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Title:
FLEXIBLE SUPPLY CABLE AND METHOD FOR THE PRODUCTION THEREOF
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/009425
Kind Code:
A1
Abstract:
In order to increase the utility of a flat ribbon cable (2), in particular for connecting two machine parts moving relative to each other, and to guarantee a defined rolling and unrolling behavior, it is provided that a cable pocket (12) is arranged on the outside of a cable sheath (8) of the ribbon cable (2). At least one additional supply lead (30) can also be pulled into the cable pocket (12).

Inventors:
NICKEL, Andreas (Ahornstrasse 9, Bad Schönborn, 76669, DE)
FERCHENBAUER, Udo (Am Neuenstein 41, Hammelburg, 97762, DE)
DÖLL, Andreas (Am Buck 9, Georgensgmünd, 91166, DE)
Application Number:
EP2007/006346
Publication Date:
January 24, 2008
Filing Date:
July 18, 2007
Export Citation:
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Assignee:
LEONI KABEL HOLDING GMBH & CO. KG (Marienstrasse 7, Nürnberg, 90402, DE)
NICKEL, Andreas (Ahornstrasse 9, Bad Schönborn, 76669, DE)
FERCHENBAUER, Udo (Am Neuenstein 41, Hammelburg, 97762, DE)
DÖLL, Andreas (Am Buck 9, Georgensgmünd, 91166, DE)
International Classes:
F16L3/015; H02G11/00
Foreign References:
DE4308901C1
Attorney, Agent or Firm:
TERGAU & POHL (Zusammenschluss-Nr. 101490, Mögeldorfer Hauptstrasse 51, Nürnberg, 90482, DE)
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Claims:

Ansprüche

1. Biegeflexibles Versorgungskabel (2), insbesondere Flachbandkabel zur Verbindung von zwei relativ zueinander bewegten Maschinenteilen mit einer Anzahl s sich in Längsrichtung erstreckenden Versorgungsleitungen (4,26), die von einem gemeinsamen Kabelmantel (8) umgeben sind, wobei an der Außenseite des Kabelmantels (8) eine sich in Längsrichtung erstreckende Kabeltasche (12) ausgebildet ist.

o 2. Versorgungskabel (2) nach Anspruch 1, bei dem die Kabeltasche (12) sich in Längsrichtung aus mehreren in Längsrichtung voneinander beabstandeten Segmenten (32) zusammensetzt.

3. Versorgungskabel (2) nach Anspruch 2, bei dem die Segmente (32) durch elastische Bandschlaufen gebildet sind.

4. Versorgungskabel (2) nach Anspruch 2 oder 3, bei dem die Segmente (32) mit Ihren Endseiten am Kabelmantel (8) durch Kleben, Schweißen, Laminieren oder dergleichen befestigt sind.

5. Versorgungskabel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Kabeltasche (12) den Kabelmantel (8) nur teilweise, insbesondere etwa halbseitig, überdeckt.

6. Versorgungskabel (2) nach Anspruch 1 , bei dem die Kabeltasche (12) öffnungen, insbesondere Querschlitze (34), aufweist.

7. Versorgungskabel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem eine freie Innenhöhe der Kabeltasche (12) ein Vielfaches der Dicke des

Kabelmantels (8) inklusive der darin angeordneten Versorgungsleitungen beträgt.

8. Versorgungskabel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem ein dem Kabelmantel (8) gegenüberliegender Wandungsbereich der Kabeltasche (12) quer zur Längsrichtung betrachtet parallel und gleich beabstandet zum Kabelmantel (8) verläuft.

5

9. Versorgungskabel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Kabeltasche (12) in mehrere Teilräume (16,22) durch zumindest eine Trennwand (20) unterteilt ist.

io 10. Versorgungskabel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem in die Kabeltasche (12) ein Versteifungselement (24) eingezogen ist.

11. Versorgungskabel (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Kabeltasche (12) zumindest in einem Teilbereich eine strukturierte i5 Außenwand aufweist.

