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Title:
FILLING SHOE FOR ROTARY TABLET PRESSES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/101598
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a filling shoe for rotary tablet presses, comprising a filling shoe housing (12) with at least one discharge port (15) for a starting product that is to be compressed and a seal (20) for sealing the gap between the die disk (4) and the filling shoe housing (12), said seal (20) being interchangeably attached to a bottom wall (13) of the filling shoe housing. In order to shorten the downtimes when replacing the seals, the seal is attached to the bottom wall by means of magnetic force in the mounted state. If necessary, the seal can thus be changed even without using any additional aid by overcoming the magnetic retaining force and replacing the seal by a new seal. The invention also relates to a seal (20) for sealing the gap, said seal (20) being attached by means of magnetic elements (26, 27).

Inventors:
KRÄMER, Hans (Hauptstrasse 21A, Köln, 51143, DE)
Application Number:
EP2008/000899
Publication Date:
August 28, 2008
Filing Date:
February 06, 2008
Export Citation:
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Assignee:
IMA KILIAN GMBH & CO. KG (Scarletallee 11, Köln, 50735, DE)
KRÄMER, Hans (Hauptstrasse 21A, Köln, 51143, DE)
International Classes:
B30B15/30; B30B11/08
Attorney, Agent or Firm:
ALTHAUS, Arndt et al. (Patentanwälte Buschhoff Hennicke Althaus, Postfach 19 04 08, Köln, 50501, DE)
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Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e :

1. Füllschuh für Rotationstablettenpressen, mit einem oberhalb einer Matrizenscheibe eines Rotors der Rotationstablettenpresse positionierbaren Füllschuhgehäuse (12) mit wenigstens einer Ausgabeöffnung (15) für ein zu verpressendes Ausgangsprodukt und mit einer auswechselbar an einer die Ausgabeöffnung (15) aufweisenden Bodenwand (13) des Füllschuhgehäuses (12) befestigbaren oder befestigten Dichtung (20) zum Abdichten des Spaltes zwischen der Matrizenscheibe und dem Füllschuhgehäuse (12) , dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung (20) im Montage- zustand mittels Magnetkraft an der Bodenwand (13) befestigt ist.

2. Füllschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die

Dichtung aus magnetisiertem Material, insbesondere aus einem Material für Hochenergiemagneten, besteht.

3. Füllschuh nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenwand zumindest partiell aus magnetisiertem Material, insbesondere Material für Hochenergiemagneten, besteht.

4. Füllschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zum Aufbringen der Magnetkraft Magnetkörper an der Dichtung oder an der Bodenwand arretiert sind.

5. Füllschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zum Aufbringen der Magnetkraft Magnetkörper (26, 28) paarweise an der Dichtung (20) und an der Bodenwand (13) des Füllschuhgehäuses (12) arretiert sind.

6. Füllschuh nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Magnetkörper (26, 27, 28, 29) aus Hochenergiemagneten bestehen.

7. Füllschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Magnetkörper oder das magnetisierte Material

ein Energieprodukt von wenigstens 150 KJ/m 3 oder wenigstens 200 KJ/m 3 , insbesondere wenigstens 250 KJ/m 3 aufweisen.

8. Füllschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Magnetkörper oder das magnetisierte Material aus Neodym-Eisen-Bor (NdFeB) , Hartferrit oder Samarium-Kobalt (SmCO) bestehen.

9. Füllschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens zwei Magnetkörper (27, 29) oder Magnetkörperpaare ein Zentriermittel zum exakten Positionieren der Dichtung (20) relativ zur Ausgabeöffnung (15) bilden.

10. Füllschuh nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens zwei Magnetkörper (27) über die Bodenwand des Füllschuhgehäuses oder über die Oberseite der Dichtung (20) vorspringend arretiert sind.

11. Füllschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß am Außenumfang der Dichtung wenigstens ein Demontagehilfsmittel, insbesondere wenigstens eine Keilschräge, ausgebildet ist.

12. Dichtung für einen Füllschuh für Rotationstablettenpressen, die an der Unterseite einer Bodenwand eines Füllschuhgehäuses befestigbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtung aus magnetisiertem Material, insbesondere Material für Hochenergiemagneten, besteht oder daß an der Dichtung (20) Magnetkörper

(26, 27), insbesondere Magnetkörper aus Material für Hochenergiemagneten, angeordnet, ausgebildet oder arretiert sind.

