezeigt. Auf diese Weise können ungewöhnliche Produktabweichungen und/ oder Fehlschnitte detektiert und gemeldet werden, wodurch sich insbesondere bei einer vollautomatischen Verarbeitung des Fleischprodukts eine Fehlverarbei- tung des Produkts vermeiden lässt.

Wird zur Ermittlung der Fettauflagenstärke ein Kamerasystem verwendet, so lässt sich durch eine entsprechende Auswertung der aufgenommenen Kamerabilder und insbesondere durch einen Vergleich der aufgenomme- nen Kamerabilder mit statistischen Referenzbildern nicht nur feststellen,

ob sich das Fleischprodukt in einer für eine weitere Verarbeitung korrekten Lage befindet, sondern auch, ob eine Verschmutzung des Kameraobjektivs vorliegt. Sollte ersteres oder letzteres der Fall sein, so kann eine entsprechende Fehlermeldung ausgegeben und eine Verarbeitung des Fleischprodukts gegebenenfalls gestoppt werden, um Fehlverarbeitungen des Fleischprodukts zu vermeiden.

Weiterer Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Verfahren zur Abtrennung einer Fettauflage eines Fleischprodukts von einem Edelfleisch.be- standteil des Fleischprodukts mit den Merkmalen des Anspruchs 19, durch welches sich die in Verbindung mit der Trennvorrichtung erläuterten Vorteile entsprechend erreichen lassen.

Nachfolgend wird die Erfindung rein beispielhaft anhand einer vorteilhaf- ten Ausführungsform unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Abtrennung einer Fettauflage eines Fleischprodukts von einem Edelfleischbestandteil des Fleischprodukts mit einer

Vermessungseinrichtung und einer Schneideinrichtung; und

Fig. 2 eine perspektivische Ansicht der Vermessungseinrich- tung von Fig. 1.

Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung umfasst eine Schneideinrichtung 10 zur Abtrennung einer Fettauflage von einem Edelfleischbestandteil eines Fleischprodukts 12. Eine derartige Schneideinrichtung 10 wird auch als Entschwartungs- oder Entfettungsmaschine bezeichnet.

Das Fleischprodukt 12 wird der Schneideinrichtung 10 mittels einer Transporteinrichtung zugeführt, die zu diesem Zweck ein erstes Förderband 14 aufweist. Eine Oberseite 16 des ersten Förderbands 14 definiert eine Auflageebene für das Fleischprodukt 12.

Die Schneideinrichtung 10 umfasst in an sich bekannter Weise einen in der Figur nicht dargestellten Messerbalken zum Abtrennen der Fettauflage. Die Lage des Messerbalkens relativ zu dem ersten Förderband 14 und insbesondere die Höhe des Messerbalkens über der Oberseite 16 des ersten Förderbands 14 ist je nach Dicke der abzutrennenden Fettauflagenschicht bzw. Dicke der Fettauflagenschicht, die an dem Edelfleischbe- standteil verbleiben soll, einstellbar.

Um eine vollautomatische Entfettung bzw. Entschwartung des Fleischprodukts 12 zu. ermöglichen, ist der Schneideinrichtung 10 in Transportbzw. Zuführrichtung des Fleischprodukts 12 gesehen eine Vermessungseinrichtung 18 zur Vermessung des Fleischprodukts 12 vorgelagert.

Die Vermessung des Fleischprodukts 12 erfolgt in einem kontinuierlichen Durchlaufprozess, während sich das Fleischprodukt 12 durch die Vermessungseinrichtung 18 hindurch bewegt. Für den Transport des Fleischprodukts 12 durch die Vermessungseinrichtung 18 ist ein sich an das erste Förderband 14 anschließendes zweites Förderband 20 vorgese- hen, welches ebenfalls Teil der bereits genannten Transporteinrichtung ist.

Bei der Vermessung des Fleischprodukts 12 handelt es sich um eine berührungslose, optische Vermessung. Zu diesem Zweck sind hinter einem seitlich neben dem zweiten Förderband 20 angeordneten Sichtfenster 22

eine LED-Beleuchtung und eine Kamera, beispielsweise eine CCD- Kamera, vorgesehen.

