JANKO, Wilhelm (Naglergasse 5, Graz, A-8010, AT)
TRUMMER, Bernd (Grüne Gasse 35, Graz, A-8020, AT)
HACKL, Gernot (Hauptstraße 42, Trofaiach, A-8793, AT)
SORGER, Robert (Montanstraße 33, Trofaiach, A-8793, AT)
JANKO, Wilhelm (Naglergasse 5, Graz, A-8010, AT)
TRUMMER, Bernd (Grüne Gasse 35, Graz, A-8020, AT)
HACKL, Gernot (Hauptstraße 42, Trofaiach, A-8793, AT)
| P at ent an s p r ü c h e 1. Feuerfester keramischer Prall topf mit folgenden Merkmalen in seiner Funktionsposition: 1.1 einem Boden (10) mit einer unteren Grundfläche (10g) und einer oberen Prall fläche (10p), 1.2einer, aus mehreren Abschnitten (20a-d) bestehenden Wand (20), die sich vom Boden (10) nach oben bis zu einem freien Ende (20k) erstreckt, wobei die Wand (20) mit ihrer Innenseitc (20i) und die Prallfläche (10p) einen Raum (30) begrenzen, der an seinem, dem Boden (10) gegenüberliegenden oberen Ende offen ist, 1.3 mindestens ein Abschnitt (20a) der Wand (20) weist mindestens eine Öffnung (40) auf. die von der Innenseite (20i) durchgehend zur Außenseite (20s) der Wand (20) verläuft und von gegenüberliegenden Flanken (40f) begrenzt wird, 1.4die Öffnung (40) besitzt folgendes Querschnittsprofil: 1.4.1 in Umfangs ichtung der Wand (20) betrachtet weist die Öffnung (40) ihre größte B eite (Bg) benachbart dem freien Ende (20k) auf, 1.4.2 in Umfangsrichtung der Wand (20) betrachtet besitzt die Öffnung (40) ihre kleinste Breite (Bk) dem Boden (10) benachbart. 1.4.3 die größte Breite (Bg) der Öffnung beträgt mehr als 5% des Gesamtumfangs der Wand (20) des Pralltopfes, 1.4.4 in Längsrichtung, vom oberen freien Ende (20k) der Wand (20) vertikal nach unten in Richtung Boden, erstreckt sich die Öffnung mit einem Profil, bei dem mehr als 70% ihres Querschnitts in der oberen Hälfte der Wand (20), dem freien Ende (20k) der Wand (20) benachbart, verlaufen. 2. Prailtopf nach Anspruch 1. bei dem die Öffnung (40) im Bereich zwischen größter Breite (Bg) und kleinster B eite (Bk) gewölbte Flanken (40f) aufweist, 3. Prall topf nach Anspruch 1, bei dem die Öffnung (40) im Bereich zwischen größter Breite (Bg) und kleinster Breite (Bk) in Bezug auf eine Mittenlängsachse der Öffnung (40) gewölbte Flanken (40f) aufweist. 4. Prall topf nach Anspruch 1 , bei dem die Öffnung (40) im Abstand zum Boden (10) endet. 5. rall topf nach Anspruch 4, bei dem die Innenseite (20i) der Wand (20) zwischen der Prallfläche (10p) des Bodens (10) und der Öffnung (40), mit einer Neigung <90 Grad zur Horizontalen verläuft. 6. Pralltopf nach Anspruch 4, bei dem sich die Öffnung (40) über mindestens 20% und aximal 90% der Höhe (H) der Wand (20) erstreckt. 7. Pralltopf nach Anspruch 1, bei dem die Öffnung (40) vom freien Ende (20k) bis zum Boden (10) verläuft. 8. Pralltopf nach Anspruch 1 , bei dem korrespondierende Flanken (40f) der Öffnung (40) zwischen einer Innenseite (20i) der Wand (20) und einer korrespondierenden Außenseite (20s) der Wand (20) mit größer werdendem Abstand verlaufen. 9. Pralltopf nach Anspruch 8, bei dem die korrespondierenden Flanken (40f) der Öffnung (40) in einer Richtung zwischen Innenseite (201) der Wand (20) und korrespondierender Außenseite (20s) der Wand (20) zur Umgebung hin gewölbt sind. 10. Pralltopf nach Anspruch 1 mit vier Abschnitten (20a-d) der Wand (20), wobei benachbarte Abschnitte (20a-20b, 20b-20c.20c-20d, 20d- 20a) im Wesentlichen im rechten Winkel zueinander verlaufen. 11. Pralltopf nach Anspruch 1, bei dem die Öffnung (40) spiegelsymmetrisch zu einer Ebene ausgebildet ist, die senkrecht von der Innenseitc (20i) der Wand (20) absteht. 12. Pralltopf nach Anspruch 1, deren oberes freies Ende (20k) nach innen, zum Raum (30) hin, umgelenkt oder verbreitert ist. |
B e s c h r e i b un
Die Erfindung betrifft einen feuerfesten keramischen Prall top f.
