Althoff, Thorsten (Otto-Hahn-Strasse 24, Bünde, 32257, DE)
Wienströer, Wolfgang (Wilhelm-Busch-Strasse 15, Rheda-Wiedenbrück, 33378, DE)
Schätzle, Markus (Stönebrink 30, Lemgo, 32657, DE)
| 1. | Fussbodenplatte mit Randprofilen (32,34,36,38) an wenigstens zwei einander gegenüberliegenden Rändern der im Umriß rechteckigen Platte, die der 5 art mit angrenzenden Randprofilen benachbarter Platten zusammenwirken, dass sie einer Trennung benachbarter Platten parallel zur Verlegeebene entgegenwirken, mit einer durch benachbarte Platten gebildeten Fuge (24) zur Aufnahme eines aushärtenden Fugenmaterials (30), das nach dem Aushärten eine Verriegelung benachbarter Platten senkrecht zur Verlegeebene bewirkt. 1 0 . |
| 2. | Fussbodenplatte nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Fuge (24) einen Zwischenraum (22) zwischen benachbarten Platten (10, 12) in Höhe der Oberfläche und eine nach unten anschließende, in beide Platten hinein vorspringende, hinterschnittene Erweiterung (26,28) umfaJ3t.*& 15. |
| 3. | Fussbodenplatte nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Erweiterung (26,28) kastenförmig ausgebildet ist. |
| 4. | Fussbodenplatte nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die 0 Erweiterung (26,28) im wesentlichen im Querschnitt kegelförmig ausgebildet ist. |
| 5. | Fussbodenplatte nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die seitlichen Spitzen der seitlichen, kegelförmigen Erweiterungen (26,28) abge 5 schnitten sind. |
| 6. | Fussbodenplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Platten (10, 12) an den gegenüberliegenden Rändern entgegengesetzte, korrespondierende Hakenprofile (32,34,36,38) aufweisen. 0. |
| 7. | Fussbodenplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die der seitlichen Verankerung dienenden Randprofile (32,34,36,38) im unteren Bereich der Plattenstärke und die Fuge (24) im oberen Bereich der Plattenstärke angeordnet sind. 5. |
| 8. | Fussbodenplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Platte (10, 12) ganz oder überwiegend aus Holz oder Holzwerkstoffen, insbesondere MDF oder HDF bestehen. |
| 9. | Fussbodenplatte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Platten ( 10, 12) ganz oder überwiegend aus anorganischen Materialien, insbesondere Gips oder Gesteinsmehl bestehen. |
Die Erfindung betrifft eine Fussbodenplatte mit Randprofilen an wenigstens zwei einander gegenüberliegenden Rändern zum Verbinden benachbarter Platten.
Fussbodenplatten sind in zahlreichen Ausführungsformen bekannt. Das gilt zum einen für Bretter und Bohlen, die unmittelbar nebeneinander verlegt werden oder seitliche Nut-Feder-Profile zum Verbinden benachbarter Platten aufweisen können. Das gilt in jüngerer Zeit auch für sogenannte Laminatpaneele, die auf der Basis eines Holzwerkstoffs, z.B. MDF oder HDF hergestellt sind und modifizierte Nut-Feder-Profile an den Rändern aufweisen, die benachbarte Platten miteinander verhaken und ein seitliches Auseinanderdriften dieser Platten parallel zur Verlegeebene verhindern. Zum Stand der Tech- nik kann insoweit auf die EP 698 162 Al und die EP 843 763 Al hingewiesen werden.
Diese bekannten Laminat- oder Fertigparkettplatten mit den abgewandelten Nut-Feder-Profilen an den seitlichen Rändern haben weite Verbreitung ge- funden. Die seitlichen Randprofile oder Verbindungsprofile gewährleisten eine sichere Verbindung parallel zur Verlegeebene und senkrecht zu dieser. Sie eignen sich daher insbesondere für leichte Plattenelemente, etwa die bekannten Laminat-Paneele mit einer Stärke von 3 bis 4 mm.
Diese Laminat-Paneele haben jedoch zumindest insoweit einen Nachteil, als sie beim Begehen einen relativ hellen, kräftigen Trittschallton von sich geben. Die bisherigen Bemühungen, diese Platten zur Dämpfung des Trittschalls mit verschiedenen Matten oder Beschichtungsmaterialien zu unterlegen, haben nur zu begrenzten Erfolgen geführt.
