BIPPUS, Dirk (Gutenbergstrasse 6, Oberndorf, 78727, DE)
| Patentansprüche 1. Folienventil (32;53;55) für Harmonikainstrumente zum Verschließen von ungeblasenen und/oder ungezogenen Luftzufuhr- und/oder Luftabfuhrkanälen, die jeweils Durchschlagszungen (24) zugeordnet sind, umfassend : - eine Dichtfolie (52;64;82; 100) zur Abdeckung eines Luftzufuhr- und/oder eines Luftabfuhrkanals, und - eine Federfolie (48), die zumindest teilweise auf der Dichtfolie (52;64;82; 100) aufliegt, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtfolie (52;64;82; 100) einseitig ein pulverschichtfreies Relief (54;66;84; 102) aufweist. 2. Folienventii (55) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Relief (66;84; 102) auf der Oberseite (34) der Dichtfolie (64) ausgebildet ist. 3. Folienventil (53) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Relief (54;84; 102) auf der Unterseite (46) der Dichtfolie (52) ausgebildet ist. 4. Folienventil (53;55) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Relief (54;66) durch den Auftrag eines körnigen Lackes und/oder das Bedrucken mit einem erhabenen Druck (80) gebildet ist. 5. Folienventil (53;55) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Relief (54;66;84) durch sphärische, insbesondere kalottenförmige, Ausbuchtungen (62) gebildet ist. 6. Foiienventil (53;55) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Relief (102) durch Perforationen (104) in der Dichtfolie (100) gebildet ist, wobei sich die Perforationen (104) zumindest über Teilbereiche der Dichtfolie (100) erstrecken. 7. Folienventil (53;55) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicken der Dichtfolie (52;64;82; 100) und/oder der Federfolie (48) zu ihren feien Enden (44) hin abnehmen. 8. Stimmplatte (50;92;76) für Harmonikainstrumente mit an der Stimmplatte (50;92;76) zum Durchschlagen von Durchschlagszungen (24) ausgebildeten Tonlöchern (28), die von einem Foiienventil (32;53;55), insbesondere von einer Dichtfolie (52;64;82; 100), in einem Überlappungsbereich (60;61) abdeckbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Stimmplatte (50;92;76) in dem Überlappungsbereich (60;61) ein Relief (56;90) aufweist. 9. Stimmplatte (50;92;76) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Relief (56;90) durch einen Auflagerahmen gebildet ist. 10. Stimmplatte (50;92;76) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Relief (90) durch sphärische, insbesondere kalottenförmige, Ausbuchtungen (62) gebildet ist. 11. Stimmplatte (50;92;76) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Relief durch eine Mehrzahl von Perforationen in der Stimmplatte (50;92;76) gebildet ist. |
Die Erfindung betrifft Folienventile für Harmonikainstrumente zum
Verschließen von ungeblasenen und/oder ungezogenen Luftzufuhr- und/oder Luftabfuhrkanälen, die jeweils Durchschlagszungen zugeordnet sind, umfassend eine Dichtfolie zur Abdeckung eines Luftzufuhr- und/oder eines Luftabfuhrkanals, und eine Federfolie, die zumindest teilweise auf der Dichtfolie aufliegt.
Ferner betrifft die Erfindung eine Stimmplatte für Harmonikainstrumente mit an der Stimmplatte zum Durchschlagen von Durchschlagszungen ausgebildeten Tonlöchern, die von einem Folienventil, insbesondere von einer Dichtfolie, in einem Überlappungsbereich abdeckbar sind.
Harmonikainstrumente wie z.B. Mundharmonikas, Akkordeons etc. weisen zur Erzeugung unterschiedlicher Töne sogenannte durschlagende Zungen (Durchschlagszungen) auf, die von einem Luftstrom zur Schwingung angeregt werden. Der entsprechende Luftstrom wird je nach
Instrumentenart unterschiedlich erzeugt. Er kann z.B. durch Blasen
(gezielt gesteuertes Ausatmen) oder Ziehen (gezielt gesteuertes Einatmen) des Instrumentenspielers erzeugt werden, oder durch das Zusammendrücken und Auseinanderziehen eines Balgs bewirkt werden.