Description:

Anmelder: IMA KILIAN GmbH & Co. KG, Scarletallee 11, D-50735 Köln Titel: Füllschuh für Rotationstablettenpressen

Die Erfindung betrifft einen Füllschuh für Rotationstablettenpressen, aufweisend ein oberhalb einer Matrizenscheibe eines Rotors der Rotationstablettenpresse positionierbares Füllschuhgehäuse mit wenigstens einer Ausgabeöffnung für ein zu verpressendes Ausgangsprodukt und mit einer auswechselbar an einer die Ausgabeöffnung aufweisenden Bodenwand des Füllschuhgehäuses befestigbaren oder befestigten Dichtung zum Abdichten des Spaltes zwischen der rotierbaren Matrizenscheibe und dem Füllschuhgehäuse. Die Erfindung betrifft auch die Dichtung zum Abdichten des Spaltes.

Bei den im Stand der Technik eingesetzten Rotationstablettenpressen wird das zu verpressende Produkt, wie insbesondere ein Pulver zur Herstellung von Arzneimitteln oder ein Pulver zur Herstellung von Reinigungstabletten od.dgl., den in der Matrizenscheibe auswechselbar eingesetzten Matrizen, in deren Matrizenbohrungen das zugeführte Pulver zu einer Tablette der gewünschten Form mittels gegensinnig bewegter Stempel gepreßt wird, über geeignete Rinnen oder Schläuche, einem Trichter und einem als Füllschuh bezeichneten Zuführorgan zugeführt. Der Trichter sowie die Rinnen können auch integraler Bestandteil des Füllschuhs sein. Der Füllschuh kann hierbei relativ zur Matrizenscheibe ortsfest montiert oder aber auch an einer Schwenkeinrichtung befestigt sein, die im laufenden Betrieb in ihre Betriebsposition geschwenkt wird, in der der Füllschuh eine vorgegebene Lage relativ zu den Matrizen in der Matrizenscheibe einnimmt. Im Innern des Füllschuhs sind häufig Flügelräder oder andere bewegliche Verteilorgane angeordnet, die motorisch angetrieben werden, um eine bessere Verteilung des zu verpressenden Produktes bzw. Pulvers auf die mittels des Füllschuhs zu füllenden Matrizenbohrungen zu erreichen. Mit dem Füllschuh soll zugleich sichergestellt werden, daß das zu verpressende Produkt wie insbesondere Pulver im wesentlichen nur die Matrizenbohrung bis zu der gewünschten Füllhöhe füllt, um

Produktverluste zu vermeiden und eine günstige Dosiergenauigkeit des zu verpressenden Produktes bzw. Pulvers zu erreichen. Hierzu wird an der Unterseite einer die Ausgabeöffnung umfassenden Bodenwand des Füllschuhgehäuses eine Dichtung befestigt, die aus einem Werkstoff besteht, der optimal an das zu verpressende Produkt angepaßt ist. übliche Werkstoffe für derartige Dichtungen können beispielsweise Bronze, Edelstahl oder Kunststoff sein und je nach verwendetem, zu verpressenden Produkt, Einsatzzweck, Verschleißfestigkeit der Dichtung etc. muß die Dichtung gegen eine neue, oder bei Wechsel des zu tablettierenden Produktes auch gegen eine Dichtung aus anderem Material ausgetauscht werden.

Im Stand der Technik erfolgt das Wechseln bzw. Austauschen der Dichtungen durch Lösen einer Vielzahl von Schrauben, welche die Bodenwand des Füllschuhgehäuses durchgreifen und in zugeordnete Gewindebohrungen in der Dichtung einfassen. Es ist ferner bekannt, Dichtungen z.B. aus Bronze mittels einer Rippe in geeigneten Schwalbenschwanzführungen od.dgl. einzuschieben und dort formschlüssig zu verankern. Je abrasiver das zu verpressende Produkt ist und je kleiner der freie Spalt zwischen der Dichtung und der Oberfläche der Matrizenscheibe eingestellt ist, desto schneller verschleißt die Dichtung und ein Wechsel der Dichtung am Füllschuh, welcher Wechsel längere Stillstandzeiten der Tablettenpresse erfordert, muß erfolgen. Da z.B. brikettierender Pulverstaub die Gewindebohrungen oder Hinterschnittführungen zusetzt, kann schon der Wechsel der Dichtung Probleme bereiten und längere Stillstandzeiten hervorrufen.