Ein gattungsgemäßer Pralltopf ist beispielsweise aus folgenden Druckschriften bekannt: DE 10235867 B3. DE 10202537 Cl, US 5,358,551.
In allen Fällen geht es darum, Turbulenzen in einem metallurgischen Gefäß zu reduzieren, die sich ergeben, wenn eine Metallschmelze auf eine feste Unterlage trifft. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn eine
Metallschmelze aus einer Pfanne (ladle) mit einer ferrostati sehen Höhe von mehreren Metern auf den Boden eines Verteilers (tundish) trifft.
Der Pralltopf gemäß US 5,358,551 hat eine klassische Topfform, bei der der obere freie Endabschnitt der Wand nach innen umgelenkt ist. Die Metallschmelze strömt nach Auftreffen auf den Boden des Pralltopfes zunächst entlang des Bodens, dann aufwärts entlang der Innenseite der
Wand und schließlich um die verjüngte Pralltopföffniing herum nach oben in das Verteilergefäß.
Bei der Variante gemäß DE 10235867 B3 ist der Prall topf a seinem oberen offenen Ende mit einem so genannten Diffusor ausgebildet, das heißt, der Querschnitt des Pralltopfes wird zum oberen Austrittsende hin größer, um die kinetische Energie der ausströmenden Schmelze zu reduzieren.
Der Vorschlag gemäß DE 10202537 C 1 sieht einen Pralltopf vor, dessen Wand mindestens einen Schlitz aufweist, der sich durchgehend vom Rand (dem oberen freien Ende der Wand) bis zum Boden erstreckt, wobei die Schlitzbreite an der breitesten Stelle weniger als 10 % der in der Richtung der Breite vorhandenen Abmessung des Grundrisses betragen soll.
Üblicherweise haben Prallt fe eine kreisförmige oder rechteckige Grundfläche. Entsprechend ist die Wand endlos beziehungsweise sie besteht aus vier Wandabschnitten. Die Grundfläche (der Grundriss) kann auch anders sein, beispielsweise oval oder eiförmig. Erfindungsgemäß wird insbesondere von Pralltöpfen ausgegangen, die bezüglich einer vertikalen Ebene spiegelbildlich (spiegeisymmetrisch) ausgebildet sind. Nachstehende Angaben beziehen sich jeweils auf eine übliche Funktionsstellung des Pralltopfes (Funktionsposition), bei der der Boden des Pralltopfes auf oder in einem Boden eines metallurgischen Gefäßes liegt und sich die Wand des Pralltopfes im Wesentlichen senkrecht vom Boden und damit im Wesentlichen senkrecht vom Boden des metallurgischen Gefäßes nach oben erstreckt.
Der Pralltopf gemäß DE 102 02 537 C l führt dazu, dass Metallschmelze, die in den Pralltopf gelangt, zumindest teilweise durch den wandseitigen Schlitz seitlich abfließt. Aufgrund der relativ geringen Schl i tzbreit e kann die durch den Schlitz fließende Schmelze eine erhebliche Strömungsgeschwindigkeit aufweisen. Hierdurch werden zusätzliche Strömungsturbulenzen verursacht.
Der Aufsatz„Meli Flow Characterization in Continuous Casting
Tundishes" (ISIJ International, Vol. 36 ( 1996), No . 6, p . 667-672 ) de fi n i ert e ine so genannte Pfropfenströmung (plug flow), bei der al l e
Fiuidelemente di e g l eiche Verweilzeit (Aufenthaltszeit, residence time) im Tundish habe n und ein sogenanntes T tv l umen ( dead volume) . Das
Totvoiumen charakterisiert den Fluidanteil, dessen Verweilzeit mehr als doppelt so groß ist als die durchschnittliche Verweilzeit der Schmelze im Tundish.
