CUYLITS, Diederik (Priggenhagener Str. 99, Bersenbrück, DE)
| Patentansprüche 1 . Faserprodukt, z B , Glasfaserprodukt, insbesondere textiles F lachengebilde, mit aktivierbaren Fixierungsmitteln, welches derart ist, dass das i n einer Form gehaltene Faserprodukt nac h Aktivierung der Fixierungsmittel und nach Wegname der Form seine Form beibehalten kann dadurch gekennzeichnet, dass es vor der Aktivierung der Fixierungsmittel und nach thermischer Zersetzung derselben elastisch komprimierbar ist, das Faserprodukt Faden, insbesondere Glasfaserfaden a ufweist, die das Fixierungsmittel tragen; das Fixierungsmittel als Fixierungsfaden ausgebildet ist, die am, im, um und/oder neben den Faden gefuhrt sind; jeder Faden aus einer Vielzahl von Fasern, insbesondere verzwirbelten, besteht und/oder jeder Fixierungsfaden aus einer Vielzahl von Fixierungsfasern, insbesondere verzwirbelten, besteht; eine Vielzahl von Fasern und zumindest eine Fixierungsfaser miteinander verzwirbelt sind und gemeinsam den Faden bilden die Fixierungsfaden aus einem Thermoplast bestehen oder einen solchen aufweisen, das Faserprodukt ein Faden, Gewebe, Gestrick, Rundgestrick, Flachstrick, Gewirk, Gelege, Parallelgeflecht. Watte, Vlies oder Geflecht aus Glasfasern oder Glasfaserfaden ist, der Anteil des Fixierungsmittels am Faserprodukt 1 - 30 Gew. -%, vorzugsweise 3- 1 5 Gew, -% und i nsbesondere vorzugsweise 4- 1 0 Gew, -% betragt. 2. Faserprodukt, z B , Glasfaserprodukt, insbesondere textiles Flachengebilde, mit aktivierbaren Fixierungsmitteln, welches derart ist, dass das in einer Form gehaltene Faserprodukt nac h Aktivierung der Fixierungsmittel und nach Wegname der Form seine Form beibehalten kann , 3 , Fαserprodukt nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass es vor der Aktivierung der F ixierungsmittel und nac h thermischer Zersetzung derselben elastisch komprimierbar ist 4 Faserprodukt nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Faserprodukt Faden, insbesondere Glasfaserfaden aufweist, die das Fixierungsmittel tragen , 5 Faserprodukt nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fixierungsmittel als F ixierungsfaden ausgebildet ist, die am, im, um und/oder neben den Faden gefuhrt sind 6 Faserprodukt nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Faden aus einer Vielzahl von Fasern, insbesondere verzwirbelten, besteht und/oder jeder Fixierungsfaden aus einer Vielzahl von Fixierungsfasern, insbesondere verzwirbelten, besteht. 7 , Faserprodukt nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vielzahl von Fasern und zumindest eine Fixierungsfaser miteinander verzwirbelt sind und gemeinsam den Faden bilden . 8 , Faserprodukt nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixierungsfaden aus einem Thermoplast bestehen oder einen solchen a ufweisen . 