Aus der DE 199 41 284 ist ein Fussbodenbelagsystem bekannt, das aus einzelnen Platten besteht. Diese Platten bilden Fugen, die insbesondere dadurch entstehen, dass die seitlichen Kanten benachbarter Platten abgeschrägt sind und auf diese Weise eine V-förmige Ausnehmung bilden, in die ein Fugenma- terial eingefüllt werden kann. Die Verbindung benachbarter Platten soll mit einfachen Nut-Feder-Profilen erfolgen, die zwar eine gegenseitige Bewegung benachbarter Platten in senkrechter Richtung verhindern können, nicht je-
doch ein seitliches Auseinanderdriften. Dies könnte beispielsweise durch die Haftfähigkeit der Fugenmasse geschehen. Es ist aber auch eine Ausführungsform vorgesehen, die hinterschnittene Fugenquerschnitte aufweist. In diesem Falle sollen jedoch gesonderte Verbindungsprofile in die Fugen eingelegt wer- den. Die entsprechenden Ausführungsformen scheinen als äußerst kompliziert und daher wenig realistisch.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Fussbodenplatte zu schaffen, die insbesondere bei größerem Flächengewicht und größerer Materi- alstärke stabil und spielfrei verlegt werden kann.
Bei einer Fussbodenplatte gemäß der Erfindung mit Randprofilen an wenigstens zwei einander gegenüberliegenden Rändern der im Umriß rechteckigen Platte wirken die Randprofile derart mit angrenzenden Randprofilen benach- barter Platten zusammen, dass sie einer Trennung benachbarter Platten parallel zur Verlegeebene entgegenwirken. Es ist eine durch benachbarte Platten gebildete Fuge zur Aufnahme eines aushärtenden Fugenmaterials vorgesehen, das nach dem Aushärten eine Verriegelung benachbarter Platten senkrecht zur Verlegeebene bewirkt.
Benachbarte Platten werden also zusammengehalten zum einen durch die Gestaltung der Randprofile und zum anderen durch Einbringen eines aushärtenden Fugenmaterials in die durch benachbarte Platten gebildeten Fugen, bei denen das Fugenmaterial nach dem Aushärten insbesondere eine Verrie- gelung senkrecht zur Plattenebene bewirkt.
Im vorliegenden Zusammenhang wird davon ausgegangen, dass die Fussbodenplatte eine obere Seite, die auch als Sichtseite oder Dekorseite bezeichnet werden kann, und eine untere Seite aufweist, die beispielsweise mit einem Gegenzug versehen ist. In der vorliegenden Beschreibung soll von einer Position der Platte ausgegangen werden, wie sie sich beim Verlegen in einem Raum ergibt. Die obere Seite der Platte ist daher diejenige, die der Sichtseite zugewandt ist, während die untere die der Grundfläche zugewandte Seite ist.
Eine Fuge umfaßt im Querschnitt vorzugsweise einen Zwischenraum zwischen zwei benachbarten Platten in Höhe der Oberfläche oder im oberen Bereich der Platte und eine nach unten anschließende, in beide Platten vor-
springende, hinterschnittene Erweiterung. Während der obere Zwischenraum das Einfüllen einer Fugenmasse ermöglicht, bewirken die seitlichen Erweiterungen aufgrund ihrer Hinterschneidung eine Verbindung benachbarter Platten in Richtung senkrecht zur Verlegeebene. Diese untere, in die Platten ein- tretende Erweiterung kann kastenförmig, kegelförmig oder anderweitig ausgebildet sein. Eine kegelförmige Abschrägung der seitlichen Erweiterungen mit fallender Linie von der Mitte nach außen hat den Vorteil, dass die vollständige Füllung auch mit einer relativ zähflüssigen oder teigigen Füllmasse erleichtert wird. Vorzugsweise sind die seitlichen Spitzen der seitlichen Erwei- terungen, die sich bei einer konsequent durchgehaltenen Kegelform ergeben würden, abgeschnitten, so dass auch insoweit die Füllung mit einer relativ zähflüssigen Masse vereinfacht wird.
Die seitlichen Verbindungsprofile, die das seitliche Auseinanderdriften be- nachbarter Platten verhindern sollen, können einfache Hakenprofile sein, die über die gesamte Länge der Randprofile verlaufen können oder auch Teilbereiche von diesen einnehmen können. Naturgemäß können auch andere Randprofile verwendet werden, die ein Auseinanderdriften benachbarter Platten parallel zur Verlegeebene verhindern, wie etwa die in der EP 698 162 Al oder der 843 763 Al beschriebenen, für Laminat-Paneele verwendeten Profile oder auch Profile, wie sie in der GB 2,256,023 gezeigt sind. Es handelt sich dabei um modifizierte Nut-Feder-Profile, die ein seitliches Zusammenstecken benachbarter Platten ermöglichen und zusätzlich Verriegelungselemente aufweisen, die das Festhalten in Bezug auf Bewegungen parallel zur Plattenebe- ne bewirken.
