SANGI, Daryoush (Erikastr. 55 B, Hamburg, 20251, DE)
Patentansprüche:
1. Filtereinheit zur Reinigung von Luft mit wenigstens einer Filterschicht (5, 7), dadurch gekennzeichnet, dass in der Filtereinheit (1) zusätzlich eine Heizeinrichtung (4) zum Beheizen der Luft vorgesehen ist.
2. Filtereinheit nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (4) in Luft-Strömungsrichtung vor der Filterschicht (5,7) vorgesehen ist.
3. Filtereinheit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Einrichtung (6) zur Einbringung eines Sterilisationsmittels auf und/oder in die wenigstens eine Filterschicht (5,7) vorgesehen ist.
4. Filtereinheit nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sterilisationsmittel mittels eines gasförmigen Mediums mit einer Temperatur oberhalb einer Aktivierungstemperatur des Sterilisationsmittels aktivierbar ausgebildet ist.
5. Filtereinheit nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erwärmung des gasförmigen Mediums die innerhalb der Filtereinheit (1) angeordnete Heizeinrichtung (4) vorgesehen ist.
6. Filtereinheit nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Sterilisationsmittel H 2 O 2 und/oder als gasförmiges Medium Luft vorgesehen ist.
7. Verfahren zur Sterilisation einer Filtereinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein dampfförmiges und/oder flüssiges Sterilisationsmittel in die Filtereinheit (1) und/oder in die wenigstens eine Filterschicht (5,7) eingebracht wird und dass im Anschluss das Sterilisationsmittel mittels eines gasförmigen Mediums mit einer Temperatur oberhalb einer Aktivierungstemperatur des Sterilisationsmittels aktiviert wird, wobei das gasförmige Medium mittels der innerhalb der Filtereinheit (1 ) vorgesehenen Heizeinrichtung (4) erwärmt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Sterilisationsmittel H 2 O 2 und/oder als gasförmiges Medium Luft verwendet wird. |
Filtereinheit
Die Erfindung betrifft eine Filtereinheit zur Reinigung von Luft mit wenigstens einer Filterschicht sowie ein Verfahren zur Sterilisation einer derartigen Filtereinheit.
Filtereinheiten zur Reinigung von Luft sind in unterschiedlichen Ausgestaltungen bekannt. In Fällen, in denen eine besonders hohe Filterleistung, insbesondere im Hinblick auf die Entfernung von Partikeln ab einer Größe von 0,1 μm, benötigt wird, kommen sogenannte HEPA-Filter zum Einsatz. Diese ermöglichen es, Schwebstoffe und andere Partikel in der zu filternden Luft über einen weiten Größenbereich zu entfernen, wobei es Ausgestaltungen gibt, welche Partikel ab einer Größe von 0,1 μm zu 99,999 % aus der Umgebungsluft entfernen. Eine derartige Filterleistung wird zur Erzeugung und Erhaltung von Rein- und Reinstraum-Bedingungen benötigt, sei es zur Chip-Produktion, in Operationsräumen oder für aseptische Anlagen zur Behandlung von Behältern - wie beispielsweise Flaschen oder Dosen- oder zur Füllung derartiger Behälter.
Bei den letzten beiden Anwendungsfällen muss eine aseptische Atmosphäre aufrecht erhalten werden, d.h. schädliche Keime, Sporen und dergl., müssen möglichst vollständig aus der Umgebungsluft ferngehalten werden, wozu zweckmäßigerweise die zugeführte Luft bereits durch Filterung von derartigen Substanzen befreit wird.
Gelegentlich kann es nötig werden, derartige Filter zu sterilisieren, beispielsweise um ihre Filterleistung aufrecht zu erhalten oder im Falle von Wartungs- oder Reparaturarbeiten.
Zur Sterilisation derartiger Filter kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, unter anderem die Behandlung mit chemischen Desinfektionsmitteln oder die Bestrahlung mit UV-Licht. Zur chemischen Desinfektion kann beispielsweise Wasserstoffperoxid oder Formaldehyd verwendet werden.
Die bekannten Sterilisationsverfahren für derartige Filtersysteme haben eine Reihe von Nachteilen. Viele chemische Desinfektionsmittel, wie z.B. Formaldehyd, sind übelriechend, krebserregend oder auf sonstige Art und Weise gesundheitsschädlich, was ihre Anwendung aufwändig, teuer und risikoreich macht. Zur Bestrahlung mit UV-Licht sind aufwändige Bestrahlungseinrichtungen nötig. Bei der Verwendung
externer Bestrahlungseinrichtungen müssen die Filterelemente in unsterilisiertem Zustand aus ihrem Gehäuse entnommen werden, was je den, in den Filtern enthaltenen Filterrückständen gefährlich sein kann. Außerdem ist der Filter während derartiger Arbeiten nicht funktionsfähig. Die Integration entsprechender Bestrahlungseinrichtungen ist häufig unwirtschaftlich.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Filtereinheit sowie ein Verfahren zur Sterilisation einer derartigen Filtereinheit zur Verfügung zu stellen, das eine sichere und erfolgreiche Sterilisation des Filters ermöglicht und gleichzeitig zu wirtschaftlichen Kosten realisierbar ist.