9 Faserprodukt nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Faserprodukt ein Faden, Gewebe, Gestrick, Rundgestrick, F lachstrick, Gewi rk, Gelege, Parallelgeflecht. Watte, Vlies oder Geflecht aus Glasfasern oder Glasfaserfaden ist 1 0 Fαserprodukt nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als F ixierungsmittel ein Kleber vorgesehen ist. 1 1 . Faserprodukt nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil des Fixierungsmitteis am Faserprodukt 1 - 30 Gew -%, vorzugsweise 3- 1 5 Gew -% und insbesondere vorzugsweise 4- 1 0 Gew. -% betragt 1 2. Faserformteii, z , B , Glasfaserformteil, insbesondere Wärmeisolierung mit einem Faserprodukt nach einem der vorherigen Ansprüche, welches durch die aktivierten Fixierungsmittel in Form gehalten ist, dadurch gekennzeichnet, dass es durch die aktivierten F ixierungsmittel in einer Form gehalten wird, die kleiner ist als die Form, die das Formteil in Abwesenheit der Fixierungsmittel oder nach thermischem Abba u derselben, einnehmen wurde; das Formteil eine Innenoffnung zum Durchfuhren und Halten eines hitzefuhrenden Bauteils sowie eine Außenkontur zum Halten der Wärmeisolierung in einem zweiten Bauteil, welches vor der Hitze des hitzefuhrenden Bauteils zu schützen ist, aufweist; das Formteil ein Rundgestrick als Faserprodukt aufweist, welcher von einem oder beiden Enden nach innen oder außen aufgerollt ist; das Formteil aus mehreren Faserprodukten zusa mmengesetzt ist; das Formteil in der Form eines Flansches ausgebildet ist, der Flansch ein Rundgestrick, welches von einem oder beiden Enden nach innen oder außen aufgerollt ist, aufweist und der Flanschansatz zumindest teilweise aus einem weiteren Faserprodukt, insbesondere aus ei nem um den Flansch gewickelten Flachgestrick, besteht; der äußere Teil des F lanschansatzes mit einem druckdic hten Material, z. B . einem temperaturbeständigen Elastomer, wie Silikonkautschuk, derart versehen ist, dass in einem verba uten Zustand der Flanschansatz druckdicht ist, das Formteil zur thermischen und/oder akustischen Entkopplung und/oder Fixierung zwischen Bauteilen, z B warmeisoherende Wanddurchfuhrung , vorzugsweise bei fluidfuhrenden Systemen, wie beispielsweise Komponenten von Abgasanlagen, wie z , B Katalysatoren u nd Schalldämpfern, insbesondere mit Außengehause aus Kunststoff verwendet wird , 1 3. Faserformteil, z, B , Glasfaserformteil, insbesondere Wärmeisolierung mit einem Faserprodukt nach einem der vorherigen Ansprüche, welches durch die aktivierten Fixierungsmittel in Form gehalten ist 1 4. Formten nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es durch die aktivierten Fixierungsmittel in einer Form gehalten wird, die kleiner ist als die Form, die das Formten in Abwesenheit der Fixierungsmittel oder nach thermischem Abbau derselben, einnehmen wurde . 1 5. Formteil nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Formteil eine Innenoffnung zum Durchfuhren und Halten eines hitzefuhrenden Bauteils sowie eine Außenkontur zum Halten der Wärmeisolierung i n einem zweiten Bauteil, welches vor der Hitze des hitzefuhrenden Bauteils zu schützen ist, aufweist, 1 6. Formteil nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Formteil ein Rundgestrick als Faserprodukt aufweist, welcher von einem oder beiden Enden nach innen oder außen aufgerollt ist . 1 7. Formteil nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Formteil aus mehreren Faserprodukten zusammengesetzt ist. 1 8 , Formteil nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Formteil in der Form eines Flansches ausgebildet ist. 1 9 Formteil nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Flansch ein Rundgestrick, welches von einem oder beiden Enden nach innen oder außen aufgerollt ist, aufweist und der Flanschansatz zumindest teilweise aus einem weiteren Faserprodukt, insbesondere aus einem um den Flansch gewickelten Flachgestrick, besteht. 