Typischerweise sind bei derartigen Instrumenten eine Vielzahl an
Durchschlagszungen vorgesehen, die auf einer Stimmplatte, insbesondere mittels Nieten, befestigt sind und die zumindest teilweise in Tonlöcher der Stimmplatte hineinschwingen bzw. durch diese hindurch schlagen können. In der Regel sind an einer Stimmplatte mehrere Durchschlagszungen bzw. Tonlöcher nebeneinander angeordnet, sodass die zu mehreren Oktaven gehörenden Töne und Halbtöne von dem Instrument getroffen werden können. Die Durchschlagszungen werden beim Spielen des Instruments jedoch typischerweise einzeln angespielt.
Hierzu ist es wünschenswert, dass die zugeführte Luft nicht durch benachbarte Tonlöcher entweicht, sondern lediglich die gewünschte
Durchschlagszunge umströmt und das entsprechende Tonloch
durchströmt. Anderweitig entweichende Luft würde ein Luftverlust bedeuten, den der Instrumentenspieler z.B. durch verstärkte Druck- und Zugbewegungen oder verstärktes Ein- oder Ausatmen begegnen müsste. Beides ist auf Dauer anstrengend und daher unangenehm.
Einem solchen Luftverlust wird bei Harmonikainstrumenten durch den Einsatz von Folienventilen begegnet. Folienventiel verschließen
ungeblasene oder ungezogene Luftzufuhr- bzw. Luftabfuhrkanäle während andere Luftzufuhr- bzw. Luftabfuhrkanäle bewusst gespielt werden. Derartige Folienventile sind jeweils einer Durchschlagszunge zugeordnet und aus einer dichtenden Folie (Dichtfolie) und aus einer Federfolie, die eine Rückstell kraft bereitstellt und die zumindest teilweise auf der Dichtfolie aufliegt, aufgebaut. Die Federfolie drückt die Dichtfolie über das Tonloch einer Stimmplatte, wobei die Dichtfolie in einem Überlappungsbereich auf der Stimmplatte aufliegt und das Tonloch somit abdichtet.
Beim Spielen von beispielsweise einer Mundharmonika sammelt sich in der Umgebung von derartigen Folienventilen jedoch nach einiger Zeit häufig Speichel des Instrumentenspielers an oder es legt sich die Feuchtigkeit der Atemluft im Bereich der Folienventile in Form von Kondenswasser ab. Auch bei Akkordeons ist eine Ansammlung von Feuchtigkeit im
Ventilbereich keine Seltenheit.
Derartige Ansammlungen führen insbesondere dann, wenn die
Feuchtigkeits- und Speichelreste nicht regelmäßig gesäubert werden, zu einem Verkleben der Folienventile. Dies wiederum beeinträchtigt das Spielvermögen des Harmonikainstruments stark, denn verschlossene Luftzufuhr- oder Luftabfuhrkanäle verhindern das Anspielen der
entsprechenden Durchschlagszunge, also dem jeweiligen Ton, im
Instrument.
In der Vergangenheit ist dieser Problematik durch den Einsatz von Pulvern begegnet worden. Das Aufbringen von Pulvern auf die Dichtfolie, und dies zwischen Dichtfolie und Stimmplatte zögert die ungewollte
Verklebungsproblematik zeitlich ein wenig hinaus, kann diese jedoch langfristig oft nicht verhindern. Zudem kann beim Ziehen (Einatmen) nicht ausgeschlossen werden, dass das eingesetzte Pulver in die Atem weg e gelangt und für Gesundheitsschäden beim Instrumentenspieier sorgt.
