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Title:
FORMING MACHINE COMPRISING A SHEARING DEVICE FOR SHEARING A BAR
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2006/086901
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a forming machine comprising a shearing device for shearing a bar (2, 20). Said shearing device comprises a fixed blade (11) with a passage (111) for permitting the insertion of the bar to be sheared (2, 20) and a shearing part (12) that can be displaced forwards and backwards in relation to the fixed blade (11). The shearing part (12) comprises a first shear blade (121), which is used to shear a bar section that projects from the fixed blade (11) when the shearing part (12) is displaced forwards and a second shear blade (122), which is used to shear a bar section (201) that projects from the fixed blade (11) when the shear part (12) is displaced backwards. In addition, the forming machine comprises a disposal point (8), to which the second shear blade (122) transports all the bar sections (201) it has sheared as scrap sections. As the second shear blade (122) exclusively shears scrap sections (201), empty points in the forming stations and the associated disadvantages can be avoided.

Inventors:
Suter, Michael (Spitzwaldstrasse 210, Allschwil, CH-4123, CH)
Stemmelin, Pascal (179 A, Rue Despin, Moernach, F-68480, FR)
Application Number:
PCT/CH2006/000091
Publication Date:
August 24, 2006
Filing Date:
February 13, 2006
Export Citation:
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Assignee:
HATEBUR UMFORMMASCHINEN AG (General Guisan-Strasse 21, Reinach, CH-4153, CH)
Suter, Michael (Spitzwaldstrasse 210, Allschwil, CH-4123, CH)
Stemmelin, Pascal (179 A, Rue Despin, Moernach, F-68480, FR)
International Classes:
B21K27/06; B23D15/04; B21K27/00; B23D15/00
Attorney, Agent or Firm:
A. BRAUN BRAUN HÉRITER ESCHMANN AG (Holbeinstrasse 36-38, Basel, CH-4051, CH)
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Claims:
Patentansprüche
1. Umformmaschine (1) mit einer Schervorrichtung zum Scheren einer Stange (2, 20), wobei die Schervorrichtung ein ortsfestes Festmesser (11) mit einem Durchgang (111) zur Durchführung der zu scherenden Stange (2, 20) und ein parallel zum Festmesser (11) vorwärts und rückwärts bewegbares Scherteil (12) umfasst, das ein erstes Schermesser (121) aufweist, mit welchem ein aus dem Festmesser (11) vorstehender Stangenabschnitt (21) in einer Vorwärtsbewegung des Scher teils (12) scherbar ist, und ein zweites Schermesser (122), mit welchem ein aus dem Festmesser (11) vorstehender Stangenabschnitt (22, 23, 201) in einer Rückwärtsbewegung des Scherteils (12) scherbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Entsorgungsstelle (8) aufweist, zu der das zweite Scher messer (122) alle von ihm gescherten Stangenabschnitte (22, 23, 201) als Ausschussstücke transportiert.
2. Umformmaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Scherteil (12) auf einem Scherschlitten angeordnet ist, der in einem Umformtakt der Umformma schine (1) linear vorwärts und rückwärts bewegbar ist.
3. Umformmaschine (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Stangenanschlag (13) aufweist, an dem das stangenabschnittseitige Ende der zu scherenden Stange (2, 20) beim Scheren anliegt und der in Richtung zum Festmesser (11) hin oder von diesem weg verstellbar ist.
4. Umformmaschine (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Stangenanschlag (13) aufweist, an dem das stangenabschnittseitige Ende der zu scherenden Stange (2, 20) beim Scheren anliegt, und das Festmesser (11)' sowie das erste Schermesser (121) und das zweite Schermesser (122) in Richtung zum Stangenanschlag (13) hin oder von diesem weg verstellbar sind.
5. Verfahren zum Betrieb einer Umformmaschine (1) mit einer Schervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Stangenabschnitte (21) mit einer Solllänge (L) , die nach dem Scheren in mindestens einer Um formstation der Umformmaschine (1) weiterverarbeitet werden, durch das erste Schermesser (121) in einer Vorwärtsbewegung des Scherteils (12) geschert werden und Ausschussstücke (22, 23, 201), die nicht in einer Umformstation weiterverarbeitet werden, durch das zweite Schermesser (122) in einer Rück wärtsbewegung des Scherteils (12) geschert werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Stangenübergang von einer vorhergehenden zu scherenden Stange (2) auf die nachfolgende zu scherende Stange (20) durch das zweite Schermesser (122) in einer Rückwärtsbewegung des Scherteils (12) geschert wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Lage des Stangenübergangs von einer vorhergehenden zu scherenden Stange (2) auf die nachfolgende zu scherende Stange (20) ermittelt wird, daraus berechnet wird, wie lange der letzte Stangenabschnitt am Ende der vorhergehenden zu scherenden Stange (2) beim Scheren von Stangenabschnitten (21) mit der Solllänge (L) wäre, und, falls die berechnete Länge dieses letzten Stangenabschnitts kleiner als eine vordefinierte Sicherheitslänge (S) oder grösser als die Solllänge (L) abzüglich der Sicherheitslänge (S) ist, ein Korrekturscheren vorgenommen wird, bei dem durch das zweite Schermesser (122) in einer Rückwärtsbewegung des Scherteils (12) ein zusätzliches Ausschussstück (22, 23) geschert wird, dessen Länge derart ist, dass die unter Berücksichtigung dieses Ausschussstücks (22, 23) berechnete Länge des letzten Stangenabschnitts grösser als die vordefinierte Sicherheitslänge (S) und kleiner als die Solllänge (L) abzüglich der Sicherheitslänge (S) ist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das zusätzliche Ausschussstück (22) kürzer ist als die Solllänge (L) .
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das zusätzliche Ausschussstück (23) länger ist als die Solllänge (L) .
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des zusätzlichen Aus schussstücks (22, 23) durch Verstellen eines Stangenanschlags (13), an dem das stangenabschnittseitige Ende' der zu scheren den Stange (2) beim Scheren anliegt, und Vorschieben der zu scherenden Stange (2) bis zum Stangenanschlag (13) einge stellt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Scheren eines zusätzlichen Ausschussstücks (22) mit einer Länge kleiner als die Solllänge (L) erreicht wird, indem die zu scherende Stange (2) weniger weit vorgeschoben wird als bei Stangenabschnitten (21) mit der Solllänge (L) .
Description:
_ i _

