ZEINER, Andreas (Hohenbergstr. 44/2/2, Wien, A-1120, AT)
| Patentansprüche Fußboden für Schienenfahrzeuge, bestehend aus einem dreischichtigen Aufbau aus einer am Fahrzeuginnenboden (4) angeordneten Ausgleichsschicht (1), einer Nutzschicht (3) und einer zwischen der Nutzschicht (3) und der Ausgleichsschicht (1) angeordneten Tragschicht (2), dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgleichsschicht (1) aus Weichkork hergestellt ist und die Tragschicht (2) aus Hartkork hergestellt ist. Fußboden für Schienenfahrzeuge gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Nutzschicht (3) mit der Tragschicht (2) mittels eines Haftklebers verbunden ist . Fußboden für Schienenfahrzeuge gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgleichsschicht (1) oder die Tragschicht (2) aus einem Verbundmaterial mit Korkanteil hergestellt ist. Fußboden für Schienenfahrzeuge gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Nutzschicht (3) aus einem Kunststoff-Material gefertigt ist . Fußboden für Schienenfahrzeuge gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Nutzschicht (3) aus einem Gummi-Material gefertigt ist. Fußboden für Schienenfahrzeuge gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Nutzschicht (3) aus einem Teppichmaterial gefertigt ist . Fußboden für Schienenfahrzeuge gemäß einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Heizschicht (5) zwischen der Nutzschicht (3) und der Tragschicht (2) vorgesehen ist. Verfahren zur Herstellung eines Fußbodens für Schienenfahrzeuge gemäß Anspruch 1 mit folgenden Verfahrensschritten : - Aufkleben einer Ausgleichsschicht (1) aus Weichkork auf den Fahrzeuginnenboden (4), - Aufkleben einer Tragschicht (2) aus Hartkork auf die Ausgleichsschicht (1), - Aufkleben einer Nutzschicht (3) auf die Tragschicht (2) und verschließen allfälliger Spalte in dieser Nutzschicht (3) Verfahren zur Herstellung eines Fußbodens für Schienenfahrzeuge gemäß Anspruch 7 mit folgenden Verfahrensschritten : - Aufkleben einer Ausgleichsschicht (1) aus Weichkork auf den Fahrzeuginnenboden, - Aufkleben einer Tragschicht (2) aus Hartkork auf die Ausgleichsschicht (1), - Aufkleben einer Heizschicht (5) auf die Tragschicht (2) , - Aufkleben einer Nutzschicht (3) auf die Tragschicht (2) und verschließen allfälliger Spalte in dieser Nutzschicht (3) Verfahren zur Herstellung eines Fußbodens für Schienenfahrzeuge gemäß Anspruch 8 oder 9, wobei die Ausgleichsschicht (1) aus Weichkork als Rollenmaterial verarbeitet wird und die Tragschicht (2) aus Hartkork als Plattenmaterial verarbeitet wird. |
Fußboden für Schienenfahrzeuge
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft einen Fußboden für Schienenfahrzeuge.
Stand der Technik
Der Fußboden von Passagierschienenfahrzeugen ist hohen
Beanspruchungen ausgesetzt. Die Abriebbeanspruchung durch die Fahrgäste und Belastung durch Feuchtigkeit und chemisch aggressive Reinigungsmittel erfordern eine robuste
Nutzschicht des Fußbodenaufbaus. Weiters muss ein
Schienenfahrzeugfußboden vorteilhafterweise wärmedämmende und schalldämpfende Eigenschaften aufweise, dabei leicht und preisgünstig sein sowie möglichst gut rezyklierbar . Außerdem sind gemäß den Zulassungsvorschriften für Schienenfahrzeuge bestimmte brandhemmende Eigenschaften des Fußbodens
nachzuweisen .