Aufgabe der Erfindung
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Mittel bereitzustellen, die ein unbeabsichtigtes Verkleben von Folienventilen auf zugehörigen Stimmplatten sicherer verhindern und die gesundheitsverträglich sind. Kurze Beschreibung der Erfindung
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Folienventil der eingangs genannten Art, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die Dichtfolie einseitig ein pulverschichtfreies Relief aufweist. Durch das auf einer Seite der Dichtfolie ausgebildete Relief, welches Relieftäler und Reliefberge umfasst, kann sich Feuchtigkeit, insbesondere Atemfeuchte und/oder Speichel, in den
Relieftälern ablagern und nach Benutzung des Harmonikainstruments wieder verdunsten. Eine Ablagerung auf einem Reliefberg ist aus
geometrischen Gründen (aufgrund der Konvexität eines Reliefbergs) äußerst unwahrscheinlich. Selbst wenn sich Ablagerungen auf Bergen des Reliefs bilden, sind diese bezüglich des überlappenden Auflagebereichs der Dichtfolie (Überlappungsbereich) vernachlässigbar klein, sodass es auch aus diesem Grund nicht zu einer Verklebung von Folienventil und
Stimmplatte kommt.
Ferner wird die Aufgabe durch eine Stimmplatte der eingangs genannten Art gelöst, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Stimmplatte in dem Überlappungsbereich ein Relief aufweist. Durch die Ausbildung eines Reliefs auf der Stimmplatte, welches Relieftäler und Reliefberge aufweist, kann sich auch hier die Feuchtigkeit vorläufig in den Relieftälern ablagern und nach Benutzung des Harmonikainstruments wieder verdunsten. Eine Ablagerung auf einem Relief berg ist, wie bereits bei der Dichtfolie
beschrieben, nahezu ausgeschlossen.
Egal wie die Oberfläche des Folienventils, das im Überlappungsbereich auf der Stimmplatte aufliegt, ausgebildet ist, ein ungewolltes Verkleben des Folienventils auf der erfindungsgemäßen Stimmplatte wird stets
verhindert. Die Ventilwirkung des erfindungsgemäßen Ventils ist somit dauerhaft gewährleistet. Speichel und/oder Atemfeuchte kann sich in den Reliefbergen und Relieftälern vorübergehend ablagern und zu einem späteren Zeitpunkt verdunsten, ohne dass es zu einem Verkleben kommt.
Unter Relief werden z.B. jegliche Topographien bzw.
Oberflächengestaltungen (Höhengestaltungen) verstanden, die
Erhebungen (Berge) und Einbuchtungen (Täler) aufweisen. Unter Relief wird ferner auch die Gestaltung der Dichtfolie verstanden, die sich durch eine Perforation in der Dichtfolie (in den überlappenden Auflagebereichen der Dichtfolie) ergibt.
Bevorzugte Ausführunqsformen der Erfindung
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Relief auf der Oberseite der Dichtfolie ausgebildet. Dadurch ist ein ungewolltes Verkleben der Dichtfolie mit der Stimmplatte erschwert oder gar gänzlich ausgeschlossen. Die Oberseite der Dichtfolie ist die Seite der Dichtfolie, die von der Federfolie abgewandt und der Stimmplatte zugewandt ist.
Bevorzugt ist auch eine Ausführungsform, die dadurch gekennzeichnet ist, dass das Relief auf der Unterseite der Dichtfolie ausgebildet ist. Dadurch ist ein ungewolltes Verkleben der Dichtfolie mit der Federfolie erschwert oder gar gänzlich ausgeschlossen. Die Unterseite der Dichtfolie ist die Seite der Dichtfolie, die der Federfolie zugewandt ist.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass das Relief durch den Auftrag eines körnigen Lackes und/oder das Bedrucken mit einem erhabenen Druck gebildet ist. Durch den körnigen Lack bzw. den
erhabenen Druck können z.B. Schriftzüge oder Logos gestaltet werden, die ihrerseits ein erfindungsgemäßes Relief darstellen und somit zum Nichtverkleben der Dichtfolie mit der Stimmplatte bzw. der Dichtfolie mit der Federfolie beitragen. Die Zwischenräume zwischen unterschiedlichen Druckstellen oder Lackstellen wirken dann als Relieftal bzw. Einbuchtung, Das erfindungsgemäße Relief kann auch mittels Prägemaschinen in die Dichtfolie eingebracht worden sein.