Umformmaschine mit einer Schervorrichtung zum Scheren einer Stange

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Umformmaschine mit einer Schervorrichtung zum Scheren einer Stange, wie sie im Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruchs 1 definiert ist.

Bei Umformmaschinen mit einer oder mehreren Umformstationen wird der ersten Umformstation oftmals ein von einer Stange abgescherter Abschnitt zur Umformung zugeführt. Die Scherung der Stange erfolgt normalerweise in einer separaten Scherstation mittels eines ortsfesten Festmessers und eines dazu ver- schiebbaren Schermessers, das von einem Scherschlitten hin- und herbewegt wird. Für die Ausbildung des Festmessers und des Schermessers sind verschiedene Möglichkeiten bekannt.

Bei Kaltumformmaschinen werden beispielsweise oft geschlos- sene Rundmesser als Festmesser und .Schermesser eingesetzt.

Die zu scherende Stange wird in Durchgänge durch das Festmesser und das Schermesser eingeschoben und das Schermesser an- schliessend schnell quer zur Stange verschoben, wodurch ein Abschnitt von der Stange abgeschert wird.

Bei Warmumformmaschinen sind das Festmesser und das Schermesser normalerweise als Halbmesser ausgebildet, d.h. als Messer, die nur über einen Teil des Stangenumfangs an der Stange anliegen, wobei die zu scherende Stange während des Scherens zwischen den Halbmessern und Klemmbacken gehalten ist. Nach dem Scheren werden die Klemmbacken zum Vorschieben und Lüften

der Stange weggefahren. Zur Zentrierung der Stange ist eine separate Zentriereinrichtung vorgesehen.