Die Erfindung erreicht dies durch eine Filtereinheit gemäß Patentanspruch 1 sowie durch ein Verfahren zur Sterilisation einer derartigen Filtereinheit gemäß Anspruch 7.
Die eigentliche Filtersterilisation geschieht bei dem erfindungsgemäßen Verfahren mittels eines dampfförmigen oder flüssigen Sterilisationsmittels, das durch Zuführung einer bestimmten Wärmemenge T 1 die es über eine Aktivierungstemperatur erhitzt, aktivierbar ist. Vorzugsweise handelt es sich bei dem Sterilisationsmedium um Wasserstoffperoxid (H 2 O 2 ).
Dazu wird das Sterilisationsmittel in die Filtereinheit bzw. je nach deren Aufbau, in oder auf die Filterschichten, gebracht und im Anschluss durch Zuführung von heißer Luft über seine Aktivierungstemperatur erhitzt. Auf diese Weise wird eine Zerfallsreaktion gestartet, bei der unter anderem freie Radikale entstehen, die neben weiteren Reaktionen im Inneren des Filters vorhandene Mikroorganismen, Keime und dergl., abtöten. Am Ende der Reaktion bleibt dann im Wesentlichen Wasser und einige Zerfallsprodukte übrig.
Bei der erfindungsgemäßen Filtereinheit ist hierzu eine Heizeinrichtung zum Beheizen der zu filternden Luft vorgesehen. Diese ermöglicht es, die Luft unmittelbar in der Filtereinheit auf die zur Aktivierung nötige Temperatur zu erhitzen, was eine überraschend einfache und kostensparende Konstruktion ermöglicht.
Durch derartige Filtereinheiten mit integrierter Heizeinrichtung lassen sich diverse Vorteile in der Prozessführung bei mit derartigen Filtereinheiten ausgestatteten Anlagen erzielen. So lässt sich neben der beschriebenen einfachen Sterilisierung der Filter selbst, temperierte gefilterte Luft unmittelbar und einfach der Anlage zuführen. Durch die Integration beispielsweise elektrisch beheizbarer Heizelemente ist eine einfache Steuerung der Temperatur möglich. Aufwändige zusätzliche Heizeinrichtungen im Inneren der Reinräume oder externe Heizeinrichtungen mit
Transporttemperaturverlusten können entfallen. Die Heizelemente befinden sich außerhalb der Reinräume, was eine Wartung, Reparaturen oder den Austausch derartiger Elemente stark vereinfacht, da ein Zugriff in das Innere des Reinraumes nicht erfolgt.
Zusätzlich können derartige Filterelemente auch zur Unterstützung von Sterilisationsprozessen im Inneren des Reinraumes dienen, wenn diese mit einem ähnlichen Verfahren, wie der Filter selber, also beispielsweise durch Benutzung von H2O2 sterilisiert werden. In diesem Fall wird das Innere des Reinraumes mit einer ausreichenden Menge an flüssigem und/oder dampfförmigem Sterilisationsmittel versorgt und dieses durch Zuführung einer ausreichenden Menge temperierter Luft, die, wie beschrieben, durch die erfindungsgemäßen Filtereinheiten einfach und präzise erzeugt werden kann, aktiviert, so dass die Reaktion auch im Inneren des Reinraumes abläuft.
Diese und weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, die, genau wie die Haupt- und Nebenansprüche, zum Gegenstand der Beschreibung gemacht werden.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der beigefügten Zeichnung, die in ihrer einzigen Abbildung eine schematische dreidimensionale Ansicht einer erfindungsgemäßen Filtereinheit zeigt.
Eine allgemein mit 1 bezeichnete Filtereinheit zur Reinigung von Luft in flächiger Schichtbauweise ist in der Figur näher dargestellt. Sie ist in einem nicht näher dargestellten Gehäuse angeordnet und mit Luftzu- und Abführungen versehen oder mit ihrer Unterseite unmittelbar an einem mit Luft zu versorgenden Reinraum befestigt.
An der Luftzuführungsseite der Filtereinheit 1 ist eine vorgeschaltete Grobfilterschicht 2 angeordnet, die zur Entfernung grober Partikel und Verunreinigung aus der angesaugten Luft dient, um die dahinter liegenden eigentlichen Filterschichten zu entlasten. Darunter angeordnet befindet sich ein steuerbares Gebläse 3, das für den gewünschten Luftstrom durch die Filtereinheit 1 sorgt. Alternativ kann das Gebläse auch außerhalb der Filtereinheit 1 angeordnet sein.
Im Anschluss daran befindet sich eine elektrische Heizeinrichtung 4.