Bei einer weiteren Ausführungsform ist das Relief durch sphärische, insbesondere kalottenförmige, Ausbuchtungen gebildet. Die sphärischen bzw. kalottenförmigen Ausbuchtungen (Reliefberge) sind jeweils nur auf einer Seite der Dichtfolie ausgebildet. Auf der jeweiligen Gegenseite weist die Dichtfolie eine glatte Oberfläche auf. Die sphärischen Ausbuchtungen sind z.B. durch Folienmaterial ausgefüllt, oder sie bilden Hohlräume im Dichtfolienmaterial aus.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Relief durch Perforationen in der Dichtfolie gebildet, wobei sich die Perforationen zumindest über Teilbereiche der Dichtfolie erstrecken. Die Perforationen erstrecken sich insbesondere über den Überlappungsbereich der Dichtfolie, der bei verschlossenem Folienventil unmittelbar auf der Stimmplatte zur Anlage kommt. Durch die Perforationen in Form von Löchern in der
Dichtfolie kann sich ablagernde Feuchtigkeit durch Kapillarkräfte von dem unmittelbaren Kontaktbereich mit der Stimmplatte wegtransportiert werden. Dies unterstützt den verklebungshemmenden Effekt des
erfindungsgemäßen Reliefs an der Dichtfolie.
Eine andere Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass die Dicken der Dichtfolie und/oder der Federfolie zu ihren feien Enden hin abnehmen. Somit wird eine höhere Flexibilität zum freien (nicht befestigten) Ende des Folienventils hin erreicht und somit eine bessere Ventilwirkung erzielt. Alternativ oder auch zusätzlich kann das erfindungsgemäße Relief am freien Ende weniger dicht (weitmaschiger) als am befestigten (in der Regel verklebten) Ende ausbildet sein. Das Folienventil kann auch (in der Draufsicht auf die Folien gesehen) in Richtung des freien Endes der Dichtfolie bzw. in Richtung des freien Endes der Federfolie schmäler werdend ausgebildet sein.
Bevorzugt ist ebenfalls eine Ausführungsform der Stimmplatte, bei der das Relief durch einen Auflagerahmen gebildet ist. Der Auflagerahmen kann z.B. durch durchgehende Schriftzüge oder Logos gebildet sein und somit auch als gestalterisches Element dienen.
Vorteilhaft ist auch eine Ausführungsform der Stimmplatte, bei der das Relief durch sphärische, insbesondere kalottenförmige, Ausbuchtungen gebildet ist. Derartige sphärische bzw. kalottenförmige Ausbuchtungen können z.B. durch eine Noppenfolie ausgebildet sein, die auf ihrer
Oberseite die Noppen ausbildet und auf ihrer Unterseite entweder glatt ausgebildet ist oder den Noppen entsprechende Einbuchtungen aufweist.
Schließlich ist auch eine Ausführungsform bevorzugt, die vorsieht, dass das Relief durch eine Mehrzahl von Perforationen in der Stimmplatte gebildet ist. Die Perforationen erstrecken sich insbesondere über den Überlappungsbereich der Stimmplatte, auf den bei verschlossenem
Folienventil die Dichtfolie unmittelbar zur Anlage kommt. Durch die
Perforationen in Form von Löchern in der Stimmplatte kann sich
ablagernde Feuchtigkeit durch Kapillarkräfte von dem unmittelbaren Kontaktbereich mit der Dichtfolie durch die Stimmplatte hindurch
wegtransportiert werden. Dies unterstützt den verklebungshemmenden Effekt des erfindungsgemäßen Reliefs an der Stimmplatte.
