Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
FILTER UNIT FOR A DRAINAGE SHAFT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/106017
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a filter unit for a drainage shaft, comprising a filter housing (1) and an ion-exchange material (8) accommodated in the filter housing (1), a free space (10) being provided in the filter housing (1) above the ion-exchange material (8) so that the ion-exchange material (8) can freely float in the filter housing (1).

Inventors:
GRUBE, Stefan (Mancinusweg 30, Wolfenbüttel, 38304, DE)
SCHMITZ, Marc (Maxauer Str. 6, Mannheim, 68239, DE)
Application Number:
EP2018/082851
Publication Date:
June 06, 2019
Filing Date:
November 28, 2018
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
ACO SEVERIN AHLMANN GMBH & CO KOMMANDITGESELLSCHAFT (Am Ahlmannkai, Büdelsdorf, 24782, DE)
International Classes:
C02F1/42; E03F5/04
Foreign References:
DE102009024003A12010-12-16
CA412832A1943-06-01
CN205676314U2016-11-09
DE202016001972U12016-04-27
EP2659944A12013-11-06
EP2659944A12013-11-06
Attorney, Agent or Firm:
KILCHERT, Jochen (MEISSNER BOLTE PATENTANWÄLTE RECHTSANWÄLTE PARTNERSCHAFT MBB. Widenmayerstr. 47, München, 80538, DE)
Download PDF:
Claims:
Ansprüche

1. Filtereinheit für einen Entwässerungsschacht mit einem Filtergehäuse (1) und einem Ionenaustauschmaterial (8), das in das Filtergehäuse (1) aufgenommen ist,

dad u rch geken nzeich net, dass

in dem Filtergehäuse (1) oberhalb des Ionenaustauschmaterials (8) ein Freiraum (10) angeordnet ist, so dass das Ionenaustauschmaterial (8) in dem Filtergehäuse (1) frei schweben kann.

2. Filtereinheit nach Anspruch 1,

dad u rch geken nzeich net, dass

das Ionenaustauschmaterial (8) in einem Innenraum (11) des Filtergehäuses (1) angeordnet ist, dessen Volumen wenigstens dem 1,5-fachen,

insbesondere wenigstens dem doppelten, insbesondere wenigstens dem dreifachen, Volumen des Ionenaustauschmaterials (8) entspricht.

3. Filtereinheit nach Anspruch 1 oder 2,

dad u rch geken nzeich net, dass

das Ionenaustauschmaterial (8) eine untere Filterschicht bildet.

4. Filtereinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dad u rch geken nzeich net, dass

oberhalb des Ionenaustauschmaterials (8) als obere Filterschicht ein

Feinfiltermaterial (9) angeordnet ist.

5. Filtereinheit nach Anspruch 4,

dad u rch geken nzeich net, dass

das Feinfiltermaterial (9) und das Ionenaustauschmaterial (8) jeweils durch eine lose Schüttung von Gestein gebildet ist, wobei das Gestein des

Feinfiltermaterials (9) einen kleineren Korndurchmesser (8) als das Gestein des Ionenaustauschmaterials aufweist.

6. Filtereinheit nach Anspruch 4 oder 5,

dad u rch geken nzeich net, dass

das der Freiraum (10) zwischen dem Ionenaustauschmaterial (8) und dem Feinfiltermaterial (9) ausgebildet ist.

7. Filtereinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dad u rch geken nzeich net, dass

das Ionenaustauschmaterial (8) zwischen einem unteren Filtervlies (5) und einem mittleren Filtervlies (6) angeordnet ist.

8. Filtereinheit nach Anspruch 7,

dad u rch geken nzeich net, dass

das Feinfiltermaterial (9), insbesondere fest und unbeweglich, zwischen dem mittleren Filtervlies (6) und einem oberen Filtervlies (7) angeordnet ist.

9. Filtereinheit nach Anspruch 8,

dad u rch geken nzeich net, dass

das mittlere Filtervlies (6) eine kleinere Porengröße als das untere Filtervlies (5) und eine größere Porengröße als das obere Filtervlies (7) aufweist.