Die LED-Beleuchtung umfasst wenigstens eine im blauen Wellenlängen- bereich emittierende Leuchtdiode und ist so ausgebildet, dass sie einen zumindest die Fettauflage des Fleischprodukts 12 umfassenden Teilbereich des Fleischprodukts 12 ausleuchtet. Die Verwendung von blauem Licht ist besonders vorteilhaft, weil der Kontrast zwischen Edelfleisch und Fettauflage unter blauem Licht besonders deutlich ausfällt, so dass der Verlauf der Grenze zwischen Edelfleisch und Fettauflage besonders gut zu erkennen ist.

Mittels der Kamera werden Bilder des durch die LED-Beleuchtung ausgeleuchteten Bereichs des Fleischprodukts 12 aufgenommen. Die aufge- nommenen Bilder werden in einer Auswerteeinheit ausgewertet, um die Stärke der Fettauflage, mit anderen Worten also die Dicke von Fett und Schwarte, zu ermitteln.

Zusätzlich kann durch einen Vergleich der aufgenommenen Bilder mit in der Auswerteeinheit hinterlegten statistischen Referenzbildern festgestellt werden, ob das Fleischprodukt 12 sich in einer für die Verarbeitung in der Schneideinrichtung 10 richtigen Lage befindet, d.h. also korrekt ausgerichtet ist, und/oder ob eine Verschmutzung eines Kameraobjektivs und/ oder des Sichtfensters 22 vorliegt.

Bei einer detektierten Fehlausrichtung des Fleischprodukts 12 oder Verschmutzung des Sichtfensters 22 kann eine optische und/ oder akustische Fehlermeldung über ein mit der Auswerteeinheit verbundenes Ausgabemittel 24 angezeigt werden, damit ein Bediener der Vorrichtung entspre- chende Maßnahmen zur Behebung des Fehlers bzw. der Fehler ergreifen

kann. Alternativ oder zusätzlich kann die Auswerteeinheit in einem solchen Fall auch das zweite Förderband 20 und/ oder das erste Förderband 14 anhalten, um eine fehlerhafte Weiterverarbeitung des Fleischprodukts 12 zu verhindern.

Grundsätzlich ist es möglich, das Fleischprodukt 12 über seine in Transportrichtung gesehen gesamte Länge zu vermessen. Angesichts der dabei anfallenden Datenmengen ist es jedoch günstiger, lediglich einen Teilabschnitt des Fleischprodukts 12, beispielsweise einen in Transportrichtung gesehenen vorderen Teilabschnitt, zu vermessen.

Konkret kann die Vermessung des Fleischprodukts 12 beispielsweise so erfolgen, dass mehrere, z.B. 10 bis 20, Lichtblitze in kurzen zeitlichen Abständen von z.B. einigen 10 ms durch die LED-Beleuchtung kurz nach- einander ausgesandt werden, während sich das Fleischprodukt 12 an dem Sichtfenster 22 vorbei bewegt. Aus den den jeweiligen Lichtblitzen zugeordneten Kamerabildern wird jeweils ein Wert für die Stärke der Fettauflage ermittelt, und aus diesen ermittelten Werten wird ein Mittelwert errechnet, welcher als tatsächlicher Wert der Fettauflagenstärke in dem erfassten Bereich angesehen wird.

Grundsätzlich ist es ausreichend, diesen Messvorgang nur einmal pro Fleischprodukt 12 durchzuführen. Wird der Messvorgang über eine Länge des Fleischprodukts 12 von mehreren Zentimetern, z.B. 10 bis 15 cm, jedoch mehrmals durchgeführt, so lässt sich die tatsächliche Stärke der Fettauflage mit einer höheren Genauigkeit ermitteln bzw. bereits ein Hinweis auf den Verlauf der Fettauflage gewinnen.

Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass sich der Verlauf der Fettauflage bei gleichartigen Fleischprodukten 12 bedingt durch die Ana-

tomie des Fleischprodukts nicht signifikant ändert, so dass es bei Kenntnis der Anatomie des Fleischprodukts 12 ausreicht, einen Teilabschnitt des Fleischprodukts 12, z.B. einen vorderen Abschnitt, zu vermessen, um daraus den Verlauf der Fettauflage und insbesondere deren Stärke über das gesamte Fleischprodukt 12 hinweg vorherzusagen. Die Vermessung des Teilbereichs ermöglicht somit eine eindeutige Bestimmung des Verlaufs der Fettauflage.

