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Title:
FOAM-LAMINATED CARPET SHAPED PART FOR MOTOR VEHICLES AND METHOD FOR THE PRODUCTION THEREOF
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2006/032433
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to an acoustically active carpet shaped part (1') for motor vehicles, comprising: a textile air-permeable carpet layer (2, 3); a barrier layer (5), which is joined to the underside of the carpet layer while preventing the penetration of foam, and; a foam material back (6) foamed onto the barrier layer, this foam material back being formed by foam-laminating the barrier layer in a foaming tool. The invention also relates to a method for producing a carpet shaped part of the aforementioned type. In order to provide a carpet shaped part of this kind that, with a low weight and reduced costs, has a high airborne sound absorbing effect, the invention provides that instead of a sealing or heavy layer film, a fine-fibered needle-punched nonwoven or a needled felt is used as a barrier layer (5) for preventing a penetration of foam. This needle-punched nonwoven or needled felt is produced from synthetic fibers having a fineness of less than 6.7 dtex as well as from bicomponent hot-melt adhesive fibers and has a weight per unit area ranging from 600 to 900 g/m2.

Inventors:
Vollmert, Herbert (Falltorfeld 12, Nettetal, 41334, DE)
Application Number:
PCT/EP2005/010075
Publication Date:
March 30, 2006
Filing Date:
September 19, 2005
Export Citation:
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Assignee:
CARCOUSTICS TECH CENTER GMBH (Neuenkamp 8, Leverkusen, 51381, DE)
Vollmert, Herbert (Falltorfeld 12, Nettetal, 41334, DE)
International Classes:
D06N7/00; B29C44/12; B32B5/24; B60N3/04
Attorney, Agent or Firm:
Meyer, Hans-joachim (Cohausz & Florack, Bleichstrasse 14, Düsseldorf, 40211, DE)
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Claims:
MY/sa 040866WO 15. September 2005P A T E N T A N S P R Ü C H E
1. Teppichformteil (1, 1') für Kraftfahrzeuge, mit einer textilen, luftdurchlässigen Teppichschicht (2, 3), einer mit der Unterseite der Teppichschicht verbundenen Sperr¬ schicht (5) gegen Schaumdurchschlag und einem an die Sperrschicht angeschäumten Schaumstoffrücken (6) , wobei der Schaumstoffrücken durch Hinterschäumen der Sperr¬ schicht in einem Schäumwerkzeug gebildet ist, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Sperrschicht (5) aus einem Nadelvlies oder Nadelfilz besteht, das/der aus Chemiefasern mit einer Feinheit kleiner als 6,7 dtex sowie BikomponentenSchmelzklebe fasern hergestellt ist, und ein Flächengewicht im Bereich von 600 bis 900 g/m2 aufweist.
2. Teppichformteil nach Anspruch 1, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Chemiefasern feiner als 5 dtex, vorzugsweise feiner als 4 dtex sind.
3. Teppichformteil nach Anspruch 1 oder 2, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Sperrschicht (5) ein Flächengewicht im Bereich von 650 bis 850 g/m2 aufweist.
4. Teppichformteil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass sich die Chemiefasern der Sperrschicht (5) aus Polyester¬ fasern oder einer Kombination aus Polyesterfasern und Polypropylenfasern zusammensetzen.
5. Teppichformteil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Sperrschicht (5) 30 bis 85 Gew.% Polyesterfasern aufweist.
6. Teppichformteil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Sperrschicht (5) 10 bis 30 Gew.% Bikomponenten Schmelzklebefasern aufweist.
7. Teppichformteil nach einem der Ansprüche 1 bis 6, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Sperrschicht (5) 10 bis 30 Gew.% Polypropylenfasern aufweist .
8. Teppichformteil nach einem der Ansprüche 1 bis 7, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Feinheit der BikomponentenSchmelzklebefasern im Bereich der Feinheit der Chemiefasern der Sperrschicht (5) liegt.
9. Teppichformteil nach einem der Ansprüche 1 bis 8, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Teppichschicht eine aus einem Vlies oder Filz bestehende Trägerschicht (2) aufweist, wobei das Vlies oder der Filz aus Polyester und/oder Polypropylenfasern in Verbindung mit BikomponentenSchmelzklebefasern hergestellt ist.