In der WO 01/28711 Al ist eine Umformmaschine mit einer 5 Schervorrichtung offenbart, die ein geschlitztes Rundmesser, bestehend aus einem als Halbmesser ausgebildeten ortsfesten Festmesser und einem dazu bewegbaren Zentrier- und Klemmstück, sowie ein mit dem geschlitzten Rundmesser zusammenwirkendes und dazu verschiebbares Schermesser, das als geschlos- 10 senes Rundmesser ausgebildet ist, aufweist.

Die EP 0 011 293 A offenbart eine Umformmaschine mit einer Schervorrichtung, deren Scherteil zwei Schermesser aufweist, wobei ein erstes Schermesser bei Vorwärtsbewegungen des 15 Scherteils Stangenabschnitte schert, die einer ersten Umform-- Station zugeführt werden, und ein zweites Schermesser bei Rückwärtsbewegungen des Scherteils Stangenabschnitte schert, die einer zweiten Umformstation zugeführt werden.

20. Mit allen diesen bekannten Schervorrichtungen werden bei einem Stangenübergang von einer vorhergehenden zu scherenden Stange auf die nachfolgende zu scherende Stange Ausschussstücke geschert, die zumindest das Ende der vorhergehenden Stange und den Anfang der nachfolgenden Stange umfassen. Da diese

25 Ausschussstücke die Solllänge von in den nachfolgenden Umformstationen weiterzuverarbeitenden Stangenabschnitten nicht aufweisen, werden sie normalerweise ausgeschieden und nicht den Umformstationen zugeführt. Dies hat zur Folge, dass in den Umformstationen Leerstellen vorhanden sind, was bei der

30 Umformung zu Deformationen der Umformmaschine führt, die anders sind als im voll beladenen Zustand. Solche unterschiedlichen Deformationen führen zu Schwankungen der Geometrie der

produzierten Gutteile. Bei Warmumformmaschinen kommt es ausserdem zu einer unterschiedlichen Auskühlung der Werkzeuge und zu Temperaturschocks .- Dies alles kann die Einsatzzeit der Umformmaschinen bis zum nächsten Werkzeugwechsel reduzieren.

Im schlimmeren Fall ist jedoch auch, denkbar, dass zwei zusammenklebende, zu kurze Endstücke (Stangenende und der darauf folgende Stangenanfang) gemeinsam zwar die Solllänge haben können, miteinander verpresst aber nur scheinbar ein homoge- nes Teil bilden. Dieser Fehler ist unter Umständen nicht erkennbar und kann dann im Betrieb zu Bauteilversagen führen, was insbesondere bei Sicherheitsbauteilen, wie z.B. Achsschenkeln oder Lenkungsteilen, problematisch ist.

Angesichts der Nachteile der bisher bekannten, oben beschriebenen Schervorrichtungen liegt der Erfindung die folgende Aufgabe zugrunde. Zu schaffen sind eine Umformmaschine mit einer Schervorrichtung zum Scheren einer Stange der eingangs erwähnten Art und ein Verfahren zum Betrieb einer solchen Um- formmaschine, mit welchen Leerstellen in den Umformstationen vermieden werden können.

Diese Aufgabe wird durch die erfindungsgemässe Umformmaschine und das erfindungsgemässe Verfahren zum Betrieb einer Umform- maschine gelöst, wie sie in den unabhängigen Patentansprüchen 1 und 5 definiert sind. Bevorzugte Ausführungsvarianten ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen.