Die durch die Vermessungseinrichtung 18 in dem Teilabschnitt ermittelte Stärke der Fettauflage wird von der Auswerteeinheit der Vermessungseinrichtung 18 an eine Steuereinheit der Schneideinrichtung 10 übermittelt, welche aus dem Messergebnis die Anatomie des Fleischprodukts 12 ermittelt.

In der Steuereinheit der Schneideinrichtung 10 sind produkt- bzw. anatomieabhängige Verfahrprofile hinterlegt, welche unter Berücksichtigung der ermittelten Anatomie des jeweils zu verarbeitenden Fleischprodukts 12 eine Veränderung der Einstellung des Messerbalkens in Abhängigkeit von dem Vorschub des zu verarbeitenden Fleischprodukts 12 bewirken.

Anhand des Messergebnisses bzw. der ermittelten Anatomie des Fleischprodukts 12 wählt die Steuereinrichtung ein geeignetes Verfahrprofil aus, durch welches die Höhe des Messerbalkens in Abhängigkeit von der Stärke und dem Verlauf der Fettauflage und in Abhängigkeit von dem Pro- duktvorschub so eingestellt wird, dass eine Fettauflagenschicht einer gewünschten Dicke von dem Fleischprodukt 12 abgetrennt wird bzw. dass eine Fettauflagenschicht einer gewünschten Dicke an dem Edelfleischbe- standteil des Fleischprodukts 12 verbleibt.

Werden Fleischprodukte 12 verarbeitet, die sich z.B. stärker voneinander unterscheiden, so ist es auch möglich, den Verlauf der Fettauflage durch eine Vermessung des Fleischprodukts 12 an mehreren, insbesondere über die Länge des Fleischprodukts 12 verteilt angeordneten, charakteristi- sehen Messpunkten sowie durch eine anschließende Inter- oder Extrapolation des Messergebnisses über das gesamte Fleischprodukt 12 hinweg zu ermitteln.

Der so ermittelte Verlauf der Fettauflage wird wiederum von der Auswerte- einheit der Vermessungseinrichtung 18 an die Steuereinheit der Schneideinrichtung 10 übermittelt, damit diese die Höhe des Messerbalkens in Abhängigkeit von dem ermittelten Verlauf der Fettauflage und in Abhängigkeit von dem Produktvorschub so einstellen kann, dass eine Fettauflagenschicht einer gewünschten Dicke von dem Fleischprodukt 12 abge- trennt wird bzw. dass eine Fettauflagenschicht einer gewünschten Dicke an dem Edelfleischbestandteil des Fleischprodukts 12 verbleibt.

Gegebenenfalls kann die Vermessung des Fleischprodukts 12 an mehreren, insbesondere über die Länge des Fleischprodukts 12 verteilt ange- ordneten, charakteristischen Messpunkten und die anschließende Inter- oder Extrapolation des Messergebnisses über das gesamte Fleischprodukt 12 hinweg dazu verwendet werden, nicht nur anstelle eines abgespeicherten Verfahrprofils, sondern zusätzlich zu einem abgespeicherten Verfahrprofil, gewissermaßen in Form einer Feineinstellung, die Einstellung des Messerbalkens zu steuern.

Im Ergebnis ermöglicht die erfindungsgemäße Vorrichtung eine vollautomatische Abtrennung einer Fettauflage von einem Edelfleischbestandteil eines Fleischprodukts 12, wobei durch die erwähnte Fehlererkennung eine Fehlverarbeitung des Fleischprodukts 12 vermieden und somit die Pro-

zesssicherheit erhöht wird und außerdem durch die berührungslose Vermessung des Fleischprodukts 12 ein Einstechen oder Einschneiden der Fettauflage und/ oder des Edelfleischbestandteils vermieden wird.

Bezugszeichenliste

10 Schneideinrichtung

12 Fleischprodukt

14 erstes Förderband

16 Oberseite

18 Vermessungseinrichtung

20 zweites Förderband

22 Sichtfenster

10 24 Ausgabemittel