12. Anordnung mit zwei relativ zueinander beweglichen Maschinenteilen, die mit einem Versorgungskabel nach einem der vorhergehenden Ansprüche nach Art einer Schleppkette miteinander verbunden sind. 0

13. Verfahren zur Herstellung eines Versorgungskabels (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 11 , bei dem eine Kabeltasche (12) an einer Außenseite eines Kabelmantels (8) des Versorgungskabels (2) befestigt wird. 5

14. Verfahren nach Anspruch 13, bei dem ein Formteil auf den Kabelmantel (8) aufgelegt wird und über das Formteil zur Ausbildung der Kabeltasche (12) eine Abdeckung (14) angebracht und mit dem Kabelmantel (8) verbunden wird. 0

15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, bei dem die Abdeckung (14) mit dem Kabelmantel (8) stoffschlüssig verbunden wird.

Description:

Biegeflexibles Versorgungskabel sowie Verfahren zur Herstellung des Versorgungskabels

Die Erfindung betrifft ein biegeflexibles Versorgungskabel, insbesondere ein Flachbandkabel zur Verbindung von zwei relativ zueinander bewegten Maschinenteilen sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung.

Zur Versorgung zweier relativ zueinander beweglich gelagerter Maschinenteile ist es erforderlich, dass das Versorgungskabel eine Ausgleichsbewegung ausführen kann. Zwei relativ zueinander bewegte und über ein Versorgungskabel miteinander verbundene Maschinenteile werden beispielsweise in der industriellen Produktion bei Linearantrieben eingesetzt. Bei derartigen Systemen ist -es in der Regel erforderlich, dass die Kabel gezielt geführt werden und sich nicht lose und Undefiniert im Raum bewegen. üblicherweise ist vorgesehen, dass das Versorgungskabel sich lediglich entlang einer definierten Längsrichtung bewegt und zwei übereinander laufende Teilabschnitte aufweist, die sich übereinander liegend „auf- und abrollen".

Für derartige Systeme werden teilweise Versorgungskabel eingesetzt, bei denen die einzelnen Leitungskomponenten in einem Geflechtschlauch geführt sind. Daneben werden auch so genannte Schleppketten eingesetzt, welche aus mehreren miteinander verbundenen Kettengliedern bestehen, wobei die einzelnen Kettenglieder zwischen sich einen Kabelkanal ausbilden, durch den die Einzelkomponenten gezogen sind. Prinzipiell lassen sich mit derartigen Versorgungskabeln auch ortsfeste Geräte- und Maschinenteile miteinander verbinden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Versorgungskabel, insbesondere zur Verbindung von zwei relativ zueinander bewegten Maschinenteilen anzugeben.

Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst durch ein biegeflexibles Versorgungskabel, insbesondere Flachbandkabel, mit einer Anzahl von sich in Längsrichtung erstreckenden Versorgungsleitungen, die von einem gemeinsamen Kabelmantel umgeben

sind, wobei an der Außenseite des Kabelmantels eine sich in Längsrichtung erstreckende Kabeltasche ausgebildet ist. Die zumindest eine Versorgungsleitung ist hierbei insbesondere eine elektrische Versorgungsleitung. Alternativ können als Versorgungsleitungen auch Medienleitungen zur Führung von Gasen oder Flüssigkeiten vorgesehen sein. Unter Versorgungsleitung wird hierbei ein eigenständig funktionsfähiges Kabel mit Mantel verstanden. Bei einer elektrischen Stromleitung umfasst die Versorgungsleitung zumindest einen von einem Isolationsmantel umgebenen stromführenden Leiter. Bei einer geschirmten Leitung umfasst die Versorgungsleitung auch eine Abschirmung. Bei einer als Medienführung für Flüssigkeiten (Kühlflüssigkeit, öl...) oder Gase (Luft, Schutzgas, Arbeits- oder Brenngas...) ausgebildeten Leitung ist dies zumindest ein geeignet ausgebildeter Schlauch.