Grundsätzlich kann das erfindungsgemäße Relief an der Dichtfolie und/oder an der Stimmplatte auch als Faserstruktur (z. B. Glas- oder Kohlefaserstruktur) ausgebildet sein. Das erfindungsgemäße Relief kann auch ein- oder beiderseitig an der mit der Deckfolie in Kontakt stehenden Federfolie ausgebildet sein.
Es versteht sich, dass die erfindungsgemäße Dichtfolie mehrschichtig, z. B. zweilagig aufgebaut ist, und eine erste Folienschicht durchstanzte Löcher über die gesamte Fläche oder nur im Auflagenbereich auf der Stimmplatte oder zur Federfolie hin gerichtet aufweist. Die erste Folienschicht wird mit einer zweiten glatten, ebenen Folienschicht belegt oder verklebt und dichtet eine derart aufgebaute Dichtfolie zu einer Oberflächenseite hin ab. Die hier beschriebene mehrschichtig aufgebaute Dichtfolie kann auch aus einer einiagigen Dichtfolie hergestellt werden, in dem man Reihen und/oder Muster von Sacklöchern in eine Oberflächenseite der Dichtfolie einprägt oder einstanzt.
In der nachfolgenden Figurenbeschreibung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung gezeigt. Alle Merkmale der Erfindung sind dabei schematisiert dargestellt und nicht maßstäblich zu verstehen. Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die vorstehend angegebenen Ausführungsbeispiele.
Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, die auch bei grundsätzlich anders gearteter Ausführung von den Merkmalen der Erfindung Gebrauch macht. Die Figuren zeigen im Einzelnen :
Fig. 1 eine Explosionszeichnung einer bekannten
Mundharmonika;
Fig. 2 einen Querschnitt durch eine Stimmplatte der
Mundharmonika aus Fig.l sowie durch ein Folienventil;
Fig. 3 ein Ausschnitt eines Querschnitts durch eine Stimmplatte mit Relief, die durch ein Folienventil mit Relief auf der Unterseite abgedeckt ist; ein Ausschnitt eines Querschnitts durch eine glatte
Stimmplatte, die durch ein Folienventil mit Relief auf der Oberseite abgedeckt ist; ein Ausschnitt eines Querschnitts durch eine Stimmplatte mit Relief, die durch ein Folienventil mit Relief auf der Oberseite abgedeckt ist; eine Draufsicht auf einen Ausschnitt einer Stimmplatte; einen Querschnitt durch eine Stimmpiatte und ein
Foiienventil mit Relief auf der Unterseite der Dichtfolie; eine perspektivische Ansicht der Oberseite einer
Dichtfolie mit aus einem erhabenen Druck bestehenden Relief; eine Draufsicht auf die Oberseite einer Dichtfolie mit einem aus sphärischen Ausbuchtungen bestehenden Relief; und eine perspektivische Ansicht auf die Oberseite einer Dichtfolie mit aus Perforationen bestehendem Relief.
In der Figur 1 ist mit 10 der Aufbau einer bekannten Mundharmonika dargestellt. Die Mundharmonika 10 umfasst einen oberen Deckel 12 eine obere Stimmplatte 14, einen Kanzellenkörper 16 mit Kanzeilen 18, eine untere Stimmplatte 20 und einen unteren Deckel 22. Auf den
Stimmplatten 14, 20 sind Durchschlagszungen 24 einenends mittels Nieten 26 befestigt. Die Durchschlagszungen 24 sind dabei derart auf den Stimmplatten 14,20 befestigt, dass sie durch Tonlöcher 28
unterschiedlicher Länge hinein- und hinausbewegt werden können
(durchschlagen können).
In der Figur 2 ist ein Querschnitt durch die obere Stimmplatte 14 der bekannten M undharmonika aus der Fig. 2 und ein bekanntes Folienventil 32 dargestellt. Auf der Oberseite 34 der Stimmplatte 14 ist die
Durchschlagzunge 24 durch den Niet 26 befestigt. Auf der Unterseite 40 der Stimmplatte 14 ist eine Dichtfolie 42 angeordnet, die das Tonloch 28 im verschlossenen Zustand (dargestellter Zustand) vollflächig überdeckt und abdichtet. Im verschlossenen Zustand des Folienventils 32 kann die Durchschlagszunge 24 nicht schwingen, da sich kein durchgehender Luftstrom einstellen kann, der die Durchschlagszunge 24 anregen könnte.