10. Filtereinheit nach einem der Ansprüche 7 bis 9,

dad u rch geken nzeich net, dass

der Freiraum (10) zwischen dem Ionenaustauschmaterial (8) und dem mittleren Filtervlies (6) angeordnet ist.

11. Filtereinheit nach einem der Ansprüche 7 bis 10,

dad u rch geken nzeich net, dass

das untere Filtervlies (5), das mittlere Filtervlies (6) und/oder das obere Filtervlies (7) jeweils auf einer Trägerplatte aufliegen, die mit dem

Filtergehäuse (1) verbunden ist.

12. Filteranordnung mit einer Filtereinheit nach einem der vorhergehenden

Ansprüche und einem hydrodynamischen Feststoffabscheider, wobei die Filtereinheit in dem Feststoffabscheider so angeordnet ist, dass ein

Abwasserstrom nach dem Feststoffabscheider von unten in die Filtereinheit gelangt.

13. Filteranordnung nach Anspruch 12,

dad u rch geken nzeich net, dass die Filtereinheit koaxial innerhalb des Feststoffabscheiders angeordnet ist.

14. Entwässerungsschacht mit einer Filtereinheit oder einer Filteranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.

Description:
Filtereinheit für einen Entwässerungsschacht

Beschreibung

Die Erfindung betrifft eine Filtereinheit für einen Entwässerungsschacht gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Ferner betrifft die Erfindung eine

Filteranordnung und einen Entwässerungsschacht mit einer solchen Filtereinheit.

Eine Filtereinheit der eingangs genannten Art ist beispielsweise aus

EP 2 659 944 Al bekannt. Die bekannte Filtereinheit weist ein Filtergehäuse und ein Ionenaustauschmaterial auf, das in dem Filtergehäuse aufgenommen ist.

Dabei ist das Ionenaustauschmaterial eng gepackt in dem Filtergehäuse angeordnet, so dass die einzelnen Partikel des Ionenaustauschmaterials fest aneinander anliegen. Derartig gestaltete Filtereinheiten neigen zum Verblocken, so dass die Filterfunktion nachlässt.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Filtereinheit anzugeben, die eine geringe Verblockungsgefahr aufweist und zusätzlich eine hohe Adsorptionskapazität bietet. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, eine Filteranordnung und einen Entwässerungsschacht mit einer solchen Filtereinheit anzugeben.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe im Hinblick auf die Filtereinheit durch den Gegenstand des Patentanspruchs 1, im Hinblick auf die Filteranordnung durch den Gegenstand des Patentanspruchs 12 und im Hinblick auf den

Entwässerungsschacht durch den Gegenstand des Patentanspruchs 14 gelöst.

So beruht die Erfindung auf dem Gedanken, eine Filtereinheit für einen

Entwässerungsschacht mit einem Filtergehäuse und einem

Ionenaustauschmaterial anzugeben, wobei das Ionenaustauschmaterial in das Filtergehäuse aufgenommen ist. Erfindungsgemäß ist in dem Filtergehäuse oberhalb des Ionenaustauschmaterials ein Freiraum angeordnet, so dass das Ionenaustauschmaterial in dem Filtergehäuse frei schweben kann.

Bei der Erfindung ist also das Filtergehäuse insbesondere so gestaltet, dass das Ionenaustauschmaterial in einer losen Schüttung vorliegt, wobei sich oberhalb des Ionenaustauschmaterials ein Freiraum befindet. Auf diese Weise ist das Ionenaustauschmaterial in dem Filtergehäuse frei beweglich und kann bei

Durchströmung der Filtereinheit mit Abwasser in demselben frei schweben bzw. schwimmen. Das hat zur Folge, dass eine höhere Kontaktoberfläche zwischen dem Ablaufwasser und dem Ionenaustauschmaterial besteht, wodurch die

