Reicheneker, Martin (Brunnenwiesenstrasse 2/1 Uhingen, 73066, DE)
Klar, Wolfgang (Rechbergstrasse 14 Göppingen, 73035, DE)
Reicheneker, Martin (Brunnenwiesenstrasse 2/1 Uhingen, 73066, DE)
| 1. | Umformpresse mit einem Pressenkörper und einem sich in nerhalb des Pressenkörpers aufund abbewegenden Stößel, dadurch gekennzeichnet, daß an wenigstens einer inneren Wandung (11) des Pressenkör pers (2) Schallabsorptionselemente (10) angeordnet sind. |
| 2. | Umformpresse mit einem Pressenkörper und einem sich in nerhalb des Pressenkörpers aufund abbewegenden Stößel, mit einem Werkzeugtisch und mit einem unterhalb des Werkzeugtischs sich befindlichen Kellerbereichs, dadurch gekennzeichnet, daß an wenigstens einer inneren Wandung (9) des Kellerbe reichs (8) Schallabsorptionselemente (10) angeordnet sind. |
| 3. | Umformpresse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an wenigstens einer inneren Wandung (9) des Pressenkör pers (2) Schallabsorptionselemente (10) angeordnet sind. |
| 4. | Umformpresse nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Pressenkörper (2) mit einer Kapselung (14) versehen ist. |
| 5. | Umformpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schallabsorptionselemente (10) Mineraldämmwolle (13) aufweisen. |
| 6. | Umformpresse nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schallabsorptionselemente (10) als Lochblechkasset ten (12) ausgebildet sind, in denen die Mineraldämmwolle (13) angeordnet ist. |
| 7. | Mehrstufenpresse mit wenigstens einer Umformpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schallabsorptionselement (10) eine Dicke aufweisen, die mindestens 1/4 der Wellenlänge () des zu absorbie renden Schalles entspricht. |
Derartige Umformpressen sind aus dem allgemeinen Stand der Technik bekannt.
Verschiedentlich wurde versucht, die von solchen Pressen er- zeugten Schallemissionen zu verringern, beispielsweise um für die Bediener derartiger Umformpressen bessere Arbeitsbe- dingungen zu schaffen.
Bei der DE 28 05 725 AI ist ein Teil der Wandung des Pres- senkörpers schalldicht ausgeführt.
Gemäß der DE 21 50 022 AI ist vorgesehen, im Bereich einer zum Auswurf von abgeschnittenen Teilen dienenden Ausnehmung ein Schalldämmelement anzuordnen, das aus einem starren Stahlmantel mit einem Schalldämmbelag besteht.
Aus der DE 38 39 275 AI sind Schalldämmelemente im Kopfbe- reich der Presse bekannt, die beispielsweise zu Wartungsar- beiten weggeklappt werden können.
Alle diese Maßnahmen können jedoch die sehr hohen Schalle- missionen der bekannten Umformpressen nicht in ausreichendem Maße verringern. Des weiteren wird durch die Maßnahmen zur Schalldämmung häufig die Umformleistung der Presse verrin- gert.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Um- formpresse zu schaffen, deren Schallemissionen bei gleich- bleibender Umformleistung erheblich geringer sind.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die in Anspruch 1 genannten Merkmale gelöst.
Durch die erfindungsgemäßen Schallabsorptionselemente, die sich je nach Ausführungsform der Umformpresse an einer inne- ren Wandung des Pressenkörpers oder an einer inneren Wandung des Kellerbereichs befinden können, erfolgt eine Umwandlung des Schalls in Wärme, wodurch dieser nicht mehr aus der Um- formpresse abstrahlen kann. Dadurch ergibt sich eine Umform- presse, die eine erheblich geringere Schallabstrahlung als bisher bekannte Umformpressen aufweist und somit besonders bedienerfreundlich ausgeführt ist.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn bei einer Umformpresse, bei der die Schallabsorptionselemente im Kellerbereich ange- ordnet sind, auch an einer inneren Wandung des Pressenkör- pers derartige Schallabsorptions- elemente angebracht sind.
Eine stark verbesserte Absorption des Schalles ergibt sich, wenn in einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung der Pressenkörper mit einer Kapselung versehen ist. Dann wird im Inneren des Pressenkörpers nämlich noch mehr akustische Energie in Wärmeenergie umgewandelt, da der Schall ständig von der Kapselung in Richtung der Schallabsorptionselemente zurück reflektiert wird und dieselben entsprechend häufig durchläuft.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den restlichen Unteransprüchen sowie aus dem nachfolgend anhand der Zeichnung prinzipmäßig dargestellten Ausführungsbeispiel.
Die einzige Figur zeigt eine erfindungsgemäße Umformpresse mit daran angeordneten Schallabsorptionselementen.