10. Teppichformteil nach einem der Ansprüche 1 bis 9, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Teppichschicht eine textile, luftdurchlässige Trägerschicht (2) mit darin eingearbeiteten Polfäden (3) aufweist, wobei die Sperrschicht (5) mittels eines PolyethylenPulverklebers mit den Unterschlingen der Polfäden (3) verklebt ist, und wobei der Kleber im verfestigten Zustand eine offene, netzartige Struktur aufweist .
11. Teppichformteil nach Anspruch 9 oder 10, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Trägerschicht (2) zur Einbindung von Polfäden (3) latexiert ist, wobei der Latex (4) im verfestigten Zustand eine offene, netzartige Struktur aufweist.
12. Teppichformteil nach einem der Ansprüche 1 bis 10, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Teppichschicht eine textile, luftdurchlässige Trägerschicht (2) mit darin eingearbeiteten Polfäden (3) aufweist, wobei die Polfäden (3) mittels eines thermoplastischen Dispersionsklebers latexfrei in die Trägerschicht eingebunden sind, und wobei der thermoplastische Dispersionskleber auch zur Verklebung der Sperrschicht (5) mit den Unterschlingen der Polfäden (3) dient.
13. Teppichformteil nach einem der Ansprüche 1 bis 12, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der Schaumstoffrücken (6) aus PolyurethanSchaumstoff gebildet ist.
14. Teppichformteil nach einem der Ansprüche 1 bis 13, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Sperrschicht (5) an mindestens einer ausgewählten Stelle partiell mit dem Schaumstoffrücken (6) hinterschäumt ist.
15. Teppichformteil nach einem der Ansprüche 1 bis 14, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass es mindestens einen flexiblen, nichthinterschäumten Bereich (14, 15) und mindestens einen demgegenüber wesentlich steiferen, hinterschäumten Bereich aufweist.
16. Teppichformteil nach einem der Ansprüche 1 bis 15, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass der Schaumstoffrücken (6) eine zellige Mittelzone (16) und zu seiner Unterseite hin eine zellarme oder zellfreie Randzone (17) aufweist.
17. Verfahren zur Herstellung eines hinterschäumten Teppichformteils (1, 1') für Kraftfahrzeuge, bei dem die Rückseite einer textilen, luftdurchlässigen Teppichschicht (2, 3) mit einer Sperrschicht (5) gegen Schaumdurchschlag verbunden wird, die Teppichschicht und die Sperrschicht in ein Formwerkzeug (7, 8) eingelegt und zusammen umgeformt werden, und die Sperrschicht anschließend hinterschäumt wird, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass als Sperrschicht (5) gegen Schaumdurchschlag ausschließlich ein Nadelvlies oder Nadelfilz verwendet wird, das/der aus Chemiefasern mit einer Feinheit von kleiner als 6,7 dtex und BikomponentenSchmelzklebefasern hergestellt ist und ein Flächengewicht im Bereich von 600 bis 900 g/m2 aufweist.
18. Verfahren nach Anspruch 17, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Sperrschicht (5) mittels eines PolyethylenPulver klebers mit der Rückseite der Teppichschicht (2, 3) verklebt wird, wobei die Menge des aufgetragenen Pulverklebers so gewählt wird, dass er im verklebten Zustand eine offene, netzartige Struktur aufweist.
19. Verfahren nach Anspruch 17, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Sperrschicht (5) mittels eines thermoplastischen Dispersionsklebers mit der Rückseite der Teppichschicht (2, 3) verklebt wird, wobei die Menge des aufgetragenen Dispersionsklebers so gewählt wird, dass der Kleber im verfestigten Zustand eine offene, netzartige Struktur aufweist.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 17 bis 19, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die das gemeinsame Umformen von Teppichschicht (2, 3) und Sperrschicht (5) durch Heißprägen in einem beheizbaren Formwerkzeug (7, 8) durchgeführt wird.
Description:
Hinterschäumtes Teppichformteil für Kraftfahrzeuge und Verfahren zu dessen Herstellung

Die Erfindung betrifft ein Teppichformteil für Kraftfahr¬ zeuge, mit einer textilen, luftdurchlässigen Teppich¬ schicht, einer mit der Unterseite der Teppichschicht verbundenen Sperrschicht gegen Schaumdurchschlag und einem an die Sperrschicht angeschäumten Schaumstoff¬ rücken, wobei der Schaumstoffrücken durch Hinterschäumen der Sperrschicht in einem Schäumwerkzeug gebildet ist.