Das Wesen der Erfindung besteht im Folgenden: Eine Umformma- schine weist eine Schervorrichtung zum Scheren einer Stange auf, die ein ortsfestes Festmesser mit einem Durchgang zur Durchführung der zu scherenden Stange und ein parallel zum

Festmesser vorwärts und rückwärts bewegbares Scherteil um- fasst. Das Scherteil weist ein erstes Schermesser auf, mit welchem ein aus dem Festmesser vorstehender Stangenabschnitt in einer Vorwärtsbewegung des Scherteils scherbar ist, und ein zweites Schermesser, mit welchem ein aus dem Festmesser vorstehender Stangenabschnitt in einer Rückwärtsbewegung des Scherteils scherbar ist. Die Umformmaschine weist ausserdem eine Entsorgungsstelle auf, zu der das zweite Schermesser alle von ihm gescherten Stangenabschnitte als Ausschussstücke transportiert.

Dadurch, dass die Umformmaschine eine Entsorgungsstelle aufweist, zu der das zweite Schermesser alle von ihm gescherten Stangenabschnitte als Ausschussstücke transportiert, ist ein zweites Schermesser vorhanden, das ausschliesslich zum Scheren der Stangenabschnitts-Ausschussstücke dient, die danach entsorgt werden. In jeder Vorwärtsbewegung des Scherteils können somit mit dem ersten Schermesser immer einteilige Stangenabschnitte mit der Solllänge geschert werden, die da- nach in den nachfolgenden Umformstationen weiterverarbeitet werden. Auf diese Weise können Leerstellen in den Umformstationen und die damit verbundenen Nachteile vermieden werden.

Vorzugsweise ist das Scherteil auf einem Scherschlitten angeordnet, der in einem Umformtakt der Umformmaschine linear vorwärts und rückwärts bewegbar ist. Da der Scherschlitten in einem Umformtakt vorwärts und rückwärts bewegbar ist, kann gleichzeitig mit jedem Umformschritt ein neuer Stangenabschnitt geschert werden, der die Solllänge aufweist. Allfällige Ausschussstücke können bei der Rückwärtsbewegung des Scherschlittens geschert werden, so dass der Umformtakt der Umformmaschine problemlos aufrecht erhalten werden kann. Aus-

serdem lässt sich eine lineare Bewegung des Scherschlittens einfach realisieren.

Bei einer vorteilhaften Ausführungsvariante weist die Umformmaschine einen Stangenanschlag auf, an dem das stangenab- schnittseitige Ende der zu scherenden Stange beim Scheren anliegt und der in Richtung zum Festmesser hin oder von diesem weg verstellbar ist. Alternativ sind anstelle des Stangenanschlags das Festmesser sowie das erste und zweite Schermesser in Richtung zum Stangenanschlag hin oder von diesem weg ver- stellbar. Durch die hierdurch erreichte Verstellbarkeit des

Stangenanschlags relativ zur Scherebene kann die Länge des zu scherenden Stangenabschnitts eingestellt werden, dessen Ende beim Scheren am Stangenanschlag anliegt. Dies ermöglicht ein Korrekturscheren, falls der Stangenübergang von einer Stange zur nächsten ungünstig liegt.

Die erfindungsgemasse Umformmaschine kann eine Warmumformmaschine oder eine Kaltumformmaschine sein. Besonders vorteilhaft ist die Erfindung bei Warmumformmaschinen, da dort normalerweise mit relativ kurzen Stangen gearbeitet wird und da- her Stangenübergänge häufig sind. In Kaltumformmaschinen werden oft dünne Stangen in Form von Draht verarbeitet, welcher relativ lang ist und in Rollen vorliegt. Stangenübergänge sind hier relativ selten. Trotzdem ist die Erfindung auch bei Kaltumformmaschinen einsetzbar.

Beim erfindungsgemässen Verfahren zum Betrieb einer Umformmaschine mit einer Schervorrichtung werden Stangenabschnitte mit einer Solllänge, die nach dem Scheren in mindestens einer Umformstation der Umformmaschine weiterverarbeitet werden, durch das erste Schermesser in einer Vorwärtsbewegung des

Scherteils geschert und Ausschussstücke, die nicht in einer Umformstation weiterverarbeitet werden, durch das zweite ■ ■ Schermesser in einer Rückwärtsbewegung des Scherteils geschert. Wie bereits erwähnt, können auf diese Weise Leerstel- 5 len in den Umformstationen und die damit verbundenen Nachteile vermieden werden.