Eine Umformpresse 1 weist einen Pressenkörper 2 und einen sich innerhalb des Pressenkörpers 2 auf-und abbewegenden Stößel 3 auf. An dem Stößel 3 ist ein Oberwerkzeug 4 ange- bracht, welches mit einem auf einem Werkzeugtisch 5 angeord- neten Unterwerkzeug 6 in an sich bekannter Weise zusammenar- beitet. Der Stößel 3 wird von einer nicht dargestellten, in einem Kopfstück 7 des Pressenkörpers 2 angeordneten An- triebseinrichtung angetrieben.
Unterhalb des Werkzeugtisches 5 befindet sich ein Kellerbe- reich 8, also ein unter einem Hallenboden oder dergleichen liegender Bereich, der jedoch nicht zwingend vorgesehen sein muß. An einer inneren Wandung 9 des Kellerbereiches 8 sind mehrere Schallabsorptionselemente 10 angeordnet, in denen bei einem Eindringen von Schall in dieselben die akustische Energie dieses von der Umformpresse 1 erzeugten Schalls in Wärmeenergie umgewandelt wird. Der von der Umformpresse 1 erzeugte Schall wird hauptsächlich durch die Antriebsein- richtung des Stößels 3 und durch das Auftreffen des Ober- werkzeugs 4 auf das Unterwerkzeug 6 erzeugt.
Auch an einer inneren Wandung 11 des Pressenkörpers 2 sind derartige Schallabsorptionselemente 10 angebracht, die im vorliegenden Fall eine Lochblechkassette 12 mit einer darin angeordneten Füllung aus Mineraldämmwolle 13 aufweisen, wo- bei allgemein poröse Materialien gut geeignet sind, die Energie des Schalls durch Reibung der Luft in Wärmeenergie zu verwandeln. Auch unterhalb des Kopfstücks 7 sowie unmit- telbar an dem Kopfstück 7 selbst im Bereich nicht darge- stellter Schlitze des Pressenkörpers 2 sind die genannten Schallabsorptionselemente 10 angeordnet. Auf diese Weise er- gibt sich also eine wirkungsvolle Schalldämpfung für die Um- formpresse 1.
Um auch eine Schalldämmung der Umformpresse 1 zu erreichen, ist der Pressenkörper 2 insbesondere in demjenigen Bereich, in dem das Oberwerkzeug 4 auf das Unerwerkzeug 6 auftrifft, mit einer Kapselung 14, also mit einer schalldichten Abdich- tung versehen. Dadurch wird erreicht, daß der Schall den Pressenkörper 2 nicht verlassen kann und in die Schallab- sorptionselemente 10 gelangt.
Die Dicke der Schallabsorptionselemente 10 sollte so ausge- legt sein, daß sie mindestens 1/4 einer Wellenlänge X des zu absorbierenden Schalles entspricht.
Es gilt demnach für die Dicke d der Schallabsorptions- elemente 10 die Formel d > B/4, mit , = c/f, wobei c die Schallgeschwindigkeit in Luft (344 m/s bei 20°C) und f die niedrigste durch das Schallabsorptionselement 10 zu absor- bierende Frequenz ist.
So ergibt sich beispielsweise bei einer zu dämpfenden Fre- quenz von f = 200 Hz eine Dicke von d = 430 mm für das Schallabsorptionselement 10. Da alle höheren Frequenzen eine geringere Wellenlänge besitzen, werden diese durch das Schallabsorptionselement 10 ebenso gedämpft. Daraus wird deutlich, daß eine um so größerer Frequenzbereich durch ein jeweiliges Schallabsorpti- onselement 10 gedämpft werden kann, je größer die Dicke d desselben ausgeführt ist. Es wird im allgemeinen angestrebt, Schallabsorptionselemente 10 mit einer Dicke von d > 500 mm einzusetzen, was jedoch aufgrund eines eventuell zu geringen Raumangebotes nicht immer möglich ist. In solchen Fällen wird die Dicke d so groß wie möglich gewählt, um einen mög- lichst großen Frequenzbereich abdecken zu können. Prinzipi- ell ist es sinnvoll, gemäß der oben angegebenen Formel für die jeweiligen Gegebenheiten an den einzelnen Umformpressen 1 passende Dicken d der Schallabsorptionselemente 10 zu be- rechnen.
Eine besonders große Wirkung entfalten die Schallabsorption- selemente 10 im Bereich des Oberwerkzeugs 4 und des Unter- werkzeugs 6 sowie im Kellerbereich 8, wobei hier anzustreben ist, die Kapselung 14 derart auszuführen, daß der Schall den Pressenkörper 2 nicht verlassen kann, in den Kellerbereich 8 zurück reflektiert wird und dort in die Schallabsorption- selemente 10 gelangt.