Um beim Hinterschäumen von Teppichware ein Durchschlagen des Schaumstoffs an der Sichtseite des Teppichs zu verhindern, wird die Rückseite der Teppichware üblicherweise mit einer Sperrschicht in Form einer Abdichtfolie versehen.

Aus der DE 38 00 779 Al ist ein verformbarer Teppichboden für Kraftfahrzeuge bekannt, der eine Trägerschicht aus Filz mit eingenadelten Tuftingnoppen aufweist, auf deren Rückseite eine geschäumte Latexschicht, darauf folgend eine dichte Sperrschicht und darauf schließlich eine geschäumte RückenbeSchichtung aufgebracht sind. Die Sperrschicht ist dort von einer Folie oder einem Aufstrich aus ungeschäumtem Latex gebildet .

Die EP 0 384 420 Bl offenbart eine Bodenverkleidung für Kraftfahrzeuge mit einer Trägerschicht aus Vlies, in die Flor oder Filamente durch Tuften eingebracht sind, wobei

unter der Trägerschicht eine akustisch wirksame Schicht angeordnet ist, die aus mindestens einer Schicht aus einem thermoverformbaren, geschäumten Kunststoff und aus mindestens einer Schicht aus einem Vlies besteht. Der Flor bzw. die Filamente sind durch den geschäumten Kunststoff der akustisch wirksamen Schicht eingebunden. Die akustisch wirksame Schicht ist hinterschäumt, wobei in einem Ausführungsbeispiel zwischen der akustisch wirksamen Schicht und der Hinterschäumung ein Abdichtvlies mit einem Flächengewicht von 80 g/m 2 aufkaschiert ist. In einem anderen Ausführungsbeispiel dieser bekannten Bodenverkleidung ist zwischen der akustisch wirksamen Schicht und der Hinterschäumung eine Schwerschicht angeordnet, die zugleich als AbdichtSchicht zur Vermeidung von Durchschüssen beim Hinterschäumvorgang zur Herstellung der RückenbeSchichtung dient. Die Herstellung der akustisch wirksamen Schicht erfolgt in der Weise, dass auf einer Vliesschicht direkt eine Schicht aus thermoverformbarem und akustisch offenem Kunststoff aufgeschäumt wird. Dieser Schichtaufbau wird als Endlosband hergestellt und zum Transport für die Weiterverarbeitung aufgerollt .

Diese bekannten Bodenverkleidungen haben den Nachteil, dass die Anzahl ihrer verschiedenen Materialschichten relativ hoch ist. Dadurch ergeben sich entsprechend hohe Materialkosten sowie hohe Herstellungskosten bei der Handhabung der Schichten bzw. ihrer Verbindung. Dies gilt insbesondere in Bezug auf die Abdichtfolien bzw. Schwerschichtfolien, die eine Schallabsorption von störendem Luftschall aus dem Fahrgasträum in den eigentlich als Schallabsorber nutzbaren Schaumstoffrücken weitgehend verhindern. Zudem führt der Einsatz von Abdicht- oder Schwerschichtfolien zu einem relativ hohen

Gewicht der Bodenverkleidung, was hinsichtlich einer Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs der damit ausgerüsteten Kraftfahrzeuge von Nachteil ist.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Teppichformteil der eingangs genannten Art bereit zu stellen, das bei geringem Gewicht und verringerten Kosten eine hohe luftschallabsorbierende Wirkung aufweist. Des weiteren soll ein Verfahren zur Herstellung eines entsprechenden Teppichformteils angegeben werden.

Diese Aufgabe wird durch ein Teppichformteil mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 17 gelöst.

Die Erfindung ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass anstelle einer Abdicht- oder Schwerschichtfolie ein feinfaseriges Nadelvlies bzw. ein Nadelfilz als Schaum¬ sperrschicht verwendet wird, das bzw. der aus Chemiefasern mit einer Feinheit kleiner 6,7 dtex sowie Bikomponenten-Schmelzklebefasern hergestellt ist und ein Flächengewicht im Bereich von 600 bis 900 g/m 2 aufweist.