20 Formteil nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der äußere Teil des Flanschansatzes mit einem druckdic hten Material, z. B . einem temperaturbeständigen Elastomer, wie Silikonkautschuk, derart versehen ist, dass in einem verbauten Zustand der Flanschansatz druckdicht ist. 21 . Formteil nach einem der vorherigen Ansprüche zur thermischen und/oder akustischen Entkopplung und/oder Fixierung zwischen Bauteilen, z, B . warmeisolierende Wanddurchfuhrung , vorzugsweise bei fluidfuhrenden Systemen, wie beispielsweise Komponenten von Abgasanlagen, wie z, B . Katalysatoren und Schalldampfern, insbesondere mit Außengehause aus Kunststoff , 22. Wanddurchfuhrung in einer Wand zum Durchfuhren und Halten eines hitzefuhrenden Bauteils in einem zweiten Bauteil, welches vor der Hitze des hitzefuhrenden Bauteils zu schützen ist, mit einem Formteil nach einem der vorherigen Ansprüche, 23 , Schalldampfer für Verbrennungsmotoren mit einem abschnittsweise gelochten I nnenrohr aus Metall, einem Außengehause aus Kunststoff, dammenden Materialien zwischen Innenrohr und Außengeha use sowie einer das Innenrohr haltenden und gegenüber dem Außengehαuse isolierenden Formteil oder Wαnddurchfuhrung nach einem der vorherigen Ansprüche , 24. Verfa hren zum Herstellen eines Formteils, insbesondere nach einem der vorherigen Ansprüche, mit folgenden Schritten : a . Bereitstellen eines oder mehrerer Faserprodukte nach einem der vorherigen Ansprüche 1 - 1 0; b , Einbri ngen der Faserprodukte in eine Negativform, die der Form des herzustellenden Faserproduktes entspricht; c Aktivierung der Fixierungsmittel . d Entfernung der Form, nachdem die Aktivierungsmittel den Zustand erreicht haben, der es ermöglicht, dass die Faserprodukte nach Wegnahme der Form ihre Form behalten . 25 , Verfahren nach dem vorherigen Anspruch, wobei im Schritt b) das Faserprodukt elastisch komprimiert wird . 26 Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei als F ixierungsmittel Thermoplaste eingesetzt werden und die Aktivierung durc h Hitzeeinbringung und Schmelzen der Thermoplaste erfolgt. 27. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Form bei der Aktivierung unter Druck gesetzt wird . 28. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei zwischen Schritt b) und d) zusatzlich zu Schritt c) eine am fertigen Formteil als Druckdichtung dienende Beschichtung eingebracht wird, z B , durch Einspritzen in die Form . 29. Verfahren nach dem vorherigen Anspruch, wobei die Beschichtung bei der Aktivierung des Fixierungsmittels aushärtet, beispielsweise durch ei nen Vul kanisierungsprozess |
Die Erfindung betrifft ein Fαserprodukt und Fαserformteil sowie Verfahren zur Herstellung desselben . I nsbesondere kann ein solches Teil als Formteil zur thermischen und/oder akustischen Entkopplung und/oder F ixierung zwischen Bauteilen eingesetzt werden und insbesondere als warmeisolierende Wanddurchfuhrung, vorzugsweise bei fluidfuhrenden Systemen, wie beispielsweise Komponenten von Abgasanlagen, wie z. B . Katalysatoren und Schalldampfern mit Außengeha use aus Kunststoff verwendet werden .