Vorzugsweise wird der Stangenübergang von einer vorhergehenden zu scherenden Stange auf die nachfolgende zu scherende Stange durch das zweite Schermesser in einer Rückwärtsbewe-

10 gung des Scherteils geschert. Bei einem Stangenübergang von einer Stange zur nächsten fallen normalerweise Ausschussstücke an, da der Stangenübergang im Allgemeinen nicht exakt an einer Solltrennstelle liegt. Ausserdem ist im Normalfall die Qualität der Stirnfläche der Stangenenden und -anfange eben-

15 falls nicht ausreichend, so dass auch Anschnitte ausgeschieden werden müssen, die zufällig gerade die richtige Länge hätten. Diese Ausschussstücke werden in einer Rückwärtsbewegung des Scherteils geschert, so ' dass sie nicht zu den Umformstationen gelangen und dort trotzdem keine Leerstellen

20 entstehen.

Mit Vorteil wird zunächst die Lage des Stangenübergangs von einer vorhergehenden zu scherenden Stange auf die nachfolgende zu scherende Stange ermittelt. Daraus wird dann berechnet, wie lange der letzte Stangenabschnitt am Ende der vor-

25 hergehenden zu scherenden Stange beim Scheren von Stangenabschnitten mit der Solllänge wäre. Falls die berechnete Länge dieses letzten Stangenabschnitts kleiner als eine vordefinierte Sicherheitslänge oder grösser als die Solllänge abzüglich der Sicherheitslänge ist, wird ein Korrekturscheren vor-

30 genommen. Bei diesem wird durch das zweite Schermesser in ei-

ner Rückwärtsbewegung des Scherteils ein zusätzliches Ausschussstück: geschert, dessen Länge derart ist, dass die unter Berücksichtigung dieses Ausschussstücks berechnete Länge des letzten Stangenabschnitts grösser als die vordefinierte Si- cherheitslänge und kleiner als die Solllänge abzüglich der Sicherheitslänge ist.

Die Sicherheitslänge und das erwähnte Verfahren dienen dazu sicherzustellen, dass sich der Stangenübergang nicht zu nahe an einer der Scherebenen befindet. Auf diese Weise wird ein sauberes Scheren gewährleistet, so dass die Stangenabschnitte, die den an den Stangenübergang angrenzenden Ausschussstücken benachbart sind, zur Umformung verwendet werden können.

Bei einem bevorzugten Verfahren ist das zusätzliche Ausschussstück des Korrekturscherens kürzer als die Solllänge. Die für die Umformung verlorene Stangenmasse ist so vergleichsweise gering.

Bei einem alternativen vorteilhaften Verfahren ist das zusätzliche Ausschussstück des Korrekturscherens länger als die Solllänge. Auch auf diese Weise kann eine Längsverschiebung des Stangenübergangs erreicht werden.

Mit Vorteil wird die Länge des zusätzlichen Ausschussstücks des Korrekturscherens durch Verstellen eines Stangenanschlags, an dem das stangenabschnittseitige Ende der zu scherenden Stange beim Scheren anliegt, und Vorschieben der zu scherenden Stange bis zum Stangenanschlag eingestellt. Die zu scherende Stange kann so beim Scheren immer am Stangenanschlag anliegen.

Bevorzugt wird das Scheren eines zusätzlichen Ausschussstücks mit einer Länge kleiner als die Solllänge erreicht, indem die zu scherende Stange weniger weit vorgeschoben wird als bei Stangenabschnitten mit der Solllänge, so dass sie beim Sche- ren weniger weit aus dem Festmesser vorsteht. Der Stangenanschlag, an dem die zu scherende Stange während des Scherens üblicherweise anliegt, braucht hierzu nicht verschoben zu werden und kann deswegen ortsfest angeordnet werden, was die Konstruktion vereinfacht.