Der Aufbau von Schienenfahrzeugen erfolgt heute praktisch ausschließlich entweder aus Aluminium oder aus Stahl (bzw. rostfreien Stahl) . Dabei weisen die Rohbauten von
Stahlschienenfahrzeugen typischerweise einen
Passagierraumboden aus Trapezblech auf und erfordern
dementsprechende Fußbodenaufbauten, welche diesen Aufbau berücksichtigen und ausgleichen. Rohbauten aus Aluminium weisen hingegen einen im Wesentlichen glatten, ebenen
Innenraumboden auf. Gemäß dem Stand der Technik werden Böden für Schienenfahrzeuge aus Platten (typischerweise Sperrholz ¬ oder Verbundplatten) aufgebaut, welche über lokale Auflagen (Abstandshölzer oder Profile) mit dem Fahrzeugboden verbunden (typischerweise verschraubt) sind. Diese Sperrholzplatten werden mit einer Nutzschicht belegt, welche die
erforderlichen Eigenschaften, insbesondere
Verschleißfestigkeit aufweist. Die durch diese Konstruktion entstehenden Hohlräume zwischen den lokalen Auflagen unter den Sperrholzplatten werden üblicherweise zur Verbesserung der Wärmedämmung mit Dämmaterial (z.B. Steinwolle) gefüllt. Ein solcher Fußbodenaufbau weist einige Nachteile auf:
Die erforderliche Bauhöhe ist beträchtlich, typischerweise liegt die Bauhöhe von derzeit angefertigten Fußböden bei ca. 50mm. Die Wärmedämmung dieser Fußböden ist nicht
zufriedenstellend, besonders die durch die Auflagen
entstehenden Wärmebrücken reduzieren die Wärmedämmung. Zur Herstellung eines Fußbodens sind eine Vielzahl an Bauteilen erforderlich (Sperrholzplatten, Auflagen, Schrauben,
Klebstoffe, Nutzbeläge, etc) , wobei auch der konstruktive Aufwand beträchtlich ist, da Detailzeichnungen des Fußbodens angefertigt werden müssen und Bestellpositionen für jede einzelne Sperrholzplatte anzulegen sind.
Die Feuchtigkeitsbeständigkeit solcher Fußböden ist ebenfalls wenig zufriedenstellend, da durch Beschädigungen in der
Nutzschicht eintretende oder an den Plattenrändern seitlich vorbei eindringende Flüssigkeiten sich in den Hohlräumen ansammeln und nicht mehr abgeführt werden und die
Sperrholzplatten und Auflagen beschädigen sowie durch den entstehenden Schimmel bzw. Fäulnisprozesse eine
Beeinträchtigung der Nutzung des Fahrzeuges auftreten kann. Das Gewicht von Fußböden gemäß dem Stand der Technik ist beträchtlich, typischerweise wiegt ein Fußboden eines
Passagierfahrzeugs mit 50m2 ca. 700kg.
Ein weiterer wesentlicher Nachteil der gebräuchlichen
Fußböden ist deren komplizierter Einbau, da zur Erzielung einer ebenen Innenraumflache ein sehr aufwendiger Nivellierungsprozeß der Auflagen erforderlich ist.
Darstellung der Erfindung
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen
Fußboden für Schienenfahrzeuge anzugeben, welcher leicht, dünn, hochwärmedämmend, einfach einzubauen und zu
konstruieren, umweltschonend zu rezyklieren,
feuchtigkeitsbeständig und schalldämmend sowie preisgünstig ist . Die Aufgabe wird durch einen Fußboden mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind
Gegenstand untergeordneter Ansprüche.
Dem Grundgedanken der Erfindung nach wird ein Fußboden für Schienenfahrzeuge, bestehend aus einem dreischichtigen Aufbau aus einer am Fahrzeuginnenboden angeordneten
Ausgleichsschicht, einer Nutzschicht und einer zwischen der Nutzschicht und der Ausgleichsschicht angeordneten
Tragschicht aufgebaut, wobei die Ausgleichsschicht aus
Weichkork hergestellt ist und die Tragschicht aus Hartkork hergestellt ist.
Dadurch ist der Vorteil erzielbar, einen Fußboden für
Schienenfahrzeuge aufbauen zu können, welcher die
vorteilhaften Eigenschaften von Kork (geringes Gewicht, elastisch, stoßabsorbierend, gute Wärmedämmeigenschaften, Feuchtigkeitsbeständigkeit, Pilzbeständigkeit, brandhemmende Eigenschaften) aufweist und als besonderer Vorteil mit einfachsten Werkzeugen verlegbar ist. Dabei ist
hervorzuheben, dass ein erfindungsgemäßer Fußboden im
Gegensatz zu gebräuchlichen Fußböden in Schienenfahrzeugen nicht mittels Detailkonstruktionzeichungens beschrieben werden muss, sondern es ausreicht, den Fußboden durch seinen Schichtaufbau zu beschreiben. Dadurch kann der
Konstruktionsaufwand wesentlich reduziert werden und für die Fertigung von Schienenfahrzeugen weitere positive Effekte bewirkt werden (Entfall von Bestellpositionen, vereinfachte Lagerhaltung, u.ä.)
Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist, dass keine
Wärmebrücken entstehen können und dass keine
Nivellierungsarbeiten erforderlich sind.
Weiters ist es vorteilhaft, die Nutzschicht aus den üblichen, im Schienenfahrzeugbau gebräuchlichen Bodenbelagsmaterialien auszuführen. Besonders Kunststoff (z.B. PVC) und
Gummimaterialien eignen sich für diesen Einsatz besonders, da sie eine hohe Abriebsfestigkeit aufweisen.
Ebenso ist die hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit von Kork vorteilhaft, selbst bei Beschädigung der Nutzschicht und dem Eindringen von Wasser zu den Korkschichten ist die
Formstabilität des Fußbodens gewährleistet. Dabei ist
besonders vorteilhaft, dass ein erfindungsgemäßer Fußboden keine Hohlräume aufweist, in welchen sich Flüssigkeiten ansammeln könnten. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, auf den (ebenen)
Fahrzeuginnenraumboden eine Ausgleichsschicht aus Weichkork (typische Dichte ca. 200kg/m3) aufzubringen. Diese
Weichkorkschicht dient einerseits zum Ausgleich kleiner Unebenheiten des Fahrzeuginnenraumbodens, andererseits stellt Weichkork einen besonders schlechten Wärmeleiter dar, wodurch die Isolationseigenschaften eines erfindungsgemäßen Fußbodens verbessert werden. Dabei ist es besonders vorteilhaft, dass Rollenmaterial verwendet werden kann, welches preisgünstig ist und mit einfachsten Handwerkzeugen verlegt bzw.
zugeschnitten werden kann. Die Verklebung der
Ausgleichsschicht aus Weichkork mit dem
Fahrzeuginnenraumboden kann mit allen Klebstoffen die für die jeweilige Materialpaarung (im Allgemeinen Aluminium - Kork) geeignet sind, erfolgen (z.B. sogenannte Kontaktklebstoffe) . Auf diese Ausgleichsschicht aus Weichkork wird eine
Tragschicht aus Hartkork (Kork mit hoher Dichte,
typischerweise ca. 500kg/m3) aufgebracht. Hartkork wird häufig als Plattenmaterial hergestellt, da Hartkork im
Gegensatz zu Weichkork nicht gerollt werden kann ohne dass Bruchgefahr besteht. Auch diese Hartkorkplatten können mit einfachen Handwerkzeugen verarbeitet werden, sodaß keine Spezialwerkzeuge oder Vorrichtungen erforderlich sind.
Auf diese Tragschicht aus Hartkork wird eine Nutzschicht aufgebracht, welche die für den jeweiligen Einsatzzweck erforderlichen Eigenschaften aufweist. Beispielsweise kann eine Nutzschicht aus PVC besonders verschleißarm sein, hingegen eine Nutzschicht aus einem Teppichmaterial für
Anwendungen in erster Klasse Waggons erfolgen.
Die Verklebung der Korkschichten mit dem
Fahrzeuginnenraumboden bzw. untereinander kann mit allen dazu geeigneten Klebstoffen erfolgen, beispielsweise mit
lösungsmittelfreien oder lösungsmittelhaltigen
Dispersionsklebern oder mit Naturharzklebern oder Weißleim. In einer vorteilhaften Ausprägung der Erfindung wird die Nutzschicht mit der Tragschicht mittels eines Haftklebers verbunden. Dadurch ist der Vorteil erzielbar, dass die
Nutzschicht ohne Beschädigung der Tragschicht wiederablösbar ist und somit, etwa bei einer Beschädigung der Nutzschicht diese austauschbar ist. Die beiden Korkschichten können im Fahrzeug verbleiben.
Für Anwendung in Fahrzeugen mit sehr geringen mechanischen Belastungen und geringen Ansprüchen bezüglich Wärme und
Schalldämmung des Fußbodens kann die Tragschicht aus Hartkork entfallen und die Nutzschicht direkt auf die
Ausgleichsschicht aus Weichkork aufgebracht werden. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist eine Heizschicht vorgesehen, welche zwischen der Tragschicht und der Nutzschicht eingebaut ist. Als Heizschicht können alle üblichen (elektrischen) Flächenheizungen (Heizmatten) eingesetzt werden, welche sich mit der Trag- und der
Nutzschicht verkleben lassen und welche eine hinreichende
Oberflächenqualität bieten, sodaß keine Unebenheiten in der Nutzschicht erkennbar werden.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht den Einsatz von Teppichmaterial als Nutzschicht vor. Dadurch kann ein höherwertiges Erscheinungsbild des erfindungsgemäßen Fußbodens erzielt werden, beispielsweise für erste Klasse Waggons . Weiters ist es vorteilhaft, die Ausgleichsschicht oder die Tragschicht aus einem Verbundmaterial mit Korkanteil
herzustellen, da solcherart bestimmte Materialeigenschaften verbessert werden können, als es mit reinem Naturkork möglich ist. Beispielsweise können damit die, ohnedies guten,
Brandschutzeigenschaften von Kork weiter verbessert werden.