Aus dem Stand der Technik sind neuartige Schalldampfer für Verbrennungsmotoren bekannt, bei denen das Außengeha use aus Kunststoff besteht, Dadurch kann der Dampfer kleiner und in beliebiger Form zum platzspa renden Einbau gestaltet werden . Kritisch ist dabei die notwendige Warmeisolation der Wanddurchfuhrung im Kunststoffaußengeha use, durch die das abgasfuhrende heiße Metallrohr gefuhrt wird . Wegen der bekannten Eigenschaften werden dabei auch Glasfaserprodukte als Isolator eingesetzt . Diese werden häufig beim
Einsetzen von Hand i n Form gebracht, ggf unter Verwendung mehrerer Glasfaserprodukte Zur Erleichterung der Montage können diese Glasfaserprodukte a uch zuvor beispielsweise durch Vernahen oder ähnliche Hilfsmittel g rob in Form gehalten werden . In einem weiteren Arbeitsschritt sind Dichtungsmittel in den Bereich des Übergangs zwischen heißem Metallrohr und Außengehause ei nzubringen, die dafür sorgen, dass die Abgase nicht zwischen Außengehause und I nnenrohr entweichen können . Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Faserprodukt und Faserformteil sowie Verfahren zur Herstellung desselben zu schaffen ,
Diese Aufgabe wird gelost durch ein Faserprodukt, Faserformteil sowie Verfahren zur Herstellung desselben mit den Merkmalen der nebengeordneten Ansprüche sowie der Wanddurchfuhrung bzw, dem Schalldampfer mit den Merkmalen der Ansprüche 1 8 bzw, 1 9 ,
Zur besseren Verständlichkeit wird im folgenden die Erfindung erläutert anhand des Beispiels „Glasfasern" als eingesetzte Fasern Der Begriff Glasfaser soll die Erfindung nicht auf Produkte mit dem Werkstoff Glas beschranken Vielmehr bezieht sich die Erfindung auf alle für den jeweiligen Einsatzzweck geeignete Fasern, nämlich insbesondere: alle organischen vorzugsweise hochtemperaturbestandig über 1 00 0 C, vorzugsweise 1 20 0 C, insbesondere vorzugsweise 220° oder nichtorganische Fasern vorzugsweise hochtemperaturbestandig über 300 0 C, vorzugsweise 35O 0 C, z, B , Mineralfasern, kunstliche Mineralfasern, thermoplastische Fasern, Glasfasern, PEEK, , Ferner ist es für die Erfindung unwesentlich, ob die Faden aus endlosen Filamenten oder kurzen Fasern bestehen Fasern begrenzter Lange sind Stapelfasern, im Prinzip unendlich lange Fasern sind Filamente bzw. Endlos-Fasern, Ein Faserprodukt bzw, -Formten kann erfindungsgemaß aus kurzen Fasern oder langen Filamenten gebildet werden, Unter textile Flachengebilde im Sinn der Erfindung fallen auch Vliesstoffe, wie z, B, ein Nadelvlies oder Watte, Eine Watte ist grundsatzlich ein loses Gefuge von Fasern oder Faden, die nur aufgrund der Haftung untereinander ein Flachengebilde oder -gefuge ergeben ,
Erfindungsgemaß wurde zunächst erkannt, dass die zur thermischen Isolierung geeigneten Faserprodukte - im Folgenden beispielhaft als Glasfaserprodukte bezeichnet - durch aktivierbare Fixierungsmittel vorübergehend eine eigenstabile Form erhalten können Dieses ermöglicht ein einfacheres bzw vollautomatisches Einsetzen der aus den erfiπduπgsgemαßen Glαsfαserprodukteπ hergestellten Fαserformteile - im Folgenden beispielhaft als Glasfaserformteile bezeichnet
Besonders einfach wird die Verarbeitung der Glasfaserprodukte zu einem Formteil, wenn diese Produkte selber die Fixierungsmittel tragen, Es muss daher nicht in einem separaten Fertigungsschritt ein Fixierungsmittel wahrend des In-die-Form-Bringens zugeführt werden Die Glasfaserprodukte, also die im wesentlichen flexiblen textilen Flachengebilde sind daher selber Trager des Fixierungsmittels, Dabei kann es sich um Kleber, z, B reaktive Kleber, Heißkleber, anorganische Kleber, Wasserglas oder geeignete Substanzen, die durch Aufsprayen oder Eintauchen, aufgebracht worden sind, handeln , Entscheidend ist, dass das Fixierungsmittel dann aktiviert werden kann, wenn die Glasfaserprodukte in die entsprechende Form gebracht wurden und dass diese nach der Aktivierung derart ausharten, dass das Glasfaserprodukt die ihm verliehene Form - zumindest bis zum Einbau bzw, erstmaligen Gebrauch - beibehalten kann,