Unter Flachbandkabel wird hier allgemein ein Kabel verstanden, bei dem die einzelnen Versorgungsleitungen insbesondere nur in einer Ebene nebeneinander angeordnet sind. Es können auch mehrere Ebenen von nebeneinander liegenden Versorgungsleitungen vorgesehen sein. Dabei können unterschiedliche Arten von Versorgungsleitungen nebeneinander angeordnet sein. Das Flachbandkabel ist beispielsweise als eine so genannte Stegleitung ausgebildet, bei der zwischen einzelnen Versorgungsleitungen oder Gruppen von Versorgungsleitungen ein durch den Kabelmantel gebildeter Trenn- steg angeordnet ist.

Die Ausgestaltung als Flachbandkabel ist von besonderer Bedeutung im Hinblick auf die Biegeflexibilität. Unter Biegeflexibilität wird allgemein die Eigenschaft verstanden, dass das Flachbandkabel sich im eine quer zur Längsrichtung verlaufende Achse mit geringem Biegeradius von beispielsweise lediglich einigen Zentimetern biegen lässt. Dies ermöglicht, dass Teilstücke des Flachbandkabels zueinander parallel bzw. antiparallel übereinander liegend verlaufen. Durch diese Biegeflexibilität eignet sich das Flachbandkabel in besonderer Weise zur Verbindung zweier relativ zueinander bewegter Maschinenteile, insbesondere bei hochdynamischen Anwendungsfällen, bei de- nen in der Minute mehrere Relativbewegungen ausgeführt werden. Dies ist bei automatisierten Produktionsanlagen wie beispielsweise Bestückungsautomaten insbesondere in der Halbleitertechnologie der Fall.

Durch die Anordnung der an der Außenseite des Kabelmantels zusätzlich angebrachten Kabeltasche wird ein zusätzlicher freier Kanal entlang des Flachbandkabels geschaffen, welcher je nach Anwendungsfall für unterschiedliche Nutzungsarten zur Verfügung steht. Insbesondere dient die Kabeltasche zur Aufnahme von zumindest ei- ner weiteren Versorgungsleitung, die problemlos nachträglich in die Kabeltasche eingezogen werden kann. Es können daher durch die Kabeltasche individuell unterschiedliche Leitungskomponenten mitgeführt werden. Mit einem derartigen Flachbandkabel ist also in einfacher Weise auch ein kostengünstiges Nachrüsten und Erweitern der Funktionalität des Versorgungskabels möglich, ohne dass das gesamte Versorgungskabel ausgetauscht werden muss. Die Kabeltasche ist dabei derart ausgebildet, dass weiterhin die Biegeflexibilität erhalten ist, dass sich also das Flachbandkabel weiterhin auf- und abrollen kann.

Da im Unterschied zu einer Schleppkette keine relativ zueinander bewegten Glieder vorhanden sind, ist dieses Flachbandkabel zumindest weitgehend abriebfrei, es fallen also keine Stäube oder dergleichen an. Dies wirkt sich zum einen positiv auf die Lebensdauer aus. Zum anderen kann ein derartiges Flachbandkabel aufgrund stark reduzierten Abriebs problemlos auch in Rein- und Reinsträumen eingesetzt werden. Da die Flachbandkabel in dem gemeinsamen Kabelmantel geführt sind, erfolgt auch kein Ab- rieb zwischen den einzelnen Versorgungsleitungen und den Kettengliedern, wie dies bei einer Schleppkette üblicherweise der Fall ist. Zudem ist ein derartiges Flachbandkabel im Vergleich zu einer Schleppkette vergleichsweise günstig herzustellen und auch einfach zu handhaben. Schließlich zeichnet sich dieses Flachbandkabel auch durch eine sehr geringe Geräuschentwicklung aus.

Zweckdienlicherweise setzt sich der Kabelmantel in Längsrichtung aus mehreren einzelnen Segmenten zusammen , so dass die einzeln hintereinander angeordneten und voneinander durch Freiräume beabstandeten Segmente die Kabeltasche bilden. Durch diese Maßnahme bleibt die hohe Biegeflexibilität erhalten.