Im Folgenden werden die erfindungsgemässe Umformmaschine mit einer Schervorrichtung zum Scheren einer Stange und das er- findungsgemässe Verfahren zum Betrieb einer solchen Vorrichtung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen anhand von Ausführungsbeispielen detaillierter beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 - ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsge- mässen Umformmaschine mit einer Schervorrichtung zum Scheren einer Stange und einer Stangenzuführeinrichtung in einer Seitenansicht;

Fig. 2 und 3 - schematisch ein Scheren eines Stangenabschnitts mit einer Solllänge mit einem vorwärts bewegten ersten Schermesser;

Fig. 4 und 5 - schematisch ein Scheren eines Stangenübergangs mit einem rückwärts bewegten zweiten Schermesser;

Fig. 6 - schematisch eine Lage eines Stangenüber-

gangs ausserhalb von Sicherheitsbereichen, bei der kein Korrekturscheren notwendig ist;

Fig. 7 - schematisch eine Lage eines Stangenübergangs innerhalb eines Sicherheitsbereichs, bei der ein Korrekturscheren notwendig ist;

Fig. 8 und 9 - schematisch ein Korrekturscheren einer zu diesem Zweck reduziert vorgeschobenen

Stange; und

Fig. 10 und 11 - schematisch ein Korrekturscheren einer zu diesem Zweck weiter vorgeschobenen Stange mit Hilfe eines verschiebbaren Stangenanschlags.

In Fig. 1 ist ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäs- sen Umformmaschine 1 mit einer Schervorrichtung zum Scheren einer Stange 2 und einer Stangenzuf-ühreinrichtung darge- stellt. Die Scherebene 10 der Schervorrichtung ist strichpunktiert eingezeichnet. Die Stangenzuführeinrichtung umfasst eine Stangeneinzugsvorrichtung 4, die eine Stange 2 von einer Heizvorrichtung 5 her einzieht und der Schervorrichtung der Umformmaschine 1 zuführt. Die Stangeneinzugsvorrichtung 4 weist hierzu vier Einzugsrollen 41 auf, die sich in Pfeilrichtung drehen. Mit einem am Ende der Stangeneinzugsvorrichtung 4 angeordneten Messrad 3 ist der Vorschub der Stange 2 genau messbar.

Die Heizvorrichtung 5, die eine Vielzahl von Heizungen 51 aufweist, dient zum Erwärmen der Stange 2 vor der Umformung.

Es handelt sich hier also um eine Warmumformmaschine. Die Stange 2 liegt in der Heizvorrichtung 5 auf einer Vielzahl von Vorschubrollen 52 auf/ die die Stange 2 zur Stangeneinzugsvorrichtung 4 hin fördern. Herkommen tut die Stange 2 von einem Stangenmagazin 6, das Vorschubrollen 61 aufweist. Beim Stangenvorschub können zwischen zwei aufeinanderfolgenden Stangen 2 aufgrund von verfahrensbedingt nicht gleichförmigen Einzugsbewegungen der Stangeneinzugsvorrichtung 4 zeitweise Lücken entstehen. Diese Lücken verschwinden spätestens nach dem Einziehen der nachfolgenden Stange 2 durch die Stangeneinzugsvorrichtung 4.

Um die Lage des Stangenübergangs von einer Stange 2 auf die nächste zu erfassen, sind an der Heizvorrichtung 5 Licht- schranken 7, 70 und 71 angeordnet. Mit diesen Lichtschranken kann jeweils bestimmt werden, wo der Stangenübergang sich gerade befindet, und es kann falls nötig ein Korrekturscheren ausgelöst werden, auf welches weiter unten im Detail eingegangen wird. Damit der Stangenübergang auch dann richtig er- fasst wird, wenn im Bereich einer Lichtschranke aufgrund einer Einzugsbewegung der Stangeneinzugsvorrichtung 4 gerade keine Lücke zwischen zwei aufeinanderfolgenden Stangen 2 vorhanden ist, sind die Lichtschranken 70 und 71 als Doppellichtschranken ausgebildet.