Bei dem erfindungsgemäßen Teppichformteil wird auf den Einsatz sowohl von Abdichtfolien als auch von Schwer¬ schichtfolien verzichtet. Hierdurch lässt sich eine erhebliche Gewichtsreduzierung bei einem gattungsgemäßen Teppichformteil erreichen. Auch lassen sich hierdurch die Material- und Herstellungskosten für ein gattungsgemäßes Teppichformteil verringern. Ferner bleibt das erfindungs¬ gemäße Teppichformteil durch den Verzicht auf Abdicht- bzw. Schwerschichtfolien akustisch offen, so dass sein Schaumstoffrücken als zusätzlicher Schallabsorber genutzt wird.

Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Teppichformteils setzen sich die Chemiefasern des Nadel- vlieses bzw. Nadelfilzes aus Polyesterfasern oder einer Kombination aus Polyesterfasern und Polypropylenfasern zusammen.

Nadelvliese aus Polyesterfasern (PET) zeichnen sich durch eine gute Thermoverformbarkeit aus . Verformte Polyester¬ vliese besitzen eine hervorragende Formbeständigkeit bei hohen Umgebungstemperaturen. Zudem sind Polyesterfasern fäulnisresistent . Polypropylenfasern (PP) zeigen praktisch keine Feuchtigkeitsaufnahme und haben eine sehr hohe Beständigkeit gegen Säuren und Laugen sowie eine hohe Beständigkeit gegenüber Mikroorganismen.

Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungs- gemäßen Teppichformteils besteht darin, dass bei einer eine Trägerschicht mit darin eingearbeiteten Polfäden aufweisenden Teppichschicht die Polfäden latexfrei mittels eines als Dispersion aufgetragenen thermoplas¬ tischen Feinpulverklebers in die Trägerschicht einge¬ bunden sind, wobei der thermoplastische Kleber auch zur Verklebung der Sperrschicht mit den Unterschlingen der Polfäden dient. Die Menge des als Dispersion aufgetrage¬ nen Feinpulverklebers wird dabei so gewählt, dass der Kleber im verfestigten Zustand eine akustisch offene, netzartige Struktur aufweist.

Die übliche Filamenteinbindung durch Auftragen von Latex erweist sich sowohl bei der Herstellung als auch beim Recycling von Tufting-Teppichen als nachteilig. Bei der Herstellung kommt es zu nicht unerheblichen Emissionen von organischen Substanzen, die beim vernetzenden

Ausreagieren des Latexvorstrichs freigesetzt werden. Zudem ist Latex auch im verfestigten Zustand nicht geruchsfrei. Sein typischer Geruch wird häufig als störend empfunden. Des weiteren lassen sich einen Latex- Vorstrich bzw. Latex-Rücken aufweisende Tufting-Teppiche nur sehr schwierig recyceln, da eine sortenreine Trennung der Polfäden vom Latex kaum möglich ist.

Das anstelle von Latex verwendete thermoplastische Fein¬ pulver bewirkt nicht nur eine ausreißfeste Einbindung der Polfäden in die Trägerschicht, es ermöglicht auch den Verzicht auf einen zusätzlichen Kaschierkleber hinsicht¬ lich des mit der Teppichoberware zu verbindenden, als Schaumsperrschicht dienenden Nadelvlieses. Darüber hinaus ermöglicht das thermoplastische Feinpulver auch eine schnelle Umformung des Teppichs in die gewünschte Form und trägt vorteilhaft zur erforderlichen Steifigkeit des fertigen Teppichformteils bei. Durch die Verwendung von Vliesware für die Trägerschicht und die Sperrschicht sind sehr hohe Verstreckungsgrade beim Umformen realisierbar.

Die Trägerschicht kann nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Teppichformteils Schmelzklebefasern in Form von Bikomponentenfasern enthalten. Mit Bikomponentenfasern in feinen Titern lassen sich relativ leichte und dünne Vliese herstellen. Die Bikomponenten-Schmelzklebefasern verbessern die Verankerung (Einbindung) der eingenadelten Polfaden- Noppen in der Trägerschicht sowie die Formbeständigkeit des fertigen Teppichformteils.

Weitere bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer mehrere Ausführungsbeispiele darstellenden Zeichnung näher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:

Fig. 1 eine Schnittansicht eines Abschnitts eines erfindungsgemäßen Teppichformteils nach einem ersten Ausführungsbeispiel;

Fig. 2 eine Schnittansicht eines Abschnitts eines erfindungsgemäßen Teppichformteils nach einem zweiten Ausführungsbeispiel;

Fig. 3 eine Schnittansicht eines Formwerkzeuges zum Heißprägen eines Teppichformteils; und

Fig. 4 eine Schnittansicht eines Schäumwerkzeuges zum Hinterschäumen eines Teppichformteils.