Die Segmente sind hierbei vorzugsweise durch elastische, folienartige Bandschlaufen gebildet. Diese weisen insbesondere nur eine geringe Eigensteifigkeit auf, lassen sich also ohne großen Kraftaufwand zusammendrücken und geben teilweise bereits durch

Ihr Eigengewicht in der Form nach. Die Materialdicke der Bandschlaufen liegt im Millimeterbereich. Die Bandschlaufen sind bevorzugt aus Kunststoff und insbesondere aus dem gleichen Kunststoff wie der Kabelmantel Derartige Bandschlaufen erhöhen daher die Steifigkeit des Flachbandkabels nicht. Unter elastisch wird vorliegend daher ver- standen, dass der von den Bandschlaufen aufgespannte Freiraum der Kabeltasche leicht veränderbar und nicht formsteif ist. Insgesamt wird dadurch die hohe Biegeflexibilität des Flachbandkabels gewährleistet.

Gemäß einer zweckdienlichen Ausgestaltung sind die Segmente insbesondere an den Randseiten des Kabelmantels oder an der gegenüberliegenden Unterseite des Kabelmantels befestigt, beispielsweise durch Kleben, Schweißen, Laminieren oder dergleichen. Sie werden daher bevorzugt in einem zusätzlichen Verfahrensschritt an ein bestehendes Flachbandkabel befestigt. Dies ist einfach und bietet die Möglichkeit, auf herkömmliche Flachbandkabel zurückzugreifen und diese um die Kabeltasche zu er- ganzen.

Alternativ zur Ausbildung von einzelnen Segmenten ist die Kabeltasche durchgehend ausgebildet. Auch hier ist die Kabeltasche vorzugsweise aus einem dünnen, folienartigen Material gebildet. In einer Ausführungsvariante ist die Kabeltasche insgesamt bis auf stirnendseitige öffnungen am Kabelanfang und am Kabelende dicht abgeschlossen. Der Innenraum der Kabeltasche ist daher nahezu hermetisch dicht, so dass kein Schmutz in den Innenraum eindringen kann. Zweckdienlicherweise ist die Kabeltasche halbschalenartig ausgebildet und mit ihren freien Längsseiten an der Außenseite des Kabelmantels durch Kleben, Schweißen und dergleichen befestigt. Alternativ hierzu besteht prinzipiell die Möglichkeit, die Kabeltasche schlauchartig auszugestalten und vollflächig mit ihrer Außenseite am Kabelmantel zu befestigen. In diesem Fall schmiegt sich die Kabeltasche an die Außenkontur des Kabelmantels an.

In einer alternativen Ausgestaltung weist die Kabeltasche insbesondere schlitzartige öffnungen auf, die sich bevorzugt schräg oder quer zur Längsrichtung erstrecken. Hierdurch wird die Biegeflexibilität, insbesondere auf der Druckseite (Innenseite bei einer Biegung) erhöht.

Zweckdienlicherweise ist die freie Innenhöhe der Kabeltasche um ein Vielfaches, beispielsweise über das 3- fache und beispielsweise um das 5-10 Fache größer als die Höhe des Flachbandkabels ohne Kabeltasche. Hierdurch wird ein sehr großer Freiraum gebildet, der den Durchmesser der im Kabelmantel geführten Einzelleitungen um ein Vielfaches übertrifft und ein problemloses nachträgliches Einführen auch mehrerer Versorgungsleitungen ermöglicht. Insbesondere können auch großvolumige Versorgungsleitungen, wie beispielsweise Fluidleitungen durchgeführt werden, wenn gleichzeitig im Flachbandkabel nur elektrische Leitungen mit vergleichsweise geringem Querschnitt durchgeführt werden. Auch können ganze weitere Leitungsbündel durchgeführt werden, so dass breite Erweiterungsmöglichkeiten bestehen.