Im gezeigten Querschnitt der Fig. 2 ist ersichtlich, wie die Dichtfolie 42 einenends (links bzw. an dem Ende, an dem auch der Niet 26 in die Stimmplatte 14 genietet ist) an der Unterseite 40 der Stimmplatte 14 anliegt. Typischerweise ist die Dichtfolie 42 hier an die Stimmplatte 14 angeklebt. Anderenends (rechts bzw. am freien Ende 44 der Dichtfolie 42) liegt die Dichtfolie 42 lediglich an der Unterseite 40 der Stimmplatte 14 an, sodass sich die Dichtfolie 42 bei entsprechenden Druckverhältnissen öffnen kann, d.h. an ihrem freien Ende 44 zunehmend von der
Stimmpiatte 14 abheben bzw. lösen kann. Auf der Unterseite 46 der Dichtfoiie 42 ist zusätzlich noch eine Federfolie 48 angebracht, die im Wesentlich eine rückstellende Funktion ausübt, d . h. bei ausbleibendem Luftstrom das Folienventil 32 verschließt.
In der Figur 3 ist für eine erste Ausführungsform eines Folienventils 53 ein Teilbereich eines Querschnitts durch eine Stimmplatte 50 sowie durch den Bereich des freien Endes 44 einer Dichtfolie 52 vergrößert dargestellt. Dadurch wird ein Relief 54 auf der Unterseite 46 der Dichtfolie 52 und ein Relief 56 auf der Unterseite 40 der Stimmplatte 50 ersichtlich. Das Relief 56 an der Stimmplatte 50 ist durch Rillen 58 im Stimmplattenmaterial ausgebildet. Dadurch ist die Tendenz zum ungewollten Verkleben der Dichtfolie 52 an der Stimmplatte 50 in einem Überlappungsbereich 60 gehemmt. Atemfeuchte und/oder Speichel können sich nicht so leicht im Überlappungsbereich 60 festsetzen und zu Verklebungen führen. Das Relief 54 auf der Unterseite 46 der Dichtfolie 52, das durch sphärische, insbesondere kalottenförmige, Ausbuchtungen 62 ausgebildet ist, verhindert das Verkleben der Dichtfolie 52 mit der Federfolie 48.
In der Figur 4 ist für eine weitere Ausführungsform eines Folienventils 55 ebenfalls ein Teilbereich eines Querschnitts durch eine Stimmplatte 51 sowie durch den Bereich des freien Endes 44 einer Dichtfolie 64 vergrößert dargestellt. Dadurch wird ein Relief 66 auf der Oberseite 34 der Dichtfolie 64 ersichtlich. Das Relief 66 ist hier ebenfalls durch sphärische,
insbesondere kalottenförmige, Ausbuchtungen 62 ausgebildet. Zwischen der Federfolie 48 und der Dichtfolie 64 ist hingegen kein Relief
ausgebildet. Obwohl die Stimmplatte 51 auf ihrer Unterseite 40 glatt ausgeführt ist, wird eine verklebungshemmende Wirkung des Reliefs 66 auf der Dichtfolie 64 erreicht. In den Relieftälern 68 zwischen den
Reliefbergen 70 (Spitzen der Ausbuchtungen 62) kann sich die
Atemfeuchte oder der Speichel eines Instrumentenspielers
zwischenzeitlich absetzen und zu einem späteren Zeitpunkt verdunsten.
In der Figur 5 ist für eine andere Ausführungsform ebenfalls ein
Teilbereich eines Querschnitts durch die Stimmplatte 50 sowie durch den Bereich des freien Endes 44 der Dichtfolie 64 vergrößert dargestellt.