Reinigungs- bzw. Filterleistung verbessert wird. Insgesamt wird so eine hohe Adsorptionskapazität erreicht, insbesondere weil sich das freischwebende

Ionenaustauschmaterial gut im Abwasser verteilt.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass durch das freischwebende Ionenaustauschmaterial eine Verblockungsgefahr reduziert wird. Insbesondere wird vermieden, dass sich stationäre Strömungen ergeben, da sich das

Ionenaustauschmaterial ständig neu anordnen kann. So wird ein hoher

Entfernungsgrad an feinen, zu agglomerierenden Abwasserinhaltsstoffen erreicht. Insbesondere Schwermetalle im Ablaufwasser werden auf diese Weise effizient absorbiert.

Das freischwebende Ionenaustauschmaterial kann zudem gut durchflossen werden, wobei einzelne Partikel des Ionenaustauschmaterials durch die

Abwasserströmung mitgerissen werden. Das hat zur Folge, dass die Kontaktzeit bei einem hohen Volumenstrom des Abwasserstroms, beispielsweise bei

Starkregen, eine verlängerte Kontaktzeit mit dem Abwasser aufweist. Das erhöht die Ionenaustauschkapazität.

Um eine ausreichende Bewegungsfreiheit für das Ionenaustauschmaterial zu gewährleisten, ist vorteilhaft vorgesehen, dass das Ionenaustauschmaterial in einem Innenraum des Filtergehäuses angeordnet ist, dessen Volumen wenigstens dem 1,5-fachen, insbesondere wenigstens dem doppelten, insbesondere wenigstens dem dreifachen, Volumen des Ionenaustauschmaterials entspricht. Innerhalb dieses Innenraums kann sich das Ionenaustauschmaterial frei bewegen, insbesondere als einzelne Partikel frei in einem Abwasserstrom schweben. Bevorzugt ist außerdem vorgesehen, dass das Ionenaustauschmaterial eine untere Filterschicht bildet. Insgesamt kann die Filtereinheit mehrere

Filterschichten aufweisen, wobei die unterste Filterschicht vorzugsweise durch das frei schwebende Ionenaustauschmaterial gebildet ist. Oberhalb des

Ionenaustauschmaterials kann als obere Filterschicht ein Feinfiltermaterial angeordnet sein. Das freischwebende Ionenaustauschmaterial der unteren

Filterschicht bildet in diesem Fall einen zusätzlichen Schutz für die obere

Filterschicht, da durch die hohe Adsorptionsoberfläche im freischwebenden Ionenaustauschmaterial insbesondere (Schwer-)Metalle weitgehend aus dem Abwasser herausgefiltert werden. Damit wird eine Agglomeration des

Feinfiltermaterials der oberen Filterschicht vermieden. Die obere Filterschicht mit dem feinen Filtermaterial dient somit vorwiegend der Nachklärung bzw.

Feinreinigung.

Das Feinfiltermaterial und das Ionenaustauschmaterial können allgemein jeweils durch eine lose Schüttung von Gestein gebildet sein. Dabei ist bevorzugt vorgesehen, dass das Gestein des Feinfiltermaterials einen kleineren

Korndurchmesser als das Gestein des Ionenaustauschmaterials aufweist.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass der Freiraum zwischen dem Ionenaustauschmaterial und dem Feinfiltermaterial ausgebildet ist. Mit anderen Worten ist die obere Filterschicht oberhalb des Freiraums angeordnet, so dass der Freiraum vom Ionenaustauschmaterial genutzt werden kann, um mit einem Abwasserstrom zu schwimmen. Das Feinfiltermaterial dient zur Nachklärung.

Vorzugsweise ist das Ionenaustauschmaterial zwischen einem unteren

Filtervlies und einem mittleren Filtervlies angeordnet. Konkret kann das

Ionenaustauschmaterial auf dem unteren Filtervlies in loser Schüttung

angeordnet sein. Das untere Filtervlies kann dazu eine Porengröße aufweisen, die derart angepasst ist, dass das Ionenaustauschmaterial in dem Filtergehäuse gehalten wird.