Um das Auf- und Abrollverhalten des Flachbandkabels günstig zu beeinflussen ist zweckdienlicherweise vorgesehen, dass die Kabeltasche den Kabelmantel lediglich teilweise und bevorzugt halbseitig überdeckt. Die Kabeltasche überstreicht daher vor- zugsweise etwa 180° des Kabels, also nur eine Seite des Flachbandkabels. Die Kabeltasche verläuft hierbei - im Querschnitt senkrecht zur Längsrichtung betrachtet - parallel zum Kabelmantel, weist also insbesondere eine rechteckige Querschnittsfläche auf.

Gemäß einer zweckdienlichen Weiterbildung ist die Kabeltasche durch zumindest eine Trennwand in mehrere Teilräume unterteilt. Die Trennwand erstreckt sich hierbei vorzugsweise über die gesamte Länge der Kabeltasche. Durch diese Maßnahme wird zum einen die Steifigkeit der Kabeltasche erhöht, so dass insgesamt das Flachbandkabel ein definiertes Abrollverhalten aufweist. Zum anderen bieten diese Teilräume die Mög- lichkeit der getrennten Führung von einzuziehenden Komponenten.

Vorzugsweise sind in die Kabeltasche, insbesondere in einen oder mehrere der Teilräume, Versteifungselemente eingezogen, so dass das Kabel in seiner Längsrichtung sicher geführt ist und nicht seitlich ausweicht. D.h. die Steifigkeit des Flachbandkabels gegenüber Querbiegungen ist erhöht, um ein definiertes Abroll- und Aufrollverhalteπ zu gewährleisten.

Weiterhin ist in einer bevorzugten Ausgestaltung vorgesehen, dass die Kabeltasche zumindest in einem Teilbereich, insbesondere an der dem Kabelmantel abgewandten Außenwand strukturiert ist. Unter Strukturierung wird hierbei verstanden, dass die Außenwand, zumindest die Außenseite der Außenwand Erhebungen und Vertiefungen bzw. Materialverdickungen und Materialschwächungen aufweist. Die Außenseite der Kabeltasche weist daher insbesondere eine quer verlaufende Oberflächenstruktur beispielsweise in Form von Rippen nach Art eines Wellrohrprofils oder in Form von anderen Mustern auf. Diese Strukturierung dient - ähnlich wie die Anordnung von Querschlitzen - zur Erhöhung der Flexibilität und ermöglicht auch enge Biegeradien.

Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung weiterhin gelöst durch eine Anordnung gemäß Anspruch 12 sowie ein Verfahren gemäß Anspruch 13. Die im Hinblick auf das Flachbandkabel angeführten Vorteile und bevorzugten Ausgestaltungen sind sinngemäß auch auf die Anordnung und das Verfahren zu übertragen.

Bei der Anordnung wird das Flachbandkabel quasi als Ersatz einer Schleppkette eingesetzt, um zwei relativ zueinander bewegte Maschinenteile miteinander zu verbinden. Die Maschinenteile sind beispielsweise Teile einer Werkzeugmaschine und das Flachbandkabel dient zur Versorgung eines Werkzeugkopfes der Maschine mit elektrischer Energie, Daten, Verbrauchs- oder Arbeitsmedien. Durch den Freiraum der Kabeltasche steht ein freier Führungskanal zur Führung einer Versorgungsleitung zur Verfügung. Der Freiraum ersetzt daher quasi den freien Innenraum einer Schleppkette, mit der bei bisher üblichen Anwendungen die Versorgungskabel geführt werden.