Sie kann beispielsweise in herkömmlicher Lamellenbauweise aufgebaut sein und weist eine der Filterleistung der Einheit angepasste Nennheizleistung auf. Für eine
Filterleistung von 1.500 m 3 /Stunde und eine Erwärmung des Luftstromes auf 80°C hat sich eine Heizleistung der Heizeinrichtung 4 von etwa 36 kW als zweckmäßig erwiesen.
Im Anschluss an die Heizeinrichtung 4 befindet sich eine erste HEPA (High Efficiency Particulate Air) Filterschicht 5 bzw., je nach Anwendung, eine ULPA-Filterschicht z.B. der Klasse U 16, die die eigentliche Filterung von Schwebstoffen, Mikroorganismen und dergl. ermöglicht. Hieran schließt sich eine Sterilisationsschicht 6 an, mittels derer flüssiges oder dampfförmiges H 2 O 2 in die Filterschicht 5 eingebracht werden kann. Im Anschluss an die Sterilisationsschicht 6 ist eine weitere HEPA- bzw. ULPA- Filterschicht 7 angeordnet, die ebenfalls von der Sterilisationsschicht 6 mit flüssigem und/oder dampfförmigem H 2 O 2 versorgt werden kann. In Ausgestaltung der Erfindung ist es auch möglich, nur eine der beiden Filterschichten 5 bzw. 7 zu verwenden oder weitere Filterschichten hieran anzuschließen.
Im Normalbetrieb wird durch das steuerbare Gebläse 3 der nötige Frischluftstrom angesaugt, durch die regelbare Heizeinrichtung 4 auf die nötige Temperatur erwärmt und im Anschluss durch die Filterschichten 5 und 7 gereinigt, so dass am Ende ein hochreiner Luftstrom im angeschlossenen Raum zur Verfügung steht, der, je nach Ausgestaltung der Filterschichten, zu 99,9 % frei von Staubpartikeln oder Mikroorganismen größer als 0,1 bis 0,3 μm ist bzw. durch Verwendung noch leistungsfähiger ULPA-Filterschichten zu 99,999 % frei von den genannten Partikeln, Viren, Bakterien, Milbeneiern und Ausscheidungen, Pollen und dergl. ist.
Soll beispielsweise in einem regelmäßigen Sterilisationszyklus oder für außerplanmäßige Wartungsarbeiten und dergl. der Filter selbst sterilisiert werden, geschieht das mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wie folgt:
Zunächst wird von der Sterilisationsschicht 6 flüssiges bzw. dampfförmiges H 2 O 2 in die beiden Filterschichten 5 und 7 in ausreichender Menge eingebracht. Hierzu kann zeitweise das Gebläse 3 deaktiviert werden. Ist eine ausreichende Sättigung von H 2 O 2 in den Filterschichten erreicht, wird die Heizeinrichtung 4 aktiviert und mittels des Gebläses 3 heiße Luft durch die H 2 O 2 enthaltenden Filterschichten geleitet. Hierdurch wird das Sterilisationsmedium über seine Aktivierungstemperatur hinaus erhitzt, so dass ein Zerfallsprozess beginnt, bei dem als Zwischenprodukte unter anderem freie Radikale entstehen, die für eine Zersetzung der enthaltenen Mikroorganismen und dergl. sorgen. Nach Ablauf der Reaktion, für deren Dauer nach der Aktivierung das Gebläse 3 in Ausgestaltung wieder ausgeschaltet werden kann, bleiben als Reaktionsprodukte im Wesentlichen Wasser sowie einige Zerfallsreste
über. Durch Aktivierung des Gebläses 3, ggf. in Kombination mit der Aktivierung der Heizeinrichtung 4, können daraufhin die Filterschichten 5 und 7 getrocknet und die überschüssigen Zerfallsprodukte ausgeblasen werden.
Alternativ kann das Gebläse 3 hierzu auch in entgegengesetzter Förderrichtung betrieben werden, um den angeschlossenen Reinraum nicht zu belasten. Dies ist unnötig, sofern die Filtersterilisation im Rahmen eines gemeinsamen Sterilisationszyklus mit dem angeschlossenen Reinraum erfolgt.
Die Erfindung ist nicht auf das vorstehende Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern kann in vielfältiger Hinsicht abgewandelt werden, ohne den Grundgedanken zu verlassen. So ist beispielsweise die Filtergeometrie nicht auf die beschriebene Stapelbauweise beschränkt, sondern kann auch bei zylinderförmigen Filteranordnungen oder Radialfiltern, bei denen die Filterschichten koaxial zueinander angeordnet sind, verwendet werden. Auch die Anzahl und Anordnung der Filterschichten kann je nach Anforderungen verändert werden, wobei nicht alle Filter zwangsläufig sterilisierbar ausgestaltet sein müssen. Auch können neben H 2 O 2 unter Umständen andere thermisch aktivierbare flüssige und/oder dampfförmige Sterilisationsmittel verwendet werden.
Bezugszeichenliste
1 Filtereinheit
2 Grobfilterschicht
3 Gebläse
4 Heizeinrichtung
5 erste Filterschicht
6 Sterilisationsschicht
7 zweite Filterschicht