Das Feinfiltermaterial kann zwischen dem mittleren Filtervlies und dem oberen Filtervlies angeordnet sein. Dabei ist das Feinfiltermaterial vorzugsweise fest und unbeweglich zwischen dem mittleren Filtervlies und dem oberen Filtervlies angeordnet bzw. eingespannt. Das mittlere Filtervlies trennt insoweit das Feinfiltermaterial von dem Ionenaustauschmaterial bzw. dem Freiraum oberhalb des Ionenaustauschmaterials.

Um ein Durchfallen des Feinfiltermaterials in die untere Filterschicht zu

vermeiden, weist das mittlere Filtervlies vorzugsweise eine Porengröße auf, die kleiner als die Korngröße des Feinfiltermaterials ist. Insbesondere kann das mittlere Filtervlies eine Porengröße aufweisen, die kleiner als die Porengröße des unteren Filtervlieses ist. Gleichzeitig kann das mittlere Filtervlies eine größere Porengröße als das obere Filtervlies aufweisen. Auf diese Weise tragen die Filtervliese selbst ebenfalls zur Reinigung des Abwassers bei, wobei gleichzeitig ein ausreichend hoher Volumenstrom durch die Filtereinheit gewährleistet ist. So kann bei guter Filterleistung ein Überlaufen eines Entwässerungsschachts bei hoher Abwassermenge, z. B. bei Starkregen, vermieden werden.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass der Freiraum zwischen dem Ionenaustauschmaterial und dem mittleren Filtervlies angeordnet ist. Das Filtervlies und das mittlere Filtervlies begrenzen somit den Innenraum des Filtergehäuses, in dem das Ionenaustauschmaterial und der Freiraum angeordnet sind. So ist gewährleistet, dass das Volumen des

Innenraums im Wesentlichen konstant bleibt.

Zur Erhöhung der Stabilität der erfindungsgemäßen Filtereinheit kann außerdem vorgesehen sein, dass das untere Filtervlies, das mittlere Filtervlies und/oder das obere Filtervlies jeweils auf einer Trägerplatte aufliegen, die mit dem

Filtergehäuse verbunden ist.

Ein nebengeordneter Aspekt der Erfindung betrifft außerdem eine Filteranordnung mit einer zuvor beschriebenen Filtereinheit und einem hydrodynamischen

Feststoffabscheider. Die Filtereinheit kann in dem Feststoffabscheider so angeordnet sein, dass ein Abwasserstrom nach Durchströmen des

Feststoffabscheiders von unten in die Filtereinheit gelangt.

Der Feststoffabscheider kann dazu dienen, gröbere Feststoffe aus dem

Abwasserstrom zu entfernen. Dabei wird das Abwasser nach unten geleitet, wo es an den Zulauf der Filtereinheit gelangt. Über den Zulauf der Filtereinheit gelangt das Abwasser von unten in die untere Filterschicht und wird anschließend durch das Ionenaustauschmaterial geleitet, welches wegen des darüber angeordneten Freiraums im Abwasserstrom frei schwebt. Der Abwasserstrom gelangt von dort in die obere Filtereinheit und wird darin nachgeklärt.

Bevorzugt ist es, wenn die Filtereinheit koaxial innerhalb des Feststoffabscheiders angeordnet ist. Das gewährleistet einen konstanten Zufluss von Abwasser in die Filtereinheit.

Im Rahmen der vorliegenden Anmeldung wird außerdem ein

Entwässerungsschacht mit einer zuvor beschriebenen Filtereinheit bzw. einer zuvor beschriebenen Filteranordnung offenbart und beansprucht.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die beigefügte, schematische Zeichnung näher erläutert. Darin zeigt die einzige Figur schematisch einen Schichtaufbau einer erfindungsgemäßen Filtereinheit nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel.