Die Dicke der Ausgleichs- Trag- und Nutzschicht ist auf den jeweiligen Einsatzzweck abzustimmen. Beispielsweise kann ein Fußboden aus einer 2mm dicken Ausgleichsschicht und einer 15mm dicken Tragschicht aufgebaut werden. In diesem Beispiel kann ein Wärmedurchgangswert λ=0,073 W/ (m*K) errechnet werden. Ein konventioneller Fußbodenaufbau aus 20mm
Mineralwolle und 16mm Sperrholz besitzt ohne Berücksichtigung der unvermeidlichen Wärmebrücken einen Wärmedurchgangswert λ=0,058 W/ (m*K) . Der spezifische Wärmedurchgangswert (λ/m) eines erfindungsgemäßen Fußbodens ist demnach deutlich geringer als der eines herkömmlichen Fußbodenaufbaus.
Beispielhaft sei die Gewichtsberechnung eines
erfindungsgemäßen Fußbodens angeführt. Ein Fußboden eines Fahrzeugs mit 50 m2 Bodenfläche, bestehend aus einer 2 mm dicken Ausgleichsschicht (Weichkork, 200kg/m2) und einer 15 mm dicken Tragschicht (Hartkork, 500kg/m2) besitzt eine Masse von 395kg. Ein konventioneller Fußbodenaufbau
(Sperrholzbodenplatten, Unterkonstruktion aus Alu-Profilen, Isoliermaterial besitzt eine Masse von 724kg.
Der Aufbau eines erfindungsgemäßen Fußbodens erfolgt in folgenden Verfahrensschritten:
- Aufkleben einer Ausgleichsschicht aus Weichkork auf den Fahrzeuginnenboden,
- Aufkleben einer Tragschicht aus Hartkork auf die
Ausgleichs Schicht,
- Optionales Aufkleben einer Heizschicht auf die
Tragschicht,
- Aufkleben einer Nutzschicht auf die Tragschicht und verschließen allfälliger Spalte in dieser Nutzschicht
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Es zeigen beispielhaft:
Fig.l den Schichtaufbau eines erfindungsgemäßen Fußbodens für Schienenfahrzeuge .
Fig.2 den Schichtaufbau eines erfindungsgemäßen Fußbodens für Schienenfahrzeuge mit einer Heizschicht.
Ausführung der Erfindung Fig.l zeigt beispielhaft und schematisch den Schichtaufbau eines erfindungsgemäßen Fußbodens für Schienenfahrzeuge. Ein Fußboden für Schienenfahrzeuge umfasst eine Ausgleichsschicht 1, eine Tragschicht 2 und eine Nutzschicht 3. Die
Ausgleichsschicht 1 ist auf den Fahrzeuginnenboden 4
aufgebracht und mit diesen Fahrzeuginnenboden 4 verklebt. Auf die Ausgleichsschicht 1 ist eine Tragschicht 2 aufgebracht und mit der Ausgleichsschicht 1 verklebt. Auf diese
Tragschicht 2 ist eine Nutzschicht 3 aufgebracht und mit der Tragschicht 2 verklebt, wobei für diese Klebeverbindung auch ein Haftkleber eingesetzt werden kann, wodurch die
Nutzschicht 3 wieder von der Tragschicht 2 abgelöst werden kann, ohne die Tragschicht 2 dabei zu beschädigen. Fig.2 zeigt beispielhaft und schematisch den Schichtaufbau eines erfindungsgemäßen Fußbodens für Schienenfahrzeuge mit einer Heizschicht. Es ist der Schichtaufbau aus Fig.l dargestellt, wobei zwischen der Tragschicht 2 und der
Nutzschicht 3 eine Heizschicht 5 vorgesehen ist.
Liste der Bezeichnungen Ausgleichsschicht
Tragschicht
Nutzschicht
Fahrzeuginnenboden
Heizschicht
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