Ein weiteres geeignetes Fixierungsmittel sind Thermoplaste, z, B, PE, die durch Warme im Sinne der Erfindung aktiviert werden können Nach dem Unterschreiten der Schmelztemperatur verfestigt sich das Thermoplast,
Die Glasfaserprodukte können beispielsweise aus Glasfaserfaden hergestellt sein, die das o, g , Fixierungsmittel selber tragen , Dies geht dann besonders leicht mit den üblichen in der Textilindustrie eingesetzten Maschinen, wenn jedem Glasfaserfaden ein Fixierungsfaden zugeordnet ist, beispielsweise durch Verzwirbeln, Verdrehen, Mitfuhren, etc , Der Fixierungsfaden besteht vorzugsweise aus einem Thermoplast, In einer weiteren Ausgestaltung können auch die Glasfaserfaden bzw, Fixierungsfaden eine Vielzahl von Fasern aufweisen, die beispielsweise verzwirbelt werden, Ein einzelner Faden kann sich aus zahlreichen Glasfasern und Fixierungsfasern zusammensetzen, wodurch für den jeweiligen Einsatzzweck geeignete beliebige Masseverhaltnisse hergestellt werden können , Zur Herstellung der erfiπdungsgemαßen Glαserfαserformteile eignen sich im besonderen Maße Gewebe, Gestricke, Rundgestricke, Gewirke, Gelege oder Geflechte aus Glasfasern, Diese lassen sich einfach handhaben und in Form bringen
Die anspruchsgemaß genannten Anteile des Fixierungsmittels an dem Glasfaserprodukt erwiesen sich in Versuchen als optimal in Bezug auf Handhabung, Festigkeit und Kosten
Das erfindungsgemaße Glasfaserformteil zeichnet sich dadurch aus, dass es durch die aktivierten Fixierungsmittel zumindest vorübergehend in Form gehalten ist. Dies ermöglicht ein einfaches bzw vollautomatisches Bereitstellen, Handhaben und Einsetzen des entsprechenden Formteils in andere Produkte. Insbesondere das Durchfuhren von weiteren Bauteilen durch die Öffnung in dem Glasfaserformteil wird erleichtert, da wegen der glatteren Innenwand ein Verkanten bzw Herausziehen von Faden vermieden wird . Erfindungsgemaß kommt es lediglich darauf an, dass das Glasfaserformteil wahrend der Montage ausreichend fest ist, Im eingebauten Zustand wird das Glasfaserformteil durch die Umgebung in Form gehalten, so dass die Fixierungsmittel ihre Funktion verlieren dürfen, z B durch thermischen Abbau derselben, ohne dass die thermische Isolierfunktion des Bauteils Schaden nimmt, Das Glasfaserformteil ist also so auszulegen, dass es durch die aktivierten Fixierungsmittel in einer Form gehalten wird, die kleiner ist als die Form, die das Glasfaserformteil in Abwesenheit der Fixierungsmittel, vor deren Aktivierung und nach thermischen Abbau derselben, einnehmen wurde Das Glasfaserformteil ist also derart auszulegen und die Materialien derart auszuwählen, dass es ohne die Fixierungsmittel elastisch wäre und eine größere Form einnehmen wurde, als die gewünschte Form des Glasfaserformteils mit aktivierten Fixierungsmittel , Dadurch bleibt auch nach thermischen
Abbau des Fixierungsmittels das Formteil, welches sinngemäß auch aus Nicht-Glasfasern bestehen kann, so groß, dass es im eingebauten Zustand im Wesentlichen seine Position und Form einhalten kann , Meist hat das Formten dann noch eine Restelastizitat, da aber in der Praxis wesentlich geringer ist, als die ursprunglich Elastizität des Formteils vor der Aktivierung Fαserngebilde, die ols Gestrick, Gewirk oder dergleichen ausgebildet sind, haben diese Elastizität und sind zum Aktivieren der Fixierungsmittel entsprechend stauchbar, damit sie in Form gebracht werden können Bei der Herstellung des Formteils muss dieses also elastisch komprimierbar sein, damit es in die Form vor dem Aktivieren der Fixierungsmittel eingelegt werden kann.