Diese Charakterisierungen werden phänomenologisch nachstehend auf die Strömung einer Metallschmelze in einem Tundish übertragen, in dem ein erfindungsgemäßer Pralltopf (impact päd. impact pot) integriert ist. Aufgabe der Erfindung ist es, einen Prall topf bereitzustellen, der folgende
Optimierungen erlaubt:
gezielte Führung der Metallschmelze im Prall topf und Tundish
Minimierung von Strömungsturbulenzen im Tundish
geringer Verschleiß des Prall opfes
hoher Fluidanteil mit Pfropfenströmung im Tundish
kleines Totvolumen im Tundish
günstige Herstellungskosten des Pralltopfes.
Um einen Pralltopf zu schaffen, der möglichst viele dieser Anforderun en erfüllt, wurden umfangreiche Versuche und Untersuchungen durchgeführt. insbesondere in Hinblick auf ein verbessertes Strömungsverhalten der Metallschmelze. Dabei wurde untersucht:
das Strömungsverhalten der Schmelze nach Auftreffen auf dem
Boden des Pralltopfes,
- der Strömungsverlauf der Schmelze im Pralltopf
das Strömungsverhalten der Schmelze beim Verlassen des
Pralltopfes,
das Strömungsverhalten der Schmelze nach Verlassen des
Prall to f es im Schmelzbad des zugehörigen metallurgischen
Gefäßes.
Es wurde festgestellt, dass die bekannten Pralltopf-Geometrien insbesondere hinsichtlich des Strömlings Verhaltens der Schmelze beim Verlassen des Pralltopfes und beim folgenden Eintritt in das Schmelzbad des zugeh rigen metallurgischen Gefäßes verbesserungswürdig sind. Es ist vorteilhaft, wenn ein Teil der Schmelze in einem Volumenstrom relativ großer Querschnittsfläche seitlich aus dem Prall topf abgeführt wird. Die Strömungsrichtung ist dabei im Wesentlichen horizontal oder in einem Winkel < 70°, insbesondere < 45° zur Horizontalen, Es hat sich weiters als günstig herausgestellt, den Prall topf so zu gestalten, dass der seitlich austretende Volumenstrom sich nach oben (zum freien oberen Endabschnitt des Pralltopfes hin) verbreitert.
Im Ergebnis führte dies zu einer Pralltopfgeometrie, bei der die P all topfwand mindestens eine Öffnung (zum Beispiel einem Schlitz) mit einem spezifischen Querschnittsprofil aufweist. Vom Boden des Pralltopfes nach oben bis zum freien End ab schnitt der Wand betrachtet vergrößert sich die Breite der Öffnung (in Umfangsrichtung des Pralltopfes), das heißt, bei einer schlitzförmigen Öffnung vergrößert sich der Abstand der Flanken, die den Schlitz seitlich begrenzen.
Auf diese Weise wird ein relativ breiter Volumenstrom mit relativ geringer Strömungsgeschwindigkeit im oberen Abschnitt des Pralltopfes seitlich aus dem Pralltopf herausgeführt. Analog ist der Volumenstrom, der in der Nähe des Pralltopfbodens seitlich austritt, schmaler und weist eine größere Strömungsgeschwindigkeit auf. Du ch dieses
Strömungsprofil werden Turbulenzen beim Eintritt in die Metallschmelze im metallurgischen Gefäß reduziert. Dies führt zu einer geringeren Erosion des Feuerfestmaterials des
Pralltopfes, insbesondere im Bereich der Flanken (Begrenzungen) der Öffnung. Entsprechend gelangen weniger Verunreinigungen (Fremdstoffe) in die Metallschmelze im Tundish.
Ein weiterer T e i 1 des V oiumenstroms verlässt den Pralltopf - wie bekannt - nach oben.
Die spezifische Geometrie der Öffnung und die dadurch verursachte spezifische Strömung der Schmelze seitlich durch die Öffnung in der Pralltopfwand führt auch zu der gewünschten Reduktion des Totvolumens im Tundish und zu einem höheren Anteil an Pfropfenströmung, wie nachstehende Tabelle zeigt:
Die Ausbildung von Öffnungen mit relativ großem Querschnitt im Wandbereich des Prall topfcs führt dazu, dass weniger Feuerfestmaterial verwendet werden muss. Dies reduziert die Herstellungskosten.