Für die gesamte weitere Beschreibung gilt folgende Festlegung. Sind in einer Figur zum Zweck zeichnerischer Eindeutigkeit Bezugszeichen enthalten, aber im unmittelbar zugehörigen Beschreibungstext nicht erwähnt, so wird auf deren Erläute- rung in vorangehenden Figurenbeschreibungen verwiesen.

Die Fig. 2 und 3 zeigen die Schervorrichtung der Umformma- schine 1 beim Scheren eines Stangenabschnitts 21 einer Stange 2, welcher eine Solllänge aufweist und später in den nachfolgenden Umformstationen der Umformmaschine 1 umgeformt wird. Die Schervorrichtung umfasst ein ortsfestes Festmesser 11, ein parallel zum Festmesser 11 vorwärts und rückwärts bewegbares Scherteil 12 mit einem ersten Schermesser 121 und einem zweiten Schermesser 122 sowie einen Stangenanschlag 13. Das Festmesser 11, das erste Schermesser 121 und das zweite Schermesser 122 sind jeweils als geschlossene Rundmesser mit einem Durchgang 111, 1211 bzw. 1221 zur Durchführung der zu scherenden Stange 2 ausgebildet.

In der Situation gemäss Fig. 2 ist die zu scherende Stange 2 durch den Durchgang 111 des Festmessers 11 und den Durchgang 1211 des ersten Schermessers 121 durchgeführt und liegt mit ihrem stangenabschnittseitigen Ende am Stangenanschlag 13 an. Durch eine Vorwärtsbewegung des Scherteils 12 in Richtung des Pfeils V wird der aus dem Festmesser 111 vorstehende Stangen- abschnitt 21 vom Rest der Stange 2 abgeschert und durch das erste Schermesser 121 an eine Stelle transportiert, an der es von einem Greifer oder auf andere Weise für die erste Umformstation übernommen werden kann. In dieser in Fig. 3 dargestellten Situation liegt der Durchgang 1221 des zweiten Schermessers 122 direkt in der Fortsetzung des Durchgangs 111 des Festmessers 11.

In den Fig. 4 und 5 ist dargestellt, wie der Stangenübergang von einer vorhergehenden zu scherenden Stange 2 auf eine nachfolgende zu scherende Stange 20 durch das zweite Schermesser 122 in einer Rückwärtsbewegung des Scherteils geschert wird.

Fig. 4 zeigt die Situation, in der die zu scherenden Stangen 2 und 20 durch den Durchgang 111 des Festmessers 11 und den Durchgang 1221 des zweiten Schermessers 122 durchgeführt sind und das dem Stangenübergang abgewandte Ende der Stange 2 am Stangenanschlag 13 anliegt. Die Stange 2 besteht hier nur noch aus einem letzten kleinen Stangenabschnitt, dessen Länge kleiner ist als die Solllänge. Durch eine Rückwärtsbewegung des Scherteils 12 in Richtung des Pfeils R wird ein aus dem Festmesser 111 vorstehender Stangenabschnitt 201 vom Rest der Stange 20 abgeschert und durch das zweite Schermesser 122 zusammen mit der Stange 2 an eine Entsorgungsstelle 8 transportiert, von der aus der Stangenabschnitt 201 und-die Stange 2 entsorgt werden können. In dieser in Fig. 5 dargestellten Si- tuation liegt der Durchgang 1211 des ersten Schermessers 121 wieder deckungsgleich in der Fortsetzung des Durchgangs 111 des Festmessers 11.

In Fig. 6 ist der Abstand zwischen dem Stangenanschlag 13 und dem Festmesser 11 mit L bezeichnet. Dieser Abstand L ergibt sich aus der Solllänge L der weiterzuverarbeitenden Stangenabschnitte, d.h. bei einer anderen gewünschten Solllänge muss normalerweise der Stangenanschlag 13 verstellt werden. Alternativ könnten auch das Festmesser 11 und das Schermesser 122 mit der Scherebene verstellt werden. Anschliessend an das

Festmesser 11 und den Stangenanschlag 13 ist je eine Sicherheitslänge S eingezeichnet..