Aufgabe der Erfindung ist es, einen verbesserten Füllschuh zu schaffen, der kürzere Stillstandzeiten bei einem Wechsel der Dichtungen ermöglicht .

Diese sowie weitere Aufgaben werden erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Dichtung im Montagezustand mittels Magnetkraft an der Bodenwand befestigt ist. Falls beim erfindungsgemäßen Füllschuh ein Wechsel der Dichtung erforderlich wird, so kann, ggf. sogar ohne jegliche weiteren Hilfsmittel, die Dichtung durch überwinden der magnetischen Haltekraft gelöst und dann gegen eine neue, an derselben Stel-

Ie positionierte Dichtung ausgetauscht werden. Grundsätzlich könnte hierzu die Dichtung aus magnetisiertem Material, insbesondere aus geeignetem Material für Hochenergiemagneten (Supermagneten) bestehen. Zur Befestigung von Dichtungen aus Stahl oder Edelstahl könnte auch die Bodenwand aus magnetisiertem Material, insbesondere aus Material für Hochenergiemagneten (Supermagneten) bestehen oder Einsatzstücke oder ' dgl . aus geeignetem magnetisierten Material aufweisen .

Die Verwendung von Magnetkraft, insbesondere Magnetkraft von Hochenergiemagneten, als Haltekraft für die Dichtung hat den besonderen Vorteil, daß auf das Anbringen von Durchgangsbohrungen oder Schraublöchern in der Bodenwand des Füllschuhgehäuses sowie in der Dichtung verzichtet werden kann. Damit entfallen nicht nur Schwächungen oder Minimierungen z.B. des Querschnitts des Körpers der Dichtung, an welchen ansonsten ggf. schon nach kurzer Zeit Verschleiß bzw. Brüche des Dichtungskörpers auftreten können, sondern aufgrund der Tatsache, daß keine Hohlräume oder Bohrungen in der Bodenwand und der Dichtung vorgesehen werden müssen, wird auch die Anzahl von Hohlräumen und dgl., die unerwünschte Toträume bilden, in denen sich Bestandteile des zu verpressenden Produktes, insbesondere Staub, Pulverkörper od. dgl. ansammeln können, und die bei einem Produktwechsel aufwendig gereinigt werden müssen, minimiert. Da Bohrungen zum Anbringen der Schrauben bzw. schlitzartige Führungen zum formschlüssigen Verankern der Dichtungen entfallen, ist gleichzeitig das Risiko minimiert, daß sich entsprechende Hohlräume mit dem zu verpressenden Produkt zusetzen, wodurch ein Lösen und Wechseln der Dichtung erschwert werden könnte.

Bei der insbesondere bevorzugten Ausgestaltung sind zum Aufbringen der Magnetkraft an der Dichtung und/oder an der Bodenwand Magnetkörper arretiert, wobei besonders vorteilhaft ist, wenn zum Aufbringen der Magnetkraft die Magnetkörper paarweise sowohl an der Dichtung als auch an der Bodenwand des Füllschuhgehäuses arretiert sind. Durch die Verwendung von Magnetkörperpaaren können besonders hohe Haltekräfte erreicht werden, da dann die Anzugskraft bzw. das Magnetfeld beider Magnetkörper zur Aufbringung der magnetischen Halte-

kraft ausgenutzt werden kann. Vor allem die an den Dichtungen angebrachten, ausgebildeten bzw. arretierten Magnetkörper können insbesondere aus flach bauenden Körpern wie flachen Scheiben, flachen Zylindern oder Quadern bestehen und/oder als Hochenergiemagneten ausgeführt sein. Als Magnetkörper können insbesondere Hochenergiemagneten zum Einsatz kommen, die ein Energieprodukt von wenigstens 150 KJ/m 3 , insbesondere wenigstens 200 KJ/m 3 , bevorzugt wenigstens etwa 250 KJ/m 3 aufweisen. Die entsprechenden Hochenergiemagneten oder Su- permagneten können hierbei besonders vorteilhaft aus Hartferriten, Neodym-Eisen-Bor (NdFeB) , Samarium-Kobalt (SmCO) oder anderen geeigneten Materialien z.B. der Seltenen Erden bestehen. Durch die Verwendung von Hochenergiemagneten aus z.B. NdFeB mit einem Energieprodukt von etwa 250 KJ/m 3 reichen wenige Magneten oder Magnetenpaare aus, um die erforderlichen Haltekräfte sicher aufzubringen.