In ihrer allgemeinsten Ausführungsform betrifft die Erfindung einen feuerfesten keramischen Pralltopf mit folgenden Merkmalen in seiner Funktionsposition: einem Boden mit einer unteren Grundfläche und einer oberen Prall fläche
einer, aus mehreren Abschnitten bestehenden Wand, die sich vom Boden nach oben bis zu einem freien Endabschnitt erstreckt, w bei die Wand mit ihrer Innenseite und die Prall fläche einen Raum begrenzen, der an seinem, dem Boden gegenüberliegenden oberen Ende offen ist,
- mindestens ein Abschnitt der Wand weist mindestens eine Öffnung auf, die von der Innenseite durchgehend zur Außenseite der Wand ve läuft und von gegenüberliegenden Flanken begrenzt wird, die Öffnung besitzt folgendes Querschnittsprofil:
in Umfangsrichtung der Wand betrachtet weist die Öffnung ihre größte Breite benachbart dem freien Endabschnitt auf,
in Umfangsrichtung der Wand betrachtet besitzt die Öffnung ihre kleinste Breite dem Boden benachbart,
- die größte Breite der Öffnung beträgt mehr als 5 % des Gesamt- umfangs der Wand des Pralltopfes.
in Längsrichtung, vom oberen freien Endabschnitt der Wand vertikal nach unten in Richtung Boden, erstreckt sich die Öffnung mit einem Profil, bei dem mehr als 70 % ihres Querschnitts in der oberen Hälfte, dem freien Endabschnitt der Wand benachbart, verlaufen.
In der Seitenansicht ergibt sich für die Öffnung regelmäßig eine
Geometrie, bei der der Abstand zwischen Flanken der Öffnung oben deutlich größer als un en ist. Mögliche Querschnittsprofile sind in der nachfolgenden Figurenbeschreibung dargestellt und erläutert. Die Öffnung kann nach oben durchlaufen, so dass das freie Ende der Wand unterbrochen wird. Die Öffnung kann abef auch als diskrete Öffnung in der Wand verlaufen und allseitig von Wandabschnitten umgeben sein, im Interesse einer optimierten Strömung und Strömungsverteilung sind Querschnittsprofile bevorzugt, die Spiegel symmetrisch zu einer Ebene ausgebildet sind, die senkrecht von der Innenseite der Wand absteht, anders ausgedrückt: die Symmetrieebene verläuft radial bei einem Pralltopf mit kreisförmigem Grundriss (Boden), dessen Wand eine zylindrische Um fang s fläche aufweist.
Der Strömungsverlauf wird optimiert, wenn die Öffnung gew lbte Flanken aufweist, insbesondere zwischen den Abschnitten größter Breite und kleinster Breite. In der Seitenansicht ergibt sich dabei ein Profi! der Öffnung ähnlich einem Trichter der einer Düse.
Weitere Ausführungsformen sehen vor, dass die Öffnung im Bereich zwischen größter Breite und kleinster Breite in Bezug auf eine Mittenlängsachse der Öffnung konvex oder konkav gewölbte Flanken aufweist. Dies bedeutet, dass sich die Breite der Ö fnung stetig zwischen den
Abschnitten größter Breite und kleinster Breite verringert.
Die Öffnung endet nach einer Ausführungsform im Abstand zum Boden. Daraus folgt, dass innerhalb des Pralltopfes ein Bodensump ausgebildet wird, in dem sich regelmäßig Metallschmelze beim Gießvorgang befindet.
Die Öffnung sollte sich über mindestens 20 % der Höhe der Wand erstrecken. Bei dieser Ausführungsform wäre auf 80 % der Höhe des
Pralltopfes keine seitliche Wandöffnung. Die Schmelze würde dann nur im Bereich des oberen Endabschnitts der Wand seitlich über die mindestens eine Öffnung aus dem Pralltopf ausfließen. Dieser Strömungsverlauf wird optimiert, wenn sich die Öffnung über einen größeren Teil der Höhe der Wand erstreckt, beispielsweise mehr als 40 %, mehr als 50 %, mehr als 60 % oder mehr als 70 %. Der Bereich der Prall topfwand ohne seitliche Öffnung kann mindestens 20 % der Höhe der Wand entsprechen, vom B öden aus gerechnet. Dies entspricht einer maximalen Erstreck ung der Öffnung über 80 % der H öhe der Wand, von deren berem Ende aus gerechnet.