Bei den in den Figuren 1 und 2 schematisch dargestellten Teppichformteilen 1, 1' handelt es sich um akustisch wirk¬ same Teppichbodenformteile für den Einbau in Kraftfahr¬ zeuge. Die Teppichformteile 1, 1' weisen jeweils eine aus einer Vliesware gebildete Trägerschicht 2 auf, in die Polfäden 3 als Fasern, Garne oder Zwirne durch Tuften eingearbeitet sind. Die Polfäden 3 sind an der Sichtseite vorzugsweise aufgeschnitten, so dass eine Velours- Teppichware vorliegt. Alternativ kann es sich bei dem Tufting-Teppich aber auch um einen Schlingenteppich mit geschlossenen Flornoppen handeln. Die Polfäden 3 bestehen vorzugsweise aus Polyamid, Polypropylen und/oder Polyester. Bei dem Material des textilen Tuftträgers 2 handelt es sich vorzugsweise um Polyester und/oder

Polypropylen. Die Grammatur der aus Tuftträger 2 und Polfäden 3 bestehenden Teppichoberware liegt vorzugsweise im Bereich von 250 bis 350 g/m 2 .

Alternativ kann bei dem erfindungsgemäßen Teppichformteil auch eine Dilours-Teppichware als Teppichschicht zum Einsatz kommen.

Bei dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Trägerschicht 2 zur Einbindung der Polfäden 3 rückseitig latexiert . Die Menge des aufgetragenen Latex-Vorstrichs 4 ist so gewählt, dass der Latex im verfestigten Zustand eine luftdurchlässige, netzartige Struktur bildet. Es wird beispielsweise Styrol-Butadien-Latex (SBR-Latex) verwendet, der eine relativ hohe Affinität zu Polyamid aufweist . Diese Anziehungswirkung begünstigt die Ausbildung der offenen, netzartigen Struktur. Die trocken aufgetragene Latexmenge liegt etwa im Bereich von 50 bis 70 g/m 2 .

Auf die latexierte Teppichoberware folgt ein mit den Unterschlingen der Polfäden 3 verklebtes feintitriges Nadelvlies 5, das mit Schaumstoff 6 hinterschäumt ist. Das luftdurchlässige Nadelvlies 5 wirkt als Sperrschicht gegen einen Durchschlag von Schaumstoff 6 an der Sicht- seite der Teppichoberware. Bei dem Nadelvlies 5 kann es sich insbesondere um einen Nadelfilz handeln. Soweit nachfolgend von Nadelvlies die Rede ist, ist damit alternativ auch Nadelfilz gemeint.

Das Nadelvlies bzw. der Nadelfilz 5 ist aus Chemiefasern, die einen Titer von höchstens 6,7 dtex, vorzugsweise höchstens 5 dtex aufweisen, und Bikomponenten-Schmelz- klebefasern hergestellt. Mit zunehmender Feinheit der

Chemiefasern (bei konstanter Grammatur) erhöht sich die flächenspezifische Faseranzahl und damit die Durch¬ schlagsfestigkeit des Nadelvlieses/Nadelfilzes 5. Besonders bevorzugt ist ein Nadelvlies oder Nadelfilz 5, dessen Chemiefasern feiner sind als 4 dtex, insbesondere ein Nadelvlies bzw. Nadelfilz 5 aus Chemiefasern mit einem Titer von etwa 3,3 dtex.

Das Flächengewicht des Nadelvlieses 5 (Nadelfilzes) liegt im Bereich von 600 bis 900 g/m 2 , vorzugsweise im Bereich von 650 bis 850 g/m 2 . Seine Schichtdicke ist mehr oder weniger unkritisch. Sie kann zum Beispiel etwa 2 bis 5 mm betragen.

Das Nadelvlies 5 ist vorzugsweise aus Polyesterfasern oder einer Kombination aus Polyesterfasern und Polypropylenfasern zusammengesetzt, wobei der Anteil der Polyesterfasern im Bereich von ca. 30 bis 85 Gew.-% und der Anteil der Polypropylenfasern im Bereich von ca. 10 bis 30 Gew.-% liegt. Die Bikomponenten-Schmelzklebefasern machen etwa 10 bis 30 Gew.-% des Nadelvlieses 5 aus und haben eine Feinheit, die zweckmäßigerweise im Titer¬ bereich der Chemiefasern des Nadelvlieses liegt. Die Bikomponenten-Schmelzklebefasern sind mit den Chemie¬ fasern im wesentlichen gleichmäßig gemischt.