Sind, wie beim in Fig. 6 dargestellten Fall, die Distanzen vom Stangenübergang zum Festmesser 11 und vom Stangenübergang zum Stangenanschlag 13 jeweils grösser als die Sicherheitslänge S, kann problemlos rückwärts geschert werden.

Ist hingegen, wie beim in Fig. 7 dargestellten Fall, eine der Distanzen vom Stangenübergang zum Festmesser 11- oder vom Stangenübergang zum Stangenanschlag 13 kleiner als die Si- cherheitslänge S, ist ein sauberes Scheren nicht mehr gewährleistet, da der gescherte Stangenabschnitt oder der im Festmesser 11 verbleibende Endabschnitt der zu scherenden Stange zu klein ist. Die Sicherheitslänge S hängt von verschiedenen Faktoren, wie z.B. Stangendicke, Material, Ausbildung der Messer, etc., insbesondere aber von der Genauigkeit der Messeinrichtung ab.

In einem solchen Fall wird vorgängig ein Korrekturscheren vorgenommen, bei dem durch das zweite Schermesser 122 in ei- ner Rückwärtsbewegung des Scherteils 12 ein zusätzliches Ausschussstück geschert wird, dessen Länge derart ist, dass die unter Berücksichtigung dieses Ausschussstücks berechnete Länge des letzten Stangenabschnitts einer Stange grösser als die vordefinierte Sicherheitslänge S und kleiner als die Solllänge L abzüglich der Sicherheitslänge S ist. Die Berechnung der Länge des letzten Stangenabschnitts einer Stange wird durch die im Zusammenhang mit Fig. 1 erwähnte Erfassung der Lage des Stangenübergangs von einer Stange auf die nächste mittels der Lichtschranken 7, 70 und 71 ermöglicht.

Das Korrekturscheren kann auf verschiedene Weisen erfolgen.

Bei der in den Fig. 8 und 9 dargestellten Variante wird die zu scherende Stange 2 einmal nicht ganz bis zum Stangenanschlag 13 vorgeschoben, wobei hierzu die Stangeneinzugsvorrichtung 4 entsprechend gesteuert werden muss, und in dieser Lage in einer Rückwärtsbewegung des zweiten Schermessers 122

geschert. Es kann so ein Ausschussstück 22 mit einer Länge kleiner als die Solllänge L weggeschert und zur Entsorgungsstelle 8 -transportiert werden.

Bei der in den Fig. 10 und 11 dargestellten Variante wird der Stangenanschlag 13 für eine Scherung in einer Rückwärtsbewegung des zweiten Schermessers 122 vom Festmesser 11, d.h. von der Scherebene, wegverschoben. Die zu scherende Stange 2 wird ganz bis zum wegverschobenen Stangenanschlag 13 vorgeschoben und in dieser Lage vom zweiten Schermesser 122 geschert. Es kann so ein Ausschussstück 23 mit einer Länge grösser als die Solllänge L weggeschert und zur Entsorgungsstelle 8 transportiert werden. Danach wird der Stangenanschlag 13 wieder in die gestrichelt dargestellte Ausgangsposition zurückverstellt.

Zu den vorbeschriebenen erfindungsgemässen Umformmaschinen mit Schervorrichtungen sind weitere konstruktive Variationen realisierbar. Hier ausdrücklich erwähnt sei noch:

- Die Ermittlung der Lage des Stangenübergangs von einer vorhergehenden zu scherenden Stange auf die nachfolgende zu scherende Stange muss nicht unbedingt mittels Lichtschranken erfolgen, sondern kann mit anderen Stangenend- überwachungseinheiten, vorzugsweise elektronisch, reali- siert werden.

- Das Festmesser und die Schermesser brauchen keine geschlossenen Rundmesser zu sein. Denkbar sind auch andere Messerarten wie beispielsweise Halbmesser.




 
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