Um die Schmelze vom inneren des Pralltopfes zur Öffnung gezielt hinzuführen, sieht eine Ausführungsform der Erfindung vor, die Innenseite der Wand, zwischen der Prall fläche des Bodens und der Öffnung, mit einer Neigung < 90 ° zur Horizontalen auszubilden. Es entsteht eine A t„Auflaufschräge", entlang der die Schmelze, nachdem sie auf die all fläche getroffen ist, nicht nur seitlich, sondern seitlich nach oben hin weggeführt wird, und zwar gezielt zur korrespondierenden Öffnung. Auch diese Ausführungs orm ist in der nachfolgenden Figurenbeschreibung näher dargestellt.
Die letztgenannte Ausführungsform setzt voraus, dass die Öffnung mit Abstand vom Boden des Prall top fes endet.
Die Öffnung kann aber auch vom freien Ende durchgehend bis zum Boden verlaufen. Dies entspricht prinzipiell der Ausführungsform gemäß DE 102 02537 Cl . Der entscheidende Unterschied zu dem bekannten Pralltopf besteht darin, dass der Schlitz (die Öffnung) in der Wand des Pralltopfes erfindungsgemäß deutlich größer ist und insbesondere dadurch
charakterisiert ist, dass sich der Querschnitt der Ö fnung in Richtung auf den oberen Rand (die freie Kante) der Wand deutlich vergrößert. Die größte Breite der Öffnung beträgt erfindungsgemäß mehr als 5 % des Gesamt um fangs der Wand des Pralltopfes. Für einen Pralltopf mit quadratischer Grundfläche und entsprechend vi r gleichen Wand ab schnitten bedeutet dies, dass die größte Breite der Öffnung mehr als 20 % der Breite des entsprechenden Wandabschnitts beträgt. Dieser Wert gilt erfindungsgemäß auch für Pralltöpfe mit rechteckigem Grundriss, und zwar mit der Maßgabe, dass sich der Wert der Öffnungsbreite jeweils auf den Wandabschnitt bezieht, in dem die Öffnung liegt.
Bei Pralltöpfen mit kreisförmigem Boden und entsprechend zylindrischer Wandfläche gilt: die größte Breite der Öffnung beträgt mehr als 5 % des Gesamtumfangs der Wand des Praiitopfes. Teilt man die Wand in vier gleiche Abschnitte, beträgt der Wert für die größte Breite der Öffnung, bezogen au f jeden Abschnitt, wiederum mehr als 20 %.
Dies gilt analog für Ausführungsformen von Pralltöpfen mit einem ovalen Grundriss.
Für andere geometrische Formen gilt neben der Bedingung, dass die größte Breite der Öffnung mehr als 5 % des Gesamtumfangs der Wand betragen soll, folgende Zusatzbedingung: die größte Breite der Öffnung muss mehr als 20 % eines Viertels des Gesamtumfangs der Wand sein. Die größte Breite ist sinnvoll auf 25 % des Gesamtumfangs der Pralltopfwand begrenzt.
Die kleinste Breite der Öffnung (an dem Ende der Öffnung/des Schlitzes, das dem Pralltopfboden benachbart ist) beträgt beispielsweise
< 4 %, < 2,5 %, < 1.5 %, < 1.0 % des Gesamtumfangs der Wand und kann auch, zum Beispiel bei einer V-Form des Schlitzes, gegen Null gehen. Der Höchstwert beträgt sinnvoll maximal 5 %. Konkretc Werte sind beispielhaft:
- für die größte Breite: > 100mm, > 150 mm, > 200 mm, > 250 mm, > 300 mm,
- für die kleinste Breite
< 100 mm, < 75 mm, < 50 mm, < 25 mm, < 10mm.
Nach einer Ausführungsform der Erfindung sind korrespondierende
Flanken der Öffnung zwischen einer Innenseite der Wand und einer kor espondiere n den Außenseite der Wand mit größer werdendem Abstand angeordnet. Es entsteht dadurch eine Art„Diffusor" mit der Folge, dass sich die Querschnittsfläche der Öffnung zwischen Innenseite und
Außenseite der Wand des Pralltopfes vergrößert (fächerf rmig aufweitet). Auf diese Weise wird ein ballonartiger Volumenstrom in das Metallbad des metallurgischen Gefäßes zugeführt, was zu einer Verringerung der Turbulenz im metallurgischen Gefäß führt.