Besonders vorteilhaft ist ferner, wenn wenigstens zwei Magnetkörper, ein Magnetkörperpaar oder mehrere Magnetkörperpaare ein Zentriermittel zum exakten Positionieren der Dichtung relativ zur Ausgabeöffnung bilden. In einfachster Ausgestaltung können hierbei wenigstens zwei Magnetkörper über die Bodenwand des Füllschuhgehäuses oder über die Oberseite der Dichtung vorspringend arretiert sein, um durch formschlüssiges Einfassen in eine Vertiefung am Gegenteil, d.h. an der Dichtung respektive der Bodenwand, eine Lagefixierung der Dichtung zu bewirken. Der ggf. vorhandene Gegenmagnet des Paares kann dann zur Oberfläche zurückversetzt angeordnet sein. Die Arretierung der Magnetkörper an der Dichtung und/oder in der Bodenwand kann ins-, besondere durch Festkleben der Magneten oder Einpressen der Magneten in entsprechenden Aufnahmen erfolgen. Alternativ können die Magnet - körper bzw. Hochenergiemagneten auch mittels aushärtbarer und/oder kunststoffgebundener, magnetisierbarer Massen od.dgl. gebildet werden. Die Zentrierfunktion könnte dann ggf. auch von Zentrierstiften od.dgl. übernommen werden, die zusätzlich zu den die Haltekraft bestimmenden Magneten vorgesehen sind. Die ggf. zusätzlich vorgesehenen Zentrierstifte oder die Magnete, die eine Zentrierfunktion übernehmen, können zugleich auch einen Teil der in Umfangs- bzw. Drehrichtung auf die Dichtung wirkenden Schubkräfte, die zwangsläufig im Betrieb bei einer rotierenden Matrizenscheibe entstehen, aufnehmen.

Die Schubkräfte können, zusätzlich zu den magnetischen Haltekräften, insbesondere durch Formschluß zwischen Magnet bzw. Zentrierstift und Bodenwand abgefangen werden. Alternativ oder zusätzlich könnte insbesondere ein quer zur Drehrichtung liegender übergangsbogen od.dgl. der Dichtung an einem Vorsprung oder einer Rippe an der Bodenwand anliegen, um über die Vorsprünge oder Rippen eine zusätzliche Sicherung gegen Lösen der Dichtung zu schaffen. Je nach verwendetem Produkt können die einzelnen Magnete zusätzlich verzinkt, beschichtet, lebensmittelfest gekapselt od.dgl. ausgebildet sein.

Bei einigen Dichtungen kann ein die Ausgabeöffnung durchgreifender Steg vorhanden sein, der besonders vorteilhaft zugleich ein Demontagehilfsmittel zum besseren Greifen der zu lösenden Dichtung bildet. Insbesondere bei Ausgestaltungen von Dichtungen, die bündig an der Unterseite der Bodenwand des Füllschuhgehäuses anliegen, kann vorteilhaft sein, wenn die Dichtung oder die Bodewand mit wenigstens einer Teilschräge zum Ansetzen eines Demontagehilfsmittels versehen ist.

Ein erfindungsgemäßes Dichtungselement für einen Füllschuh für Rotationstablettenpressen löst die weiter oben genannte Aufgabe insbesondere dadurch, daß die Dichtung aus magnetisiertem Material, insbesondere aus Material für Hochenergiemagneten, besteht, oder daß an der Dichtung Magnetkörper, insbesondere Magnetkörper aus Material für Hochenergiemagneten, arretiert sind. Auch bei den Dichtungselementen bzw. Dichtungen kann vorteilhafterweise wenigstens ein an der Dichtung arretierter Magnetkörper vorspringend befestigt sein, um mit diesem Magnetkörper zugleich eine Zentrierung bzw. Lagepositionierung der Dichtung relativ zur Ausgabeöffnung vornehmen zu können.

Weitere Ausgestaltungen eines erfindungsgemäßen Füllschuhs mit erfindungsgemäßer Dichtung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines schematisch in der Zeichnung gezeigten Ausführungsbeispiels, wobei in der Zeichnung zeigen:

Fig. 1 perspektivisch einen Teilabschnitt eines Rotors sowie eines Füllschuhs, teilweise aufgebrochen;

Fig. 2 eine Ansicht auf die Unterseite des Füllschuhgehäuses aus Fig. 1 mit befestigter Dichtung,- und

Fig. 3 schematisch in einem Vertikalschnitt durch Matrizenscheibe und Füllschuh die Befestigung einer Dichtung mittels mehrerer Magnetkörper.