Vorzugsweise wird beim Herstellen der Kabeltasche zunächst auf den Kabelmantel ein Formteil aufgebracht, über das eine Abdeckung formgenau gezogen und mit dem Kabelmantel verbunden wird. Die Abdeckung ist hier ein geeignetes Kunststoffmaterial, welches insbesondere in einem Laminierverfahren auf den Kabelmantel befestigt wird. Nach dem Befestigen wird das Formteil wieder herausgezogen. Bevorzugt erfolgt das Herstellen des Flachbandkabels in einem kontinuierlichen Endlosprozess, bei dem das ebenfalls als Endlosteil vorliegende Formteil eingezogen und die Abdeckung darüber stoffschlüssig aufgebracht wird. Die Befestigung erfolgt hierbei insbesondere durch ein Auflaminieren und alternativ hierzu durch Kleben oder Schweißen oder auch durch

Ausbildung einer Klettverbindung. Auch der Kabelmantel wird zweckdienlicherweise in einem Laminierverfahren um die einzelnen Versorgungsleitungen aufgebracht. Die Ausbildung des Kabelmantels erfolgt hierbei vorzugsweise gleichzeitig mit der Ausbildung der Kabeltasche in einem kontinuierlichen Verfahren. Im Anschluss wird das Flachbandkabel auf die gewünschten Längen abgelängt und das Formteil wird aus den dann vergleichsweise kurzen Kabelstücken entfernt.

Alternativ zu der Ausbildung der Kabeltasche gemeinsam in einem Arbeitsgang mit dem Kabelmantel ist ein zweistufiges Herstellverfahren vorgesehen. Bei diesem wird zunächst die Versorgungsleitung hergestellt und anschließend wird die Kabeltasche am Kabelmantel befestigt.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen jeweils in schematischen und stark vereinfachten Quer- Schnittsdarstellungen:

Fig. 1 ein Flachbandkabel mit zwei nebeneinander angeordneten Leitungsgruppen, wobei zu jeder Leitungsgruppe eine Kabeltasche vorgesehen ist,

Fig. 2 ein Flachbandkabel mit mehreren gleichmäßig verteilten Leiterpaaren mit einer gemeinsamen Kabeltasche,

Fig. 3a,b,c jeweils einen Längsschnitt durch Flachbandkabel mit unterschiedlich ausgestalteten Kabeltaschen.

In den Figuren sind gleich wirkende Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

Das Flachbandkabel 2 gemäß Fig. 1 weist mehrere Signalleitungen 4 als Versorgungsleitungen auf. Je zwei Signalleitungen 4 sind paarweise angeordnet und im Ausführungsbeispiel von einer Folienumwicklung 6 gemeinsam umgeben. Jede der Signalleitungen 4 weist einen von einer Isolierung umgebenen Leitungsdraht auf. Jeweils vier Signalleitungspaare sind nebeneinander angeordnet und zu einer Leitungsgruppe zu- sammengefasst. Im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 sind zwei Leitungsgruppen an Signalleitungspaaren gebildet. Die beiden Gruppen sind von einem gemeinsamen Kabelmantel 8 umgeben, wobei die beiden Gruppen über einen Steg 10 des Kabelmantels

miteinander verbunden sind, so dass sich ein zusammenhängender Kabelmantel 8 ergibt. Der Steg 10 liegt in einer horizontalen Ebene und ist auch an den äußeren Randseiten der beiden Gruppen vorgesehen.

Auf der Oberseite des Kabelmantels 8 ist zu jeder Gruppe der Signalleitungspaare eine Kabeltasche 12 am Kabelmantel 8 befestigt. Die Kabeltasche 12 weist hier eine in etwa rechteckförmige Außenkontur auf. Die Kabeltasche 12 ist gebildet durch eine in etwa U- förmige Abdeckung 14, die zum Kabelmantel 8 hin einen Hohlraum 16 umschließt. Die Kabeltasche 12 ist im Bereich ihrer freien Längsseiten 18 mit dem Kabelmantel 8 ver- bunden.

Die Kabeltasche 12 besteht insbesondere aus einem sehr dünnwandigen, folienartigen Material, wie aus der rechten Bildhälfte der Fig. 1 zu entnehmen ist. Die Kabeltasche weist allenfalls eine geringe Eigensteifigkeit auf, so dass die Biegeflexibilität des Kabels 2 nicht beeinträchtig wird. Das Material ist vorzugsweise das gleiche Material wie das des Kabelmantels. Im Unterschied zum dargestellten Ausführungsbeispiel ist der freie Innenraum, also die Höhe der Kabeltasche 12, um ein Vielfaches höher als die Dicke des Flachbandkabels 2 ohne Kabeltasche 12.