Die erfindungsgemäße Filtereinheit dient vorzugsweise zum Reinigen von

Abwasser, welches mit Feststoffpartikeln und/oder gelösten Stoffen belastet ist. Insbesondere eignet sich die erfindungsgemäße Filtereinheit zum Reinigen von Oberflächenwasser aus Straßenabläufen. Dabei kann die Filtereinheit in einer, vorzugsweise wechselbaren, Filterpatrone angeordnet sein bzw. eine Filterpatrone bilden. Es ist jedoch auch möglich, die Filtereinheit unmittelbar bzw. fest in einem Baukörper, bspw. einem Entwässerungsschacht, anzuordnen, d.h. nicht als wechselbare Filterpatrone vorzusehen.

Im Allgemeinen kann vorgesehen sein, die Filtereinheit in einen

Entwässerungsschacht zu integrieren oder den Entwässerungsschacht mit einer Filterpatrone auszustatten, die die erfindungsgemäße Filtereinheit aufweist.

Ein solcher Entwässerungsschacht umfasst vorzugsweise die Filtereinheit und einen hydrodynamischen Feststoffabscheider. Der hydrodynamische

Feststoffabscheider dient dazu, gröbere Feststoffe aus dem Abwasserstrom zu entfernen. Vorzugsweise ist die Filtereinheit koaxial innerhalb des

hydrodynamischen Feststoffabscheiders, der im Wesentlichen eine Zylinderform aufweisen kann, angeordnet. Dabei liegt die Filtereinheit vorzugsweise ebenfalls in einer Zylinderform vor bzw. ist in einem vorwiegend zylinderförmigen

Innenbehälter angeordnet.

Die beigefügte, schematische Zeichnung zeigt in einer perspektivischen

Schnittansicht den Aufbau einer erfindungsgemäßen Filtereinheit nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel.

Die Filtereinheit weist insgesamt ein Filtergehäuse 1 auf, das eine zylinderförmige Umfangswand 2, ein Zulaufgitter 3 und ein Ablaufgitter 4 umfasst. Ferner ist zwischen dem Zulaufgitter 3 und dem Ablaufgitter 4 ein Zwischengitter 12 vorgesehen. Der Abstand zwischen dem Zwischengitter 12 und dem Ablaufgitter 4 ist dabei kleiner als der Abstand zwischen dem Zwischengitter 12 und dem

Zulaufgitter 3. Das Zulaufgitter 3 und das Ablaufgitter 4 begrenzen das

Filtergehäuse 1 an den jeweils längsaxialen Enden.

Das Zulaufgitter 3, das Zwischengitter 12 und das Ablaufgitter 4 tragen jeweils ein Filtervlies 5, 6, 7, welches in der Zeichnung aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht explizit dargestellt, jedoch mittels Bezugszeichen angedeutet ist. Konkret können das Zulaufgitter 3, das Zwischengitter 12 und das Ablaufgitter 4 jeweils aus zwei, vorzugsweise identischen, Gitterelementen gebildet sein, zwischen welchen jeweils das Filtervlies 5, 6, 7 eingespannt ist.

Das untere Filtervlies 5 dient als Auflage für eine lose Schüttung eines

Ionenaustauschmaterials 8. Das Ionenaustauschmaterial ist durch ein

Gesteinsmaterial gebildet, das der Filtration und Adsorption sowie dem

Ionenaustausch dient.

Oberhalb des Ionenaustauschmaterials 8 ist ein Freiraum 10 ausgebildet. Der Freiraum 10 ist direkt oberhalb des Ionenaustauschmaterials 8 angeordnet, so dass das Ionenaustauschmaterial 8 sich in den Freiraum 10 hinein bewegen kann. Bei Durchströmung des Filtergehäuses 1 mit Abwasser kann das

Ionenaustauschmaterial 8 durch die Strömung mitgerissen werden und sich fein im Innenraum 11 des Filtergehäuses 1 verteilen.

Der Innenraum 11 ist oberhalb des Freiraums 10 durch das Zwischengitter 12 begrenzt, das ein mittleres Filtervlies 6 trägt. Mit anderen Worten ist der Innenraum 11 begrenzt durch das untere Filtervlies 5, das mittlere Filtervlies 6 und die Umfangswandung 2 des Filtergehäuses 1.