In Fig. 1 ist mit Bezugszeichen 1 der Rotor einer weiter nicht dargestellten Rotationstablettenpresse bezeichnet. Der Rotor 1 weist in an sich bekannter Weise einen Oberstempelführungsring 2 auf, in welchem eine Vielzahl von Oberstempeln 3 höhenbeweglich in geeigneten Führungen geführt sind. Der Rotor umfasst ferner eine Matrizenscheibe 4 mit einer der Anzahl an Stempeln entsprechenden Zahl von Matrizen 5, in welchen mittels der Stempel ein zu verpressendes Produkt wie insbesondere Pulver zu einer Tablette gepresst wird, sowie einen nur angedeuteten Unterstempelführungsring 6, in welchem für jeden Oberstempel 3 ein nur in Fig. 3 gezeigter zugehöriger Unterstempel 7 höhenverstellbar geführt ist. Die Anzahl der Stempel 3, 7 je Stempelführungsring 2, 6 sowie die Anzahl der Matrizen 5 kann, je nach Größe der zu pressenden Tablette und Größe der Rotationstablettenpresse, zwischen meist etwa 15 und bis zu 100 variieren und mit entsprechenden Rotationstablettenpressen können Tabletten aus einem zu verpressenden Produkt oder auch aus mehreren zu verpressenden Produkten, wie z.B. mehrphasige pharmazeutische Tabletten oder Reinigungstabletten, hergestellt werden. Zum Pressen von Tabletten aus einem zugeführten Pulver wird der Rotor 1 in Rotationsrichtung R gedreht und die Stempel werden mittels geeigneter Kulissen- oder Kurvenbahnen auf- und abbewegt, um je nach Position der Matrizen und Stempel 3, 6 die Matrizen 5 mit dem zu verpressenden Produkt zu füllen, die Tablette zu pressen oder die gepresste Tablette auszuwerfen.

Zum Befüllen der Matrizen im Betrieb weist eine Rotationstablettenpresse wenigstens einen dem Rotor 1 feststehend zugeordneten Füllschuh 10 auf, welchem das zu verpressende Produkt wie insbesondere Pulver über einen nicht dargestellten Trichter sowie geeignete Zu-

führrinnen und Zuführrohre 11 zu einem Füllschuhgehäuse 12 zugeführt wird. Das Füllschuhgehäuse 12 weist hier eine massive Platte als Bodenwand 13 auf, die mittig mit einer etwa achtförmigen Verteilaus- nehmung 14 versehen ist, die in eine durchgehende oder ggf. mehrfach unterteilte Ausgabeöffnung 15 an der Unterseite 16 der Bodenwand 13 mündet. Innerhalb der Verteilausnehmung 14 sind hier zwei Flügelräder 17 als Verteilorgane drehbar angeordnet, die über Antriebswellen 18 angetrieben werden, die innerhalb oder außerhalb des Füllschuhgehäuses 12 zu einem motorischen Antrieb führen, damit die Flügelräder 17 im laufenden Betrieb zum Bewegen und Verteilen des zu verpressenden Produktes gedreht werden können.

Der Füllschuh 10 kann entweder fest innerhalb der Rotationstablettenpresse montiert sein oder er kann an einem Schwenkarm od.dgl. angelenkt sein, um den Füllschuh 10 für den Betrieb der Rotationstablettenpresse derart in eine Arbeitsposition zu verschwenken, daß die Ausgabeöffnungen 15 an einem Teilabschnitt der Rotationstablettenpresse unmittelbar über mehreren zu befüllenden Matrizen 5 liegen. Die Matrizen 5 in der Matrizenscheibe 4 werden für eine von der Umdrehungsgeschwindigkeit des Rotors 1 abhängigen Zeitspanne an den Ausgabeöffnungen 15 im Füllschuh 10 vorbeibewegt und müssen in dieser meist extrem kurzen Zeitspanne optimal und vollständig mit dem zu verpressenden Produkt gefüllt werden. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Unterseite 16 der Bodenwand 13 des Füllschuhgehäu- ses 12 mit einer Stufe 19 versehen, deren Krümmungsradius im wesentlichen dem Außendurchmesser der Matrizenscheibe 4 entspricht, damit der Füllschuh 10 mit möglichst geringem radialem und axialem Abstand zur Matrizenscheibe 4 positioniert werden kann.