Zur Ausbildung der Kabeltasche 12 wird auf die Oberfläche des Kabelmantels 8 ein hier nicht näher dargestelltes Formteil gelegt, dessen Querschnittskontur der Querschnittskontur des auszubildenden Hohlraums 16 entspricht. Anschließend wird die Abdeckung 14 über das Formteil gezogen und mit dem Kabelmantel 8 verbunden. Dies geschieht vorzugsweise in einem Laminierprozess. Die folienartige Abdeckung 14 weist eine Stärke von beispielsweise nur einem oder nur wenigen Millimetern auf. Die Herstellung erfolgt hierbei in einem kontinuierlichen Herstellungsverfahren, bei dem quasi eine Endlosware ausgebildet wird. Im Anschluss an die Ausbildung der Kabeltasche 12 wird das Flachbandkabel 2 auf die gewünschte Länge von beispielsweise wenigen Metern abgelängt und anschließend wird das Formteil aus dem gebildeten Hohl- räum 16 herausgezogen. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Kabeltasche 12 in einem gesonderten Verfahren separat zu erzeugen und vor oder nach dem Ablängen des Flachbandkabels 2 mit diesem zu verbinden.

Die Kabeltasche 12 auf der linken Bildhälfte der Fig. 1 des Flachbandkabels 2 weist in ihrem Inneren zwei zusätzliche Trennwände 20 auf, so dass der Hohlraum 16 in mehrere Teilräume unterteilt ist. Insbesondere werden durch die beiden Trennwände 20, die jeweils die Eckbereiche abtrennen, zwei Führungstaschen 22 gebildet, in denen als Versteifungselemente wirkende Versteifungsstangen 24 eingezogen sind. Durch die Versteifungsstangen 24 wird die Steifigkeit des Flachbandkabels 2 insgesamt erhöht und ein definiertes Abrollverhalten während des normalen Betriebseinsatzes sichergestellt.

Das Flachbandkabel 2 dient insbesondere zur Verbindung zweier relativ zueinander bewegter Teile einer Arbeits- oder Produktionsmaschine oder auch bei Schiebetüren, Toren und bei Linearantrieben, oder dergleichen. In allen Fällen wird das Flachbandkabel 2 zur Ermöglichung eines Längenausgleichs bevorzugt nach Art einer Schlaufe ü- bereinander geführt, so dass ein Teilbereich des Flachbandkabels 2 unten und ein Teilbereich des Flachbandkabels 2 oben verläuft, wobei die beiden Teilbereiche über einen Bogen miteinander verbunden sind. Andere Verlegeformen sind aufgrund der Flexibilität des Flachbandkabels 2 ebenfalls möglich, wie beispielsweise eine schneckenförmige Verlegung zum Auf- und Abrollen des Flachbandkabels 2. An einem Ende der beiden Teilbereiche ist das bewegliche Maschinenteil befestigt. Bei dessen Bewe- gung, die beispielsweise in Längsrichtung des Flachbandkabels 2 erfolgt, „wandert" der Bogen und - je nach Bewegungsrichtung - wird der obere Teilbereich nach unten abgelegt bzw. der untere Bereich nach oben geführt. Dies wird vorliegend als „Auf-" bzw. „Abrollen" bezeichnet. Da bei den Bearbeitungsmaschinen teilweise sehr hohe Geschwindigkeiten und sehr hohe Beschleunigungen der relativ zueinander bewegten Maschinenteile erreicht werden, muss das Flachbandkabel 2 ein definiertes Aufroll- und Abrollverhalten aufweisen, da unkontrollierte Bewegungen des Flachbandkabels 2 zu Störungen führen könnten. Das Flachbandkabel 2 kann natürlich auch bei zueinander fixen Maschinenteilen eingesetzt werden.