Das Formteil eignet sich somit zum Einsetzen als Formteil zur thermischen und/oder akustischen Entkopplung und/oder Fixierung zwischen Bauteilen , Es dient als warmeisolierender Isolator, insbesondere in Gestalt einer Wanddurchfuhrung, und vorzugsweise bei fluidfuhrenden Systemen, wie beispielsweise Komponenten von Abgasanlagen, wie z B, Katalysatoren und Schalldampfern mit Außengehause aus Kunststoff , Die schädlichen Einflüsse, wie z, B Temperatur und Schwingungen, werden vom Kunststoff ferngehalten Das Formteil eignet sich besonders für Komponenten der Abgasanlage von Verbrennungsmotoren, aber auch im Industriellen Bereich, z B , in Kraftwerken,
Vorzugsweise ist das Glasfaserformteil als sogenannte Wanddurchfuhrung ausgebildet. Diese dient dazu, ein heißes Bauteil durch die Öffnung in einem vor Hitze zu schutzenden Bauteil zu isolieren und ggf zu halten, Zweckmaßigerweise hat ein derartiges Bauteil eine Innenoffnung zum Durchfuhren des heißen Bauteils sowie eine Außenkontur, die an der Öffnung in dem zu schutzenden zweiten Bauteil anliegt, Das Glasfaserbauteil kann dabei auch eine Stutzfunktion haben, dies ist jedoch nicht zwingend
Erfindungsgemaß wurde erkannt, dass sich eine - meist rotationssymmetrische - Wanddurchfuhrung besonders einfach herstellen lasst, wenn man ein Rundgestrick bzw, einen Schlauch verwendet, Dieser kann beispielsweise von beiden Seite nach Innen eingerollt werden, so dass sich von der Form her ungefähr ein „doppelter Dichtungsring" ergibt, Wenn dabei auf einer Seite mehr Eindrehungen vorgenommen werden, ergibt sich bereits ein flanschartiges Aussehen, also ein im Wesentlichen rotationssymmetrisches Bauteil mit einer Durchfuhrung, einem dünneren Flanschende und dem verdickten Flanschansatz / Flanschtuß Der äußere Durchmesser des Flanschansatzes kann weiter vergrößert werden, wenn das Glasfaserformteil aus mehreren Glasfaserprodukten zusammengesetzt ist, nämlich den oben beschriebenen nach innen oder außen eingerollten Rundgestricken sowie beispielsweise einem spiralförmig darum gewickelten Flachstrick. Bei der Herstellung kann dazu beispielsweise das vorbereitete Rundgestrick in eine entsprechende flanschartige Negativform eingesetzt werden und im Inneren der Form wird dann der vom Rundgestrick nicht ausgefüllte Teil des Flanschansatzes mit dem Flachstrick ausgefüllt. Nach der Aktivierung des Fixierungsmittels ergibt sich ein Flansch mit breiterem Flanschansatz.
Vorzugsweise ist zumindest ein Teil des Flanschansatzes mit einem druckdichten Material versehen, z. B. einem Elastomer. Dieses sorgt dafür, dass das eingebaute Formteil im verbauten Zustand druckdicht sein kann,
Das erfindungsgemaße Verfahren - insbesondere zur Herstellung der o, g . Formteile - ermöglicht insbesondere eine kostengünstige, formgenaue Herstellung, sowie ggf . sogar das Anbringen der häufig notwendigen Dichtung in einem einzigen Verfahrensschritt wahrend der Aktivierung ,
Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Beschreibung und der beigefugten Zeichnung. Ebenso können die vorstehend genannten und noch weiter ausgeführten Merkmale erfindungsgemaß jeweils einzeln oder in beliebigen Kombinationen miteinander verwendet werden . Die erwähnten Ausfuhrungsbeispiele sind nicht abschließend zu verstehen und haben beispielhaften Charakter
Figur 1 zeigt ein erfindungsgemaß hergestelltes Glasfaserformteil 1 im verbauten Zustand in einem Kunststoffschalldampfer 2 für Verbrennungsmotoren , Von dem Schalldampfer ist lediglich der Bereich der Wanddurchfuhrung 21 pπnzipskizzenartig dargestellt. Das heiße Innenrohr 3 wird durch die Öffnung 21 des Kunststoffgehauses 2 des Schalldampfers gefuhrt, wobei in der Öffnung 21 das erfindungsgemaße Glαsfαserbαuteil 1 angeordnet ist, Dieses trennt thermisch das Rohr 3 von dem Gehäuse 2, und dient zugleich als Druckdichtung zum Verhindern des Austretens von Gasen im Innenraum 22 des Schalldampfers.