Für einen optimalen Betrieb einer Rotationstablettenpresse soll eine möglichst exakte Füllung der Matrizenbohrungen 5A der Matrizen 5 erreicht werden, und gleichzeitig gewährleistet werden, daß in Drehrichtung R hinter dem Füllschuh 10 möglichst kein zu verpressendes Produkt über die Oberkante der Matrizen 5 in der Matrizenscheibe 4 übersteht bzw. aus der Ausgabeöffnung 15 heraustransportiert wird. Dies wird in an sich bekannter Weise mittels eines hier in Drehrichtung an einer Seite offenen Dichtsegments als Dichtung 20 erreicht,

welche sich mit zwei Segmentschenkeln 21 kreisbogenförmig um die Ausgabeöffnung 15 herum erstreckt und mit einem übergangsbogen 22 die beiden Segmentschenkel 21 derart verbindet, daß spätestens am übergangsbogen 22 das zu verpressende Produkt relativ zur Oberseite der Matrizenscheibe 4 mittels des übergangsbogens 22 abgestriffen wird. An dem dem übergangsbogen 22 gegenüberliegenden Ende ist die Dichtung 20 zwischen beiden Segmentschenkeln 21 offen. Die Dichtung 20 ist lösbar an der Unterseite 16 der Bodenwand 13 befestigt, damit sie je nach zu verpressendem Produkt in längeren oder kürzeren Intervallen gegen eine neue Dichtung 20 ausgetauscht werden muß. Ein regelmäßiger Austausch der Dichtung 20 ist selbst dann erforderlich, wenn sie beispielsweise aus VA-Stahl oder Bronze besteht, da jedenfalls bei abrasivem Pulver als zu verpressendem Produkt relativ schnell an der der Ausgabeöffnung 15 zugewandten Innenkante im Bereich des übergangsbogens 22 ein Verschleiß auftritt, der die Abstreiffunktion der Dichtung 20 schmälert oder aufhebt.

Die Betriebsposition des die erfindungsgemäße Dichtung 20 bildenden, hier starren Dichtsegments relativ zur Matrizenscheibe 4 zeigt besonders deutlich die Fig. 3, auf die nun Bezug genommen wird. Zwischen der Unterseite 16 der Bodenwand 13 und der Scheibenfläche der Matrizenscheibe 4 besteht ein relativ großer Spalt, der mittels der an der Unterseite 16 befestigten Dichtung 20 im Wesentlichen vollständig überbrückt wird. Um den Verschleiß der Dichtung 20 einigermaßen gering zu halten und zugleich relativ stabile Werkstoffe für die Dichtung 20 einsetzen zu können, verbleibt üblicherweise allerdings ein Spaltabstand im Bereich von etwa 1/10 mm zwischen der Unterfläche der Dichtung 20 und der dieser zugewandt liegenden Scheibenfläche der Matrizenscheibe 4.

Im Unterschied zum Stand der Technik ist beim erfindungsgemäßen Füllschuh 10 die Dichtung 20 vorzugsweise ausschließlich mittels Magnetkraft an der Unterseite 16 der Bodenwand 13 befestigt. Die magnetische Haltekraft zwischen der Dichtung 20 und der Bodenwand 13 wird bei dem dargestellten und insbesondere bevorzugten Ausführungsbeispiel jeweils mit Paaren von Magnetkörpern 26 sowie 28 aufgebracht, wobei die Magnetkörper 26 an der Oberseite des Dichtsegments