Der Schaumrücken 6 wird vorzugsweise aus Polyurethan¬ schaum, insbesondere aus PUR-Kaltschaum hergestellt. Er weist ein Raumgewicht im Bereich von etwa 15 bis 70 kg/m 3 auf.

Zur Verklebung des Nadelvlieses 5 (Nadelfilzes) mit der Rückseite der Trägerschicht 2 bzw. den Unterschlingen der Polfäden 3 wird vorab ein thermoplastischer Pulverkleber,

beispielsweise ein Polyethylen-Pulverkleber auf die Rückseite der Trägerschicht 2 und/oder auf die der Trägerschicht 2 zugewandte Seite des Nadelvlieses 5 aufgesintert. Die Menge des aufgetragenen Pulverklebers wird so gewählt, dass dieser im verfestigten Zustand eine offene, netzartige Struktur bildet.

Bei dem in Fig. 2 dargestellten Teppichformteil 1' sind die Polfäden 3 nicht wie bei herkömmlichen Tufting- teppichen durch einen Latexvorstrich, sondern latexfrei mittels eines thermoplastischen Schmelzklebstoffs in die Trägerschicht 2 eingebunden. Der Schmelzklebstoff basiert dabei auf einer ein thermoplastisches Feinpulver enthal¬ tenden Dispersion, die in der Konsistenz einer Paste bei¬ spielsweise mittels eines Pflatschwerkes (nicht gezeigt) auf die Rückseite der Trägerschicht (Tuftträger) 2 aufge¬ tragen wird. Alternativ kann die das thermoplastische Feinpulver enthaltende Dispersion bzw. Paste auch mittels Spritzdüsen oder dergleichen auf die Rückseite der Trägerschicht 2 aufgetragen werden. Nach dem Aufbringen des thermoplastischen Dispersionsklebers wird die Tufting-Rohware einer Heizvorrichtung (nicht gezeigt) zugeführt, in welcher der thermoplastische Schmelzkleber durch Wärmeeinwirkung aktiviert wird, um die Polfäden 3 in der Trägerschicht 2 zu verankern. Auch hier wird die Menge des thermoplastischen Feinpulvers so gewählt, dass der Dispersionskleber im verfestigten Zustand eine akustisch offene, netzartige Struktur bildet. Der thermo¬ plastische Dispersionskleber dient aber nicht nur der Einbindung der Polfäden, sondern darüber hinaus auch der Verklebung des als Sperrschicht wirkenden Nadelvlieses 5 mit den Unterschlingen der Polfäden 3.

Nach der Einbindung der Polfäden 3 wird unmittelbar auf die Rückseite der mit dem thermoplastischen Schmelzkleber versehenen Trägerschicht 2 ein Nadelvlies 5 aufgelegt, das die oben mit Bezug auf Fig. 1 beschriebenen Eigenschaften besitzt.

Die Verklebung des Nadelvlieses 5 mit den Unterschlingen der Polfäden 3 bzw. der Rückseite der Trägerschicht 2 erfolgt vor oder während der Umformung von Teppichschicht und Nadelvlies in das Teppichformteil. Vorzugsweise erfolgt diese Verklebung während der Umformung in einem beheizbaren Formwerkzeug, wie es in Fig. 3 schematisch dargestellt ist. Sowohl das Unterwerkzeug 7 als auch das heb- und senkbare Oberwerkzeug 8 sind zum Heißprägen mit einer Heizeinrichtung 9 versehen.

Nach dem gemeinsamen Umformen bzw. Verkleben von Teppich¬ schicht (2, 3) und Nadelvlies 5 wird das umgeformte Zwischenerzeugnis in ein Schäumwerkzeug eingelegt (vgl . Fig. 4) . Das Schäumwerkzeug kann aus dem heb- und senk¬ baren Oberwerkzeug 8 des zum Umformen eingesetzten Form¬ werkzeuges gemäß Fig. 3 und einem zusätzlichen Unterwerk¬ zeug 10 zusammengesetzt sein. In dem Unterwerkzeug 10 sind gegenüber dem Unterwerkzeug 7 eine oder mehrere Kavitäten 11, 12 ausgebildet, in die über im Unterwerk¬ zeug 10 integrierte Zuleitungen 13 Schaumstoff einge¬ spritzt werden kann. Das Profil der jeweiligen Kavität 11, 12 entspricht beispielsweise dem Profil eines Boden¬ blechs eines Kraftfahrzeuges, für dessen Verkleidung das Teppichformteil 1, 1' bestimmt ist.