Vorzugsweise befindet sich das der seitlichen Verriegelung dienende Randprofil im unteren Bereich der Platte, während die Fuge über diesem liegt. Wenn die Randprofile einfache Hakenprofile sind, bewirkt die ausgehärtete Fugen- masse zugleich, dass sich die Hakenprofilverbindung nicht durch leichtes Anheben der einen Platte in Bezug auf die andere lösen kann.
Vorzugsweise besteht die Fussbodenplatte ganz oder überwiegend aus Holz oder einem Holzwerkstoff, beispielsweise einer Spanplatte oder insbesondere den Materialien MDF oder HDF. Alternativ kann die Fussbodenplatte ganz oder überwiegend aus einem anorganischen oder mineralischen Material, wie etwa Gips oder Gesteinsmehl gebildet sein. Gerade im letzteren Falle ergeben
sich relativ schwere Fussbodenplatten, die bereits aufgrund ihres Flächengewichts fest auf der Grundfläche aufliegen und darüber hinaus in jedem Falle einen weniger hellen, weniger lauten Trittschall abgeben.
Die Randprofile in Form von Hakenprofilen ermöglichen eine sehr einfache Verlegung, da es lediglich notwendig ist, neu zu verlegende Platten an die bereits verlegten heranzurücken und von oben so aufzulegen, dass die Hakenprofile ineinandergreifen. Aus den genannten Gründen, insbesondere wegen des hohen Flächengewichts mineralischer Platten, kann für Platten dieser Art ein elastisches Fugenmaterial verwendet werden, wie beispielsweise Silikon.
Das Material kann vor dem Aushärten flüssig oder teigig sein, also eingegossen oder eingestrichen werden.
Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert.
Die einzige Figur zeigt einen senkrechten Teilschnitt durch den Randbereich zweier benachbarter, miteinander verbundener Fussbodenplatten.
In der Zeichnung sind die beiden Fussbodenplatten mit 10 und 12 bezeichnet. Sie weisen einen Kern 14, 16, beispielsweise aus einem Holzwerkstoff oder auch aus einem anorganischen Material, wie etwa Gips oder Gesteinsmehl auf. Auf dem Kern 14, 16 befindet sich eine Deckschicht 18,20, wie sie bei den heutigen Laminatpaneelen üblich ist. Diese Deckschicht kann ein Dekorpapier umfassen, das beispielsweise mit einem duroplastischen Harz, z.B. Melaminharz getränkt ist. Die Deckschicht 18,20 bildet mit dem Kern 14, 16 eine zusammenhängende Einheit.
Die Zeichnung zeigt die beiden Platten in der verbundenen Stellung. In dieser verbundenen Stellung bilden die Platten 10, 12 im oberen Bereich, ausgehend von der oberen Oberfläche, die sich in der Zeichnung oben befindet, einen Zwischenraum 22, der den oberen Bereich einer insgesamt mit 24 bezeichneten Fuge zwischen den beiden Platten darstellt. Diese Fuge 24 erweitert sich unterhalb des Zwischenraums 22 nach beiden Seiten. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel besitzt diese seitliche Erweiterung, die nach beiden Seiten, also in beide Platten 10 und 12 hinein vorspringt und mit 26,28 bezeich-
net ist, die Querschnittsform eines an den seitlichen Spitzen abgeschnittenen Kegels. Die seitliche Erweiterung 26,28 kann jedoch auch kastenförmig oder in anderer Weise ausgebildet sein. In jedem Falle ist eine seitliche Hinter- schneidung in beide Platten hinein erforderlich.
In diese durch den Zwischenraum 22 und die seitlichen Erweiterungen 26,28 gebildete Fuge 24 wird eine Fugenmasse 30 eingefüllt, die beim Verfüllen flüssig oder zumindest teigig sein kann, so dass sie eingegossen oder eingestrichen werden kann. Nach dem Aushärten, bei dem die Fugenmasse 30 starr oder auch mehr oder weniger elastisch wird, bildet die Fugenmasse 30 eine Verankerung gegenüber gegenseitigen Bewegungen der beiden Platten 10, 12 in senkrechter Richtung.
Unterhalb der Fuge 24 ist an beiden Platten 10, 12 jeweils ein Randprofil 32,34 vorgesehen. Die beiden Randprofile sind als korrespondierende Hakenprofile ausgebildet, so dass eine aufragende Hakenleiste 36 der ersten Platte 10 von einer nach unten gerichteten Hakenleiste 38 der rechten Platte 12 übergriffen wird. Diese Profilgestaltung bewirkt, dass die Platten 10, 12 zumindest seitlich nicht auseinanderdriften können.
Andererseits bewirkt das Fugenmaterial 24 nach dem Aushärten, dass die beiden Platten in Vertikalrichtung miteinander gekoppelt werden.