20 und die Magnetkörper 28 an der Unterseite 16 der Bodenwand 13 angeordnet und arretiert sind. Die Arretierung der Magnetkörper 26, 28 kann insbesondere durch Einkleben oder Einpressen erfolgen und die Magnetkörper 26, 28 bestehen vorzugsweise aus flachen und gleichzeitig relativ breiten Hochenergiemagneten wie beispielsweise sogenannten Supermagneten aus Hartferrit oder Neodym-Eisen-Bor (NdFeB) . Durch Verteilen von mehreren Paaren von Magnetkörpern 26, 28 entlang der Segmentschenkel 21 der Dichtung 20 sowie ggf. auch des über- gangsbogens 22 und entsprechend der gegenüberliegenden Fläche an der Unterseite 16 der Bodenwand 13 kann erreicht werden, daß die mittels der Magnetkörper 26, 28 aufgebrachten Haltekräfte sicher ausreichen, ein Lösen der Dichtung 20 trotz der im Betrieb durch das am über- gangsbogen 22 abgestriffene Pulver auftretenden Reibungskräfte zu verhindern. Das zu verpressende und mittels des Füllschuhs auf die Matrizen verteilte Pulver ist in Fig. 3 innerhalb der Verteilkammer 14 und der Ausgabeöffnung 15 sowie der Matrizenbohrung 5A angedeutet. Damit zugleich bei der Montage einer neuen Dichtung 20 gewährleistet ist , daß sie exakt in der gewünschten Position und Lage an der Unterseite 16 der Bodenwand 13 befestigt wird, können mit einem oder vorzugsweise mehreren Paaren von Magnetkörpern zugleich Zentriermittel bewirkt werden, wie dies für die Magnetkörper 27 und 29 in der linken Hälfte der Fig. 3 angedeutet ist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel erfolgt die Zentrierung dergestalt, daß der an der Oberseite der Dichtung 20 arretierte Magnetkörper 27 über die Oberseite vorspringt und zugleich der in der Bodenwand 13 arretierte Magnetkörper 29 gegenüber der Unterseite 16 zurückversetzt liegt, damit der Magnetkörper 27 formschlüssig in eine Ausnehmung 25 an der Unterseite 16 eintaucht und hierdurch die Zentrierung der Dichtung 20 bewirkt. Vorteilhafter bilden mehrere Magnetkörperpaare zugleich ein Zentrier- bzw. Positioniermittel. Die Zentrier- bzw. Positioniermittel könnten auch derart ausgebildet oder angeordnet sein, dass mittels ihnen außerdem auch Schubkräfte in Drehrichtung des Rotors abgefangen werden können.

Für den Fachmann ergeben sich aus der vorhergehenden Beschreibung zahlreiche Modifikationen, die in den Schutzbereich der anhängenden Ansprüche fallen sollen. Die Befestigung von Dichtungen mittels Mag-

netkraft, insbesondere mittels der Magnetkraft von Hochenergiemagneten, kann im wesentlichen bei jeder Ausgestaltung von Dichtung oder Dichtsegmenten erfolgen und die Dichtungen könnten auch z.B. geschlossene Ringe bilden, mehrteilig ausgeführt oder mit anderen Formaten versehen sein. Bei mehrteiligen Dichtungen kann insbesondere der übergangsbogen als Teilsegment ausgeführt sein, welches separat von anderen Teilsegmenten der Dichtung ausgewechselt werden kann, da der Verschleiß am übergangsbogen normalerweise am höchsten ist. Die Dichtungen bestehen vorzugsweise aus Kupfer, Edelstahl oder Bronze; es wäre jedoch auch möglich, entsprechende Hochenergiemagneten an Dichtungen aus Kunststoff oder anderen Werkstoffen zu arretieren. Ferner wäre es auch möglich, z.B. das gesamte Dichtsegment aus einem magnetisierten Material, insbesondere aus einem Material für Hochenergiemagneten, zu bilden, so daß mithin das Dichtsegment 20 selbsthaftend an der Unterseite der Bodenwand 13 befestigt ist.. Auch hier könnte zur Erhöhung der Haftkraft partiell oder umlaufend wenigstens ein weiterer Hochenergiemagnet od.dgl. an der Bodenwand des Füllschuhs befestigt sein. Die Magnetkörper bzw. Hochenergiemagneten können auch unmittelbar in Ausnehmungen od.dgl. des Dichtsegmentes und/oder der Bodenwand des Füllschuhgehäuses eingepreßt sein und/oder beispielsweise auch aus kunststoffgebundenen Magnetwerkstoffen auf NdFeB-Basis, Hartferrit-Basis, aus gesinterten Hartfer- riten, oder anderen gesinterten oder kunststoffgebundenen Materialien, Selten-Erd-Werkstoffen od.dgl. mit hochenergiemagnetischen Eigenschaften bestehen. Die Matrizenscheibe kann, abweichend vom dargestellten Ausführungsbeispiel, anders aufgebaut sein und z.B. aus Teilstücken mit integralen Matrizenbohrungen bestehen oder Ausnehmungen für Einsatzstücke, die mehrere Matrizenbohrungen umfassen, aufweisen.