Wie sich der Zeichnung entnehmen lässt, wird das Nadel- vlies 5 an einer oder mehreren ausgewählten Stellen

partiell hinterschäurat . Die feinen Fasern des Nadel¬ vlieses 5 „bremsen" dabei den eindringenden Schaumstoff und verhindern einen Schaumdurchschlag zu der Sichtseite des Teppichformteils 1, 1'. Der Schaum „verkrallt" sich zumindest in einer Randzone des Nadelvlieses mit diesem. Das Nadelvlies 5 bleibt in jedem Fall zum Stoffstoff¬ rücken 6 hin akustisch offen, so dass letzterer als Schallabsorber für im Fahrgastraum auftretenden störenden Luftschall genutzt werden kann.

Versuche haben gezeigt, dass das Nadelvlies 5 in seinem hinterschäumten Bereich eine wesentlich höhere Steifig¬ keit aufweist als in seinem nicht hinterschäumten Bereich. Diese durch die Hinterschäumung bewirkte Steifigkeitserhöhung ist von der jeweiligen Dicke des Schaumrückens 6 unabhängig. Es liegt im Rahmen der Erfindung, die durch Hinterschäumung bewirkte Erhöhung der Nadelvliessteifigkeit gezielt zu nutzen. Zum Beispiel lässt sich so die Bauteilsteifigkeit bzw. Trittfestigkeit eines Teppichbodenformteils in bestimmten Teilbereichen selektiv verbessern. Andererseits kann durch gezieltes Fortlassen der Hinterschäumung in einem oder mehreren Bereichen 14, 15 des Teppichformteils 1, 1' die ursprüngliche Flexibilität des Nadelvlieses 5 in diesen Bereichen weitestgehend beibehalten werden, was hinsicht¬ lich der Montage des Teppichformteils 1, 1' sowie des Ausgleichs von Bauteiltoleranzen vorteilhaft ist.

Erfindungsgemäße Versuche haben außerdem ergeben, dass sich mit einem Nadelvlies 5, welches die oben in Bezug auf die Figuren 1 und 2 genannten Eigenschaften aufweist, ein sehr guter, nämlich konturenscharfer Übergang vom Schaumstoff 6 zu der freiliegenden Rückseite des Nadel-

vlieses 5 ergibt. Bei herkömmlichen hinterschäumten Teppichformteilen kommt es dagegen regelmäßig zu einem unerwünschten seitlichen Verlaufen des Schaumstoffes auf der Abdicht- oder Schwerschichtfolie, wobei der Schaum¬ stoff mitunter über den Rand der Abdicht- bzw. Schwer¬ schichtfolie tritt.

Des weiteren wurde festgestellt, dass es in dem Schaum¬ stoffrücken des erfindungsgemäßen Teppichformteils kaum zu einer Lunkerbildung kommt und der Schaumstoffrücken somit eine hohe Qualität besitzt. Die nur geringe bzw. fehlende Lunkerbildung scheint mit der Luftdurchlässig¬ keit der feinfaserigen Sperrschicht 5 zusammenzuhängen, die im Gegensatz zu einer luftdichten Abdichtfolie oder Schwerschicht ein gleichmäßigeres Ausgasen des anges¬ pritzten Schaumstoffs begünstigt und dadurch hilft, eine Lunkerbildung zu vermeiden.

Das Hinterschäumen des Nadelvlieses 5 wird vorzugsweise in der Weise durchgeführt, dass der fertige Schaumstoff- rücken 6 eine zellige Mittelzone 16 und zu seiner Unter¬ seite hin eine zellarme oder zellfreie Randzone 17 auf¬ weist. Die Ausbildung einer solchen Struktur (Integral¬ struktur) wird durch eine geeignete Temperatursteuerung begünstigt. Das Schaumwerkzeug kann daher mit einer entsprechend steuerbaren Heizeinrichtung 18 ausgerüstet sein (vgl. Fig. 4) .




 
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