Auf dem mittleren Filtervlies 6 liegt ein Feinfiltermaterial 9 auf, das aus Gründen der Übersichtlichkeit ebenfalls lediglich mittels Bezugszeichen in der beigefügten Zeichnung angedeutet ist. Das Feinfiltermaterial 9 ist durch ein Gesteinsmaterial gebildet, wobei die Korngröße des Gesteinsmaterials des Feinfiltermaterials 9 kleiner als die Korngröße des Ionenaustauschmaterials 8 ist. Das

Feinfiltermaterial 9 ist außerdem mit einem oberen Filtervlies 7 bedeckt, das vom Ablaufgitter 4 getragen wird. Dabei ist das Feinfiltermaterial 9 zwischen dem mittleren Filtervlies 6 und dem oberen Filtervlies 7 im Wesentlichen unbeweglich eingespannt. Mit anderen Worten kann das Feinfiltermaterial 9 im Abwasserstrom nicht schweben.

Das obere Filtervlies 7 ist vorzugsweise direkt am Ablaufgitter 4 angeordnet bzw. mit dem Ablaufgitter 4 fest verbunden. Im Wesentlichen kann vorgesehen sein, dass alle Filtervliese 5, 6, 7 jeweils mit Trägerplatten verbunden sind, die mit der Umfangswandung 2 des Filtergehäuses 1 verbunden sind. Die Trägerplatten bilden vorzugsweise Gitter, so dass eine Durchströmung des Filtergehäuses 1 vom Zulaufgitter 3 bis zum Ablaufgitter 4 gewährleistet ist.

Die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Filtereinheit wird im Folgenden näher erläutert.

Abwasser, welches beispielsweise über einen hydrodynamischen

Feststoffabscheider über das untere Zulaufgitter 3 in das Filtergehäuses 1 gelangt, wird zunächst durch das untere Filtervlies 5 geleitet. Das untere

Filtervlies 5 hindert grobes Sedimentmaterial daran, durch das Filtergehäuse 1 zu fließen. Gleichzeitig dient das untere Filtervlies 5 als Aufstandfläche für das Gesteinsmaterial des Ionenaustauschmaterials 8, d.h. der unteren Filterschicht.

Das so von grobem Sedimentmaterial befreite Abwasser gelangt an das

Ionenaustauschmaterial 8 und reißt das Ionenaustauschmaterial 8 teilweise mit sich. Das Ionenaustauschmaterial 8 schwebt somit frei im Abwasserstrom, so dass die einzelnen (Gesteins-)Partikel des Ionenaustauschmaterials 8

vollumfänglich von Abwasser umströmt werden. Damit vergrößert sich die Kontaktfläche mit dem Ionenaustauschmaterial 8, was zu einer erhöhten

Ionenaustauschkapazität und erhöhten Adsorptionskapazität führt.

In diesem Zusammenhang ist es vorteilhaft, wenn das im Innenraum 11 zur Verfügung stehende Volumen für die freie Beweglichkeit des

Ionenaustauschmaterials 8 doppelt so groß oder dreimal so groß wie das Volumen des Ionenaustauschmaterials 8 selbst ist. Andere Verhältnisse sind

selbstverständlich möglich, sofern der Innenraum 11 ein größeres Volumen als das Ionenaustauschmaterials 8 aufweist. Beispielsweise kann das

Ionenaustauschmaterial 8 in einer Schüttung mit einer Höhe von 10 cm vorliegen, wobei der darüber angeordnete Freiraum 10 ebenfalls eine Höhe von 10 cm aufweist. Die untere Filterschicht weist somit eine Gesamthöhe von 20 cm auf.