Dadurch wird im Überlappungsbereich 60 das Relief 66 auf der Oberseite 34 der Dichtfolie 64 und das Relief 56 der Unterseite 40 der Stimmplatte 50 ersichtlich. Ist ein Relief 56,66 sowohl an der Dichtfolie 64 als auch an der Stimmpiatte 50 ausgebildet, so wird das unbeabsichtigte Verkleben durch Speichel und/oder Atemluft besonders gut verhindert. Sind die Reliefberge 70,72 und Relieftäler 68,74 an beiden Bauteilen aufeinander abgestimmt, so ist auch die erforderliche Dichtigkeit gewährleistet.
In der Figur 6 ist eine Draufsicht auf einen Abschnitt einer Stimmplatte 76 gezeigt. Der Abschnitt ist dem Tonloch 28 zugeordnet, durch das eine nicht dargestellte Durchschlagszunge hindurchschwingen kann. Einenends (in der Fig.6 links) ist ein Loch 78 zur Aufnahme eines nicht dargestellten Niets in der Stimmplatte 76 vorgesehen. Die Schraffur im Bereich des Toniochs 28 zeigt den Überlappungsbereich 61, der bei angeklebter
Dichtfolie (Dichtfoiie nicht dargestellt) von der Dichtfolie abgedeckt wird.
In der Figur 7 ist ein Querschnitt durch die Stimmplatte 50 und das Foiienventil 53 gezeigt, wobei auf der Unterseite 46 der Dichtfolie 52 das durch die sphärische Ausbuchtungen 62 gebildete Relief 54 sichtbar wird. In dieser Ausführungsform ist das Relief 54 über die gesamte Länge auf der Unterseite 46 der Dichtfolie 52 ausgebildet. Die Federfolie 48 liegt dann auf dem Relief 54 der Dichtfolie 52 an.
In der Figur 8 ist ein Beispiel für einen erhabenen Druck 80 auf einer Dichtfolie 82 dargestellt. Durch den erhabenen Druck 80 können Schriften, Logos, etc. als Relief 84 auf die Dichtfolie 82 aufgebracht werden. Um die Zwischenräume (Relieftäler 86) zwischen einzelnen Buchstabenteilen nicht zu groß werden zu lassen, können zusätzlich noch weitere Ausbuchtungen auf die Oberseite 34 der Dichtfolie 82 aufgebracht werden. Eine farblich unterschiedliche Kennzeichnung von Schriftzug und sonstigen
Ausbuchtungen hebt dann den Schriftzug ausreichend kenntlich hervor.
In der Figur 9 ist ein weiteres Beispiel für ein Relief 90 im
Überlappungsbereich 61 einer Stimmplatte 92 dargestellt. Viele kleine Ausbuchtungen 62 in Form von sphärischen Körpern können zu Schriftzügen oder Logos zusammengestellt werden. Hier ergibt der
Schriftzug z.B.„Hohner".
In der Figur 10 ist eine weitere Ausführungsform einer Dichtfolie 100 gezeigt, bei der ein Relief 102 durch eine Mehrzahl von Perforationen 104 in der Dichtfolie 100 gebildet ist. Die Perforationen 104 erstrecken sich insbesondere über den Überlappungsbereich 60 der Dichtfolie 100, auf den bei verschlossenem Folienventi! die Stimmplatte unmittelbar zur Anlage kommt. Die Perforationen 104 unterstützen den
verklebungshemmenden Effekt des Reliefs 102 an der Dichtfolie 100.
In weiteren Ausführungsformen wird als Dichtfolie ein bevorzugt folienartiges Gewebe verwendet, das aufgrund der Gewebestruktur eine eigene Gewebetopographie aufweist.
Dabei sind Gewebefolien aus unterschiedlichsten Kett- und Schussfäden verwendbar. Ebenfalls können die Gewebefolien aus Monofilamenten hergestellt sein.