Bei diesem Aus führungsbei spiel k nnen die Flanken zur äußeren
Umgebung hin gewölbt sein, wodurch der Effekt unterstützt wi d.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Merkmalen der Unteransprüche sowie den sonstigen Anmeldungsunterlagen. Dabei können die genannten Merkmale einzeln oder in beliebigen
Kombinationen für die Verwirklichung der Erfindung wesentlich sein. Soweit nicht ausdrücklich ausgeschlossen lassen sich Merkmale einzelner Ausführungsbeispiele, soweit technisch grundsätzlich möglich, miteinander kombinieren. Die Figuren zeigen, jeweils in schematisierter Darstellung:
Figur 1: eine perspektivische Ansicht eines Pralltopfes
Figur 2: mögliche Querschnittsformen der Öffnung in der Wand des
Pralltopfes
Figur 3: eine perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform
eines Pralltopfes
Figur 4: eine Aufsicht, einen Längsschnitt sowie eine Seitenansicht einer dritten Ausführungsform des Pralltopfes.
Der Pralltopf gemäß Figur 1 ist wie folgt aufgebaut: Er besitzt einen rechteckigen Boden 10 mit einer unteren Grundfläche 10g und einer oberen Prall fläche 10p. Vom Randbereich des Bodens 10 erläuft eine Wand 20, die entsprechend vier Wandabschnitte 20a, 20b, 20c und 2 Od umfasst.
Die Wand 20 mit ihrer Innenseite 20i und die Prall fläche 10p begrenzen einen Raum 30, der nach oben hin, also dem Boden gegenüberliegend, offen ist.
Das freie Ende 20k der Wandabschnitte 20a bis 20d ist nach innen gezogen, so dass sich ein entsprechender Hinterschnitt 20h zwischen den vertikalen Bereichen der Wandabschnittc 20a bis 20d und dem freien Ende 20k (Endabschnitt) ergibt. Im Wandabschnitt 20a ist eine Öffnung 40 ausgebildet, die sich vom freien Ende 20k bis über die Hälfte der Höhe H des Wandabschnitts 20a erstreckt. Die vertikale Höhe Ii der Öffnung 40 entspricht etwa 0,6 H. Die Öffnung besitzt ihre größte Breite Bg an ihrem oberen Ende und ihre geringste Breite Bk am unteren Ende. Dazwischen sind die Flanken 40 f der Öffnung 40 in Bezug auf eine Mittenlängsachse M-M der Öffnung 40 spiegelbildlich gegeneinander gewölbt, so dass sich eine kontinuierlich verringernde Querschnittsgeometrie vom oberen Ende zum unteren Ende der Öffnung ergibt. Die Flanken 40 f verlaufen 90° zur Innenseite 201 der Wand 20.
Die größte Breite Bg der Öffnung 40 beträgt etwa 35 % der mittleren Länge L des zugehörigen Wandabschnitts 20a und entsprechend ca.9 % des Gesamt um angs der Wand 20. Die in den Prailtopf einströmende Metallschmelze (schematisch durch den Pfeil S gekennzeichnet) trifft zunächst auf die Prall fläche 10p und verteilt sich dann entlang der Prall- fläche 10p, bevor sie entlang der Innenseite 201 der Wand 20 nach oben verläuft. Während die Schmelze im Bereich der Wandabschnitte 20b, 20c und 20d anschließend im Bereich de mit Hinterschnitt ausgebildeten freien Endes 20k umgelenkt und aus dem Prall topf nach oben
herausgeführt wird (gleiches gilt für die Schmelze, die entlang der Wand 20a neben der Öffnung 40 entlang strömt), verlas st ein erheblicher
V lumenanteil der Schmelze den Raum 30 durch die Öffnung 40. Die Strömungsgeschwindigkeit reduziert sich analog mit zunehmender Breite der Öffnung 40. Die Strömlingsrichtung ist am schmalen Ende der Öffnung 40 weitestgehend horizontal, am oberen, breiten Ende schräg nach oben gerichtet. Auf diese Weise entsteht eine vorteilhafte Zuführung der Schmelze aus dem Pralltopf in das zugehörige metallurgische Gefäß beziehungsweise in die dort befindliche Schmelze. Figur 2 zeigt einige mögliche Querschnittsformen der Wandöffnung 40. Nummer 1 ist ähnlich dem Beispiel in Figur 1 ausgebildet, wobei die Öffnung jedoch bis zum Bodenbereich nach unten durchgeht. Die Variante Nr.2 hat angenähert das Querschnittsprofil eines Trichters. Bei Nr.3 verlaufen die Flanken der Öffnung schüsseiförmig. Die Öffnung gemäß Nr.4 ist vollständig in der Wand 20 ausgebildet und entspricht im Übrigen dem oberen Teil gemäß Nr.2. Bei Nr.5 sind die Flanken nicht gewölbt, sondern stufenartig gestaltet. Die Querschnittsgeometrie gemäß Nr.6 ähnelt der eines Kelches.