Das auf die oben beschriebene Weise vorgereinigte Abwasser gelangt daraufhin durch das mittlere Filtervlies 6 in die obere Filterschicht. Die obere Filterschicht ist durch das Feinfiltermaterial 9 gebildet, das eine kleinere Korngröße als das Ionenaustauschmaterial 8 aufweist. Im Feinfiltermaterial 9 erfolgt eine

Nachklärung des durchgeleiteten Abwassers.

Anschließend strömt das Abwasser über das obere Filtervlies 7 und das

Ablaufgitter 4 ab. Das obere Filtervlies 7 weist dabei eine Porengröße auf, die kleiner als die Korngröße des Feinfiltermaterials 9. So wird vermieden, dass Feinfiltermaterial aus dem Filtergehäuse 1 ausgeschwemmt wird.

Durch das im Freiraum 10 freischwebende Ionenaustauschmaterial 8 ergibt sich ein besonders vorteilhafter Effekt. Die Schwimmstärke des

Ionenaustauschmaterials 8 ist nämlich von der Fließgeschwindigkeit des

Abwassers durch das Filtergehäuse 1 abhängig. Insbesondere bei starkem

Regenfall und somit einem hohen Volumenstrom des durch das Filtergehäuse 1 geleiteten Abwassers ergibt sich eine starke Bewegung des

Ionenaustauschmaterials 8. Bei einem geringen Volumenstrom des Abwassers, beispielsweise bei Schwachregen, bewegt sich das Ionenaustauschmaterial 8 kaum. Damit passt sich die Beweglichkeit des Ionenaustauschmaterials 8 dynamisch an den Filterbedarf an.

Vor allem durch die starke Bewegung des Ionenaustauschmaterials 8 bei

Starkregen wird vermieden, dass die Filtereinheit verstopft. Insgesamt wird durch die Bewegung des Ionenaustauschmaterials 8 erreicht, dass das Zuwachsen der Filtereinheit mit Mikroorganismen weitgehend vermieden wird, so dass eine darauffolgende Verstopfungsproblematik kaum mehr auftreten kann.

Ein weiterer Effekt, der durch das schwebende Ionenaustauschmaterial 8 erreicht wird, ist eine Verbesserung der Reinigungsleistung. Da eine größere

Ionenaustauschoberfläche zur Verfügung steht, wird bereits in der unteren Filterschicht eine gute Reinigungsleistung erreicht. Folglich wird ein Verstopfen der oberen Filterschicht, deren Feinfiltermaterial 9 eine kleinere Korngröße aufweist, ebenfalls vermieden.

Generell können das Ionenaustauschmaterial 8 und das Feinfiltermaterial 9 dieselben oder unterschiedliche Gesteinsmaterialien umfassen. Dabei wird die Art des Gesteinsmaterials je nach Bedarf gewählt. Dies ist insbesondere abhängig von dem jeweiligen Adsorptions- und/oder Ionenaustauscherfordernis. Konkret ist dabei zu beachten, welche Abwasserqualität zu erwarten ist.

Bei Abwasser mit hohem Schwermetallanteil ist beispielsweise eine hohe

Ionenaustauschkapazität vorteilhaft. Bei Abwasser, das komplexe Verbindungen enthält, ist möglicherweise eine hohe Adsorptionseigenschaft des

Gesteinsmaterials gewünscht. Insofern können das Ionenaustauschmaterial 8 und/oder das Feinfiltermaterial 9 durch Gesteinsmaterial mit unterschiedlichen Eigenschaften gebildet sein.

Die Erfindung ist sowohl mit künstlichem, als auch mit natürlichem

Gesteinsmaterial realisierbar. Besonders zweckmäßig ist es jedenfalls, wenn das Ionenaustauschmaterial 8 und das Feinfiltermaterial 9 unterschiedliche

Korngrößen aufweisen.

Bezugszeichenliste

1 Filtergehäuse

2 Umfangswandung

3 Zulaufgitter

4 Ablaufgitter

5 unteres Filtervlies

6 mittleres Filtervlies oberes Filtervlies Ionenaustauschmaterial Feinfiltermaterial Freiraum

Innenraum

Zwischengitter