Das Formteil 1 ist aus zwei Glasfaserprodukten 1 1 , 1 2 zusammengesetzt, nämlich einem nach innen gerollten Rundgestrick 1 1 sowie einem spiralförmig darum gelegten Flachstrick 1 2, Das Rundgestrick 1 1 umfasst eine obere Einrollung 1 1 1 und eine untere Einrollung 1 1 2, wobei die obere Einrollung 1 1 1 mehr Wicklungen umfasst und somit mehr Volumen beansprucht, Beim Einbringen in eine entsprechende - hier flanschartige - Form ergibt sich somit bereits eine flanschartige Außenkontur, so dass die obere Einwicklung 1 1 1 bereits Teile des Flanschansatzes bildet Zur Vergrößerung des Flanschansatzes dienen die weiteren Wicklungen des Flachstricks 1 1 2
Diese Verbreiterung des Flanschansatzes ist aus thermischen Gründen notig, die mit dem notwendigen Durchmesser der metallischen Druckplatte 31 zusammenhangen, die fest mit dem Innenrohr 3 verbunden ist, Diese Platte 31 ist notwendig um die Druckabdichtung herbeizufuhren Je großer die Platte ist, um so kalter ist das äußere Ende der Platte, Dies senkt die thermische Belastung der notwendigen Druckdichtung 1 3 in diesem Bereich, die sich am äußeren Teil des Flanschansatzes 1 2 befindet, Die Dichtung 1 3 wurde durch Einspritzen von Dichtmateπal bei der Herstellung an das äußere Flanschende angeformt und hat die Aufgabe für einen druckdichten Abschluss zwischen Platte 31 und Innenkontur der Öffnung 21 des Außengehauses 2 zu sorgen,
Zur Montage des Schalldampfers werden zwei napfartige Halbschalen als Außengehause 2 bereitgestellt, In die Öffnung des Außengehauses 2 werden die erfindungsgemaß hergestellten Glasfaserformteile 1 eingesetzt, So dann werden beide Halbschalen 2 über die gegenüberliegenden freien Enden des inneren Rohres 3 gezogen und miteinander verbunden, Dadurch wird der notwendige Druck zwischen Platte 31 , Innenoffnung 21 und Dichtung 1 3 des Glasfaserformteils hergestellt Erfindungsgemαß bevorzugt ist die einteilige Bαutorm mit integrierter Dichtung 1 3 Die Dichtung kann jedoch auch separat als Dichtring bereitgestellt werden Angesichts der hohen Anforderung an die Hitzebestandigkeit des Dichtmateπals bietet sich jedoch bei der einstockigen Bauweise gemäß der Erfindung der Vorteil, dass nur vergleichsweise wenig Dichtmateπal benutzt wird, da dieses größtenteils um das Glasfaserprodukt herum anliegt
Vorzugsweise steht die obere Oberflache des Dichtmaterials 1 3 über die Oberseite des Glasfasermateπals, damit ein optimaler und unterbrechungsfreie Kontakt des Dichtmateπals mit der Platte 31 gewährleistet wird Bei der Herstellung wird dies vorteilhafterweise durch entsprechende Ausnehmungen für das Dichtmaterial in der Negativform erreicht Diese nehmen das Material auf, geben ihm im ausgeharteten Zustand eine definierte und geeignete Oberflache und sorgen dafür, dass das Glasfasermateπal im Dichtmateπal gut verborgen ist