Mit Hilfe der Versteifungsstangen 24 kann dieses Aufroll- und Abrollverhalten gezielt eingestellt werden. Hierzu können unterschiedliche Arten von Versteifungsstangen 24 (unterschiedliche Materialien, unterschiedliche Steifigkeiten, unterschiedliche Durchmesser, etc.) eingesetzt werden, um ein gewünschtes Verhalten einzustellen.

Um ein Auf- bzw. Abrollen in der gewünschten Richtung nicht zu behindern und ein Biegen zu ermöglichen, ist vorzugsweise weiterhin vorgesehen, dass an der Außenseite der Kabeltasche 12 deren Außenwandung strukturiert ausgebildet und insbeson- dere in Querrichtung eingeschnitten ist, so dass Querschlitze ausgebildet sind. Weiterhin kann in den Hohlraum 16 problemlos eine weitere Versorgungsleitung auch nachträglich eingezogen werden.

Bei der Ausführungsvariante gemäß Fig. 2 sind ebenfalls Signalleitungen 4 paarweise angeordnet und paarweise von einer Folienumwicklung 6 umgeben. Hier sind jedoch die paarweise angeordneten Signalleitungen 4 gleichmäßig beabstandet zueinander angeordnet. Die paarweise angeordneten Signalleitungen 4 sind wiederum von einem gemeinsamen Kabelmantel 8 umgeben, wobei die Abschnitte zwischen den einzelnen Paaren über Stege 10 des Kabelmantels gebildet sind. An der Oberseite des Kabel- mantels 8 ist hier über alle Signalleitungspaare hinweg eine gemeinsame Kabeltasche 12 geführt, die daher über die gesamte Breite des Flachbandkabels 2 reicht.

Die Fig. 3a,b,c zeigen jeweils einen Längsschnitt durch ein Flachbandkabel 2 mit mehreren als Fluidleitung ausgebildeten Versorgungsleitung 26, die vom Kabelmantel 8 umgeben sind. Jeweils an der Oberseite des Kabelmantels 8 ist die Kabeltasche 12 ausgebildet, durch die eine ergänzende als Fluidleitung ausgebildete Versorgungsleitung 30 eingezogen ist. Bei allen drei Ausführungsvarianten ist die Biegeflexibilität des Flachbandkabels 2 durch die Ausgestaltung der Kabeltasche 12 erhöht.

Bei der Ausführungsvariante gemäß Fig. 3a ist die Kabeltasche 12 aus mehreren Segmenten 32 gebildet, die in Längsrichtung voneinander beabstandet und unter Ein- schluss von Freiräumen einzelweise angeordnet sind. Diese Segmente 32 sind dabei insbesondere nach Art von Bändern ausgebildet, die mit ihren Endseiten am Kabelmantel 8 durch Kleben, Schweißen, Laminieren oder ähnlichen Befestigungsmitteln befestigt sind. Die Bänder sind hierbei an den Randseiten des Kabelmantels 8 oder sogar an dessen Unterseite befestigt.

Bei der Ausführungsvariante gemäß Fig. 3b ist die Außenseite der Kabeltasche 12 durch dünne und dicke Wandungsbereiche strukturiert ausgebildet, so dass sich im Querschnitt ein zinnenartiges Profil ergibt. Im Unterschied hierzu weist die Kabeltasche 12 nach Fig. 3c Querschlitze 34 auf, die sich lediglich über einen Teilwinkelbereich der Kabeltasche 12 erstrecken, so dass diese weiterhin einstückig ist.

Bezugszeichenliste (Bereich ohne Zeilennummern!)

Flachbandkabel

Signalleitung

Folienumwicklung

Kabelmantel

Steg

Kabeltasche

Abdeckung

Hohlraum freie Längsseite

Trennwand

Führungstasche

Versteifungsstange

Versorgungsleitung zusätzliche Versorgungsleitung

Segment

Querschlitz