Gewebefolien können unterschiedlichste Materialeigenschaften aufweisen. Gewebefolien können eine folieninherente Eigenspannung aufweisen, so dass auf eine Federfolie verzichtet werden kann.
In anderen Ausführungsformen werden Gewebefolien mit Federfolien bekannter Art kombiniert.
Die Gewebefolien können die beschriebenen Dichtfolien 52, 64, 82, 100 ersetzen und sind bei Bedarf mit einer Federfolie 48 belegbar.
Bevorzugt werden als Gewebefolien 52, 64, 82, 100 synthetische Folien, aus Kunststofffasern hergestellt, verwendet. Über unterschiedlichste Faseroberfiächen und/oder Gewebedichtigkeiten lassen sich unterschiedlichste Topographien erzeugen, die auch abstoßende oder anziehende Eigenschaften aufweisen können. Unterschiedlichste Faserquerschnittsformen können bei der Herstellung von Gewebefolien kombiniert werden. Mit diesen Gewebefolien können Folienventile 32, 53, 55 mit oder ohne Federfolien hergestellt werden. Die aus Gewebefolien 52, 64, 82 gebildeten Folienventile 32, 53, 55, mit oder ohne Federventile können auf Stimmplatten aufliegen, die im Auflagebereich der Gewebefolien aufgerauht sind oder eine Topographie wie in den Figuren 8, 9, 10 beschrieben aufweisen.
Bei bevorzugten Gewebefolien weist der Kettfaden als Monofilament einen Durchmesser zwischen 0,06 mm und 0,09 mm, besonders bevorzugt von 0,08 mm auf. Als Schussfaden kann ein Kunststofffaden, bevorzugt ein Zwirn, von insbesondere 78 dtex, eingesetzt werden. Als Kunststoff können thermoplastische Polyester verwendet werden.
Zusammenfassend betrifft die Erfindung ein Folienventil 32,53,55 für Harmonikainstrumente zum Verschließen von ungeblasenen und/oder ungezogenen Luftzufuhr- und/oder Luftabfuhrkanälen, die jeweils
Durchschlagszungen 24 zugeordnet sind, umfassend eine Dichtfolie
52,64,82, 100 zur Abdeckung eines Luftzufuhr- und/oder eines
Luftabfuhrkanals, und eine Federfolie 48, die zumindest teilweise auf der Dichtfolie 52,64,82,100 aufliegt, wobei die Dichtfolie 52,64,82,100 einseitig ein pulverschichtfreies Relief 54,66,84,102 aufweist. Die
Erfindung betrifft ferner eine Stimmplatte für Harmonikainstrumente mit an der Stimmplatte 50,92 zum Durchschlagen von Durchschlagszungen 24 ausgebildeten Tonlöchern 28, die von einem Folienventil 32,53,55, insbesondere von einer Dichtfolie 52,64,82, 100, in einem
Überlappungsbereich 60,61 abdeckbar sind. Die Erfindung betrifft ein Folienventil 32 für Harmonikainstrumente zum Verschließen von ungeblasenen und/oder ungezogenen Luftzufuhr- und/oder Luftabfuhrkanälen, die jeweils Durchschlagszungen 24
zugeordnet sind, umfassend eine Gewebefolie oder Dichtfolie 52 zur Abdeckung eines Luftzufuhr- und/oder eines Luftabfuhrkanals, und bei Bedarf eine Federfolie 48, die zumindest teilweise auf der Dichtfolie 52 aufliegt, wobei die Dichtfolie 52 einseitig ein pulverschichtfreies Relief 54 oder eine Gewebetopographie aufweist. Die Erfindung betrifft ferner eine Stimmplatte für Harmonikainstrumente mit an der Stimmplatte 50, 92 zum Durchschlagen von Durchschlagszungen 24 ausgebildeten Tonlöchern 28, die von einem Folienventil 32, insbesondere von einer Gewebefolie oder Dichtfolie 52 in einem Überlappungsbereich 60 abdeckbar sind.
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