Das Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3 unterscheidet sich von dem gemäß Figur 1 dadurch, dass die Öffnung 40 bis zum Boden 10. das heißt bis zur Prallfläche 10p verläuft und in ihrem unteren Abschnitt schlitzartig mit konstanter Breite Bk ausgebildet ist. Ein weiterer Unterschied zum Ausführungsbeispiel nach Figur 1 besteht darin, dass sich die
Flanken 40f zur Außenseite 20s der Wand 20a hin öffnen, wodurch eine zusätzliche Di ffu so r Wirkung beim Ausfließen der Metallschmelze aus dem Pralltopf erreicht wird.
Beim Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 besteht ein wesentlicher Unterschied zu den übrigen dargestellten Aus führ ungsbei spielen darin, dass die Innenseite 201 der Wand 20a unter einem Winkel α von ca.45° (zur Horizontalen) von der Prall fläche 10p in Richtung auf die Öffnung 40 ansteigt. wodurch eine Art Auflaufschräge für die Metallschmelze zur Öffnung 40 hin gebildet wird. Die Öffnung 40 endet, wie die Seitenansicht zeigt, ähnlich wie beim Ausführungsbeispiel nach Figur 1 mit Abstand zur Prallfläche 10p und weist, ähnlich wie bei Figur 3, einen Diffusorbereich auf. Für alle Ausführungsvarianten gilt:
Der Pralltopf besteht aus einem feuerfesten keramischen Werkstoff, beispielsweise auf Basis Magnesia, Magnesiachromit, Bauxit, AI2O3 oder Mischungen daraus.
Günstig sind Pralltöpfe, bei denen der obere freie Endabschnitt der Wand (Wandteile) nach innen verbreitert ist, so dass die nach oben aus dem Pralltopf heraustretende Schmelze zuvor nach innen umgeleitet wird.
Die Grundfläche des Pralltopfes ist faktisch beliebig. Pralltöpfe mit kreisförmigem Boden und zylinderförmiger Wand sowie Prall töpfe mit rechteckigem, insbesondere quadratischem Boden und entsprechend vier, im rechten Winkel zueinander verlaufenden Wandabschnitten sind jedoch in Hinblick auf Herstellung und Strömungsverhalten eindeutig bevorzugt.
In jedem Pralltopf ist mindestens eine Öffnung der beschriebenen Art wandseitig ausgebildet. Insbesondere bei Pralltöpfen mit rechteckigem Querschnitt können in gegenüberliegenden Wandabschnitten analoge
Öffnungen ausgebildet sein.
Jede Öffnung ist in ihrem dem Boden benachbarten Abschnitt deutlich schmaler als an ihrem Abschnitt, weicher dem oberen Rand (der oberen Kante) der Pralltopfwand benachbart ist. Dadurch ergibt sich regelmäßig in der Seitenansicht ein Querschnittsprofil, bei dem die Breite der Öffnung von oben nach unten abnimmt. Nur so lässt sich der gewünschte Volumen ström seitlich wegführen und die gewünschte Verteilung der Strömungsgeschwindigkeit erreichen. -Un
wesentlich ist auch, dass mindestens 70 % des Gesamtquerschnitts jeder Öffnung in einem Abschnitt verlaufen, de die obere Hälfte der Wand definiert, in Vertikalrichtung betrachtet.
In allen Fällen ergibt sich daraus für die ausfließende Metallschmelze, dass der Schmelzestrom im Bereich der Öffnung von unten nach oben breiter wird und oben eine geringere Strömungsgeschwindigkeit als unten aufweist. Die Strömungsrichtung kann durch entsprechende Ausbildung der Flanken der Öffnung eingestellt werden, insbesondere in dem Sinne, die Strömung so zu führen, dass sich der Querschnitt des Volumenstroms mit zunehmendem Abstand vom Pral Itopf vergrößert.
Next Patent: SEMICONDUCTOR COMPONENT AND METHOD FOR PRODUCING A SEMICONDUCTOR COMPONENT
